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Artikel-Schlagworte: „Dubblestandart“

Samstagabend freihalten: Dubblestandart spielen!

27. September 2008
22:00bis23:30

illu dubbelstandart 1222334320 Samstagabend freihalten: Dubblestandart spielen!Jedes der raren Dubblestandart-Konzerte ist ein ganz besonderes Ereignis für sich. Wiener haben am Samstag im Café Leopold endlich mal wieder die Gelegenheit, Ober-Dubhead Paul Zasky, Herb Pirker (Gitarre), Ali Tersch (Schlagzeug) und Robbie Ost (Keys) live bei der Arbeit zu erleben. Damit nicht genug der frohen News: im März kommenden Jahres erscheint mit Return to Planet Dub ein neues Studioalbum. Vorher sind die Jungs aber noch ausgiebig auf Tournee: Paul spielt gemeinsam mit dem Subatomic Soundsystem eine Reihe von "Dubbing Extreme" DJ-Gigs in den USA, im März geht's weiter nach Jamaica.

Die Wartezeit bis zum Longplayer verkürzt erfreulicherweise eine neue 12-Inch, die in Europa, Kanada und den USA im Dezember auf dem deutschen Label Collision Records erscheint. Der Ankündigungstext lässt mir jedenfalls jetzt schon das Wasser im Mund zusammenlaufen:

[The new 12''] will feature Dubstep remixes from Subatomic Soundsystem(NYC)Tom Watson(Paris)Runnershigh(Vienna) reworking original Ariup/Lee Perry/Prince Far-I/Dub Syndicate material in a heavy weight 21st century style. Yes, it’s the dub virus sprawling...

Aber zurück zum samstäglichen Konzert: ich habe Dubbelstandart zuletzt vor rund einem Jahr im Flex gehört und damals einen begeisterten Review geschrieben (die legendäre PA lässt die heftigen Basslines natürlich besonders fein zur Geltung kommen), außerdem hab ich zum Release des letzten Longplayers ein Interview mit Paul Zasky geführt. (In diesem Posting gibt's auch einige Audio-Snippets.) Ich finde Dubblestandart auf Vinyl großartig, aber live legt die Band noch einiges drauf: Dubheads und Liebhaber von außergewöhnlich massiven Vibes dürfen sich diesen Termin keinesfalls entgehen lassen!

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Wer Dubblestandart noch nicht kennt, findet die komplette Diskographie auf der Band-Homepage, einige Alben sind bei Amazon erhältlich:

Wie mein Sommer klang

sommersoundtrackDie Blog-Parade Mein SommerSoundTrack dauert noch bis zum 2. November - ich möchte gern von meinen LeserInnen wissen: was war Ihr/euer persönlicher Soundtrack des Sommers? Hier nun wie angekündigt mein eigener Beitrag. Musikalisch betrachtet hab ich einen stilistisch und genre-technisch durchwegs gemischten Sommer hinter mir, wobei allerdings dubbige und hip hoppige Sounds eine durchwegs dominierende 30-Grad-plus Rolle spielten.

Mixtape des Sommers

Ich hab's zum ersten Mal gehört im Auto auf der Fahrt nach Graz - keine Rede von adäquaten Subwoofern, aber dieser Mix ist solideste Handarbeit: DJ Food & DK: Now Listen Again erschien in diesem Jahr am Solid Steel Label. Dass DK fein scratcht und Food einen exzellenten Musikgeschmack hat, war schon vorher klar. Überraschend allerdings die komplexe Reise durch unterschiedlichste Studiowelten: von Timbaland über Cut Chmist zu Pepe Deluxe und wieder zurück, von Gorgio Moroder zu Aphex Twin - die beiden Reiseführer durchs (broken) Hip Hop Universum packen mehrere Jahrzehnte in ihren Mix und droppen gegen Ende dann sogar noch den Qemists '03 Remix von "Swords in the Dirt" (Roots Manuva feat. Rodney P.) sowie - und spätestens an diesem Punkt sollte die Bassbox bei Fuß stehen - "Tarantula" von Pendulum und Fresh. Großes Ohrenkino... und definitiv eine meiner Heavy Rotation Schreiben im vergangenen Sommer.

Back to Hip Hop

"Where my dawgs at?" Irgendwo hab ich vor kurzem gelesen, DMXens alte Produktionen klängen nach Casio-Synthies. Shame on whoever wrote that! "It's dark and hell is hot" von 1998 ist ein episches Meisterwerk. Ich muss ja gestehen, dass ich die Qualitäten dieses Albums seinerzeit durchwegs übersehen hab - vor allem die textlichen: "Damian" und "The Convo" liefen in meiner Neuerwerbung dieses Sommers (ein Sony-MP3-Player. Yup. MP3. Nicht Atrac4.) auf heaviest rotation possible. Die späteren Alben kommen da kaum mehr ran... und irgendwie hat mich DMX in einen unheilvollen Strudel früher Kindheitserinnerungen im Osttiroler Ghetto gesogen... nee, Quatsch. Aber ich hab jede Menge reminisziert, Zeitreisen via Audio: und Wu Tangs "36 Chambers" widersetzt sich immer noch hartnäckig jedem Remastering. "Can it be that it was all so simple then?" Naughty by Nature 1995 in der Wiener Arena, Gang Starr einige Jahre später in der Szene und dann ein zweites Interview mit meinem lyrical Hero Guru, als er mit Jazzmatazz im Metropol auftrat - yup, Hip Hop trägt die Hauptschuld an meiner Liebe zur Musik. Und in diesem Sommer hab ich meine Soundroots extensiv gewürdigt.

Und der ganze Rest

24-7Natürlich war da noch eine Menge mehr, über die ich großteils bereits auf datenschmutz geschrieben habe: Dubblestandart, Shantel, Samon Kawamura, D.Kay, Stereotyp (Keepin' me!), Underwolves, MC Mankind, Deep Dish, Spiral Tribe, Trentemoeller, Little Louis Vega, und und und - but first and foremost I can't forget my wicked sound engineers - und hier gibt's auch gleich was zum Anhören. Ladies and Gents, vereinte eklektische Popfans: give it up for the one and only mysterious sound engineers from inner space:

24/7

CD-Review: Dub Spencer and Trance Hill – Return of the Supercops

supercopsAlpenländlichkeit scheint beflügelnde Wirkung auf Dub-Heads auszuüben. Wie ließe sich auch sonst erklären, dass nach Dubblestandarts fantastischem Immigration Dub nun Schweizer Delay-Haudegen der Welt hochprozentig gelungene Interpretationen ihres persönlichen verhallten Schalluniversums schenken? Enter Dub Spencer and Trance Hill.

Psychedelische LSD-Seligkeit der 60er Jahre ist Kleinkinderkram im Vergleich zu den Outer Spaces, die Professor Lee "Scratch" Perry auf der Suche nach immer neuen Dimensionstoren durchschritten hat. Dub is the new Multiverse, im Taschenformat aber praktisch zusammenfaltbar auf zwei bis drei Dimensionen, was im Rave-Kontext auch immer mehr historie-ungeschulten Dubsteppern auf skurrile Weise bewusst wird. Traditionsbewusst dagegen zelebrieren die Supercops das gesamte Spektrum vom Pappkameraden bis zur vielhändigen Bassline-Gottheit mit tausend Fingern in tausend Ohren. Aus der Mitte entspringt vielleicht eine Trance, aber die hat mit Großhallenraves nicht mal den Mutterinstinkt gemeinsam, also keine Angst vor Mash Ups: Dub come save you all.

Seit dem Vorjahresdebut "Nitro" gab's einige Umbesetzungen, die personellen Diskontinuitäten spiegeln sich im Sound der Band aber keineswegs wieder: Die Supercops setzen die mit Country- und Rockreferenzen gespickte Reise durch das soundtechnische Vermächtnis von Tubby, Perry und Co. nahtlos fort und verzichten dem größeren Dub-Ganzen zuliebe völlig auf Sunshine-Reggae-selige Anbiederungstaktik. Reinkipp- statt Hitpotential sozusagen. Das Echo trifft dich gewiss, mit anderen Worten und in aller Deutlichkeit: großartiges Album, wobei der Künstlername in die Irre führen könnte: niemand braucht Angst vor Trance-Beats zu haben, alle 11 Nummer setzen auf gemächliches Dubtempo und massive Basslines, die ein solides Fundament für die kleinen Lustigkeiten in den höheren Frequenzbereichen bilden.

Es brodelt, zischt und rummelt so ausgewogen, dass man sich gleich beim ersten Anhören mitten ins Zentrum der gigantischen Boxen aus dem Foto auf der CD-Rückseite wünscht. Wer Dub mag, kann hier nix falsch machen. Spätestens ab dem dritten Track "Nano Dub" zollt das Hi-Fi-verwöhnte Ohr der soundtechnischen Seite der Produktion Respekt: die Wärmflasche unterm Synthesizer hat wieder mal Wunder bewirkt.

Karneval aka Blogparade: Der Soundtrack meines Sommers

13. Oktober 2007bis2. November 2007

sommersoundtrackdatenschmutz ruft auf zum ersten Blogkarneval mit vertikal integrierter Verlosung! Die Ultra-Kurz Version: der Sommer ist eindeutig vorbei, im besten Fall folgt ein milder Herbst. Der Popjournalist und Musikliebhaber in mir möchte von seinen LeserInnen wissen: was war Ihr/euer persönlicher Soundtrack des Sommers? Welche Beats erinnern an die Tage, an denen das Thermometer weit über 30 Grad geklettert ist? Als kleiner zusätzlicher Ansporn werden unter allen, die mitmachen und sich als Blog-Musikkritiker betätigen, werden eine Reihe von CDs verlost.

Das Thema des Karnevalstreibens

Im Sommer macht's in unseren Breiten einfach mehr Spaß, draußen zu sein - und Party-Locations mit Open Air Tanzmöglichkeit gewinnen immens an Attraktivität. Und daher lautet meine Frage: was war euer persönlicher Lieblings-Sommer-Soundtrack in den letzten paar Monaten? Egal ob aktuell, mittel- oder uralt, ob Longplayer, Compilation, Single, DJ-Set oder eine Mischung aus allem: welcher Sound hat gerockt? Welche Beats erinnern euch an die heißen Tage im Juni, Juli und August? Welche Künstler und/oder Songs lassen auch im Herbst das innere Thermometer steigen? Mein eigener Beitrag folgt in den nächsten Tagen.

Karneval? Der Teilnahmemodus

Beim sogenannten Weblog-Karneval, auch als Blog-Parade bezeichnet, sind Blog-AutorInnen aufgerufen, innerhalb eines definierten Zeitrahmens einen Beitrag zu einem bestimmen Thema zu verfassen. Ab hier gibt's zwei Varianten:

Oldschool: Nach Ablauf dieser Frist werden alle eingereichten Beiträge vom Initiator-Blog abschließend präsentiert und verlinkt.
Nuschool: Nach Ablauf der Frist erstellt der Initiator eine Liste mit Links zu allein eingereichten Beiträgen und verschickt selbige an alle TeilnehmerInnen. Die wiederum veröffentlichen besagte Liste; so profitiert nicht nur das Blog, das die Aktion gestartet hat, sondern alle bekommen Linklove ab. (An dieser Stelle: Gruß an meine Nuschooler Yannick, Blogformoney und René! Good work!)
datenschmutz school: Wie Variante zwei, nur mit einem zusätzlichen Plug-In: unter allen TeilnehmerInnen werden Preise verlost. Und weil's ja um Beats und Sounds geht, gibt's in diesem Fall folgerichtig selbige zu gewinnen, und zwar auf Silberscheibe.

Mit anderen Worten: wer teilnehmen möchte, schreibt bis zum 2. November einen Beitrag zum Thema Mein SommerSoundTrack 2007 und hinterlässt einen Kommentar zu dieser Story (wichtig für die Verlosung: mit E-Mail Adresse!) oder sendet eine E-Mail mit dem Link an: datenschmutz [at] gmail.com

Ich werde alle Beiträge sammeln und am Ende des Karnevals (da geht's bekanntlich immer am turbulentesten zu, denn direkt im Anschluss beginnt die Fastenzeit) die Liste aller teilnehmenden Blogs zusammenstellen und ausschicken. Die Veröffentlichung dieser Liste erfolgt selbstverständlich freiwillig und ist keine Voraussetzung zur Teilnahme an der Blogparade oder für die Teilnahme an der Verlosung.

WICHTIG: wer die Liste mit Links zu allen Karnevalsartikeln auf seinem eigenen Weblog veröffentlicht, die/der erhält für die Verlosung ein zweites Los und hat damit die doppelten Gewinnchancen!

Die Preise

Unter allen Karnevals-TeilnehmerInnen werden nach dem gewohnten Zufallsprinzip folgende Alben quer durch den Stil-Gemüsegarten verlost:

  1. The Brendan Adams Trio: Pearly Sue
  2. Timbaland: Tim's Bio
  3. Nova Drive: Headtrip
  4. Jay-Z: Greatest Hits
  5. Amaree: Amaree
  6. Moloko: All Back to the Mine - A Collection of Remixes

Selbstverständlich ist wie bei allen datenschmutz-Gewinnspielen der Rechtsweg ausgeschlossen, die Preise können nicht in bar abgelöst werden. Im übrigen gelten die Standard Teilnahmebedingungen für datenschmutz Gewinnspiele.

to be continued

Wie genaue BeobachterInnen bereits festgestellt haben: drei Wochen sind eine lange Zeit. Dass im Lauf der Zeit noch weitere Preise hinzukommen, ist keineswegs ausgeschlossen... und bei den üblichen Karnevals-Teilnahmeraten dürften die Gewinnchancen für jede Einreichung deutlich über 1:10 liegen - da kann keine Lotterie mithalten, höchstens die Tombola beim Feuerwehrfest :mrgreen:

In diesem Sinne - was war Ihr Soundtrack des Sommers 2007? Ich bin schon sehr gespannt auf die ersten Beiträge!

Technorati-Blogkette: Wir alle waren [kurz] #1

Add to Technorati FavoritesWichtig! Blogketten-TeilnehmerInnen, bitte durchlesen! Tja, von wegen Technorati - einige TeilnehmerInnen unserer mittlerweile gar nicht mehr so kleinen Blogketten-Aktion verfielen gestern kurzfristig in Pänick - als plötzlich keine Technorati-Reaktionen auf unsere Blogs mehr angezeigt wurden. Entwarnung! Quantenforscher konnten keinerlei kausale Beziehung zwischen beiden Phänomenen feststellen.

Haben wir das System gesprengt? Sitzt die Technorati-Geschäftsführung irgendwo bei der Krisensitzung zusammen und überlegt, was sie mit den deutschsprachigen Blogpiraten tun soll, die alle plötzlich über Nacht plus 40 Favorites aufzuweisen haben? Hat die Anti Infopirat/datenschmutz Taskforce bereits heute am Sonntag ihre Arbeit aufgenommen?

M-I-T-N-I-C-H-T-E-N !!! König, ach was, Kaiser Zufall hatte seine Langfinger im Spiel und Technorati gestern (und auch noch heute) an gravierenderes technisches Problem. So groß meine Freude war, als Goggi mich gestern drauf hinwies, dass wir plötzlich alle Nr. 1 bei Technorati seien, so kurz währte die Begeisterung über die sensationelle Entdeckung:

technorati

Um's mit einem leicht abgewandelten Zitat von Dubblestandart zu sagen: "Out here in the perimeter, we are no stars. Out here, we're all - number 1." Kurzfristig kam mir der Gedanken, dass für das Ranking vielleicht die Faves der letzten sieben Tage oder so besonders stark gerankt werden, und als ich feststellte, dass die Topblogs wie TechCrunch gerade mal rund 1.500 Faves aufweisen, habe ich nicht völlig ausgeschlossen, dass wir möglicherweise das ganze Netzwerk so stark gepusht haben, bis jemand auf uns aufmerksam wurde. Dabei hatte bloß ein Bug seine Käfer-Finger im Spiel. John Chow schrieb gestern folgendes über den "technical glitch":

However, it appears Technorati has a glitch in their ranking system and every blog in their system has a number 1 ranking. Now would be a good time to take a screen shot to show all your readers you're amazing number one ranking!

Ja, das ist in der Tat in schräger Zufall. Mittlerweile ist alles back to normal, ich bin bloß wieder auf Rang 14k-irgendwas und alle Blog-Reactions werden ebenfalls wieder angezeigt. Also werd ich mal das Listenupdate für heute zusammenstellen - wer gerne an die fünfzig Faves für sein Blog bekommen möchte, klicke auf die freundlichen grünen Smilies:

technorati blogkette

Konzertreview: Dubblestandart Live im Flex

dubblestandartGestern erbebte die gar nicht ehrwührdigen Hallen des Wiener Flex unter massiven Basslines made in Austria. Delay-Lines trafen auf Synthie-Flächen und groovige Drum-Patterns, als die vierköpfige Wiener Dub-Formation ihr neues Album Immigration Dub live präsentierte. Kristallklarer Sound, fantastische Stimmung und eine herausragende Live-Performance lassen sich in einem Wort zusammenfassen: DUB-A-LICIOUS!

Der Opener der neuen Platte leitete auch das Konzert ein: "We all have to get high", eine klassisch-psychedelisch Dub Hymne mit schwerer Bassline, stimmte das Publikum auf eine akustische Reise nach Post-Jamaica ein. Zitat: "Out here in the perimeter there are no stars. Out here we are all - stoned!" Als begeisterter Fan der Studioproduktionen war ich ausgesprochen neugierig, wie DS ihre Tunes live umsetzen. Auf der Bühne stehen die Drums, Bass, Gitarre und Synthesizer - zusätzliche Vocal-Party und Overdubs werden eingespielt, teils in stark veränderter Fassung. Abgesehen von unter die Haut gehenden kurzen Sprach- und Gesangsparts von Paul Zasky war großteils Instrumental-Dub angesagt, wobei alle Musiker ihre Instrumente in Perfektion beherrschen und mit Leichtigkeit zwischen den verschiedenen Spielarten von King Dub hin und her switchen: rockige Tracks, Balladen, sogar ein Cover von "Kung Fu Fighting" stellten unter Beweis: Dub ist keine Musikrichtung, sondern eine Zugangsweise. Grand Groove war gestern abend definitiv zu Gast, bei aller scheinbaren Leichtigkeit steckt hinter einer solchen Performance aber nicht nur jahrelange musikalische Übung, sondern auch immense technische Erfahrung. Selten habe ich im Flex so gut abgemischten Live-Sound gehört... Gratulation zu dieser herausragenden Albenpräsentation! "We're just playing around - je älter, desto abgefuckter!" scherzte Sänger und Bassist Paul Zasky gegen Ende des Konzerts, als nach begeisterten "Zugabe-Rufen" ein zweiminütiger Stehgreif-Jam folgte.

Also wenn ich der Programmintendant des Urban Art Forms Festivals wäre, dann würde ich Dubblestandart auf jedem Fall um Mitternacht für die Hauptbühne buchen - dieser Sound auf der mächtigen PA in Wiesen und dann noch Open Air, das wär's. Ich lass mir jedenfalls kein DS-Konzert im näheren Umkreis mehr entgehen...

CD-Review: VA – The Fabrique Album

fabriqueWie der Untertitel "5 Times Summer Autumn Winter Spring" verrät, zelebriert das Wiener Label fabrique records dieser Tage seine erste Halbdekade, labelgemäß natürlich mit einem Labelsampler mit dem schlichten Titel "The Fabrique Album". Dem feierlichen Anlass entsprechend wird die Silberscheibe in ein reinweißes Jewel-Case verpackt, Titel, Logo und Tracklisting sind direkt in fabrique-Rot draufgedruckt.

Die erste CD-Compilation des Labels erschien 2002. "Superfabrique" versammelte 14 Tracks aus dem Artist-Portfolio, darunter den legendären Mad Professor Mix von Dubblestandarts "Playerhater". Schon damals pendelte das Label-Spektrum zwischen Elektronik-Pop, Dub-Groove, Hip Hop und Intelligent Beats - der aktuelle Sampler versammelt sowohl Highlights der Vergangenheit als auch eine Reihe neuer Tracks, die demnächst auf Artist-Alben erscheinen werden.

Kava eröffnet mit dem paradigmatischen "Feel Well" die Label-Leistungsschau: verfrickelte, minimalistisch-verrauschte Elektronik Melancholie, die sich nach und nach in fragile, sommerlich-zarte Soundgebäude wandelt wie ein bewölkter Himmel nach dem Gewitter, durch den sich die ersten Sonnenstrahlen ihren Weg bahnen. Bei Palomas "Wheels of Steel" dominieren Schlagzeug und Miami-lastige Synthieflächen die Dramaturgie des Tracks. Friedrich Liechtenstein schickt seine "Terrestrischen Wellen" als bezaubernden postmodernen Minimal-Crooner-Track Richtung Hörerschaft, TNT Jackson (Gruß an der Stelle an meinen Nachbarn Florian!) wecken mit "Great Expectations" hohe Erwartungen an ihr neues Album, das ihm Herbst erscheinen soll. Ebenfalls am Sampler "Me and my Pearldiver" sowie der exklusive Bonustrack "Dead on Arrival" im Gabriel, Kogler & Albert Mix. Für mich persönlich definitives Highlight: der super-dubbige Track "Eos" von den Waxolutionists mit Tip Top Scratches und grandiosem Beat-Programming - das neue Album der Waxos wird übrigens ebenfalls noch in diesem Jahr erscheinen. [Aber dazu folgt auf datenschmutz sowieso ein Extra-Feature!] Den zweiten Track der Wiener DJ-Crew hat ein Star der Flimmerkiste in die Mangel genommen. Als in den 80ern und 90ern der Musiksender MTV noch so etwas wie eine stilbildende Komponente besaß, war er das Fernsehgesicht, dem Millionen Teenager ihr Medienvertrauen schenkten: Ray Cokes remixte den Waxos-Track "Sleepwalking" und verpasste ihm für das Album ein beatlastigeres Gewand. Pan Cosefo aka "Spoonface" grooved idm-mäßig dahin und Roedelius steuert seine romantisch-verklärte Komposition "Oh du grüne Neune bei", Hannes Strobl reist im "Nachtzug Berlin" und die Konsorten TH befürchten "Wir bleiben über".

Fazit: Wiener Elektro-Nu-Dub in kurzweiliger Zusammenstellung. Da bleibt nur, fabrique records ganz herzlich zum Fünfer zu gratulieren!


Tracklisting:

  1. Kava - Fell Well
  2. Paloma - Wheels Of Steel
  3. F. Liechtenstein - Terrestrische Wellen
  4. TNT Jackson - Great Expectations
  5. Mauracher - Zombielove (Bonobo Remix)
  6. Mirize - Dazed Pride
  7. Waxolutionists - Eos
  8. Paloma - Funky Bones
  9. Ray Cokes - Sleepwalking (Waxolutionists Remix)
  10. Pan Cosefo - There´s Plenty
  11. TNT Jackson - You And My Pearldiver (feat. Chris Corner)
  12. Konsorten tm - Wir bleiben über (Kasar Dub)
  13. Hannes Strobl - Nachtzug Berlin
  14. Christian Roesner - Mine (B. Fleischmann Remake)
  15. Roedelius - Oh Du grüne Neune
  16. TNT Jackson - Dead On Arrival (Gabriel Kogler & Robert Ebner Mix)

Blogistan Panoptikum Woche 26 2k7

Dr. Web schreibt über Pingdom: das Tool prüft die Ladegeschwindigkeit von Websites und stellt die Ergebnisse übersichtlich dar. Ebenfalls ein äußerst empfehlenswertes Tool: Blogsecurity überprüft die eigenen WordPress-Installation auf bekannte (und trotzdem verbreitete) Sicherheitslücken. Dürfte besonders begehrt sein in Holland, denn dort bloggen laut Robert mittlerweile schon 15% der Bevölkerung - das ist Europarekord, und damit endet auch das zweite Rückblicks-Quartal anno domina 2007.

Hi-Quali WordPress Themes

Beim Blogpimp gibt's diesen Monat jeden Tag ein neues auf der Sandbox basierende WordPress-Theme; besonders gut gefallen mir bisher Featherstroke und BeachPebbles, die Auswahl ist groß und die Designs sehr unterschiedlich.

Der Longtail als Massengrab?

Frank Huber, immer für eine deviante Betrachtungsweise gut, schreibt Lesenswertes über die dunkle Seite des Longtail Effekts, sein Fazit:

Auf der Strecke bleiben die an den Longtail glaubenden Shop-, Blog- und Webseitenbetreiber, die vom großen Geld im Internet geträumt haben. Doch auch Kleinvieh macht halt nur (kleinen) Mist und wirft keine goldene Dukaten ab, wie so mancher Esel Mensch glaubt.

Liliana hat hier auf datenschmutz eine Dubbble-Standart Platte gewonnen - danke für den coolen Bericht:

Ach ja, und wer den Richte in Aktion erleben will, der kann ihn auch als DJ für seine Hochzeit buchen - sofern er denn den Musikgeschmack teilt. Bestimmt spielt er euch dann auch Dubblestandart vor.

Ganz genau. Aber Heiraten muss man dafür schon! :-)

Blog-Monitoring

Blog-Monitoring leicht gemacht: neunetz beschreibt, wie man in fünf Minuten zum leistungsfähigen RSS-Pressespiegel kommt. Praktischerweise gibt's dort auch noch gleich eine Anleitung, wie man mit 300 abonnierten Feeds umgeht.

Was ist Information?

Heinz Wittenbrink zitiert eine smarte Formulierung zum Thema "Was ist wissen" von George Siemens:

At its simplest, information is a node which can be connected. When connected, it becomes knowledge (i.e. it possesses some type of context and is situated in relation to other elements). The combined nature of many such connections results in understanding...i.e. understanding is an emergent property of the network.

Heinz ergänzt: "Man kann jemand eine bestimmte Information nur einmal geben." Das stimmt und erinnert mich an den alten Zenspruch vom Fluss, in den man nur einmal springen kann. (Beim nächsten Mal bist du nicht mehr derselbe und der Fluss ebenso wenig.) In der KomWis haben das wohl die Cultural Studies Begründer das als erste in voller Konsequenz bemerkt.

In eigener Sachlichkeit: Blogging worX!

Vergangene Woche hat mich Ben von Kitty-Yo gefragt, ob er mich denn in den Bemusterungsverteiler aufnehmen darf. Nun bin ich's als Musikjournalist ja durchaus gewohnt, dass ab und an mal CDs im Briefkasten landen, aber die gelangen idR über the gap zu mir. Ben allerdings hat mich über's Blog "entdeckt" - was mich ausgesprochen freut und zeigt, dass Kitty Yo die Blogosphere beachtet - Indie Vertrieb und Blogs passen eben gut zusammen. Freu euch also schon mal auf die eine oder andere Kitty Yo Rezension und CD-Verlosung!

Hi NRG Semesterende-Special in der Dondrine

29. Juni 2007 21:30bis30. Juni 2007 3:00

Wie alles im Leben endet auch dieses Semester. Nicht mit einer bösen Überraschung, sondern mit exzessiver Feierei in den heiligen Hallen der Dondrine in der Wiener Kirchengasse.
Diesen Beitrag weiterlesen »

CD-Review,Interview, Snippets + GEWINNSPIEL: Dubble Standart – Immigration Dub

dubblestandart13.thumbnail CD Review,Interview, Snippets + GEWINNSPIEL: Dubble Standart   Immigration Dub"Ein heftig tiefer Bass ist kompromisslos und rebellisch," sagt Paul Zasky von Dubble Standart. Dieser Aussage kann man ebenso wenig widersprechen, wie es möglich ist, sich dem groovigen Charme des aktuellen Longplayers "Immigration Dub" zu entziehen. Die Review habe ich für die kommenden Ausgabe von the gap geschrieben (#77); und weil der Platz in Printmedien meist zu begrenzt ist und aus unserer E-Mail Unterhaltung ein sehr informatives und ausführliches Interview wurde, gibt's hier vorab die Review samt ungekürztem Interview - datenschmutz.LeserInnen wissen, hören und gewinnen eben mehr :-)

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Zu Dubblestandart gibt's hier:

Sound-Snippets
Dubblestandart-Gewinnspiel
CD-Review: Immigration Dub
Interview mit Dubblestandart

Dass die bisherigen Reaktionen der Musikpresse euphorisch ausfielen, verwundert kaum: der 10. Longplayer der Band besticht durch dichten, atmosphärischen, abwechslungsreichen Dub-Vibe deluxe.

 

Dubblestandart-Sound-Snippets

Und weil Töne in diesem Fall viel mehr sagen als Worte, hier drei Snippets aus dem aktuellen Album, die ich von Paul bekommen habe - enjoy, dubheads!

1. Immigration Dub (Teaser)

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2. Money (teaser)

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3. When I fall in Love (Teaser)

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Verlosung: 2x "Immigration Dub CD" + 2x Maxi-Single Update: Gewinnspiel beendet

Paul stellt der datenschmutz.Crowd zwei Alben und zwei Maxi-Singles zur Verfügung - wer einen der vier Preise abstauben möchte, registriert sich am Blog und hinterlässt zu dieser Story bis spätestens 15. Juni einen Kommentar zum Thema Dub Music - die zwei Singles werden unter allein Beiträgen verlost, die zwei Alben gehen an die beiden (meiner Meinung nach) originellsten KommentatorInnen, im Zweifelsfall entscheidet das Los.

Bereits registrierte User können selbstverständlich ebenfalls teilnehmen! Hier geht's zur Registrierung, und hier zu den Teilnahmebedingungen.

Preise:

dubblealbum CD Review,Interview, Snippets + GEWINNSPIEL: Dubble Standart   Immigration Dub 2 x Dubblestandart: Immigration Dub CD
dubblesingle CD Review,Interview, Snippets + GEWINNSPIEL: Dubble Standart   Immigration Dub 2 x 12" Maxi: Dubblestandart vs Ken Booth vs Ari Up: When I Fall In Love / Island Girl

Update: Gratulation an die glücklichen GewinnerInnen und viel Spaß mit den Alben bzw. Maxis!

 

CD-Review: Immigration Dub

"Ich hinterfrage bestehende Systeme und Strukturen. Ich schaffe offene und flexible Soundwelten, die live anders klingen als auf Platte, die auf das Publikum reagieren, die die Phantasie des Publikums beschäftigen," erklärt Paul die Sound-Philosophie des österreichischen Quartetts, dessen Platten man seine Herkunft so dermaßen wenig anhört, wie kaum einer anderen alpenländischen Produktion. Das hat im vorliegenden Fall wohl mit aufwändiger Studio-Frickelei auf exotischer Hardware, mit reger Reisetätigkeit und mit jahrelanger Erfahrung zu tun: Die erste nicht US, UK oder Jamaican Dub Production, die auch veröffentlicht wurde, stammt von DS. Rootscontroller 1991: "Front Of Enemies" mit Mikey Kodak/Rebel Radio und später "Vienna Dub Melange" auf Suga B's Silly Solid Swound Park Label - in den über eineinhalb Dekaden hat die Band ihren Sound gewaltig verfeinert. "Immigration Dub" lebt nicht einmal ansatzweise von Reggaeseligkeit und falsch verstandenem Kulturtransfer - mit ihrem Hi NRG Dub Sound geben Dubblestandart einem urbanen Lebensgefühl mit einer Feinfühligkeit und Inspiration Ausdruck, die an die Produktionen großer Namen wie Lee Perry und King Tubby locker heranreicht.

dubblestandart3.thumbnail CD Review,Interview, Snippets + GEWINNSPIEL: Dubble Standart   Immigration DubDie Herangehensweise der Band kann man dabei durchwegs als klassisch bezeichnen: "Wir nehmen alles in Live Sessions auf, real drum, bass, guit, keys - danach nehmen Robbie und ich die Tracks her, editieren, machen Overdubs, laden gegebenenfalls Gäste für Vocalaufnahmen ein. Robbie bearbeitet vieles dann noch einmal mit teilweise 30 Jahre altem Electronik-Eequipment, das das alles so klingt, wie es soll. Dazu gehört auch eine der wenigen fetten 2inch Bandmaschinen, die er sein eigen nennt, wo wir die ganze Produktion noch einmal analogisieren." Das Resultat ist für Paul keineswegs bloßer Lifestyle: "Derzeit geht der Trend wieder zur Wahrhaftigkeit zurück. Da elektronisches Equipment mittlerweile leicht zu beschaffen ist, wirkt vieles stereotyp und nicht sehr eigenständig. Heute findest du dafür 18-Jährige, die sich 200-Gramm-LeePerry-Vinyls aus dem Jahr 1972 kaufen, weil dort ein nicht nachzuvollziehender Sound drauf ist. Original Dub ist nicht nur einfach Experimentieren mit Klängen, sondern politischer Ausdruck."

Highlights inter pares: die Dub-Ballade "When I fall in love" feat. Ken Boothe, der übrigens das Original von Boy Georges "Do you really wanna hurt me" schrieb, "Tiny little place called earth" und "Wadada" feat. Prince far I & Truman Chewstick. Diese Tunes schrauben sich gleich beim ersten Anhören ins Ohr, sollten allerdings nicht über die subtilen Hitqualitäten des Rests hinwegtäuschen. Kurz gesagt: "Immigration Dub" gehört in jede gut sortierte Dub-Sammlung.

Dubblestandardt: Immigration Dub (Collision / Groove Attack)
www.dubblestandart.com

 

Interview mit Paul Zasky

ritchie: Dubble Standart gibt's nun schon eine ganze Weile - nächstes Jahr feiert ihr 20jähriges Jubiläum. Was hat sich eurer Ansicht nach im Genre Dub in diesen zwanzig Jahren bewegt?

Paul: Für mich hat die gesamte elektronische Musikszene plus DJ Culture irgendwo Anfang der 70er in Kingston/Jam bzw. dem Schwarzen Viertel in Brooklyn und der Bronx begonnen. Dort wo amerikanische R&B Sachen auf Carribean Vibes trafen. Dubversions, Dub Plates, Extended Mixes, gesungene Lieder auseinander zu nehmen und neu mit Echos, Hall & zusätzlichem Sound wieder zusammenbauen: Ob Scientiest, King Tubby, Lee Perry oder dann Curtis Blow und später Giorgo Moroder oder in Great Britain das Post Punk Movement, in Germany Krautrock und bei uns New Wave und in den 90ern elektronische Musik. Klangtapeten fuer die Urbane Welt in mannigfaltiger Ausführung. Drum & Bass, House, Ambient, Trip Hop usw: alles hat die Landschaftsmalerei mit Klängen(und natürlich auch Lyrics) und das Aufbrechen klassischer Strukturen als brodelnden Schaffenskern zugrunde.

Dub Anfang der 70er war deshalb so innovativ, weil, was für uns heute selbstverständlich ist, damals nicht so war: Instrumentalversionen, die durch die Bearbeitung mit techn. Equipment auf 4-Spur Bandmaschinen zu psychedelischen Klangwelten wurden; Dub Mixes, die den Toastern a la I-Roy, U-Roy, Charlie Chaplin oder Dillinger oder Linton Kwesi Johnson in UK als Background für ihre Live Sessions und Political Messages dienten. Dub war in den 70er und 80er Jahren definitiv Black und vor allem in England präsent. Bis Anfang der 90er gab es (zumindest nach unserem Wissenstand) außerhalb Jamaicas (z. B. King Tubby, Scientist, Ruppie Edwards, Bunny Lee) Brooklyn (z. B. Sir Thomas, Bullwackie, Word Sound) und UK (z.B. Onu Sound, Mad Professor, Dennis Bovell) praktisch niemanden, der sich mit Dub Reggae befasste. Die erste nicht US, UK oder Jamaican Dub Production, die auch veröffentlicht wurde, war übrigens Dubblestandart - Rootscontroller 1991: "Front Of Enemies" mit Mikey Kodak/Rebel Radio und dann "Vienna Dub Melange" auf Suga B's Silly Solid Swound Park Label. (so schauts aus!!)

dubblestandart2.thumbnail CD Review,Interview, Snippets + GEWINNSPIEL: Dubble Standart   Immigration DubMassive Attack haben mit ihrem chilligen Ambient Sound und ihren Verbindungen zur engl. Dub Szene sicher einiges bewegt, nämlich dass Leute begonnen haben, die Instruments wie gleichberechtige Stimmen zu verwenden, nicht in der klassichen Hierachie des Rock. Dass Musiker angefangen haben, ihre Stimmungen mehr in Klängen als in Text auszudrücken und damit ein wesentlich vielschichtigeres Stimmungsbild ihrer Zeit und Gefühle darzustellen. Die genannten Artists sind die bekanntesten Beispiele - das soll aber nicht heißen, dass es nicht eine Menge anderer Experimentierer und Soundtüftler gab und gibt; ich meine die mit den closest Ties zu Dub-Reggae. Heute sind alle diese Stile etabliert: von der Wiener Elektronik-Szene bis zum britischen Dubstep oder Electro á la LCD: Originalsounds verfremden, sie urbaner oder psychodelischer, staubiger oder spaciger zu machen. Überall in irgendwelchen Studios wird permanent geschraubt und getüftelt.

Derzeit geht der Trend wieder zur Wahrhaftigkeit zurück. Da elektronisches Equipment mittlerweile leicht zu beschaffen ist, wirkt vieles stereotyp und nicht sehr eigenständig. Heute findest du dafür 18-Jährige, die sich 200-Gramm-LeePerry-Vinyls aus dem Jahr 1972 kaufen, weil dort ein nicht nachzuvollziehender Sound drauf ist. Original Dub ist nicht nur einfach Experimentieren mit Klängen, sondern politischer Ausdruck. Ich hinterfrage bestehende Systeme und Strukturen. Ich schaffe offene und flexible Soundwelten, die live anders klingen als auf Platte, die auf das Publikum reagieren, die die Phantasie des Publikums beschäftigen. Ein heftig tiefer Bass ist kompromisslos und rebellisch.

Eine Band wie Audio Active oder Asian Dub Foundation operiert so ziemlich genau in unserer Richtung: Hi-NRG Dub Reggae for Urban Druggy Drones like u and me, trying to make a living in the 3rd millennium, the restless dizzy age continues....

?: Welche Künstler liefern für euch maßgebliche Einflüsse?

!:In den 90ern war es sicher On U Sound, mit denen wir ja auch mittlerweile ab und an was machen, zum Beispiel im letzten Jahr die Live Session at Canadian Festivals/Wadada Version am neuen Immigration Dub Album/Studioproduction mit Mark Stewart. Mad Professor (siehe die Playerhater Production, damals noch auf dem österr. Label Fabrique Records) und natürlich Lee Scratch Perry (siehe Dubblestandart & Lee Perry Tour 92), oder Dillinger(Dubblestandart & Dillinger Tour 97). Wie erwähnt Audio Active oder Asian Dub Foundation. Wichtig in den 90ern: The Orb, the Prodigy, Metalheadz, Scorn, die Junglescene, aber auch die Attitude des Techno-Movements (Es gibt eine Dubblestandart Platte mit Spiral Tribe, die wir damals bei uns im alten Studio produziert haben - Dubblestandart goes Techno!) Heutzutage die ganzen Dubstepsachen. Es ist die Emotion dahinter. Der Geist unserer Zeit. Die Basis für uns bildet jedoch immer wieder klassischer Roots Reggae, das ist der Heartbeat. Wir sind aber aus Europe, deswegen sind unsere Einflüsse und damit vielfach unser Sound eben auch ein ganz anderer.

?: Wie kam's zu den einzelnen Features am aktuellen Album?

!: Den Mpla Dub hab ich mit Tappa Zukie persönlich klargemacht, da ich ihn ja aus Kingston schon länger kenne. Devon D. unser Produzent in Kingston hat den Connect zu Ken Boothe hergestellt. (Ken Boothe hat übrigens das Original von "Do U Really Wanna Heart Me" von Boy George geschrieben). "Wadada" und die "We All Have To Get Hi" Sache ist über Adrian von On U Sound, das Horace Andy Cover über unserern Labelmanager entstanden. Diese ganze orginale Dub Scene kennt sich ja irgendwie. Unser Labelmann Nicolai Beverungen war ja früher für On U Sound als Labelmanager tätig, unsere Booking Agency bucht auch Dub Syndicate und unsere Zusammenarbeit mit Ariup von den Slits tut das übrige. Wir sind halt alle irgendwie ein ruheloser Haufen, der ständig was aushecken muss und an irgendwelchen neuen Gschichten bastelt. Das ist halt unser Ding! ..und jetzt genug des Angebens...

?: Wo entstand das aktuelle Album? Nehmt ihr die Tracks in Wien auf oder unterwegs?

!: Ist alles in Robbie Osts Go East Studio entstanden - bis auf die Vocalaufnahmen, die sind in NY bzw. Kingston aufgenommen worden. Das Go East Studio in Wien ist das einzige, in dem wir in Österreich und eigentlich auch in ganz Europa den Sound so hinkriegen, wie wir ihn brauchen. (And i have seen a lot.) Gäbs das Go East Studio nicht, wären wir wahrscheinlich 1990 nach Brooklyn oder Kingston ausgewandert...

?: Ich behaupte mal, "Immigration Dub" liefert keinerlei Hinweise auf seine "geographische" Herkunft. Wie sind die ersten internationalen Reaktionen von KollegInnen auf's aktuelle Album ausgefallen?

!:: Die Response ist derzeit ziemlich cool, das Album kommt aber erst ab 25ten in die Läden, das letzte Wort haben die Superlisteners out there.... Wir waren jetzt gerade für ein Paar Dub Shows in New York und danach beim Dubfest im Glazart in Paris. Es gibt eine Menge Leute, die sich derzeit für die ganze Hi-NRG Dub Suche bis hin zum Dubstep begeistern. Während Kode 9 aka Burial, Dubstep Allstars die Slowmotion Hardcore Versions machen, sind wir quasi die Uptempo Hi-NRG Variante eines urbanen Zeitgeistes -der gerade jetzt passiert... (behaupte ich jetzt mal hier so, äh..)

?: Wie funktioniert bei euch die Arbeitsaufteilung? Wer schreibt die Tracks, wer produziert?

!: Wir nehmen alles in Live Sessions auf, real drum, bass, guit, keys - danach nehmen Robbie und ich die Tracks her, editieren, machen Overdubs, laden gegebenenfalls Gäste für Vocalaufnahmen ein. Robbie bearbeitet vieles dann noch einmal mit teilweise 30 Jahre altem Electronik-Eequipment, das das alles so klingt, wie es soll. Dazu gehört auch eine der wenigen fetten 2inch Bandmaschinen die er sein eigen nennt, wo wir die ganze Produktion noch einmal analogisieren...

?: Habt ihr so etwas wie "Lieblingstracks", bzw, wird es Singleauskopplungen geben?

!: Also Top ist bei uns : "Tiny Place Called Earth", "Wadada" und "We All Have To Get High". In New York war im April Money mit Gudrun von She Says NR. 1 in den club Charts. Den Ken Booth Track "When I Fall in Love" gibts am neuen FM 4 Sampler, sowie als 12inch mit einem JSTAR RMX von Ariup und Island Girl. "Wadada" kommt mit dem neuen Rolling Stone Magazin auf einer Compilation im Juni across Europe. Das freut das Herz der Truppe und erklärt unsere most wanted ones!! Im August ist Tour in Canada und California geplant so everything is looking good so far....

 

 

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