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Artikel-Schlagworte: „Disclaimer“

datenschmutz Disclaimer / Disclosure

datenschmutz ist ein kommerzielles Weblog. Bezahlte Rezensionen sind zwar gekennzeichnet, allerdings sollten Sie davon ausgehen, dass ich als Betreiber dieser Seite im Zweifelsfall für jeden einzelnen Beitrag eine geschäftliche Motivation habe - ob direkt durch Bezahlung oder indirekt durch anderweitige Vorteile.

Einige Postings enthalten Affiliate Links - das bedeutet, wenn Sie auf die betreffenden Seiten klicken und dort Produkte kaufen, erhalte ich eine prozentuelle Beteiligung. Ich bewerbe allerdings ausschließlich Services und Produkte, die mir persönlich sehr gut gefallen und die ich daher guten Gewissens weiterempfehlen kann.

Die Diskussion über die Trennung von "redaktionellem" und "werblichem" Content in Weblogs - oder besser gesagt in Medien allgemein - halte ich für überschätzt: zwar existieren der Form nach gewisse Richtlinien, allerdings kenne ich aus meiner langjährigen journalistischen Erfahrung die Praxis. Wer an die Trennung von Werbung und Inhalt glaubt, ist naiv oder zumindest uninformiert - im Printbereich etwa ist das Einkaufen redaktioneller Features durch Einkäufe von Inseraten keine ungewöhnliche Praxis.

Einer der vielen Vorteile des Internet besteht aber zum Glück darin, dass das Einholen mehrerer Meinungen nur einen Mausklick weit entfernt ist. Vertrauen Sie also nicht der "journalistischen Ethik" einzelner Blogger (inklusive Meinung), sondern informieren Sie sich über mehrere verschiedene Standpunkte.

Und: Glauben Sie mir nichts einfach so. Lesen Sie mit und probieren Sie selbst aus, ob die von mir veröffentlichten Informationen für Sie von Nutzen sind. Mit anderen Worten: Bilden Sie sich selbst Ihre Meinung, nutzen Sie die Online-Recherchemöglichkeiten und machen Sie von der Kommentarfunktion Gebrauch, wenn Sie Fragen, Beschwerden und/oder Lob loswerden möchten.


Weitere Informationen zu den Nutzungsbedingungen dieses Blogs finden Sie im Impressum. Sollten Sie noch Fragen haben, verwenden Sie bitte das Kontaktformular.

Die E-Mail Disclaimer Anekdote

birne Die E Mail Disclaimer AnekdoteSchon ein halbes Jahr alt, aber verdammt witzig: ein Telekommunikationsunternehmen musste aufgrund eines E-Mail Disclaimers Verfahrenskosten tragen. Der Anwalt des Unternehmens hatte unter seine Botschaft folgenden Signatur-Zusatz eingefügt:

Aus Rechts- und Sicherheitsgründen ist die in dieser Mail gegebene Information nicht rechtsverbindlich. Eine rechtsverbindliche Bestätigung reichen wir Ihnen gerne auf Anforderung nach.

Konkret ging es bei dem Fall darum, dass der Kläger das betreffende Unternehmen nach mehrmaliger unerwünschter Werbezusendung gerichtlich zur Herausgabe seiner Daten zwang, wie das Lawblog im August berichtete:

Die Auskunft gab der Anwalt des Unternehmens, und zwar per E-Mail. Der Streit drehte sich dann noch um die Kosten des Verfahrens. Die Beklagte stellte sich, kurz gefasst, auf den Standpunkt, sie habe die Auskunft ordnungsgemäß erteilt. Deshalb müsse der Kläger die Kosten tragen.

Interessanterweise entschied aber das Landesgericht Düsseldorf genau gegenteilig, und zwar aufgrund des besagten Disclaimers - wenn der Beklagte selbst in seinem Schreiben ausdrücklich auf die Nicht-Rechtsverbindlichkeit hinweise, dann könne man auch davon ausgehen, dass die betreffenden Daten tatsächlich keinerlei rechtsverbindlichen Anspruch erfüllen!

Ich hab ja vor einer Weile schon mal über die Sinnlosigkeit von E-Mail Disclaimern geschrieben, aber dass sie derart kontraproduktiv sein könnte, habe ich dann doch nicht geahnt. Auf den Lawblog-Beitrag gestoßen bin ich durch einen Artikel der Webkrebse, deren Fazit lautet:

Ein schlechtes Gewissen wegen E-Mails ohne Disclaimer ist also völlig überflüssig.

Gutes tun mit der E-Mail-Signatur

Mit E-Mail Signaturen kann man die tollsten Selbstdarstellungs-Späße treiben, seitenweise sinnlose Disclaimer* einfügen oder zur Abwexlung auch mal was Sinnvolles zur Teilberuhigung des sozialen Gewissens tun - indem man die letzten paar Zentimeter als Gratis-Werbefläche für soziale Organisationen zur Verfügung stellt.

Möglich macht's Email Charity. Von der Seite erfahren habe ich durch Lukas, der im Team mitarbeitet. Ein einfach zu bedienender - aber recht mächtiger - Signatur-Generator ermöglicht die Erstellung hübscher E-Mail Unterschriften mit umfangreichen Einstelloptionen. Nach Auswahl eines Templates lassen sich Farbe und Schriftart wählen - und dazu eines von mehrere Logos samt Link zu sozialen Organisationen. Derzeit haben User die freie Wahl zwischen Licht ins Dunkel, den Roten Nasen, der Caritas, Licht für die Welt, Armut tut weh sowie Ärzte ohne Grenzen.

Wer Webmail verwendet oder HTML-Mails abgrundtief hasst (zu diesen Oldschoolern zähle ich mich), kann auch eine Plaintext-Version erstellen - das ist im Nu erledigt. Gegründet wurde das Start-Up im Umfeld von i5invest, früher oder später soll sich die Seite selbst finanzieren, eventuell durch die Einbindung von Fremdwerbung. Einer meiner ehemaligen Vorgesetzter aus früheren Jobjahren pflegte immer zu sagen: "Tue Gutes und rede darüber!" Er war zwar kein PR-affiner Missionar, sondern nur Marketing-Chef einer mit lautem Knall geplatzten am Ende der ersten Blase geplatzten Marketingfirma, was seinem Ausspruch (ohne, dass er es bemerkt hätte) eine gewisse zynische Komponente verlieht. In der Theorie finde ich die Idee von emailcharity.com sehr nett, in der Praxis würde ich niemals meine E-Mails mit Werbung verunstalten - das nervt mich schon bei Freemailern ausreichend. Da spend ich lieber mal ab und an was direkt bzw. schalte Gratis-Banner hier am Blog; aber wen die Vermarktung der letzten privaten Spaces in der Online-Kommunikation nicht stört, der sollte sich die Seite definitiv mal näher ansehen.


*) Übrigens, mein absoluter Lieblings-Disclaimer-Satz aus der persönlichen Sammlung:

[...] Personen oder Organisationen, für die diese Information nicht bestimmt ist, ist es nicht gestattet, diese zu lesen, erneut zu übertragen, zu verbreiten, anderweitig zu verwenden oder sich durch sie veranlasst zu sehen, Maßnahmen irgendeiner Art zu ergreifen

Hehe... ergreifen nicht ständig alle Maßnahmen irgendwelcher Art? Sehr geil auch das Leseverbot am Ende der Nachricht, das den Rezipienten in eine ähnliche Zwickmühle (die im 1796er Lexikon übrigen wahlweise noch Fickmühle hieß - vor real!! Hat nix zu tun mit dem gleichnamigen Ortsteil von Emtmannsberg, der sicherlich überdurchschnittlich häufig Tafeln nachdrucken muss.) wie jenen Kreter, der sagt, dass alle Kreter lügen. Dann doch lieber ein wenig Support für die Roten Nasen & Co.!

Weihnachts-Spam und Quality PR

Unerwünschte Tipps für Weihnachtsgeschenke sind exakt das, was mir in den letzten Tagen nicht direkt gefehlt hat in den letzten Tagen. Ein Mail, das meine Spam-Abwehr-Kette unterlief allerdings erregte meine Konsumentenaufmerksamkeit letzthin in spezieller Art und Weise: des dreht sich nicht um X-Maas Viagra, vielmehr sollen Geschenkgutscheine vercheckt werden:

Sie haben noch kein passendes Weihnachtsgeschenk? Ich möchte Ihnen eine neue, tolle Onlinewelt für hochwertige Wellness- & Romantikgutscheine ausgewählter 4- und 5 Sterne Hotels Österreichs vorstellen: Sie erhalten im Handumdrehen perfekt gestaltete und hochwertige Geschenkgutscheine für jeden besonderen Anlass.

Yeah. Aber es wird noch viel besser: die E-Mail enthält einen dieser rechtsunwirksamen und unsinnig Disclaimer. [Mehr dazu hier und hier). Und zwar folgenden Wortlauts:

Der Inhalt dieser E-Mail ist ausschließlich für den bezeichneten Adressaten bestimmt. Wenn Sie nicht der vorgesehene Adressat dieser E-Mail oder dessen Vertreter sein sollten, so beachten Sie bitte, dass jede Form der Kenntnisnahme, Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Weitergabe des Inhalts dieser E-Mail unzulässig ist. Wir bitten Sie, sich in diesem Fall mit dem Absender der E-Mail in Verbindung zu setzen. Der Inhalt der E-Mail ist nur rechtsverbindlich, wenn er unsererseits durch einen Brief entsprechend bestätigt wird.

Ich find das irgendwie saukomisch, in eine unerwünschte Werbeaussendungen einen Standard-Business-Disclaimer einzubauen. Geschickt bekommen hab ich die Message an r [at] pettauer.net, eine Adresse, die ich seit Jahren weder verwende noch irgendwo kommuniziere. Aber es wird noch lustiger: in der Message steht eine komplette Firmensignatur, in der die Salzburger Firma AUER PR [auer-pr.com als Absender angegeben ist.

Nun ist mir durchwegs klar, dass sich Absenderadresse leicht faken lassen; die Kopfzeilen der Mail deuten aber nicht gerade auf einen HiJack hin... also surfte ich mal schnell besagte Agenturwebseite an, wo ich auf der Startseite folgenden paradigmatischen Text lesen durfte:

AUER Public Relations setzt auf kreative, smarte und umso effektivere Mittel in der PR-Arbeit. Es geht um das Finden von neuen Zugängen. Einerseits zu den Medien und andererseits zu den jeweiligen, spezifischen Zielgruppen unserer Klienten. Nur dann kann PR-Arbeit wirksam, nachhaltig und erfolgreich sein.
Wir bedienen uns eines Methodenmix, entwickeln kreative und innovative Prozesse und versuchen so, Vorreiter und nicht Nachahmer zu sein.
Wir machen unsere Kunden bekannt(er) und optimieren den Geschäftserfolg mit Konzepten, wie dem von uns entwickelten Mehrwertmarketing.
Das ist unsere Basis für ein breites Spektrum an handverlesenen Kommunikationsaktivitäten, die Menschen bewegen.

Yup, dieser Kommunikationskanal hat mich so sehr bewegt, dass ich einen ganzen Blogeintrag drüber geschrieben hab... und dass Spam ein Teil des professionellen PR-Methodenmixes ist, war mir auch neu. Wie auch immer: Gutscheine zu verschenken ist ja sowieso the easy way out für Unentschlossene :twisted:

E-Mail Disclaimer: weg mit dem nutzlosen Müll

Immer wieder fragen mich Bekannte, was von den altbekannten E-Mail Disclaimer zu halten ist. Die kurze Antwort: nix. Außer, dass man damit seine Unkenntnis rechtlicher Tatsachen eindrucksvoll dokumentiert. Ach ja, Disclaimer: dieser Beitrag ist keine juristische Beratung :mrgreen:

Ich meine diese zwei- bis fünfzigzeiligen Sprüchlein, mit denen machen "Jus-Experten" versuchen, ihren Mails den Anstrich einer fragwürdigen Professionalität zu verleihen. Prototypisch etwa:

Beachten Sie bitte, dass jede Form der nicht autorisierten Nutzung, Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Weitergabe des Inhalts dieser E-Mail nicht gestattet ist. Diese Nachricht ist ausschließlich für den bezeichneten Adressaten oder dessen Vertreter bestimmt. Sollten Sie nicht der vorgesehene Adressat dieser E-Mail oder dessen Vertreter sein, so bitten wir Sie, sich mit dem Absender der E-Mail in Verbindung zu setzen.

Erstens hat der Empfänger die Mail schon gelesen, bis er zum Disclaimer kommt, zweitens sollte jemand, der zuverlässig und nicht für Dritte einsehbar kommunizieren will, sowieso Verschlüsselung und Signaturen einsetzen (zum Beispiel via OpenPGP), und drittens erfüllen die wenigsten E-Mails die Erfordernisse der sogenannten "Schöpfungshöhe", die erst Werke schützenswert macht. Mehr dazu ausführlich bei Dominik Boecker und in der wikipedia:

Allerdings dürften solche E-Mail-Disclaimer nach überwiegender Ansicht unter Juristen unwirksam sein, was sie jedoch nicht daran hindert, sie selbst einzusetzen.

Eine schöne Sammlung solcher "Angstklauseln" hat Causse.de zusammengetragen... viel Spaß beim Schmökern - und denken Sie dran: wer solche Disclaimer verwendet, der sag nicht mehr und nicht weniger als Ich hab' weder von E-Mail noch von Urheberrecht eine Ahnung.. Und das dürfte im Geschäftsverkehr kein besonders absatzfördernder Claim sein... natürlich sollte man für geschäftlichen E-Mail Verkehr eine Signatur mit Kontaktdaten und Firmenname anlegen, die unfreiwillig poetischen Verrenkungen zur Selbstabsicherung sind und bleiben allerdings wirkungslos. Falls Sie aber dennoch nicht verzichten wollen, hier ein Disclaimer, der frei benutzbar und rechtlich garantiert unwirksam ist, am besten auf en, de und fr:

Sind Sie etwas nicht die Person, für welche diese Mail bestimmt war? Habe ich mich vertippt? Spinnt das Internet? Egal - falls Sie nicht der sind, der dieses Mail hätte erhalten sollen (wer immer auch das sein mag), dann finden Sie gefälligst die Wohn-Adresse des richtigen Empfängers heraus, drucken das E-Mail aus, stecken es in einen Umschlag und schicken Sie das Original als versicherte Wertsendung an den Empfänger und eine zweite Kopie an mich. Begeben Sie sich anschließend in das Krankenhaus Ihrer Wahl und unterziehen Sie sich einer vollständigen Lobotomie. Falls Sie das nicht tun, dann schicke ich die Bad Tölzer Hells Angels zu ihnen nach Hause - und glauben Sie mir: Sie wollen keinen Besuch von denen bekommen (Disclaimer im Disclaimer: dies ist keine Drohung, sondern nur ein Szenario!). Falls Sie jedoch über eine multiple Persönlichkeit verfügen, dann kontaktieren Sie mich lieber telefonisch. Möglicherweise ist dieses E-Mail ja für eine Ihrer anderen Persönlichkeiten bestimmt gewesen. Bitte klären Sie dies in einer gemeinsamen Sitzung möglichst vor der Lobotomie.

Sonst wär diese dieser generische ja eventuell noch eine Option:

Sollten Sie diese E-Mail irrtümlich erhalten haben, machen Sie doch damit, was Sie für richtig halten, bitte jedoch im Rahmen dessen, was der gesunde Menschenverstand Ihnen vorschreibt.