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Artikel-Schlagworte: „Blogosphäre“

Einladung zum World Blogging Forum 2009 in Bukarest!

9. November 2009bis12. November 2009
usa Einladung zum World Blogging Forum 2009 in Bukarest!Dieser Beitrag ist auch auf Englisch verfügbar.

Kurz vor dem Spanienurlaub erreichte mich die E-Mail Anfrage von Mihaela, ob ich denn als VIP-Gast von 9.-12. November das World Blogging Forum in Rumänien. Der Flug ist gebucht und das Hotel reserviert - selten habe ich mich so sehr auf eine Konferenz gefreut, denn die Gäste- und Sprecherliste umfasst große Namen. Die Veranstalter laden die erfolgreichsten Blogger aus 30 Ländern in die rumänische Hauptstadt ein - selbstverständlich werde ich live vom Event bloggen und twittern:

The most influential bloggers in the world: The event brings together some of the most influential persons in the online media all around the world, in conferences and workshops aiming to establish clear parameters of the development of the online media.

World Blogging Forum 2009

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Blogistan Panoptikum KW38 2009

Soeben noch auf der Futura-Showbühne, und schon wieder mitten im Rückblicken: in den letzten drei Tagen war die Gadget-Dichte bei der größten österreichischen Elektronik-Fachmesse selbst für meine Verhältnisse ungewohnt hoch - eine Reihe von Podcasts folgt in den nächsten Tagen. Aber wir sind ja nicht hier, um nach vorne zu blicken, sondern es geht... nach hinten los: sieben Tage nach hinten, um genau zu sein. Denn in der Blogosphäre geht Unheimliches vor: plötzlich kann man mit Twitter telefonieren, Nintendo Games im Browser spielen und Zeitungen, die aussehen wie Zeitungen, online lesen. Linzerschnitte und datadirt haben sich nicht erschrecken lassen und präsentieren Ihnen den furchtlosesten Wochenrückblick aller Zeiten!

The Internet didn't steal the audience, we lost it.

Judith aka Linzerschnitte Während die Verleger (und auch die Musikindustrie) hierzulande noch denjenigen beschimpft und für ihren Misserfolg verantwortlich macht, den sie eigentlich tätscheln und hätscheln sollte, ist man in the US of Ä wiedermal einen Schritt weiter. Michael Skoler von der Nieman Foundation for Journalism der Harvard University hat sich damit beschäftigt, warum die Leser/Seher den Mainstream Medien abspenstig geworden sind - und wie man sie gleichzeitig via Social Media zu Usern der eigenen Angebote machen kann:

Only the savviest of journalists are using the networks for the real value they provide in today's culture—as ways to establish relationships and listen to others. The bright news organizations and journalists spend as much time listening on Twitter as they do tweeting.

Wie weit Journalisten hierzulande davon noch entfernt sind, zeigt ein Blick in die Followerlisten der "twitternden" Reporter: Die meisten folgen fast ausschließlichen ihren Berufsgenossen. "Kollegenorientierheit" heißt der Fachausdruck für diesen journalistischen Zugang, in dem es eher darum geht, die Kollegen mit dem eigenen Fachwissen zu beeindrucken, als sich an der Zielgruppe zu orientieren. Nun denn, liebe twitternde Journalisten in Österreich - lernt mal schnell dazu, sonst finden eure kleinen Plänkeleien bald unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt!

Dein TwitterFon macht Ring

ritchie aka datadirt Jajah launchte eine Telefonlösung für Twitter namens JAJAH@call, wie thenextweb berichtet:

You'll be able to make phone calls via Twitter free of charge to anyone in the world, so long as they follow you back and have JAJAH accounts.
@calls are made without revealing your number and without needing to know the number of the person you wish to call – all you need is their Twitter username.

Klingt zu gut, um wahr zu sein? In der Tat könnte Jahjah damit ein großer Wurf gelungen sein, zumindest solange es den Providern weiterhin gelingt, die technisch unbegründete Trennung zwischen Sprach- und Datentelefonie weiter aufrecht zu erhalten. Ein Gespräch zu starten ist in etwa so schwierig, wie ein Tweet abzuschicken:

To make a call simply send a tweet with "@call @username" where the 'username' is the Twitter name of the person you wish to call. If that person follows you on Twitter, a free two-minute call – the verbal equivalent of a Tweet – will be initiated.

Klingt spannend, ich werd das sicher demnächst ausprobieren - vor allem praktisch für kostenspielige Auslandstelefonate.

Nintendo Games im Browser spielen

ritchie aka datadirt Stan Schroeder weist auf Mashable auf eine großartige Zeitvertreibs-URL hin: mit Ben Firshmans JSNES Simulator kann man eine Reihe von älteren Nintendo-ROMs im Browser spielen - die Emulation läuft komplett in JavaScript. Interessant nicht nur als Zeitvertreiben, sondern auch als JIT-Compiler Kraftprobe. Und die ergibt erstaunliche Ergebnisse:

Yes, it works in Firefox (Firefox) 3.5 and in Safari (Safari) 4, but thanks to its JavaScript optimizations, it runs about 10 times faster in Chrome.

Das entspricht eigentlich ganz meinen Erfahrungen mit dem aktuellen 3.5er Feuervogel, der nicht nur im Vergleich zu Chrome, sondern sogar zum 3er-Vorgänger unglaublich lahmt. Ich hoffe, dass die FF-Entwickler die Stabilitäts- und Performanceprobleme in den Griff bekommen, denn aufgrund der Add-On Vielfalt ist Firefox für Webprofis nach wie vor unersetzlich.

Total bimedial: Am Punkt

Judith aka Linzerschnitte Persönliches Highlight der Woche war der Launch des neuen Diskussionsformat "Am Punkt" auf ATV und damit verbunden der erste Einsatz für ein weiteres Datenschmutz-Linzerschnitten-und auch Subnet Gemeinschaftsprojekt. "Am Punkt" ist das erste bimediale Format eines österreichischen Fernsehsenders und dank Subnet/Michi Kamleitner auch das erste Format mit einem Facebook Livestream. Das Prinzip ist einfach: Auf dem Weblog blog.atv.at/ampunkt wird montags ein Thema für die Sendung veröffentlicht. Von diesem Zeitpunkt an können User/Seher Fragen stellen; per Mail (ampunkt@atv.at), via Video, Twitter oder Facebook. Während der Live-Sendung kommt noch der Facebook Livestream hinzu, der ebenfalls am Blog eingebunden ist. Sensationelles Ergebnis der Premiere: Mehr als 800 User-Kommentare über die verschiedenen Feedback-Kanäle - und ein Marktanteil von über 5 Prozent bei der eher fernsehunwilligen Zielgruppe der 12 - 29-Jährigen. "Am Punkt" gibt's immer mittwochs um 21.50 Uhr auf ATV.

Vertrauen ist keine Erfindung des Social Web

ritchie aka datadirt In Old School vs. New School Marketing beschreibt Lisa Barone eine lehrreiche Konversation mit ihrem Vater, dem sie einige Social Media Marketing Bücher geschickt hatte::

After reading the books, he called me this morning. To yell at me. In Italian.
What the hell was wrong with me? Why was I insulting him? Did I think he was an idiot? He's a successful business man. He knows all about trust and customers and building relationships and running a small business. He had been doing it for years. The information I sent him was nothing new. Why haven't I learned to cook yet?

Fazit des Artikels: Vertrauen war schon immer der wichtigste Erfolgsfaktor, allerdings trägt das Internet den Word-of-Mouth Effekt weit über geographische Grenzen hinaus:

The basic principles of business and marketing haven’t changed. However, that doesn't mean people are any better about implementing them. Today's empowered consumer means that "the basics" are more important than ever. Because now if someone doesn't like you, it's not just them and their three friends that hear about it. We all hear.

Big G News: Google kauft reCAPTCHA und launcht Fastflip

ritchie aka datadirt Die allgegenwärtigen Captchas nerven Internet-User jeden Tagen - und sind doch eines der wenigen probaten Mittel gegen die total Ver-Spam-Bottung des Internet. Das populäre und von vielen Third-Party Webmastern eingesetzte reCAPTCHA System zeichnet sich durch Crowd-Sourcing-Mehrwert aus, die User greifen OCR-Software bei schwierigen Fällen sozusagen unter die Arme:

But there's a twist — the words in many of the CAPTCHAs provided by reCAPTCHA come from scanned archival newspapers and old books. Computers find it hard to recognize these words because the ink and paper have degraded over time, but by typing them in as a CAPTCHA, crowds teach computers to read the scanned text.

Das Google sich nun reCAPTCHA einverleibt hat, ist nur konsequent - der Mehrwert für Google Books ist gewaltig. Und wo wir schon beim Thema Papier sind: ebenfalls vergangene Woche launchte Google offiziell den neuen Newsreader Fastflip:

Fast Flip is a new reading experience that combines the best elements of print and online articles. Like a print magazine, Fast Flip lets you browse sequentially through bundles of recent news, headlines and popular topics, as well as feeds from individual top publishers.
[...]
To build Google Fast Flip, we partnered with three dozen top publishers, including the New York Times, the Atlantic, the Washington Post, Salon, Fast Company, ProPublica and Newsweek. These partners will share the revenue earned from contextually relevant ads. This gives publishers an opportunity to introduce new readers to their content. It also tests our theory that being able to read articles faster means people will read more of them, driving more ad revenue to publishers.

Auffällig ist, wie stark sich Fast Flip an konventionellem Print-Layout orientiert - und noch bemerkenswerter finde ich, dass traditionelle Verlagshäuser im Taumel des Niedergangs sich wohl langsam mit der Vorstellung abfinden, zukünftig als Content-Generatoren mit Affiliate-Beteiligung zu überleben, bis sie dann endlich von Google gekauft werden :mrgreen:

Details zum neuen Twitter ReTweet-API

ritchie aka datadirt Wir haben bereits darüber berichtet, dass Twitter die bislang "informelle" ReTweet Funktion (also das Kennzeichnen von weitergeleiteten Tweets mit RT, quasi ein Pendant zum E-Mail Forward) in die nächste API-Version als Core-Feature integrieren wird. CNET News kennt einige Details zur Implementation. Besonders spannend: der ReTweet-Faktor könnte sich zu einer Art Pagerank-Äquivalent entwickeln - und bei mehr als 100 ReTweets gibt's einen Cut-Off:

What's interesting is that the new format, assuming that this is how the timeline ends up looking, can provide a quick, one-glance way to see just how influential a given Twitter user or individual tweet is, adding a new dimension to measuring Twitter influence beyond the follower count. If you see a lot of little retweet icons, for example, you might stop and take a closer look at a tweet (or the user behind that tweet) that you might otherwise have skimmed past.
What's also interesting is that it looks like retweet counts get cut off at 100, with higher ones displayed as simply "100+." I'm guessing that, say, CNN Breaking News generally gets a lot more than that.

Wie werde ich am häufigsten ge-re-tweet-et?

Judith aka Linzerschnitte Gespannt wartet die Twitteria bereits auf die Implementierung des neuen "Retweet" Features auf Twitter. Erste Einblicke gibt es bereits (siehe vorigen Beitrag) - und auch eine gewisse Retweet-Müdigkeit bei dem einen oder anderen Twitteruser lässt sich nicht von der Hand weisen. Die Karrierebibel hat sich diese Woche mal Retweet-Statistiken genauer angesehen und den besten Zeitpunkt ausfindig gemacht, um einen Retweet-werten Tweet auszusenden: Immer mittwochs, gegen 17 oder 22 Uhr. Und dazu gibt's noch folgende Tipps:

  • Schreiben Sie keinen Eintrag, der länger ist als durchschnittlich 120 Zeichen (140 ist das Maximum bei Twitter). Grund: Die anderen brauchen noch Platz für den ReTweet-Kopf: RT @IhrName.
  • ReTweeten Sie selbst. Wer sich an der Mundpropaganda nicht beteiligt, kann auch nicht auf eigenen Tratsch hoffen. Übertreiben sollten Sie es aber auch nicht damit.
  • Wenn Sie retweetet werden möchten, sollte Ihr Eintrag auch einen Nutzen bieten. Ob Humor, Erkenntnisse oder eine interessante Fundstelle im Netz – alles ist erlaubt. Nur keine Selbstpreisungen.

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Comicempfehlung: Ulli Lusts Autobiographie

Judith aka Linzerschnitte "Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens" heißt der autobiographische Comic meiner lieben Freundin Ulli Lust. Und im Gegensatz zu uns Normalsterblichen hat Ulli vor allem eines: etwas zu erzählen. Ach ja, und auch das Talent, diese Erzählungen kunstvoll in Worte und Bilder zu fassen. Mit 17 Jahren setzte sich die damalige Punkerin Ulli mit einer Freundin per Autostopp für zwei Monaten nach Sizilien ab und lernte dort das Leben von seinen schönen und auch sehr unschönen Seiten kennen. Mafia, harte Drogen, Vergewaltigung und falsche Freunde inklusive. 25 Jahre später hat sie diese Reise in einer Comic Autobiographie festgehalten, von der die FAZ meint, er sei eine Sensation.
Eine Leseprobe gibt's im PDF-Format, Ullis elektronischer Comicverlag ist unter Electrocomics.com zu finden, bei Amazon kann man bereits vorbestellen Blogistan Panoptikum KW38 2009

Foto der Woche: Checking the Hood

Laertes hat Oola auf ihrem Wachtposten geknipst. Dass Hunde aufmerksam ihre Umgebung studieren, ist nicht weiter außergewöhnlich - die Sitzposition dagegen durchaus:

oola Blogistan Panoptikum KW38 2009

Ritchies Videos der Woche

Diese Woche konnte ich mal wieder nicht entscheiden - zuerst mal zum Ernst des Lebens: Das AdWords System ist weder ein Buch noch trägt es sieben Siegel - allerdings fällt es Anfängern nicht gerade leicht, die Entstehung des AdRanks zu verstehen, der einen gravierenden Einfluss auf den Klickpreis hat. Dieses Video beseitigt alle Klarheiten: Googles Chefbuchhalter Hal Varian erklärt, wie die Ad Auctions funktionieren: ein Must-See für jeden AdWords-Nutzer!

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Noch unterhaltsamer: Facebook Manners and you. Großartiges Tutorial über Beziehungs-Dos and Don'ts im Stil von 50er-Jahre Benimmfilmchen:

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Judiths Video der Woche

Nachdem Herr Datenschmutz auch diese Woche wieder den einen oder anderen Wuff bemüht, um Sie, werte Leser, auf die Hundeseite zu ziehen, muss auch etwas für die Katzenseite getan werden. Und die lieben Kätzchen machen es mir einfach - denn selbst beim Wassertrinken sind Katzen einfach nur cool,. Verschwenderisch, aber geradezu gottgleich.

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Lesetipps der Woche

  • Nicht unbedingt zum Lesen, aber dafür zum Angucken und verwenden: Six Revisions hat 22 "Awesome Adobe Air Applications for Designers" zusammengestellt - nicht alle sind Awesome, aber Freeware-Freunden finden durchaus einige Schmankerl.
  • Auf 3rd Party Betreiber angewiesen zu sein, kann sich schnell als Bumerang erweisen - Andy Oram argumentiert am O'Reilly Radar ausführlich für dezentralisierte Social Networks.
  • Gefundenes Fressen für Geeks mit Faible für historische Forschungen: die Geschichte der augmentierten Realität
  • Das Weiße Haus stellt einen Social Media Archivar ein - Mashable kennt die Job Description.

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende unseres Rückblicks angelangt - vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Nächste Woche werden auf datenschmutz die Gewinner der Albertina-Führung und des Herzlos-Krimis bekannt gegeben - bleiben Sie dran! Linzerschnitte und datadirt wünschen einen wunderschönen Restsonntag, wir lesen uns morgen.

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick - für jeden Eintrag gibt's auf Wunsch einen Backlink! Hier geht's zum Einreich-Formular.

Blogistan Panoptikum KW36 2009

Schon wieder Sonntag, aber das letzte Wort der Woche fehlt noch, aber keine Sorge: durch Medien-Kunstausstellungen zu mäandern hält niemanden vom Rückblicken ab, ganz im Gegenteil: zumal doch in der vergangenen Woche sich Unvorstellbares zutrug - und wir sprechen hier nicht von Dominiks neuer Aufgabe als Seitenblicke-Spielertrainer. Und diese Woche gilt: only bad news are good news! Gmail war down, das Internet gehört Google, eBook Reader sind viel zu teuer, SEO ist tot und WordPress-Installationen werden gehackt: sozusagen eine Traum-Woche für den Katastrophenjournalisten in uns. Wie immer begrüßen Sie Linzerschnitte und datenschmutz herzlichst zum Höllenritt durch sieben Tage Blogosphärenwahnsinn - dieses Panoptikum ist für Leser aller Altersstufen teilweise unbedenklich.

Liebes Internet, Gratulation zum 40er!

ritchie aka datadirt Unser Lieblings-Netzwerk wurde vierzig - vor vier Dekaden begannen Len Kleinrock und sein Team am UCLA mit den ersten Tests für ein Kommunikationsnetzwerk, das verschiedene Universität verbinden sollten und einen freien Informationsaustausch ermöglichen. Uneingeschränkte Partylaune will sich bei der New York Times dennoch nicht einstellen:

There's still plenty of room for innovation today, yet the openness fostering it may be eroding. While the Internet is more widely available and faster than ever, artificial barriers threaten to constrict its growth.
Call it a mid-life crisis.

Der Standard, Copycat Nr. 1 unter den österreichischen "Qualitätszeitungen", würdigt das Jubiläum mit einer würdigen Übersetzung und gibt lustigerweise als Quelle AP/APA an:

Für Innovationen ist zwar sicher immer noch genug Raum da, aber die Offenheit scheint doch zu schwinden. Vielleicht erlebt das Internet ja gerade so etwas wie seine Midlife-Crisis.

Vielleicht erlebt ja der Printjournalismus gerade seine End-of-Life Krise?

Ein bisschen Twitter-Theorie

ritchie aka datadirt Kevin Marks' How Twitter works in theory gehört wohl zu den meist-zitierten Artikeln der Woche - bis 2007 war der Autor Head Engineer bei Technorati (und seit er für BT arbeitet, ist offensichtlich niemand mehr in der Lage, den Spider zum Arbeiten zu bewegen). Der gelernte Kommunikationswissenschaftler würde ein paar Schlagwörter samt rudimentärer Erklärung vermutlich nicht unbedingt als genuine Theorie des Micro-Blogging durchgehen lassen, aber lesenswert sind Kevins Ideen allemal:

At its heart Twitter is a flow - it doesn't present an unread count of messages, just a list of recent ones, so you don't have email's inbox problem - the implicit pressure to turn bold things plain and get that unread number down. Instead, you can dip in and out of it, when you have time, and what you see is notes from people you care about.

Die Gmail Misere

ritchie aka datadirt Okay, ich geb's zu: der rund 100 Minuten dauernde Gmail-Ausfall von letzter Woche ist mir nicht einmal aufgefallen, allerdings nutze ich Googles Kommunikationsservice auch lediglich auf meinen Homepages als relativ spam-resistente öffentliche Kontaktadresse und Durchgangsstation zu meinem "richtigen" Mailserver. Geschuldet war der eher ungewöhnliche Ausfalle laut Gmail Blog überforderten Routern:

At about 12:30 pm Pacific a few of the request routers became overloaded and in effect told the rest of the system "stop sending us traffic, we're too slow!". This transferred the load onto the remaining request routers, causing a few more of them to also become overloaded, and within minutes nearly all of the request routers were overloaded. As a result, people couldn't access Gmail via the web interface because their requests couldn't be routed to a Gmail server. IMAP/POP access and mail processing continued to work normally because these requests don't use the same routers.

Dieses Szenario wird sich laut Google nicht mehr wiederholen, veranlasste aber Joe Kissell auf Macworld.com zu einem Lob des Desktop-E-Mail Clients. Grundsätzlich teile ich ja Joes Meinung, aber dieses Argument bestätigt durchaus totgeglaubte Vorurteile gegenüber Mac-Usern:

I'll still take a desktop e-mail client (such as Apple Mail, Microsoft Entourage, or Mozilla Thunderbird) any day. Why? Well, there is the issue of outages like the one Gmail experienced this week. I like to be able to access my e-mail whenever I want.

Man fühlt sich versucht, ins Kontaktformular zu schreiben: "It's in the server, st00pid!" Im Zeitalter des mobilen E-Mail Zugangs macht Pop3 einfach keinen Sinn mehr - und wenn die Gegenstelle, spricht der Mailserver, nicht mehr will, dann hilft auch der beste lokale Client nicht weiter... aber meist ist bloß ein bisschen Geduld gefragt, also nicht gleich ausfreaken, wenn mal ein paar Minuten nix geht, meint JK:

I heard all kinds of complaints when Gmail went down. People saying that email service X would never go down like that. Or others saying that Google OWED us to keep Gmail up and running. Give me a break, stuff happens. When I was in the corporate world it was oh, so common to hear employees at some large company or another wandering down the halls claiming that "email is down again." And this is the fancy corporate Exchange Server that only has to keep their own employees working. Stuff happens.

eBook Reader noch immer viel zu teuer

Judith aka Linzerschnitte 199$ klingen nicht gerade nach Luxusgegenstand – so viel kostet Sonys neuer eBook Reader bei Amazon.us. Aber das ist den meisten potentiell digitalen Leseratten immer noch viel zu teuer, wie eine aktuelle Studie von Forrester Research belegt:

Even among frequent readers with a household income above $75,000, current prices put e-book devices firmly in the expensive luxury category. Forrester's survey of 4,700 online consumers in the U.S. found average consumers believe the value of e-book readers to be between $50 and $99, well below the cheapest reader on the market today. Only 14 percent of consumers said that prices of $199 or higher fall even within the "It’s expensive but I might consider it" range, according to Forrester.

Da liegt der Gedanke an die Preisstützung beim Handy natürlich nahe: wenn digitale Inhalte über Abos vertrieben werden sollen, dann brauchen die Lesegeräte allerdings mindestens WiFi, wenn nicht gar UMTS oder zumindest EDGE - die meisten derzeit verfügbaren Reader lassen sich allerdings bloß per USB-Kabel mit Lesestoff füttern. Wird wohl doch noch ein paar Wochen dauern, bis die Mediaprint-Druckerei völlig arbeitslos wird.

All your internets are belong to Google

ritchie aka datadirt John Andrews trifft wie immer den Nagel auf den Kopf, wenn er die Markt-Dominanz von Big in G in einem aktuellen Posting thematisiert:

Eric Schmidt, the guy who thinks Wikipedia is the greatest gift to mankind ever created by man, has web publishers (and domain owners) in his cross hairs. If Google succeeds, no one needs a domain name and no one needs to create a brand. They just need to submit to Google, and then, perhaps if Google has not completely satisfied the users with "the answer", provide a way to be contacted or a server IP for a web site for further reading (perhaps through the Google Profile conduit).

Diese technologische Total-Abhängigkeit zeichnet sich schon längst am Horizont ab - das Beispiel China zeigt, wie perfekt sich Suchtechnologie und Kontrollbedürfnis vereinbaren lassen. Google gestaltet unsere Vorstellung vom Netz, das schlichte Eingabefeld wurde zu unserem Haupt-Interface bei der Informationserschließung - schon jetzt bestimmt ein einzelner Gatekeeper über Quellenrelevanz. Was John zu seinem Posting veranlasst hat, war dieses Zitat von Eric Schmidts über die Zukunft seiner Suchmaschine auf TechCrunch:

So I don't know how to characterize the next 10 years except to say that we’ll get to the point - the long-term goal is to be able to give you one answer, which is exactly the right answer over time... what I’d like to do is to get to the point where we could read his site [the definitive authority on a particular searched query] and then summarize what it says, and answer the question.

Mit anderen Worten: Eric will das Web abschaffen und alle öffentlichen Webseiten dieser Welt zu Zulieferern degradieren. Schöne Aussichten... das wär's dann mit dem Thema "Meinungsvielfalt", wenn man bedenkt, dass schon jetzt 90% aller Suchen über einen einzige Anbieter laufen.

SEO, wechsel dich!

ritchie aka datadirt Jeremy hat völlig Recht: wer als SEO seine Arbeit nicht klar rechtfertigen kann, hat bald keinen Job mehr. Die Aura des Mysteriösen ist verflogen, gutes Linkbuilding ist ebenso mühsam wie teuer, und mit simplen Tricks kommt man nicht mehr weit - was die Arbeit auch unglaublich öde macht, denn schlecht positioniert sind nur noch Seiten mit gravierenden technischen Fehlern oder gravierendem Fehlverständnis für den Keyword-Longtail:

SEO Agencies providing client work are a dying breed. Especially when any monkey can have wordpress or any other CMS system up and running in 5 minutes and totally SEO'd as much as needed.
Noticed a trend it what dominates most search results lately? Wikipedia and wordpress blogs. How many SEO’s do you think they hired ? =P

Tja, waren ein paar lustige Jahre, und es kann nicht schaden, zu wissen, wie man eigenen und Kundenseiten das gewisse Extra an SM-Traffic verschafft... aber warum man seinen Berufsalltag freiwillig mit Linkbuilding verbringen wollen sollte, ist mir ein Rätsel :mrgreen:

HTML 5 kommt im Laufschritt

ritchie aka datadirt Runde Ecken via CSS? Zukünftig alles kein Problem mehr... oder doch? Die Versionsumstellung bringt nicht nur mehr Programmier-Komfort, sondern auch einige gravierende Neuerungen, die David Eisenberg auf A List apart übersichtlich inklusive weiterführender Links zusammenfasst. Trial und Error bleibt ambitionierten Webdesignern natürlich nicht erspart:

By doing this, you'll find out what works and what doesn't. For example, I discovered that, as of this writing, Firefox 3.5 treats elements like article and section as display:inline, and I had to explicitly set them to display:block to make them work as expected.

Eine der wohl wichtigsten Änderungen sind die neuen Strukturierungselement: während man bisher mit verschiedenen div-KLassen arbeitete, bringt HTML5 diverse dezidierte Block-Elemente wie "nav" (für die Navigation), "footer" und "article" mit, die Lachlan Hunt in diesem Beitrag im Detail beschreibt. Interpretiert wird der neue Mark-Up Standard derzeit von Chrome, Firefox 3.5, Opera und Safari - Microsofts IE übt sich bislang in vornehmer Zurückhaltung, was die Verbreitung wohl ein wenig bremsen dürfte.

Wie man WordPress sichert

Judith aka Linzerschnitte Unliebsame Eindringlinge gibt's nicht nur im richtigen Leben: auch virtuell mussten sich in den letzten Woche und Monaten einige Blog-Betreiber über ungebetene Gäste ärgern - die Ursachenforschung ergibt in 99% der Fälle hochgradig monokausales Verschulden: denn sobald ein sicherheitskritisches WordPress-Update auftaucht, sollte dieses so zeitnah wie möglich installiert werden: ist eine Sicherheitslücke erst einmal bekannt, dauert es in der Regel nicht lange, bis sie nach Strich und Faden ausgenützt wird. Das WordPress Blog rät aufgrund eines aktuell grassierenden Wurms nachdrücklich von Laissez-Faire Taktiken ab:

A stitch in time saves nine. Upgrading is a known quantity of work, and one that the WordPress community has tried its darndest to make as easy as possible with one-click upgrades. Fixing a hacked blog, on the other hand, is quite hard. Upgrading is taking your vitamins; fixing a hack is open heart surgery. (This is true of cost, as well.) [...] The only thing that I can promise will keep your blog secure today and in the future is upgrading.

Dem kann man nur zustimmen - es gibt zwar diverse Security-Plugins, aber Vorsicht ist besser als Nachsicht: also lieber nicht slacken und sofort den ftp-Client oder die automatische Update-Funktion anwerfen, denn Vorsicht ist in diesem Fall definitiv besser als Nachsicht. [via ma.tt]

Foto der Woche

Bei diesem hübschen Kerlchen handelt es sich um einen blauen Pfeilgiftfrosch, den Tambako im Züricher Zoo mit seiner 105er Makrolinse zu einer Modelling-Session überreden konnte. Ich glaub, ich muss demnächst mal nach Zürich. Und: ob blau, ob grün: Frösche sind einfach verdammt fotogen! Vielleicht sollte ich diese Rubrik in "Froschfoto der Woche" umbenennen.

Frosch der Woche

Ritchies Video der Woche

Walter5.15 produzierte, führt Regie und schnitt diesen Kurzfilm - gedreht wurde im National Black Theatre in Harlem, das gesamte Set hat das Team selbst gebastelt: visuell ziemlich nett, vielleicht ein bisschen länger als nötig - aber insgesamt sehr stimmig:

http://www.vimeo.com/5569709

Judiths Video der Woche: Bacon is good for me!

Schön, wenn es einem so gut geht, dass man sich über Ernährung Gedanken machen kann. Manche von uns werden von der Kinesiologin ihres Vertrauens auf eine Beinahe-nur-Wasser-Diät gesetzt, andere lassen sich auf TCM ein und beschäftigen sich seitdem mit den wunderlichen Welten kühlenden und hitzebringenden Nahrungsmittel - die meisten von uns haben lange genug an ihrer Frustrationstoleranz gearbeitet um die Freuden verzögerter bzw. "nachhaltige" Gratifikation zu schätzen. Doch manch rebellischer Jungspund steht noch für seine Ideale (Speck!) ein und lässt sich von nichts und niemandem etwas sagen, schon gar nicht, solange er schneller als die Ernährungberaterin auf ihren "little high heels" ist.

Lesetipps der Woche

  • Marketeers haben wenig Zeit, daher erfreuen sich Listen großer Beliebheit. Ohne weitere Verzögerung daher: 32 Ways to Use Facebook for Business.
  • "hehe, tomorrow I'm going to bed at night, cos I'm tired and I will sleep well. Lol." Theoretisch müsste dieser Tweet unzählige Male retweetet werden. Dan Zarella hat sich angesehen, welche Keywords am häufigsten in Retweets vorkommen - und das Ergebnis ist... erstaunlich :) How to increase Retweets on your Tweets

Das waren unsere letzten sieben Tage im Schnelldurchlauf - wir danken für Ihre Whuffies (so nennt Tara Hunt die Währung der Aufmerksamkeit), bleiben Sie uns gewogen und schauen Sie nächste Woche wieder rein, wenn es heißt: "Artisten, Tiere, Attraktionen: alles virtuell". Wir wünschen einen schönen Restsonntag und poken uns morgen im Social Web.

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick - für jeden Eintrag gibt's auf Wunsch einen Backlink! Hier geht's zum Einreich-Formular.

Blogistan Panoptikum KW18 2009

In der vergangenen Woche habe ich weniger RSS-Meldungen gelesen als üblich, weniger Tweets geschrieben, kaum Status-Updates an Facebook geschickt und meine Nase stattdessen in FTP-Clients, Text-Editoren und dergleichen gesteckt. Ziemlich tief sogar - das Resultat dieser exegetischen ASCII-Tätigkeiten nennt sich noxed 3.3 und fungiert bis zur nächsten Design-Ablöse als mein neues Template für datenschmutz und datadirt. Überaschender- und schockierender weise hat sich allerdings die Erde trotz mehrerer Server-Downtimes weitergedreht und mit ihr auch die Blogosphäre. Mit anderen Worten: rückblickend betrachtet gab es News!

5x Brand-Kontrolle

Nein, hier geht's nicht um die Feuerwehr, sondern um den Brääänd. Also die Marke, in diesem konkreter um die Eigenmarke. Dan Schawbel, eine Kapazität auf dem Gebiet des Personal Branding (früher auch als "strategische Eitelkeit" bzw. "Rampensau-Faktor" bekannt), hat auf Mashable einen Gastartikel mit 5 Instant-Tipps zur Fundamentlegung des persönlichen Internet-Königreichs veröffentlicht. Am besten gefällt mir Tipp Nr. 4 in seiner geradlinigen Eindeutigkeit: "Have a reputation management strategy":

Do you have a system in place where you're reacting to comments in a specific way? For instance, if someone tweets something negative associated with your brand, how are you responding? Depending on what is said, it might be wise or foolish to respond back. If someone says something positive, I think you should at least say "thank you" and if you’re lucky, you might even get an endorsement out of it.

Events mit Social Media Tools planen

Mashable for Dummies, aber durchaus im positiven Sinn: welche Schritte muss ich beachten, wenn ich einen Veranstaltung mit Social Media Tools und Strategien planen bewerben möchte? Und welche Werkzeuge eigenen sich? Ben Parr hat die Antworten:

Events, whether they are a local tweetup, a championship game or the world’s largest conference, can be notoriously difficult to plan, promote, and execute. But the end result can be amazing, and that is why we plan them in the first place.

Da stehen vor allem für Newbies ein paar gute Tipps drin - dass Facebook mittlerweile E-Mail und SMS als beliebtestes Event-Promotion-Tool abgelöst hat, seh ich in meinem Umfeld jedenfalls sehr deutlich!

Mit der ÖBB preiswert in die Zukunft

Max' Inhaltsanalyse einer aktuellen ÖBB-Anzeige in der Kronenzeitung bringt wohl jeden regelmäßigen Bahnfahrer zum Schmunzeln:

Die ÖBB braucht für die Strecke Wien-Salzburg mit ihrem Vorzeigeprodukt "Railjet" 2 Stunden, 38 Minuten. Die Deutsche Bahn braucht für die vergleichbare Strecke Berlin-Hamburg 1 Stunde, 36 Minuten! Die Deutsche Bahn ist auf der gleichen Streckenlänge um eine Stunde schneller!

Tja, Max versteht halt nicht, dass visionäre österreichische Politiker in Zeiten einer schwächelnden Auto-Industrie nach immer neuen Wegen suchen, potentielle Kunden vom Bahnfahren abzuhalten! :mrgreen:

Die verrücktesten Short-Url Services

Genug von bit.ly und Co.? Dann wird's möglicherweise Zeit für ein wenig Abwechslung: wie wär's denn mit den kürzest möglichen Short-URLs überhaupt? Uni-Code und tinyarro.ws machen's möglich, aber ob sich jemand traut, auf eine Adresse zu klicken, die aus einem Pfeil und einem eigenartigen Zeichen besteht, ist eine andere Frage. Dann vielleicht doch lieber eine baconized Adresse?

Bacn.me is a public service from the folks at Bacn.com. We love bacon so much we just had to bring you a way to share the love too.

Sie sind Veganer und mögen romantische Literatur? Dann auf zu Dickensurl.com! Die resultierenden Links bestehen aus Charles Dickens Zitaten und sind nicht wirklich kurz, aber äußerst abschreckend. Aber auch wer die kurze Version verwendet, kommt am Zitat nicht vorbei... mein aktueller Favorit ist jedenfalls qurl.cc: kein Funfaktor, aber schnell, laufend erweitert und äußerst SEO-freundlich.

Was tut sich bei Twitter?

Twitseeker tut sich - hervor, und zwar ganz gewaltig. Der äußerst praktische Service vereinfach das Auffinden thematisch verwandter Personen ungemein. Besonders angetan hat's mir die "Advanced Search": hier kann man sowohl nach Boole'schon Wortkombis als auch nach geographischer Entfernung forschen. Twitseeker durchstöbert dazu wahlweise Tweets oder Profile, und das beste kommt zum Schluss: bis zu 50 Tweepern kann man bequem mit einem Mausklick nach Passworteingabe folgen. Immer brav das 20%-Limit beachten (man sollte maximal 20% mehr Leuten followen, als einem selber folgen) und die maximal 100 Requests pro Stunde beachten, dann kann eigentlich nix mehr schief gehen:

twitseeker advanced search

Aber auch beim Originator selbst gibt's News: letzte Woche wurde das Interface um zwei neue Features ergänzt: in der rechten Seitenleiste finden sich nun Suchbox sowie die aktuellen "trending topics", die man auf Wunsch aber auch ausblenden kann.

Für eher visuelle Typen hab ich von Max einen guten Tipp bekommen: VisibleTweets.com gehört definitiv zu den stylisheren Vertretern der "Twitterwall"-Zunft: nach Eingabe eines oder mehrere Tags bietet das Script drei verschiedene Visualisierungen, die gerade recht kommen - denn die Live-Twitter-Walls werden als Veranstaltungs-Gadget immer populärer. Ebenfalls zum Einsatz wird das Tool am 5. Mai bei der 2. Digitalks-Auflage zum Thema Twitter und Co. kommen - eine ausgiebige Link-Nachlese der diversen Tools und Mash-Ups, die beim April-Termin vorgestellt wurden, hat Luca zusammengestellt. Ich hab am kommenden Dienstag ebenfalls wieder die Ehre und das Vergnügen, im Wiener Museumsquartier ein bisschen aus dem Twitter-Marketing Nähkästchen zu plaudern.

Und wer sich schon mal die Frage gestellt hat, ob man denn auch irl twittern kann, dem sei dieses College Humor Video ans 140-Schläge-Pro-Tweet-Herz gelegt:

SEO-News der Woche

Keine Woche ohne neue SEO-Domain-Verkaufsnews: diesmal ging seo24.de über den Ladentisch, immerhin für 1.500 Euros. Gratis gibt's dafür einen anonymen Redirect! :mrgreen: Teurer zu stehen kommen manchen Webmaster da schon eingehende links, aber was eingeht, muss irgendwo anders bekanntlich auch ausgehen. "Halb so wild," meint SEO-United.de, und da kann ich nur zustimmen:

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass ausgehende Links derzeit keinen ernst zu nehmenden Einfluss auf das Ranking haben. Allerdings könnte ich mir gut vorstellen, dass Google bald aktiv gegensteuert. Wenn man in der Lage ist, wirkliche Empfehlungen von gefakten Links zu erkennen, wird Google dieses auch tun. Bis dahin werden Webmaster wohl weiterhin nichts zu verschenken haben bzw. Mitbewerber nicht unterstützen...

Das SEO-Handbuch berichtet über einen interessanten Domain-Verkauf: Ma.tt bzw. WordPress hat WP.com vom Vorbesitzer Yahoo übernommen, der Preis ist nicht bekannt. Und dann war da noch die neue Suchmaschine, die Stephen Wolfram von Wolfram Research vor kurzem vorgestellt hat. Natürlich geht's wieder mal um Semantik, das Konzept erklärt der Meister in einem fast zweistündigen Video. Spannender wird's allerdings, wenn man WolframAlpha dann auch tatsächlich benutzen kann: derzeit steht da nämlich noch "Launching May 2009.".

Video der Woche: Firepit Hunt

Die Ästhetik von Skate-Videos gehorcht bewusster in Abgrenzung zur filmischen Mainstream-Stilistik einem durchwegs stringenten Stilkanon, der gewiss ein taugliches Doktoratsthema für Filmwissenschaftler abgäbe. Dass es auch ziemlich anders geht, zeigen die Fibro Twins in ihrem Musikvideo zu Ian Naismith' "Fire Pit Hunt":

Ian Naismith is an experimental ethnoambient composer based in Florida. His music is an amalgam of acoustic ethnic, world electric, ambient, progressive rock, and jazz fusion wrapped within a fourth world vibe. You can visit his website and purchase his deliciously unique music at ethnoambient.com/.

Ach ja, noch ein kurzes: technisch nicht ganz so ausgefeilt, aber inhaltlich umso überzeugender: es gibt sie nämlich doch, die Bremer Stadtmusikanten! Behold: "Rat on a cat on a dog, crossing the street":

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende des Wochenrückblicks angelangt - danke für Ihre Aufmerksamkeit respektive Whuffies! An Feedback zum neuen Blogdesign bin ich natürlich sehr interessiert, nähere Details zu einigen der Tools und Plug-Ins, die ich verwendet habe, folgen nächste Woche - und das angekündigte Video mit Hannes Swoboda ebenfalls. In diesem Sinne: einen wunderschönen Restsonntag, wir lesen uns morgen!

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Blogistan Panoptikum KW04 2009

what is social?Frank glaubt, dass Twitter rasch weitere Schritte in Richtung Mainstream unternehmen wird, Max hat Slangmania, das fantastische neue Video der Vamummtn, ausgegraben, Helge erklärt wie Monty Python ihre DVD-Verkäufe um 23tausend Prozent steigerten, der Werbeblogger zerrt den schlechtesten Lenovo-Spot aller Zeiten ans Tageslicht, Hans-Peter ist aus den Gefilden der Fiebertrance zurückgekehrt und Pete hat seit letztem Sonntag eiskalt - gar nix veröffentlicht. Mit anderen Worten: eine anderer Blogistan-Woche voller Business-as-unusual.

US-Ikone in Schwierigkeiten

Die Krise der US-Autoindustrie greift auch auf die Zweirad-Hersteller über: so kündigte Harley Davidson vergangene Woche an, über 1.000 Stellen zu streichen. Nach mehreren fetten Jahren war der Absatz bereits 2008 um 8 Prozent gesunken, mit weiteren 10% Prozent Rückgang rechnet die Firmenleitung in diesem Jahr:

Insgesamt seien 2008 etwa 303.000 Motorräder gebaut worden, acht Prozent weniger als im Vorjahr. Für 2009 erwartet Harley Davidson ein weiteres Minus von zehn bis 13 Prozent. Ein Motorenwerk und eine Fabrik zur Herstellung von Getriebe in der Region Milwaukee sollen geschlossen werden. 800 der Stellen sollen in der Produktion wegfallen, der Rest in der Verwaltung.

Die Anorexie verherrlichen

Anscheinend erstmals hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien einen Blog auf den Index gesetzt - keine Ahnung, warum das erst so spät passiert ist. Jedenfalls scheint die betreffende Seite Anorexie zu glorifizieren, so die Begründung laut Beck.de:

In einem Grundsatzbeschluss hatte das 12er-Gremium bereits im vergangenen Jahr festgestellt, dass Medien als jugendgefährdend einzustufen sind, die dazu auffordern, sich oder anderen Menschen (schwere) körperliche Schäden zuzufügen (z.B. Aufforderung zum Selbstmord, Aufforderung zur Nahrungsverweigerung, die zu extremen Mangelerscheinungen bis zum Tode führen können [Proanorexie]). Weiterhin seien solche Medien jugendgefährdend, die ein Verhalten verherrlichen oder verharmlosen, das zu körperlichen Schäden führen kann;

Dieser Kiesel hat einen Stein der Zensur-Empörung ins Rollen gebracht. Aber warum sollten Blogs eine Sonderstellung einnehmen? Weblog-Betreiber müssen sich genauso an geltende Gesetze halten wie DVD-Produzenten und alle anderen Medienheinis. Konkret bedeutet die Indexierung, dass die Betreiberin des ursprünglich bei Google gehosteten und nunmehr vom Netz genommenen Blogs für eine 18+ Zugangskontrolle sorgen muss; übrigens ist die Betreiberin selbst ebenfalls minderjährig. Die ganze Story kennt wie üblich heise.de. Der ganzen Debatte zugrunde liegt einmal ein altes Mysterium: Jahrzehnte der Medienwirkungsforschung haben nicht mal feststellen können, ob Christiane F's Pamphlet Jugendliche nun zum Drogenkonsum ermuntert oder sie eher abschreckt:

Die Bundesprüfstelle folgte dem Argument und nahm das Blog mit Beschluss vom 4. Dezember in den Index für jugendgefährdende Schriften auf. Die BPjM sieht "in Übereinstimmung mit der KJM auch im Bereich bestimmter 'Pro-Anorexie-Angebote' erhebliche Gefährdungselemente", heißt es in der Begründung der Bonner Behörde, die heise online vorliegt. Medieninhalte, die "suggestiv fordernd auf Kinder und Jugendliche einwirken", um sie zu gesundheitsgefährdenden Verhaltensweisen zu drängen, erfüllen nach Ansicht des zwölfköpfigen Gremiums den Tatbestand der Jugendgefährdung.

Ausnahmsweise bin ich vollkommen einer Meinung mit Spreeblick, der nicht nur die Indexierungs-Begründung im 16seitigen Volltext veröffentlichte, sondern in seinem Beitrag darauf hinweist, dass der Staat eine Regulations-Funktion besitzt und Indexierung keineswegs mit Zensur gleichzusetzen ist - das hält Pawlow's Hundeschar aber nicht vom üblichen Untergang der Blogosphäre Gezeter ab.

SEO-News der Woche

Über Linkaufbau kann man nie genug wissen - Geld-verdienen.tv hat die Grundregeln in einem übersichtlichen Einsteiger-Beitrag zusammengefasst. In Kombination mit SEO-Nords 10 Trust-Tipps steht dem ersten Platz bei der Suche nach Klingelton dann wohl nix mehr im Wege - es sei denn die robots.txt ist immer noch falsch konfiguriert! :mrgreen:

Das Geheimnis des verschwundenen Hyves

Die alte SEO-Regel "trau niemandem, der einen Abakus-Account hat und auch noch stolz drauf ist" bestätigte sich in der vergangenen Woche einmal mehr: kurz war sie da, die mysteriöse Hyves-Subdomain, die allfällige Dom-Abstrafungen bei Big G ins Tageslicht zerren sollte - und dann war sie auch schon wieder weg. Das hinderte aber niemanden, diesen tollen Insider-Tipp weiter zu verbreiten, als gäb's da keine anderen Möglichkeiten... wie lautet schnell nochmal die SEO-Entsprechung zu Script Kiddies?

Das Angebot der Nachfrage anpassen

Was will der Kunde? Klassisches SEO wird 2009 nicht ausreichen, um in der Oberliga der Optimierer mitzuspielen. SEM oder Suchmaschinenmarketing (sprich AdWords-Planung) und SMO (Social Media Optimization) werden immer stärker nachgefragt, wie eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Absolit zeigt:

Weiter im Trend und sogar Pflicht ist zudem die Aktivität von Unternehmen im Bereich Affiliate-Marketing und selbst die teilweise totgesagte klassische Bannerwerbung gehören auch zukünftig noch zu den wichtigsten Instrumenten im Online-Marketing bei kleinen und großen Unternehmen.

Ciao, Mister Wong

Eines technisch fadesten und lamesten Social-Bookmarking-Portale in Deutschland muss nun endlich nicht mehr bespammt werden: Mister Wong führt nofollow ein, und zwar gründlich und überall, wie's scheint. Danke dafür! Ging mir echt immer unheimlich auf den Geist, eine Extra-Search-And-Replace Runde einzulegen, um die Tag-Kommas zu entfernen:

Screenshot aufgenommen mit dem nodofollow Plugin auf der Profilseite eines zufälligen Benutzers (sehen alle so aus) - rot kennzeichnet nofollow Links. Neben den Links zu anderen Websites werden inzwischen auch Tags und Links auf Benutzerprofile seitenintern nofollow verlinkt. Der Sinn? Wer weiß.

Mit Twitter Traffic schaufeln?

Torsten ist sich nicht ganz sicher, ob Twitter langfristig ein sinnvoller Trafficbringer ist:

Mit meinem Kollegen habe ich darüber diskutiert was Twitter bringt. Er ist der Meinung, dass man damit die Besucher eher anderen Communities zuspielt, anstelle sie auf seiner Seite zu halten. Ich selbst sehe das etwas anders und betrachte Twitter eher als Mittel Besucher direkt an sich zu binden.

Meine Erfahrungen sind da recht eindeutig: automatisiertes Posten bringt wenig, aber in punkto Aufwand/Nutzen-Relation ist der Microblogging-Service nicht zuletzt aufgrund des aktuellen Hypes derzeit kaum zu toppen.

Video der Woche

"To share is to be human" - Hans Peter Brondmo erklärt in der aktuellen Ausgabe der Blogpiloten-Klartext-Serie den Begriff social kurz und knapp; da kann man schlecht widersprechen:

Und das war's auch schon wieder mit der aktuellen Kalenderwoche, die sich in wenigen Stunden ihrem unausweichlichen Ende zuneigt. Glücklicherweise beginnt allerdings infinitesimal kurz drauf eine neue - das nennt man dann den Lauf der Dinge. Schönen restlichen Sonntag, wir lesen uns morgigentags.

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Blogistan Panoptikum KW01 2009

bewerbung Blogistan Panoptikum KW01 2009Der letzte Rückblick des Jahres 2008 stand ganz im Zeichen 51 vorangegangener Sonntag respektive Wochen, die erste Blogistan-Panoptikum Ausgabe des neuen Jahres riskiert einen Seitenblick auf einige andere lesenswerte Rückblicke. Man muss ja auch mal aktiv was unternehmen gegen das Vergessen, heißt es. Obwohl ohne die gute alte Entropie, Königin unserer chaotischen Herzen, unsere Informationsverarbeitung wohl ziemlich langweilig wäre. Für mich persönlich jedenfalls hat das 2k9 mit einer äußerst erfreulichen multiplen Pagerank-Überraschung begonnen: datenschmutz hat in der deutschen Blogosphäre nicht gerade breit gestreuten Sechser bekommen, datadirt wurde von Big G zu Weihnachten mit einem Fünfer bedacht und einige weitere Pages erhielten ebenfalls kleine Päckchen. Da sag ich doch mal artig "Danke", auch wenn das alles nicht völlig unerwartet kam :mrgreen:

Was ist ein Super-Affiliate?

Super Affiliate ist ein dummes Buzzword, das in der Affiliate-Blogging Community von Leuten verwendet wird, die dir einreden wollen, dass sie entweder mehr Geld verdienen oder auf irgendeine andere Weise besser sind als du. Als i8ch meine ersten 1000$ pro Woche mit einem sehr bekannten Affiliate-Netzwerk verdiente, sagten sie, ich sei jetzt ein "Super-Affiliate", was mir sofort zeigte, dass dieser Begriff überhaupt nichts bedeutet. Jeder, der den Ausdruck "Super Affiliate" in einer nicht-ironischen Weise verwendet, speziell, wenn er damit sich selbst meint, ist unglaubwürdig und ein Idiot.

Sagt Nicky Cackes vom Reformed Blackhat bei Shoemoney (Übersetzung von mir), und dieser wunderschönen Definition ist schlicht und ergreifend nix mehr hinzu zu fügen.

Blicken rück und vor! Aber flott!

Jeremy blickt ordentlich auf das gesamte Jahr zurück, was übrigens auch aus seo-technischer Sicht (Stichwort: interne PR-Verteilung) ganz und gar keine blöde Idee ist. Netzwertig blickt zweifach nach vorne, die Autoren haben durchwegs gewisse Auffassungsunterschiede über die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Web 2.0 und einen Hang zu vagen Prognosen, wie Computernotizen bemerkt. Er stellt etwas konkretere Fragen, die auch Mathias Schindler beantwortete. Das Google Watchblog spekuliert naturgemäß über Big G's Pläne für die nächsten 12 Monate, Phlow hatten eine äußerst hörenswerten, zweiteiligen Rückblick auf ein Jahr freie Musik zusammengestellt. Den grafisch reizvollsten Blick in den breiten Rückspiegel gibt's bei Max in Form von Tagclouds und Steam-Grafiken.

TechCrunch und Twitter

Ein aktueller Artikel über ein Mash-Up, das Twitter-Messages an die eigene Mailbox schickt, evozierte eine eigenartige Diskussion auf TechCrunch. Babou fragt:

I really enjoy your blog for your insights and the posts of your team of writers but there is one thing: you really speak a lot about twitter.
Now I understand Twitter has become an important medium of communication but does it really deserve so much attention?

Nun ja... ich würd mal sagen: soviel Aufmerksamkeit, wie sich in 140 Zeichen eben unterbringen lässt - dafür aber mehrmals am Tag :mrgreen:

SEO-News der Woche

Tja, die meisten SEOs haben in den vergangenen sieben Tagen wohl ausgiebig gefeiert - anders die dünne Gesätheit aktueller Nachrichten wohl kaum zu erklären. Gerald schreibt über PR-Updates und Fehlalarme und Blogiger plagt sich mit dem Seotonie Wettbewerb. Irgendwie fasziniert mich das Business-Modell "SEO-Wettbewerb" ja ungemein - den Betreibern müssen solche Wettbewerbe, selbst bei sinnlosen Keywords, ja einiges an Linkjuice bringen. Wem es um (Geld)Preise geht, der sollte die Energie und den Zeitaufwand aber lieber anderswo investieren - beispielsweise in einen neuen Digg-Clon. Und weil der SEO-Lesestoff diese Woche so schmal ausfällt, wär vielleicht mal wieder ein Zeitungsabo angebracht: aber leicht wird einem das Bestellen ja nicht immer gemacht.

Video der Woche

Trainingsmaterial für die richtige Bewerbung gibt es genug, doch wer sich dieses Video von Ben Schwartz zu Herzen nimmt, muss nie mehr Angst haben, jemals eine Anstellung zu bekommen:

Und damit sind wir auch schon wieder an der äußersten Nordspitze des Panoptischen Kaps angekommen. Setzen Sie lieber Ihre Kapuzen auf, es bleibt weiter kühl! Im Übrigen wünsch einen chilligen Sonntag, wir lesen uns morgen.

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Twingly Blogcharts: Platz 44 für datenschmutz!

Twingly ChartsDie Social Media Suchmaschine Twingly hat das Potential, zum neuen Technorati zu avancieren. Während Big T. seit Monaten mit Aktualisierungs- und Verfügbarkeitsproblemen zu kämpfen hat, haben sich die Schweden für ihre Charts einiges überlegt: endlich gibt's eine standardisierte, nach 12 Sprachen getrennte Hitparade; and guess what: datenschmutz ist auf Platz #44 in der gesamten deutschsprachigen Blogosphäre!!!

Daher erstmal ein herzliches Dankeschön an all die Stammleserinnen und -leser, die datenschmutz diesen äußerst motivierenden Erfolg ermöglicht haben. Und ein extra-großes Danke an alle, die mich in den letzten 12 Monaten verlinkt haben. Ich revanchier mich bekanntlich gerne - eine gute Gelegenheit, Backlinks abzustauben, bietet mein wöchentliches Blogistan-Panoptikum: passende Themen können derzeit via Formular eingeschickt werden. Und Gratulation an Rob - er regiert souverän die deutschsprachige .at/.ch./.de Wertung. Die gesamte und die englischsprachige Wertung führt übrigens TechCrunch an, die sich natürlich erfreut zeigen, aber auch skeptisch:

Sweden-based Twingly, not to be confused with Twing, doesn't share much about the underlying technology and only says its ranking system focuses on 'inlinks and likes among other things'. They also stress that it shows the blogosphere according to their data, and that it’s not necessarily 100% accurate. It’s a nice feature, but late in the game, and you’ve got to ask yourself how obsolete both Twingly’s and Technorati's ranking would be if Google were actually the next to introduce the next 'Google PageRank for blogs'.

Jede Statistik ist Manipulation

In der Tat - sollte irgendwann Big G eine eigenes Blogranking pushen, würden alle anderen Listen ziemlich obsolet. Aber ds wär mit Sicherheit unter den Top 100 Blogs zu finden: denn anders als bei den dbc werden hier keine "unliebsamen" Einträge händisch entfernt. Übrigens ebenso wie bei den Twitter Charts. Um nicht falsch verstanden zu werden: jeder, der seine eigene Hitparade baut, darf daran gerne rum-manipulieren wie's im beliebt. Unsympathisch finde ich beim Popkulturjunkie allerdings, dass er nicht unbeträchtlichen Aufwand betreibt, um den Eindruck von Objektivität zu erwecken: sozusagen Hausordnung als Farce, aber andererseits auch wieder zu unwichtig, um sich drüber aufzuregen.

Aber zurück zu erfreulicheren Dingen: dass es mit einem deutschsprachigen Blog schwierig bis unmöglich sein dürfte, in die Gesamtwertung zu rutschen, zeigt sich deutlich an der Tatsache, dass nicht mal BasicThinking unter den weltweiten Top 100 vertreten ist. Englisch ist und bleibt eben die Geschäftssprache der Blogosphäre - insofern bin ich auch recht froh über meinen erfreulich anlaufenden Einstieg ins anglo-amerikanische Netz aka datadirt. Hier geht's zu Twingly's deutschsprachigen Blogcharts.

PS: Ich hab mir Twingly bislang noch nicht näher angesehen - aber die (werbefreie!) Suchfunktion macht einen mehr als brauchbaren Eindruck. Ich sag nur: Pêche Rodemaque Royal :mrgreen:

Warum digitale Kultur keine Geburtsstätte hat

Wie(n)Web2.0Anfang Dezember überbrückt die Eröffnungsfeier zum Wie(n)Web2.0 die Wartezeit bis zum nächsten Digitalk im Jänner. Ab 10. Dezember aggregiert das Ding aus einer selben Welt (Wir schicken Russell Crowe da rein!) ein ganzes Portfolio von Wiener Web 2.0 Initiativen. Der bunte Web-Spartenkanal dokumentiert vollautomatisch Barcamps, Webmontage, Webpläusche, Digitalks, Bloegger-Treffen und die Accessibility Stammtische. Die Mission ist dabei klar definiert:

Ziel ist es, den Initiativen im Web 2.0 Umfeld, die weder Verein noch Institution sind, ein Sprachrohr zu geben und ihre Anliegen und ihr Dasein einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren bzw. zugänglich zu machen.

Breit bezieht sich in diesem Fall rein auf quantitative Aspekte. Die technische Realisierung erinnert durchwegs an Yahoo Pipes:

Mit Hilfe von RSS-Feeds wird ein Strom an Eindrücken der in Wien stattfindende Veranstaltungen erzeugt. Dazu werden die Schlagworte, im Web2.0 Jargon "Tags" (engl. für Kennzeichnung), die auf die Veranstaltungen zutreffen auf den Services wie flickR, youtube etc. und die Blogosphäre gesucht und zu einer sich immer wieder erneuernden Präsentation des Web-Lebens in Wien zusammengefügt.

Und wie wir wissen, bietet die automatische Portfolio-Generation bekanntlich ganz neue Diskursanknüpfungspunkte - wir schicken Crowe da wirklich rein:

Die Installation selbst ist nicht interaktiv. Wer mit in den Datenstrom kommen will, muss die Veranstaltungen besuchen, darüber berichten, zumindest aber die gleichen Bezeichnungen (Tags) verwenden, die die Installation speisen.

Der Umkehrschluss, dass jeder, der nicht "in den Datenstrom kommen möchte", allen aggregierten Veranstaltung fern bleiben muss, ist durchwegs zulässig, trotzdem muss niemand Angst vorm Big Brother Award haben: Geeks lieben Selbstdarstellung. Ein beträchtlicher Teil des Ankündigungstextes ist allerdings Realsatire etwas unglücklich gewählt, zumindest mir ist neu, dass "die digitale Kultur" erst mit dem Bau des MQ begann:

Zu diesem Zweck wird die Wandinstallation "WienWeb2.0" entwickelt und für diese als Raum MQ / quartier21 gewählt, da hier die Geburtsstätte und das Zentrum der digitalen Medien und digitale Kultur liegen.

Denn erstens weiß jeder, dass die Geburtsstätte der digitalen Medien in der Brünnerstrasse 34 bei Herrn Hausmeister Vyslozil im Schlafzimmer liegt (dort wurde 1996 das erste Stück Web 2.0 gefunden), und zweitens ist sowieso alles dezentral-gecloudet, also wozu eigentlich ein Zentrum? Schließlich ist das Web 2.0 quasi ein in sich geschlossenes Universum, welches sich zusammenzieht - und damit möglicherweise irgendwann im absoluten Nullpunkt in sich selbst kollabiert. Oder Vielleicht doch im Quartier21. Aber dass digitale Vernetzung außerhalb des Rechners stattfindet, habe ich definitiv noch nie erlebt. Die Leute dort kommen ja immer voll analog daher, mit Körper und so. Andererseits haben uns diverse Partnerbörsen beigebracht, dass sich Beziehungsanbahnung ganz gut irrationalisieren lässt:

Wie(n)Web2.0 will zeigen, dass digitale Vernetzung nicht nur am Rechner stattfindet. Gerade in Österreich und speziell in Wien, gibt es eine Reihe von Veranstaltungen, bei der sich virtuelle Gemeinschaften in reale Treffen verwandeln. Digitalks, BarCamps, Webmontage und Webpläusche sind Beispiele einer Diskurskultur, die sich aus einer virtuellen Realität in eine reale Virtualität verwandeln. Denn bei den Veranstaltungen wird dann wieder für das Internet dokumentiert, fotografiert und berichtet, dass die Tastaturen nur so krachen. Damit wird greifbar, was es mit dem User Generated Content auf sich hat.

Wie(n)Web2.0 will mit zwei Bildschirmen diesen "geschlossenen Kreislauf durchbrechen". Ich bin mir nicht sicher, ob die Aktion damit nahtlos an die Musealisierung des Trivialen anschließt, die im 20. Jahrhundert sozusagen den Diskurswert der modernen Kunst saniert hat, oder ob die Parallelgesellschaft "richtiges Leben" durch dünnwandige LCDs effektiver ins Netz gesogen werden kann. Spannend finde ich jedenfalls die Idee einer Bottom-Up-Initiativen-Aggregation. Schade, dass die Installation nicht interaktiv ist: ich wär für ein "Social Voting", der Sieger darf eine Woche lang im Zentrum der Netz- und Medienkultur wohnen und schlafen: und zwar im gemeinsamen Doppelbett mit Russell Crowe. Two Thumbs Up - wir sehen uns am 10. Dezember im MuQa.

Blogistan Panoptikum KW40 2008

android phoneYoutube gibt's ab sofort auch in Super-HD - die Synchronisation der vier einzelnen Videos funktioniert erstaunlich gut. Wem der Sinn eher nach Hard- als Software-Gadgets steht, findet bei Shoemoney ein Video von Loren Feldman zum iPhone-Killer Google Android Phone. Und eine Durchsage in eigener Vernetzungssache: die Gruppe Weblogs in German language auf blogcatalog.com sucht weitere Mitglieder - nach nicht ganz einer Woche halten wir bisher bei 55 Bloggern.

Marcel mag nicht

Ein Skandälchen im Kulturleben zog seine Spuren durch die Blogosphäre: Marcel Reich-Ranicki hat den deutschen Fernsehpreis abgelehnt:: er habe stundenlang auf einem harten Stuhl sitzen müssen, außerdem gingen ihm die vielen Köche auf den Wecker. Was für ein Eklat! Als Österreicher wundert man sich ja über Qualitätsdiskussionen und den Vorwurf von "zu wenig Kultur" im öffentlich-rechtlichen Fernsehen...

Blogger und die Rezension

Georg vermutet, dass gerade wegen des Bankencrashs und der globalen Rezession für flexible Kleinunternehmer sehr erfreuliche Zeiten anbrechen:

Aber was bedeutet das für Blogger oder Podcaster? Die nächsten ein, zwei Jahre werden großartig! Krisenzeiten sind immer gute Zeiten für flexible Unternehmertypen. Warum? Weil es in manchen Bereichen weniger Wettbewerb geben wird.
Beispiel Technikpodcast: Wenn es – was abzusehen ist - weniger Werbegeld gibt, wird eine Futurezone, ein Heise-Verlag oder andere IT-Medien wohl kaum expandieren und neue Angebote machen.

Ich bin genau der gleichen Meinung - Finanzierungsmöglichkeiten werden rarer, die Gelegenheiten zum Markenaufbau und zur Schaffung neuer Angebote wesentlich größer. Also antizyklisch planen und keinesfalls in Panik verfallen!

SEO-News der Woche

Radio4SEO hat die erste Outdoor-Sendung aufgenommen, und daraus sind gleich mal die 10 Affiliate-Gebote entstanden, weitere Tipps werden kollektiv bei der Linkmafia gesammelt. Seokratie hat einen äußerst lesenswerten Rückblick zum Thema 1 Jahr SEO veröffentlicht und weil das Internet bekanntlich nicht nur aus Buchstaben besteht, hat iNetzwerk ein paar Tipps für die die Optimierung von grafischen Elaboraten für die Google-Bildersuche.

RSS-Feeds für die SERPS:Die Nachricht schlug ein wie die sprichwörtliche Bombe: Google bestätigte, dass man in Kürze die SERPs auch als RSS-Feeds anbieten werde. Baynado zeigt sich recht angetan, auch wenn sich's nur um einen "Komfortgewinn" handelt: Spezialisierte SEO Tools tun ja derzeit auch nix anderes, als die Ergebnisseiten zu parsen. Feeds haben allerdings den Vorteil, dass jeder Web 2.0 Bastler zum Beispiel mit Yahoo Pipes sein eigenes Alert-System bauen kann.

Wer ist hier der Blogproll? In Foren waren es noch die Trolle, in der Blogosphäre sind's die Prolos: Baynado schrieb letztens, dass er Blogger ziemlich peinlich findet, die ihre Monatseinnahmen veröffentlichen - speziell wenn diese im einstelligen Euro-Bereich angesiedelt sind. Ich persönlich find das auch sehr peinlich und hab mir einen recht ähnlichen Artikel verkniffen... dass datenschmutz aber viel mehr Unique Visits hat als der Spitzenreiter in reiffix' Liste war dann doch eine recht erfreuliche Erkenntnis :mrgreen: TC Stahl findet, dass Baynado sich im Ton vergriffen hat - ich denk mir: ist doch schön, wenn man sich auch über Kleinigkeiten so freuen kann...

Es weihnachtet sehr: Zumindest bei den Online-Shops: denn Keyword-Optimierungen haben nun mal eine längere Vorlaufzeit als Schaufensterdekos. Online-Shopbetreiber sollten sich die Tipps von SEO-Handbuch bereits jetzt zu Herzen nehmen, denn gute Vorausplanung ist bekanntlich mindestens der halbe Umsatz.

Video der Woche

Genug von Bräunungsstudio und "gesunder" Hautfarbe? Dann wird's Zeit für NicoClean, die Gesichtscreme mit Tabakextrakten: sie sorgt innerhalb von wenigen Minuten für den klassisch aschgrauen ungesunden Teint:

Auch nicht schlecht: NicoCalm: "Make unwanted erections go away in Seconds" - das stärkste Anti-Viagra der Welt:

In diesem Sinne wünsche ich einen gesunden Start in die Woche (Über die morgendliche Nasenspülung mit Salzwasser geht nix, da hatten die alten Yogis schon recht) und einen beschaulichen oder aufgeregten Sonntagabend, je nach persönlicher Präferenz. Wir lesen uns am Montag!

Mitglieder gesucht: deutschsprachige Blogs auf Blogcatalog

deutschsprachige Blogs bei blogcatalog.comDer amerikanische Aggregator blogcatalog.com ist einer der derzeit interessantesten Blogging-Kataloge, sowohl von den Diskussions- und Vernetzungsmöglichkeiten als auch von der Marketing-Power: die Seite kommt im Jahr auf über 30 Millionen (!) unique visits, Design und Usability bilden ein vorbildliches größeres Ganzes und die Kommunikationsfunktionen sind äußerst durchdacht. Einziger Nachteil: wie alle Cutting-Edge Web 2.0 Services scheint bc so gut wie ausschließlich aus US-Blogs bestehen. Um das ein wenig zu ändern, hab ich soeben die Gruppe Weblogs in German language eingerichtet und freue natürlich über jeden Beitritt: registriert sind nämlich bereits rund 1.000 Weblogs in deutscher Sprache.

Die Gruppe kommt ganz frisch aus dem Ofen und ist sozusagen noch heiß - so sieht das ganze aus:

blogcatalog Gruppen-Screen

Eine der Stärken von Blogcatalog ist das sehr gut gemachte Gruppen-Diskussionsforum, allein dafür lohnt sich schon die Einrichtung der Gruppe. Außerdem kann's nie schaden, der eigenen Seite ein bisschen mehr Visibility (und Google-Juice, bc selbst hat Pagerank 7) zu verschaffen, denn die Registrierung ist flott erledigt und es zahlt sich auf jeden Fall aus, dort präsent zu sein. Generell hab ich überhaupt den Eindruck, dass die deutschsprachige Blogosphäre den Wert von (gut gemachten, Crap gibt's da draußen in Massen) Blogverzeichnissen unterschätzt. Ich denk mir: lieber in 5 gut platzierten Verzeichnissen drinstehen als in 1000 unnötigen Directories! Und zum ersten Mal mach ich sowas ja nicht - die Bumpzee und Mybloglog Gruppen haben sich als voller Erfolg erwiesen, wobei ersteres Service im Vergleich zu mbl in den letzten Wochen stark ins Hintertreffen geraten ist.

Beim Anlegen des Blogcatalog-Profils wählt man zwar die Blogsprache aus, gezielt nach Inhalten einer Sprache zu suchen, funktioniert allerdings nicht. Ein Auflistung erhält man, wenn man im Suchergebnis auf den betreffenden Language-Tag klickt - und da war ich durchaus überrascht über die große Zahl der Blogs by language / German. Um die fehlende Sprach-Suchfunktion ein wenig auszugleichen und auch untereinander diskutieren zu können, wär eine solche Gruppe also äußerst hilfreich. Beitreten kann man nach erfolgter Registrierung unter dem unten angegebenen Link. Dass die Gruppen-Diskussion als RSS-Feed abonnierbar werden kann, ist ein nettes Zusatzfeature. Also auf zum Erfahrungsaustausch! Den Beitritt hab ich auf händische Überprüfung eingestellt, für die Aufnahme gibt zur Abschreckung von Spammern 2 Kriterien:

a) Die Einträge müssen vorwiegend in deutscher Sprache verfasst ein.
b) Das Blog muss aktiv sein und mindestens 1 Eintrag in den letzten 3 Monaten aufweisen.

Wenn die Gruppe ausreichend wächst, kann man ja später mal thematische Differenzierungen hinzufügen, allerdings macht das natürlich erst Sinn, wenn genügend Teilnehmer beigetreten sind. Also geben Sie Ihrer Maus einen Ruck:

Hier geht's zum Beitritt: Weblogs in German language auf blogcatalog.com

Seit kurzem bietet bc übrigens auch diverse Premium-Placement-Features an, die mir ebenfalls sehr gut gefallen - dazu hab ich am Wochenende ein Posting auf datadirt geschrieben: Blogcatalog premium features rule supremely. Ich hab mir mal testweise für drei Monaten den Suppsorter-Status geholt und halte die zusätzliche Exposure für recht sinnvoll, wobei man aber keineswegs Münzen einwerfen muss, um von den Vorteilen zu profitieren.

Blogistan Panoptikum KW38 2008

Wochenrückblick #38Österreich wählt gerade jetzt (Deinetwegen!), endgültige Ergebnisse werden aufgrund der Briefwahlverzögerung erst in einer Woche feststehen - "heast, kenna de ned mit Ih-Mehl wöhn?". A propos: die von mir an dieser Stelle kürzlich erwähnten Wahlplakat-Persiflagen stammten und stammen noch immer von Raketa.at, der meiner Meinung nach schwer genial relaunchte Falter ließ mir diese Information soeben zukommen. Dass die Blogosphäre aus einer kleinen Gruppe von "Spinnern" besteht, die gerade mal für unter 20% der Bevölkerung repräsentativ sind, zeigt sich deutlich an der Aktion Endorsement 08 - die wählen ja alle grün oder gelb!

Zum Thema Grün und Kleinunternehmer fällt mir dazu noch eine kleine Anekdote ein: zur letzten Wahl ließen die Grünen auf die Schnelle von ihrer Agentur Microstars bauen, eine Plattform für Einzel- und Kleinunternehmer, die der Vernetzung dienen und einen Marktplatz schaffen sollte. Direkt nach der Wahl war das Projekt nicht mehr interessant, in den letzten Wochen ist dem einen oder anderen Grün-Funktionär dann wohl wieder eingefallen, dass die Seite existiert - und jetzt steht bei den News lauter Parteiwerbung drin, die einzigen Events sind "Grüne Tische". Das ärgert mich maßlos, denn der nachhaltige Betrieb einer solchen Plattform wäre hochgradig sinnvoll - aber ein dieses Projekt als Wahlzuckerl zu launchen und dann langsam verrecken zu lassen ist einfach nur peinlich, unwürdig und zeigt, wie ernst es den Grünen mit der Förderung kleinbetrieblicher Strukturen und dem Einsatz neuer Medien wirklich ist: aber von Wirtschaftssimulationen sollten Alexander van der Bellen als Volkswirtschaftler ja ausreichend Ahnung haben. (Ich hab mich seinerzeit sogar gleich nach dem Launch registriert und bislang beachtliche 0 Anfragen bekommen. Der besten grafische Prognosekommentar zum Ergebnis stammt jedenfalls von Meister Tex.

Web 2.0 Bailout-Plan

Wer sich über die Lehmann Brothers, den Handel mit im wesentlichen ungedeckelten Derivaten und andere Absonderlichkeiten des Finanzmarktes auch nur mehr wundert, dem sei ein aktueller Artikel auf The Drama Show 2.0 empfohlen - denn während in Europa respektive ganz besonders in .at staatliche Investments in Pleite-Unternehmen an der Tagesordnung stehen, sorgt diese Vorgehensweise bei den traditionell wesentlich liberaler orientierten Amerikanern allerorts für Kopfschütteln:

My Web 2.0 bailout plan is designed to ensure that the Web 2.0 industry remains fundamentally sound for years to come. Here are the three components: A federal-backed investment vehicle which will buy unmonetizable Web 2.0 advertising inventory. Since advertisers aren’t willing to buy enough toxic Web 2.0 advertising inventory because of concerns about ROI, the federal government will provide an investment vehicle that Web 2.0 players like Facebook and YouTube can sell their inventory to at a discount. [...]

Lassen Sie sich nicht fektern!

Der Slogan gefällt mir - auf Überwachungsstaat.at gibt's ein nettes Video, leider ohne O-Ton: Aktionismus ganz nach meinem Geschmack:

Die Innenministerin will nur unser Bestes - unsere Fingerabdrücke, Personendaten, DNA-Abstriche, Informationen über persönliche Kontakte und viel mehr. Natürlich nur zum Schutz der Bevölkerung. Um sie zu unterstützen, stellten wir uns gestern in Wien auf die Straße und sammelten unter dem Slogan "Lassen sie sich fektern!" genau diese Datensätze ein - inklusiver der Genehmigung, besagte Daten wahlweise an die Innenministerin oder gleich an die ÖVP weitergeben zu können.

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SEO News der Woche

trafficmaxx hat das Befreiphone gewonnen und Google freut sich über tausende neue Seiten, Torsten Maue erklärt die Limitationen des Backlink-Aufbaus via Blogkommentar (lustigerweise glauben viele Blogger ja nach wie vor, jeder Kommentar mit kommerziellem Hintergrund sei wertlos und verachtenswert) und Sistrix erfreut die Netzgemeinde mit einer top-aktuellen Google-Datacenter IP-Liste. Die Wiener Medienmesse hab ich diese Woche aufgrund eines spontanen Anfalls von Domain-Einkaufslust ausgelassen, aber ich vermute mal ganz stark, dass ich keinerlei SEO-Bekanntschaften verpasst hab.

Cookie.Killaz: Affiliates vor dem Aus? Nein, so tragisch ist es nicht, aber drastische Überschriften erlangen erfahrungsgemäß mehr Aufmerksamkeit. Tatsächlich aber wird die Funktion neuerer Browser, Cookies bei jedem Beenden automatisch zu löschen, für einige Einsatzeinbußen sorgen und auf mittelfristige Sicht zu einem Technologiewandel führen. Denn wenn das Cookie am nächsten Tag fehlt, dann gibt's auch keine Provision für den Einkauf. Minutenlohn beschreibt die derzeitigen Tracking-Alternativen.

Neuer Pagerank? Der deviante Matt Cutts weigert sich hartnäckig, auf Blogger.com umzusteigen. In seinem *wordpress blog* lieferte der Spekulationsfutter für ein in Kürze bevorstehendes Pagerank Update, das auch tatsächlich gerade über die Bühne geht. Tja, schade um die vieler 6er. Fünf, nicht bestanden, setzen! :mrgreen:

wpAFFI: ganz einfach Versteckspielen: Sergej Müller, Entwickler des gebenedeiten WP-SEO, stellte diese Woche sein neues Plugin vor: wpAFFI setzt auf Simple is beautiful und zeigt vor, wie man Affiliate-Links vollkommen unintrusiv, ohne Wartungsaufwand und Backend-Optionen am einfachsten verstecken kann.

Keyword-Recherche: Mitfighten bei der Riesterrente oder und privaten Krankenversicherungen, oder doch lieber auf Longtail-Keywords optimieren? Torsten hat dazu ein paar interessante Überlegungen angestellt, die sich jeder angehende Internet-Millionär unters Kopfkissen legen sollte.

Video der Woche: Es ist suboptimal!

Auf uiuiuiuiuiuiui.de veröffentlicht Manuel seit einer ganzen Weile jeden Freitag ein improvisiertes Lied, dessen Text und Melodie völlig spontan entstehen - ich bin erst vor kurzem auf die Serie gestoßen und finde den Track Es ist suboptimal (doch es ist das Internet) einfach nur großartig - viel Vergnügen!

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Damit wären wir auch schon wieder durch mit dem Wochenprogramm - ich nutze die kurze Regenpause, um mich auf mein Bike (das motorisierte) zu schwingen und eine entspannte Herbstrunde über den Exelberg zu drehen. Ladies and Gentlemen, bereuen Sie Ihre Wahlentscheidung(en) nicht - wir lesen uns am Montag!

Blogistan Panoptikum KW37 2008

illu kro 1222020146 Blogistan Panoptikum KW37 2008Kaum zu glauben, dass ich letzte Woche noch in Pula war - 10 Grad statt 33, herbstliche Trostlosigkeit und Dauerregen statt Wasserspritzern und Salz auf unserer Haut... ich kann's schon jetzt kaum erwarten, im Mai wieder nach Kroatien zu fahren. Westösterreich ist zwar auch nicht schlecht (obwohl mich das Heiligenbluter Glocknerlamm-Fest heute wirklich nicht vom Hocker gerissen hat), aber eine Bachforelle ist bloß ein schwacher Ersatz für frischen Branzino. Doch genug gejammert, wenden wir uns dem Wochengeschehen zu!

Herzliche Gratulation an Soup.io und Tripwolf: die beiden österreichischen Start-Ups haben es ins Finale des Seedcamp geschafft! Da kann nur hoffen, dass die Financiers des Seedcamp nicht mit den Lehmann Brothers in geschäftlicher Beziehung standen :mrgreen:

SEO-News der Woche

Wenig überraschend dominierte das Thema OMD, die ich leider urlaubsbedingt auslassen musste. Der Iceblog lobt das Networking und kritisiert die sanitären Anlagen, Scuhmaschinen News war vom Kontaktknüpfen ebenfalls mehr angetan als von der Organisation. Andreas Roth findet den SEOnaut undankbar, Baynado traf alte virtuelle Bekannte, SEOMaxx hat ein paar Pix von freshen Messehostessen und Florian Stelzner hat einen ausführlichen dreiteiligen Review geschrieben - falls die OMD nächstes Jahr nochmal stattfindet, bin ich auf jeden Fall dabei.

Eigener Blog auf SEOigg: SEOigg ist sowieso mein deutschsprachiges Lieblings-News-Portal, und diese Woche kündigte Mario an, dass er auf Anfrage Bloghosting auf der Domain zur Verfügung stellt:

Wer also Interesse daran hat, kann dieses entweder per Mail bei mir bekunden oder aber auch in den Kommentaren schreiben. [...] Wer jetzt gleich die $$$ Zeichen in den Augen hat und hier Kredite ohne Schufa oder ein Tagesgeldkonto verkaufen möchte, den muss ich leider enttäuschen. Die Blogs sollten sich natürlich mit dem Thema SEO oder Onlinemarketing beschäftigen und werden regelmäßig überprüft.

Selbsterhaltung: Martin Waiss hat einen sehr lesenswerten Beitrag über zirkuläre Strukturen in der Blogosphäre verfasst - Ketzer-Alarm! :mrgreen:

Das zeigt uns m.E. nach einmal mehr, dass die gesamte Blogosphäre ein "Sich-selbst-tragendes-Medium" ist, das ohne die unerschöpfliche Kernaktivität der Beteiligten und Involvierten selbst praktisch KEINEM fehlen würde, was man nach wie vor sehr gut daran sieht, wie viele "Enduser / Normalosurfer" mit dem Begriff “Blog / Bloggen” auch wirklich was anfangen können …

Googles Gaudi: Es war nur eine Frage der Zeit, bis Google beginnt, Audio-Inhalte zu indizieren. Das neueste Produkt aus den Labs nennt sich Gaudi und will durch Audio-to-Text Funktion Videos und Sprachaufzeichnungen durchsuchbar machen. [via SEO-Handbuch.de]

Twitter-News der Woche

Dass Twitter eine feine Quelle für organischen High-Conversion Traffic ist, wissen heavy user des beliebtesten aller Microblogging-Services schon längst. Schlüssel zum Erfolg ist im Fall des munter zwitschernden Vögelchens die Zahl der Follower, und genau aus diesem Grund werden reine Marketing-Accounts niemals funktionieren. Wer Twitter erfolgreich im Web 2.0 Marketingmix einsetzen möchte, sollte sich tunlichst *vorher* überlegen, was er all den Lurkern Konsumenten da draußen eigentlich erzählen möchte. Eine smarte Hilfestellung für effizientes Power-Twittering ist Twitterless, ein Statistik-Service zum genauen Tracken der eigenen Followers. Alleinstellungsmerkmal: Twitterless gibt Laut, sobald ein eigener Follower sich verabschiedet - ein Feature, das man bislang schmerzlich vermisste. Kann also nicht mehr lange dauern, bis wir die ersten Kreuz-Korrelationen zwischen Tweet-Inhalt und Penetranzfaktor präsentiert bekommen. Twitterless steckt derzeit in der Betaphase, wer einen Key möchte, musst dem zugehörigen Twitter-User tless - erraten: followen.

Wort der Woche: serienmonogam

Danke, Kleine Zeitung vom 21. September: im Beitrag "Die Ehe an sich macht nicht glücklich" bin ich auf das Wort der Woche gestoßen: serienmonogam. s-e-r-i-e-n-m-o-n-o-g-a-m! Gemeint ist damit der sexuelle Treuemodus von nicht-enthaltsam One-Night-Ständern: wer keine zweimal knallt den Austausch von Körperflüssigkeiten auf unique Events beschränkt und/oder statt zu heiraten die fixe Freundin immer dann auswechselt, wenn Langweile droht, der oder die lebt serienmonogam. Mindestens so erschütternd: der gemeine Durchschnittsmann starrt täglich 16 Minuten lang (fremden) Frauen hinterher und bewältigt in dieser Zeitspanne schmutzige Fantasien mit 8 verschiedenen Gespielinnen. Dafür investiert er insgesamt 6 Monate seines Lebens, Frauen dagegen stieren laut Statistik, obwohl sie zwei bis drei Jährchen länger leben, insgesamt gerade mal 4 Wochen lang den Objekten ihrer unanständigen Begierden nach.

Video der Woche

Der neueste Commoncraft-Spot entmystifziert das us-amerikanische Wahlsystem: äußerst praktisch für alle, die mit minimalem Bildungsaufwand qualifiziert bei der Obama-vs.-McCain Debatte mitschnaken möchten! [via Max]

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Das war's auch schon wieder - somit bleibt mir nur mehr, der hochverehrten Leserschaften einen unvorstellbar entspannten Restsonntag zu wünschen: wir lesen uns am Montag!

Was ist Life Streaming?

lifestreaming 1218225835 Was ist Life Streaming? Ein neuer Begriff macht die Runde in der Blogosphäre: Life Streaming lautet das Zauberwort, das alle anderen personal publishing Formate in den breiten Hintern treten soll, Blogs inklusive. Die technische Grundlage bilden - wie könnte es anders sein - RSS Feeds und diverse offene Schnittstellen, die eine Aggregation aller möglichen Web 2.0 Aktivitäten erlauben: nach Eingabe des Usernamens basteln solche Services aus sämtlichen eigenen Tweets, FlickR-Uploads, Blogbeiträgen etc. einen einzigen mehr oder weniger gigantischen Feed, dessen Einzelbeiträge zu allem Überfluss manchmal auch noch kommentierbar sind.

Die Frage "Wer hat den längsten?" könnte also im 2. Nullerweb durchaus wieder an Relevanz gewinnen, gäbe es nicht das Endlos-Scrolling Feature von Soup.io. Was bei aller Life-Streaming Begeisterung in der Regel aber meist vergessen wird, sind die lästigen menschlichen User... Stalker freuen sich andererseits sehr über das automatisierte Auskunftsbüro: denn bei soviel automatischer Aggregation übersieht man schon mal geflissentlich das eine oder andere Mosaiksteinchen der sonst so sorgfältigen Selbstinszenierung. Richtig spannend wird das also dann, wenn's endlich die ersten Web 2.0 Porno-Communities gibt.
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Macht sich trigami die Preise kaputt?

trigamilogo1 1217526070 Macht sich trigami die Preise kaputt? Die Kampagnen-Ausschreibungen mit zweifelhafter Honorarhöhe häufen sich: 10 Euro für 300 Wörter? Dafür gibt's ja bei Teliad nicht mal einen Backlink für ein Monat. Eine der Hautstärken trigamis bestand bisher darin, einen attraktiven und funktionierenden Marktplatz für Blogger und Werber zu schaffen: Preisdumping dagegen könnte sich auf mittelfristige Sicht für alle Beteiligten als negativ erweisen.

In letzter Zeit habe ich von trigami eine ganze Reihe von Ausschreibungen erhalten, die schlichtweg lächerlich sind: da will CEO Europe, anscheinend ein Netzwerk zur Vermittlung von Führungskräften, dass ich eine 300-Wörter-Review schreibe: und zwar für einen absurden Preis unterhalb von 20 Euros. Bitteschön, die Kurzversion gibt's auch für lau:

CEO Europe ist auf die schnelle Vermittlung von Top-Führungskräften mit internationalem Fokus spezialisiert. Dank des einzigartigen Systems können Sie weltweit bereits nach einer Woche Kandidaten für Ihre Projekte oder eine Festanstellung aussuchen und interviewen. Unsere Kunden sind sowohl Start-Ups, die zumeist sehr schnell eine erfahrene Führungskraft suchen, als auch mittelständische und große multinationale Firmen, die von unserer internationalen Ausrichtung und Flexibilität profitieren.

Also ich würde meine Führungskräfte nicht über einen Anbieter suchen, der mit Billig-Artikeln die Blogosphäre vollspammt... Qualitätsbewusstsein ist eine äußerst vertikale Materie. Ich persönlich halte die Sampling-Kampagnen für begrenzt sinnvoll, aber immerhin akzeptabel. Wenn Kunden allerdings ohne jegliche Ober- und Untergrenze selbst Angebote machen können, dann fungiert trigami nicht als Marktplatz, sondern als Preisdumping-Institution: und das kann weder im Interesse des Betreibers noch der beteiligten Blogger sein. Anfänglich bestimmte trigami den Wert eines Blogpostings anhand von Eigenangaben, später folgte das bei jeder Rezension mit eingebaute Mess-Script. Das angebotene Honorar kann der Blogger rauf- oder runter setzen, nun kann der Kunde wahlweise selbst den Preis bestimmen. Allerdings gehe ich davon aus, dass bei diesen Honorarhöhen so gut wie alle reichweitenstarken Blogger ohnehin dankend ablehnen werden. Und auf neuen und kleinen Blogs bewegte sich das trigami-Honorar auch vorher schon zwischen 10 und 20 Euros - den Kunden den Preis völlig frei vorschlagen zu lassen, halte ich für ausgesprochen kontraproduktiv.

Zumindest wünsche ich mir in meinen Profiloptionen eine Möglichkeit, eine Untergrenze für Angebote abgeben zu können - das erspart beiden Seiten unnötigen Aufwand. Wesentlich mehr Nachfrage erwartet hätte ich mir von den neu eingeführten Banner-Kampagnen: der Longtail wartet ja bloß auf die Erschließung durch lukrativere Werbeformen als affili.net und Co., aber hier scheint Adshopping die bessere Markplatz-Applikation am Start zu haben.

Googles sucht Favicon und kauft Seelen

googlefaviconMittlerweile ist es wohl schon jedem Surfer aufgefallen: seit Anfang des Monats, genau genommen seit 30. Mai, nutzt die gebenedeiteste unter den Suchmaschinen eines neues Favicon - dabei handelt sich's um jenes Mini-Logo, das moderne Browser in der Adresszeile neben der URL einblenden und das bei vielen geöffneten Tabs der Wiedererkennbarkeit dient. Während das alte Google-Favicon recht stark ans Logo erinnerte, löste die neue Variation einiges an Spekulationen in punkto möglichem CI-Wechsel aus.

Vom Spitznamen "Big G" kann eigentlich keine Rede mehr sein - handelt sich's bei dem neuen Favicon doch um ein kleines g und zwar aus der Schriftart "Catull". Eine gewisse Ähnlichkeit zu einem leicht angeschmolzenen Achter aus Wachs ist in der Tat nicht zu verleugnen. Hier der direkte Vergleich alt vs. neu:

googleneualt Googles sucht Favicon und kauft Seelen

Allzu einfach hat sich's die Google'sche Designabteilung offensichtlich nicht gemacht: über 100 Icons wurden erstellt, dennoch sei die derzeitige Lösung keinesfalls als das Maß aller Dinge anzusehen - und der Grund für die Umstellung sei in erster Linie die bessere Skalierbarkeit auf neuen Plattformen, beeilte sich Marissa Mayer, VP Search Products & User Experience, am offiziellen Google-Blog zu erklären:

Some people have wondered why we changed our favicon -- after all, we hadn't in 8.5 years(!). The reason is that we wanted to develop a set of icons that would scale better to some new platforms like the iPhone and other mobile devices. So the new favicon is one of those, but we've also developed a group of logo-based icons that all hang together as a unified set.

Außerdem forderte man die User auf, selbst Vorschläge für Favicons hochzuladen - bis zum 20. Juni kann jeder beim Contest mitmachen. Ob man das auch möchte, steht allerdings auf einem anderen Blatt geschrieben, so man sich die Mühe macht, einen Blick in die TNBs zu werfen. Denn die sind, gelinde gesagt, ganz einfach irre - speziell der Artikel vier erinnert an den klassischen Musterverlag mit Mephisto. Die juristische Formulierung ist dermaßen geil all-inclusive, dass sich ein Abdruck im Volltext nicht vermeiden lässt. Und immer daran denken: das ist *keine* Satire!

4. Publicity: You agree to participate in any promotions or publicity related to this event. You grant to Google and its subsidiaries an unrestricted, sublicensable, assignable, irrevocable, perpetual, worldwide, royalty-free, fully paid-up license to your name, voice, image, persona, likeness and performance in any media taken or to be taken of you by or on behalf of Google ("Likeness"). This license includes the right to 1) reproduce, modify, create derivative works of, and otherwise use your Likeness, in whole or in part, in any manner or matter or in combination with any other materials in any format or media, 2) publicly display, publicly perform, sell, rent, distribute (directly or indirectly), transmit, or broadcast your Likeness by any means. You hereby waive all rights, including any right or prior approval, and release Google from, and will neither sue nor bring any proceeding against Google for, any claim or cause of action based upon or relating to the use and exploitation of your Likeness.

Dazu passt auch, dass Google jegliche Verpflichtung in die andere Richtung komplett ausschließt - hier kommt Punkt fünf geflogen:

5. Not an offer or contract of employment: Under no circumstances shall the submission of a design, its use by Google, or anything in these Terms be construed as an offer or contract of employment with Google. You acknowledge that you have submitted your design voluntarily and not in confidence or in trust. You acknowledge that no confidential, fiduciary, agency or other relationship or implied-in-fact contract now exists between you and Google and that no such relationship is established by your submission of a design under these Terms.

In der Blogosphäre bildete sich rasch eine zumeist recht klare Ablehnungsfront gegen die neuen 16x16 Pixel, viele kündigten den Wettbewerb an - aber verblüffenderweise scheint jede/r die TNBs für völlig normal zu halten. Dabei reiten sonst immer alle so auf Creative Commons und dergleichen rum... oder gilt's mittlerweile gar als unschicklich, einen Blick auf die sowieso standardmäßig-abzunickenden AGBs zu werfen? Und ich bezweifle stark, dass Google auf meinen Favicon-Designvorschlag verzichten kann :mrgreen:

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