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Freitagsfunde: das Stahlbad zum Wochenende

Schon Adorno hatte reichlich Spaß im Schmelztiegel. Damals mag die Welt ja noch Ordnung gewesen sein, aber gegen Ende des vergangenen Jahrneunts konstatierte das britische Modeblatt “Economist” den Trend zur Spaßverpflichtung: “Heute gebe es hingegen Zwangsfun als Gewinn-maximierende Teambuilding-Maßnahme”. Der Funzwang macht uns keine Angst, Mann!

Gefährlich wird’s erst dann, wenn adoleszente junge Männer ohne stattlich zertifizierte Stunt-Ausbildung die Bühne betreten. Spielen Ihre Kinder mit dem Feuer? Dann zeigen Sie Ihnen doch dieses Video – datenschmutz übernimmt keinerlei Verantwortung für resultierende Alpträume:

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Die ÖNB bringt 400.000 Bücher online

Rund 400.000 Bücher aus dem Bestand der Österreichischen Nationalbibliothek sind frei von Urheberrechten. Sind seit dem Todestag des Autors mindestens 70 Jahre vergangen, dürfen die betreffenden Werke frei verbreitet werden, doch die Digitalisierung historischer Bücher verursacht immense Kosten. Diese übernimmt im Rahmen der bisher größten österreichischen Public-Private Kultur-Partnerschaft der Suchmaschinenriesen Google: der längst zur internationalen Medienmogulerie gewachsene Konzern bezahlt für die systematische Transformation von Zellstoff und Tinte in Nullen und Einsen gigantische 30 Millionen Euro. In sechs Jahren soll das Projekt abgeschlossen sein, 2016 wird der gesamte “Open Source” Bestand der Bibliothek der Öffentlichkeit online zur Verfügung stehen, im Volltext und samt Suchfunktion.

Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek
Pressekonferenz im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek.

Heute Vormittag präsentierten ÖNB-Direktorin Dr. Johanna Rachinger, Projektleiter Max Kaiser, Google-Österreich Geschäftsführer Charly Pall und Google-Buchsuche Chefin Annabella Weisl den Digitalisierungs-Fahrplan einer ausgesprochen interessierten Journalistenrunde, und trotz aller sonstigen Bedenken gegen die Quasi-Monopolstellung der “Datenkrake” Google kann ich der Generaldirektorin zu dieser genialen Kooperation nur gratulieren.

ÖNB Pressekonferenz
Max Kaiser, Johanna Rachinger, Annabella Weisl und Karl Pall.

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