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Session-Board img_4658.jpg Barcamp Klagenfurt Judith und Jana auf der Landstraße. Die Statuen aus dem 17. Jahrhundert telefonieren mit iPhones.
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Artikel-Schlagworte: „Bewertung“

Blogistan Panoptikum KW22 2009

Herzlich willkommen zum Blogistan-Panoptikum - vor lauter Feiertagen vergehen die Wochen ja nahezu im Flug, aber das hält eifrige Blogger natürlich nicht vom Berichterstatten ab, ganz im Gegenteil. Noch dazu bei diesen sibirisch-verschärften Außenbedingungen... dabei hatten uns die EU-Spitzenkandidaten doch einen super-heißen Mai versprochen. Aber wenn's draußen kalt ist, dann kann man sich aus den diversen werblichen Print-Produkten und anachronistischen Tageszeitungen wenigstens ein wärmendes Feuerchen anzünden. Ganz ehrlich, kein Mensch braucht im Internetzeitalter mehr Tageszeitungen, die ganze Journalismus-Qualitäts-Debatte können wir Crowdsourcer uns doch endgültig schenken. Außer Datum - die einzige löbliche Ausnahme im von Falter-Meinungs-Monopolen geplagten Bobo-Österreich. Im Übrigen bin ich der Meinung, Armin Thurnherrs internet-feindliche Haltung gehört zerschlagen.

Google bringt Wave

The buzz is on - im Lauf des Jahres will Google sein neuestes Produkt "Wave" veröffentlichen - es soll nicht mehr und nicht weniger tun, als unseren Umgang mit Kommunikation und Kollaboration im Web nachhaltig zu verändern. E-Mail, Kontakte, Social Networks - Wave will die Grenzen zwischen Dokument und Dialog verschwimmen lassen:

A wave is equal parts conversation and document. People can communicate and work together with richly formatted text, photos, videos, maps, and more.
A wave is shared. Any participant can reply anywhere in the message, edit the content and add participants at any point in the process. Then playback lets anyone rewind the wave to see who said what and when.
A wave is live. With live transmission as you type, participants on a wave can have faster conversations, see edits and interact with extensions in real-time.

Erste Eindrücke und Screenshot kann man hier begutachten, potentiell Beta-Tester können sich mal für einen Account vormerken lassen. Wave wird übrigens komplett unter der Open Source Lizenz stehen - diese ausführliche Präsentation von der Google I/O macht mir jedenfalls den Mund wässrig:

YouTube Preview Image

"But all good things, they say, never last", sang Prince. Und nun sagt TechCrunch das gleiche über Twitters "Trending Topics":

Up until recently, Twitter’s trending topics - which are prominently displayed on their Search homepage and now also in the sidebar when you’re using the Twitter website - were an awesome way to get a feel of what was buzzing on the Web, in a way that virtually no other web service was able to do.

Aber dann kamen die Piraten und Michael war ordentlich beleidigt!

Today, when you look at Twitter’s trending topics, you’ll notice that the large majority of trends are memes started by a single user or a group of users, with the main goal offering entertainment rather than spreading information. That’s all fine and dandy - no harm in having fun - and I realize well that Twitter’s trending topics are not necessarily required to be giving you and me an overview of stuff that really matters, but I can’t help but think it’s a pity that that list is starting to turn into the top 10 of chain letters people used to circulate through e-mail messages in the late nineties.

Ach liebes fliegendes Spaghetti-Monster, ich bete zu dir jeden Tag darum, dass mehr Menschen einsehen mögen, dass es mehr Spaß macht, Social Media Plattformen zu manipulieren als deren Regen einzuhalten...

Heißt du wirklich so?

Amerikanische Ureinwohner tragen häufig sprechende Namen wie "Robin kills the Enemy": der steht zwar in ihrem Pass, bringt aber auf Facebook Probleme mit sich, ebenso wie exotische Namen á la "Lisa Strawberry" - denn laut AGBs verlangt FB den richtigen Namen und legt bei Verdacht auch gerne mal unbegründet Accounts stillt, wie der Spiegel online berichtet:

Alicia Istanbul wurde zum Verhängnis, dass sie einen ungewöhnlichen Namen hat. Und Facebook hat gerade eine Kampagne gestartet, alle "fake accounts" zu löschen, also Nutzerkonten, die nicht wie gefordert den richtigen Namen angegeben haben. Für dieses Anliegen hat Istanbul ja Verständnis. Aber ganz und gar nicht verstehen kann sie, warum Facebook sie nicht einfach gefragt hat. "Sie sollten vorher wenigstens einen Warnhinweis schicken", klagt sie. "Ich war dort den ganzen Tag unterwegs. Ich habe mein gesamtes soziales Netz darauf angelegt. Und das ist es ja schließlich, was Facebook auch will."

Zwar werden die Konten im Ernstfall nach Support-Intervention wieder freigeschalten, allerdings kann das bei 850 Mitarbeitern und Millionen Usern schon mal ein Weilchen dauern. So selten dürften derartige Fehlalarme übrigens gar nicht vorkommen - FB-Sprecher Barry Schmidt räumte Probleme ein, die Gruppe Facebook: don't discriminate against Native surnames!!! hat bereits über 4.000 Mitglieder. Schwierige Sache: einerseits will Facebook natürlich keine ressourcen-fressenden Fake-Accounts, andererseits entstehen dadurch für die Träger exotischer Namen derartige Kollateralschäden.

Gratulation zum 35., Mr. Shoemoney!

Jeremy Shoemaker wurde diese Woche 35 - herzliche Gratulation! Von keinem anderen US-Blogger habe ich mehr über Online-Marketing und Affiliate-Biz gelernt... keep up the good work! Auch einen Blick wert: das Friendshirt der Woche, diesmal von Friendshirt.me. Und die Kommentare sind ziemlich eindeutig... ich würd drauf wetten, dass da in der nächsten Zeit einige Bestellungen eingehen! Ich hab mein Friendshirt ja schon :mrgreen:

Wieviel ist ein Micro-Scobble?

Robert Scobble ist Web 2.0 Evangelist und Twitter-Legende. Das Disqus Blog hat ein Interview mit dem Mann, dessen Nachname Pate stand für die Benennung der internationalen Tweet-Frequenz-Einheit "Micro-Scobble", veröffentlicht:

I grew up in silicon valley, I had no choice. My Dad was an engineer and I grew up in Cupertino about a mile from Apple Computers. I had an Apple Computer in 1977, in my junior high I was in the first computer club , and I got a tour of Apple when they were one little building. So yeah, I’ve always been around tech.

Werner, die Russen sind da

Dass Facebook viel mehr Geld verbrennt als die Werbungen reinbringen, dürfte mittlerweile wohl bekannt sind. Munter geht die Suche nach neuen Investoren weiter -einen fand man in Form von Digital Sky Technologies. Die russische Internet-Investment Firma gab 200 Millionen Dollar für 1,96% Anteil an Facebook aus, wie die New York Times berichtet:

Digital Sky won because its founders Yuri Milner and Gregory Finger have strong experience running Internet properties in Eastern Europe and Russia, and "a deep, advanced understanding" of social networking technology, Zuckerberg said.

Pikantes Detail am Rande: Cheffe Zuckerberg gibt sich zwar ganz lässig, dürfte aber wissen, dass die Gesamtbewertung des Unternehmens in den nächsten Monaten wohl ziemlich nach unten rasseln wird. Der Gesamtwert beträgt derzeit übrigens sagenhafte 10 Milliarden Dollar, als Microsoft 2007 für 240 Millionen Dollar lediglich 1,6 Prozent erwarb, lag der Unternehmenswert noch um ein Drittel höher. Tja, Analysten sind halt auch ganz schön launisch.

Die fünf nuttigsten Hochzeitskleider ever

Danke an Judith, die mich auf diesen großartigen Beitrag über die Top 5 Sluttiest Wedding Dresses Spotted In 2009 hingewiesen hat. Auch wenn es mir fast das Herz bricht, dass Miss Carey nicht mehr Single ist, eines muss man ihr lassen: mit ihrem Gefühl für Styling könnte sie in jedem Bordell dieser Welt sofort einen Job bekommen - und der Hochzeitsbikini ist auch nicht übel. Das muss man gesehen haben:

The Mariah Carrey slutty wedding dress certainly doesn't leave anything to the imagination. Fully equipped with garter belt, stockings, and a main fashion piece better off worn under the dress or on the wedding night, this dress starts us off with its moderately tame slutty fashion.

SEO-News der Woche

Die wahren Abenteuer sind im Kopf, und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo: das legt zumindest eine aktuelle Studie über das Thema Suchmaschinen Branding. vs. Suchmaschinenqualität nahe:

So haben die Mannen rund um Google einen internen Versuch durchgeführt, bei dem die Suchergebnisse konkurrierender Suchmaschinen wie z.B. Yahoo, MSN/Live, Cuil, Ask, AltaVista, etc. in das Seitenlayout von Google gegossen und Testpersonen vorgesetzt wurden. Zum Vergleich wurde dieses Spielchen natürlich auch in umgekehrter Weise durchgeführt, wobei die Google-Suchergebnisse in das Layout von fremden Suchmaschinen integriert wurden. Das Ergebnis: Die Probanden empfanden immer die Suchergebnisse als besser, über denen das Google-Logo platziert war!

Manches lässt sich aber auch experimentell überprüfen, wie etwa der Canonical-Tag - Stefan hat seine höchst aufschlussreiches Versuchsprotokoll hiezu dokumentiert - unbedingt lesenswerter Beitrag! Apropos Kopien: die Seouxindianer haben 10 einfache Linkbaits zum Kopieren bereitgestellt. Und in der Tat: die genannten Rezepte wirken nachhaltiger als alle Russenlinks dieser Welt :mrgreen:

Wie SMO *nicht* funktioniert

Bei den Seouxindinaner habe ich auch noch einen zweiten Beitrag gefunden, den sich potentielle Social Media Cowboys unbedingt *vor* allfälligen Pistolen-Duellen zu Herzen nehmen sollten, gefunden: Wie SMO nicht funktioniert beschreibt die häufigsten Fehler und ich kann jeden einzelnen Punkt nur vollauf unterstreichen. Beispiel gefällig?

Den Usern freie Hand lassen funktioniert nicht. Wer seine Firma in Social Media Portalen nicht selbst präsentiert, der gibt unzufriedenen Nutzern und der Konkurrenz die Chance “ihre Meinung” als einzig vorhandene einzureichen. Wenn die ersten Inhalte aber von der eigenen Firma gestellt werden, ist der erste Eindruck durch kontrollierte Publikation gerettet.

Google Suggest nutzen

Google Suggest wirft in der Tag einiges über den Haufen:

Google Suggest ist wohl die größte Änderung, die uns Google in den letzen Monaten präsentiert hat. Nicht nur, weil Suggest von der breiten Usermasse aktiv genutzt wird, sondern auch weil es ein paar Erkenntnisse der Vergangenheit über den Haufen wirft. So führt die aktive Nutzung zu einer massiven Verschiebung der Suchvolumen von Ein-Wort-Kombinationen hin zum Longtail.

Und der Preis für den charmantesten-Insider-Slang des Monats geht an den selben Beitrag:

Der User sucht trotzdem dasselbe, er geht nur evt. einen anderen, direkteren Weg. In der Folge heißt dies, dass es abermals schwerer wird, dem User Inhalte unterzujubeln, die er eigentlich gar nicht sehen möchte. Also heißt es, den User genauer zu studieren und seine Wünsche zu kennen.

Video der Woche

Normalerweise poste ich an dieser Stelle keine Werbeclips, aber Peter Novak hat mit dieser Redhat-Linux Werbung einen fantastischen Job gemacht! Der geht raus an die Open Source Community weltweit:

Foto der Woche

Die bewegten Bilder der Woche werden ab sofort in jedem Panoptikum um die Foto-Rubrik ergänzt: das Bild der Woche suche ich nach rein subjektiven Kriterien aus - seit ich selbst recht viel mit meiner digitalen SLR hantiere, weiß ich, wie schwierig es ist, perfekte (HDR)-Belichtungen zustande zu bringen. Die Auswahl ist mir bei der Premiere gar nicht leicht gefallen, aber diese Abendstimmung im Manasquan Reservoir von Joisey Showaa finde ich fantastisch:

manasquan Blogistan Panoptikum KW22 2009

Und das war's auch schon wieder für diese Woche - danke fürs Vorbeisurfen, wir lesen uns am Montag!

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
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mjam schmeckt lecker

mjam mjam schmeckt leckerDie Uhr zeigt zwei volle Zehner, der Kühlschrank ist leer und/oder die Lust aufs Kochen hält sich in engen Grenzen: Essen muss her! Wenn der Gast nicht ins Restaurant kommt, dann kommt eben das Restaurant (oder zumindest dessen Angebot) zum Gast: willkommen in der wundervollen und verwirrenden Welt der Essensbestellung!

Die erfordert seit einigen Monaten keine Kreuz-und-Quer-Suchen durch Google und diverse Branchenbücher mehr, denn mit mjam finden Hungrige eine Full-Service Lösung vor - es handelt sich um den ersten österreichischen One-Stop-Shop für Essenszustellung. Will heißen: man gibt im ersten Schritt die Postleitzahl sowie optional die Straße ein, daraufhin erscheint sofort eine Liste der Restaurants, die zustellen. Bereits in der Übersicht werden die Entfernung sowie eine etwaige Mindestbestellmenge respektive Liefergebühren angezeigt - und der Quality Rank, das Distinktionskriterium von mjam: er ergibt sich nicht aus den Bewertungen der User, sondern einzig und allein aus dem Bestellverhalten. (Das nenn ich mal einen smarten Umgang mit recurring user data :mrgreen:) Also muss sich niemand auf die in der Regel überschwänglichen Selbstbeschreibungen der Lokale verlassen, trotzdem bleibt mjam gegen Viral-Marketing-Aktionen gefeit.

Nach der Wahl des gewünschten Restaurants erscheint sofort die komplette Karte, und hier folgt die nächste Überraschung: die Seite verfügt über einen eigenen Warenkorb, die Bestellung erfolgt "inhouse". Sobald diese erfolgreich an das jeweilige Restaurant weitergeleitet wurde, folgt eine Bestätigung via E-Mail und SMS. Wer erst mal die Meinungen von Vorkostern einholen will, wirft einen Blick auf die Userkommentare - die ergeben in Kombination mit dem Quality Rank ein recht aufschlussreiches Bild. Paul Böhm vom Metalab, der an der Entwicklung der Seite beteiligt ist, hat mir vor einigen Monaten von mjam erzählt - gestern war die Bestell-Hotline meiner Lieblings-Pizzeria permanent besetzt, also wurde es Zeit für den ersten Praxistest. Im Fach Benutzerfreundlichkeit bekommt die Seite von mir eine 1+ (Usability-Guru Helge, der vor einigen Monaten über mjam geschrieben hat, war auch reche angetan), in kürzester Zeit ist die Bestellung zusammengeklickt und abgeschickt. Die SMS-Bestätigung erfolgte rasch, Spinat- und Madras-Huhn kamen tatsächlich in sehr erfreulichem Zustand an - vor der relativ langen Zustelldauer des indischen Restaurants hatten mich bereits die Userkommentare vorgewarnt, aber das Warten war's wert.

Business-technisch ist eine derartiges Modell natürlich auch hochinteressant: ich würde meinen Allerwertesten drauf verwetten, dass die Betreiber mittelfristig ein sicheres Affiliate-Einkommen erzielen können - man muss also nicht mal den User mit Werbung belästigen. Wenn das kein win-win-Szenario ist!

Fazit: Eine echte Marktlücke und längst überfällig - eine geniale Idee, die sicherlich viele "Stammkunden" finden wird, bereits einige Monate nach dem Start scheint sich das Quality-Rank System sehr gut bewährt zu haben, und die User der Seite zeigen sich in den Kommentar-Threads durchwegs auskunftsfreudig.

Blogistan Panoptikum KW46 2008

Blogistan-PanoptikumIn punkto Community-Building-Speed ist Twitter der Schnell-Durchlauf-Erhitzer unter den Social Networks. Privatpersonen schätzen das Vögelchen als flexiblen semi-privaten Kommunikationskanal, Marketing-Pros freuen sich über den hervorragenden Traffic. Und ich? Ich freue mich über 1000+ Followers seit gestern, special thanks an alle Re-Tweeter! Twitter-Conversions sind derzeit sowas wie die Sahne auf dem Affiliate-Kuchen, und dementsprechend nimmt auch der Spam-Missbrauch zu. Im nächsten Podcast werde ich einige Tipps geben, wie man Twitter AGB-konform als Marketing-Tool einsetzen kann und wo die Stärken des Microblogging-Dienstes liegen. Und wo ich gerade dabei: endlich gab's heute mal wieder eine der sehnlich vermissten Downtimes des Failwhales :mrgeen: Aber genug nach vorne geblickt - was hat sich in den vergangenen sieben Tagen im Web 2.0 getan?

Crowdsourcing: kollektives Artikulieren

Seth Godins Blog ist ein Must Read - wie kaum ein anderer versteht es der Amerikaner, das Wesentliche kurz und pointiert zusammenzufassen. In einem aktuellen Posting schreibt er über Internet und The Power of Movement:

Simple example: the Starbucks in Larchmont, NY keeps their thermostat at 64 degrees. And the stores in Breckenridge, Colorado keep their doors wide open all winter. If you're raging mad about energy waste, you could say something. And nothing would happen. But if customers organized and ten people said something or a hundred people said something... boom, new rules. The system doesn't know what to do with a movement.

Was macht eigentlich... die Finanzkrise?

Nun, sie ist in vollem Effekt, kann man mit Fug und Recht behaupten: die EU befindet sich zum ersten Mal seit ihrer Gründung in einer Rezessionsphase, wie Telepolis berichtet:

Das europäische Statistikamt Eurostat meldete in einer Schnellschätzung einen Rückgang von 0,2 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) im dritten Quartal 2008, das auf einen ebenfalls 0,2 prozentigen Rückgang im zweiten Quartal folgte. Für die größere EU27-Zone ermittelte Eurostat den gleichen Rückgang.

Zugleichen fallen die Börsen jeden Tag um weitere 2 bis 5 Prozent und die Liquiditätskrise der Banken, an der die staatlichen Zuschüsse weit weniger geändert haben als erhofft. In Deutschland stieg die Quote der bei der Nationalbank von Privatbanken "geparkten" Gelder, Kreditvergaben geschehen weiterhin sehr zögerlich und die Krise beginnt, auf die Automobilindustrie überzugreifen: es ist kein Zufall, dass Dacia zu den wenigen Firmen gehört, die derzeit Gewinne einfahren können. Der Medienbranche stehen aufgrund drastisch schrumpfender Werbebudgets gravierende Umbauten bevor. Früh dran ist die Süddeutsche Zeitung, die sich aufgrund der schwierigen Situation eine drastische Sparkur verordnen muss. Auf mittelfristige Sicht bedeutet dies eine Umschichtung zu Online-Budgets, allerdings wird das Interesse an Display-Kampagnen nachlassen: ich denke, dass die wirtschaftlichen Probleme in Europa Performance-Based Marketing zum Durchbruch verhelfen werden. Und: bevor es wieder aufwärts geht, geht's noch ein ganzes Stück weiter abwärts.

Der kluge Mann plant vor

Tweets aus dem Jenseits? Kein Problem mit Twuffer - auch als virtuelle "Urlaubsvertretung" könnte das Tool nützliche Dienste leisten. Der Funktionsumfang ist schnell erklärt: einloggen, Tweets schreiben, Veröffentlichungs-Datum auswählen: wer also regelmäßige Gewohnheiten pflegt, kann ohne weiteres seine Statusmeldungen für die nähere und fernere Zukunft vorbereiten. Und weil man diverse Social-Status-Updates in anderen Networks via Twitter bespielen kann, ließe sich so ein recht aktiver Ghost-in-the-Machine konstruieren - tja, Live-Blogging war gestern, ab sofort wird vorgeplant :mrgreen: [via Blogpiloten]

SEO-News der Woche

Animierte Gifs leben! Gerald hat mit Liebe zum Detail eine echte Google-Penalty animiert in Szene gesetzt, der SEOnaut dagegen konzentriert sich beim aktuellen Radio4SEO Podcast naturgemäß auf auditive Information - unter anderem über das Thema Universal Search, das mysteriöse Halloween Update und die Ergebnisse aktueller Eyetracking-Studien. Wem der Sinn mehr nach Buchstaben steht, der könnte auch zu Mario Fischers Standardwerk "Website Boosting" greifen, das nun in einer stark erweiterten Neuauflage erschienen ist. [via Torsen Maue] Und weil man nie genug Informationen berücksichtigen kann, empfiehlt sich auch noch ein Blick auf Reiffix' Liste von 10 kostenlosen SEO-Büchern: damit geht der Lesestoff nicht so schnell aus.

Göögle lässt diggen

Ayudo hat sie gesehen, die neuen Digg-artigen Buttons auf den SERP-Pages:

Google experimentiert scheinbar wieder mit Digg-ähnlichen Funktionalitäten. Auf einmal sieht man Promote/Remove/Comment Buttons in den SERPs. Scheinbar wird das nur für einen geringe %-Zahl der User ausgeliefert um ein A/B Testing zu ermöglichen. [...]
Der Footer wurde auch verändert. Es ist hier scheinbar jetzt möglich Webseiten vorzuschlagen die man in den Top10 sehen möchte. Zudem kann man dort "SearchWiki" Notes hinterlegen. Spannende Geschichte... Plant Google ein Suche-Wiki im großen Stil?

Nix Genaues weiß man nicht - Big G ist bekanntlich nicht sonderlich auskunftsfreudig, allerdings frage ich mich, ob die so gesammelten Daten in den "allgemeinen" Index einfließen werden, oder ob Google die Bewertungen für individuelle Index-Anpassungen eingeloggter User verwendet. Dass das System große Auswirkungen auf SEO-Tätigkeiten hat, kann ich mir nicht vorstellen: gegen Missbrauch wird Google vermutlich ausreichende Schwellen einziehen, und das Gros der User wird aufs Suchergebnis klicken und nicht auf die Bewertung.

AdSense Werbung via TKP-Abrechnung

Ja, das geht - Millionär wird man damit nicht unbedingt, aber wer einen entsprechenden Channel anlegt, tut gut daran, die Optimierungstipps von Allblogs zu beachten: aussagekräftige Informationen über die Seite, auf der gebucht werden soll, sind nun mal die halbe Miete. Und branding-technisch ist der Longtail alles andere als erschlossen.

Video der Woche

Fallout gehört zu den meist-erwarteten Single-Player Rollenspielen der letzten Jahre. Trotz ungebrochenem WoW-Boom und dem letzte Woche veröffentlichten Add-On "Wrath of the Lich King" sind die guten alten Einzelspieler-Games keineswegs ausgestorben. Während die meisten Gamestudios ihre Helden in Fantasywelten gegen Orks und Drachen kämpfen lassen, zeichnete sich die Fallout-Reihe von Beginn an durch ein schwer satirisches, retro-futuristisches Setting aus: die postnukleare Welt befindet sich in deprimierendem Zustand. Zwischen mutierten Riesenkakerlaken und ärmlichen Siedlungen erkundet der Spieler die Welt. Die beiden Computerspiel-Journalisten-Doyens Lenhardt und Langer haben ein ausführliches Test-Video ihrer "1. Fallout 3 Stunde" aufgenommen - gelungenes Format und offenbar gelungenes Spiel. Da wird mir wohl nix anders übrig bleiben, als am Wiederaufbau der Zivilisation mitzuarbeiten. [via Locoloki]:

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Und damit bin ich auch schon wieder am Ende mit dem Rückblicken - ich wünsche einen herbstlich-beschwing-entspannten Wochenausklang, wir lesen uns am Montag.

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Weissfunk: Vertragshandy mit Schufa-Eintrag

WeissfunkDie private Verschuldung (Stichwort: Konsumschulden) nimmt zu, und hat man in Deutschland erst mal einen Schufa-Antrag, dann verschließen sich von heute auf morgen jede Menge Türen: unter anderem war es bislang mit negativer Bonitätsbewertung nicht möglich, bei etablierten Netzbetreibern ein Vertragshandy zu erhalten. Weissfunk ändert dies und bietet unter dem Slogan "telefonieren mit weißer Weste" ein Tarif-Modell an, das jeder unabhängig von Schufa-Einträgen nutzen kann.

Wie auch bei anderen Providern üblich bekommen Weissfunk-Kunden zum Erstvertrag ein Gratis-Handy, und zwar nach Wahl ein recht aktuelles Modell von Nokia, Samsung oder Sony-Ericsson. Zugleich bestimmt der Kunde ein monatliches Limit und hinterlegt in Abhängigkeit von der Höhe dieses Limits ein Kaution, nach Ablauf des Vertrages wird diese inklusive Zinsen zurückerstattet.

Bei einer Grundgebühr von 10 Euro telefoniert man mit für Deutschland recht moderaten Tarif von 15 Cent pro Minuten in alle Netze. Die Netz-Abdeckung dürfte sehr gut sein, weil Weissfunk das Netz von E-Plus mitnutzt. Interessant ist dieser Tarif nicht bloß für Privatschuldner, sondern auch für vorsichtige Telefonierer, die auf keinen Fall in eine gröbere Kostenfalle (Stichwort: Kinder und Handys) tappen möchten. Gerade für Arbeitssuchende ist ein Handy von großem Vorteil - wer die lästige und teure Aufladerei vermeiden will, findet meiner Meinung nach in Weissfunk eine sehr interessante Alternative.

Neue Branchenbuch AG: Es wird sozialer

Neue Branchenbuch AGVor kurzem habe ich österreichische Branchenbücher auf ihre SEO-Tauglichkeit hin analysiert. Während sich die Platzhirsche Yellowmap und Herold hierzulande den Markt weitgehende aufteilen, kommt in Deutschland Bewegung in die "Szene": die Neue Branchenbuch AG kombiniert als erster Anbieter eine Bewertungsplattform mit dem klassischen Branchenbuch-Angebot.

Im Social Web wird bekanntlich alles und jedes bewertet. Die "Wisdom of the Crowd" also auch bei der Bewertung von Firmen genau dort einzusetzen, wo man normalerweise nach ihnen Sucht, liegt extrem nahe. Eigentlich wundert es mich, dass noch kein Anbieter generell die Social Network Metapher verwendet bzw. als Firmenbuch zweckentfremdet: sozusagen ein Xing für Unternehmen statt für Personen. Denn dem klassischen Businessmodell der Branchenbuch-Branche (Wort-der-Woche-Anwärter, kurz: BMdBbB) täte dies keine Abbruch: denn es wird ja nicht der Installateur- oder Fotographen-suchende User zur Kasse geben, sondern die Firma, die sich präsentieren möchte - also kein Problem, eine Premium-Modell (aber bitte durchdachter als bei Xing) einzuziehen. Der Pressetext hebt zunächst die klassischen Qualitäten hervor:

Auf den ersten Blick scheint der Mitbewerber mit einem Basispreis von netto 49,99 Euro im Monat im Vergleich zu 89,00 Euro netto bei der Neuen Branchenbuch AG günstiger. Allerdings bietet das Frankfurter Unternehmen deutlich mehr Service wie die doppelte Anzahl für Schlagwörter und Branchenzuordnung, die eben entscheidend für das Finden eines Unternehmens sind.

Spannender wird's allerdings weiter unten - denn die Betreiber haben zwei Prinzipien des Social Networking offensichtlich internalisiert. Wer die Crowd sourced, muss auch für Motivation sorgen:

Wer seine Daten im Onlinebranchenbuch immer aktuell hält, seien es die Adress- und/oder aber die Produktdaten, erscheint in den Listings bei Suchanfragen weiter oben, als jene die dies eben nicht machen.

Zweites spannendes Alleinstellungsmerkmal ist ein umfangreiches Programm gegen "Bewertungsbetrug". Hier wolle man mit Experten zusammenarbeiten und "stichprobenartig" prüfen, so die Neue Branchenbuch AG. In der Tat ein untriviales Problem: denn das bekannte Social-News Phänomen (raufvoten mit mehreren Konten, motivieren des Bekanntenkreises...) nimmt im Kontext eines Branchenbuchs natürlich sofort wettbewerbsrechtliche Dimensionen an: wer es schafft, selbst besser bewertet zu sein als die direkte Konkurrenz, wird dies umso stärker an den Umsatzzahlen merken, umso mehr potentielle Kunden ihre Unternehmen im Netz suchen, und diese Quote steigt bekanntlich ständig. Rechtsexperten und eine Redaktion, die auf der Hut ist wie der sprichwörtliche Luchs, sollen systematische Verzerrungen vermeiden. Leicht stelle ich mir diese Aufgabe nicht vor: denn je populärer das Branchenbuch wird, desto größer die "Blackhat Energie". Österreichische Unternehmen dürfen übrigens - je nach Präferenz - aufatmen oder enttäuscht sein, denn die Neue Branchenbuch AG bietet ihr Service derzeit nur für Deutschland an.