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	<title>datenschmutz &#187; copy and paste</title>
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	<description>Ritchie Blogfried Pettauers Weblog</description>
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		<title>iPhone: kleinerer Akku, höherer Stromverbrauch</title>
		<link>http://blog.datenschmutz.net/2008-07/iphone-kleinerer-akku-hoeherer-stromverbrauch/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Jul 2008 05:02:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das neue iPhone begeistert zwar mit vielen Features, allerdings ist der Akku kleiner geworden und die Laufzeit dank UMTS gravierend kürzer - und die wichtige Copy-Paste-Funktionalität fehlt nach wie vor.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2008/07/iphonebild.jpg" alt="iphonebild iPhone: kleinerer Akku, höherer Stromverbrauch" title="iPhonescreen" width="150" height="83" style="float:left;margin-right:9px;margin-top:3px;margin-bottom:2px;border:1px solid gray;" />Er ist winzig klein und saugt doch schon wie ein großer: der winzige Apfelmann im neuen <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/iphone/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with iPhone">iPhone</a> — also jenes Bürschchen, das die Datenpakete vom <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/handy/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Handy">Handy</a> in Windeseile via Mini-Kite zum nächsten Datenmast transportiert — ist ausgesprochen durstig und saugt den iPhone–<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/akku/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Akku">Akku</a> in Windeseile leer. Die schnellere Datenübertragung <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/umts/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with UMTS">UMTS</a> erreicht zwar locker weit mehr als das 10fache der Datenrate, dafür ist einfach früher Schluss.</p>
<h2 id="toc-iphone-akku-kein-wunderwuzzi">iPhone Akku: kein Wunderwuzzi</h2>
<p>Mit anderen Worten: was die verbesserte Akku-Technologie an höherer Leistung bereitstellt, frisst die schnellere Datenübertragung locker wieder auf und wir dürfen wieder, ganz wie zu Beginn der Hosentaschentelefonie, unsere Geräte jeden Tag an die Steckdose hängen. Denn wie das datenschmutz’sche Gesetz der reziproken Bytesumme besagt: <em>Die gesamte mit einer Akkuladung übertragbare Datenmenge bleibt über jeweils 5 Gerätgenerationen weitgehend unverändert.</em></p>
<p>Trotzdem <a href="http://tobicom.wg-zittau-sued.de/?p=84" class="liexternal">wundern</a> <a href="http://www.dieter-welzel.de/blog/iphone-3g-schwaechen/" class="liexternal">sich</a>  <a href="http://www.benkoe.ch/iphone-3g-wer-saugt-hier-strom/" class="liexternal">so</a> <a href="http://iphonehelfer.wordpress.com/2008/07/11/lang-lebe-der-akku-des-iphone-3g/" class="liexternal">gut</a> <a href="http://www.pixelleben.de/2008/07/13/iphone-3g-akku-momentan-eine-volle-enttaeuschung/" class="liexternal">wie</a> <a href="http://schimana.net/2008/07/apple/iphone-spiele-und-der-akku/" class="liexternal">alle</a> Neo-Besitzer des neuen iPhone, so sie denn auch das Vorgängermodell kannten, über die scheinbar gravierend verringerte Akkulebensdauer. Okay, die kleinen Kraftzellen sind in den letzten Monaten bedeutend teurer geworden — Bastler können allerdings selbst <a href="http://aufgehts.wordpress.com/2008/07/11/iphone-3g-akku-wechselbar-sensation-und-gehackt-simloc/" class="liexternal">wechseln</a>, hier gibt’s die <a href="http://www.fscklog.com/2008/07/iphone-3g-aufge.html" class="liexternal">iPhone Aufschraub-Anleitung</a>. Wohl deshalb hat das Nachfolge-iPhone statt eines 1.400er-Akkus nur eine 1.150 mAh Version spendiert bekommen, in erster Linie hängt die Akku-Lebensdauer aber mit dem UTMS-Verfahren zusammen: zwar nützt die schnelle Datenübertragung im Vergleich zu GSM zwar eine niedrigere Spitzen-Sendeleistung (bis zum 0,125 Watt bei Class 4 Geräten und 0,25 Watt bei Class 3 Devices verglichen mit bis zu 2 Watt bei GSM), dies dafür kontinuierlich — während GSM gepulst, also in kurzen Zeitschlitzen, seine Daten überträgt:</p>
<blockquote><p><strong>Details bei GSM</strong><br />
Beim GSM-System erfolgt die Einstellung der Sendeleistung durch die Basisstation in Abständen von 104 Rahmen (480 ms), intern setzt die Mobilstation diese Vorgaben in Stufen von 2 dB (Faktor 1,58) jeweils im Abstand von 13 Rahmen um, was einer Zeitdauer von 60 ms entspricht. Der komplette Dynamikbereich von max. 30 dB (15 Stufen) kann also in 0,9 s durchfahren werden.<br />
<strong>Details bei UMTS</strong><br />
Beim zukünftigen UMTS-System arbeitet die Leistungsregelung wegen der technischen Notwendigkeit sowohl schneller wie auch stärker: Sie erfolgt alle 667 µs in Stufen zwischen 1 dB (Faktor 1,26) und 3 dB (Faktor 2).<br />
(Quelle: <a href=" http://www.ralf-woelfle.de/elektrosmog/redir.htm?http://www.ralf-woelfle.de/elektrosmog/e_smog_3.htm" class="liinternal">Ralf-Woelfe.de</a>)</p></blockquote>
<h2 id="toc-immer-online-mit-dem-iphone">Immer online mit dem iPhone</h2>
<p>Wer Services wie Twitterific, IMAP4 E-Mail mit kurzen Abrufintervallen etc. häufig nutzt und vielleicht zusätzlich auch noch WLAN aufgedreht hat, lässt die Drahtlos-Chips also ganz ordentlich an der Batterie saugen, zwei Tage ohne Steckdose sind da kaum drin. Ich kenn das ja mittlerweile von meinem HTC Kaiser… </p>
<p>Die kürzere <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/laufzeit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Laufzeit">Laufzeit</a> ist allerdings nicht das einzige Manko des neuen iPhones. Wie <a href="http://www.georgholzer.at/blog/2008/07/12/apples-iphone-konsumenten-abzocke/" class="liexternal">Georg</a> berichtet, verweigert das <strong>iPhone 2</strong> im Gegensatz zum Vorgängermodell die Stromaufnahme aus dem <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/ipod/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with iPod">iPod</a>–Deck — warum das so ist, weiß wohl nur Steve Jobs. Trotzdem finden die ersten Online-Testberichte auch eine <a href="http://wissenbelastet.com/2008/07/12/24-stunden-iphone-3g-ein-erfahrungsbericht/" class="liexternal">Menge</a> <a href="http://blog.jensfranke.com/2008/07/13/iphone-3g-erster-eindruck-surfen-itunes-fazit/" class="liexternal">Positives</a>, so gut wie jeder Nutzer zeigt sich allerdings enttäuscht über fehlende Copy-Paste-Funktion, die sich anscheinend auch nicht ohne weiteres <a href="http://neuerdings.com/2008/04/17/icopy-fuers-iphone-moechtegern-copypaste/" class="liexternal">nachrüsten</a> lässt. Alles in allem bleiben also auf der iPhone 2.0 Wunschliste also noch einige Punkte offen: die fehlende Copy-Paste-Funktionalität könnte <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/apple/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Apple">Apple</a> via Update nachreichen, auch ein stärkerer Akku wird das Gerät aber nicht zum Dauerläufer machen. Mit anderen Worten: der mobile Geek hat derzeit die Wahl zwischen Internet im Schneckentempo oder jämmerlicher Batterielebensdauer… so choose wisely <img src='http://blog.datenschmutz.net/wp-content/plugins/smilies-themer/datadirtblue2/frog6.gif' alt="frog6 iPhone: kleinerer Akku, höherer Stromverbrauch" class='wp-smiley' title="iPhone: kleinerer Akku, höherer Stromverbrauch" /> </p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
Wenn Sie diese Meldung auf einer Homepage sehen, wurde der betreffende Beitrag widerrechtlich und ohne die Zustimmung des Autors veröffentlicht.<br /><em>Digitaler Fingerabdruck / digital Fingerprint: c1d7d6ed6691c7c25dbb043c9a689294</em></small>]]></content:encoded>
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		<title>Web 2.0 — Internet für Dummies in der neoliberalen Medienwelt? (von Werner Reiter)</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Feb 2007 15:13:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Reiter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Werner Reiter hat fürs gap eine illustre Runde zur Diskussion über die neue Medienwirtschaft eingeladen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img id="image388" src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2007/02/web20.jpg" alt="web20 Web 2.0   Internet für Dummies in der neoliberalen Medienwelt? (von Werner Reiter)" style="float:right; margin-left:6px; margin-bottom:2px;" title="Web 2.0   Internet für Dummies in der neoliberalen Medienwelt? (von Werner Reiter)" /><a href="http://www.thegap.at" class="liexternal">the gap</a> feiert dieser Tage den 10. Geburtstag. Für das gestern erschienen Jubiläumsheft hat Werner Reiter <a href="http://blog.datenschmutz.net/2007-01/gespraechsrunde-zu-web-20/" class="liinternal">wie berichtet</a> zu einer Diskussion über das Schlagwort <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/web-20/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Web 2.0">Web 2.0</a>, über Copyright, partizipative Medien und neoliberale Märkte eine, wie man so schön sag, illustre Runde eingeladen. Hier nun der aus der Diskussion entstandene Artikel im Volltext. Werner ist damit auch der erste Gastautor auf datenschmutz — viel Vergnügen mit diesem multi-facettierten Text; wir sind beim Diskuttieren natürlich ganz schnell vom 100sten ins 1000ste gekommen, aber lesen Sie selbst:<br />
<span id="more-387"></span> </p>
<p> </p>
<h1 id="toc-werner-reiter-web-2-0-internet-fr-dummies-in-der-neo-liberalen-medienwelt"><small>Werner Reiter</small>: Web 2.0 — Internet für Dummies in der neo-liberalen Medienwelt</h1>
<p>erschienen in: <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/the-gap/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with the gap">the gap</a> #73, Februar 2007. Scans des Originalartikels:</p>
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<p> </p>
<p><strong>Das gehypte Schlagwort Web 2.0 entzieht sich beharrlich allen Definitionsversuchen und ist trotzdem — oder gerade deswegen — Ausgangspunkt für viele Diskurse um die Verfassung der heutigen Medienwelt und die Rolle der User. the gap beteiligt sich daran und lädt zur Expertenrunde.</strong></p>
<blockquote><p><strong>Die <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/diskussionsrunde/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Diskussionsrunde">Diskussionsrunde</a>:</strong></p>
<ul>
<li>Niko Alm, Herausgeber the gap <a href="http://www.thegap.at" class="liexternal">thegap.at</a></li>
<li>Adrian Dabrowski, Webentwickler und Aktivist bei quintessenz — Verein zur Wiederherstellung der Bürgerrechte im Informationszeitalter <a href="http://www.quintessenz.at" class="liexternal">quintessenz.at</a></li>
<li><a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/frank-hartmann/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Frank Hartmann">Frank Hartmann</a>, Dozent für Medienphilosophie an der Uni Wien. Aktuelles Buch: Globale <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/medienkultur/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with medienkultur">Medienkultur</a> (WUV-Facultas, Wien 2006) <a href="http://www.medienphilosophie.net" class="liexternal">medienphilosophie.net</a></li>
<li>Gregor Matjan, Zuständig für Trend Exploration und Produktpotenzialanalysen bei mobilkom austria <a href="http://www.mobilkomaustria.com" class="liexternal">mobilkomaustria.at</a></li>
<li>Tassilo Pellegrini, Zentrumsleiter der Semantic Web School, Herausgeber des ersten deutschen Sammelbandes zu semantischen Technologien (Springer 2006). Schwerpunkte: Technikfolgeabschätzung, Marktforschung und Policyanalyse <a href="http://www.semantic-web.at" class="liexternal">semantic-web.at</a></li>
<li>Ritchie Pettauer, Web-Consultant und Journalist (unter anderem the gap), beschäftigt sich praktisch und theoretisch mit Social Media und Web 2.0 Applikationen <a href="http://www.datenschmutz.net" class="liexternal">datenschmutz.net</a></li>
<li>Dieter Rappold, Mitbegründer und Geschäftsführer von knallgrau new media solutions <a href="http://www.knallgrau.at" class="liexternal">knallgrau.at</a></li>
<li>Marie Ringler, Grüne Landtagsabgeordnete in Wien, Kultur– und Technologiesprecherin, bloggt seit 2003 <a href="http://www.marieringler.at" class="liexternal">marieringler.at</a></li>
</ul>
</blockquote>
<p>Ende 2004 stellt Tim O’Reilly, erfolgreicher Herausgeber von Technologiebüchern fest, dass im Internet etliche recht unterschiedliche Pflanzen gewachsen sind, die sich von dem abheben, was das Web bis dato ausgemacht hat: Plattformen für Social Networking, massenhaft genutzte Angebote zur Publikation selbst produzierter Inhalte (Texte, Fotos, Videos…) und einige technologische Neuerungen, die etwa komplexere Anwendungen über Web-Browser nutzbar machen. Insgesamt also Services, die den Anwendern mehr Interaktionsmöglichkeiten bieten. All das wird bei einer Konferenz in einen Topf geworfen und einer von O’Reillys Mitarbeitern erfindet dafür den Begriff Web 2.0. Publizisten, Analysten und Consulter löffeln begierig die Suppe. Große Internet– und Medienunternehmen versuchen, sich die Löwenanteile zu sichern. Dort wo sich viele User tummeln, ist in der Regel ja auch viel Geld zu machen. Spätestens 2006 ist Web 2.0 ein regelrechter Hype und mit dem Erwerb der Videoplattform YouTube um 1,65 Milliarden US Dollar sorgt Google für die größte Finanztransaktion in dem Bereich. Anfang 2007 lädt the gap einige Experten ein, um die Zutaten des Eintopfes zu analysieren und den Gesamtgeschmack zu beurteilen.</p>
<h4 id="toc-web-2-0-oder-das-wesen-des-web-im-jahr-2007">Web 2.0 oder das Wesen des Web im Jahr 2007</h4>
<p>Wie erwartet sorgt schon die Frage nach der Eigendefinition des Begriffes für Kontroversen in der Runde. Während die Pragmatiker und Techniker im Web 2.0 eine evolutionäre Weiterentwicklung des Bestehenden sehen, identifizieren die anderen aus der Makroperspektive einen Paradigmenwechsel, der sich weniger in technischer als vielmehr in inhaltlicher Vernetzung und neuen sozialen Praktiken äußert. Die dritte Fraktion sieht darin nur einen Marketing-Hype, der im Grunde nur denen nützt, die Web 2.0 Plattformen als Marktplätze etablieren wollen. Deshalb widmet man sich bald den Diskussionen, die von Web 2.0 ausgehen und lässt den Begriff ohne eindeutige Definition im Raum stehen.</p>
<blockquote><h4 id="toc-zitate-aus-der-diskussion">Zitate aus der Diskussion:</h4>
<p>Es gab viele, die im Web als einer Anwendung des Internet keine optimale Lösung sahen. Nun wird so getan, als gäbe es sie, weil eine light Version da ist. <small>Frank Hartmann über die Web 2.0 Euphorie</small></p>
<p>Die meisten großen Player aus der Zeit des ersten Internet-Booms haben die Entwicklung komplett verschlafen. Nun zahlen sie hohe Beträge, um sich wieder in den Markt einzukaufen. <small>Dieter Rappold über alte und neue Profiteure</small></p>
<p>Die Frage, ob es heute so etwas wie eine nicht-kommerzielle Netzöffentlichkeit gibt, muss ich mit nein beantworten. <small>Marie Ringler über alte Hoffnungen, die enttäuscht wurden</small></p>
<p>Was jetzt mit Web 2.0 Anwendungen passiert, ist der Versuch, Marktplätze zu optimieren. Das trägt dem neoliberalen Gedanken Rechnung, Anbieter und Konsumenten möglichst nah zusammen zu bringen. <small>Gregor Matjan über die Kommerzialisierung des Web</small></p>
<p>Früher war es aus kommerziellen Gründen schwierig zu publizieren. Heute gibt es andere Barrieren, wie etwa die der Menge an veröffentlichen Inhalten, aus der man sich abheben muss. <small>Niko Alm über niedrige Zugangsschwellen für die Publikation</small></p>
<p>Auch wenn die technischen Zugangshürden gesenkt wurden, die Menschen müssen trotzdem erst lernen, mit den neuen Möglichkeiten umzugehen und zu verstehen, was es bedeutet, die Kontrolle über persönliche Daten und Inhalte abzugeben. <small>Adrian Dabrowski über Programmierkenntnisse und Media Literacy</small></p>
<p>Ich würde mir wünschen, dass das Abspielen von CDs immer unkomfortabler wird und dass Windows Vista übelste Datenüberwachung ermöglicht. Vielleicht würde das auch Leute, die mit Open Source nichts am Hut haben, in die Arme von Creative Commons treiben.<small>Ritchie Pettauer über seine Hoffnung, die Industrie werde mit DRM den Bogen überspannen</small></p>
<p>Der User generated Content ist der Marketing-Rohstoff, weil er den Kontext bildet, in dem Marekting wirkt. <small>Tassilo Pellegrini über Marketing auf Web 2.0 Plattformen</small></p></blockquote>
<h4 id="toc-das-web-als-spiegel-der-realen-welt">Das Web als Spiegel der realen Welt</h4>
<p>YouTube und MySpace sind wohl prototypische Web 2.0 Anwendungen: Aus Usersicht geht es um einfach zu bedienende Publikationsmöglichkeiten und Social Networking. Interessant ist aber der ökonomische Blick darauf. YouTube wurde von Google gekauft und MySpace von Rupert Murdochs News Corporation. Google, selbst Betreiber einer Videoplattform, kontrolliert damit mehr als 70% des Online Video Marktes und hat somit eine Monopolstellung erlangt. Gleichzeitig ist Google Suchmaschinenbetreiber und Vorreiter für kontextsensitives Online Marketing und wird deshalb auch hier passende Werbemodelle entwickeln. Dass Murdoch sich um viel Geld bei MySpace eingekauft hat, ist für Rappold ein Beispiel dafür, wie die großen Player die Entwicklungen der letzten Jahre verschlafen haben. Für Ringler offenbart sich das gesamte Dilemma einer Generation, die in Zeiten des ersten Internet-Booms auf die große Befreiung durch eine nicht kommerzorientierte Netzöffentlichkeit gehofft hat: Partizipation ja, aber auf Basis kommerzieller Software und in einem von Marketingbotschaften durchsetzten Umfeld. Das Web ist für Matjan damit zum Abbild und Teil einer neo-liberal verfassten Medienwelt geworden, in der die selben Regeln gelten wie sonst auch.</p>
<h4 id="toc-dabei-sein-ist-pflicht">Dabei sein ist Pflicht</h4>
<p>Regel Nummer 1 scheint zu sein, dass man schlicht und einfach dabei sein muss. Die Online Identität gehört — zumindest bei etwas höher gebildeten jungen Menschen — zum guten Ton und Rappold meint, dass derartige Profile in Zukunft den geschriebenen Lebenslauf ersetzen und ein höheres Maß an Authentizität vermitteln werden. Dass Dabrowski als Datenschützer auf die Missbrauchsmöglichkeiten hinweist, wird zur Kenntnis genommen. Allerdings kann und will niemand ein Gegenrezept anbieten. So bleibt nur die Erkenntnis, dass wohl die User selbst ihre Identität auf derartigen Plattformen managen müssen und es ein bildungspolitischer Auftrag ist, diese Media-Literacy zu schulen und auch in Lehrplänen zu verankern.</p>
<h4 id="toc-die-gegenffentlichkeit-ist-teil-des-systems">Die Gegenöffentlichkeit ist Teil des Systems</h4>
<p>Auch wenn die neuen Technologien prinzipiell jedem Menschen mit Internetzugang die Möglichkeit eröffnen, selbst ohne Kosten zu publizieren, tun die meisten das auf Plattformen, die klare Profitinteressen verfolgen. Natürlich würden Peer to Peer Netzwerke eine brauchbare und sympathischere Alternative darstellen. Wer sich aber ein größeres Publikum verschaffen will, wird wohl oder übel auf die weit verbreiteten Services zurückgreifen. — Und sich dort gegen eine Vielzahl anderer Inhalte mit unterschiedlichster Qualität durchsetzen müssen. Das Instrument dafür heißt Tagging. Je besser die Contents beschlagwortet sind, desto eher erreichen sie andere interessierte User. — Und können im selben Maß von der Werbewirtschaft genutzt werden. Die Inhalte sind somit der Bezugspunkt für Marketingtreibende, die ihre Botschaften punktgenau platzieren wollen. Google hat mit AdSense genau das passende Angebot. Der wesentliche Vorteil von Online Marketing liegt nicht nur in der Zielgenauigkeit, sondern auch in den Chancen, die direkte Feedback– und Interaktionsmöglichkeiten bieten. Ritchie Pettauer hat selbst Erfahrung mit Viral Marketing Kampagnen großer Unternehmen. Mittlerweile verlassen sich gute Marketiers nicht einfach auf das Platzieren von Botschaften, sondern planen Kampagnen, die ganz gezielt in Diskussionen eingreifen und diese steuern. Die User merken nicht mehr, dass bezahlte Agents dahinter stehen. </p>
<h4 id="toc-verbreitetes-wissen-vermehrt-wissen">Verbreitetes Wissen vermehrt Wissen</h4>
<p>Jedes Gespräch über digital vorliegende Inhalte kommt früher oder später beim Copyright-Thema an. So auch unsere Diskussion. Bei selbst produzierten Contents mag es vielleicht manchmal ein mulmiges Gefühl verursachen, sie in großen Datenspeichern abzulegen, die kommerziell erschlossen werden. Auch hier sieht die Runde die Hauptaufgabe in der Bewusstseinsbildung bei den Anwendern. Wenn es um industriell produzierte Musik und Videos geht, macht sich ein noch viel mulmigeres Gefühl breit. Digital Rights Management als Gegenreaktion der Industrie unterwandert das Recht auf private Kopien. Ausgehend von der auch von Ringler unterstützten These, dass verbreitetes Wissen — Musik und Videos sind letztlich auch Wissen — für die Entstehung von noch mehr Wissen sorgen, unterbricht DRM genau diesen Prozess. Ritchie Pettauer hat mit seinem Wunsch, dass die Industrie zusätzliche Hürden bei dem Abspielen der Files einbaut und die User dann endgültig auf Filesharing umsteigen auch ein recht dramatisches Wunschszenario parat. Trotzdem glaubt niemand so recht an den großen Durchbruch von Creative Commons.</p>
<h4 id="toc-ordnung-im-datendschungel">Ordnung im Datendschungel</h4>
<p>Parallel zu Web 2.0 als userzentrierte Sicht gibt es mit Semantic Web eine datenzentrierte Sicht auf die Vielzahl von unstrukturiert vorliegenden Inhalten. Über Ontologien wird versucht, die Contents so weit zu beschreiben, dass sie von Maschinen verarbeitet und verknüpft werden können. Tassilo Pellegrini von der Semantic Web School räumt aber ein, dass beide Sichten ineinander greifen müssen. Für die breite Masse an Inhalten werden die User immer die Aufgabe in Form von Tagging übernehmen. Für stark spezialisierte Themen oder klar umrissene Aufgabenbereiche wird es automatisierte Methoden geben. Eine Universalontologie hält er für utopisch, da diese auch eine universale Definitionsmacht bedeutet. </p>
<h4 id="toc-schne-neue-medienlandschaft">Schöne neue Medienlandschaft</h4>
<p>Wenn die nicht kommerzorientierte Netzöffentlichkeit schon nicht existiert, so gibt es im Web zumindest mehr alternative und differenziertere Informationsangebote als in der klassischen Medienwelt. Damit stellt sich auch die Frage, in welcher Form diese genutzt werden. Der Faktor Zeit wird hier zum Schlüssel. Während schon wenige Personen Interesse haben, sich neben klassischen Medien neue Quellen zu erschließen, haben noch weniger die Zeit, dies zu tun. Die Möglichkeiten zur Teilnahme an Diskussionen sind gegeben, werden aber nach wie vor nur von Eliten genutzt, die das zumeist auch im Rahmen ihres Jobs machen können bzw. müssen. Hartmann bringt eine alte Erkenntnis der Kommunikationswissenschaft ein: Medienkonsum dient nicht primär der Informationsbeschaffung, sondern dem ganz simplen Wunsch, bei den großen Themen mitreden zu können. Dafür reichen zumeist klassische Massenmedien aus. </p>
<h4 id="toc-web-2-0-entwicklungsland-sterreich">Web 2.0 Entwicklungsland Österreich</h4>
<p>Die großen Web 2.0 Plattformen sind rein US amerikanischer Provenienz. Die Gründe, warum aus Österreich keine nennenswerten Web 2.0 Impulse kommen, werden mit drei Punkten erklärt: Mangel an Risikobereitschaft, schlechte Vorbereitung von Studierenden für das Unternehmertum und das Fehlen von Venture Capital. Klarerweise will sich niemand von sozialstaatlichen Errungenschaften verabschieden, um die Risikoschwelle auf amerikanisches Niveau zu senken. Auf die Notwendigkeit der Verankerung des Unternehmerwesens in Ausbildungsplänen einigt man sich aber recht schnell. Etwas schwieriger wird es bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Alte staatliche Fördermodelle sind in einer globalen Wirtschaft überholt. Deshalb wünscht man sich vor allem weniger Gießkanne und größere Summen für Einzelprojekte, längerfristige Modelle und den Abbau von bürokratischen und steuerlichen Barrieren für Jungunternehmer.</p>
<h4 id="toc-mehr-experten-braucht-das-land">Mehr Experten braucht das Land</h4>
<p>Grundtenor aller Beiträge zum Thema Politik ist der Wunsch nach mehr Expertise der Politiker in dem Bereich. Damit ist nicht das verpflichtende Führen eines Wahlblogs gemeint, sondern eine intensive Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen, medienpolitischen und datenschutz– und urheberrechtlichen Aspekten des Internet. Auch wenn sich die Runde nicht einigen kann, wie viel Regulierung von Seiten des Staates nötig und wünschenswert sei und wie viel Selbstregulierung und Standardisierung von den großen Playern selbst übernommen werden kann und darf: In jedem Fall sollten sich Politiker gemeinsam mit Experten des Themas annehmen, um Antworten auf diese Fragen zu suchen.</p>
<blockquote>
<h4 id="toc-glossar">Glossar</h4>
<p><strong>AdSense: </strong><br />
Ein Dienst von Google um Werbeanzeigen gegen Entgelt auf eigenen Webseiten zu platzieren. Die Auswahl der Anzeigen ist inhaltsbezogen und wird automatisch durch Google erzeugt.</p>
<p><strong>Creative Commons:</strong><br />
Gemeinnützige Gesellschaft, die im Internet verschiedene Standard-Lizenzverträge veröffentlicht, mittels derer Autoren der Öffentlichkeit Nutzungsrechte an ihren Werken, wie zum Beispiel Texten, Bildern, Musikstücken usw. einräumen können.</p>
<p><strong>DRM (Digital Rights Management):</strong><br />
Ein Verfahren, mit dem die Verbreitung digitaler Medien (v.a. Musik und Film) kontrolliert werden kann. Damit sollen Rechteinhabern prinzipiell neue Abrechnungsmöglichkeiten für Lizenzen und Rechte sowie Kontrollmechanismen über die Nutzung der Daten ermöglicht werden.</p>
<p><strong>Ontologie:</strong><br />
Eigentlich eine philosophische Disziplin, die die Grundstruktur des Seienden beschreiben will. Im Zusammenhang mit Sematic Web geht es um die Beschreibung von Konzepten und ihren Beziehungen innerhalb einer Wissensdomäne. Damit werden Maschinen unterstützt, Inhalte im Web interpretieren zu können. </p>
<p><strong>Peer to Peer (P2P):</strong><br />
Gegenmodell zum Client Server Prinzip. In einem Peer-to-Peer-Netz sind alle Computer gleichberechtigt und können sowohl Dienste in Anspruch nehmen als auch Dienste zur Verfügung stellen. PCs können als Arbeitsstationen genutzt werden, aber auch Aufgaben im Netz übernehmen.</p>
<p><strong>Semantic Web:</strong><br />
Verfolgt das Ziel, die Bedeutung von Information auf eine standardisierte Weise beschreiben zu können, damit “Intelligente Agenten” im Namen eines Anwenders quer über unterschiedliche Quellen Information miteinander verknüpfen können</p>
<p><strong>Social Software:</strong><br />
(Software-)Systeme, die die menschliche Kommunikation, Interaktion und Zusammenarbeit unterstützen.</p>
<p><strong>Tagging </strong><br />
Indexieren bzw. Beschlagworten von (Web-)Inhalten durch User, damit diese untereinander vernetzt werden können.
</p></blockquote>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
Wenn Sie diese Meldung auf einer Homepage sehen, wurde der betreffende Beitrag widerrechtlich und ohne die Zustimmung des Autors veröffentlicht.<br /><em>Digitaler Fingerabdruck / digital Fingerprint: c1d7d6ed6691c7c25dbb043c9a689294</em></small>]]></content:encoded>
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		<title>gaposlovakia @ Dondrine #1</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Nov 2006 12:28:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am kommenden Dienstag zelebrieren die gaposlovakia DJs zum ersten Mal in der Dondrine ihren Slogan: Pro nekonformni Diskoteky. Um in den Worten von Didi Bruckmeyer zu sprechen: This is just a little warning from for the pimps! Ab sofort brennen wir die Kirchengasse 20 jeden letzten Dienstag im Monat nieder — mit Beats und Clickz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2006/11/gappo01.jpg" class="imagelink" rel="lightbox" title="gaposlovakia Flyer"><img id="image194" src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2006/11/gappo01.thumbnail.jpg" alt="gappo01.thumbnail gaposlovakia @ Dondrine #1" style="float:right;padding-left:9px;padding-bottom:3px;" title="gaposlovakia @ Dondrine #1" /></a>Am kommenden Dienstag zelebrieren die <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/gaposlovakia/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with gaposlovakia">gaposlovakia</a> DJs zum ersten Mal in der Dondrine ihren Slogan: <strong>Pro nekonformni Diskoteky</strong>. Um in den Worten von Didi Bruckmeyer zu sprechen: This is just a little warning <strike>from</strike> for the pimps! Ab sofort brennen wir die Kirchengasse 20 jeden letzten Dienstag im Monat nieder — mit Beats und Clickz und <strike>Katz</strike> Cuts natürlich, rein metaphorisch.</p>
<p>Bei der Dondrine handelt sich’s um ein Abschiedsgeschenk der Mouse-on-Mars, das sie hier in Wien in der Kirchengasse vergessen hat.<br />
7. Bezirk, Kirchengasse 20. Zwischen 21 und 2 Uhr. Expect ‘lectronic madness von IDM über Dub bis Hardcore Techno.</p>
<p><strong>Timetable:</strong><br />
21:30–23:00 Terence Repeat-Until [gaposlovakia, Leitstrahl]<br />
23:00–0:30 noxukao [gaposlovakia, crystal-matters]<br />
0:30–2:00 Paul Raal [gaposlovakia] </p>
<p> </p>
<p align="center"><img id="image194" src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2006/11/gappo01.jpg" alt="gappo01 gaposlovakia @ Dondrine #1"  title="gaposlovakia @ Dondrine #1" /></p>
<blockquote><p>GAPOSLOVAKIA was born way long time ago — some say, the crew is older than the sun, moon and stars. Even though it’s virtually impossible to find out any actual facts of it all, GAPOSLOVAKIA have proven many times that they are not only hard edged workhorses, but also that they enlighten people like fire in the most ideolotical way.<br />
Beats are here for all, and we came to distribute them. If you’re not believing there is no return from the inner regions of GAPOSLOVAKIA tundra.</p></blockquote>
<p><a href="http://www.myspace.com/gaposlovakia" class="liexternal">gaposlovakia auf myspace</a><br />
<a href="http://dondrine.com/" class="liexternal">die dondrine</a></p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
Wenn Sie diese Meldung auf einer Homepage sehen, wurde der betreffende Beitrag widerrechtlich und ohne die Zustimmung des Autors veröffentlicht.<br /><em>Digitaler Fingerabdruck / digital Fingerprint: c1d7d6ed6691c7c25dbb043c9a689294</em></small>]]></content:encoded>
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		<title>Amazon Noir — Interview mit Hans Bernhard</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Nov 2006 12:16:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In ihrer aktuellen Aktion verwendeten die bekannten Netzkünstler UBERMORGEN.COM die “Search-Inside-the-Book” Funktion von Amazon.com, um komplette Bücher von der Webseite des Online-Händlers zu spidern und “in ihr traditionelles Interface zu überführen”. Verpackt in einen klassischen Krimiplot der vierziger Jahr trägt die Aktion den Titel Amazon Noir.

Im Interview (für telepolis, erschienen am 22.11.2006) erklärt Netzkunstaktivist Hans [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img id="image185" src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2006/11/amazonnoirteaser.jpg" alt="amazonnoirteaser Amazon Noir   Interview mit Hans Bernhard" style="float:right;padding-left:6px;padding-bottom:2px;" title="Amazon Noir   Interview mit Hans Bernhard" />In ihrer aktuellen Aktion verwendeten die bekannten Netzkünstler <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/ubermorgencom/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with ubermorgen.com">UBERMORGEN.COM</a> die “Search-Inside-the-Book” Funktion von Amazon.com, um komplette Bücher von der Webseite des Online-Händlers zu spidern und “in ihr traditionelles Interface zu überführen”. Verpackt in einen klassischen Krimiplot der vierziger Jahr trägt die Aktion den Titel <a href="http://www.amazon-noir.com" class="liexternal">Amazon Noir</a>.<br />
<span id="more-183"></span></p>
<p>Im Interview (für <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24034/1.html" class="liexternal">telepolis</a>, erschienen am 22.11.2006) erklärt Netzkunstaktivist <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/hans-bernhard/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Hans Bernhard">Hans Bernhard</a>, warum die Künstlergruppe ihre Coup als Freestyle-Forschung und durchaus nicht als Angriff auf das Konzept des  Copyright sieht — und versichert, dass die gesamte Aktion tatsächlich stattgefunden hat, denn nachprüfbar ist dies für die interessierte Öffentlichkeit letztendlich nicht. Dissimumlierte Netzkunst, Underground-Coup und/oder Media Hacking? Interview zu einem teilfiktiven Krimi mit <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/hans-bernhard/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Hans Bernhard">Hans Bernhard</a>, Lizvlx, Paolo Cirio und Alessandro Ludovico in den Hauptrollen.</p>
<p> </p>
<h1 id="toc-geistiges-eigentum-rekombinieren">Geistiges Eigentum rekombinieren.</h1>
<h4 id="toc-interview-mit-hans-bernhard-zu-amazon-noir">Interview mit Hans Bernhard zu “Amazon Noir”</h4>
<p><i>Wie kam’s zur Idee von Amazon Noir?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> 2003 hat Amazon begonnen, ca. 120.000 Buchtitel via “Search Inside the Book” durchsuchbar anzubieten. Die Idee, die Bücher zu klauen, ist schon älter: Sie kommt aus dem Umfeld der italienischen Software–<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a>–Gruppe <a href="http://epidemic.ws" class="liexternal">[EpidemiC]</a> und des Netzaktivisten &lt; href=“http://www.paolocirio.info”&gt;Paolo Cirio, einer unserer Kooperationspartner, hat mit [EpidemiC] vor ein paar Jahren gearbeitet; Wir klauen eigentlich gerne Ideen von anderen. Es ist eine unserer Spezialitäten, dass wir einfach etwas nehmen und weiterentwickeln. Anfang 2006 begannen wir, die Technologie auszuloten und uns zu überlegen, was man mit diesem System machen kann. Dabei ist uns folgendes aufgefallen: wenn man mit verschiedenen Robots Queries (Suchanfragen) absetzt an das “<a href="http://www.amazon.com/Search-Inside-Book-Books/b?ie=UTF8&#038;node=10197021" class="liexternal">Search Inside the Book Tool</a>” und dazu sehr häufige Wörter verwendet wie “ist” oder “und”, dann erhält man eine ganz Liste von Treffern.<br />
Allerdings bekommt man ja nie ganze Seiten oder das komplette Buch, sondern immer nur einen einzelnen Paragraphen. Von dem nimmt man die ersten und die letzten vier, fünf Wörter, die in der Regel “unique” sind, also nur einmal im Buch vorkommen, und startet mit denen die nächste Suche — so erhält man den folgenden bzw. den vorigen Absatz.<br />
Das so lange zu machen, bis man ein komplettes Buch zusammengesetzt hat, ist natürlich eine unheimlich mühsame und anstrengende Arbeit, die ein Mensch zwar prinzipiell erledigen könnte. Aber durch Software lässt sich der Prozess stark verkürzen. Für ein komplettes Buch braucht man ca. fünf– bis zehntausend Anfragen. Unsere Software hat das zu Beginn in etwa 30 Stunden erledigt, später konnten wir den Prozess auf rund eine Stunde verkürzen.</p>
<p align="center"><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2006/11/diagram.jpg" class="imagelink" rel="lightbox" title="Ablaufdiagramm Amazon Noir"><img id="image184" src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2006/11/diagram.thumbnail.jpg" alt="diagram.thumbnail Amazon Noir   Interview mit Hans Bernhard"  title="Amazon Noir   Interview mit Hans Bernhard" /></a><br />
<small>Ablaufdiagramm der Amazon Noir Software</small></p>
<p><i>Amazon bietet natürlich keine “offizielle” Schnittstelle für diese Suchfunktion an; das heißt, eure Software simuliert einen normalen Besucher bzw. Benutzt genau jenes Interface, das jedem Amazon-User zur Verfügung steht. Die Entwicklungszeit für diese Software war relativ kurz — wann habt ihr begonnen?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Anfang 2006 — es dauerte 3 Monate, das Tool zu entwickeln; nach einigen Probeläufen haben wir Tuningmaßnahmen getroffen, Libraries ausgetauscht und das Programm verbessert. Dann kam uns Amazon USA auf die Schliche und begann, auf technischer Ebene Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Paolo Cirio hat die Software programmiert — ich kenne mich technisch nicht im Detail aus; jedenfalls hat Amazon die Texte so umgestaltet, dass unsere Roboter sie nicht mehr korrekt zusammensetzen konnte.<br />
Wir trafen aber wiederum Gegenmaßnahmen und konnten weiterhin Bücher — wenn auch in niedrigerer Qualität — rausfischen. Das war aber schon ziemlich gegen Ende des Projekts. Zugleich hat uns Amazon sogenannte “Cease-and-Desist-Letters” zugestellt. Das sind keine Gerichtsurteile, sondern reine Anwaltsbriefe, die gerichtliche Maßnahmen androhen. Wir nahmen daraufhin Kontakt auf und trafen eine Vereinbarung — soweit ich mich erinnere, haben unsere Anwälte am 30. Oktober mit den Anwälten von Amazon gesprochen. Wir einigten uns darauf, die Software an Amazon zu verkaufen und haben anschließend sofort aufgehört, Bücher von der Seite zu ziehen. Denn bei unseren Projekten geht’s rein ums Experimentieren: Amazon Noir ist kein Statement zum Copyright und schon gar kein Angriff auf den Online-Händler. Da ist keine spezifische Zielsetzung dahinter, das Thema hat sich einfach angeboten. Ich bezeichne das als  Freestyle-Grundlagenforschung. Wir bauen ein Setting und beobachten dann, was passiert soziologisch, medial und technologisch. Dabei hatten wir keinen festen Plan für den Ausgang. Der Verkauf hat sich als neue Lösung angeboten, und so haben wir uns zur Einigung mit Amazon entschlossen.<br />
In userer Arbeitsweise sind wir ja absichtlich sehr offen: im whois-Eintrag unserer Domains stehen immer der richtige Namen und die richtige Adresse drin, damit man uns auch problemlos kontaktieren kann, wenn man das möchte. An dieser Stelle ist es wichtig zu erwaehnen das “Amazon Noir“ein Projekt von <a href="http://ubermorgen.com" class="liexternal">UBERMORGEN.COM</a> (Lizvlx/Hans Bernhard), Paolo Cirio und Alessandro Ludovico ist. Gefördert wurde Amazon-Noir vom <a href="http://www.edith-russ-haus.de/" class="liexternal">Edith Russ Haus</a>, von der Sektion Unst des österreichischen Bundeskanzleramtes von der Stadt Wien. </p>
<p><i>Was habt ihr im konkreten Fall mit den gespiderten Büchern gemacht?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Die wurden über Peer-2-Peer Netzwerke wie Gnutella und Bittorrent weiterbreitet, existieren jetzt irgendwo da draußen und sind auch nicht mehr rückholbar.</p>
<p><i>Habt ihr die Dateien markiert?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Nein, wir haben uns das lange überlegt, ob wir Werbung für uns inkludieren sollten oder eine Kennzeichnung, entschieden uns dann aber ganz klar dagegen. Weiters haben wir die Bücher auch in verschiedenen Formaten angeboten, damit sie nicht auf uns rückverfolgbar sind. Das Problem ist: juristisch gesehen macht man sich durch die Verbreitung komplett angreifbar. Wir haben die Bücher nicht gestohlen, sondern nur genommen, aber nach der geltenden Gesetzeslage dürfte man sie nicht massenhaft weiterverbreiten. Das haben wir gemacht, wollen uns aber nicht festnageln lassen dafür.</p>
<p><i>Wurde Amazon über die massenhaft abgesetzten Suchanfragen auf euch aufmerksam?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Ich weiß nicht genau, was ausschlaggebend war. Das Projekt wurde bis zum 15. November nie offiziell veröffentlicht; es wurde technisch durchgeführt, und es fand in den Massenmedien statt: der Spiegel berichtete darüber, es gab einen Artikel am <a href="http://www.we-make-money-not-art.com/archives/008920.php" class="liexternal">we-make-money-not-art Blog</a>… und dadurch entstand eine schizophrene Situation. Einerseits totale Underground-Technologie, andererseites “Overground”-Presse. Dazwischen gab’s überhaupt nichts. Wir haben keinerlei Informationen nach außen gegeben und waren wie in einem Vakuum. Und Amazon hat sehr wahrscheinlich über die Presse, möglicherweise aber auch über die Suchanfragen bemerkt, dass jemand versucht, ihr System anzugreifen; wobei das natürlich keine Hackerangriffe waren: sie haben das System ja angeboten, wir haben uns die Bücher nicht durch die Hintertür erschlichen und irgendwelche Systeme “gecrackt”, wir haben mit einem Hack die Bücher wieder in ein anderes — nämlich in das klassische — Interface überführt. </p>
<p><i>Wie würdest du “Hack” definieren?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Wir sprechen gern vom media hacking — damit ist ganz spezifisch gemeint: das Eindringen in massenmediale Kanäle mittels Niedrigtechnologie, mittels Technologie, die jedem zur Verfügung steht: wie etwa E-Mail und Web, Mobiltelefone, GPS-Geräten usw. Und damit loten wir die Grenzen die Legalität aus. Wir prüfen vorher, ob es Gesetze gibt, die unser Vorhaben verbieten. Falls ja, kann man manchmal Gesetze übertreten, wenn man das mit sicher selber verantworten kann. Gesetze müssen manchmal auch “angegangen” werden, weil das Recht keine fixe Sache ist, sondern sich ändert, wenn sich Gesellschaft und Technologie ändern. Die “Freiheit der Kunst” ist bei uns ein sehr hoch angesiedeltes Gut, genauso wie die Redefreiheit in den USA: und da kann man andere Gesetze auch darunter ansiedeln, das ist eine Möglichkeit der Rechtfertigung juristischer Twilight-Zones.<br />
Wenn uns dieses Eindringen in die Massenmedien gelingt, dann erreichen wir riesengroße Verbreitung und Frequenz. Das wäre also der Media Hack. Beim “technischen Hack” geht’s, allgemein gesagt, um das Auffinden von Schwachstellen im System bzw. um alternative Benutzung von Interfaces. </p>
<p><i>Spielte das Projekt <a href="http://www.textz.com" class="liexternal">textz.com</a> eine Vorbildrolle für Amazon Noir?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Ich kenne Sebastian Lütgow seit sieben oder acht Jahren und finde seine Tätigkeit großartig. Vor einigen Tagen traf ich ihn in Kopenhagen, dort stellte er eine wunderbare Arbeit vor: einen Screenshot und ein Script, und wenn man das Script ausführt, wird aus dem Bild das komplette “Cryptonomicon” von Neal Stephenson dechiffriert — der Text ist steganographisch im Buch kodiert, das ist zugleich die Zukunft von Textz.com und diese Verschlüsselung wird auch auf juristischer Ebene eine ganz neue Herausforderung. Sebastians aktuelle These ist, dass Copyright bei konvergenten digitalen Medien einfach nicht mehr funktioniert.<br />
Aber wir waren nicht beeinflusst von ihm; wir wollten keine weitere Plattform sein, die Bücher distribuiert, sondern eine aggressive Technologie entwickeln und beobachten, was passiert, wenn wir diese Technologie in den Raum stellen und die ganze Geschichte in eine Handlung verpacken. Dieser Noir-Plot bezieht sich auf die Kriminalautoren der vierziger Jahre wie Raymond Chandler und auf die typischen Gangsterfilme aus dieser Zeit.<br />
Durch solche Inszenierungen versuchen wir, der ganzen Aktion eine weitere Dimension zu geben. Wir möchten das Thema nicht als trockene Copyright-Aktion darzustellen, sondern durch den Transfer bekannter Metaphern in den digitalen Raum eine leicht verständliche Erklärung zu liefern.<br />
Ein anderes Beispiel dafür wäre etwa der <a href="http://www.hijack.org/" class="liexternal">digital Hijack</a> von etoy. Wir haben die ganze Aktion als Flugzeugentführung gescriptet, damit die <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/wahrnehmung/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Wahrnehmung">Wahrnehmung</a> von außen auch wirklich funktioniert. Damit man etwas hat, was man erzählen kann, damit die ganze zugehörige Ästhetik die Geschichte stützt. Das andere Beispiel ist <a href="http://www.vote-auction.net" class="liexternal">Vote-Auction</a>, wo wir im Prinzip auch eine relativ einfache Idee — nämlich Wahlkampfstimmen während der Präsidentschaftswahl 2000 zu kaufen und zu verkaufen — erweiterten. Wir behaupten, dass wir eben nicht Künstler sind, sondern radikale osteuropäische Businessmen, die der Meinung sind, dass man Kapitalismus und Demokratie zusammenbringen müsse. Das war ein wesentlicher Grund für die ausgedehnte Berichterstattung in den Massenmedien.</p>
<p align="center"><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2006/11/amazon-noir1.jpg" class="imagelink" rel="lightbox" title="Amazon Noir"><img id="image186" src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2006/11/amazon-noir1.thumbnail.jpg" alt="amazon noir1.thumbnail Amazon Noir   Interview mit Hans Bernhard"  title="Amazon Noir   Interview mit Hans Bernhard" /></a><br />
<small>Amazon Noir Artwork</small></p>
<p><i>Spielte eure Bekanntheit als net artists für das Zustandekommen des Amazon-Deals eine Rolle?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Ich glaube nicht; ich denke, die werden schon recherchiert haben, wer da dahinter steckt, um rauszufinden, ob wir das auch durchziehen können. Sie haben ja quasi die Katze im Sack gekauft und wussen nicht genau, was wir in petto haben. Da ging’s dann auch um den Preis, um die Einschätzung der tatsächlichen Bedrohung.</p>
<p><i>Eure Software als solche ist ja für Amazon völlig wertlos, abgesehen davon, dass sie nicht weiter verbreitet wird.</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Ja, das auf jeden Fall; wir haben auf der Seite noch das Ablauf-Diagramm und wir haben uns das Recht eingeräumt, die Funktionalität schematisch darzustellen — das müssen wir tun, um die Software zu erklären, sonst existiert die ja gar nicht und ist nur ein Geist. Die Scripts selbst werden wir natürlich nicht publizieren.</p>
<p><i>“Geist” ist ein gutes Stichwort — es gibt von Amazon keinerlei Stellungnahme zu dem angeblichen Kauf der Software. De facto könnte die gesamte Aktion auch nicht statt gefunden haben und bloße Inszenierung sein; war das eure Absicht?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Ich habe letzte Woche mit Cornelia Sollfrank gesprochen, die einen Text für unseren UBERMORGEN.COM Katalog verfasst hat. Sie hat mich dann auch in Bezug auf Amazon Noir gefragt, inwieweit unsere Aktionen auch real statt finden. Meine Antwort darauf: Sie finden definitiv statt, weil es für uns von substanzieller Wichtigkeit ist, das Experiment auch tatsächlich durchzuführen.</p>
<p><i>Diese Antwort erstaunt. Wäre das nicht der “next Level” im media hacking: Berichterstattung über Aktionen, die überhaupt nie passierten?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Wir haben das natürlich schon gemacht und experimentieren damit; aber bei unseren großen Projekten wie <a href="http://www.gwei.org/index.php" class="liexternal">Google Will Eat Itself</a> und Amazon Noir ist es wichtig, dass der technologische Teil funktioniert. Inwieweit dies tatsächlich der Fall ist, variiert, und natürlich gibt’s gewisse Verzerrungen in der Darstellung. Aber das Experiment soll auf jeden Fall statt finden. Sonst ist es eine reine mediale Blase, und die ist für uns nicht so interessant, weil sie keine Verbindung in die Realität hat, und dadurch die Geschichte unglaublich mühsam wird: wir sind ein relativ faules Pack, und es ist sehr mühsam, wenn man alles erfinden muss!<br />
Bei Vote-Auction etwa haben wir die Idee von einem amerikanischen Studenten gekauft; wir mussten bloss noch die Story von den osteuropäischen Geschäftsleuten basteln und ertragen, dass wir jeden Tag Klageschriften bekamen und CIA und die österreichische Staatspolizei hinter uns her waren, dass wir vierzig Interviews pro Tag gaben — das mussten wir alles ertragen, aber wir mussten nichts erfinden.<br />
Wenn du also fragst, ob wir Projekte machen, wo’s gar keine Substanz gibt: Vote-Auction war das ultimative Beispiel dafür. Da gab es gar nichts: nicht einmal die auctioning Software, nur ein Formular, das aus Sicherheitsgründen keine Userdaten gespeichert hat und eine kleine, hässliche Website. Unser Weg war vielleicht umgekehrt: über die Blase zum realen Experiment. </p>
<p><i>A propos reales Experiment: Google will eat itself läuft nun schon eine ganze Weile — und der Konzern zeigt wenig Freude über eure Aktion und hat euch kontaktiert?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Google hat zu uns gesagt, sie verstünden schon, dass sich um Kunst handle, aber wir sollen trotzdem aufhören. </p>
<p><i>Als Shareholder kann man sich nicht mehr registrieren?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Wir haben nur ein technisches Problem mit der Anmeldung; die Technologie läuft, Geld kommt rein, und man wird sich in Kürze wieder anmelden können. Wir stehen derzeit bei über 80.000 Dollar, das ist nicht wenig Geld für ein Kunstprojekt. Wir sind sehr zufrieden damit. Mal schauen, wie sich das weiterentwickelt.</p>
<p><i>Ist die Amazon noir Aktion mit dem Verkauf der Software für euch nun beendet?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Wir sind erstmal froh, dass wir einen Deal mit Amazon machen konnten — die Zeit seit Februar war sehr anstrengend, wir durften einerseits nicht über die Aktion sprechen, andererseits wurde viel berichtet… wir werden demnächst im Kunstbereich die Aktion weiterentwickeln und museale Präsentation und Installationen für Gallerien machen; das sind geplante Erweiterungen, von der Technologieseite her ist Amazon Noir abgeschlossen.</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>Was ist eigentlich… ein Trackback?</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Nov 2006 10:14:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Frage an Radio Eriwan: Wie funktionieren Trackbacks?
Anwort: Im Prinzip ganz simpel.
Ich hatte mir ja schon vorgenommen, hier selbst eine kleine Erklärung zu verfassen, die etwas untechnischer daherkommt als die gleichnamige  Erläuterung auf wikipedia. Der Software Guide ist mir allerdings zuvor gekommen und präsentiert einen kleinen Text, der sich so flockig liest wie die Sachgeschichten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frage an Radio Eriwan: Wie funktionieren Trackbacks?<br />
Anwort: Im Prinzip ganz simpel.</p>
<p>Ich hatte mir ja schon vorgenommen, hier selbst eine kleine Erklärung zu verfassen, die etwas untechnischer daherkommt als die gleichnamige  <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Trackback" target="_blank" rel="nofollow" class="liwikipedia">Erläuterung auf wikipedia</a>. Der Software Guide ist mir allerdings zuvor gekommen und präsentiert einen kleinen Text, der sich so flockig liest wie die Sachgeschichten aus der Sendung mit der Maus und wie diese keine Fragen offen lässt: <a href="http://sw-guide.de/webdienste-blogging/was-sind-trackbacks/" target="_blank" class="liexternal">hier weiterlesen</a>.</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>Blogistan-Rückblick KW44</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Oct 2006 15:58:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für diese Jahreszeit kletterte die Quecksilbersäule die letzten Tage ungewöhnlich hoch. Über 20 Grad Ende Oktober — wer denkt da nicht an Klimawandel? A propos: wider die vorherrschende Meinung lassen sich Rechenknechte auch bei sehr hohen Temperaturen betreiben. Wir sprechen hier allerdings nicht von der Workstation im semi-ariden Wüstengebiet, sondern von richtig vielen Celsius mitten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für diese Jahreszeit kletterte die Quecksilbersäule die letzten Tage ungewöhnlich hoch. Über 20 Grad Ende Oktober — wer denkt da nicht an <a href="http://weirdsista.twoday.net/stories/2849899/" target="_blank" class="liexternal">Klimawandel</a>? A propos: wider die vorherrschende Meinung lassen sich Rechenknechte auch bei sehr hohen Temperaturen betreiben. Wir sprechen hier allerdings nicht von der Workstation im semi-ariden Wüstengebiet, sondern von richtig vielen Celsius mitten in der Fritteuse: <a href="http://www.madshrimps.be/forums/showthread.php?s=&#038;threadid=27543" target="_blank" class="liexternal">Deep Fry Computer Cooling</a>.</p>
<p>Wenn in Graz ein Baum umfällt, und niemand hat’s gebloggt, liegt der Baum dann überhaupt am Jakominiplatz? Diese Frage wird ab sofort obsolet, denn die steirische Landeshauptstadt hat ab jetzt auch ein <a href="http://graz.metblogs.com/" target="_blank" class="liexternal">Metroblog</a>. Ob <a href="http://secondlife.com/" target="_blank" class="liexternal">Second Life</a> Bewohner auch bald mit dem Stadt-Blogging beginnen? Steve Rubel hat jedenfalls einige <a href="http://www.micropersuasion.com/2006/10/is_second_life_.html" target="_blank" class="liexternal">impressive Zahlen</a> zum rasanten Wachstum der digitalen 3D-Online-Welt. Über deren virtuelle Kriminalitätsstatistik ist noch nichts bekannt, gibt In der realen Welt zumindest ist nicht einmal ein Feuerwehrauto sicher, wie der <a href="http://www.rettungstrupp.de/archives/624-Diebe,-ueberall!.html" target="_blank" class="liexternal">Rettungstrupp-Blogger</a> berichtet.</p>
<p>Synergien geschaffen werden in der Schweiz, wo swissblogpress <em>[Update 2010/11: Server nicht mehr online]</em> gerade beginnt, die gemeinsamen Interessen bekannter Blogger zu vertreten. Das kommt gut an und sollte vielleicht auch für At-Land ein Vorbild sein:</p>
<blockquote><p>Swissblogpress (sbp) ist ein Netzwerk von etablierten und unabhängigen Blogs. Alle Blogs publizieren regelmässig Beiträge zu einem bestimmten Themengebiet (z.B. Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Kultur, traditionelle und neue Medien etc.). Das als Verein organisierte Netzwerk unterstützt seine Mitglieder in technischen Belangen, Rechtsfragen, Vermarktung, etc. Swissblogpress fördert die publizistische Qualität und damit auch die Glaubwürdigkeit von Blogs. Ein wichtiges Ziel von sbp ist die Steigerung der öffentlichen Aufmerksamkeit für Blogs. Dazu wirkt sbp als Anlaufstelle für alle Belange rund ums Bloggen in der Schweiz.</p></blockquote>
<p> Auf wenig Gegenliebe in der Blogosphere stößt dagegen der <a href="http://www.blogjungle.de/willkommen/" target="_blank" class="liexternal">Blogjungle</a> — wer <a href="http://gigold.de/archiv/2006/10/27/aal-x700-blogjungle/" target="_blank" class="liexternal">arbeitet schon gern unbezahlt</a> für andere? Oder schaut so vielleicht das <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/web-20/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Web 2.0">Web 2.0</a> Businessmodell der Zukunft aus?</p>
<p>Sicherheitsguru <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/bruce-schneier/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Bruce Schneier">Bruce Schneier</a> versorgt die Community seit Jahren mit High-Level Infos zum Thema (Daten)<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/sicherheit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Sicherheit">Sicherheit</a> — per Newsletter und regem Blogging. In dieser Woche Woche brachte er einen lang geplanten Deal unter Dach und Fach und verkaufte seine Firma “Counterpane Security” an die British Telecom. Neben zahlreichen Congratulations gibt’s bei den Kommentaren einen fiktiven Dialog, den Bruce selbst als “<a href="http://www.schneier.com/blog/archives/2006/10/bt_acquires_cou.html#c121821" target="_blank" class="liexternal">Best Blog Comment ever</a>” bezeichnete. Geek-Humorfaktor: hoch! </p>
<blockquote><p>
CEO: He’s [Bruce Schneier] after my elevator too, isn’t he?<br />
FLUNKY: Well, he says it’s bad security to create a privileged low-security<br />
channel for a lucky few.<br />
CEO: He isn’t a socialist, is he?<br />
FLUNKY: He’s a very wealthy one if he is.
</p></blockquote>
<p>So weit hergeholt ist das Thema “gravierende Sicherheitslücken” jedenfalls nicht: Mit dem <a href="http://www.dubfire.net/boarding_pass/" target="_blank" class="liexternal">NWA Boarding Pass Generator</a> kann man ohne weiteres falsche Boarding-Pässe für besagte Airline erstellen — ein faszinierende Lücke aus der Rubrik “Sinn und Unsinn der Flughafensicherung”. Er erspart zwar nicht das Flugticket, ermöglicht aber ein Upgrade und ein relativ einfaches Passieren der Passagierkontrolle. So sieht das dann aus, wenn der Böse Terrorist fliegt:</p>
<p align="center"><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2006/10/boardingpass.gif" class="imagelink" title="Fake Boarding Pass" rel="lightbox"><img id="image105" src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2006/10/boardingpass.thumbnail.gif" alt="boardingpass.thumbnail Blogistan Rückblick KW44"  title="Blogistan Rückblick KW44" /></a></p>
<p>EDIT: Der Programmierer des Boarding-Pass Generators hat bereits Schwierigkeiten mit dem FBI — sein Rechner wurde beschlagnahmt. [via <a href="http://lumma.de/eintrag.php?id=3060" target="_blank" class="liexternal">Lummerland</a>]</p>
<p>Außerdem wäre da noch das Thema “Expired Domains” — denn wenn eine Domain ausläuft und ein Dritter sie kauft, kann er problemlos via catch-all sämtliche <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2006/10/28/expired-domains-wirtschaftsspionage/" target="_blank" class="liexternal">E-Mails mitlesen…</a> also gut aufs Ablaufdatum achten! Denn da tun sich ganz neue Formen der Industriespionage auf.</p>
<p>Doch nun zu Erfreulicherem: Thorsten Ulme berichtet im Bloglevel 21 über den <a href="http://thorstenulmer.twoday.net/stories/2848253/" target="_blank" class="liexternal">Stuttgarter Webmontag Nr. 3</a>, wo neben anderne Vortragenden Prof. Rafael Capurro (Professor an der HDM) über Hermeneutik und Semantik sprach und generell Wissen und Updates aus der Blogosphere ausgetauscht wurde. WP als CMS wird auch bei Musikern beliebt — die deutsche Band Tomte verwenden WordPress als neue CMS-Software für ihre Homepage, berichtet das <a href="http://blog.wordpress-deutschland.org/2006/10/07/so-soll-es-sein.html" target="_blank" class="liexternal">deutschsprachige WordPress Blog</a>. Thorsten Bentrup, der deutsche Taxiblogger, durfte diese Woche seinen <a href="http://www.taxi-blog.de/wordpress/taxiblog-intern/847/500000/" target="_blank" class="liexternal">500.000sten Besucher</a> begrüßen. Ich gratuliere, nenne das ganz im publizistikwissenschaftlichen Slang “neue Formen der Öffentlichkeit” und darf mich ebenfalls freuen über die <a href="http://www.thegap.at/" target="_blank" class="liexternal">datenschmutz Blog-Review auf the gap</a> — danke Werner!</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>Remix my Plagiat</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Sep 2006 12:34:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nicht nur im gemeinen Internet sammelt sich der Staub an allen Ecken und Enden, nein, sogar die wissenschaftliche Textproduktion präsentiert sich — wohl nicht erst neuerdings — durchsetzt mit Verunreinigungen. Tja, Copy+Paste verleitet die StudentInnen zum Bösen: abschnittsweise frech kopierte Diplomarbeiten werden da eingereicht.
Unter dem Titel Pimp my text beschäftigt sich Frank Hartmann auf telepolis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht nur im gemeinen Internet sammelt sich der Staub an allen Ecken und Enden, nein, sogar die wissenschaftliche Textproduktion präsentiert sich — wohl nicht erst neuerdings — durchsetzt mit Verunreinigungen. Tja, Copy+Paste verleitet die StudentInnen zum Bösen: abschnittsweise frech kopierte Diplomarbeiten werden da eingereicht.</p>
<p>Unter dem Titel <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23381/1.html" target="_blank" class="liexternal"><b>Pimp my text</b></a> beschäftigt sich <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/frank-hartmann/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Frank Hartmann">Frank Hartmann</a> auf <a href="http://www.heise.de/tp" target="_blank" class="liexternal">telepolis</a> mit der Frage, was das gehäufte Auftreten dokumentierter Plagiatsfälle eigentlich für den Wissenschaftsbetrieb bedeutet. Der Autor fordert, ich plagiieren, Verzeihung, zitiere:</p>
<blockquote><p>
Zudem muss die kommunikative Struktur radikal hinterfragt werden, die in den meisten universitären Settings besteht. Sie läuft fast nurmehr über eingereichte (oder in einem Plenum vorgelesene) Texte. Ein sauberer Text mit korrekter <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/zitation/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Zitation">Zitation</a> zählt mehr als ein gutes Argument und eine fundierte, reflektierte Meinung. Vielleicht würde es ja helfen, wenn akademische Lehrer mit den Studierenden mehr diskutieren und debattieren würden, als auf sturer Textproduktion zu beharren. </p></blockquote>
<p>Bequemer scheint’s auf den ersten Blick allemal, sich auf die althergebrachten, eingespielten Muster der Textproduktion zu verlassen. Wenn also im Kontext veränderter Recherche– und Produktionsbedingungen die Frage nach den Grenzen zwischen Zitat, Ideenübernahme und Plagiat neu thematisiert werdem muss, dann erfordert das allerdings wohl etwas mehr geistige Flexibilität, als die von vielen Seiten geforderte Installation von “schärferen Kontrollen”. Ein Schelm gar, wer denkt, dass die ohnehin knappen Uni-Budgets nicht für System verschleudert werden sollten, die dazu führen, dass in Zukunft halt nicht mehr direkt kopiert, sondern eben leicht umgeschrieben wird.</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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