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Social Media Beratung wird reglementiertes Gewerbe

Achtung, Aprilscherz!

Social Media Consulting wird keineswegs ein Konzessions-pflichtiges Gewerbe (zumindest vorerst noch nicht) :saint: Bei diesem Beitrag handelt sich um einen meiner beiden Aprilscherze 2010 – die andere Story finden sie hier.

Wie einem datenschmutz vorliegenden internen Strategiepapier, das in Zusammenarbeit von WKO und dem österreichischen Wirtschaftsministerium entstand, zu entnehmen ist, setzen Politik wie Kammer große Hoffnungen in den Informationssektor. Wie aus aktuellen Untersuchungen hervorgeht, sollen speziell die Bereiche Serverhosting und Social Media in den nächsten 10 Jahren ein gewaltiges Wachstum erleben. Um den Arbeitsmarkt bedarfsgerecht vorzubereiten, wurde im Ministerium vor wenigen Tagen das Planungsgremium “Ausbildung zum Social Media Berater” gestartet: unter dem Arbeitstitel “PR-Berater für direkte Zweiweg-Kommunikation in Multi-User Internet Umgebungen” soll in einem ersten Schritt ein genaues Berufsbild erarbeitet werden, das als Grundlage für den Befähigungsnachweis dient – denn Social Media Beratung wird, abgekoppelt von Werbung, PR und IT-Dienstleistungen, eine eigene Sektion in der Wirtschafskammer erhalten und von den sogenannten “freien Gewerben” wegwandern. Juristische respektive Unternehmens-organisatorische Konsequenzen sind allerdings frühestens Ende 2012 zu erwarten.

Social Media als geschütztes Gewerbe

Frühestens ab diesem Zeitpunkt, spätestens jedoch Mitte 2013, wird zwar jeder, der sich dazu berufen fühlt, weiterhin als Abdecker am Tierfriedhof arbeiten, Aspik erzeugen, Polyesterfolien auf festmontierte Glasflächen aufbringen, Fische räuchern, ja sogar Fallschirme erzeugen dürfen – all diese Berufe erfordern keinerlei Befähigungsnachweis; und die obenstehenden Bezeichnungen sind keineswegs von mir erdacht, eine komplette Liste findet man hier. Angesichts des jüngsten Quargelskandals mag man sich durchaus über so viel Laissez-Faire bei Aspik und Fallschirmen (immerhin haben Produktionsfehler hier gröbere Konsequenzen als etwa bei Fußabstreifern) wundern – welchen Schaden soll da im direkten Vergleich schon ein Tweet anrichten? Im Extremfall keinen geringen, so ein Experte und Hochschulprofessor in seinem Fazit zur erwähnten Expertise (Name des Autors datenschmutz bekannt): Weiterlesen

News – Zukunft der Arbeit

Für die aktuelle Ausgabe des größten österreichischen Wochenmagazins News (Nr. 33 vom 13. August 2009) hat Nana Siebert im zweiten Teil der Artikelserie “Zukunft” unter dem Titel Generation Upload ein Portrait der Digital Native Generation und ihrer Arbeitsgewohnheiten gezeichnet. Neben Dieter Rappold und Livia Paya hat Nana auch mich als typisches Beispiel für die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen selbständigen Networker portraitiert, das Foto hat Heinz Tesarek bei der Strandbar Hermann am Donaukanal geschossen.

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Blogistan Panoptikum KW04 2009

what is social?Frank glaubt, dass Twitter rasch weitere Schritte in Richtung Mainstream unternehmen wird, Max hat Slangmania, das fantastische neue Video der Vamummtn, ausgegraben, Helge erklärt wie Monty Python ihre DVD-Verkäufe um 23tausend Prozent steigerten, der Werbeblogger zerrt den schlechtesten Lenovo-Spot aller Zeiten ans Tageslicht, Hans-Peter ist aus den Gefilden der Fiebertrance zurückgekehrt und Pete hat seit letztem Sonntag eiskalt – gar nix veröffentlicht. Mit anderen Worten: eine anderer Blogistan-Woche voller Business-as-unusual.

US-Ikone in Schwierigkeiten

Die Krise der US-Autoindustrie greift auch auf die Zweirad-Hersteller über: so kündigte Harley Davidson vergangene Woche an, über 1.000 Stellen zu streichen. Nach mehreren fetten Jahren war der Absatz bereits 2008 um 8 Prozent gesunken, mit weiteren 10% Prozent Rückgang rechnet die Firmenleitung in diesem Jahr:

Insgesamt seien 2008 etwa 303.000 Motorräder gebaut worden, acht Prozent weniger als im Vorjahr. Für 2009 erwartet Harley Davidson ein weiteres Minus von zehn bis 13 Prozent. Ein Motorenwerk und eine Fabrik zur Herstellung von Getriebe in der Region Milwaukee sollen geschlossen werden. 800 der Stellen sollen in der Produktion wegfallen, der Rest in der Verwaltung.

Die Anorexie verherrlichen

Anscheinend erstmals hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien einen Blog auf den Index gesetzt – keine Ahnung, warum das erst so spät passiert ist. Jedenfalls scheint die betreffende Seite Anorexie zu glorifizieren, so die Begründung laut Beck.de:

In einem Grundsatzbeschluss hatte das 12er-Gremium bereits im vergangenen Jahr festgestellt, dass Medien als jugendgefährdend einzustufen sind, die dazu auffordern, sich oder anderen Menschen (schwere) körperliche Schäden zuzufügen (z.B. Aufforderung zum Selbstmord, Aufforderung zur Nahrungsverweigerung, die zu extremen Mangelerscheinungen bis zum Tode führen können [Proanorexie]). Weiterhin seien solche Medien jugendgefährdend, die ein Verhalten verherrlichen oder verharmlosen, das zu körperlichen Schäden führen kann;

Dieser Kiesel hat einen Stein der Zensur-Empörung ins Rollen gebracht. Aber warum sollten Blogs eine Sonderstellung einnehmen? Weblog-Betreiber müssen sich genauso an geltende Gesetze halten wie DVD-Produzenten und alle anderen Medienheinis. Konkret bedeutet die Indexierung, dass die Betreiberin des ursprünglich bei Google gehosteten und nunmehr vom Netz genommenen Blogs für eine 18+ Zugangskontrolle sorgen muss; übrigens ist die Betreiberin selbst ebenfalls minderjährig. Die ganze Story kennt wie üblich heise.de. Der ganzen Debatte zugrunde liegt einmal ein altes Mysterium: Jahrzehnte der Medienwirkungsforschung haben nicht mal feststellen können, ob Christiane F’s Pamphlet Jugendliche nun zum Drogenkonsum ermuntert oder sie eher abschreckt:

Die Bundesprüfstelle folgte dem Argument und nahm das Blog mit Beschluss vom 4. Dezember in den Index für jugendgefährdende Schriften auf. Die BPjM sieht “in Übereinstimmung mit der KJM auch im Bereich bestimmter ‘Pro-Anorexie-Angebote’ erhebliche Gefährdungselemente”, heißt es in der Begründung der Bonner Behörde, die heise online vorliegt. Medieninhalte, die “suggestiv fordernd auf Kinder und Jugendliche einwirken”, um sie zu gesundheitsgefährdenden Verhaltensweisen zu drängen, erfüllen nach Ansicht des zwölfköpfigen Gremiums den Tatbestand der Jugendgefährdung.

Ausnahmsweise bin ich vollkommen einer Meinung mit Spreeblick, der nicht nur die Indexierungs-Begründung im 16seitigen Volltext veröffentlichte, sondern in seinem Beitrag darauf hinweist, dass der Staat eine Regulations-Funktion besitzt und Indexierung keineswegs mit Zensur gleichzusetzen ist – das hält Pawlow’s Hundeschar aber nicht vom üblichen Untergang der Blogosphäre Gezeter ab.

SEO-News der Woche

Über Linkaufbau kann man nie genug wissen – Geld-verdienen.tv hat die Grundregeln in einem übersichtlichen Einsteiger-Beitrag zusammengefasst. In Kombination mit SEO-Nords 10 Trust-Tipps steht dem ersten Platz bei der Suche nach Klingelton dann wohl nix mehr im Wege – es sei denn die robots.txt ist immer noch falsch konfiguriert! :mrgreen:

Das Geheimnis des verschwundenen Hyves

Die alte SEO-Regel “trau niemandem, der einen Abakus-Account hat und auch noch stolz drauf ist” bestätigte sich in der vergangenen Woche einmal mehr: kurz war sie da, die mysteriöse Hyves-Subdomain, die allfällige Dom-Abstrafungen bei Big G ins Tageslicht zerren sollte – und dann war sie auch schon wieder weg. Das hinderte aber niemanden, diesen tollen Insider-Tipp weiter zu verbreiten, als gäb’s da keine anderen Möglichkeiten… wie lautet schnell nochmal die SEO-Entsprechung zu Script Kiddies?

Das Angebot der Nachfrage anpassen

Was will der Kunde? Klassisches SEO wird 2009 nicht ausreichen, um in der Oberliga der Optimierer mitzuspielen. SEM oder Suchmaschinenmarketing (sprich AdWords-Planung) und SMO (Social Media Optimization) werden immer stärker nachgefragt, wie eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Absolit zeigt:

Weiter im Trend und sogar Pflicht ist zudem die Aktivität von Unternehmen im Bereich Affiliate-Marketing und selbst die teilweise totgesagte klassische Bannerwerbung gehören auch zukünftig noch zu den wichtigsten Instrumenten im Online-Marketing bei kleinen und großen Unternehmen.

Ciao, Mister Wong

Eines technisch fadesten und lamesten Social-Bookmarking-Portale in Deutschland muss nun endlich nicht mehr bespammt werden: Mister Wong führt nofollow ein, und zwar gründlich und überall, wie’s scheint. Danke dafür! Ging mir echt immer unheimlich auf den Geist, eine Extra-Search-And-Replace Runde einzulegen, um die Tag-Kommas zu entfernen:

Screenshot aufgenommen mit dem nodofollow Plugin auf der Profilseite eines zufälligen Benutzers (sehen alle so aus) – rot kennzeichnet nofollow Links. Neben den Links zu anderen Websites werden inzwischen auch Tags und Links auf Benutzerprofile seitenintern nofollow verlinkt. Der Sinn? Wer weiß.

Mit Twitter Traffic schaufeln?

Torsten ist sich nicht ganz sicher, ob Twitter langfristig ein sinnvoller Trafficbringer ist:

Mit meinem Kollegen habe ich darüber diskutiert was Twitter bringt. Er ist der Meinung, dass man damit die Besucher eher anderen Communities zuspielt, anstelle sie auf seiner Seite zu halten. Ich selbst sehe das etwas anders und betrachte Twitter eher als Mittel Besucher direkt an sich zu binden.

Meine Erfahrungen sind da recht eindeutig: automatisiertes Posten bringt wenig, aber in punkto Aufwand/Nutzen-Relation ist der Microblogging-Service nicht zuletzt aufgrund des aktuellen Hypes derzeit kaum zu toppen.

Video der Woche

“To share is to be human” – Hans Peter Brondmo erklärt in der aktuellen Ausgabe der Blogpiloten-Klartext-Serie den Begriff social kurz und knapp; da kann man schlecht widersprechen:

Und das war’s auch schon wieder mit der aktuellen Kalenderwoche, die sich in wenigen Stunden ihrem unausweichlichen Ende zuneigt. Glücklicherweise beginnt allerdings infinitesimal kurz drauf eine neue – das nennt man dann den Lauf der Dinge. Schönen restlichen Sonntag, wir lesen uns morgigentags.

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Blogvorstellung und Interview: Harald-Dvorak.at

haralddvorak1Kennen gelernt habe ich Harald zwar in der Virtualität der Blogosphäre, allerdings sind wir auch in der physischen Welt Wiens Bezirksnachbarn und haben den Kontakt ins First Life ausgeweitet. Auf seinem Blog schreibt der “ehemalige” Naturwissenschaftler über seine berufliche Tätigkeit, und die finde ich ausgesprochen spannend: Harald arbeitet als hyno-systemischer Coach und bietet sehr spannende Seminare an, etwa zum Thema Die Macht der Sprache. In seinem Weblog präsentiert er seine Erkenntnisse aus der systemischen Ausbildung in ungewöhnlichen Postings, die überdurchschnittlich häufig Denkanstöße geben.

Mit Haralds Grund-Hypothese, dass Gedanken – oder besser gesagt unsere Absicht – in einem bestimmten Ausmaß unsere “Realität” formen, stimme ich vollkommen überein. Dass schwindlige Esoteriker aufgrund dieser simplen Tatsache gutgläubigen Erlösungssuchern leichtverkäufliche Mantras andrehen, steht auf einem anderen Blatt: tatsächlich ist es kaum zu glauben, wie unglaublich schwierig es ist, “volle Kontrolle” über die eigene Absicht zu erlangen; da haben allerdings andere Autoren recht vernünftige Dinge drüber geschrieben, die ich an dieser Stelle nicht wiederkäuen möchte. Unter systemischer Beratung können sich aber viele datenschmutz LeserInnen vermutlich nichts Konkretes vorstellen, und wozu Hypnose abseits der Bühne dienen kann, gehört auch nicht gerade zum Allgemeinwissen: also lauter gute Gründe, um mit Harald ein Interview zu führen – über Feedback und Meinungen dazu freu ich mich diesmal ganz besonders!

Interview mit Harald Dvorak, systemischer Coach

datenschmutz: Du hast ein Berufsfeld gewählt, unter dem sich viele potentielle Klienten wenig vorstellen können – welche Form der Beratung bietest du an?

Harald Dvorak: Ich biete Beratung für Menschen aus Technik und Wirtschaft in Form von (Hypno- )systemischem Coaching und (Hypno-)systemischer Psychosozialer Beratung an. Zudem bin ich als Seminarleiter und Trainer in verschiedenen Kontexten tätig. Meine Schwerpunkte sind hier Interdisziplinäre Kommunikation (z.B. zwischen TechnikerInnen und Nicht-TechnikerInnen) und Manipulation und Beeinflussung in der Kommunikation.
Ein wesentlicher Beratungsbestandteil ist die konstruktive und systematische Veränderung von als problematisch oder schwierig empfundenem Erleben des Klienten durch den Klienten. Hypnosystemische Beratung bedeutet auch ein systemisches Arbeiten mit unwillkürlichen Prozessen, um diese mit willentlichen Prozessen in optimale Kooperation zu bringen – also der Umgang mit einem: “Ich will, aber “ES” geht nicht”.

?: Auf welchen Grundprämissen beruht die Systemische Beratung?

Harald Dvorak!: In der Systemischen Beratung werden Probleme nicht als linear kausal (d.h. Ursache und Wirkung) angesehen, sondern einer zirkulären Betrachtung unterzogen. Systemische Beratung betrachtet demnach eine Person in Ihrem Umfeld und den Wechselwirkungen zwischen ihr und diesem Umfeld. Das persönliche Erleben einer Person wird bestimmt durch die Beziehung zwischen der Person und dem beobachteten Umfeld. Oder anders formuliert: Die Beziehung zwischen einem Beobachter und dem Beobachteten bestimmt das persönliche Erleben – nicht das Beobachtete selbst. Realität wird nicht als objektiv existierend aufgefasst, sondern als soziale Konstruktion der beteiligten Beobachter angesehen.
In der Hypnosystemische Beratung sind die Ansätze der klassischen Hypnotherapie nach Milton Erickson mit jenen der klassischen systemischen Beratung und Therapie vereint. In der Hypnosystemischen Beratung geht man davon aus, dass Probleme durch eine eingeschränkte Wahrnehmung – eine Problemfokussierungstrance – selbsthypnotisch erzeugt werden. Im Zuge der Beratung wird auf Ressourcen, Kompetenzen und Lösungen fokussiert, um das Gegenteil – eine Lösungstrance – zu erreichen. Der Wahrnehmungsfokus des Klienten wird konstruktiv erweitert und dadurch sein Handlungsspielraum vergrößert.

?: Was sind die Spezifika psychosozialer Beratung, und wer sollte sie in Anspruch nehmen?

!: Psychosoziale Beratung bietet professionelle Unterstützung in Problem- Entscheidungs- und Krisensituationen. Die klassischen Schwerpunkte sind Begleitung, Betreuung und Beratung in Fragen der Berufs- und/oder Lebensgestaltung, die Bewältigung von Übergangssituationen (Veränderung) und die Klärung von persönlichen Entscheidungen.
Im Teilbereich Coaching geht es um Reflektion und Stärkung der persönlichen Führungsrolle, die effiziente Zielerreichung eines persönlichen Ziels im beruflichen Umfeld, die Vorbereitung auf schwierige Gesprächssituationen oder der Umgang mit Konflikten im beruflichen Umfeld.

?: Du beschäftigst auch schon längere Zeit mit Hypnose – ein Phänomen, das auf der Bühne gerne als Showeffekt eingesetzt wird. Allerdings wird Hypnose schon jahrelang klinisch verwendet – worauf beruht deiner Erfahrung nach Hypnose und wie kann sie eingesetzt werden?

!: Gute Frage! Nur wie sag ich’s kurz? ;) Hypnose ist durchaus ein spannendes Thema, welches meiner Ansicht nach übermystifiziert wird. Einen entsprechenden Beitrag dazu liefern u.a. auch sogenannte Bühnen- oder Showhypnotiseure. Letztere profitieren im Zuge ihrer Show u.a. von Erwartungshaltung und Gruppendruck der Teilnehmer.
Hypnose ist ein Verfahren, welches den Aufmerksamkeitsfokus konzentriert (verengt) und ausrichtet (z.B. in klassischen Hypnoseverfahren nach Innen). Dieser Zustand ist, meist durch leichte bis mittlere Entspannung begleitet, als Trance bekannt. Trance ist niemandem fremd – tagtäglich finden wir uns in diesem Zustand in unterschiedlichen Ausprägungen wieder, z.B. in Gesprächen, denen wir konzentriert folgen, am Abend vor dem Fernseher (darum sind die Werbungen vor den Abendnachrichten so teuer), beim Tagträumen, in Flow-Zuständen, beim Autobahnfahren etc. Diese Zustände nennt man Alltagstrancen. Kennzeichen: umso tiefer die Trance ist, desto geringer sind die bewussten (kritischen) Anteile und desto höher ist die Suggestibilität – also die Bereitschaft des Klienten, Suggestionen des Hypnotiseurs anzunehmen.
Hypnose unterstützt das Arbeiten mit unwillkürlichen Prozessen. Das sind Prozesse, auf die wir willentlich nur bedingt Einfluss haben (z.B. zittern, schwitzen, Durchblutung, etc.). Hypnose ist KEIN Verfahren, wo man seine Seele zum Service dem Seelenmechaniker übergibt und dann wieder abholt, wenn alle Problemchen beseitigt sind! Auch hier gilt, wie übrigens in jeder Form der Beratung, das Prinzip der Selbstverantwortung.
Ich persönlich arbeite zum überwiegenden Anteil mit Gesprächstrancen. Die zentrale Frage nach einer Methode ist immer das “Wofür”. Es muss ja nicht immer der Vorschlaghammer zur Fliegenjagd sein ;) Hypnose ist nur ein Zugang unter vielen und kein Allheilmittel. Vielleicht blogge ich demnächst ja noch ergänzend was zu dem Thema. Mich reizt schon seit geraumer Zeit der Gedanke, ein eintägiges Praxisseminar zu veranstalten zum Thema “Wirklichkeitskonstruktion im Alltagserleben”, vielleicht mit dem Titel “Alltagserleben wirksam beeinflussen” oder so ähnlich. Da könnte Hypnose durchaus eine Rolle spielen. Wenn sich genügend Interessierte finden, bin ich auch für individuelle Themen zu haben… ;)

!: Was war für dich der entscheidende Grund, dich als Coach selbständig zu machen?

?: Dazu gibt’s in einem meiner bisherigen Beiträge schon was – ich bin gerne Techniker und erlebe in diesem Bereich auch heute noch genügend Herausforderungen. Nachdem ich schon immer als selbständiger Unternehmer wirksam sein wollte, war die Frage nach dem WIE lange Zeit zentral. Da war eine fundierte technische Ausbildung auf der einen Seite und ein großes und wachsendes Interesse an der psychologischen Natur des Menschen auf der anderen. Daraus ist die Idee entstanden, die beiden nur scheinbar so weit voneinander entfernten Themenbereiche zu verbinden. Die Bausteine dafür enthält mein Angebot in den Bereichen Coaching, Consulting, Training und Seminare.
Das Arbeiten mit Menschen in Seminaren, Trainings und in der Beratung macht mir sehr viel Freude und sorgt für eine große Anzahl an Flow-Erlebnissen. So lange das so bleibt, werde ich in diesen Bereichen tätig sein.

Mehr zum Thema (hypno)systemische Beratung und Coaching: http://blog.harald-dvorak.at/

Nicht sprechen erscheint sicherer

ueberwachungsbildDie Vorratsdatenspeicherung in Deutschland hält nicht nur Terroristen vom Telefonieren ab, wie eine aktuelle Forsa-Umfrage beweist: aus – wohl keineswegs unbegründeter, wie der aktuelle Telekom-Skandal zeigt – Angst vor möglichen späteren Negativfolgen verzichten immer mehr Bundesbürger darauf, die Eheberatungsstelle, den Psychotherapeuten oder die Drogenberatungsstelle zu kontaktieren. In Zeiten wie diesen weiß man schließlich nie genau, wer eigentlich Zugriff auf welche Daten hat.

1.002 Deutsche wurden von Forsa am 27./28. Mai für die repräsentative Umfrage ausgequetscht, und die Ergebnisse sollten den Politikern zu denken geben:

Die zu Jahresbeginn eingeführte Vorratsdatenspeicherung schreckt von sensiblen Gesprächen am Telefon ab und wird von nahezu jedem zweiten Bundesbürger als unverhältnismäßig abgelehnt. [...] Die Ergebnisse im Einzelnen: Sieben von zehn Befragten war bekannt, dass seit Beginn des Jahres 2008 alle Verbindungsdaten jedes Bürgers in Deutschland sechs Monate lang gespeichert werden müssen. Die Mehrheit der Befragten würde wegen der Vorratsdatenspeicherung davon absehen, per Telefon, E-Mail oder Handy Kontakt zu einer Eheberatungsstelle, einem Psychotherapeuten oder einer Drogenberatungsstelle aufzunehmen, wenn sie deren Rat benötigten (517 der Befragten). Hochgerechnet entspricht dies über 43 Mio. Deutschen.

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung fordert als Konsequenz aus der Umfrage – welche Überraschung – die sofortige Außer-Kraft-Setzung des Gesetzes, welches als lebensgefährlich eingestuft wird, wenn es etwa von telefonischen Hilferufen beim Psychotherapeuten abhält, so die Argumentation.

Den kompletten Ergebnisbericht gibt’s online, aktuelle Informationen zur laufenden Verfassungsbeschwerde gegen die ausufernde Datenspeicherung finden potentielle Mit-ProtestantInnen hier.


Foto: Michael Hirschka / Pixelio

Web 2.0 Organisations-Workshop von 2.-3. Juni in Wien

Gemeinsam mit Thomas Broessler (Beratungsgruppe Exantis) und Anton Fricko (IBM, Programmanager Emerging Technologies) veranstalte ich am 2. und 3. Juni einen Workshop zum Thema Web 2.0 – ein Hype mit Wirkungen. Die Veranstaltung soll interessierten Unternehmen die Möglichkeit bieten, hinter die Kulissen des mysteriösen “Crowdsourcing” zu blicken und eigene Anwendungsszenarien für Kommunikationsinstrumente wie Blogs und Wikis zu entwickeln.

Der Schwerpunkt des Seminars liegt dabei auf den organisatorischen Veränderungsprozessen, technische Details und Produkte stehen *nicht* im Fokus. Wer Interesse hat, die organisationtheoretischen Fragen und Aufgabestellungen der Web 2.0 Welt mal von innen kennen zu lernen, ist hier richtig: wir werden theoretische praktische Inputs liefern und gemeinsam mit den SeminarteilnehmerInnen Fallbeispiele aus der Praxis diskutieren und gemeinsam konkrete Anwendungsszenarien erarbeiten. Zielgruppe der zweitägigen Intensiv-Schulung sind Projektleiter und Manager im Umfeld von IT, HR, Business Development und Organisation:

Social Software/Web2.0 ist ein Hype. Täglich gibt es neue Anwendungen und Milliarden-Dollar-Deals. Gleichzeitig wird der Abgesang schon wieder eingeläutet.

Das ist der richtige Zeitpunkt für Manager und Projektleiter aus Business Development, HR, IT, sich um den praktischen Nutzen für die eigene Organisation zu kümmern und die Erfahrung aus Public Communities auf den praktischen Nutzen Organisationen zu übertragen. Dieser kann im z.B. Vertrieb, in der Produktentwicklung und in der internen Kommunikation liegen.

Wie bilden und nutzen wir also neue Corporate Communities, seien diese intern oder extern? Neue Geschäftsformen und interne Veränderungen werden jedenfalls Hand in Hand gehen. Es wird notwendig, Neue Medien und das Veränderungsmanagement aufeinander abzustimmen. Wir möchten Sie herzlich einladen, das Potenzial von “Social Ware” in Ihren Organisationen zu untersuchen und kennenzulernen.

Ihr Nutzen: Sie gewinnen Einblicke in aktuelle Fallbeispiele und bringen Ihre konkreten Fragestellungen und Projekte mit. Es erwarten Sie Fachinputs und gemeinsame Arbeit an diesen spannenden Fragen, wobei wir auf Technologiediskussionen oder Produktpräsentationen verzichten.

Organisatorisches und Anmeldung

Wann: 2.-3. Juni 2008, 09:00-17:00 Uhr
Wo: Gartenhotel Altmannsdorf, 1230 Wien
Preis: Euro 990,- zuzüglich 20% MwSt. inkl. Seminargetränke und Mittagessen.
Anmeldung bis: 20.4.2008 unter www.exantis.at/Seminare.htm
pdf-Download: Web 2.0 für Unternehmen – ein Hype mit Wirkungen

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