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Artikel-Schlagworte: „Bass“

Gewinnspiel: 2×2 Karten für Shackleton am kommenden Freitag

30. Januar 2009
23:00

skulldisco Gewinnspiel: 2x2 Karten für Shackleton am kommenden FreitagIm Wiener Sass rollen am kommenden Freitag die tiefen Basslines über den Dancefloor: Sam Shackleton (Skull-Disco) wird mit seiner speziellen Dubstep-Mischung aus Wanddrücker-Basslines und leichtfüßig-hypnotischen Orient-Sounds auf Einladung von Dogs Bollocks die Wiener Crowd rocken. Diese einzigartige Mischung aus State-of-the-Art Produktion und Worldmusic-Percussions hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen, und ich freue mich auf Shackleton's erstes DJ Set in Wien. Dank Simon Lebon habe ich die Ehre und das Vergnügen, unter meinen Lesern 2x2 Gästelistenplätze für die Party des Monats zu verlosen.

Der Modus dürfte bereits bekannt sein: eine Registrierung ist nicht erforderlich, wer mitspielen möchte, hinterlässt einfach hier am Blog einen Kommentar. Die Gewinner werden am Donnerstag via E-Mail verständigt, im übrigen gelten die Teilnahmebedingungen für datenschmutz-Gewinnspiele. Aber nun zu Shackleton - der folgende Satz beschreibt die Soundscapes des Skull Disco Aushängeschild sehr treffend:

Sam Shackleton betreibt mit seinen perkussiv wummernden Dubstep-Tracks bassverliebte Tiefenforschung. Und statt des Rülpsens der Apokalypse stehen ein libanesischer Akkordeon-Spieler und ein türkischer Saz-Maestro bei seinem Sound Pate.

Dogs Bollocks presents Shackleton

An diesem Abend werden zwei Sams die Turntables bedienen: Slack Hippy übernimmt den restlichen und sorgt für kompetente musikalische Umrahmung des Gaststars. Der wuchs im Nordwesten Englands auf und ist laut eigener Aussage an die boomende britische Dubstep-Szene nur "lose" angebunden. Während sich die Produktionen der Big Names immer technoider anhören, drosselte er bei seinen neueren Produktionen das übliche 140er-Tempo auf 100 bis 120 Beats pro Minute:

Meine Hauptinspirationen sind Erkan Ogur, der unglaublich gute türkische Saz-Maestro, Ziad Rahbani, ein libanesischer Akkordeon-Spieler und Band-Leader, und Fatale, westafrikanische Percussionisten. Diese Einflüsse wird man bei mir immer raushören. Und natürlich Dub Reggae. Ich liebe einfach den 'puren' Basssound. Ach ja, und Chronomad. Er hat im letzten Jahr ein brillantes Album veröffentlicht und ich kann nur hoffen, dass ich irgendwann einmal etwas Ähnliches schaffe.

Viel Glück bei der Verlosung - wir sehen uns am Freitag im Sass - dieses Video gibt einen kleinen Vorgeschmack:

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Dieses Wochenende: Elevate Festival in Graz

5. November 2008bis9. November 2008

Elevate Festival 2008Der Vorfreude-Pegel steigt, denn am Mittwoch beginnt das Elevate Festival in und rund um den Grazer Schlossberg. Mein Festivalpass traf am Wochenende via Mail ein, ein beträchtlicher Teil des Programms ist allerdings völlig gratis zugänglich: das passt thematisch ganz hervorragend, denn im Fokus der Workshops und Diskussion steht in diesem Jahr das Thema "Creative Commons". Dazu haben die Veranstalter ein umfangreiches Tagesprogramm konzipiert, der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Ich habe die Ehre und das Vergnügen, am Freitag um 12:00 Uhr das Workshop-Meeting-Hybrid Creative Commons and Collecting Societies zu moderieren. Paul Keller musste aus gesundheitlichen Gründen leider absagen, unsere illustre Runde besteht aus Rainer Praschak, Chrisan Schwanz aka CEE, Christoph Kummerer, Bernhard Hansbauer und meiner Wenigkeit. Zentraler Fokus ist "Konfliktmanagement" zwischen CC und GEMA/AKM/AUME:

Bei Verwertungsgesellschaften und Creative Commons handelt es sich im ersten Anschein um zwei sich widersprechende Modelle zum Schutz von geschaffenen (musikalischen) Werken.
Rechtliche Problematiken, technische Aspekte sowie eine beiderseitige nicht immer klar gelebte Praxis der eigenen Regeln und Richtlinien scheinen ein gemeinsames Entwickeln von Lösungsansätzen zu erschweren.
Für viele Musiker sind jedoch in beiden Modellen Aspekte vorhanden, die ihren Bedürfnissen und denen ihrer Hörer, Käufer und Fans entsprechen.
In diesem Meeting sollen nun mögliche Wege erschlossen werden, um eine Verbindung beider Formen in näherer Zukunft möglich zu machen.

Es gibt noch ein paar Plätze für Interessierte, die Teilnehmerzahl für die 90minütigen Veranstaltung ist allerdings limitiert. Wer Interesse hat, kann sich hier via Mail anmelden.

Durch den musikalischen Teil des Abends führen...

Senor Coconut
Senor Coconut

Der Falter präsentiert die mittwöchliche Eröffnung, bei der Silke Helfrich vom Commonsblog und Percy Schmeiser, alternativer Nobelpreisträger 2007, ins Thema einführen werden. Ab 21:30 beschallen Felix Kubin, die Fuck Buttons, Clara Moto, Mimu und Attention, Cosmonauts! den musikalischen Part des Abends. Der Donnerstag, präsentiert von der Kleinen Zeitung, beginnt mit einer Podiumsdiskussion zum Thema "Commons of the Mind", u.a. mit Ronaldo Lemos, Kaitlin Thaney und Paul D. Miller aka DJ Spooky, der dann im Anschluss gemeinsam mit EmeeGrant den Dom beschallen wird. Alle Veranstaltungen am Mittwoch und Donnerstag sind frei zugänglich, der Festivalpasse für Freitag und Samstag kostet äußerst freundliche 34€ - dafür gibt's ein Mörder-Line-Up auf drei Floors!

Freunde gerade noch hörbarer Bassfrequenzen freuen sich über den freitäglichen Auftritt von The Bug feat. Warrior Queen und MC Flowdan, in den Uhrturmkasematten geht's mit Scorn, Pre, MoHa! und anderen psychedelisch-noisig zur Sache. Mein persönliches Highlight folgt am Samstag: Herr Atom tm aka Atom Heard aka Senor Coconut aka 10.000 andere Pseudonyme head-lined meine Lieblingslocation, den Dom im Berg, in den Kasematten werden sich die Break-Corer Mühe geben, den Schlossberg zum Einsturz zu bringen (aber keine Sorge, das wird nicht gelingen.) Den genauen Timetable sowie alle Artist-Bios findet man hier.

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Coldcut vs. TV Sheriff: DJ bewältigt US-Wahlkampf

Coldcut and TV SheriffTurn up your subwoofers for this one! Coldcut bemächtigen sich für ihren aktuellen Remix des amerikanischen Medien-Präsidentschaftswahlkampfs reinrassiger Drumandbass Strategien, aber Langeweile kommt trotzdem keine auf: die Kooperation mit TV-Sheriff ist eine überdrehte, wahnsinnige Vivisektion jenes Wahnsinns, der sich us-amerikanischer Wahlkampf nennt:

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DJ Uppercut: The Attack of the Ninja

Dieser Kurzfilm hat alles: Spannung, Spaß, Action, großartige Animation. Das Genre des Musikvideos, den unehelichen Kindern von Major Labels und MTV, war am absteigenden Ast: aber im Netz kommen sie zurück, diverser und mannigfaltiger denn je. Ein Meisterwerk speziell für alle Pirates vs. Ninjas Fan habe ich gerade auf Vimeo gefunden. Von Shane Lester stammt das grandiose Video zu DJ Uppercuts The Attack of Ninja. Die Soundqualität passt auch super, also Subwoofer aufdrehen, Fullscreen-Mode hochstarten, Ton und Bild genießen!

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gap-Interna: Umfrage über Musikjournalismus

Musikjournalisten-InternaStefan führt für die Musikredaktion von the gap gerade eine interne Umfrage unter allen CD-Rezensenten durch. Die Zeiten, in denen die Crew aus einer äußerst überschaubaren Zahl von Schreiberlingen bestand, sind seit Jahren vorbei, und Präferenzen tendieren bekanntlich dazu, sich im Lauf der Zeit zu verändern. Beim Ausfüllen des Fragebogens ist mir allerdings schlagartig klar geworden, dass ich nicht bloß zur Musik selbst, sondern auch zum Schreiben über Musik mittlerweile eine völlig andere Einstellung als vor 10 Jahren habe. Daher möchte ich die Antworten meiner geschätzten Leserschaft nicht vorenthalten - vielleicht entwickelt sich daraus ja sogar eine kleine Diskussion über Musikreviews auf Blogs, Subjektivität und Konstruktivismus :mrgreen:

Stefan: Seit welcher Ausgabe bei The Gap?
ritchie: #02

?: Nach welchen Kriterien unterscheidest du zwischen guter und schlechter Popmusik?
!: Weiß nicht. Ich kann ja nicht in die eigenen Blackbox reinschauen und meinen atavistischen Geschmacks-Algorithmen reverse-engineeren!

?: Inwiefern richten sich deine Plattenkritiken/Rezensionen in The Gap nach den Wünschen der Zielgruppe?
!: Indem ich über CDs schreibe, die Labels zum gap schicken, welche vermuten, dass die Zielgruppe passen könnte. Aber von den Wünschen der Zielgruppe hab ich keine Ahnung, dazu bin ich auch schon viel zu alt.

?: Wie viel Fachkompetenz benötigt ein Journalist, um über Musik zu berichten?
!: Gar keine. Über Musik schreiben ist wie über Architektur tanzen und so... Manchmal könnte Kompetenz allerdings beim Füllen der Zeilen hilfreich sein, allerdings sind CD-Reviews meist so kurz, dass selbige nicht unbedingt erforderlich ist. In Zeiten der Wikipedia kann sowieso jeder Dillwhip mit unglaublichem Faktenwissen glänzen. Müssen eigentlich schwere Zeiten sein für die Die-Hard Fan-Fraktion, die früher jeden Spex-Artikel auswendig gelernt hat.

?: Welche Kriterien setzt du zur Bewertung von Musik an?
!: Primäres Kriterium ist der Klang :mrgreen: Wenn sie mir gefällt und der Bass angenehm meine Hypophyse massiert, dann muss es ja wohl gute Musik sein. Wenn ich gleich zum nächsten Track skippe oder das Hirschfilet sich im Magen umdreht, dann nicht. Der nächste Rezensent mag aber wiederum ganz anders drüber denke - ich etwa kann mit Emo noch immer nix anfangen und finde alle Emo- und Brit-Pop Platten voll scheiße.

?: Wie sieht dein persönliches Rechercheverhalten aus?
!: Lange Beine, kurzer Rock, Lackstiefel, eventuell Netzstrümpfe. Haarfarbe egal. Ne, im Ernst: es geht nix über Primär-Recherche, am besten immer die Musiker selber sprechen lassen. Das Netz hilft ebenfalls, und weil man jedem im Leben mindestens zweimal begegnet, würd ich das eigene Archiv auch nicht unterschätzen wollen.


Fotocredits:
von Schwamby3/ pixelio.de

 

Samstagabend freihalten: Dubblestandart spielen!

27. September 2008
22:00bis23:30

illu dubbelstandart 1222334320 Samstagabend freihalten: Dubblestandart spielen!Jedes der raren Dubblestandart-Konzerte ist ein ganz besonderes Ereignis für sich. Wiener haben am Samstag im Café Leopold endlich mal wieder die Gelegenheit, Ober-Dubhead Paul Zasky, Herb Pirker (Gitarre), Ali Tersch (Schlagzeug) und Robbie Ost (Keys) live bei der Arbeit zu erleben. Damit nicht genug der frohen News: im März kommenden Jahres erscheint mit Return to Planet Dub ein neues Studioalbum. Vorher sind die Jungs aber noch ausgiebig auf Tournee: Paul spielt gemeinsam mit dem Subatomic Soundsystem eine Reihe von "Dubbing Extreme" DJ-Gigs in den USA, im März geht's weiter nach Jamaica.

Die Wartezeit bis zum Longplayer verkürzt erfreulicherweise eine neue 12-Inch, die in Europa, Kanada und den USA im Dezember auf dem deutschen Label Collision Records erscheint. Der Ankündigungstext lässt mir jedenfalls jetzt schon das Wasser im Mund zusammenlaufen:

[The new 12''] will feature Dubstep remixes from Subatomic Soundsystem(NYC)Tom Watson(Paris)Runnershigh(Vienna) reworking original Ariup/Lee Perry/Prince Far-I/Dub Syndicate material in a heavy weight 21st century style. Yes, it’s the dub virus sprawling...

Aber zurück zum samstäglichen Konzert: ich habe Dubbelstandart zuletzt vor rund einem Jahr im Flex gehört und damals einen begeisterten Review geschrieben (die legendäre PA lässt die heftigen Basslines natürlich besonders fein zur Geltung kommen), außerdem hab ich zum Release des letzten Longplayers ein Interview mit Paul Zasky geführt. (In diesem Posting gibt's auch einige Audio-Snippets.) Ich finde Dubblestandart auf Vinyl großartig, aber live legt die Band noch einiges drauf: Dubheads und Liebhaber von außergewöhnlich massiven Vibes dürfen sich diesen Termin keinesfalls entgehen lassen!

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Wer Dubblestandart noch nicht kennt, findet die komplette Diskographie auf der Band-Homepage, einige Alben sind bei Amazon erhältlich:

Gratis-Bassmusik: Neues Kubo aka Stereotyp Mixtape

kubomix 1217068129 Gratis Bassmusik: Neues Kubo aka Stereotyp Mixtape...zum freien Download! Und zwar handelt sich beim Protagonisten um einen alten Bekannten: Ich sag nur Al Haca / Tritone / Siqnature... klingelt's? Ganz genau, der Stereotyp ist im Haus und jagd frische Basslines aus den Boxen. Kubo heißt sein neuestes Projekt, ob solo oder kooperativ konnte ich auf die schnelle nicht eruieren, aber weitere Infos folgen. Mir gefällt jedenfalls die Mischung aus typischem Mörthi-Sound und neuen südlich-sonnigen Rhythmuseinflüssen. Das einzige relevante im Moment ist die Download-URL...

Stefan versorgt die Community ja immer wieder mit phatten Gratis-Mixes in hervorragender Soundqualität - ganz ohne Kopierschutz-Crap und sonstigen Blödsinn, sondern einfach nur Beats. Alle Tunes am aktuellen Mixtape stammen von Kubo, der Mix dauert rund 20 Minuten und ist 25MB groß. Den Hörer respektive die Hörerin erwarten stereotypische Basslines und Ragga-Blueprints mit einem gehörigen Schuss Sci-Fi Soundästhetik und Moving Riddims. Hier geht's zum Gratis-Download:

Kubo Mixtape (*.zip-Format)
Kubo Mixtape (*mp3-Download

Aktuelle News zu Stefans Soundreisen rund um den Globus auf Crunchtime Records, so der treffende Namen von Stereotyps Solo-Label.

Tracklisting

  1. aranja
  2. rebola
  3. turnament version feat. Yasmine Seydi
  4. turnament
  5. uepa
  6. un corpo
  7. kubo precut (no name yet )
  8. lem lem
  9. tindao
  10. PS: ich votierte ganz entschieden dafür, den Terminus Mixtape auch in Zeiten von mp3-Downloads unbedingt beizubehalten!

Springeight: Tag Numero 4

DJ Marky und Stamina MCDJ Marky und MC Stamina waren gestern Abend von eins bis drei für die Beschallung des Dom im Berg verantwortlich. Der Ausnahme-Turntablist aus Sao Paolo und sein kongenialer britischer Gesangs- und Rap-Partner lieferten eine Show ab, die für mich persönlich zu den absoluten Highlights des diesjährigen Festivals zählte. Dazu leisteten auch die elaborierten Visuals von Mox und Decollage.tv einen beträchtlichen Beitrag. Bushwacka trieb uns anschließend ganz schnell Richtung Postgarage, wo Hot Chip gerade recht konsequent den Club leerspielten - aber das ist eine andere Geschichte.

Unser Timing war gestern einfach perfekt: wir hörten genau nix mehr von Gilles "Dancefloor-Boredom" Peterson - als wir den Dom enterten, legte Marky gerade die erste Pladde auf den 1210er. Kein softes brasilianisches Intro, sondern brachiale Basslines gleich zu Beginn: Mister Marky vergeudete keine Zeit, und nach den ersten drei Brettern betrat Stamina die Bühne. Ab diesem Moment begann eine großartige Soundreise: wie wenige Plattendreher beherrscht Marky, der mit 13 seine DJ-Karriere begann, die Kunst der Set-Dramaturgie und das perfekte Wechselspiel von soft und hart, das gerade bei Drumandbass Sets unerlässlich ist für längerfristige Tanzmotivation. Seine schon damals sicken Scratch-Skills hat Marky, seit ich ihn vor drei Jahren das letzte Mal auflegen gehört hab, noch weiter verbessert - und setzte sie an mehreren Stellen gekonntest ein. Stamina MCs Kommentar dazu: "Your friends told you about him, you've seen him on youtube - he is *my* DJ!" Kein Wunder, dass bei so großartiger Mucke der altbekannte Zeitdilatationseffekt eintrat: nach subjektiv gefühlten 30 Minuten waren die zwei Stunden um; "LK", Megahit und Signature-Tune des Duos, folgte als vorletzte Nummer. Alles in allem: grandios! Außerdem möchte ich unbedingt wissen, wie dieses Dubplate heißt, bei dem eine Frauenstimme singt "Shorty, what's your dream deep down?" Falls irgendjemand diese Nummer kennt, bitte ich um einen Hinweis - der Track ist der Liquid-Burner schlechthin...

Ach ja, noch ein Wörtlein zu den Visuals: das Setup im Dom besteht aus drei Leinwänden (Mitte, links, rechts), die auch unabhängig bespielt werden können. Während mich die bewegten Pixel am Freitag gar nicht vom Hocker rissen (dafür aber Robert Owens), war ich gestern ziemlich begeistert und der äußerst abwechslungsreichen Melange aus Fotos, Videos und Typo-Spielereien - sehr anregender visueller Input, bravo!

DJ MarkyDass Bushwacka dieses Set nicht würde toppen können, hatte ich bereits vermutet. Allerdings brauchte er nur zweieinhalb (grauslich mittenübersteuerte) Nu Rave Breakbeat Tracks, um uns ganz schnell Richtung Postgarage zu scheuchen. Als wir dort ankamen, schien alles gut: der Hot Chip DJ spielte gerade gemütlichen Old School DnB - aber nur drei Tracks lang. Dann wurde es ungewollt kuschelig, und eine Menge Folks, die gerne ihre Beinchen geschwungen hätten, beschlossen in Ermangelung von Couches, den Club zu verlassen. Uns hielt die Hoffnung auf feine Acid Breaks von Luke Vibert vor Ort, die war allerdings nach einer Stunde restlos aufgebraucht; und als Wagon Christ, der um 3:30 hätte beginnen sollen, um 4:45 noch immer nicht hinter den Turntables stand und alles darauf hindeutete, dass Mr. Hot Chip demnächst beginnen würde, seine Bob Marley Sammlung auszupacken, beschlossen wir einen, den Vibert einen guten Mann sein zu lassen und machten uns auf den Heimweg.

Fazit: Marky machte den letzten Abend des Festivals zu einem Highlight. Im Großen und Ganzen hat mit das diesjährige Spring großen Spaß gemacht, und das Line-Up war motivierend genug, um viermal hintereinander bis in die frühen Morgenstunden zu tanzen. Weniger gelungen fand ich in Einzelfällen die zeitlichen Programmierung: das eine oder andere Mal war's gerade zur "Haupt-Tanzzeit" 2 bis 4 einfach zu hatschert, ruhig und elegisch - wobei man allerdings, und das ist ja eine der Hauptstärken des Spring, bei derart vielen Locations immer recht problemlos eine Ausweichmöglichkeit findet. Der Festivalbus ist dazu nicht unbedingt erforderlich, denn in Graz liegt definitiv alles in Gehweite :mrgreen:

In diesem Sinne also herzlichen Dank ans Spring-Team für vier lässige Tage in der Murmetropole; wenn ich wieder zurück in Wien bin, werd ich ein kleines Video aus meinen Schnippselchen zusammenschneiden.

Springeight-Overview: Nur mehr 2 Tage!

21. Mai 2008bis25. Mai 2008

spring2008Und dabei ist doch in Kürze Sommerbeginn! Aber hier ist ja auch nicht die Rede vom Frühling, sondern vom Festival: genau genommen von meinem Lieblings-Elektronik-Festival südlich des Weißwurstäquators. Einen Fotopass hab ich auch, mit anderen Worten: mit ein paar Schnappschüssen muss gerechnet werden, und vielleicht sogar dem einen oder anderen Audio-Interview. Vorgestern hab ich noch eine Einladung zur Electronic Beats Party von T-Mobile bekommen, die schon am Mittwoch Nachmittag im Aiola am Schlossberg (mein Lieblingslokal in Graz) beginnt - also wird die Pilgerfahrt gen Rave-Culture wohl bereits am Mittwoch in der Früh beginnen.

Als Stammbesucher des Grazer springfestival habe ich die ersten fünf Auflagen miterleben und musste dann aus Termingründen zwei Jahre pausieren - umso größer ist die Vorfreude drauf, nächste Woche mal endlich wieder im Dom im Berg abzurocken, der genialsten Location, in der in Österreich je legale Parties gefeiert wurden. Man stelle sich einen großen Quader (Einen sehr großen Quader. Er bietet immerhin Platz für weit über 1.000 Tänzer.) vor, der einfach mitten in den Grazer Schlossberg reingesprengt wurde: meterdicke, massive Naturfelswände, dazu eine phatte Anlagen und ein talentierter Tontechniker, und jeder Raver ist im siebten Soundhimmel. Der Dom ist allerdings "nur" die Hauptlocation, ingesamt verteilt sich die Feierei auf mehrere Venues, darunter auch PPC und Postgarage.

spring Springeight Overview: Nur mehr 2 Tage!Begonnen hat das Spring-Festival, wie jedes ambitionierte Musik-Event, vergleichsweise klein - eine Riesen-Veranstaltung á la Sonar wird aber glücklicherweise nie draus werden, denn die Locations begrenzen die Zuseherzahl, und das ist eine der Hauptstärken des Festivals. Einige der Vorjahres-Highlights sind bei play.fm als komplette Streams verfügbar, außerdem ist die hübsch gesaltete Videogallerie mittlerweile auf ganz beachtlichen Umfang angewachsen. Ebenfalls einzigartig in Österreich: die Partys verteilen sich über die gesamte Innenstadt, abendlicher Party-Tourismus ist quasi ein Muss. Vielen Elektronik-Connaisseuren gilt der Event mittlerweile als Highlight der Partysaison - kein Wunder, wenn man einen Blick auf das diesjährige Artist Line-Up wirft. Neu in diesem Jahr: die Veranstalter haben mit dem Londoner End, dem ich kürzlich beim London-Ausflug mit Tom erstmals einen Besuch abgestattet hab, eine Partnerschaft abgeschlossen:

This is another step towards the springfestival's further expansion providing sophisticated clubnights to an international crowd. The End will take over the whole Dom im Berg - the festival's main venue - on Saturday 24th May, with a lineup that represents the club's wide musical spectrum of some of the world's finest DJs holding residencies at The End.

Ein unvergessliche Party war übrigens die Brazil-Night beim Springfive. Stamina MC und DJ Marky sind das dynamischste Drumandbass-Duo, das ich jemals gehört hab... glücklicherweise mehrmals, und ich freu mich schon mächtig auf die diesjährige Brazil-Session: check this one out:

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Ebenfalls bereits "Tradition" beim Spring ist das Tagesprogramm mit zahlreichen Workshops der Red Bull Music Academy, Lesungen und Vorträgen, Symposien und - neu in diesem Jahr - einer Videoausstellung im Museum für Moderne Kunst. Eine Aufzählung aller Programmpunkte würde den Rahmen dieses Artikel sprengen - die vollständige Übersicht gibt's auf der Homepage. Mein vorläufiger Partyplaner sieht folgendermaßen aus: am Mittwoch werd ich mir Streets und Roni Size beim Electronic Beats Opening in den Kasematten anhören und vielleicht in der Früh dann noch zu marfloW & Co. in den Dom rüberschauen. (Bereits hier tritt der erste Interessenskonflikt auf: Fabio, D-Bridge, Bryan G *und* Artificial Intelligence spielen mit den MCs LowQui, SP:MC und Rage im PPC).

spring2006 / dom im bergAm Donnerstag wird's mich wohl wieder in den Dom verschlagen, XRS spielt gemeinsam mit Drumagick live - der Mann ist ein Qualitätsgarant, außerdem sind die ebenfalls brasilianischen Plattendreher Bungle und DJ Edgar am Start, zweiteren hab ich noch nie gehört. Allerdings werd ich dann wohl relativ früh abreisen müssen, denn: in der Postgarage spielen neben Arabian Prince aka Professor X, Egyptian Love & Jamie Jupiter auch... the Man!!! The one and only Godfather of Techno and House - Mr. Juan Atkins! Ich hab sein Set nach der Wiener Loveparade im Jahr 2000 im Flex gehört - der Mann versteht sein Handwerk wie wenige. Ich vermut mal stark, das wird mein persönliches Highlight - mal gucken, ob sich die Vice Party im Arcadium dann noch ausgeht.

spring2007Am Freitag werd ich mir im Orpheum den lang gehegten Wunsch, Senor Coconut and his Orchestra mal live auftreten zu sehen, erfüllen - und später dann zum Chicago House Special mit Robert Owens und Larry Heard aka Mr. Fingers in den Dom rüberwandern. Der Samstag wird dann nochmal richtig anstrengend - da braucht man ja fast schon Projektmanagement-Software für die Koordination der Timetables. Den Dom rocken Marky, Stamina, Gilles Pterson, Bushwacka und Mr. C, im PPC sind die Dub Pistols, Atomic Hooligan, Hannah Holland, MC Chickaboo, Trevor Loveys, Baobinga und Kid Blue zugange, in der Postgarage zelebrieren Luke Vibert (aka Wagon Christ), Hot Chip und Deadelus elektronische Klänge, während im Arcadium Temper D, The Sec und The Dying Punks Drumandbass hochleben lassen.

*Achtung*: das ist nur ein kleiner Ausschnitt des Programms. Daneben gibt's weitere Locations, Second Floors, Afterpartys, Vorträge... einfach hier reinschauen. Ansonsten sehen wir uns am Springeight - lookin' forward!


Fotocredits: Alle Bilder von Springfestival.at.

mp3-Download: Tanzen Sie den basso profundo!

Marius schlägt wieder zu, und zwar im unteren Frequenzbereich: wenn's in den Schweizer Alpen subsonisch dahindubbt, dann sind die sonst recht praktischen Ohrhörerchen plötzlich nicht mehr adäquat: eine basstaugliche Heimanlage mit vernünftigem Subwoofer-Durchmesser wird Dubstep-Afficionados für diesen Mix dringend empfohlen.

basso profundo gibt's ganz neu auf Comfortnoise.com: es handelt sich sozusagen um das Gegenstück zu dem hier bereits vorgestellten basso continuo mix. Achtüng: der Download wiegt satte 145 Kilogramm, äh, Megabytes... niederfrequente Klänge lassen sich eben nicht beliebig komprimieren! Ich finde den Mix ganz hervorragend, nur wie gesagt: am mp3-Player war das wirklich nur der halbe Spaß.

bassoprofundo

new.com - Beats am Bassfundament

Marius aka DJ new.com hat mir einen Text zur Philosophie seines Labels und seines Mixes geschickt - wozu Musikjournalist spielen, wenn der Künstler sein Unterfangen selbst so eloquent beschreibt!

new.com beschäftigt sich schon seit längerem mit elektronischer musik, sei es als dj, party-organisator oder geschäftsleiter eines plattenladens, der seine liebe zum vinyl um keinen preis verrät. die beobachtung einer wachsenden flut von mehr oder minder spontanen mix-sets im internet, die sich unreflektiert an der atmosphäre in clubs orientieren, hat ihn zunehmend irritiert. auch die tatsache, dass die meisten djs die tracks behandeln, als wären sie ihr eigentum. gerade im internet muss elektronische musik aber nicht anonym bleiben. und genau dort könnte sie auch ihr riesiges potential im bereich des homelistenings entfalten! letzeres folgt freilich eigenen gesetzmässigkeiten und verlangt nach einer eigenenständigen kultivierung. zu diesem zweck hat new.com die plattform "comfort noise productions" aufgebaut. sie versammelt seine mix-sets und eine inzwischen unüberschaubare anzahl von live-aufnahmen mit gast-djs, die über das internet-radio "audioasyl" gestreamt wurden.

musikalisch orientiert sich new.com grundsätzlich an der basslinie: da hinein muss der produzent sein herzblut gelegt haben. und noch ein anderes element lässt sich ermitteln: der dub. damit ist eigentlich alles gesagt. wer möchte, kann "dub" noch ergänzen mit "-techno", "-house" oder eben "-step". letzteres - dubstep - ist zweifellos das gegenwärtig interessanteste subgenre in der elektronischen musik. seine formel ist noch nicht festgeschrieben und es entwickelt sich dauernd in neue, nicht vorhersagbare richtungen. ein ganz besonderes potential hat es in der annäherung von techno, house, breaks und reggae entwickelt. solches war bis vor kurzem noch völlig undenkbar. genauso die nachgerade unfassbare ausprägung und intensität des bass-fundaments. nicht zufällig entdecken weltweit immer mehr musikliebhaber und djs, wie gut sich zu dubstep tanzen und feiern lässt. der club-kontext ist allerdings nur die vordergründigste seite dieses sounds: längst hat sich eine subtile, düstere, auf atemberaubende erhabenheit pochende variante ausgebildet. ihre atmosphäre und wirkung lässt sich am ehesten noch mit der "burial-mix"-serie von rhythm & sound in verbindung bringen. diese maximal reduzierte sound-ästhetik öffnet mit ihren bässen allerdings abgründe, die einen vollends verschlucken. und die tracks tendieren zu einer langsamkeit, die sie beinahe auseinander fallen lässt - wären da nicht unsere eigenen bilder und gefühle, mit denen wir sie und uns selbst unwillkürlich wieder zu einem ganzen zusammen fügen.

während new.coms radiosendungen und live-sets spontan und improvisiert wirken dürfen, haben die mix-sets auf comfortnoise.com den anspruch, den high-end-level des dj's zu repräsentieren. aufbau und mixing müssen die hörer auch ohne assoziationen an party-erlebnisse gefangen nehmen können und ihnen in erinnerung bleiben. dieses ziel bedeutet wochen- bis monatelange arbeit, die in einer abgerundeten präsentation gipfelt. jeder mix erhält einen mit bedacht gewählten namen und ein selbst gefertigtes cover-bild. der respekt vor den grossartigen leistungen der produzenten und label-betreiber gebietet es zudem, sie niemals ohne korrekte tracklist mit exakten timecodes zu publizieren. auf diese weise werden diese sets zu persönlichen arrangements, geschaffen für die gepflegt-kompromisslose heimbeschallung, inspirierte momente im büro, weite und intensiv erlebte autofahrten.