Wir nehmen zur Kenntnis, dass aufgrund der durch die Wirtschaftskrisenerzählung notwendig gewordenen Sparmaßnamen der Frühling 2009 aus budgetären Gründen entfällt und im Sinne der Effizienzsteigerung und Lehrergewerkschaft der Sommer sofort beginnt. Mit Badengehen in der Lobau war heute leider noch nix, da meine Motorradwerkstätte nicht ganz so rasant vorgeht wie der für Jahreszeitenwechsel zuständige Beamte im Wetterministerium. Doch trotz des hohen Anreizes, das Netz Netz sein zu lassen, hat sich im virtuellen Raum schon wieder eine Menge getan - aber am Montag war's ja auch noch saukalt in Wien.
Zum kleinen Skandälchen wurde die Tatsache, dass Guy Kawasaki eine Ghost-Tweeterin beschäftigt und Twitter aus Überzeugung für ein Numbergame hält:
But retweeting is also crucial, Mr. Kawasaki said. "Retweeting is the sincerest form of flattery," he said. "When somebody retweets you, they really have made a conscious decision that they like what you’ve done." He directed the crowd’s attention to Retweetist, which measures how often you’re echoed, and pointed out that he tops the list. "It’s kind of my scorecard," he said, admitting that he checks it 5 to 10 times a day.
Reinialois hat recht:
Da hat man einen riesigen Durst und muss im Restaurant, im Cafe oder wo auch immer stets die selbe lange Leier aufsagen: ‘Einen Apfelsaft mit Leitungswasser auf Null-Fünf g'spritzt. Das ist eindeutig zu lang. Die Bezeichnung 'Apfelschorle' ist auch nicht gerade optimal, klingt eindeutig zu hochdeutsch und wird in Österreich wohl nie Freunde finden. Ganz nebenbei bemerkt will man mit einer Schorle sein Getränk mit Mineralwasser gespritzt. Möchte man jedoch Leitungswasser, dann muss man das auch angeben... das Ganze würde dann wieder auf 'Eine große Apfelschorle mit Leitungswasser gespritzt' kommen... wieder zu lang!
Die Lösung: der Frentzy. Kein neues Getränk, sondern ein neuer Name für eine beliebte Mixtur, zu verbreiten durch sozialen Crowdsourcing-Druck auf die Kellnerschaft:
Statt 'Apfelsaft mit Leitungswasser usw...' nur noch einen Frentzy bestellen. Wenn der Kellner blöd aus der Wäsche guckt, blöd zurückgucken und klar machen, dass das Wort inzwischen doch schon jeder kennt!
Ich bin dabei, allerdings wär ich dringend für eine Unterscheidung zwischen üblem gefiltertem Industrie-Apfel-Chemie-Abfall und einem naturtrüben steirischen Fruchtelixier der Leiwandheit. Letzteres sollte Frentzy heißen, ersteres vielleicht Grindfiss oder so.
Schon im November wurden erste Gerüchte rund um Finanzierungsengpässe laut - nun berichtet die BusinessWeek unter Berufung auf zwei interne Quellen, dass Facebook bereits am 1. Mai zusperren müssen, wenn kein Investor gefunden werden können. Speziell das rasante Wachstum in Asien treibe die Infrastruktur-Kosten in schwindelnde Höhen, während die Werbeeinahmen bei weiten nicht zur Deckung der laufenden Kosten reichen:
Over the past few weeks, Facebook has been trying to secure as much as $100 million in debt financing, according to two sources with knowledge of the proposed transaction. Specifically, the company is looking for a handful of credit lines that would help it finance leases for the growing number of computers it needs to run its popular Web site. Such leases are used by well-known companies, including Google's (GOOG) YouTube video service, and are a common way to finance equipment purchases in Silicon Valley.
Banken sind momentan bekanntlich nicht gerade freizügig bei Kreditvergaben - und trotz des unglaublichen Wachstums hat Facebook mittlerweile einen heftigen Schuldenberg angehäuft. Eine Verstaatlichung kommt in diesem Fall wohl nicht in Frage
Dennoch ist es schwer vorstellbar, dass das größte Social Network der Welt in Kürze vor dem Aus stehen könnte. Eine recht aufschlussreichen Kostenaufschlüsselung gibt's am f8blog.
Twitter-Promi Gary Vaynerchuk hat einen lukrativen 10-jährigen Autorenvertrag mit HarperStudio abgeschlossen, wie das Wall Street Journal berichtet:
But in the world of the Internet, he is a Twitter phenom, with 145,000 followers hanging on his every tweet. What began as a daily video blog about wine has become a self-help, business-advice juggernaut, with "Garyvee" as chief engineer. As he describes himself online, "I love people, and the hustle." The first book in his series, "Crush It! Turn Your Passion into Profits in a Digital World," lands in stores in September.
Da ist es also erfreulicherweise wieder mal jemandem gelungen, die relativ undurchdringliche Membran zwischen Old- und New-Media Prominenz zu durchstoßen - Gratulation!
Beherrschendes Thema dieser Woche war wie zu dieser Jahreszeit üblich das aktuelle Pagerank-Update: Generell wurde die Luft in den oberen Sphären mal wieder dünner - zwei meiner Linkpartner wurden von 7 auf 6 abgewertet, datenschmutz damit von 6 auf 5 und datadirt von 5 auf 4. Allerdings habe ich in den letzten drei Monaten für dieses Blog überhaupt keinen Linkaufbau betrieben - und für private Projekte sind Sechser mittlerweile ziemlich teuer geworden
Interessant zu beobachten ist, dass sich die Schere zwischen SERPs und PR wieder mal ein Stückchen weiter öffnet. Außerdem würde ich vorsichtig drauf tippen, dass der Trend zur immer stärkeren Berücksichtigung des Aktualisierungsfaktor ebenfalls weiter anhält.
Auch diese Woche wieder unbedingt hörenswert ist Radio4SEO. Die aktuelle Sendung wirft unter anderem Licht auf den TrustRank und promotet die Shoemoney Tools - ich hab mir bisher noch keinen Zugang gekauft, wär an Erfahrungsberichten sehr interessiert.
isa-media beleuchtet die Google-Sitelinks und kommt zu einem interessanten Schluss:
Natürlich können solche Einblendungen andere Suchergebnisse weiter nach unten schieben und der Kampf um die vorderen Plätze wird noch etwas weiter verstärkt. Ich bin auch schon auf die ersten Eye-Tracking- und Klick-Studien zu diesen Einblendungen gespannt, wie die User dies wahrnehmen und mit Klicks belohnen werden. Generell werden sich die SERPs auch künftig immer bunter und dynamischer gestalten, dass es kaum noch möglich sein wird einen Platz 3 bei einem Keyword mit einem Platz 3 bei einem anderen Keyword zu vergleichen.
In Österreicher erzählen sie uns dauernd, dass wir den im Fernsehen tanzende Inder Fragen sollen - in der Schweiz gehen die Uhren allerdings anders, und von Uhrwerken haben die Eidgenossen bekanntlich eine Menge Ahnung:
Heute führte mich mein Weg mit ein paar Kollegen auf die swiss-online-marketing in Zürich, zu der ich auch vorab für die Messezeitung einen kleinen Artikel verfasst habe. [...] Ein Auftritt in traditionellem indischen Kostüm, und eine provokante Redeführung - der Herr Sauldie weiß wie er Leute um ihr Geld bringt. In Rhetorik fehlerfrei, inhaltlich intelligenzbeleidigend.
Wirklich lesenswert und sehr unterhaltsam! Da bin ich ja direkt froh, dass ich bei meinen Vorträgen nicht in der Tiroler Krachledernen auftreten muss
Ein kleiner Nachtrag zum Thema April: meine Lieblings-Social-News-Maschine sorgte für breit gefächerte Reaktionen zwischen "Sauerei" und mildem Entsetzen. Was war der Grund? Man hatte angekündigt, Alls Links auf "nofollow" zu setzen und dies auch kurzfristig getan. So richtig gut werden Online-Jokes eben erst durch die User-Kommentare... grandios übrigens auch die Falschmeldung von SEO-News.de über den neuen Google-Webmaster Ansprechpartner für Deutschland. Und auf Google Groups bin ich heute auf eine Diskussion zu meiner eigenen Ente gestoßen.
Wenn der Investor aus Dubai zuschlägt, klingelt der Beutel - im Fall der Domain preisvergleich.de satte 15 Millionen Mal:
Eine der meistgeklickten Preissuchmaschinen Deutschlands ist zu einem Rekordpreis verkauft worden: Ein Investor aus Dubai hat für 15 Millionen US-Dollar die Rechte am Namen der Internetplattform "preisvergleich.de" erworben. Umgerechnet zahlt er damit 11,3 Millionen Euro. Die teuerste Domain der Welt war bisher sex.com. Im Jahr 2006 wurden die Rechte daran für 12 Millionen US-Dollar verkauft, wie mehrere Medien damals berichteten.
Vorbesitzer Unister (dem Unternehmen gehört auch news.de) sträubte sich zuerst gegen den Verkauf, aber wie schon mal erwähnt: der richtige Preis beseitigt alle wirtschaftlichen Vorbehalte.
2 Jedi Knights. 2 Lichtschwerter. Hunderte Stunden Nachbearbeitung:
Und damit bleibt mir nur mehr zu sagen: Packen Sie Ihre Bikinis, Badeanzüge, Badehosen und Bermuda-Shorts oder auch nur ein Handtuch ein: die Badesaison ist quasi eröffnet, und ich freu mich schon aufs Frogwatching in der Lobau. Einen wunderschönen Restsonntag, wir lesen uns morgen!
Damit auch absolute Fußball-Unkenner wie ich mitreden könnten, so sie denn überhaupt wollten, veröffentlicht facts.ch dieser Tage eine unvorstellbar leicht verständliche Erklärung aller ansonsten so kryptisch scheinenden Kicker-Regeln. Mehr Faktenwissen gibt's bei Helges Vergleich von Twitter und uBoot. Aber weil man von kurzen Messages nicht satt wird, weist Pete auf Michis feigen Anti-Chemiefood Versuch hin. Und wer immer schon mal wissen wollte, wie Facebook, Myspace und Method Man zusammengehen, liest am besten bei Dan nach - und einen feinen, brandaktuellen jazzy-flavoured Housemix gibt's dort ebenfalls for your weekend listening pleasure.
Noch nie klang "beta test on the way" so bedrohlich
Polar Rose baut gerade eine Plugin-Technologie, die es hinkünftig erlauben soll, Personen auf öffentlichen Bildern automatisch zu erkennen. Zum Einsatz kommt dabei offensichtlich sowohl Bilderkennungstechnologien als auch Crowdsourcing Strategien:
The Polar Rose browser plugin for Firefox (Internet Explorer coming soon) lets you discover who's in any public photo. The browser plugin is currently in private beta and we are letting in new explorers in every day. [...] The plugin detects people in public photos and places our signature rose approximately where the pinhole of their shirt would be. [...] As a Polar Rose explorer, you help train our engine by tagging names or verifying the data generated by Polar Rose or by your fellow explorers.
So sieht also die Zukunft des Bildertaggens aus... naja, wer weiß: wenn die Zahl der Überwachungskameras weiterhin so zunimmt, dann laufen wir womöglich eines Tages doch noch alle mit Burkas rum.
Über das Wordcamp in Vancouver, das dieser Tage stattgefunden hat, sind noch keine Online-Gerüchte durchgedrungen; dafür häufen sich die Berichte über eine anscheinend recht interessante Web-Expo: Dieter hat einiges an Eindrücken zusammengetragen, speziell die Keynotes von Fake Steve Jobs und die Präsentation eine Präsentation zum Thema "Social Media Optimization and Marketing 101" scheinen auf erhöhte Aufmerksamkeit gestoßen zu sein. Die original Powerpoints gibt's unter den angeführten Links alle zum Nachgucken, allerdings zeigen die schriftlichen Zusammenfassungen vor allem eines: solche Konferenzen sind zum Networken da. Denn das Social Marketing für wenig Bareinsatz hervorragenden Return of Invest bringt, ist nun in der Tat keine bahn- oder sonstwas brechende neue Erkenntnis.
Bei Blogperfume gibt's ein nettes Tool zur Feedanalyse, damit lässt sich vor allem die langfristige zeitliche Entwicklung der eigenen AbonnentInnen-Zahlen sehr übersichtlich darstellt; bekanntlich lassen sich Feed-Zahlen am vergleichsweise schwierigsten manipulieren und gelten daher als sehr sicherer Indikator; na dann kann ich ja mal recht zufrieden sein:

Ansonsten bleibt nur mehr zu erwähnen, dass ich gestern meine Akkreditierungsbestätigung für das spring08 bekommen hab - und nach zwei Jahren Abstinenz ist die Vorfreude auf das beste Elektronik-Festivals Mitteleuropas natürlich riesengroß. Einen kleinen Vorgeschmack bieten die Videos der Vorjahre; ganz besonders freue ich mich auf das Set von Techno-Miterfinder "Magic" Juan Atkins.
Diese optische Halluzination hat's in sich: garantiert chemiefreie 60er Hoffmann-Optik wie man sie aus psychedelischen Videos kennt, kürzer als ein LSD-Trip und legaler obendrein. Einfach klicken, 20 Sekunden auf den Screen starren und dann woanders hinschauen. (Achtung! Probieren Sie das nicht, wenn Sie unter Epilepsie leiden!!!) [via Dirk Ploss]
In unserem Oberstufen-Chemiebuch seinerzeit zierten die guten alten Elemente in klassischer Darstellungsweise die Innenumschlagseite. Unser Lehrer säte gleich zu Beginn Misstrauen gegen verbrieftes Wissen, denn er hat uns sofort erklärt, dass die Chemie eine recht fluide Wissenschaft ist, Annahmen ständig revidiert werden und auch die Maßzahlen im Peridodensystem dauerender Verfeinerung dank neuer Erkenntnisse und Messmethoden unterworfen sind. Und dass die Messwerte in unserem Buch spätestens nach dem Komma bloß historisches Wissen vermittelten.
Später während des Physikstudiums hörten wir dann von Prof. August Hengge denselben Stoff auf Uni-Niveau, während unser Ex-Physik Prof, der großartige Dr. Jäger, uns gleich zu Beginn klar machte, dass die Physik gerade dabei sei, die Chemie von der Grundlagen- hin zur Anwendungswissenschaft zu transformieren. Wie dies? Die Teilchenphysik erklärt mittlerweile chemische Reaktionen. Die Bausteine der Atome interagieren nach einem wohl nie ganz zu enträtselnden Masterplan, aber der Physik ist's gelungen, einige Ausschnitte davon mittels schlüssiger Erklärungen zu modellieren. Zumindest die anorganische Chemie wird damit zu einer Publizistik unter den Naturwissenschaften: Man forscht, aber die Erklärungsmodelle liefern andere.
Doch was ich eigentlich sagen wollte: Chemie hin, Physik her: Popscience stellt der interessierten Öffentlichkeit einen wunderschönen Periodic Table of the Elements online zur Verfügung, der sich vor allem durch fotografische Abbildungen fast aller Grundstoff auszeichnet. Nawikunst, quasi.
Diesmal: Ei-Mango live - A man will try 2 cheat, ha! Oder: Wenn du meine Overheadfolie fressen konntest, dann kannst du sie auch wieder auswürgen.
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Tacit, Leser - schon wieder ein Facit! Oder: "Wie kriegst du Sperma wieder aus Nylonstrümpfen raus?"
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