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Artikel-Schlagworte: „Digitalks“

Fotoalbum: digitalks #3 – Crowdsourcing

Digitalks: Marketing mit Twitter

digitalks twitter Digitalks: Marketing mit TwitterGestern Abend hielt ich bei Digitalks den zweiten Teil meines Vortrags über Twitter Marketing. Kurz gesagt existieren zum explodierenden Micro-Blogging System zwei divergente Meinungen: während die einen (Guy Kawasaki) von einem Numbers Game sprechen, sagen die anderen (Tim O'Reilly), dass "quality followers" das einzige sind, was wirklich zählt. Die Wahrheit liegt meiner Meinung nach wie so oft genau dazwischen: wer auf Twitter erfolgreiche Marketing-Kampagnen starten will, muss beide Faktoren beachten, denn ehrlich gesagt: mehr "gute" Followers sind besser als wenige.

Mit der steigenden Popularität Twitters tummeln sich auch immer mehr Bots im System - wer vollautomatisch übers Wetter informiert werden möchte oder Blog-Updates lieber via Tweet als RSS erhält, wird sich darüber auch durchaus freuen. Für Marketer sind Bots allerdings bekanntlich schlechte Kunden - Ziel des Followeraufbaus muss es daher sein, möglichst Themen-affine User zu finden. Mit dem Folgen allein ist's aber noch lange nicht getan: Twitter mag recht neu sein, ein konstanter Faktor bleibt allerdings quer über sämtliche Medienformate bestehen: Schlüssel zum Erfolg ist der Aufbau von Vertrauen, und Vertrauen entsteht nicht als Ergebnis einer punktuellen Aktion, sondern ist das Resultat einer langfristigen Beziehung. Wer interessante Informationen bereitstellt, sich als hilfreicher und kommunikativer Tweeper zeigt, der bekommt auch eine Menge toller "Twitter Moments" (Max) zurück.

Die von Twitter eingeführten Metriken und Limits (jeder neue User darf 2.000 Personen folgen und ab diesem Zeitpunkt jedoch nur 20% Usern mehr, als ihm selbst folgen) funktionieren diverse automatisierte Follower-Aufbau-Tools sehr gut. Vom gratis verfügbaren, aber recht eingeschränkten Twitseeker, das außerdem pro Follow ein Tweet produziert, über diverse Desktop-Clients bis hin zur serverseitigen PHP-Lösung Twittersnipe, mit der ich auf einigen Minor-Accounts sehr erfreuliche Erfahrungen gemacht habe. Aber trotzdem: Künstliche Intelligenz oder auch nur einigermaßen semantisch-schlaue Scripts sind weit und breit nicht in Sicht: solche Tools können zwar den Follower-Aufbau beschleunigen, aber keinesfalls manuelles Nachjustieren ersparen: Twitter braucht Zeit. Je mehr, desto besser. Hier das komplette Video meines Vortrags, die zugehörigen Präsentation ist ebenfalls öffentlich verfügbar. Die Life-Streams alles aufgezeichneten Vorträge gibt's auf digitalks.

Ich hab gestern Abend auch einiges dazugelernt - war wieder mal ein spannende Abend. Und den Mash-Up-Tipp des Abends hatte Luca parat: Tweepler spart beim Follower-Sortieren immens viel Zeit.

PS: Sehr gefreut hab ich mich natürlich über Merals Tweet!

@datadirt you did a great job today at #digitalks finally understood how marketing on twitter can work

Twitter+Marketing: Oh hi we fixed ur homezpage

Gestern beim digitalks-Vortrag kam ich unter anderem auch auf die Seite howtousetwitterformarketingandpr.com zu sprechen. Ruft man die betreffende Page auf, dann erscheint fett ein einzelnes Wort: "Don't". Ich habe diese Antwort angezweifelt und mein Namensvetter Richard Pyrker aka @cycus hat die Sache mit einem großartiges Pundit-Kitchen-Digitalks-Xsara-Photoshop Mash-Up in Ordnung gebracht:

hi we fixed ur homezpage

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Blogistan Panoptikum KW16 2009

blogiblau Blogistan Panoptikum KW16 20092009 ist das Jahr der sozialen Medien. Kein Wunder, dass Mashable zu diesem Schluss kommt, denn Twitter, Youtube, Facebook und Co. wuchsen und wachsen nach wie vor ganz gewaltig - ein Ende des Trends ist weit und breit nicht in Sicht, die höchste Facebook-Wachstumsrate wies übrigens Spanien mit 999% auf. Es rappelt also weiterhin ungebremst in der Kiste Internet, und früher oder später muss vielleicht mal jemand die alte Hymne "The Internet is for porn" umdichten. Doch bis es soweit ist, without any further ado direkt zu den News der Woche:

Cult of Done: wider die Prokrastination

Prokrastination war noch nie meins. Nicht, dass ich alles sofort angehe und fertigbringe. Auch ich schiebe oft und vieles vor mir her. [...] Aber das zelebrieren bzw. ästhetisieren dieses Zustandes ist mir unsympathisch. Im besten Fall entspricht es einem oberflächlichen, seltsam interpretierten Gestalt Prinzip, im Normalfall ist es eine als Rechtfertigung missverstandene Ausrede für Muqa Smalltalk.

Schreibt Pete. Und ich wollte eigentlich schon längst einen Kommentar zu diesem lächerlichen Konzept, aus dem Sascha Lobo ein Business-Modell gemacht hat, schreiben, aber treffender hätt ich's nicht formulieren können. In seinem Beitrag gibt's einige lesenswerte Links, unter anderem auch zum Cult of Done Manifesto von Pre Pettis und Kio Stark. Besonders gut gefallen mit die Regeln 3, 5 und 13:

3. There is no editing state.
5. Banish porcrastination. If you wait more than a week to get an idea done, abandon it.
13. Done is the engine of more.

Ich möchte dem noch hinzufügen: Prokrastination ist das virtuelle Äquivalent zu Crystal Meth für jeden Online-Unternehmer... außer Sascha Lobo. Aber die Freude der Feuilleton-Medien über ein neues Buzzword reicht bloß für einen.

"Twitter Connect": ReadWriteWeb analysiert

Endlich arbeitet Twitter an einer Identifikations-API analog zu Facebook Connect bzw. Google Friend Connect. Damit soll es zukünftig möglich sein, Drittapplikationen ohne Passwort-Weitergabe zu nutzen und Twitter als Alternative zu OpenID zu nutzen. Längst überfällig - doch ReadWriteWeb sieht enormes Potential:

All social networking services these days want to be "a platform" - but it's really true for Twitter. From desktop apps to social connection analysis programs to services that will Twitter through your account when a baby monitoring garment feels a kick in utero - there's countless technologies being built on top of Twitter.

Im Gegensatz zu Facebooks proprietärer Schnittstelle setzt Twitter auf OAuth, wie TechCrunch berichtet. Doch der Autor bezweifelt, dass Einfachheit siegt - letztendlich wird die "Calling Card Battle" wohl tatsächlich ein "Number-Game":

Of course, Twitter is still far, far behind Facebook in terms of users. And at the end of the day it would seem the service that controls the most users will win what ReadWriteWeb’s Marshall Kirkpatrick has named the “calling card” battle.

Celebrities und Twitter

VentureBeat dankt Oprah: "We can finally stop talking about Twitter." Und das kommt so: die populärste amerikanische Talkmasterin ging unter die Microblogger und hat nach nur 10 Tweets bereits über 300k Followers - das nennt man wohl crossmedialen Image-Transfer:

The next time you see a post breathlessly exclaiming, "Politicians are on Twitter! Celebrities are on Twitter! You can find news on Twitter!" or whatever, please leave the following comment: "Dude, Twitter was on Oprah. 'Nuff said." And yes, that includes posts on VentureBeat.

Erster Twitterant mit über einer Million Followern war übrigens weder Guy Kawasaki noch Jason Calacanis - nein, Ashton Kutcher führt die Hitparade an.

Sonys erster eBook Reader

Georg hat sich einen Sony PRS-505 eBook Reader besorgt, Amazon Blogistan Panoptikum KW16 2009 verkauft das Gerät um knapp 300 Euro. Im aufschlussreichen Testbericht finden potentielle Interessenten alle Fürs und Widers - WLAN muss in die nächste Version auf jeden Fall rein:

Bücherwürmer, die die Haptik eines Buches oder den Geruch frischen Papiers wird ein E-Reader nie für sich gewinnen können. Muss er auch nicht. Genauso wie heute noch Schallplatten verkauft werden, wird es wohl immer auch gedruckte Bücher geben. Was wird er verändern? So ziemlich alles andere, was heute gedruckt daher kommt. Vielleicht nicht in dieser oder in der nächsten Version. Aber für mich ist absehbar, dass das die Zukunft ist.

Ich werde mir demnächst auch einen eBook-Reader zulegen (müssen). Immer mehr spannendes Lesefutter, seien es pdf-eBooks oder Fulltext-Feeds und Zeitungen (dazu mehr in diesem Beitrag), landet digital auf meiner Festplatte. Das Handy ist (derzeit) kein besonders augenfreundliches Lesegerät, und die Zeit der Papierstapel ist vorbei. Wichtigster Punkt ist dabei sicherlich das Kontrast/Auflösungsverhältnis, und beim Screen scheint Sony bereits recht gute Arbeit geleistet zu haben.

Die besten BBQ Blogs

Es darf wieder gegrillt werden - da kommen Rezepte recht gelegen, und bei der Röstung toter Tierteile über offener Flamme sind sich Europäer und Amerikaner einig: es handelt sich um eine Wissenschaft! Wer immer schon mal in-depth wissen wollte, warum man bloß kein Bier aufs brutzelnde T-Bone kippen sollte, wird bei dieser Topliste der Blogpiloten beängstigend fündig. Aber Vorsicht: es haben sich auch ein paar vegetarische Rezepte eingeschlichen, dabei weiß doch jedes Kind: Soja hat am Grill nix verloren! Mein Favorit ist der Smoky Chipotle - oder hört sich das nicht großartig an? Oatmeal/Macadamia Crusted Pork Tenderloin with a Coconut Chipotle Sauce & Grilled Caramelized Pineapple Relish.

Webmarketing ohne Suchmaschinen

Ein bemerkenswerter Beitrag auf DoshDosh stellt die berechtigte Frage: wie würden Sie Ihre Seiten ohne Suchmaschinen vermarkten? Der Autor kommt zu dem Schluss, dass es effektiver ist, direkt zu den Kunden zu gehen anstatt drauf zu warten, bis die von selber kommen:

Go where people gather. There you will be heard. It sounds like rudimentary marketing but quite honestly, until I’ve tried ignoring search engines and focusing exclusively on gathering points, I didn’t realize how much actual marketing I was NOT doing.

Also den Fokus weg von Google, hin zu integrativem Brandmanagement? Im Social Web durchaus ein logischer Schritt, für den der Beitrag ein paar interessante Anregungen liefert.

SEO News der Woche

Alexa trägt mit den 3 neuen Features Demographics, Clickstream und Search Traffic ein Scherflein zum Datensalat bei. Und Bayando ist aufgefallen, dass die Google-Profile Nice-URLs bekommen haben - hier kann man mit wenig Aufwand einen Backlink abstauben - nun nur noch den richtigen Linktext verwenden, und schon klappt's mit den SERPs.

Google erweitert die Referrer

Im Googleblog gibt's Infos über die neue Referrer-Struktur - da stehen jede Menge Goodies drin, unter anderem die Keyword-Position des Resultats, auf das geklickt wurde - kein verspäteter Aprilscherz:

The new referrer URLs will initially only occur in a small percentage of searches. You should expect to see old and new forms of the URLs as this change gradually rolls out.

Weitere Details findet man bei WP-optimieren.de - die Universal Search macht die ganze Sache nicht gerade einfacher, aber auf mittelfristige Sicht einige Drittanbieter-Tools obsolet:

Leider trifft Google keine Unterscheidung, ob man ein gerade eine Suchergebnisseite mit Blendings (News, Lokal, Produktsuche etc...) erwischt hat. Wenn man z.B. nach "Blumen" sucht, erhält man aus der Universal Search lokale Treffer, News und auch Videos. So finden sich auf der ersten Seite 22 Treffer. Klickt man dann auf die zweite Seite der Suchergebnisse, geht es da mit Position 11 weiter.

SEO-United verweist auf die Wichtigkeit der richtigen Verlinkung aus Blogartikeln und empfiehlt Änderungen am Originaltext, um einer Abwertung zu entgehen - klingt durchaus leicht paranoid, aber man kann bekanntlich nie vorsichtig genug sein! :mrgreen:

Damit Google einen Link nicht abwertet, sollte man unmissverständlich klar machen, dass eine nachträgliche Editierung des Artikels nötig war. Für Google ausschlaggebend dürfte hierbei in erster Linie der Umfang der gemachten Änderung sein. Wenn ein Artikel umfassend verändert oder noch besser ergänzt wurde, werden wahrscheinlich auch neu gesetzte Links voll berücksichtigt.

Video der Woche

Wenn Fanboys auch nur halb so lustig wird, wie der Trailer vermuten lässt, dann steht der internationalen Nerd-Community ein unglaubliches Highlight bevor. Aber was soll auch schon groß schiefgehen bei einem Film, in dem der Typ aus Tropical Thunder, das heiße Chick aus Sin City und Captain James T. Kirk mitspielen? (Beste Stelle: "I'm Captain James T. Kirk. I can screw anything." [via Pete]

YouTube Preview Image
Und das war's auch schon wieder mit dieser Kalenderwoche. Ich wünsche einen wunderschönen Restsonntag und werd mich mal an die Vorbereitungen für Montag und Dienstag machen - das Programm ist recht dicht gepackt: Montag und Dienstag werde ich als Blogger-Gast gemeinsam mit Dieter Rappold live vom Kongress Identitaet09 berichten, am Dienstag Abend werde ich bei digitalks einen kurzen Vortrag über Online-Marketing mit Twitter halten. Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Restsonntag, wir lesen uns morgen.

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick - für jeden Eintrag gibt's auf Wunsch einen Backlink! Hier geht's zum Einreich-Formular.

Digitalks sucht Evangelisten

digitalks Digitalks sucht EvangelistenOder genauer gesagt "Ambassadore", wie Meral schreibt. Ziel und Zweck der viralen Marketing-Aktion für die gute Sache ist den doch recht überschaubaren Kreis der verdächtig unüblichen Protagonisten zu erweitern und Interessanten aus dem näheren und weiteren Umfeld zur Teilnahme zu motivieren. Quasi "Ein Tweet sie zu motivieren, sie alle zu finden, ins MuQa zu treiben und ein Weilchen zu binden". Oder, wenig Tolkien'est ausgedrückt:

Wenn ihr als Blogger, Twitterer oder heavy user von "social media" nach wie vor bei Digitalks Veranstaltungen teilnehmen und eure Erfahrungen einbringen möchtet, dann lade ich euch ein "Digitalks Ambassador" zu werden.

Schließlich lautet die Mission der geselligen Vortragsrunden, Einsteiger und Experten zu vernetzen. Wer also über Digitalks twittert, bloggt, Empfehlungen an Freunde ausspricht und/oder Themen und Referenten vorschlägt, wird auf der Ambassadoren-Liste eingetragen. Außerdem gibt's eine neue "Soft-Speed-Dating"-Regel:

Falls du bei Digitalks Veranstaltungen teilnehmen willst, bringe immer ein neues Gesicht mit (eine Person, die nicht zu den Insidern gehört), das ist wichtig, nur so können wir neue Kreise erschließen.

Bin gespannt, ob Digitalks noch lange in der üblichen MuQa-Location stattfinden wird: die letzten Veranstaltungen waren ja immer bis auf den letzten Platz besetzt. Bei diesem stark steigenden Interesse a Social Media könnte es sein, dass Meral demnächst in die Halle E übersiedeln muss :mrgreen: Wer bei der Aktion mitmachen möchte, sagt im zugehörigen Blogbeitrag Bescheid.

Eine gute Gelegenheit, die nächste Veranstaltung anzukündigen: am 21. April geht's um das Thema Twitter & Co. - Was ist Microblogging?. Die Teilnehmerzahl ist auf 70 Personen beschränkt, die Anmeldung beginnt am 21. März. Ich habe die Ehre und das Vergnügen, an diesem Abend einen kurzen Vortrag über die Nutzung von Twitter im Marketing-Kontext zu halten. Wird ein turbulenter Tag - denn direkt vorher bin ich beim 2. Tag der Identiat09-Konferenz am Kahlenberg.

digitalks #6: die Twitter-Socke

Die Schwarmintelligenz trat bei den gestrigen Digitalks in verschärfter Form auf: den Vortrag von Thomas Fundneider hab ich leider verpasst, Werner Buhre sprach über das Gewicht von Haselnussdosen und die Crowd lag fast richtig.

Alle Präsentationen gibt's auch online, siehe den Beitrag auf digitalks. Wir mussten allerdings nicht nur das Gewicht besagter Nüsse schätzen, sondern auch in Kleingruppen ein medialer Kleidungsstück crowdsourcen. Helge, Max, Andi, Jürgen und ich haben uns dabei ein geniales Device ausgedacht: die Twitter-Socke: mittels piezoelektrischer Kristalle lädt sie sich beim Gehen auf und verschickt mit dem eingebauten, autarken GSM-Sendeteil jedesmal ein Tweet, wenn sie genug Strom gesammelt hat - mit dem Inhalt, dass wieder genug Strom gesammelt wurde, um eine Twitter-Meldung abzusetzen; in der Version 2.0 vielleicht sogar geocodiert, obwohl wir unschlüssig darüber sind, ob dies dem selbstreferentiellen Zweck nicht eher abträglich wäre.

Allerdings tauchten leise laute Zweifel daran auf, ob wir überhaupt an einem Crowdsourcing-Experiment teilgenommen haben - oder doch bloß an einer klassischen Brainstorming-Session. In der Tag geht's beim Crowdsourcing ja primär darum, simple Tätigkeiten an den "Kunden" auszulagern; oder wie Helge es so schön formulierte: das Wählscheibentelefon wurde anno dazumal erfunden, weil die freundlichen Damen vom Wählamt irgendwann mit den vielen Gesprächen und dem dauerenden Umstecken der Relais überfordert waren... ein spannendes Beispiel aus der Gegenwart ist etwa das Mechanical-Turk Programm von amazon. Wer Crowdsourcing falsch versteht, könnte in der Tat auf die Idee kommen, die Vorstellung, dass sich die breite Masse niemals irre, habe was faschistoides an sich - aber um dieses Rechthaben geht's gar nicht, sondern um Error-Margins, Normalverteilungen und Kosteneffizienz. Aber wie auch immer - hier ein paar fotografische Impressionen des gestrigen Abends:

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Gerald Reischl diskutiert über die Google-Falle

6. Mai 2008
19:00bis21:00

Vor kurzem war Kurier IT-Ressortleiter Gerald Reischl bei der quintessenz zu Gast, anlässlich der vierten, aktualisierten Auflage seines Klassikers "Die Google Falle" diskutiert der Autor am kommenden Dienstag mit Thomas Schwabel (marketagent.com), Herwig Seitz (CPC-Consulting) und Andreas Kreutzer (KF Consulting) über die dunkle Seite der Datenmacht.

Moderiert wird die Runde von ORF-Futurezone Mastermind Erich Möchel, Ort des Geschehens ist die Thalia-Buchhandlung in der Landstraße 2a (direkt gegenüber vom Bahnhof Wien Mitte), der Eintritt ist gratis. Die Diskussion dreht sich um die tatsächliche Gefährlichkeit der Suchmaschine und ihr Potential zur nachhaltigen Untergrabung jenes politischen Systems, das wir als Demokratie kennen:

Wir alle mögen die "Suchmaschine" Google, weil es ein verlässliches, total praktisches Webservice ist. Ein Suchschlitz, in den man einen oder mehrere Begriffe eintippt und innerhalb von Sekundenbruchteilen eine Trefferliste erhält. "Doch Google ist längst keine Suchmaschine mehr, es ist ein Weltkonzern, der die totale Kontrolle der Internet-Gemeinde anstrebt und zum größten Händler und Archivar von Information werden will", sagt der österreichische Journalist und Hightech-Experte Gerald Reischl in seinem neuen Enthüllungsbuch "Die Google-Falle". Mit den vielen Services, ob Google Earth, Google Docs oder Google Mail, hat sich die Firma von Larry Page, Sergey Brin und Eric Schmidt zur unkontrollierten Weltmacht im Internet entwickelt. Google ist ein "Wolf im Schafspelz", ein Monopolist, der eifrigste Datensammler der Welt, der dutzende Patente auf Methoden hat, die aus der Überwachungsindustrie stammen könnten. Seit Jahren schon wird jeder Google-Nutzer analysiert und kategorisiert. Die Marktdominanz Googles ist für eine Wissensgesellschaft gefährlich. Sie ermöglicht politische Zensur, wie sie in China praktiziert wird, erleichtert das Ausspionieren der Privatsphäre und duldet weder Kritik noch Konkurrenten.

Vor wenigen Tagen erhielt Reischl übrigens den New Media Journalism Award 2008; ich hätte mir die Diskussion sehr gern angehört, allerdings überschneidet sich die Veranstaltung mit dem letzten digitalks Event vor der Sommerpause samt anschließendem Referenten-Abhängen, also werd ich's leider nicht hinschaffen. Frageee in die Runde: wird's irgendwo ein Video bzw. einen Podcast geben?

digitalks 06: Crowdsourcing

6. Mai 2008
19:00bis21:30

digitalksDie letzte digitalks-Veranstaltung vor der Sommerpause beschäftigt sich mit dem Thema Crowdsourcing. Unter diesem von Wired-Editoren geprägten Neologismus versteht man im Allgemeinen "die Verlagerung von Arbeitsprozessen, Ideenfindung und Innovation an eine unbekannte Gruppe von Menschen über Internet. Diese sind zumeist nicht vernetzt und lösen die Aufgabe für sich, ohne Zusammenarbeit mit den anderen."

Klingt laut Wikipedia also erst mal höllisch unkooperativ, allerdings entsteht dabei (idealerweise) ein größeres Ganzes, von dem dann alle und/oder ganz besonders der Initiator des Projekts ideell und oder finanziell profitieren. Am kommenden Dienstag werden Online-Plattformen vorgestellt, die sich ebendieses Geschäftsmodell zu Nutze machen. Wer sich das anhören und natürlich auch mitdiskutieren möchte, sollte sich besser heute als morgen anmelden, denn gestern waren nur mehr 10 Plätze frei: die Teilnahme ist gratis, aber die Beherbungskapazitäten des net.culture Space sind bekanntlich enden wollend. Ich freu mich schon auf den Abschlussevent vor der Sommerpause, speziell weil nachher noch ein gemeinsames Abhängen aller bisherigen digitalks-Gäste am Programm steht... könnte also durchwegs ein längerer Abend werden.

Location: Museums Quartier Wien, quartier21, Raum D

PS: wenn man Can und einige andere deutsche Bands aus den Siebzigern gemeinsam eine Downloadplattform bauen ließe - wär das dann Krautsourcing?

Digitalks-Impressionen

Gestern war Digitalks Time - hat großen Spaß gemacht, vor einer so interessierten ZuhörerInnenschaft einige Beobachtungen und Vermutungen zum Thema Social Networks darzulegen. Danke fürs Interesse und die Fragen; aber vor allem DANKE an Meral für die Organisation der gesamten Eventreihe.

Nett war's gestern... und meine Stimmbänder haben bis zum Ende brav durchgehalten :-) Am Vormittag hatte ich drei Stunden lang Uni-Vorlesung, allerdings musste ich da nicht übermäßig viel sprechen, weil einige Präsentationen am Programm standen: Peter Vitouchs Buch "Fernsehen und Angstbewältigung" kannte ich als Wiener Publizistizist natürlich, digitale Bildmanipulation ist mir nicht fremd (die Präsentation war allerdings äußerst gelungen) - aber über die Unterschiede zwischen Ultras und Hooligans weiß ich erst seit gestern Bescheid.

Um 19:00 ging's dann los im Museumsquartier - es war ein sehr spannender Abend mit einigen neuen Bekanntschaften; da geht eben nix über die guten alten IRL-Events, heute im Lauf des Tages folgte die "Nachbereitung" auf Xing und Facebook: und die ist einfach sehr viel praktischer als die klassische Visitenkartenlade - außerdem hab ich natürlich gleich den Loudhail Feed abonniert. Eine kurze Version meines Vortrags mit einigen Zukunfts-Spekulatiönchen gibt's auf oe1.orf.at nachzulesen. Im Anschluss an den "offiziellen" Teil folgten intensive Gespräche bis zur netculture-Space Sperrstunde :-)

Robert, unbarmherziger Chronist der Web 2.0 Szene, hat alles fotografisch festgehalten und dabei ein unglaublich schmeichelhaftes Portrait von mir gemacht; wenn ich nicht wüsste, dass ich den Vortrag völllig nüchtern gehalten hab, dann würd ich mir denken: "Bamm Oida, der Typ is bummzua!"

digitalks Digitalks Impressionen

Das nette Foto gibt's mit der ungestellt fröhlichen Runde gibt's bei Digitalks - und Andrea hat mir heute eine "Antwort" auf mein handgezeichnetes Comic-Bild geschickt:

social networks

Internet am USB-Stick

Die österreichische Regierung hat wohl eingesehen, dass die Sache mit der Totalüberwachung keine gute Idee war und hat nun beschlossen, zumindest für eigene Surf-Zwecke den gesamten anständigen Teil des Netzes auf einen USB-Stick herunterzuladen.

Doch selbst wenn 90% des Netzes eh nur aus (daten)Schmutz bestehen, selbst die restlichen 10 Prozent passen unmöglich auf einen handelsüblichen USB-Speicher. "Macht nix," dachten sich Gusi und Molti, "dann lassen wir uns eben einen extra-großen Stick anfertigen!" Und jetzt hat die Regierungstruppe, der's bei den aktuellen Querelen und Hintergrund-Diskussionen über Neuwahlen ja eigentlich ganz schön schwer fallen muss, Einigkeit zu demonstrieren, das kleinste gemeinsame Vielfache und den größten gemeinsamen Nenner in Materialunion zu finden.

Man beachte Willi Molterers leicht angestrengt wirkendes Grinsen - vermutlich gefällt ihm ganz und gar nicht, dass der Klammeraffe in Rot auf den Stick gedruckt wurde. Was dem Publikum aber verborgen blieb, ist das überdimensionale Elektronengehirn, an das die nunmehr offline gegangene und am USB-Stick gespeicherte Internetoffensive Österreich angeschlossen wird. Man braucht mindestens drei kräftige Männer, um den Einschaltknopf zu betätigen und ein schnelles Motorrad, um auf der Tastatur von A nach Ä zu fahren... finanziert wurde der neue Regierungsrechner übrigens aus den Defiziten des Eurofighter-Kaufs. Aber vorerst geht die Offensive in die Defensive:

USB-Stick

Zunächst werden sechs Arbeitskreise gebildet, die unterschiedliche Themen analysieren und diskutieren sollen. Die Vorschläge dieser Gruppen werden gesammelt und sollen dann im Herbst in Form der "Österreichischen Internetdeklaration" präsentiert werden.

Beruhigend, dass die Arbeitskreise unterschiedliche Themen bearbeiten - und auf die Deklaration bin ich hochgradig gespannt. Ob die wohl auf Pergament und handgeschrieben an die Tore des Bundeskanzleramts angeschlagen wird? Mehr zum Thema Online- und Offline-Symbolik gibt's bei Helge, Freunde der seriösen Berichterstattung statten der FuZo oder den Digitalks (die übrigens heute Abend nicht-virtuell stattfinden) einen Besuch ab.

digitalks #4: den Pod casten

4. März 2008
19:00bis22:00

digitalksZum vierten Mal lädt Meral ins Museumsquartier zum Digitalk. Diesmal dreht sich alles um die home-made Internet-Radiostationen aka Podcasts. Die Veranstaltungsreihe richtet sich an interessierte EinsteigerInnen, enzyklopädisches Vorwissen ist explizit nicht erforderlich.

Allerdings darf man auch hinkommen, wenn man das Wort Podcasting schon mal verwendet oder gar einen selbigen gehört hat, schließlich geht's nicht nur um die Konsumentensicht, sondern es soll auch kurz erklärt werden, wie man den eigenen Podcast online bringt:

Das Wort setzt sich aus den beiden Wörtern iPod und Broadcasting zusammen. Ein einzelner Podcast (ein Hörstück bzw. eine Hördatei) ist somit eine Serie von Medienbeiträgen (Episoden), die über einen Feed (meistens RSS) automatisch bezogen werden können. Somit kann man Podcasts als Radio- oder Fernsehsendungen auffassen, die sich unabhängig von Sendezeiten konsumieren lassen.

Im Anschluss an die Vorträge gibt's musikalische Gustostückerl vom SIGMAjazztrio und ausreichend Gelegenheit zur Verhaberung (bzw. zum Networking, wie man heutzutage sagt.) Ich bin schon gespannt, wer vorträgt - bei der fünften Ausgabe zum Thema Social Networking Tools werd ich die Ehre haben, ein paar Facebook-Schweinereien aus nächster Nähe zu beleuchten - darauf freu ich mich jetzt schon.

Aufgrund der beschränken Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung erforderlich - der Eintritt zu den Digitalks ist immer gratis.

Digitalks 03: virtuelle Welten

15. Januar 2008
19:00bis22:00

digitalksAm Dienstag werd ich's auch endlich mal den Digitalks schaffen: diesmal geht's in Merals Einsteiger-Vortragsreihe um virtuelle Welten. Unter anderem wird Max wird über seinen Level 70 Hexenmeister in Second Life sprechen und andere grenzüberschreitende 3D-Welt Erfahrungen berichten. Ort des Geschehens: Museums Quartier Wien, Veranstaltungsraum QDK Quartier für Digitale Kultur.

Amir Esmann und Jürgen Höbarth berichten ebenfalls über die Vorzüge des Umzugs in künstliche 3D-Environments; beide sind professionell und marketingtechnisch in der Kreation der Linden Labs unterwegs, mehr Infos zu den Vortragenden gibt's auf Merals Blog. Ich persönlich bleib da lieber bei WoW, aber mal sehen, ob das Experten-Triple mein Interesse an einem Closed Garden, dessen Sinn sich mir nie so recht erschlossen hat, wecken kann.