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Bloggerin verurteilt: Negative Restaurant-Kritik auf Google weit vorne

Rechtsstreitigkeiten begleiten die Medienszene wie Stubenfliegen eine Herde Kühe. Wenn Unternehmen gegen Verlage zu Gericht ziehen, so hat das in der Regel keine finanziellen Auswirkungen auf den Schreiber des Beitrags. Bei Bloggern verhält sich die Sache naturgemäß anders. So erging es auch Caroline Doudet, Betreiberin des Kultur-/Lifestyle-Blogs Cultur’elle, die für eine negative Restaurantkritik zu einer Geldstrafe von €1.500 verurteilt wurde und obendrein noch die Gerichtskosten von €1.000 übernehmen muss. Kurios an der Sache: es kam zum Prozess, weil Caroline ihre SEO-Hausaufgaben gemacht hatte und der betreffende Beitrag in den Google-Suchergebnissen zwar nicht vor dem Eintrag der Pizzeria “Il Giardino” auftauchte, aber immerhin auf Platz 4.

Wie BBC berichtet, ordnete die Richterin nicht die Löschung des Beitrags, sondern eine Änderung der nach Meinung des Klägers geschäftsschädigenden Überschrift:

The judge decided that the blog’s title should be changed, so that the phrase: “the place to avoid” was less prominent in the results. The judge sitting in Bordeaux also pointed out that the harm to the restaurant was exacerbated by the fact that Ms Doudet’s fashion and literature blog “Cultur’elle” had around 3,000 followers, indicating she thought it was a significant number.

Caroline Doudet hat den bekrittelten Beitrag entfernt, eine Kopie finden die interessierte Netzöffentlichkeit aber weiterhin via Wayback Machine. In Berufung gehen will die Blogautorin laut eigener Aussage voraussichtlich nicht, da sie nicht nochmal solche qualvollen Wochen durchleben wolle. Ihr Kommentar zur der unerfreulichen Affäre trifft die Situation recht genau:

What is perverse, is that we look for bloggers who are influential, but only if they are nice about people.

SEO, freie Meinungsäußerung und Rufschädigung

Die Il-Giardino-Story stößt in der Blogosphäre auf reichlich Gehör und hat auch schon den Sprung über den großen Teich gemacht. Amerikanische Blogger betonen in ihren Beiträgen, dass das Urteil keinen Präzedenzfall konstituiert, denn in Mitteleuropa gilt schließlich nicht das Prinzip des “Case Law”. Man muss diese Einzelentscheidung also nicht überbewerten, dennoch wirft sie ein Schlaglicht auf ein immer evidenteres Problem: Wo verläuft die Grenze zwischen freier Meinungsäußerung und Rufschädigung und was für Rolle spielt dabei unser alles Lieblings-Suchmaschinen-Monopolist?

Nicht zuletzt im Licht des berüchtigten Google-muss-Vergessen-Urteils stellt sich einmal mehr die Frage, wie mit negativen Reviews umgegangen werden soll. Denn pikanterweise stand ja nicht der Inhalt des Artikels zur juristischen Diskussion, sondern die Tatsache, dass der Text so prominent in Googles Suchergebnissen auftauchte. Überspitzt formuliert ist Frau Doudet also ein Opfer des Pagerank-Algorithmus geworden.

Google stellt sich stur als die neutrale Vermittlerinstanz dar und aggregiert immer schlauer und schneller immer mehr Informationen. Der sogenannte “Knowledge Graph” sorgt dafür, dass bei passenden Suchanfragen rechts neben den Ergebnissen ein Kästchen mit Zusatzinformationen angezeigt wird, die Google aus verschiedenen Quellen aggregiert. Teils aus Wikipedia, teils auch aus hauseigenen Produkten – die in den letzten Wochen forcierte Vermählung von Google Places und Google Plus rückt Kundenreviews noch ein Stückchen näher an die Suchergebnisse. So manchem Dienstleister dürfe ganz und gar nicht gefallen, was potentielle Kunden dort zu Gesicht bekommen. Personalisierte Suche und der künftig wohl zunehmende Einfluss von Reviews auf den Google-Index verkomplizieren die Situation zusätzlich.

Dass Restaurants mit weniger als 2-Sterne-Durchschnittswertung demnächst Besuch von Testessern aus Palo Alto bekommen, ist wohl auszuschließen. Eine Einzelfall-Prüfung mit Schlichtungskommission kann man Google bei allem Misstrauen nicht zuzumuten… also werden sich SEO-Streitfälle vor Gericht in nächster Zeit vermutlich häufen.

Blogger-Relations: Grinse-August gesucht?

Für einen Mann mit einem Hammer ist jedes Problem ein Nagel. Und Kommunikationsexperten verfallen häufig dem Irrglauben, jedwedes Problem ließe sich kommunikativ lösen. Im großen Lehrbuch der Blogger Relations fände man im betreffenden Kapitel vermutlich eine Schritt-für-Schritt Anleitung von der Kontaktaufnahme über die Bitte um erneutes Testessen bis zur Klärung des “Missverständnisses”… doch nur im Märchen leben Blogger und Gretel glücklich und froh bis ans Ende des Internets.

Ein wenig Recherche zeigt rasch, dass sich hier regelmäßig der Club der unzufriedenen Gäste trifft, denn die sagenhaft niedrige Bewertung von 1.5 bei 80 Erfahrungsberichten auf Google+ spricht eine deutliche Sprache. Und dass sich die Betreiberin des Lokals mit der Klage durchwegs keinen Gefallen getan hat, demonstriert ein Blick auf die aktuellen Suchergebnisse für “il giardino cap ferret”: Wenig überraschend dominieren Berichte über das Urteil, darunter auch ein BoingBoing-Beitrag mit dem besonders schmeichelhaften Titel Is Il Giardino in Cap-Ferret the worst restaurant in France? auf Platz 3. Also Operation gelungen, Patient tot?

Letztendlich hilft nur ein einziges Mittel gegen unwahre negative Reviews: man muss an das Kritische im Surfer glauben und davon ausgehen, dass sich potentielle Kunden nicht bloß bei einer einzigen, immer subjektiven Quelle erkundigen. Wer seinen Job ordentlich macht, wird auch viel Positives Feedback bekommen und die eine oder andere Kritik nicht nur vertragen, sondern sogar als konstruktiven Input nutzen können. Sind die negativen Stimmen aber in der Überzahl, sollte man weder auf Online-Marketing-Tricks noch auf rechtliche Mittel setzen, sondern das eigene Produkt bzw. die eigenen Dienstleistung (endlich wieder) konkurrenzfähig machen.

Dass sich Blogger zukünftig noch besser überlegen müssen, wie weit sie sich mit Kritik aus dem Fenster lehnen, hinterlässt allerdings einen schalen Beigeschmack. Solange kein finanzielles Interesse dahinter steht – Stichwort “negatives Reputation-Management” – geht die freie Meinungsäußerung nun mal vor. Ohne Wenns und Abers.

Dem Blog und seiner Startseite

Seien mal wieder ein paar Gedanken zu widmen, schreibt Robert und – Überraschung! – recht hat er:

Sie – die langweilige und dahingeschusselte Startseite von Blogs – war mal eine nette Idee von Techniker-Menschen, die Blog-Systeme zusammengefrickelt haben. [...] Diese Standardlösung führt lediglich dazu, dass Blogs bis heute ein extrem niedriges Aufrufverhältnis [Besucher zu Seitenaufrufen] haben und extrem hohe “Aufnimmerwiedersehen-Leserquoten”. Wie gesagt, die Startseite zeigt so gut wie nicht, was sich für tolle Sachen in den Untiefen verbergen. 99% aller Blogs sind eben unbekannt und keine Marke (denkt einfach an Spiegel Online… da weiß der Leser, was ihn grob erwartet).

Tatsächlich hinterfragen die wenigsten Blogger Sinn und Zweck des Eintrittsportals in die Untiefen des digitalen Tagebuchs: der Großteil der werten Besucher landet via Google, RSS, Twitter, Facebook und Co. sowieso auf Einzel-Artikeln (Stichwort Longtail) – und wenn sich anschließend oder auf direktem Wege mal eine/r auf die Startseite verirrt, dann soll man ihr/ihm doch lieber ein paar Highlights anstatt der letzten Beiträge zeigen:

Die meisten Leser schlagen auf einem Einzelartikel auf. Ob sie nun über Google kommen, über den RSS-Reader oder einen Verweis in den sozialen Informationsnetzen (Twitter, FB, G+). Eine kleine, aber nicht repräsentative Umfrage ergab, dass die Startseite selbst lediglich um die 10% – 20% am Besucheraufkommen ausmacht. 80% – 90% der Besucher schlagen auf Einzelartikeln auf. Was macht der Leser übrigens, nachdem er auf dem Blog aufschlägt? Wir nehmen an, dass die meisten Blogs auf 1,5 Seiten pro Besucher kommen. Sprich, von 100 Besuchern werden lediglich 50 eine zweite Seite aufschlagen. Die Absprungrate beträgt damit 50%.

Man muss ja nicht gleich radikal jegliche Chronologie von der Startseite verbannen – aber zumindest eine Mischung aus “featured” und “up-to-date” content birgt in der Tat eine Menge Potential. In dieselbe Kerbe schlagen übrigens Sidebar-Plugins, die eine Auflistung von Top-Beiträgen (nach Aufrufen, Likes etc.) generieren – der Leser soll zu längerer Verweildauer animiert werden, was nicht zuletzt Google mittlerweile sehr schätzt.

Roberts zählt einige Beispiele auf, prominentestes Beispiel ist sicherlich Mashable. Michael Walther plädiert aus eigener Erfahrung ebenfalls für durchdachte Startseiten-Teaser und betont die Wichtigkeit der schönen Verpackung:

Anrisse mit guten Bildern: Artikelseiten mit attraktiv gestaltenen Anrissen auf andere Artikel ausstatten. Die Anrissbilder müssen dabei auch kleinformatig aussagekräftig sein und gut aussehen. Mashable macht dies perfekt.
Bessere Titel: Ein guter Titel braucht Zeit. Es zahlt sich aus, diese zu Investieren. Gute Beispiele finden Sie in der Rubrik «Meistgelesen» auf den grossen Newsportalen.
Treffende Kategorien: Die Leser sind gekommen, weil Sie nach Informationen zu einem bestimmten Thema gesucht haben. Die häufigsten Suchbegriffen lassen sich mit Google Analytics eruieren, und die Kategorien entsprechend gestalten.

Frank Hamm ließ sich von den beiden Beiträgen schon mal zu einer neuen Startseite inspirieren und nutzt dazu das Grid-basierte Template Megazine.

Portfolio vs. Ein-Mann-Nachrichtenagentur

Mir spukten derlei Überlegungen auch schon eine Weile lang im Kopf herum, deshalb habe ich vor datenschmutz vor knapp zwei Jahren vom letzten Ultra-Edit hangeschnitzten Theme auf einen responsiven Kollegen umgestellt, konkret auf Construct von designerthemes. Neben der höheren Endgeräte-Flexibilität war die größere Gestaltungsfreiheit der Startseite für mich dabei maßgeblich: wie viele moderne Themes besteht die Startseite aus einem Content-Slider, der einzele Beiträge prominent darstellt sowie aus mehreren Boxen, die Meta-Infos und weitere Blogartikel (klassische chronologisch) enthalten.

Aussagekräftige Titel spielen seit der Frühzeit des Bloggens eine wichtige Rolle, die visuelle Komponente hat dank Facebook enorm an Relevanz gewonnen. Und wer die neue Bauernregel “Kein Posting ohne featured image” befolgt, hat ohnehin genug Illustrationsmaterial für eine reich bebilderte Startseite zur Verfügung.

Diese Entwicklungen greifen Theme-Designer natürlich auf – mir ist aufgefallen, dass fast alle kommerziellen Anbietet ihre Designs mittlerweile in die drei Kategorien “Blog” (also klassisches Timeline-orientiertes Tagebuch), “Magazin” (Zeitungs-artige Startseite) und “Portfolio” (optisch ansprechende Präsentation eigener Arbeitsproben) einteilen. Optimal wäre wie so oft die Blog-legende Portfolio-Magazin-Sau; wie stark die einzelnen Anteile jeweils gewichtet werden, hängt natürlich von den eigenen Inhalten und Zielen ab, aber ein bisschen was von allem darf schon dabei sein.

Tutorial: Dynamische Facebook-Thumbnails für WordPress Beiträge

Warnung des EU-Kommisars für PHP-Angelegenheiten: in diesem Beitrag geht’s relativ technisch zu! Im Endeffekt reicht zwar ein wenig Copy-Paste, aber um die im folgenden beschriebenen Schritte umsetzen zu können, sollten Sie mit dem Editieren von WordPress-Templates vertraut sein. Die Template-Files (vorzufinden im Ordner wp-content/themes/THEMENAME/) liegen im php-Format vor und lassen sich auch direkt über das CMS bearbeiten, und zwar über das Menü Design->Editor. Lassen Sie sich von den vielen Code-Beispielen nicht abschrecken. Ich hätte aus diesem Beitrag einfach nur eine kurze Notiz mit txt-Datei Download machen können, aber Sie kennen mich mittlerweile ja: ich bin fest davon überzeugt, dass ein kleiner Blick unter die Haube keinesfalls schadet. Selbst alte WordPress-Hasen dürften unter Umständen nicht mit der hier verwendeten und erst seit Version 2.9 enthaltenen the_post_thumbnail Funktion vertraut sein.

Dynamische Facebook Thumbnails für WordPress BeiträgeDoch damit genug der kryptischen Vorreden, worum geht’s hier denn überhaupt? Ganz einfach erklärt, um die mitunter recht lästige Facebook-Thumbnail-“Problematik”: wie kann man fast vollautomatisch jedem einzelnen Blogbeitrag eine eigene Grafik für Shares und Link-Postings auf Facebook und anderen Social Networks zuweisen?

Facebook-User kennen die Thematik zur Genüge: Wann immer Blogbeiträge auf unserem Lieblings-Netzwerk geshared werden, und zwar egal ob vom Blogbesucher oder vom Beitragsautor selbst, verwendet die Share-Funktion (deutsch: teilen) standardmäßig die erste auf der Seite vorgefundene Grafik. Bei mehreren Thumbnails kann der User mittels vor/zurück Pfeilchen wählen, oder, falls kein bzw. nur ein unpassendes Bild (hallo RSS Icon!) gefunden wird, ganz auf die Illustration verzichten. Mit der nachfolgend beschriebenen Methode nutzen WordPress-Blogger die recht neue “featured image” Funktion, um ohne Mehraufwand auch gleich Facebook + Co. immer mit dem richtigen Thumbnail zu versorgen. No code-angst, please – ich habe mich bemüht, alle Schritte ausführlich zu erklären, und für Fragen steht das Kommentarformular jederzeit zur Verfügung.

ACHTUNG, STOLPERFALLE: diese Script verwendet erweitere Template-Funktionen, die erst mit aktuelleren WordPress-Versionen eingeführt wurden. Wenn Sie ein älteres Theme verwenden, unterstützt dieses die neuen Hooks vermutlich nicht. In diesem Fall müssen Sie in die “functions.php” Datei Ihres Themes eine neue Code-Zeile einfügen – in unserem Fall konkret den Thumbnail-Support. Genaue Informationen dazu finden Sie im WordPress Codex.

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Wienwahl: 9 Parteivorstellungen und 1 Nichtwahl-Empfehlung

Wie immer auch die Wienwahl am Sonntag ausgegangen sein wird, ein Faktum steht schon jetzt, fernab von Wählerstrom-Analysen und Wahlkarten-Unwägbarkeiten mit unumstößlicher Sicherheit fest: alle wahlwerbenden Parteien werden ein fantastisches Ergebnis erzielt haben und den Wählern für ihr großes Vertrauen gedankt haben. Die machen das immer so, siehe Steiermark! Ich kann mir das nur dadurch erklären, dass Politiker aus zartem Holz geschnitzt und nahe am Wasser gebaut sind, kurz: nicht mit Niederlagen umgehen können. Also gibt eben keine und “wir machen uns die Welt wide-wide-wie sie uns gefällt!” Dennoch wär’ Pippi Langstrumpf natürlich keine gute Politikerin gewesen, nicht nur Outfit-mäßig – einfach so daher sagen, was einem in den Sinn kommt, bringt ja in den meisten Parteien je nach Clubkultur basisdemokratische oder top-down-Probleme mit sich.

(Exkurs: Ausgenommen BZÖ und FPÖ, hier gehört völlig Abwesenheit von Eigenreflexion schließlich zur Politkultur. Ich bezeichne mich selbst als liberal, und dass einer der beiden Populistenvereine “freiheitlich” im Namen trägt, fügt der langen Liste unfreiwilliger Pointen eine neue hinzu. Und wenn, wie neulich bei ATV” Meine Wahl”, manche Seher Sylvia Saringer und Meinrad Knapp vorwerfen, die FPÖ respektive H.C. Strache anders als die anderen Parteien zu behandeln, dann kann ich nur sagen: diese Seher haben recht. Und Sylvia und Meinrad haben ebenfalls recht, denn die FPÖ ist keine “normale” Partei und sollte auch nicht wie eine solche behandelt werden. Das meine ich ganz und gar nicht sarkastisch, und im Gegensatz zum BZÖ wird es diesen Verein wohl leider noch länger geben. Deren Bodensatz-Auflesen der Unzufriedenheit, dieses Spiel hart an der Grenze zur gesetzlich verbotenen Verhetzung sollte bei *jeder* Gelegenheit als das vorgeführt werden, was es ist: eine zynisch-kalkulierte Groteske auf Kosten eines optimistischen Zukunftsbilds. Wenn die Versammlungen dieser nicht-islamischen Hassprediger einen Twitterwall hätte, sollte der Hashtag #widerlich lauten. Ende des Exkurses.)

Wahlempfehlungen sind ja sowas von Old Media, Foursquare eignet sich auch nicht so wahnsinnig toll für die Wahl-Vorberichterstattung, was also macht der tendenziell eher unpolitische Blogger? Er findet, dass Sie, liebe Wienerin, und Sie, lieber Wähler, idealerweise am kommenden Sonntag (oder vorher via Wahlkarte) wählen sollte, denn wie der Hip Hopper so schön sagt: “This is my city.” Also entscheiden Sie mit, machen Sie Ihr Kreuzerl wo immer sie wollen (idealerweise nicht bei FPÖ oder BZÖ, soviel negative Wahlempfehlung muss dann doch sein). Wer zuhause bleibt, darf nämlich nachher auch nicht jammern, und nicht jammern zu dürfen, muss doch Schrecklich sein für alle Wiener. In diesem Sinne – wer steht zur Wahl? datenschmutz beschreibt für den fragmentierten Internet-Leser in aller gebotenen Kürze sämtliche wahlwerbenden Gruppierungen, wie sie auf der offiziellen Wienwahl-Seite gelistet sind, aber selbstverständlich wesentlich tendenziöser – denn wie schon öfter erwähnt: ich bin kein Journalist und ich berichte nicht. Aber man macht sich halt so seine Gedanken, nicht wahr? Weiterlesen

Das FutureZone Drama: ein öffentlich-rechtliches Missverständnis

Die ORF FutureZone, ein auf IT-News spezialisiertes Nachrichtenangebot des staatlichen österreichischen Rundfunks ORF soll im Rahmen eines neuen Rundfunkgesetzes eingestellt werden, was für erheblichen Unmut in der österreichischen Social Media Szene sorgt. Dass “die Verleger” ein neues Projekt planen, sei der eigentliche Grund dieses “Bauernopfers”. In der zugehörigen Facebook-Gruppe haben die Wogen der Empörung bereits in Wellen des Aktionismus umgeschlagen:

Wir wollen eine Petition an den ORF richten, damit dieser die FutureZone nicht abdreht, sondern der Community übergibt. Und die Community sind alle, die wollen, dass es die FuZo weiter gibt. Lasst uns eine Genossenschaft gründen, an der sich alle Interessierten beteiligen können und die in Zukunft den Betrieb der FutureZone weiterführt und ausbaut.

Ich persönlich verstehe nicht ganz, warum man für den Betrieb eines Multi-Author Blogs eine Genossenschaft gründen muss oder soll und was genau mit dieser “Übergabe” gemeint sein soll. Weiters ist mir vollkommen neu, dass zum Start eines Weblogs über IT/Gesellschafts-Themen in irgendeiner Weise die Zustimmung des ORF erforderlich ist. Was mich aber letztendlich zu diesem Beitrag motiviert hat, ist ein grundlegendes Missverständnis in der Debatte: um den IT-politisch Informationsbedarf abzudecken, muss der Staatssender kein Online-Medium betreiben, das über jeden Rülpser von Steve Jobs und jede 0,0xte Android-Versionsänderung redaktionell remixt.

Keine Zukunft für die Futurezone?

Anstatt in reflexhafter Manier den Niedergang der Demokratie zu bejammern, wäre jetzt der richtige Augenblick, die verschiedenen IT-Redaktionen des ORF zu bündeln. Es bestünde sogar die einzigartige Chance, ein neues Kompetenz-Zentrum innerhalb des ORF zu schaffen, das jene Teil der IT-Berichterstattung abdeckt, die private Medien nicht leisten können. Weiterlesen

SEO-Frage: Wie generiert man in 1 Monat eine PR2 Seite aus dem Nichts?

Wie kommt man mit möglichst geringem Aufwand innerhalb von vier Wochen zu einem oder mehreren gut indizierten Blog mit Unique Content, das innerhalb kürzester Zeit Pagerank bekommt? Und zwar ohne dass man irgendwelche Artikelverzeichnisse benötigt oder für den Inhalt bezahlt?

Geht das überhaupt? Ja, und zwar mit einer Setup-Zeit von 30 Minuten und einem Zeitaufwand von 10 Minuten pro Woche. Ohne Blackhat, ohne schmutzige Tricks. (okay: nur mit datenschmutzigen Tricks.) Wie’s funktioniert, verrate ich nächste Woche im Newsletter, inklusive einigen Überlegungen zu Social-Media-Funnel Setups und der Kombination von Brand Management und Suchmaschinen-Optimierung. Wer wissen will, wie’s funktioniert – inklusive Schritt-für-Schritt-Anleitung – abonniert den datenschmutz Newsletter.

Blogistan Panoptikum KW46 2009

Die datenschmutz-Redaktion im Blogistan-Panoptikum Fieber: Eifrig wird getippt, verifiziert, herumtelefoniert, Brieftauben bringen Nachrichten aus aller Welt, Ballonfahrer werfen Infopakete über Wien ab – jeden Sonntag bricht erneut Hektik in der Redaktionsstube aus, denn es gilt, Millionen Tweets, Blogbeiträge und Status-Updates in einen einzigen Rückblick zu pressen. Linzerscnitte und datenschmutz haben auch diesen Sonntag wieder für Sie die große Hydraulikpresse angeworfen und begrüßen die hochverehrte Leserschaft zu einem Mitternachts-Snack ins virtuelle Zirkuszelt – fast wie Palazzo, nur ohne Dinner und Artisten.

Twitter-Erbsenzählerei

Judith aka Linzerschnitte Dass Twitter sich im Wachstum befindet, merkt man nicht nur an der ausufernden Berichterstattung der Mainstream-Medien. Wieviele User gibt es aber jetzt genau? Wieviele kommen jeden Monat hinzu? Wieviele Follower hat der durchschnittliche Twitteruser, wie splitten sich seine Tweets in Replies, Retweets und ähnliches -diese Fragen stellen sich neben wirklich an Twitter interessierten Menschen vor allem die vielzählen Social Media Consultants! Und Sistrix war so frei, diesem Bedürfnis Befriedigung zu verschaffen – und wie immer ist die Stichprobe sehr repräsentativ ausgefallen:

Da Twitter sich leider nicht in der Lage sah, mir einen Datenbank-Dump auf einem USB-Stick zuzuschicken, musste ich einen anderen Weg finden, um an eine ausreichende Datengrundlage zu kommen. Glücklicherweise hat Twitter eine recht umfangreiche API, die bei der richtigen Sonne-Mond-Konstellation sogar manchmal funktioniert. Wenn man sich bei Twitter anmeldet, erhält man eine aufsteigende Nummer (ID). Aktuell liegt diese Nummer bei rund 85 Millionen. Ich habe nun ein kleines Script geschrieben, das die Daten von Twitter-Accounts über die API abfragt und speichert. Rund 10% aller Accounts scheinen mir ausreichend, um aussagekräftige Schlüsse zu ziehen.

Das Orakel von Delphi spricht

ritchie aka datadirt Salvia Divinorum habe sich das Orakel von Delphi vor seinen mehrdeutigen Zukunftsprojektionen “reingezogen”, heißt es. Über die Konsumationsgewohnheiten des Teams rund um die Internationale Delphi-Studie 2030: Zukunft und Zukunftsfähigkeit der IKT und Medien, sicher ist nur so viel:

Die Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und Medien für die Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts ist größer als je zuvor. Um Einblicke in die langfristigen Entwicklungen dieser Branchen zu erhalten, hat der Münchner Kreis gemeinsam mit dem EICT, Deutsche Telekom und TNS Infratest sowie den Förderern und Unterstützern Siemens, Vodafone, Focus, VDE, SAP, Alcatel-Lucent Stiftung, IBM sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die Studien „Zukunft der deutschen IKT“ sowie “Zukunft und Zukunftsfähigkeit der IKT und Medien” durchgeführt.

Das Baby kam als gesundes PDF-File mit einem Gewicht von 18MB auf die Welt und ist für Eilige auch als Executive Summary verfügbar. Aber nur hier auf datenschmutz gibt’s die Ultra-Executive Frosch-Version, sozusagen die Small-Talk Version fürs Büro:

Haben Sie schon die letzte Woche erschienene Delphi-Studie gelesen? Der “Mediensektor wird durch Digitalisierung nachhaltig beeinflusst und verändert.”

Alternativ-Version für Old Media Verlagshäuser, bei denen aufgrund bevorstehender Kündigungswellen wegen des “Scheiß Internet” (siehe nächsten Beitrag) dieses Bonmot makaber wirken könnte:

Schrottprämie hin oder her: Ich warte noch 504 Monate mit Autokauf! In der letzte Woche erschienen Delphi Studie über das Jahr 2030 steht: “IKT wird im Automobil die Sicherheit und Effizienz erhöhen.”

Viren und ihre Ziele

ritchie aka datadirt Der Preis für den schrägsten Vergleich der Woche geht an Maestro Shoemoney, der von einer National Geographic Docu über den Schweinegrippen-Virus nahtlos zu Online-Businessmodellen überleitet:

One of the things the show also talked about is how many people don’t know that a virus goal actually NOT to kill people. Its goal is to reproduce and sustain life for as long as possible. When it’s living in a human and the human dies then it dies too.
So how does this apply to internet marketing?
Well everyone is trying to create something “viral”. But most of the time they don’t have an end goal. I know some of the most gifted programmers/designers in the world who have created some of the most viral websites on the internet yet can’t figure out how to profit from them.

Twitter automatisiert Retweets – Jetzt wird’s ernst!

Judith aka Linzerschnitte Plötzlich war es da. Und dann auch schon wieder weg. Das von Twitter angekündigte Retweet-Feature gab letzte Woche auf einigen weniger Twitterprofilen ein kurzes Gastspiel, darunter auch auf meinem. Und natürlich hab ich das Retweeten gleich ausprobiert. Bei Mouse-Over erschien auf dem Tweet neben Reply die Option “Retweet”. Nach dem Klicken erschien ein Dialogfenster, und fragte den User, ob man diesen Tweet wirklich retweeten möchte. Nach dem “OK” war der Tweet dann auch schon retweetet – ohne die Möglichkeit des Editierens oder die Notwendigkeit, die Nachricht gegebenenfalls auf 140 Zeichen zu kürzen. Der Retweet erschien nicht in meiner eigenen Timeline, dafür aber in der Timeline meiner Follower. Jedoch nicht mit meinem Avatar, sondern als “Forward” des Originaltweets inklusive mit einem kleinen Textlink (“retweeted by xy”).

Außerdem implementiert tauchte im Sidebar Menü ein neuer ReTweet-Filter auf und kurze Zeit später erschien dort auch ein Link auf ein Feedback-Formular, in dem ich sogleich mein Missfallen über das neue Feature kund tat – mit Erfolg, tags darauf war es verschwunden! (und vorläufig zurückgekehrt am 13.11.);) Digiom machte mich dann auf einen Blogbeitrag von Twitter-CEO Evan Williams aufmerksam, der erklärt, warum die Retweet Funktion so ist, wie sie ist. Besonders interessant und zutreffend fand ich den Absatz über den “Lärm”, den manche notorischen Retweeter verursachen:

Noisiness. Let’s face it: Some people over-retweet. You may be interested in what they personally say, but you don’t need to know about every link and charity cause they pull their RT-happy trigger finger on. The only choice you have today is deciding if the benefit of getting their occasional gems is worth the cost of their retweetarrhea.

Aber auch wenn Retweets eine schlimme Form von “Stream Pollution” sind, editiere ich meine eigenen RTs natürlich, um meinen Senf dazuzugeben. Das Retweet Feature, so wie es bisher geplant war, würde ich wohl nur in manchen Situationen einsetzen – und ansonsten beim klassischen, manuellen “RT” bleiben.

Social Info-Dubletten filtern

ritchie aka datadirt Anomaly Systems arbeiten an einem neuen Projekt, das Geeks helfen will, die Redundanz in der persönlichen Informationsflut einzudämmen, indem Dubletten aus Twitter, Friendfeed und verschiedenen Feed-Quellen eliminiert und zusammengehörige Einträge gruppiert werden. Lous Gray hat Cadmus getestet und ist recht angetan:

In my testing of Cadmus, I found it correctly detected retweets, replies from others to the original sender, copies of tweets sent to FriendFeed, and other topically-related items, even if they did not share keywords. Cadmus was even able to find similar updates that were hours or days apart.
On average, each refresh of Cadmus filtered around 10 percent of my updates. For runs that included 3,000 or so updates, 300 individual items would be grouped or filtered – and testing of a smaller account in the low hundreds also showed a similar 10 percent filter rate. In fact, the more updates I filtered, the higher the percentage filtering would be found. In a run comprising more than 8,000 items, almost 1,000 were “related”.

Tod dem Traffic

Judith aka Linzerschnitte Zeitungen wie “Der Standard” oder “Die Kronenzeitung” haben nach dem Tod von Jörg Haider und Michael Jackson schnell Dossiers über die verstorbenen Persönlichkeiten online gestellt und diese mit Google Adwords beworben. Sie wollten gefunden werden, sie wollten Traffic und User auf ihre Seiten locken. Das wollen eigentlich alle Medienunternehmen. Alle, nein einen großen Medienkonzern gibt es da, der sich wohl demnächst einen Consultant in Sachen “Negative SEO” (Copyright @navofignorance) suchen wird: Rupert Murdoch. Er hat die Nase voll davon, dass die “content kleptomaniacs” Google & Co. seinen hochwertigen journalistischen Content einfach zu Customized Online-Newspapers zusammenwürfelt. Darum will er seinen Content nun …verstecken.

Und Douglas Rushkoff, Professor für Media Studies findet diese Idee gut:

Of course, Murdoch’s remarks are really just a trial balloon. He has initiated a conversation—but one that few of us are in a position to back up with a multibillion-dollar media empire. By suggesting that he is ready to pull the plug on universally searchable news, he is inviting other publishers in the same position to consider taking the same leap.

Mal sehen, ob die anderen Lemminge Rupert Murdoch folgen würden…

Es trendet schon wieder, aber diesmal lokal

ritchie aka datadirt Dass Twitter in absehbarer Zeit Geo-Info in Tweets integrieren will, wurde bereits im August angekündigt – nun zeichnet sich ab, dass die neue API-Funktionen auf absehbare Zeit jedem Städtchen sein eigenes Trendbarometer verschaffen wird, wie Ben Parr auf Mashable berichtet:

The new API will open up the ability for Twitter apps to figure out what’s trending in a pre-defined set of locations. This means that while San Francisco will almost certainly have a set of local trends, my hometown of Princeton, IL (7200 residents) probably will not, at least in the beginning.

Dazu passt auch ganz hervorragend der Beitrag How Social Media is taking the News local von Leah Betancourt, ebenfalls auf Mashable:

“I sense inevitability is setting in with media companies with regard to social media. Those that thought… it was a fad that would quickly fade away are beginning to resolve themselves to the cold reality that social media is here to stay and will have to play a role in news coverage and audience building for a long time to come,” Briggs said.

Das Thema Bürgerjournalismus haben wir auch am World Blogging Forum ausführlich diskutiert – Tenor: die Tools und Möglichkeiten sind, wie die ökonomischen Grundlagen einer partizipativen Berichterstattung aussehen können, ist dagegen noch recht unklar: erste Versuche mit Beteiligung der User an den Werbeeinnahmen verlaufen für alle Beteiligten bislang noch nicht übermäßig einträglich.

Betriebssystem, verchromt

ritchie aka datadirt Chrome OS wird innerhalb einer Woche zum Download bereit stehen, weiß Michael Arrington. Googles im Juli angekündigten PC-Betriebssystem dürfte damit wohl das raschest entwickelte OS aller Zeiten sein. Über den Umfang der unterstützten Hardware sind noch keine Details bekannt, sicher ist aber, dass vorerst nur bestimmte Devices unterstützt werden:

We expect Google will be careful with messaging around the launch, and endorse a small set of devices for installation. EEE PC netbooks, for example, may be one set of devices that Google will say are ready to use Chrome OS. There will likely be others as well, but don’t expect to be able to install it on whatever laptop or desktop machine you have from day one. Google has previously said they are working with Acer, Adobe, ASUS, Freescale, Hewlett-Packard, Lenovo, Qualcomm, Texas Instruments, and Toshiba on the project.

Über genaue Details der Softwarearchitektur ist bislang wenig bekannt. Big G entwickelt sein OS allerdings nicht von Null auf, sondern es beruht auf einem nicht näher spezifizierten Linux-Kernel. Avisiert wird die immer populärere Gruppe der Netbooks, deren Löwenanteil immer noch mit dem 8 Jahre alten XP auskommen muss. Chrome OS dagegen soll schlank und ressourcenschonend sein und dem Chrome-Browser eine optimale Systemumgebung bieten. Ich bin da relativ skeptisch, da es mir wesentlich wichtiger ist, gewohnte Software auch am Netbook verwenden zu können – das erfordert zwar in vielen Fällen etwas mehr Geduld als am Desktop, erhöht den Unterwegs-Nutzwert aber immens. Mehr über Google Chrome erfährt man in diesem TechCrunch Beitrag.

Sie nennen es Sprouten

ritchie aka datadirt Das neue Social-Network für Unternehmer und KMUs konzentriert sich ganz auf die berufliche Seite des Microblogging-Lebens und stellt daher konsequenterweise auch die Frage: “What are you working on?” statt “What are you doing?” Es reicht ohnehin schon Echtzeit-geplagten Entrepreneuren also nicht mehr, sich mit LinkedIn Messages zu bombardieren, weiß The next web:

Sarah Prevette, the founder and CEO, believes that “Sprouter can provide the forum for real-time networking and collaboration so everyone can benefit from mistakes and successes.”. Indeed it does and after it’s beta launch back in August 2009, it’s providing it’s user with a unique space to market themselves, their ideas and businesses.

Mit anderen Worten: das Zeitalter der EPUs ist vorüber, denn kein KMU kann in Zukunft auf einen CSO – Chief Sprouting Officer verzichten können. Einziges Distinktionskriterium gegenüber dem großen Vorbild: Sprouter beherrscht Threading, also die von Foren gewöhnte Einrückung zusammengehöriger Konversationen. Der Name steht für “Keim, Spross, Trieb” – ich bezweifle allerdings stark, dass die Business-Welt ein eigenes Twitter-Network braucht. Prädikat: “Sprout Inhibition” (Keimungsunterdrückung)

The ConversationList

Judith aka Linzerschnitte Wenige Wochen nach ihrer Einführung ist es schon wieder ruhig um die Twitterlisten geworden. So richtig kann wohl niemand was damit anfangen. Oder doch?
The Conversation-List ist in etwa die Anti-These zur Karteileichen-Liste – dort finden sich 25 oder mehr Personen, mit oder über die man im Gespräch ist.

The list is automatically updated daily, so that it always reflects the people that you are paying attention to right now. If you @reply (or @mention) someone, they’re added to your list. If you stop talking to that person, they drop off your list.

Klingt nett, installiert sich quasi wie von selbst, und kann auch einfach wieder entfernt werden. Hilft’s nix, schadet’s nix: conversationlist.com.

PS: schon irgendwer einen echten Nutzen für die Twitterlists entdeckt? JohnOn geht ja beinhart davon aus, dass Google Twitter bald für 6 Milliarden gekauft haben wird müssen:

That’s the headline I think we’ll see soon enough, when Google gets over itself and swallows the bitter pill. The mistake was already made… more than once… when Google failed to truly demonstrate the value of Twitter to its future. Had it offered a sweet enough deal, it could have bought Twitter before. Everyone has a price. But with each passing week, Google (and the rest of us) see more and more clearly just how essential Twitter is to Google’s future. And each week, the cost of acquiring Twitter goes up.

Die schlimmste aller Fragen

ritchie aka datadirt …hat Christ Walker der Cyber-Entität Scobleizer gestellt, noch dazu auf Twitter: Any advice on getting followers?

It’s the worst question in social media. Sorry Chris for picking on your question. It’s actually a question lots of people wonder, but it’s the kind of thing that no one really can answer.
Why?
Because we’re not in control of who follows us. So, I’d rather not think about it. I rather think about things I CAN control. What are those?
1. What I write about.
2. Who I follow.
3. Who I hang out with.
4. The lists I follow and steal from.

Also bitte, lieber Scoble: Wer stiehlt denn? Wir remixen doch bloß!

Scheiß-Internet-Preis für die Grünen

ritchie aka datadirt Die Grünen sammeln Auszeichnungen wie andere Parteien Strafzettel in Brüssel. Durften sich die an Einmischung in in- und oder externe Affären wenig interessierte Partei in diesem Jahr bereits für die Forderung nach Internet-Sperren bereits über den Big Brother Jackpot freuen, so knallten gestern erneut die Korken:

Die Wiener Grünen sind die ersten Träger des Wolfgang Lorenz Gedenkpreises für internetfreie Minuten. Er belohnt sie für das “Kommunikationsdesaster” rund um die Grünen-Vorwahlen. Durch die Ablehnung eines Teils interessierter Nichtmitglieder zur aktiven Teilnahme an den parteiinternen Abstimmungen über die Kandidaten für die kommende Gemeinderatswahl hat die Partei einen Teil der Wiener Webszene enttäuscht.

Es kann nicht leicht gewesen sein, sich gegen diese übermächtige Konkurrenz durchzusetzen, und ich beneide die Jury nicht um die gewiss schwierige Entscheidungsfindung. Und die Nominierungsliste hat es definitiv verdient, an dieser Stelle in voller Länge wieder gegeben zu werden:

1. Nominierung: die ORF ON-Direktoren für 15 Jahre fehlende Barrierefreiheit im Scheißinternet und generelle Ignoranz; denn ORF ON endet als Versorgungspostenpool, der sich in der Konzeption von ORF-Dörfern und TV-Theken ergeht, anstatt eine umfassende Internetstrategie zu entwickeln.

2. Nominierung: Plagiatsjäger Stefan Weber für seine Leistungen als Blockwart eines konservativen Wissenschaftsbetriebes, der Studierenden Dummheit und Internetkriminalität vorwirft, anstatt Überlegungen über einen zeitgenössischen Wissenschaftsbetrieb des Web 3.0 zu machen.

3. Nominierung: der Bühnenabend “Menschmaschine” im Rabenhof in der Kategorie fehlgeleitetes Infotainment für die Leistung, das Web 2.0 auf die Formel “Beidlwitze” zu reduzieren.

4. Nominierung: Ibrahim Evsan – stellvertretend für alle Social Media Gurus, die den Übergriff der Technik (“Fixierungscode”) predigen und gut daran verdienen.

5. Nominierung: Armin Thurnher in der Kategorie beleidigter Leitartikler; große Verdienste um die österreichische Medienlandschaft sind noch lange kein Freibrief für unreflektiertes Gegrantel.

6. Nominierung in der Kategorie Abmahnwahn: Jako und Jack Wolfskin für ihren unglaublichen juristischen Umgang mit Kleinst-Bloggern und Hobby-Bastlern mit Netzzugang

7. Nominierung in der Kategorie ProfilneurosendistinktionsgewinnlerInnen: ein paar KolumnistInnen (u.a. Doris Knecht und Polly Adler/Angelika Hager) für ihre medialen Anti-Social-Media-Koketterien.

8. Nominierung: die Wiener Grünen für ihre missglückte politische Kommunikation im Netz und das Verpassen einer einmaligen Chance.

9. Nominierung: Franz Medwenitsch für seine jahrelange Tätigkeit als Blockierer von fairen Verwertungsmodellen und diesbezüglicher lobbyistischer Begleitung von allen Gesetzesnovellen auf staatlicher und gemeinschaftlicher Ebene.

10. Nominierung: Wolfgang Schüssel – fürs Lebenswerk in der Bereitung internetfreier Minuten, denn er strafte die von ihm ungeliebte “Internetgeneration” mit einer miserablen Telekom-Regulierungspolitik ab.

Wenn Häuser sich schlafen legen

ritchie aka datadirt Nein, es gibt wirklich kaum eine bessere Metapher für die Krise der Immobilienindustrie – und wären die Häuser näher beieinander gestanden, dann hätte es auch noch einen Domino-Effekt gegeben. Was genau hier [Foto] passiert ist, weiß Mish [via @muesli]:

  1. An underground garage was being dug on the south side, to a depth of 4.6 meters.
  2. The excavated dirt was being piled up on the north side, to a height of 10 meters.
  3. The building experienced uneven lateral pressure from south and north.
  4. This resulted in a lateral pressure of 3,000 tons, which was greater than what the pilings could tolerate. Thus the building toppled over in the southerly direction.

Judiths Video der Woche: Katzencontent, again!

Clean your screen. Wenn ich meine Katze dazu überreden könnte, das zu machen… ach wäre das Leben schön.

Ritchies Video der Woche

Vielleicht kann Religion die Menschheit doch noch retten – zumindest drängt sich dieser Gedanken bei Jesus 2000 auf:

Aber damit’s nicht heißt, ich würde hier im Panoptikum bloß religiösen Fanatismus verbreiten, hier noch eine Perle von Rocketboom, nämlich die Kulturgeschichte des beliebten Audio-Produktions-Plugins Autotune. Merke: It’s not a vocoder!

Lesetipps der Woche

  • Der Social Officer soll den Corporate-Dampfer sicher durch stürmische Twitter-Wogen lenken, doch wie findet man ihn? So nicht, mein altitudebranding.com
  • Gaube nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Und vor allem: glaube nie, was in einer Nielsen Umfrage steht. Demnach befindet sich der US-TV-Konsum nämlich auf einem All-Time-High, gegen das Amy Winehouse nüchtern wirkt.
  • Tod den Holzmedien: Zuerst waren es die Zeitungsverlagen, jetzt geht das Virus auf die klassischen Verlage über: Tod dem bedruckten Holz, diesmal ist der Gemischtwarenhändler und Kindle-Schöpfer Amazon schuld. Denn den Verlagen laufen die Autoren weg, geradewegs in Amazons Arme. Ob die Autoren von den üblichen Shares wissen? 70: 30 zu Gunsten des Verlages?
  • Twitter Microsyntax – Die Fortsetzung: Der “Erfinder” des Hashtags, Chris alias Factory Joe, schlägt einige neue Zeichen für Twitter vor! Genau, wenn man etwas verkomplizieren vereinfachen kann, soll man es selbstverständlich tun! Lasst uns eine Microfachsprache kreieren, damit uns endlich niemand mehr versteht und die Twitter Coaches ein neues Seminarbetätigungsfeld finden.

Und das war auch schon wieder unser wilder Galopp-Ritt durch sieben Tage Social Media. Danke für Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit und lassen Sie sich auch weiterhin nicht durch Echtzeitmedien vom Panoptikum-Konsum abhalten – und vor allem nicht von Kommentare und Anregungen. Wir wünschen schöne restliche Sonntagsminuten, einen erquicklichen Wochenbeginn und lesen uns morgen!

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick – für jeden Eintrag gibt’s auf Wunsch einen Backlink! Hier geht’s zum Einreich-Formular.

Twitter und der Follow-Friday

Immer wieder Freitags tauchen zunehmen mehr Tweets mit dem mysteriösen Hash-Tag #followfriday in den Timelines ahnungsloser Twitter-User auf. Aber keine Angst: es handelt sich mitnichten um eine internationale Interessensvertretung von Wochenende-Stalkern. Begonnen hat die ganze Sache mit diesem simplen Tweet von @micah am 16. Jänner diesen Jahres:

followfriday

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Twitter macht uns so unglaublich relevant

Der amerikanische Comedian lässt seine Figur “Old Man Stewart” unseren liebsten Micro-Blogging Services erklären. Warum spricht die ganze Welt, und speziell der amerikanische Kongress, nur mehr in 140 Zeichen? Warum registrieren sich alle plötzlich bei Grunter? Verdammt witziges Video!

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WordPress Templates: Die Revolution kostet wieder

Revolution themes go open sourceAls Brian Gardner und Jason Schuller Ende 2008 ankündigten, dass ihre gratis verfügbar seien, ging ein Raunen durch die WP-Community – zählen die Designs des kongenialen Duos doch zu den beliebtesten Magazin-Themes. Kürzlich ging’s aber wieder einen Schritt zurück und es darf wieder bezahlt werden:

To be clear, the spirit of open source and the GPL are being kept intact, and this decision is a result of some clarification that has been made about premium themes and how they can fit into the WordPress community.

Mir persönlich ist die Sache relativ egal, ich hab mir schon vor langer Zeit eine Lizenz gekauft – für hochwertige Plugin- oder Designarbeit werf ich gern ein paar Dollar ein. Im großen und ganzen zeigt die Episode allerdings, dass das Support-Businessmodell wohl nicht funktioniert hat, vermutlich war die bestehende User-Basis wohl doch nicht groß genug. Jedenfalls haben die beiden Autoren mit der ganzen Aktion einige Backlinks abgestaubt :mrgreen:

Sehr interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch einen aktuellen Artikel auf Texto über die Zukunft von WordPress:

WordPress.org verändert sich, hinter den Kulissen brodelt es, große Plugin Autoren gehen ihren Weg immer öfter ohne WP.org – große Theme Autoren meiden WP.org auch immer öfter – was bedeutet dies alles für den *normalen WP Nutzer, der einfach ein Blog haben mag. Was bedeutet dies für Developer, die an WP mitarbeiten oder mit der Software ihren Lebensunterhalt auf die eine oder andere Weise bestreiten.

Ich bin da etwas anderer Meinung und denke grundsätzlich, dass OS und kommerzielle Modelle problemlos nebeneinander bestehen können – schließlich sollte man nicht vergessen, dass nicht nur Auttomatic Millionen scheffelt, sondern Millionen von Einzelusern direkt oder indirekt monetär von WP profitieren. Dass kommerzielle Plugins und Themes nicht auf WordPress.org gehostet werden dürfen, finde ich auch in Ordnung; wie man ein Added-Value Tools erfolgreich selbst vermarktet, zeigen Sergej Müller mit WP-SEO bzw. der Woo Themes Club vor.

Fast Blogfinder Update: Version 2.6 verfügbar

Linkaufbau leicht gemachtGestern kündigte G-Lock den Release der neuen Fast Blogfinder Version an: 2.6 hat ein eingebautes Keyword-Suggestion-Feature bekommen, mit dem sich noch schneller passende Link-Portfolios zusammenklicken lassen. The neue Option nennt sich “Provide query suggestions” und offeriert nach Eingabe des Hauptstichwortes weitere sinnvolle Kombinationen – sehr hilfreich beim genauen Einkreisen der Nische! :mrgreen: Wie immer ist das Update für alle Lizenz-Besitzer völlig kostenlos.

Grundsätzlich funktioniert die Query-Abfrage wie von anderen Keyword-Tools gewohnt. Und nicht selten findet man dabei Kombinationen, die man ansonsten mit Sicherheit übersehen hätte:

When you type your keywords into the search box, Fast Blog Finder automatically suggests you keyword phrases based on your keywords. You can review a list of suggestions and select any keyword phrase from the menu. Sounds great, doesn’t it? If none keyword phrase suits you, type in your own search query and click Start.

DownloadFast Blog Finder Demo-Version:
Download
*.exe Datei, 125kB
OS: Windows XP, Vista

Das neue Feature ist ausgesprochen praktisch und beschleunigt den effizienten Aufbau des eigenen Linkportfolios zusätzlich. Außerdem wurde die Import/Export Funktion verbessert, und die Spalte “Most Recent Post Date” wurde zugunsten der neuen Kategorie “Last Updated” gestrichen. Letztere zeigt an, wann der Blogautor zuletzt Postings editiert bzw. Änderungen vorgenommen hat.

G-Lock hat wieder mal ausgezeichnete Arbeit gemacht – ich verwende FBL erst seit einigen Monaten, und das ist bereits das zweite Major Update mit neuen Zusatzfeatures. Ich hab’s schon mal gesagt und ich kann mich nur wiederholen: der Fast Blogfinder ist das effizienteste Linkbuilding-Tool, das derzeit am Markt verfügbar ist. Selbst wenn man sich nur 30 Minuten pro Woche Zeit nimmt, um die eigene Homepage zu promoten, sind die rund 50 Euro hervorragend angelegt. Und dass man beim Kommentieren immer wieder auf interessante Blogbeiträge stößt, ist ein ausgesprochen netter Nebeneffekt und macht die Arbeit mit FBL recht kurzweilig.

Fast Blogfinder Freeware Download

Mit einem Blog Geld verdienen? Blöde Idee!

bankierDie überwiegende Mehrheit meiner (virtuellen) Bekannten, die mir eine Frage zum Thema Blogging stellen, wollen wissen, wie man am besten mit einem Weblog Geld verdient. Nun, die Antwort ist bestechend simpel: am besten gar nicht. Nein, wirklich: Blogs sind keine Cash Cows. Ich kann das guten Gewissens sagen, denn ich hab alles Mögliche ausprobiert. Aber das ist mir auch ziemlich egal – natürlich freu ich mich über jeden Leser und Kommentar, aber ich würde hier auch weiterschreiben, wenn kein Mensch mehr meine Artikel liest.

Glauben Sie mir: wirtschaftlich gesehen ist der Betrieb eines Blogs eine ziemlich dämliche Idee, denn das Businessmodell skaliert langfristig so gut wie gar nicht. Irgendwann ist die Traffic-Decke in der Nische erreicht, und beliebig viele Blogs kann man auch nicht betreiben. Schließlich erfordert die dauernde Posterei hohen Zeiteinsatz, doch dem stehen magere Einkünfte entgegen: da und dort mal eine trigami-Rezension, für die Mutigen vielleicht ein paar vermietete Links plus spärliche Klicks auf die PPC-Werbemittel – mit Postings ist der Weg zum Geldspeicher definitiv nicht gepflastert.

Umwegrentabilität dagegen ist zweifellos ein Thema: als Ein-Mann-Unternehmen generiere ich über mein Blog Werbung, Aufmerksamkeit, Medienpräsenz und damit letztendlich auch Leads – und tue genau das, was mir am meisten Spaß macht. Zweifellos mag die Verzahnung von Bloggen und Jobben in meinem Fall besonders eng sein, schließlich berate ich meine Kunden zum Thema Webstrategie. Trotz bin ich überzeugt davon, dass ein Weblog für jedes B2C-Unternehmen einen idealen Kommunikationskanal darstellt – aber ein Blog als monetären Selbstzweck zu betreiben, macht einfach keinen Sinn.

Klar, ich verdiene mittlerweile einen vierstelligen Betrag pro Monat direkt mit datenschmutz und meinen anderen Blogs. In Relation zu der Zeit, die ich dafür aufwende, ist der Stundenlohn im Vergleich zu meinen übrigen Jobs trotzdem bestenfalls lächerlich – als Kellner könnte ich finanziell besser aussteigen, aber Getränke rumzutragen macht mir halt höchstens einen Abend lang Spaß: beim Bloggen verhält sich das aber ganz diametral. Als ich mit datenschmutz begonnen habe war’s ein reines Spaßprojekt, und die Lust am Experiment an der Schnittstelle zwischen Geschreibsel und Technik hat bis dato für mich nix von ihrer Faszination verloren. Als ich vor über 10 Jahren begonnen habe, mich mit SEO zu beschäftigen, geschah dies ebenso aus purem Spieltrieb – ich verschwendete damals keinen Gedanken daran, jemals Geld mit der Positionierung von Webseiten zu verdienen. Als wir in den Neunzigern unsere ersten Web-Communities (medianexus.net) bauten, da dachten wir nicht an Bannerschaltungen, sondern hatten plötzlich ein neues Lieblings-Hobby gefunden. Aufgrund dieser immer wiederkehrenden Erfahrung, dass alle meine erfolgreichen Projekte aus der Beschäftigung mit Dingen, die ich sehr gern tue, entstanden sind, bin ich der felsenfesten Überzeugung, dass der wahre Wert eines Blogs nicht in Werbeeinnahmen aufzuwiegen ist. :mrgreen:

Weihnachts-Goodie: Gratis ePages Merchant Pro Lizenz

ePagesMichael Kamleitner ist nicht nur der programmiertechnisch fitteste WordPress-Guru, den ich kenne, sondern auch zertifizierter Vertriebspartner des eCommerce Anbieters ePages. Als Weihnachtsspecial bietet er allen Online-Unternehmern, die mit dem Gedanken spielen, ihren eigenen virtuellen Shop aufzusperren, ein mächtiges Zuckerl: auf seinem Blog vergibt er eine ePages 6 Merchant Pro Lizenz im Wert von EUR 4.800 – die ideale technologische Grundlage für den Aufbau der eigenen Versandhandel-Existenz.

Es handelt sich dabei nicht um eine klassische Verlosung: Interessierte füllen dieses Formular aus und erklären, welche Art von Shop sie aufziehen möchten, Unternehmensgröße und Sparte spielen dabei keine Rolle:

Bis zum 31. Dezember 2008 suchen wir interessierte Pilot-Kunden, die gemeinsam mit uns ein auf ePages basierendes Projekt umsetzen möchten. Neben dem Know-How in der Gestaltung und funktionalen Anpassung des ePages-Paketes, legen wir für das spannendste, vielversprechendste Projekt eine kostenlose Lizenz ePages 6 Merchant Pro drauf (Verkaufspreis 4.800,- EUR)!

Ob Sie Autozubehör, Elektronik oder Dienstleistungen online verkaufen möchten – inhaltlich gibt es ebenso wenig Einschränkungen wie hinsichtlich der Unternehmensgröße (bewerben Sie sich also auch, wenn Ihr Unternehmen erst in Gründung ist, oder gar nur als Idee existiert!).

Mehr als 50.000 Online-Anbieter setzen bereits auf ePages, von KMUs bis hin zu Großunternehmen wie Strato, Host Europe und Skoda. Die Software deckt das gesamte Anforderungsspektrum des Online-Handels ab, ein WYSIWYG-Editor und das dynamische User-Interface machen die Gestaltung der eigenen Netz-Präsenz so einfach wie nie zuvor: wer konkrete Online-Vertriebspläne hat, sollte auf jeden Fall seine Chane wahrnehmen – hier geht’s zur Teilnahme.

Lust auf 1.000$ und eine werbefreie Gratis-Homepage?

best of synthasiteUnd noch dazu Ruhm und Ehre auf Synthasite? Die Betreiber des sympathischen Free-Page Generators haben einen Contest ausgeschrieben, der bis 5. Jänner läuft: wer die tollsten Synthasite-Seiten baut, darf sich über ein ordentliches Preis-Paket freuen. Wie die Betreiber ihren Service finanzieren, wissen der Geier und höchstens TechCrunch: nach der Registrierung kann man sich im benutzerfreundlichen in-Browser Editor austoben, das fertige Elaborat bleibt frei von aufgedrängten Werbeeinblendungen.

Das macht Synthasite sozusagen zum zeitgemäßen Nachfolger der guten alten Geocities – dass sich der Service in Europa trotzdem keiner gesteigerten Beliebtheit erfreut, liegt aber wohl nicht zuletzt daran, dass an Free-Hosting Providern wahrlich kein Mangel herrscht. Viele User bevorzugen außerdem ein leicht zu bedienendes Blog gegenüber einer Homepage mit selbstdefinierter Struktur, auch wenn die Lernkurve beim Synthasite Editor angenehm flach ausfällt. Auf der Habenseite stehen außerdem diverse dynamische Module: man kann ohne weiteres eigene Fotogallerien, einen Shop, frei definierbare Formulare und sogar eigene Werbung unterbringen. Beim Publishen der fertigen Seite kann man entweder eine Synthasite-Subdomain wählen, für 15$ im Jahr eine dedizierte Domain kaufen oder die fertige Seite herunterladen und am eigenen Webspace unterbringen.

synthasite editor
Der Synthasite Editor Screen

Ich bin generell kein großer Freund von Infrastrukturprovidern. Wenn man schon Zeit und Aufwand investiert, dann lieber gleich in eine selbst gehostete Seite. Denn auch bei Free-Providern begibt man sich stets in ein Abhängigkeitsverhältnis – wer weiß, ob Synthasite nicht irgendwann doch Werbung schaltet, offline geht oder sonst? Trotzdem bietet der Contest einen ordentlichen Anreiz, schließlich geht’s nicht um den Tausender, sondern um diverse PR-Leistungen, die jeder Pro-Blogger zu schätzen wissen dürfte, zumal Synthasite in den USA bereits beachtliche Popularität erreicht hat:

Winners will receive (a) a free SEO lesson, performed by SynthaSite CEO and SEO Expert Vinny Lingham, (b) $1000, (c) be featured in a SynthaSite press release, in the SynthaSite newsletter and posted to Vinny’s blog, and (d) be able to post a “Best SynthaSite” logo on the winning Web site(s) (collectively, the “Prize”). Awards will be announced no later than January 5, 2009. The approximate value of the Prize is $4,500.

Die komplette Teilnahmebedingungen sowie den Link zur Einreichung gibt’s hier. Wie so oft dürften deutschsprachige Seiten wohl keine Chance haben – wer den Synthasite Editor mal so richtig auf Herz und Nieren testen möchte und bei der Gelegenheit sein Glück beim Contest versucht, sollte sich für ein englischsprachige Page entscheiden. Die Gewinner werden am 5. Jänner 2009 unter bestof.synthasite.com bekannt gegeben, wieviele Preise vergeben werden, gaben die Betreiber noch nicht bekannt. Die Jury berücksichtigt bei ihrer Entscheidung die folgenden Kriterien: “visual appeal of site, focused purpose, and/or innovative use of widgets”.

Impressionen aus Gmünd

Jesus in praktischen Metall-ReisekofferSo eine Stadtführung eignet sich natürlich ganz hervorragend als Fotosafari: und an Motiven mangelt es der Metropole des Liesertals nun wirklich nicht. Hier haben wir unter anderem den Beweis gefunden, dass J.C. doch nicht am Kreuz starb! Außerdem hinterlässt die jahrelange Präsentation als Kunst-Gemeinde überall im Ort ihre Spuren: man kann quasi in keine einzige Richtung blicken, ohne irgendwo an einem kulturellen Artefakt hängen zu bleiben. Ob dieses Ortsbild-Feng-Shui der visuellen Domimanz der Autobahn etwas entgegensetzen kann? Entscheiden Sie selbst!

Bloggerfüße

Michaela war schon wieder nicht da, also bleibt die schwere Bürde der modischen Berichterstattung mal wieder an der denkbar inkompetentesten Person hängen. Et voilá, hier kommen frische Bloggerfüße respektive Schuhe aus Gmünd:

Gmuender Bloggerfuesse

Bloggen von der Burg

Alte Burg GmuendHier in Gmünd ist die Hölle los! Gestern Alpenrallye und Platzkonzert, heute Oktoberfest… und das sind nur die Highlights des öffentlichen Veranstaltungskalenders: äußerst beachtlich für ein 2.600-Einwohner-Städtchen! Allerdings verteilt sich der Großteil der Bevölkerung auf die “hinteren Gassen” und umliegenden Häuser: lediglich 37 Gmünd-in-Kärntner haben ihren Hauptwohnsitz am Hauptplatz. Als eine der wenigen österreichischen Städte kann dieser nach wie vor dicht machen, denn die einzigen vier Zugänge führen durch historische Stadttore.

Stadtführung im Gmünd
Vor dem Gmünder Stadttor

Das hat damit zu tun, dass Gmünd in grauer Vorzeit zum Bistum Salzburg gehörte, und den erzbischöflichen Geo-Strategen war eine befestigte Siedlung ausgesprochen wichtig. All dies und noch viel mehr erfuhren wir heute von Isolde Schaubach, der charmanten Leiterin unserer Stadtführung 2.0. Weitere Gmünd Trivia:

  • Es gibt in Gmünd kein Hotel. Pensionen, Gasthöfe und Privatunterkünfte gibt’s genug, aber eben kein Hotel.
  • Die Stadtväter betreiben ein Atelier – Künstler können sich bewerben und zwei Monaten gratis in Gmünd wohnen und arbeiten, derzeit ist eine junge Bildhauerin aus Montenegro bildhauerisch zu Gast.
  • Die alte Burg wurde liebevoll restauriert, eines der größten Probleme bestand im Abtransport der Schuttmengen, die sich im Lauf von zwei Bränden und einem Erdbeben angesammelt hatten. Freiwillige Helfer transportierten Schubkarre und Schubkarre ab, bevor mit den eigentlichen Renovierungsarbeiten begonnen werden konnte.

Nach der Stadtführung gab’s ausgezeichnete Blogsuppe, hervorragende Spätzle und Eis mit Rumpflaumen, einen Burgrundgang.

Soeben beginnt der inhaltliche Teil des Bloggertreffens – aber allein schon für den Stadtrundgang und die Burgführung hat sich die Anreise ausgezahlt. Ulrich spricht gerade über “Internette Dörfer” und die Abbildung dörflicher Info-Strukturen in komplexen Geo-Informationssystemen: ein hochspannendes Thema, denn bereits seit 2001 beschäftigt sich Tao.at mit dem Thema “virtuelles Dorf”.

PS: gestern Abend war’s auch ausgesprochen nett – Luk hat mich in meinem Zweitlieblings-LaFraise-Shirt abgeschossen; das neue und absolut geniale Darth Vader Shirt hab ich leider knapp verpasst, es war nach wenigen Stunden ausverkauft (kein Wunder!).

Morgen: Bloggertreffen in Gmünd

Alpenrallye in GmuendToday is my lucky day. Hab mir ein Erste-Klasse-Ticket gekauft und von einem sehr freundlichen Schaffner ein Gratis-Update für einen Platz im Business-Abteil bekommen. Jetzt bleibt mir gar nix anders übrig, als nett über die ÖBB zu schreiben: denn mit diesen ultra-bequemen Ledersesseln und Moving Repeatern im Zug macht Bahnreisen trotz fehlender Stewardessen im Mini-Rock mehr Freude als Fliegen. Heute Abend geht’s los mit einer Aufwärmrunde – die Location dürfte wohl ziemlich rocken, und der Burgherr ist nicht bloß Gastgeber, sondern selbst aktiver Blogger.

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Bei der Zimmerbuchung stellte ich fest, das Monika und Achim bei der virtuellen touristischen Erschließung des Lieser- und Maltatals hervorragende Arbeit geleistet haben. Generell finde ich Soisses.at sehr spannend: in österreichischer Zeitrechnung scheint’s immer noch zu früh, um mit solchen lokalen Informationssystem gut zu verdienen, aber das ändert sich rasch – und ich glaube, dass solche Pionier-Vorarbeit als Investitionsphase anzusehen ist, die sich in den nächsten Jahren doppelt und dreifach rechnen wird. Außerdem freu ich mich natürlich sehr drauf, einige übliche Verdächtige aus dem Westen unseres Landes mal wieder zu treffen! In diesem Sinne hier ein bisschen Linklove fürs Projekt: Zimmer buchen im Malta- und Liesertal.

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Morgen um zehn stünde dann ein Stadtrundgang am Programm (mal gucken, wie lange es heute dauern wird), und anschließend wird gefachsimpelt; wenn’s thematisch passen sollte, dann werd ich ein paar Worte über AdWords droppen und erklären, was sich seit dem “Google Slap von 2006″ am Werbemarkt gravierend verändert hat. Vorfroide!

Update: Gmünd ist das neue New York. Gegen die Action, die sich hier auf der Straße abspielt, stinkt der Wiener Hauptplatz sowas von ab! Als ich ankomme, fahren mir die Teilnehmer der Alpenrallye entgegen. Und kaum hab das Gasthaus nach der Maltataler Bachforelle verlassen, spielt die Liesertaler Musi am Hauptplatz auf – hier blasen sogar die Frauen! Die Beweisfotos liefere ich nach, hab leider den Kartenleser vergessen. Bin neugierig, ob heute Abend in der Dorfdisco Laurent Garnier, Larry Heard oder DJ Marky auflegen.

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