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Artikel-Schlagworte: „DRM“

Wie man PDF-Dateien gratis auf den Kindle 2 lädt

usa Wie man PDF Dateien gratis auf den Kindle 2 lädtDieser Beitrag ist auch auf Englisch verfügbar.

Nach Max' recht euphorischem Bericht habe ich mir ohne vorher viel zu recherchieren ebenfalls einen Kindle eBook-Reader bei Amazon.com bestellt. Die Hardware gefällt, das DRM nahm ich zähneknirschend für den günstigen Preis (rund €200) in Kauf. Heute lieferte UPS mein Device, und die anfängliche Freude über die Hardware war recht groß - bis ich feststellen musste, dass es out-of-the-box *keine* Möglichkeit gibt, ganz gewöhnliche PDFs auf den Kindle hochzuladen. Nach etwas Recherche bin ich dann doch noch auf eine akzeptable Möglichkeit gestoßen, eBooks aus meiner Sammlung auf den Kindle zu transferieren: der MobiPocket Creator, eine frei verfügbare eBook-Conversion Software, macht's möglich.

Amazon Kindle

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Amazon bietet DRM-freie mp3s an

ammp3 Amazon bietet DRM freie mp3s anSeit gestern gehört auch Deutschland zum Reigen jener Ländern, in denen Branchenprimus Amazon Musik nicht mehr nur auf Silberscheibe oder Vinyl verkauft: ein riesiger Portfolio hochwertiger 256kBit Files stehen direkt auf der Webseite bereit. Für den One-Click-Einkauf ist die Installation des Amazon-mp3-Downloaders (verfügbar für XP, Vista, Mac und Linux) zwingend erforderlich. Austria-Surfer bleiben aber einmal mehr außen vor, aber wird sind's ja gewohnt. Vordergründig übernimmt die Software den Download ganzer Alben sowie das Importieren in die iTunes Bibliothek - was die Software im Hintergrund tut, wissen bloß der Geier und die Musikindustrie.

Letztere ist in punkto Wasserzeichen und Konsumentenkriminalisierung in den letzten 10 Jahren ja nicht gerade durch Zimperlichkeit aufgefallen; da wundert man sich direkt, dass Amazon seinen Verkauf überhaupt ohne DRM starten durfte. Der Beschreibungstext weist gleich mal auf "lokale Besonderheiten" hin:

amazonmp3 Amazon bietet DRM freie mp3s an

Tatsächlich konnte ich keine Songs in den Einkaufswagen legen. Zwar tauchte keine Fehlermeldung auf, aber die Songs schienen einfach nicht auf. Erst nach Installation der Software und einem One-Click-Verkauf wurde Amazon ein wenig gesprächiger:

Bitte beachten Sie: Tut uns leid. Ihre Bestellung konnte nicht verarbeitet werden, da das gewünschte Produkt geografischen Einschränkungen unterliegt. Weitere Informationen zu den geografischen Einschränkungen finden Sie in den Nutzungsbedingungen zu diesem Produkt. Wir entschuldigen uns für Unannehmlichkeiten, die Ihnen möglicherweise hieraus entstanden sind.

Nur der Schelm glaubt, dass wir Alpenrepublikaner durch solche Actions Piratebay & Co. in die Arme getrieben werden. Bin gespannt, ob sich die Amazon-Rechtsabteilung wegen der paar Bewohner überhaupt die Verhandlungen mit AKM, AUME und Co. antut.

Affiliates freuen sich

Affiliate-Experten wissen, dass ein sogenannten "Medienbruch" die Conversion beträchtlich verschlechtert. Verkauft ein trusted merchant wie Amazon digitale Güter, so steigt automatisch die erzielbare Conversion Rate - Deeplinks auf einzelne Alben bzw. Tracks sind schon jetzt möglich, an einem mp3-Widget wird mit Hochdruck gearbeitet. Musik ist ein dankbarer Rohstoff - allen Unkenrufen zum Trotz geben ausreichend viele User durchaus Geld für Beschallungsinhalte aus, sofern die Convenience stimmt. Mit anderen Worten: hier tut sich meiner Meinung nach eine sehr lukrative neue Einnahmequelle für alle Internetseiten mit Popkultur-Bezug auf!

Startseite: Amazon mp3-Downloads

Gewinnspiel: 2x Streamcatcher von Data Becker

streamcatcher2 Gewinnspiel: 2x Streamcatcher von Data BeckerVideorecorder waren gestern - längst hat der PC seinen Platz als Schaltzentrale des digitalen Heim-Entertainments eingenommen. Aber wie kriegt man das witzige Youtube-Video auf den eigenen Rechner? Data Beckers Stream Catcher 2 erlaubt mit wenigen Mausklicks die Direktaufnahme von laufenden Videos - ob DRM-geschützt oder nicht, spielt dabei technisch keine Rolle. datenschmutz verlost 2 Einzelplatzlizenzen: wer mitspielen möchte, hinterlässt wie übliche einfach einen Kommentar zu diesem Beitrag.

Ob TV-Serie, Musikvideo oder Viral Clip: der Streamcatcher unterstützt zweifellos die Sammelleidenschaft, denn wer kann schon voraussagen, ob dieser witzige Clip mit den sprechenden Hunden in einem halben Jahr überhaupt noch online ist? Die Stream Catcher Software nutzt verschiedene Mechanismen, um jeden Clip auf die eigenen Harddisk zu bannen:

Mit Hilfe der Direkt-Downloadfunktion laden Sie Videos ohne Umwege aus gängigen Onlineportalen herunter: Auf Wunsch werden alle downloadbaren Clips bereits während des Surfens automatisch vom Programm ermittelt und übersichtlich angezeigt. [...] Eine Netzwerk-Analyse filtert aus allen aufgerufenen Webseiten zuverlässig die Multimedia-Dateien heraus und fügt sie per Knopfdruck dem Download-Manager hinzu. [...Nicht direkt downloadbare Dateien spielen Sie einfach ab und zeichnen mit de Stream Catcher 2 genau das auf, was Sie auf Ihrem Monitor sehen.

Neben Videofilmchen beherrscht das Programm auch das Capturing von Audio-Streams, die wahlweise als Wav- oder mp3-Dateien exportiert werden. Beim Bewegtbild stehen avi, flv und MPEG1 zur Verfügung. (MPEG2 ist mit der 30-Tage Testversion des beiliegenden Encoders möglich, der im Anschluss extra erworben werden muss.) Vor dem Export lassen sich die betreffenden Clips noch zurecht schnipseln. Data Becker verweist auf der Verpackung übrigens drauf, dass Aufnahmen von urheberrechtliche geschütztem Material nur für den Privatgebrauch zulässig sind.

Ich habe den Stream Catcher ausprobiert - die Software funktioniert unter Windows Vista klaglos, wer immer schon mal ohne mühsame Handarbeit ein paar Videos von Youtube und Co. lokal abspeichern wollte und/oder Ambititonen für den Aufbau einer eigenen Multimedia-Bibliothek hat (Festplatten werden ja sowieso immer billiger), kann beruhigt zugreifen. So sieht die Videoverwaltung aus:

streamscreen Gewinnspiel: 2x Streamcatcher von Data Becker

Verlosung: 2x Stream Catcher 2

Helge vom Data Becker Verlag hat mir zwei Verlosungsexemplare zur Verfügung gestellt - wer mitspielen möchte, postet wie üblich einfach einen Kommentar zu diesem Beitrag, eine Registrierung ist nicht erforderlich. Für jede Erwähnung dieses Gewinnspiels in Blogs und Tweets gibt's wie gewohnt ein Extra-Los (bitte im Kommentar erwähnen). Im übrigen gelten die Standard Teilnahmebedingungen für datenschmutz Gewinnspiele. Die Verlosung beginnt am Montag, 2. Februar, und endet am Sonntag den 15. Februar 2009. Viel Glück!

Ein Sack voller Tunes

tunesbaglogo Ein Sack voller TunesMit Tunesbag teilt man die eigenen Musiksammlung so bequem wie nie zuvor: nach dem Upload der eigenen Tracks können diese mit Freunden problemlos getauscht werden, zusätzlich fungiert der Service als "Backup" für die eigene Musiksammlung. Die Idee ist grundsätzlich nicht neu - simfy und MusikMakesFriends bieten ähnliche Services an und besticht durch einige nette Zusatzfeatures. Derzeit befindet sich die Seite noch im geschlossenen Teststadium, ich hab aber 10 Einladungen zu vergeben.

Bach dem Upload der eigenen Tracks (browserbasiert oder via Upload-Software mit Winamp/iTunes Unterstützung) werden diese fortan Bestandteil der eigenen Bibliothek und lassen sich von jedem Rechner mit Internetzugang aus anhören. Und, das ist der Gag bei der Sache, auch mit den eigenen Kontakten sharen. So kommt man im Nu zu mehr Musik - allerdings stellt sich natürlich sofort die Frage nach der rechtlichen Zulässigkeit. Die beantwortet Tunesbag mit dem Verweis auf die Privatkopie: man in Playlisten organisieren und anhören, aber nicht herunterladen. (Und zwar nicht mal die eigenen - zumindest hab ich keine Option dazu gefunden; das macht die Seite als Backup-Service allerdings recht fragwürdig.)

Auf DRM-Unterstützung verzichtet die Seite komplett, dafür wurde eine Anbindung an die Facebook-API geschaffen: so lässt sich im Nu eruieren, welche der eigenen Facebook-Freude bereits Tunesbag-User geworden sind. Damit nicht genug der Mash-Up Fähigkeiten: Kommentare zu einzelnen Songs können direkt an Twitter gesendet werden, eine Anbindung ans eigenen Last.fm Profil sorgt für passende Vorschläge zum gerade gehörten Track. Auf netzwertig gibt's einen recht ausführlichen Review.

Der Erfolg eines solchen Dienstes steht und fällt mir der Skalierbarkeit: sich als zentrale Musikbibliothek zu etablieren bedarf bei wachsender Usermenge einer gehörigen Portion juristischen "Glücks" und einem skalierbaren Konzept zur Kostendeckung: Gründer Hansjörg Posch will den Service gratis anbieten und die Traffic- bzw. Speicherplatzkosten via Werbung finanzieren. Die Anbindung an diverse Social Networks garantiert tatsächlich einen gewissen Mehrwert, die Zugänglichkeit der eigenen Sammlung von überall her klingt verlockend - in der grauen Vorzeit des Internet hat ja mp3.com weiland mal ein ähnliches Service unter dem Namen "My Music Locker" angeboten...

tunesbagscreen 300x201 Ein Sack voller TunesDie Bedienung der Seite geht flockig von der Hand, der Einsatz der modalen Layer-Fenster ist ebenso gut gelungen wie das Design und der Pop-Up Player. Was mir fehlt ist die Download-Funktion für die eigenen Tracks und eine Möglichkeit der Beschlagwortung. Fraglich ist auch, wie Jörg auf Dauer dem Problem des "Duplicate Content" begegnen will: die hochgeladenen Tracks der einzelnen User sind mit Sicherheit nicht durchgehend mit korrekten ID3-Tags versehen. Zu guter Letzt bleibt noch die Frage nach der Soundqualität: an ein 320er mp3 auf einer guten Soundkarte und einer ordentlichen Anlage kommt das Streaming natürlich nicht ran. Trotzdem ein netter Service für unterwegs und eine mehr als elegante Gelegenheit, in den Genuss neuer Beats zu kommen.

10 Einladungen für tunesbag zu vergeben

Wer sich das ganze Mal live zu Gemüte führen möchte, sagt einfach via Kommentar Bescheid - first come, first serve: 10 Einladungen kann ich verschicken.

Blogvorstellung: Hypebot

hypebotEnglischsprachige Blogs mit zweifelhaften Download-Angeboten sind dick gesät, und auch so manches netlabel unterrichtet die Netzöffentlichkeit regelmäßig von den eigenen Vorhaben. Wirklich rar allerdings sind top-aktuelle, gut recherchierte und aufbereitete News über das Musikbusiness als solches. Aber glücklicherweise gibt's ja den Hypebot.

Die Tagline music. technology. the new music business beschreibt die Mission sehr treffend: ob Majorlabel oder Web 2.0 Unternehmen: Hypebot weiß Bescheid. Spannende Marktanalysen wie The Amazon Effect, Briefings und Roundups machen das Blog für Branchenangehörige zur Pflichtlektüre und lassen interessierte Hörer, die sich schon lange auf die DRM-freie Zukunft und mehr Vielfalt im Musikbiz freuen, immer wieder zufrieden schmunzeln.

Leider bietet das auf Typepad-Blog zwar eine Kategorienavigation, aber kein Archiv an, aber dafür gibt' glücklicherweise eine Suchfunktion. Ebenfalls unbedingt einen Klick wert: die Hypebot-Linksammlung mit Music 2.0 Ressources: grandiose Tipp- und Tricksammlung für alle potentiellen net-Artists und Labelgründer, die über Online-Promotion und Vertriebsmodell nachdenken.


Wie immer gilt: wer selbst mit seinem Blog in dieser Serie vorgestellt werden möchte, die/der sagt einfach via Kommentar Bescheid.

24/7 im Vernis Magazin

247Eine nicht näher genannt werden sollen- und wollende Musikjournalistenkollegin hatte die unvorstellbare Ehre, für die kürzlich erschienene 4. Ausgabe des modischen Vernis Magazins ein Interview einem der mysteriösesten Produzentenkollektive aller Zeiten zu führen. datenschmutz erhielt von mindestens 52% der wahlberechtigten Lizenz-Leistungsempfänger gegen eine nicht näher bezifferte Summe die exklusive Erlaubnis zum Online-Abdruck.

In dem mysteriösen, sehr bild- und wenig textlastigen Magazin geht's um "Art, Fashion and Music" - in der roten Bar des Volkstheaters fand vorige Woche die Präsentation statt, durchwegs bei gemäßigter Lautstärke. Aber darum geht's hier gar nicht, sondern um ein Produzentenkollektiv, das seit den frühen 30er Jahren die elektronische (bzw. damals noch elektrische) Musikszene unsicher macht(e) - zumindest einigen der MitgliederInnen wird extraterrestrischer Ursprung vorgeworfen. Andere Gerüchte besagen, dass Atom Heart, The KLF und syncmode durch Zellteilung aus einer organischen Kabelummantelung des ersten 24/7 Analog-Samplers entstanden sind. Mit Sicherheit wissen wir nur, dass A Guy called Geralds legendäres "Dark Secret Technologies" Album mindestens zwei Patchkabel aus 24/7s Beständen für das finale Mastering benutzte.

Nach jahrzehntelanger Release-Pause treten the 24/7 aus dem gleißenden Licht des Underground erneut in den Schatten der internationalen Popwelt. Ihre Tracks tragen Titel wie "Evil Giraffe", "Cosmic Bottle", "Non-Corporate Identity" oder "Rokkoko Robot" - ihren Sound bezeichnen sie mangels Alternativen als " Live Electronics / Christian Rap / New Wave" oder "Advanced Psychoshopping Music". Wer das Nachfolgende nicht lesen will, muss hören - denn über Architektur tanzen ist bekanntlich dasselbe wie über Texte musizieren. Oder so. Hörproben:
http://www.myspace.com/the2

Interview mit the 24/7

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Dieser Text steht nicht unter CC-Lizenz, sondern darf höchstens gelesen, keinesfalls jedoch in Teilen kopiert und schon gar nicht reproduziert werden. Sollten Sie mit einem Internetbrowser auf diese Seite zugreifen, dann löschen Sie bitte nach dem Lesen den Cache. Widrigenfalls verstoßen Sie gegen unsere Vertragsbedingungen. Dieser Text ist durch DRM (Digital Rights Murks) geschützt. Wenn Sie ihn kopieren, werden Sie schon sehen, was passiert!

?: Der vierundzwanzigsiebte Raum?

the 24/7: Die bislang avanciertesten Technik, um Produzenten zu trainieren. Ausschließlich mündlich und über Körperflüssigkeiten weitergegeben in einem geheimen Kloster in Südtibet. An die unmenschlichen Anstrengungen, die wir auf uns nehmen mussten, um Kammer #4 - "Advanced psycho shopping musicâ„¢", können wir uns immer noch lebhaft erinnern.

?: Auf Ihrem Myspace profil passen Ihre aufgeführten Einflüsse in kein Schema. Warum? Warum nicht?

!: Um genau zu sein: Missbrauch, Snaredrums und Tee sind unsere Haupteinflüsse. Man kann keinen stringenten Stiel durchbiegen, wenn dauernd irgendwelche Persönlichkeitsfragmente darüber streiten, ob blonde oder schwarzhaarige Basslines hotter sind. Manche können sich Anwälte leisten, andere schicken nach Feierabend ihre Schlägerfreunde aus der Matrosenkneipe vorbei und lassen alles kurz und klein hauen. Wie soll man da im Nachhinein noch jemals feststellen, wer so etwas wie die Oberhoheit über so etwas wie ein Arrangement hatte? Alles kann passieren, alles muss passieren, nichts darf nicht passieren, kurz gesagt. Das Ergebnis ist aber stets eine komplexe Mischung aus unverortbaren Einflüssen und der gängigen Rechtssprechungspraxis des jeweiligen Landes.

?: Was geschah damals mit the24seven?

!: Wir alle leiden unter einer ganz speziellen Art von Persönlichkeitsstörung. Während die eine Hälfte/der eine Teil des Duos versucht, sich selbst zu einem singulären Bassisten zu lobotomisieren, wurden die anderen Teile im Lauf der Jahre vollständig entrückt. Ein Teil von the24seven ist noch immer in jener magischen Lampe in einem Kloster in Tibet eingeschlossen, an der kein Mönch jemals seine Kutte reiben wird, doch die andere Hälfte hat sich aufgemacht, die musikalischen Schätze dieser Welt zu erobern. 90 Jahre harte Schulung bei einer jungfräulichen Äbtin reichten aus, um tief in die Geheimnisse des Christian Rap einzutauchen. Vor kurzem hielten the24seven ein Meeting in der Betty Fnord Klinik ab, wo sich alle derzeit frei verfügbaren Persönlichkeitsmomente für einen unmessbar kurzen Augenblick zusammentaten, um die unterschätzteste New Wave Band der Welt zu binden. Einen Augenblick lang wurde das Ergebnis auf jedem Digital Culture Festival des bekannten Universums ausgestellt. Gestern allerdings wurde die Fortführung des Plans effektiv von zwei mächtigen Persönlichkeitsfragmenten, deren genaue Identität im Dunkel liegt, die allerdings 51% der Anteile halten, zunichte gemacht.
Unwiederherrettbare Opfer wollten gebracht, unvorstellbare Anstrengungen auf sich selbst genommen werden, um dem Teufel die Seele zweier Anwälte vor der Vertragslaufzeit zurückzugeben, obwohl die Garantiefrist bereits abgelaufen war. Das Ergebnis lässt nicht nur den Interviews unbefriedigt zurück, sondern zieht seine tropfnasse Spur jeden Tag weiter ein Stück in eine dominierte Zukunft. Auf wessen Geheiß? fragt der Florist.

?: Töne erschweren alles, wie kann der Produzent von heute überhaupt ein Liedchen beenden?

!: Das ist eher eine... wer zum Teufel bist du eigentlich... zum Beispiel war the24seven letzten Samstag im Studio, um neues Material aufzunehmen. Zwei Drittel des Duos waren begeistern und bereit, auf alles reinzukippen um diese elenden Psycho Shopping Musicâ„¢ Ohrwürmer wieder los zu werden. Die verbleibenden zwei Fünftel stecken ihren Kopf eine Einkaufstasche voller Patchkabel und entzogen damit dem produktiven Teil des Duos die so dringend notwendige Atemluft. So gut wie alle Tracks wurden geteert, gefedert und anschließend gevierteilt - eine einzige Nummer konnte unter den schwelenden Resten des Scheiterhaufens mehr oder weniger unversehrt und gegen ihren Willen gerettet werden. An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an die Freiwillige Feuerwehr von Mistelbach!

?: O.K.? ... was?

!: Mischen Sie uns bitte nicht mit den Getränken, die Wasser enthalten!

?: Was über die Zukunft von the24seven?

!: Also erstmal möchten wir alle wieder raus aus der Klinik und ein wenig auf den geraden Weg zurück - zum ersten Mal. Viele Nummern werden folgen, veröffentlichte, unveröffentlichte, wiederveröffentlichte... wir befürchten massive Feedbackschleifen sowohl von Club-PAs als auch Publiken rund um die Welt.

?: Auf der neuesten Louie Austen EP haben Sie einen der Produzenten gutgeschrieben. Oder?

!: Jein und ja. Alle von uns und ganz besonders jeder einzelnen hatte keinerlei Kontrolle darüber, was in den einzelnen Phasen des Projekts geschah. Die anderen verklagten uns... wir klagten zurück... und plötzlich war der Track draußen. Irgendwie mögen wir alle ihn, er erinnert uns an knack-blaue Minz-Erdbeerdrinks in viel zu exklusiven Schweizer Chalet-Clübs.

Akuma – mp3s ohne Einschränkungen

AkumaKann ein Online-Musikanbieter profitabel funktionieren, ohne auf nervige Kopierschutztechnologien zu setzen? Diese Frage hat die Major Industrie in den letzten Jahren in einer immens kundenunfreundlichen Weise beantwortet. Der Online-Musikdienst Akuma macht's besser und setzt auf unverschlüsselte mp3-Files in hoher Qualität sowie auf Crowdsourcing bei Bewertung und Empfehlungen.
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Die zwei ungleichen Teile der Musik (von Werner Reiter)

musikdiskussionAm 2. April erklärte EMI nach einem Rückzieher im Februar, endlich doch Musikdownloadservices mit Song-Files ohne Kopierschutz zu beliefern. Dieser von einer Major-Plattenfirma gesetzte Schritt lindert immerhin ein Symptom einer tief greifenden Krise der Musikindustrie. the gap hat zur Expertendiskussion geladen, um das gesamte Ausmaß der Krise zu beleuchten und mögliche Auswege zu skizzieren. Daraus resultierte die folgende Zusammenfassung von zwei Stunden angeregter Unterhaltung in den heiligen Hallen des monopol-Medienimperiums. Erstmalig erschienen in: the gap #76, Mai 2007.

Wie bereits zum Thema Web 2.0 hat Werner Reiter zur Exploration der komplexen Materie "Die Musik und der Kopierschutz" eine illustre Runde eingeladen - leider wollte partout kein Vertreter eines Major Labels auftauchen - alle wesentlichen Aspekte des Themaskamen dennoch zur Sprache. Et voilà - für datenschmutz Leser hier der Artikel aus the gap im Volltext. Demnächst ereignet sich übrigens das gleich grausame Spiel nach demselben Muster - wobei die Themen Web 2.0, Google und Informationsmonopole in den Fokus der nächsten Runde rücken.

Die Diskussionsrunde

Niko Alm
Herausgeber the gap
www.thegap.at

Roland Alton-Scheidl
Vorsitzender creativ wirtschaft austria, Fachhochschule Vorarlberg, OSalliance
www.alton.at/roland

Philipp Dorfmeister
G-Stone Recordings Vertreter Online, Ordis - Soulseduction Digital Distribution, Soulseduction.com
www.soulseduction.com und www.g-stoned.com

Florian Hufsky
Bundessprecher der Piratenpartei Österreichs
www.ppoe.or.at

Ritchie Pettauer
Journalist und Medienwissenschaftler
blog.datenschmutz.net

Ravissa
DJane und Produzentin
www.doorbitch.nu

K. Flo Schneider
Geschäftsführer McShark, Betreiber des eingestellten radio:))mcshark
www.mcshark.at

Christian Untersteiner
Head of Product Management ONE
www.onelovesmusic.at

Die Musikindustrie klagt seit Jahren über rückläufige Umsätze. Die Erlöse aus Downloads sind 2006 zwar weiter gestiegen, machen aber verglichen mit den 85% des Hauptumsatzträgers CD noch immer einen verschwindend geringen Anteil aus. Die big 4 (Universal, SonyBMG, Warner und EMI) halten 70% des Marktes und bestimmen damit die Regeln des Business. Und die waren in den letzten Jahren geprägt von einem sklavischen Festhalten an technischen Hürden, die das Kopieren von Files erschweren, einer Hetzkampagne gegen Tauschbörsenbenutzer, die in weltweit 30.000 Verfahren gemündet ist und von Versuchen klassische Distributionsmodelle auf das Internet zu übertragen.

Apple hat es mit iTunes als einziges Online Angebot geschafft auch wirtschaftliche Relevanz zu erlangen. In den letzten Monaten kam Apple immer mehr unter Beschuss. Einerseits weil das angewandte DRM Verfahren nur erlaubt, dass gekaufte Musikstücke ausschließlich am iPod bzw. auf PCs abgespielt werden können und andererseits weil Apple die regionalisierte Preispolitik der Labels auch im Internet umsetzte.

Steve Jobs ergriff die Flucht nach vorne und publizierte im Februar einen offenen Brief, in dem er Apple als Opfer dieser Entwicklungen darstellte und sich ganz klar gegen DRM aussprach. Das dürfte letztlich dazu geführt haben, dass EMI nach langem Zögern jetzt doch Musik ohne DRM anbieten wird - wenngleich zu einem höheren Preis. Dass die DRM freien Stücke auch in einer besseren Qualität vorliegen, mag als Verkaufsargument durchgehen, die Masse der Konsumenten wird den Unterschied aber kaum hören.

Die ungleichen Seiten der Medaille

In seinem Eröffnungsstatement meint Christian Untersteiner, Head of Product Management bei ONE, dass Musik emotionalisiert wie sonst kaum etwas. So wird die Diskussion in den Redaktionsräumen des gap sehr emotional geführt, und vor allem die ungleichen Teile des Gesamtsystems Musik werden mit Leidenschaft diskutiert. Da gibt es nicht nur ein Ungleichgewicht zwischen den recht unbeweglichen Majors und den Indies, die ums Überleben kämpfen und ihre erfolgreichen Acts nach jahrelanger Aufbauarbeit nicht selten an die Großen abgeben müssen.

Auch die Nutzer lassen sich einteilen in die Massen, die nur das kaufen, wo Ö3 sie hinführt und die Afficionados, die sich intensiv mit Musik beschäftigen. Dass klassisches Marketing immer auf die Masse abzielt, liegt in der Natur der Sache. Philipp Dorfmeister von G-Stone und Soulseduction meint auch, dass DRM geschützte Musik, die mit etwas PC Kenntnissen relativ leicht (und für private Zwecke auch legal) vom Kopierschutz befreit werden kann, die 95% davon abhält das zu tun, weil es ihnen zu mühsam ist. Und schließlich die Musiker, die zum größten Teil ihre Nutzungsrechte an Labels und Verwertungsgesellschaften abgeben anstatt sich selbst mit alternativen Vertriebsformen oder mit Lizenzierungsmodellen wie etwa Creative Commons auseinanderzusetzen.

Zitate aus der Diskussion

DRM ist nur dazu gedacht die 95% der Leute, die sich nicht damit beschäftigen wollen, davon abzuhalten ihre Files sofort zu kopieren. Philipp Dorfmeister über die relative Nutzlosigkeit von Kopierschutz

Die Verwertungsgesellschaften sind noch nicht in diesem Jahrtausend angekommen. Roland Alton-Scheidl über Zeitlöcher

Beim Online Musikbusiness stehen einfach zu viele in der Value Chain. So kommen die absurden Marktpreise zustande. Christian Untersteiner über die Komplexität des Business

Die Vorselektion die Labels für den Konsumenten machen ist absolut wichtig. Flo Schneider über die Notwendigkeit von Labels als Identitätsstifter

Die Angst, dass es keine Musik mehr gibt wenn alle Majors pleite gehen, kann ich nicht teilen. Ritchie Pettauer über den kulturellen Wert von Musik

Endlich ist Musik dort angelangt, wo andere Produkte schon sind. Was zählt ist die Verpackung. Niko Alm über ein neues Verständnis der Revenuemodelle

Das schnelle Finden und Konsumieren von Musik und die Social Networking Möglichkeiten machen das Wesen von Musik im Internet aus. Florian Hufsky über das Primat der Convenience

Selbst wenn ich große Releases hätte und massiv verkaufen würde, ich würde DRM nicht für nötig halten. Ravissa über Dinge, von denen sie wenig hält

Astronomische Preise und unnötig hohe Komplexität

Die landläufige Meinung besagt, dass Online Vertrieb immaterieller Güter wie Musikfiles bedeutend günstiger sein müsste als die Produktion und der Vertrieb von CDs. Wer sich aber damit auseinandersetzen muss, merkt schnell, dass das Gegenteil der Fall ist. Aufgrund der mangelnden Standardisierung der Musikplattformen, der unterschiedlichen Fileformate und der Vielzahl an DRM Systemen hat sich die Komplexität in der Produktion und der Logistikaufwand im Vergleich zum physischen Vertrieb nicht verringert.

Soulseduction etwa liefert 22 Formate für Pre-Listening und 24 Formate der eigentlichen Files an unterschiedlichste Plattformen. Die logistische Herausforderung besteht dann darin, einen Track zum Releasezeitpunkt auf allen Plattformen online zu haben. Vor allem für kleinere Labels oder gar für Künstler selbst ist das nicht zu bewerkstelligen und die Plattformbetreiber weigern sich, Verträge mit Kleinstanbietern abzuschließen. Damit werden Aggregatoren als zusätzliches Glied in die Kette gefügt und schon gibt es wieder einen Player mehr, der am Kuchen mitnaschen will.

DRM abschaffen oder bessere Alternativen finden?

In der Diskussion will sich niemand lange damit aufhalten, die Argumente gegen die Vielzahl an DRM Lösungen erneut aufzuwärmen. Interessanterweise zeigen zumindest manche Verständnis für die Notwendigkeit des Kopierschutzes. Dass die mangelnde Standardisierung und die damit verbundene Inkompatibilität nicht unbedingt zum Glück der Konsumenten beiträgt, ist allerdings Common Sense. Roland Alton-Scheidl, der sich um die Einführung von Creative Commons in Österreich verdient gemacht hat, skizziert zwei mögliche Ansätze.

Ersterer ist eigentlich nur eine Vorstufe zu DRM: Das von ihm mitentwickelte System Registered Commons ist ein digitaler Zeitstempel, der einerseits das Veröffentlichungsdatum von Inhalten und andererseits gesicherte Informationen über den Urheber liefern kann. Dieser kann für Creative Commons Lizenzen aber auch andere angewendet werden. Die zweite Lösung weist etwas weiter in die Zukunft: Ein DRM System auf Open Source Basis soll die erhoffte Standardisierung bringen und gleichzeitig auch den Rechteinhabern die Möglichkeit eröffnen, selbst die Nutzungsbedingungen und die Businessmodelle festzulegen. Bis dahin ist es mit Sicherheit noch ein weiter Weg. Selbst wenn das System den Durchbruch nicht schafft, wird die Industrie viel davon lernen können.

Musik genießen oder besitzen?

Die etablierte Diskussion um Musik im Internet dreht sich meist um den Kauf von Dateien und die mehr oder weniger eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten. Dabei drängen längst Services wie etwa Last.fm auf den Markt, die den individuellen Musikgeschmack bedienen, indem sie die Musik als Streams anbieten. Andere wie phling! setzen darauf, die Musiksammlung auf der eigenen Festplatte via Streams auf connected Devices zu bringen. Hinter den meisten der neueren Modelle steht eine Flatrate, die den Kunden die Convenience bietet, Musik zu kontrollierbaren Kosten zu konsumieren, ohne sich um Kompatibilität und DRM Gedanken machen zu müssen. Insgesamt findet die Runde Gefallen an Flat-Rate Modellen wie auch immer der Service dahinter genau aussieht.

Die Möglichkeiten sind vielfältig. Flo Schneider von McShark bringt die Kernforderung auf den Punkt: Gerecht kann das nur sein, wenn diejenigen das Geld bekommen, deren Musik er konsumiert hat. Florian Hufsky sieht den Besitzbegriff noch unter einem anderen Aspekt: SellABand etwa ermöglicht Nutzern, Anteile an jungen Bands oder Musikern zu kaufen. Übersteigen die gekauften Anteile $50.000 erhalten die Musiker eine Studioaufnahme und werden von einem erfahrenen A&R begleitet.

Rechteverwerter mit der Gießkanne

Ob Fairsharing, Leermedienabgabe oder Content-Flatrate: Es braucht Institutionen, die sich darum kümmern, dass die Einnahmen wieder an die Kreativschaffenden zurückfließen. Die nennen sich Verwertungsgesellschaften und haben die aktuellen Entwicklungen noch gründlicher verschlafen als die Musikindustrie. Der Löwenanteil ihrer Einnahmen fließt an Künstler, die in den klassischen Kanälen hohe Verkaufszahlen oder gutes Airplay haben.

Der Verteilungsschlüssel ist zum größten Teil aber intransparent und in Österreich wird anders als etwa in Frankreich nur ein kleiner Prozentsatz für Kulturförderung oder die Forschung ausgegeben. So sehr sich die Diskussionsteilnehmer hier eine Erneuerung wünschen, so skeptisch sind sie, dass die in absehbarer Zeit kommt. Vor allem die, die wie Ritchie Pettauer bei lion.cc schon Online Musikservices mit Verwertern abgerechnet haben.

Wofür zahlen wir?

Zu Ende der Diskussion bringt Niko Alm die These, dass die Kunden ohnehin schon lange nicht mehr für die Musik zahlen, sondern für die Convenience, ein Album in der Hand zu halten, oder sie bequem im Internet zu finden und einfach konsumieren zu können. Noch weiter: Auch die Einnahmequellen der Musiker sind nur zu einem geringen Teil die Verkäufe von Files, Platten oder CDs, sondern aus Konzerten, Merchandising oder aus Werbeverträgen, wie etwa der von Madonna bei H&M. Musik ist zwar der Kristallisationspunkt und Inhalt, die Revenuemodelle sind aber andere. Ravissa kann das nur bestätigen. Sie ist hauptberuflich Künstlerin, lebt allerdings von Auftritten, Veranstaltungen und DJ Workshops. Bei den großen Acts ist das nicht viel anders. Vielleicht sollten etliche Player im System ihre Welt neu denken.

Ausgewählte Internet Musikdienste, die in der Diskussion erwähnt wurden

Amie Street
Musiker können hier selbst Musik einstellen. Der Kaufpreispreis erhöht sich mit der Anzahl der Downloads bis zu 98 Cents.
amie.st

eMusic
Amerikanischer Music Store, der das Subscriptionmodell recht erfolgreich umgesetzt hat. Stand März: 250.000 Subscriber und ein Katalog von 2 Millionen Tracks.
www.emusic.com

Jamendo
Offene Musikplattform für Musik unter Creative Commons Lizenzen. Die Downloads sind kostenlos.
www.jamendo.com

Last.fm
In seinem Selbstverständnis eine "personalized online radio station". Das Erfolgsrezept besteht in dem Matching von Userprofilen und den daraus generierten Wiedergabelisten.
www.last.fm bzw. www.lastfm.de

phling!
Eine Anwendung für Handys, die den online Zugriff auf Files auf der Festplatte zu Hause erlaubt.
www.phling.com

SellABand
Promotionplattform für unbekannte Musiker. Die Community erwirbt Anteile. Wenn $50.000 erreicht sind, bekommt die Band ihre erste Aufnahme samt CD.
www.sellaband.com

Bei Paul im Schlafzimmer

Das Thema Überwachung ist kompliziert, schwer zu durchschauen und lässt sich wunderbar verdrängen. Politiker wissen ganz genau, dass neue Technologien erst einmal Fakten schaffen - Schadensbegrenzung im nachhinein erweist sich häufig als schwierig bis unmöglich. Neue Technologie wie RFID-Chips, Ortungssysteme, Kameras und Security Checks schaffen in Kombination mit der Vernetzung aller verfügbaren Daten eine neue Transparenz: nicht unbedingt die Art von Glasnost, die Gorbi seinerzeit im Hinterkopf hatte, sondern die ähnlich dem Orwell'schen Überwachungsstaat im Zeitalter seiner technischen Realisierbarkeit.
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Blogistan-Rückblick KW48

Debut* debug berichtet über die Langschwanz-Entdeckung der Musikindustrie, auch Achsel Axel Springer "umarmt das Netz" mit der neuen Direktive Online first. Ob Myvideo-User sich über den neuen Sat 1 Deal freuen, steht freilich auf einem anderen Blatt namens "Nutzungsbedingungen".
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Schlechte Zeiten für die Big 4

Register.co.uk hat ein ausführliches Interview mit Peter Jenner geführt. Der Musik-Insider blickt auf eine lange Karriere zurück: als ehemaliger Manager von Pink Floyd, T-Rex und anderen größen der jüngeren Popgeschichte weiß Jenner, wovon er spricht, wenn er das derzeitige Abgabensystem heftig kritisiert:

The major four music labels today are "fucked", he says. Digital music pricing has been a scam where the consumer pays for manufacturing, distribution, and does all the work - and still has to pay more. Labels should outsource everything except finance and licensing.
But he's also optimistic that for almost everyone else - indie labels, musicians, songwriters and budding entrepreneurs - as well as network providers - the future's going to be pretty bright. The Big Four know that the DRM era is nearly over - and within two or three years, he predicts, "most countries" in the world will have a blanket licensing regime where we exchange music freely, for a couple of quid a month.

Woran Napster scheiterte, soll also bald Realität werden: eine sogenannte Flat Fee für Musik, möglicherweise gekoppelt an den Besitz geeigneter Hardware. Die so gesammelten Einnahmen sollen nach einem klassischen Verteilungssystem an registrierte Musiker ausgeschüttet werden - die natürlich, und nicht zuletzt darin liegt die Crux der derzeitigen Royalty-Zahlungen, entsprechend informiert sein müssen:

In a blanket license system, there'll be huge black boxes, and we'll have to learn to hold the money for a long time. People will learn to register, then we can work out how to deal with the black box fairly - rather than giving it to people who know it's there. That's what's happened in the past, really.

Im Inteview erklärt Peter Jenner, warum die vier Major Labels mit dieser Perspektive gar nicht glücklich sind - bedeutet sie doch den Verlust der exklusiven Kontrolle über legale Distributionskanäle. Ausrutscher wie Sonys verstecktes DRM-Rootkit, der Ärger von iTunes-Benutzern beim Computerwechsel und die generell ablehnende Strategie der letzten Jahre führten beim Konsumenten zu einer Reihe von Frustrationserlebnissen und bereiteten letztendlich den Boden für eine neue Abrechnungsstruktur.

Dass Zahlungsbereitschaft vorhanden ist, zeigen alle Umfragen. Die Angemessenheit des Preises (Stichwort: verfügbares Budget) und benutzerfreundliche, offene Formate könnten in der Tat zu einem Boom legaler Online-Musik führen. Weitere Themen des Interviews sind der zukünftige Fokus auf personenzentrierte Musikvermarktung - quasi "trusted agents", deren Geschmack man vertraut. Im übrigen glaubt Jenner auch auf der Produktionsseite an eine andere umgekehrte Variante des Longtail-Effekts:

I like the idea of doing co-ops to raise the money, too. If I give money to you to write a book, that's fairly high risk. If I lend it to 100 people that's much lower risk - someone's going to come through and I'll get my money back. The industry understands these issues. And you're less likely to rip each other off.

Ob wir in drei Jahren also dann tatsächlich alle legal via peer-2-peer ungeschützte mp3-Dateien legal runterladen? Man darf weiter gespannt sein... [via a href="http://swen.antville.org/stories/1505965/" target="_blank">Swen's Weblog]

Unbotmäßigkeit, die (f.)

Von der Wichtigkeit der Nachhaltigkeit der finanziellen Schutzmaßnahmen der Invetstitionssicherheit in geistige Güter nach der Vorstellung von Meinungsforschern

Es überrascht nicht weiter, wenn Vertreter von Firmen wie M$ in Podiumsdiskussionen argumentieren, dass nur ausreichender Schutz geistigen Eigentums Investitionssicherheit und somit Investitionsanreize in der Informationsgesellschaft bieten.

Das europäische Center für eCommerce bietet solchen besorgniserregenden Umtrieben auch noch eine Plattform - zumal "2 kürzlich durchgeführte Studien" (wie wir diese Formulierung lieben!) stichhaltig beweisen, dass private Kopien den unausweichlichen wirtschftlichen Bankrott der EU innerhalb weniger Stunden bedeuten.

Wesentlich mehr Komfort für den Konsumenten

Auf möglicherweise bahnbrechende Neuerungen durch Digital Rights Management (DRM) beziehungsweise durch neue Technologien macht schließlich Alexander Schnider von Wolf Theiss Rechtsanwälte aufmerksam "Durch die HDCP-Verschlüsselung, welche bei HDTV-Fernsehgeräten flächendeckend zum Einsatz kommen soll, wird es in Zukunft nicht mehr möglich sein, TV-Sendungen einfach aufzuzeichnen."

ergänze: für Otto Normaluser.

Grenzen verschwimmen

Als ein Beispiel für "DRM für jedermann" stellte Microsoft-Unternehmenssprecher Lutz ein neues Tool seines Unternehmens vor. Damit soll in Microsoft Office die Lizenzierung kreativer Arbeiten nach Creative Commons möglich gemacht werden.

Wir raten mal keck, was dieses Tool tut... hmmm... einen automatisierten Button zum Einfügen eines Links zu CC in Word integrieren? Ich seh schon die nächste Wired-Schlagzeile:
"M$ embraces CC".

Der Ziegelstein der Erkenntnis lässt dann allerdings nicht lange auf seine Niederkunft warten:

In den allgemeinen Ergebnissen der Veranstaltung kamen die Experten zum Schluss, dass "Digital Rights Management" rechtlich verankert, aber trotzdem immer wieder Gegenstand der Kritik sei.

Wie gut, dass es nicht nur Datenschmutzer, sondern auch Experten gibt.

Quelle:
derstandard.at