Widgets-fähige WordPress-Templates sind eine geniale Einrichtung, keine Frage: im Handumdrehen lässt sich der Sidebar bequem aus dem CMS via Drag-and-Drop an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Zusätzlich ermöglicht WordPress die Verwendung beliebig vieler Sidebars - hochgradig sinnvoll, um beispielsweise auf der Startseite, Einzelbeitragsseiten und statischen Pages jeweils unterschiedliche Sidebar-Inhalte darzustellen. Hier lauert jedoch eine Crux, die schon so manchen WordPress User in den Wahnsinn getrieben hat: mit wenigen Ausnahmen (Text, RSS) lassen sich Widgets nur ein einem einzigen Sidebar verwenden.
Das schränkt die Flexibilität bei der Gestaltung des eigenen Blogs in vielen Fällen deutlich ein: so ist es etwa Out-of-the-Box nicht möglich, das Tagcloud-Widget in zwei unterschiedlichen Sidebars (siehe diesen WordPress-Support Thread dazu verwenden. Abhilfe schafft ein geniales Plugin, das sich genau dieser Problematik widmet: Duplicate Sidebar Widgets ermöglicht das Anfertigen von Widget-Kopien und damit die Mehrfach-Einbindung. In den meisten Fällen funktioniert das problemlos - mit einigen etwas komplexeren Widgets, etwa den Top Commentators, versagte diese Methode jedoch.
Abhilfe schafft in diesen Fällen möglicherweise das Samsarin PHP Widget: während das Standard-Text-Plugin lediglich HTML darstellt, aber keine php-Scripts erlaubt, ermöglich Samsarin genau dieses. Man kann also mit Hilfe des oben genannten Duplicate Sidebare Widget Plugins mehrere Samsarin-Kopien anfertigen und in diese händisch die jeweiligen Function-Calls (in der Regel werden im Sidebar diverse UL-Listen dargestellt) eintragen. Um ein wenig Handarbeit und Konsultation der Doku kommt man dabei nicht herum, mit dieser Methode steht allerdings ein völlig freien Sidebar-Gestaltung mit WordPress nichts mehr im Weg.
Peter hat einen interessanten Nachtrag zum Binnen-I verfasst, Georg ist genauso gespannt auf Buddypress wie ich, Meral hat alle Nachberichterstattungs-Links zum Barcamp gesammelt, Helge zeigt sich ausgesprochen angetan vom brandneuen Essensliefer-Start-Up Mjam.at: aber kein Wunder, hier waren schließlich die Profis aus der Metalab-Ecke am Werk: mehr dazu in Kürze.
Froinde des 3. Lagers haben es schwer in diesen Tagen: wer ist das Original, wer die Kopie? Bei soviel FPÖ-BZÖ-Vielfalt kann man sich leicht vertun! Ich hab ja vor kurzem einen kleinen Morph gebaut, Franz Joseph geht einen Schritt weiter und hat einen genialen Vorschlag für alle Unentschlossenen: dann wählt doch einfach beide!
Hauptaufreger der Woche: MS verleibte sich Ciao ein. Das Shopping-Portal ist dank der umfassend genutzten Bewertungsfunktion zu einem der europaweit größten unabhängigen Einkaufsportale geworden - gewiss ein phatter Happen für Microsoft eCommerce Abteilung:
Wie das Unternehmen am Freitag bekannt gab, übernimmt Microsoft das Verbraucherportal Ciao für 486 Millionen US-Dollar. Der US-Konzern will damit sein Angebot in den Bereichen Suche und E-Commerce in Europa deutlich erweitern. Der Konzern habe dazu vereinbart, die Ciao-Muttergesellschaft Greenfield Online zu übernehmen, dass erklärte der US- Softwarekonzern am Freitag in München. Das Softwareunternehmen legt demnach ein Angebot von 17,50 Dollar je Greenfield-Online-Aktie vor, insgesamt will Microsoft damit 486 Millionen Dollar (329 Millionen Euro) zahlen.
Der SOS-SEO Blog stellt Un.Co.Ver vor, ein kostenloses Tool zum Auffinden von Duplicate Content. Der Preis für die Grafik der Woche geht eindeutig an Mister Fridaynite: wer jetzt noch an deutschsprachige Social News Portale glaubt, dürfte ziemlich allein dastehen.
Bei eRecht24 geht's nicht um juristische Hilfestellung für arme Raverlein, sondern um die Tücken und Tricks der Online-Rechthaberei. Sören Siebert hat einige äußerst nützliche Tipps zur Impressumgestaltung zusammengetragen. Und Baynados SM-Show dreht sich keineswegs zum Dominas, sondern um Suchmaschinen News - die Themen dieser Woche lauten:
- Xing vs. Facebook mit Hilfe von Google
- SPD-Generalsekretär Heil twittert
- Microsoft plant Bookmarking Dienst Mashable berichtet
- Web 2.0 Studie Deutschland und USA im Vergleich
Manche Bands besingen Die perfekte Welle, Gerald Steffens schreibt auf SEO.de über den perfekten Link: er darf nicht zu dünn oder zu dick sein, muss schöne Augen und die richtige Oberweite haben... nö. Das war was anderes. Hier geht's um die folgenden Kriterien:
- qualitativ hochwertiger und vertrauenswürdiger Host
- Positionierung im Content-Bereich
- dauerhafte Platzierung, wandert nicht gleich in ein Archiv
- Umfeld/Inhalt sind thematisch passend
- keine Muster
Normalerweise bin ich's ja eher gewohnt, Gewinnspiele zu veranstalten (das hat mir schon damals bei der Mobilkom ziemlichen Spaß gemacht), aber diesmal stand ich auf der anderen Seite des Gewinnschalters: Gratis-Gutscheine.de, das Mekka für Gutschein Sammler, hat vor einer Weile ein Gewinnspiel veranstaltet - zum MacBook Air hat's nicht ganz gereicht, aber über den 100 Euro für meinen nächsten Amazon-Einkauf freu ich mich natürlich auch sehr: herzlichen Dank dafür[1. Und vielen Dank für die genauen Backlink-Instruktionen - alleine hätt ich das nie hinbekommen - nö, im Ernst: halte ich eher für kontraproduktiv.]! Kam sehr gelegen - seit gestern besitze ich zwei neue Wolf-Dieter Storl Bücher, etliche Akkus und ein passendes luxuriöses Ladegerät.
Im Büro werden keine Gefangenen gemacht - die Zeiten vergleichsweise harmloser E-Mail Späße sind vorbei, wenn der jahrelang schwelende Konflikt Sales vs. IT endlich offen ausbricht:
In diesem Sinne wünsche ich einen entspannten Restsonntag, bevor der Arbeitskrieg morgen wieder losgeht: mein Feed legt sich jetzt schlafen, und wir lesen uns am Montag - herzlichen Dank für Ihre kostbare Aufmerksamkeit
Als Scott Jangro vor knapp einem Jahr dem Blog-Aggregator BumpZee ins Leben rief, hab ich eine Community namens German Blogosphere gegründet. Mittlerweile haben 94 BloggerInnen ihre Seiten eingetragen und die German Blogosphere hat schon eine ganze Weile lang einen stabilen Pagerank 4.
Scott weiß eben, wie man Google-freundliche Syndikationsseiten baut; ich bin einigermaßen erstaunt darüber, dass die Wachstumsrate einigermaßen nachgelassen hat - aber den vollen Hunderter werden wir trotzdem bald erreichen. Ähnlich wie mybloglog syndiziert BumpZee RSS-Feeds und bastelt aus einem Teil der Inhalte einen dynamischen Web-Katalog, der statt Duplicate Content ein paar feine incoming Links generiert - speziell für neue Blogs eine gute Sache. Wer die German Blogosphere also bisher übersehen hat, ist natürlich herzlich eingeladen; einzige Bedingungen: das Blog muss in deutscher Sprache verfasst und jugendfrei sein. Et voila, hier geht's
PS: Stereophone hat damals auch Facebook eine gleichnamige Gruppe gestartet, die hat witzigerweise ebenfalls genau 94 Mitglieder - da müssen wohl irgendwo die Illuminati am Werk sein!
Mittlerweile existieren für WordPress zahlreiche Plugins, die sich des Problems "Duplicate Content" annehmen. Google mag's nämlich ganz und gar nicht, wenn ein- und dieselben Inhalte unter der gleichen Adresse abzurufen sind und reagiert mit Abwertung.
Dass der duplicate content in den letzten Monaten gesteigerte Bedeutung erlangte, hat nicht zuletzt mit der steigenden Verbreitung von Splogs, also Spam-Blogs, zu tun*. Man muss jedenfalls eine Menge Vorkehrungen treffen, damit unter der eigenen Domain jeder Artikel nur einmal aufscheint. Duplicate Content Cure oder Meta Robots lösen die gröbsten Troubles (ich verwende beide Erweiterungen), effektivere Resultate erreicht man mit der direkten Aussperren von Bots in der robots.txt: diese Datei liegt gemeinhin im Rootverzeichnis und enthält Anweisungen für Crawler - und die Big Three (Google, MS, Yahoo) halten sich auch dran.
Word of Warning: Mit Manipulationen an der robots.txt-Datei kann man sich eine gut funktionierende SERP-Struktur im Nu abfucken. Außerdem spielt die Frage, ob man z.B. in der Tag- und Category-Ansicht Exzerpte verwendet eine beträchtliche Rolle - ebenso wie die Entscheidung, welche Einzelpages gut indiziert werden sollen. An Impressum und Kontaktformular möchte ich z.B. lieber keinen Linkjuice verschwenden. In solchen Fällen machen interne nofollow-Links hochgradig Sinn, aber das ist eine andere SEO-Geschichte und soll ein andermal erzählt werden...
Word of even more Warning: Die nachfolgende angegebenen Tipps beziehen sich auf *meine* Permalinkstruktur. Wer keine sprechenden Permalinks verwendet oder stark abweichende Einstellungen, kann mit den folgenden php-Wildcards Crawlern den Zugriff auf Beiträge komplett verunmöglichen. Also in jedem Fall ein Backup der robots-Datei anlegen und testen, testen, testen! Sehr hilfreich dabei: das kürzlich erwähnte Crawler-Tracker Plugin.
Einige reguläre Ausdrücke sind im robots.txt erlaubt, $ steht in Regex-Terminologie dabei für das Ende des Dateinamens. Die Syntax ".php$" erfasst also alle Dateien, die auf *.php enden. Man kann damit zum Beispiel den Crawler-Zugriff auf alle pdfs, exe-Dateien und Bilder sperren:
Disallow: /*.pdf$
Disallow: /*.jpeg$
Disallow: /*.jpg$
Disallow: /*.gif$
Disallow: /*.png$
Disallow: /*.exe$
Daraus ergeben sich zahlreiche weitere Möglichkeiten, die man ja nach eigener Präferenz frei kombinieren kann:
Disallow: /*? - alle URLs mit Fragezeichen drin werden geblockt. Kann natürlich nur dann verwendet werden, wenn in den Standard-URLs kein Fragezeichen vorkommt.
Disallow: /*.php$ - blockiert alle php-Files
Disallow: /*.inc$ - verhindert den Zugriff auf include-Dateien.
Disallow: /*.css$ - verbirgt Stylesheet-Dateien (falls mehr als eine in Verwendung ist.)
Disallow: */feed/ - verhindert das Einlesen des Feeds.
Disallow: */trackback/ - verhindert das Indizieren der Trackback-URLs.
Disallow: /tag/ - Tag-Pages ausschließen
Disallow: /category/ - Kategorie-Seiten ausschließen.
Disallow: /2006/ - Disallow: /2007/ - Disallow: /2008/ - Zugriff auf Jahresarchive verbieten
Möchte man nun aus irgendwelchen Gründen den Zugriff auf eine der oben ausgeschlossenen Seite explizit erlauben, kommt dazu folgende Syntax zum Einsatz:
Allow: /category/meineseite.php - erlaubt den Zugriff auf die angegebene Adresse, auch wenn /category/ als Pfad gesperrt ist.
Sollte man nun besser die oben angegebenen Plugins oder die robots.txt-Methode verwenden? Um die Unterschiede zu verstehen, muss man ein weniger tiefer in SEO-Welten abtauchen: während die beschriebenen Plugins die von Google vorgesehene Syntax noindex bzw. nofollow in den Header der betreffenden Dateien einfügen, sorgt die robots.txt-Variante dafür, dass überhaupt nie auf die betreffenden Seiten zugegriffen wird. Ob die beiden Varianten in der Praxis einen Unterschied machen, darüber streiten derzeit die SEO-Experten - siehe auch die Diskussion zum betreffenden Eintrag bei Shoemoney.
Außerdem ist davon auszugehen, dass Google mittlerweile WP-Installationen erkennt und selbst Vorkehrungen gegen Duplicate Content trifft - aber diese Gleichung enthält eine Menge Variablen, und nachteilig ist's ganz gewiss nicht, wenn man sich als Seitenbetreiber selbst drum kümmert, dass der Crawler ausschließlich unique content serviert bekommt.