Thomas Heher, ein alter Kampfgenosse aus den frühen gap Hardcore-Zeiten, hat mich eingeladen, den folgenden Text über die Piratenpartei für die kommende Ausgabe von TBA zu verfassen. Mal sehen, ob er ihn unterbringen kann - bei der Längenbegrenzung hab ich natürlich wieder mal über die Stränge geschlagen: altes Bloggerleiden
Zwar ist Piloten sprichwörtlich nichts verboten, aber nur Piraten sind die idealen Kandidaten – zumindest für geistig-eigentümliche Freisegler. Diesen Beitrag weiterlesen »
Ich liebe katholische Ikonographie und bin ein glühender Verehrer von Lord Jeebus, der Begründer der Holy Church of Crustianity. [1. Diese Verballhornung hat natürlich nicht Homer Simpson erfunden, der ist nämlich eine Comicfigur. Und auch nicht Matt Groening, sondern Duke Ellington in den 30ern, Frank Zappa übernahm den Begriff dann später.]. Auf Facebook allerdings versuchen Parodisten, den einzig wahren Sohn Gottes mit einer Satire-Gruppe, die dazu geeignet scheint, die Gefühle empfindsamer und keuscher Crusten zu verletzen, zu veräppeln: Our Lord Jesus nennt sich die globale Interessensvereinigung, doch zum Glück steht die gegen-reformatorische Bewegung Missionaries of Jeebus auch auf Facebook bereits in den Startlöchern...
Obwohl ich ja zugeben muss: die recent News "rocken". Aber ich weiß auch nicht: irgendetwas zwingt mich, religiöse Prosa umzudichten. Es ist eine Gabe, mit der mich der Schöpfer ausgestattet hat, und zugleich ein Fluch. Also liebe Fundis: seien mir nicht böse, ich kann nicht anders. Und aussprechen werden uns nie können, schließlich hab ich nie zugestimmt, wegen der kleinsten Unkeuschheit in die Hölle zu kommen. Dort steht:
JESUS save SINNERS.
JESUS told us about LOVE.
JESUS told us about TOLERANCE.
JESUS told us to HELP the others.
JESUS told us about PEACE.
JESUS told us about FREEDOM.
JESUS told us about FORGIVENESS...
lets go this way together.
Aber bekanntlich geht Jesus über's Wasser, und Chuck Norris über Jesus. Oder auch: während Jesus übers Wasser geht, schwimmt Chuck Norris durch das Land. Sollten dort also nicht folgende Worte in Stein gemeißelt werden?
CHUCK NORRIS is his own SON.
CHUCK NORRIS punishes SINNERS.
CHUCK NORRIS told us about MARTIAL ARTS.
CHUCK NORRIS counted to INFINITY. twice.
CHUCK NORRIS told us to SMASH THE FACES of others.
CHUCK NORRIS told us about the dangers of PEACE.
CHUCK NORRIS is FREEDOM.
CHUCK NORRIS reminded us that FORGIVENESS is for pussies...
lets go his way together.
Man möchte meinen, dass in Zeiten bewegungs-sensitiver Controller bloße Grafiksensationen längst nicht mehr ausreichen: aber weil's da beispielsweise mit dem Schwimmen im Schmetterlingsstil in beengten Studentenwohnungen schnell zu eng wird, haben auch klassische Sportspiele nach wie vor ihre Berechtigung. Sega verspricht für Bejing 08 völlig unterschiedliche Steuerungsmodi (für das Spiel, nicht die Veranstaltung) und will den Spieler "mittens ins Geschehen" hieven, ganz ohne Flugreise.
Die folgenden drei Preview-Videos zeigen erste Szenen aus dem offiziellen Olympia-Spiel. Beeindruckend finde ich vor allem die Bewegungsabläufe der virtuellen Sportler - wie gut sich das ganze dann aber tatsächliche spielt, wird erst die Praxis zeien, ein Augenschmaus dürfte aber garantiert sein:
| 3. Juni 2008 | ||
| 19:00 | bis | 22:00 |
Immerhin heißt das Thema ja Do it yourself, kurz DIY. Im Raum D [Q21] im Wiener Museumsquartier diskutieren heute im Rahmen der gleichnamigen Ausstellung Karel Dudesek (TakeAway, London), Gerin Trautenberger (Industriedesginer, Wien) und Bircsák Eszter (Kitchen, Budapest) über selbstgebaute Zeit- und Espressomaschinen. Die Veranstalter sehen in der Ärmel-Hoch-Mentalität des Web 2.0 einige Parallele zur Baumarkt-Bewegung und Bastler-Vers(t)andhäuser der 50er, 60er und 70er Jahre.
Die Wikipedia schreibt dazu:
DIY heißt für seine Anhänger oft, den Glauben an sich selbst und die eigene Kraft als Triebfeder für Veränderungen zu sehen. Die Do-it-yourself-Bewegung der 60er und 70er war geprägt von einem Glauben an Selbstermächtigung, Selbstorganisation, Improvisation, Eigeninitiative, und oft einem Misstrauen gegenüber etablierter Autorität, gegenüber passivem Konsum, Produkten der Industrie und Vorgaben der Medien. Oftmals sind aber auch einfach Spaß, Kreativität oder wirtschaftliche Gründe der Anlass, Dinge selber zu machen.
Ich werd nie erfahren, ob sich die Diskussion um bloße Affirmation dreht oder ob das Panel über die meiner Meinung nach spannende Frage, wie und in welcher Form kapitalistische Produktionsstrukturen Selbstermächtigungs-Philosophien strukturell assimilieren (können) - und ob DIY in unserer modernen, hochkomplexen Welt überhaupt einen alternativen Produktionsansatz darstellen kann.
Das mag jetzt ein wenig (zu) negativ rüberkommen - und um keine falschen Eindrücke zu wecken: meine Lötstation ist nach wie vor einsatzbereit, und ein analoges Radio oder ein Filter-Netzteil zu reparieren: kein Thema. Aber ich hab halt noch nie jemanden getroffen, der im eigenen Arbeitszimmer einen brauchbaren Silikon-Wafer, geschweige denn eine CPU hergestellt hat. Vielleicht bin ich aber auch nur ein bisschen Kittler-geschädigt von wegen "es gibt keine Software" - aber andererseits kann man ja nicht dauernd nur die Tastatur bedienen. Ab und an ein wenig im metaphorischen Gatsch zu wühlen, tut der eigenen Ausgeglichenheit bekanntlich sehr wohl.
Eines haben Elektronik-Festival mit Skikursen auf jeden Fall gemeinsam: am dritten Tag folgt unausweichlich ein leichter konditioneller Einbruch. Da kam's ganz gelegen, dass gestern im Dom relaxter und deeper klassischer Chicago-House am Programm stand. Die Überraschung des Abends lieferte dabei Robert "The House of Voice" Owens, der nach seinem Live-Auftritt die Crowd mit einem großartigen, energetischen Set in verleichsweise ekstatische Bewegung versetzte. Aus essens- und chilltechnischen Gründen mussten wir Senor Coconut, der das Orpheum bereits um 21 Uhr beehrte, allerdings leider auslassen.
Clemens Neufeld begann mit einem recht netten Warm-Up Set, in dessen letztem Drittel dann auch einige Floorsmasher folgten. Danach war allerdings eine Stunde Tanzextase-Pause angesagt, denn bei Robert Owen's Live-Auftritt ging's ein paar Ecken ruhiger zu. Das Live-Konzert selbst fand ich ganz großartig - man muss Owens ja fast mal live singen hören, um sich vorstellen zu können, wie wenig Studio-Wizardry bei seinen Stimm-Parts erforderlich ist. Top war auch der Perkussionist, der später noch das folgende Set mit eleganten Trommelwirbeln aufpeppte. Als vorletzte Nummer folgte dann noch "I don't make you happy" und ich war mit der Housewelt restlos versöhnt.
Eigentlich hatte ich ja vermutet, dass Owens beim Plattendrehen auch eher der soften Spielart frönen würde, but no: die stimmgewaltige Ikone kann mit Vinyl genauso gut umgehen wie mit Stimme: ein Chikago-Klassiker (Remix) folgte auf den nächsten, Miami-Bass Einlagen und uralt-Parts ("Today we gonna take you back to 1985 - just as if house music was stille alive.") wurden gekonnt mit ruhigeren Synthie-Flächen gewechselt: jeder Drop ein Volltreffer, sozusagen. Also mehr als ein würdiger Opener für Grandmaster Larry Heard, der dann gegen halb drei die Kontrolle über die 1210er übernahm. Mr. Fingers gilt ja nicht grundlos als einer der Housemusik Grand-Seigneurs - und seit Set fand ich erwartungsgemäß ganz hervorragend: wenig bis gar keine Effekthascherei, stattdessen perfektionistisch gemixte, deepe Housetracks - rolling Sound, der allerdings beim Publikum nicht so recht anzukommen schien: entweder lag's am besagten Konditionstief oder daran, dass alle unbedingt die Whignomy Bros und Josh Wink in der Postgarage hören wollten: jedenfalls war der Dom um halb vier höchstens noch zu einem Drittel gefüllt; ich hab die Postgarage gestern ausgelassen und mich nach Larry auf den Nachhauseweg gemacht. Einzig die Visuals hinkten gestern im Dom ein wenig... die simplen, Winamp-Visual ähnlichen geographischen Konstrukte von Lichtarbeit ohne jegliche originelle Elemente fielen weiter hinter die Qualität der Musik zurück - aber ich war ja nicht zum Gucken, sondern zum Hören im Dom, und in dieser Hinsicht war's für mich ein sehr gelungener Festivaltag.
War jemand aus der verehrtnen LeserInnenschaft gestern in der Postgarage bzw. vorher im Orpheum? Würd mich interessieren, was Josh Wink so getrieben hat. Und heute? Egal ob's regnet oder nicht, am späteren Nachmittag werden erstmal ein paar monströse steirische T-Bone Steaks über glühende Kohlen gejagt, und anschließend geht's erstmals ins PPC zu Kid Blue, Hannah Holland und MC Chickaboo, danach dann weiter in den Dom zu Marky + Stamina. (Aber bloß nicht zu früh. Ein voller Bauch studiert nicht nur nicht gern, er bleibt auch ungern wach, wenn Gilles Peterson auflegt.) Je nach Quecksilberstand des Partythermometers werden wir das Springeight dann entweder mit Mr. C im Dom oder mit Herrn Luke Vibert in der Postgarage ausklingen lassen.
Andi Schabus hat mit dem MS Robotics Studio einen Tennisroboter programmiert, den er bei den Big Days vorführen wird. Auf msdn wurde die ganze Sache in Comicform festgehalten - ein Bild sagt eben mehr als tausend Worte, ob gezeichnet oder gerendert. Auch sonst war die vergangene Woche ebenso wie ihre Vorgängerinnen keineswegs arm an bemerkenswerten Ausschlägen des Blog-Oszillometers.
Der bekannt amerikanische AI-Forscher Jaron Lanier steht der Wikipedia äußerst misstrauisch gegenüber. Das Kollektivprinzip "die Gruppe weiß mehr als der einzelne" erinnert ihn an faschistoide Strukturen, wie ein sehr lesenswerter Artikel in der Zeit berichtet:
In der Wikipedia-Welt bestimmen jene die Wahrheit, die am stärksten besessen sind. Dahinter steckt der Narzissmus all dieser kleinen Jungs, die der Welt ihren Stempel aufdrücken wollen, ihre Initialen an die Mauer sprayen, aber gleichzeitig zu feige sind, ihr Gesicht zu zeigen.
[...]
Tatsächlich trage Wikipedia totalitäre Züge, weil es die Meinung vertrete, Kollektive könnten Ideen und Intelligenzformen hervorbringen, die jenen von Individuen überlegen seien. Damit negiere das Internet-Forum das Wissenspotenzial des Einzelnen zugunsten einer anonymen, gleichförmigen und gleichmacherischen Einheitsbewegung. Einer Bewegung, die Ähnlichkeiten mit Ideologien aufweise, die wie Nationalsozialismus und Bolschewismus auf schiere Masse setzten.
Hart ausgedrückt und ziemlich tendenziös - eine Glorifizierung des Konzepts Autorenschaft erinnert mindestens so sehr an Totalitarismus wie die Glorifizierung der Masse an Faschismus... deswegen jegliches kollektive Wissensprojekt vorzuverurteilen greift zu kurz, weil diese Argumentation das klassische Verlagssystem zum Heiligen Gral der Wissensproduktion stilisiert. Dennoch trifft Lanier einige neuralgische Punkte, an denen die Wikipedia noch hart zu knabbern haben wird: und wenn demnächst Brockhaus mit seinen 300k Artikel online geht, dann wird sich - zumindest im deutschsprachigen Raum - deutlich zeigen, welches der beiden Autorenschaftskonzepte sich als das überlegene erweist.
20% der dänischen Bevölkerung sind nicht zum Frühaufsteher geboren, sagt die SZ:
Sechs Prozent der Bevölkerung macht nach Meinung des dänischen Schlafforschers und Neurologen Morten Møller der harte Kern der Morgenmuffel aus, die ohne Vergewaltigung ihrer selbst nicht früh aufstehen und schon gar nicht frühmorgens bei der Arbeit funktionstüchtig sein können. Auf 15 bis 25 Prozent schätzen die Wissenschaftler den Anteil der Gesamtgruppe an "B-Menschen" an der Bevölkerung. So nennen die Dänen Langschläfer, die ganz einfach viel besser funktionieren, wenn sie ein bisschen länger in den Federn bleiben können.
Vor sechs Wochen erhob SEOMoz demographische Daten über den gemeinen Suchmaschinenoptimierer; die Ergebnisse sind nun eingelangt und in Kurzform als Blogartikel sowie als umfangreiche Auswertung mit Charts verfügbar. Dabei treten ein paar recht interessante Fakten zutage: SEO lernten fast alle Befragen im do-it-yourself Verfahren - kein Wunder, formalisierte Ausbildungen sind samt und sonders zu langsam für die rasante Google-Achterbahn
"Der schlaue Farmer düngt draußen statt drinnen", so eine alte Bauernregel aus den USA. Das ist wohl auch der Grund dafür, warum Word aus "Presseaussendung" bei der Rechtschreibkorrektur gerne Presseaußendung machen möchte - das nenn ich mal eine originelle Interpretation der neuen alten Rechtschreibung!

Was gab's ansonsten in dieser Woche noch so an weltbewegenden Geschehnissen? Nun, ich hab die oberste virtuelle Zweiradliga bei Onetrack erreicht und darf nun endlich das Hellbike mein eigen nennen. Sozusagen das Äquivalent zu WoW Level70 und T6 Equipment... naja, nicht ganz. Dennoch: der fahrbare Untersatz des Ghost Rider hat schon was, obwohl ich aufgrund des dekorativen Totenschädels ja eher von einem Piratebike sprechen würde... wie auch immer: angenehmen Restsonntag wünscht Ihr datenschmutz-Rider!

Man kann Alice Schwarzer eigentlich nicht kritisieren, denn im Zweifelsfall hat sie ja "soviel für die Frauenbewegung geleistet". Und deshalb darf die Grande Dame der deutschen Emanzipationsbewegung bis in alle Ewigkeit ihre ewiggestrigen Parolen unters (Talkshow)-Volk streuen. Eigentlich schade, zumal's doch ein paar wichtigere Dinge zu besprechen gäbe, wie zahlreiche zeitgenössische Kritikerinnen finden.
Die/der geneigte LeserIn erkennt sofort: meine eigenen Fan-Gefühle gegenüber AS halten sich in extrem engen Grenzen. Das hat nix zu tun mit Unkenntnis der Materie. Eigentlich war mir Alice Schwarzer ziemlich egal, aber dann hatte ich zwei Jahre lange Gelegenheit, an Anjas Abo mit zu partizipieren. Granted: es gibt immer wieder spannende, hochinteressante Reportagen von Gastautorinnen. Was Frau Schwarzer selbst so von sich gibt, zeugt allerdings von einer gehörigen Portion Dogmatik, die imho ganz schön verranzt schmeckt. (Nein, ich glaube zum Beispiel nicht, dass Pornographie *immer* und *in jedem Fall* eine unzulässige Ausbeutung von Frauen darstellt und verboten gehört. Und das Argument "...aber die Kinderpornographie" zählt hier nicht - da gibt's zum Glück Gesetze, die man zwar verschärfen könnte, aber das hat rein gar nix mit allen anderen Schweinigeleien, die sich so zwischen consenting adults abspielen und auf Filmmaterial gebannt werden.)
Aber ich will nicht abschweifen - Grund für dieses Posting ist ein Beitrag in der Frankfurter Rundschau Online, der sich fragt, ob Feminismus á la Alice eigentlich überhaupt noch up to date ist; was konkret die Pornodebatte betrifft, könnte ich meine Meinung nicht besser formulieren als der/die SchreiberIn - ich konnte leider auch bei genauerem Hinschauen keinen Autorennamen entdecken:
Aus dem unterschwelligen Unwohlsein über die Rolle der Frau im 21. Jahrhundert formte sich eine Debatte um den Feminismus-Begriff: Es ging ihnen um einen neuen Feminismus, um einen anderen als den der Alice Schwarzer. Der fiel zuletzt nicht viel mehr ein, als zum zigsten Mal ihre PorNo-Kampagne zu fahren, der die wenigsten jungen Frauen wirklich etwas abgewinnen können. Charlotte Roche regt sich richtig darüber auf. "Pornografie ist per se nichts Schlechtes. Wie wäre es denn, wenn man Pornografie als etwas betrachtet, bei dem Männer auch was lernen können? Wie man Frauen befriedigt zum Beispiel." Auch die "Alphamädchen"-Autorinnen plädieren für eine entkrampfte, differenziertere Sichtweise: "Unsere Sexualität definieren wir und niemand anders. Nicht die Porno-Regisseure in der Mainstream-Industrie. Aber auch nicht Feministinnen, die uns erzählen, wie wir Lust empfinden und was uns erniedrigt."
Parameter, die irgendwann mal definiert wurden, müssen zumindest diskutiert werden dürfen, fordern die "Alphamädchen" Susanne Klingner, Meredith Haaf und Barbara Streidl, die gerade das Buch "Wir Alphamädchen - warum Feminismus das Leben schöner macht" veröffentlicht haben. Und in der Tat sollte man unter Feminismus wohl keinesfalls ein Diskussionsverbot verstehen, allerdings wird die erwähnte Publikation von Emma geflissentlich ignoriert - kein Wunder, denn der "Widerstand" gegen oktroyierte Definitionshoheit kommt schon längst aus dem doppel-x-chromosomatischen Lager:
"Bei dem Begriff Feminismus geht eine Schublade auf und im Zweifelsfall sitzt Alice Schwarzer drinnen", stichelt Dorn. Auch Charlotte Roche, 29, ist auf Schwarzer nicht mehr gut zu sprechen. Die ehemalige Viva-Moderatorin sorgt zurzeit mit ihrem Roman "Feuchtgebiete" für Furore. Mitte der 90er Jahre ließ sie sich noch für den Titel von Emma fotografieren. Heute wettert sie: "Alice Schwarzer wird dem Menschen in der Frau nicht mehr gerecht. Ich finde es schrecklich, dass es für so etwas Wichtiges wie den Feminismus nur diese Frau gibt. Ich kann mit dieser Person überhaupt nichts mehr anfangen."
Übrigens hab ich inzwischen den facts.ch Newsletter sehr zu schätzen gelernt, da trudeln immer wieder die schönsten "Lesefrüchte" (© Wolfgang Langenbucher) ein - ein Abo kann ich nur wärmstens empfehlen.
New York Central Station, ein ganz normaler Tag. Doch plötzlich erstarren 200 Personen vollkommen bewegungslos - genau inmitten der Bewegung, die sie zuletzt ausführten. Nach genau zwei Minuten endet die Vorstellung. Und selbige sorgt bei den nicht eingeweihten Passanten für größte Verwirrung und beschert dem Netz ein fantastisches Video:
...wird von einer koreanischen Hendlkette eingeleitet: der Col Pop, ein gemeinsames Behältnis für kaltes Cola und heiße BBQ Chickens sei das ideale Computermeal, meint serious eats:
Und wenn's dann wider Erwarten doch nicht schmeckt, wär's praktisch, einen dieser Schleuderlöffel zur Hand zu haben... it's foodwar time!
| 27. November 2007 | ||
| 20:00 | bis | 22:00 |
Um das Ende der Unschuldsvermutung geht's beim sechsten Fachvortrag der q/uintessenz: denn ein Paradigmenwechsel in der Strafverfolgung sorgt nicht nur unter Juristen für Diskussionen. Die sogenannten "Vorratsdatenspeicherung" geht in großem Stil davon aus, dass prinzipiell jeder Bürger ein Verbrecher ist, der etwas zu verbergen hat.
Ort: MQ Wien, Electric Avenue, quartier21, QDK Vortragsraum
Referent ist diesmal Dr. Franz Schmidbauer, Richter am Landesgericht Salzburg. Der Verein q/uintessenz kümmert sich auf zahlreichen Ebenen um das Thema Bürgerrechte im digitalen Zeitalter - dazu gehört auch, ich bin fast geneigt zu schreiben "vor allem" der Informationsauftrag: wir leben in einem Zeitalter, in dem sich technologische Möglichkeiten und keineswegs bloß moralisch einwandfreie Begehrlichkeiten nahezu jeden Tag erneut gegenseitig außen rechts überholen. Mit ihren q/talks leistet die q/uintessenz einen wichtigen Beitrag dazu, dass bedenkliche Entwicklungen nicht unter dem Radar der Öffentlichkeit durchsegeln:
Schuldig bis zum Beweis des Gegenteils oder das Ende der Unschuldsvermutung: ein klarer Paradigmenwechsel in der Strafverfolgung, da ohne jegliche Verdachtsmomente all unsere Telefonkontakte, alle
Adressen an die wir Emails oder SMS schreiben, alle Bewegungen die wir im Internet machen, in Datenbanken gespeichert werden sollen - quasi als Beweissicherung bevor ein Verbrechen überhaupt begangen wurde. Trotz
aufrechter Unschuldsvermutung sollen von jedem Menschen potentielle Beweismittel im Voraus gespeichert werden.Die geplante "Data Retention Directive", auch Zwangsdatenspeicherung genannt, soll die Bedrohungen des 21. Jahrhunderts per elektronischer Rasterfahndung abwehren. Kein einziges Verbrechen soll damit verhindert werden, nur die Arbeit von "Robocob" bei der Aufklärung bis hin zu "einfachen Vergehen" erleichtern. Diese Überfülle an Daten lässt immer neue Begehrlichkeiten aufkommen. Neben allen Polizeieinheiten in der EU, der Staatsanwaltschaft und allen ausländischen Geheimdiensten haben auch schon die Industrie und Wirtschaft den Wert dieser Daten für ihre eigenen Zwecke erkannt. Die Musikindustrie sieht beispielsweise die Überwachung unserer gesamten Kommunikation zur Durchsetzung ihrer Geschäftsinteressen als geeignet an und hat bereits an der Richtlinie in der EU Kommission mitgearbeitet.
[...]
Im Zuge dieses Vortrages wird Dr. Franz Schmidbauer über die möglichen Gefahren und Probleme der geplanten "Vorratsdatenspeicherung" informieren. Im Anschluss an den Vortrag können Fragen zum Thema in angenehmer Atmosphäre diskutiert werden.
Mehr Informationen gibt's auf der q/uintessenz Homepage.
Mein Respekt vor den Leistungen von Breakdancern war immer schon riesengroß. Ein TED Talk Video zeigt allerdings deutlich, dass die Hip Hop Bewegungsvariante noch eine ganze Spur unglaublicher wird, wenn man sie mit ein wenig Magie vermischt.
Kenichi Ebina heißt der asiatische Zauberer, der hier Bewegungen vorzeigt, die nicht nur eine schier unglaubliche Körperbeherrschung erfordern, sondern auch auf sorgfältig komponierte Weise mit unseren gelernten Wahrnehmungsmustern spielen - echte Magie eben!