datenschmutz - Social Marketing, Pro-Blogging und medien.kultur.technik
andalusien-2009-103 bcvie09-17_0 linz02.jpg Youtube Kinoabend Die Gastgeberin, voll motiviert.
datenschmutz RSS Feed
1,065 zufriedene Leser
RSS jetzt abonnieren
Twitter
48,529 Followers
auf Twitter folgen

Artikel-Schlagworte: „E-Mail“

Die Wiener Runde über E-Mail

Achtung, Podcast voraus: zum zweiten Mal berief Michi heute eine fast spontane Zusammenkunft der Wiener Runde ein; ihr gehören neben fast allen Mitgliedern des ÖIR noch weitere exzellente Experten auf dem Gebiet digitaler Großartigkeit an. Den Audiomitschnitt gibt's demnächst, wir hatten während der Diskussionrunde ausgiebig Gelegenheit, unsere diversen Webcam-Effekte zu testen und über das Retro-Thema "E-Mail: liebe deinen Klammeraffen wie dich selbst" zu diskutieren. Außer Judith, aber der benutzte einfach ihren echten Kater:

Die Wiener Runde

Diesen Beitrag weiterlesen »

Univis: Warum die digitale Uni Wien mehr Social Media vertragen könnte

Als Lektor an der Universität ist man digitale Touchpoints seit Semestern, pardon, Jahren gewohnt. Über das Univis-System wird die gesamte Verwaltung abgewickelt, Publikations-Funktionen, ein Kalender und weitere Features wurden auf den ersten Blick übersichtlich umgesetzt. Über das System melden sich Studenten auch zu Lehrveranstaltungen an, LV-Leiter nutzen das Interface zur Kommunikation mit der Gruppe. So weit, so sinnvoll - seit letztem Semester hat die Uni Wien allerdings ein neues System eingeführt, und die Änderungen bei der LV-Verwaltung (ich nutze nur diesen Teil von Univis) bereiten mir keine große Freude.

So war es im alten Univis problemlos möglich, die komplette Anmeldeliste inklusive Matrikelnummern und E-Mail Adressen der Teilnehmer zu exportieren - was ich am Semesterbeginn immer gemacht habe, um während der LV laufend mit der Gruppe zu kommunizieren bzw. Unterlagen zu den einzelnen Einheiten und Übungsarbeiten zu verschicken. Diese Export-Funktion fehlt im neuen System.

E-Mails kann man zwar nach wie vor verschicken, allerdings nur über das Webinterface. Das sieht dann so aus:

Univis Screenshot

Wie auf dem Screenshot zu erkennen ist, zeigt das System zwar die auf Matrikelnummern basierenden Unet-Adressen an, allerdings ohne Namen. Mag mich penibel nennen, aber diese Umstellung halte ich für falsch verstandenen Datenschutz: ich kann mir kaum vorstellen, dass es in der Vergangenheit Probleme durch Spam-Missbrauch gab. Außerdem wäre eine händische Zuordnung von E-Mail und Name aufgrund der Matrikelnummer grundsätzlich ohnehin möglich, aber vollkommen sinnlos aufwendig.

Zusätzlich unangenehm ist der Zwang, Univis zu verwenden, aufgrund der Tatsache, dass reproduzierbar unter Firefox/Vista64 die Login-Maske nicht lädt - mit IE, Chrome oder Oper haut's hin. Allerdings ist das gesamte System so programmiert, dass die Back- und Forward-Buttons im Browser nicht funktionieren. Als ich mich dann am Freitagnachmittag einloggen wollte, um eine Termin-Koordinations-Mail zu verschicken, erfuhr ich, dass das System aufgrund von Wartungsarbeiten von Freitag bis Sonntag nicht benutzbar sei: kein Drama, aber definitiv lästig.

In dem Moment wurde mir dann auch klar, wie verwöhnt wir Web 2.0 Geeks vom Paradigma der Simplicity und Webstandard-konformen Social Media Applications sind. Natürlich ist ein solches Tool schwer mit General Interest Plattform wie Facebook vergleichbar, aber dennoch: Lehre ist zweifellos eine verantwortungsvolle Tätigkeit, die nicht nur auf Fachwissen, sondern auch auf Vertrauen zwischen Lehrer, Student und Universität beruht. Ich denke, es wäre im Sinne der Qualitätssicherung erstrebenswert, die Kommunikation möglichst zu erleichtern. Man muss ja nicht gleich Twitter- und Facebook-Buttons ins Univis einbauen (obwohl: schlecht wär's nicht! :mrgreen:). Aber die Mailinglisten-Export Funktion mit Name und Matrikelnummer spart unnötige organisatorische Zusatzarbeit - und wie effektiv Tools wie Twitter, Mixx und Co. als Organisations-Tools genützt werden können, zeigen die aktuellen Stundenproteste deutlich. Also bitte mehr Social Media im nächsten Univis! :mrgreen:

Neu: datenschmutz-Updates via E-Mail

In den letzten Wochen bin ich immer wieder mal gefragt worden, ob man denn datenschmutz statt via RSS auch als E-Mail Newsletter abonnieren könne. So praktisch RSS Feeds sein mögen: ich selber bevorzuge in vielen Fällen auch die gute alte Elektropost. Ab sofort gibt's also die Möglichkeit, den datenschmutz-Newsletter zu abonnieren. Jeden Montag wird ein Digest der Beiträge der letzten Woche verschickt, zusätzlich gibt's Gewinnspiel-Hinweise und den einen oder anderen Social Marketing Tipp.

datenschmutz Updates via E-Mail

Wer von dieser neuen Möglichkeit Gebrauch machen möchten, trägt Name und E-Mail Adresse einfach ganz oben in der rechten Seitenspalte ein und klickt auf den Button "abonnieren" - anschließend trifft eine Bestätigungs-Mail ein. Sobald Sie den darin enthaltenen Link (zur Verifizierung der E-Mail Adresse) angeklickt haben, bekommen Sie den Newsletter zugeschcikt. Zum Mitreden (=Kommentare schreiben) müssen Sie sich allerdings nach wie vor auf die Seite begeben! :mrgreen: Diesen Beitrag weiterlesen »

RSS Feeds, Newsletter-Abo und Co.

Was ist RSS?

RSS ist ein maschinenlesbares Format, Genaueres weiß die die Wikipedia. Blogleser kennen den typischen Button, der meist orange ist und ungefähr so aussieht:

RSS

Kurz gesagt kann man mittels RSS die Inhalte regelmäßig aktualisierter Webseiten abonnieren. Diverse Feedreader (teils in Form installierbarer Software, teils als Online-Anwendungen wie der beliebte Google Reader ermöglichen die Zusammenstellung eines persönlichen Informationsmenüs - sprich: man muss nicht alle Homepage besuchen, sondern stellt die Inhalte an zentraler Stelle übersichtlich dar.

RSS eignet sich in Kombination mit neuen Technologien wie CloudRSS auch als Push-Medium: sobald auf einem Blog ein neuer Beitrag veröffentlicht wird, erhalten Suchmaschinen und Aggregatoren in Echtzeit eine Benachrichtigung. RSS oder "Feeds" machen den Umgang mit Information einfacher und flexibler.

Sie haben auf datenschmutz die Möglichkeit, den Feed aller Beiträge oder den Kommentarfeed zu abonnieren.

Sollten Sie mit diesem neumodischen RSS-Kram nichts anfangen können und Infos lieber in Ihre Inbox bekommen, auch kein Problem - wahlweise können Sie Updates auch via Newsletter abonnieren:

Wozu datenschmutz abonnieren?

Wenn Sie datenschmutz via E-Mail Newsletter abonnieren, sind Sie immer am laufenden über aktuellen Social Media Trends - und das Beste: Sie erfahren als erste/r von allen Gewinnspielen, und die gibt's hier am Blog regelmäßig.

Außerdem können Sie via E-Mail alle Postings beispielsweise auch bequem auf Ihrem mobilen Gerät lesen. Immer Montag früh bekommen Sie einen Digest (Wochen-Zusammenfassung mit Titel, Kurzbeschreibung und Link) der letzten Woche.

Selbstverständlich werden Ihre "Daten" (okay, wir reden hier nicht von der Kreditkarten-Nummer, sondern von Name und E-Mail Adresse, mehr wird nicht verlangt) streng vertraulich behandelt und nie an Dritte weitergegeben, mit Ausnahme von Aweber.com - dort läuft nämlich mein Newsletter-Service, und die Jungs sind ziemlich pingelig, was Spam betrifft. Also keine Angst vor Mailfluten!

Wenn Sie den Newsletter abonnieren möchten, tragen Sie einfach E-Mail Adresse und Name ganz oben in der rechten Seitenspalte ein - Sie erhalten ein Bestätigungsmail und sobald Sie auf den Link geklickt haben, stehen Sie am Verteiler - und wissen schneller Bescheid :mrgreen:


Fragen, Probleme? Hinterlassen Sie einfach auf dieser Seite einen Kommentar oder nützen Sie das Kontaktformular.

Die E-Mail Disclaimer Anekdote

birne Die E Mail Disclaimer AnekdoteSchon ein halbes Jahr alt, aber verdammt witzig: ein Telekommunikationsunternehmen musste aufgrund eines E-Mail Disclaimers Verfahrenskosten tragen. Der Anwalt des Unternehmens hatte unter seine Botschaft folgenden Signatur-Zusatz eingefügt:

Aus Rechts- und Sicherheitsgründen ist die in dieser Mail gegebene Information nicht rechtsverbindlich. Eine rechtsverbindliche Bestätigung reichen wir Ihnen gerne auf Anforderung nach.

Konkret ging es bei dem Fall darum, dass der Kläger das betreffende Unternehmen nach mehrmaliger unerwünschter Werbezusendung gerichtlich zur Herausgabe seiner Daten zwang, wie das Lawblog im August berichtete:

Die Auskunft gab der Anwalt des Unternehmens, und zwar per E-Mail. Der Streit drehte sich dann noch um die Kosten des Verfahrens. Die Beklagte stellte sich, kurz gefasst, auf den Standpunkt, sie habe die Auskunft ordnungsgemäß erteilt. Deshalb müsse der Kläger die Kosten tragen.

Interessanterweise entschied aber das Landesgericht Düsseldorf genau gegenteilig, und zwar aufgrund des besagten Disclaimers - wenn der Beklagte selbst in seinem Schreiben ausdrücklich auf die Nicht-Rechtsverbindlichkeit hinweise, dann könne man auch davon ausgehen, dass die betreffenden Daten tatsächlich keinerlei rechtsverbindlichen Anspruch erfüllen!

Ich hab ja vor einer Weile schon mal über die Sinnlosigkeit von E-Mail Disclaimern geschrieben, aber dass sie derart kontraproduktiv sein könnte, habe ich dann doch nicht geahnt. Auf den Lawblog-Beitrag gestoßen bin ich durch einen Artikel der Webkrebse, deren Fazit lautet:

Ein schlechtes Gewissen wegen E-Mails ohne Disclaimer ist also völlig überflüssig.

digsby: das Schweizer Taschenmesser für Geeks

digsby 1229535784 digsby: das Schweizer Taschenmesser für Geeksdigsby ist gebenedeit unter den Instant Messengern - wobei diese Bezeichnung fast eine Beleidigung für diese E-Mail-legende Social Media Wollmilchsau darstellt: denn die Desktop-Software für Windows beherrscht nicht nur alle gängigen Chatprotokolle, sondern bietet dem User eine äußerst gelungene Zentralperspektive auf seine gesamten Social-Network Aktivitäten. Wer sich schon immer eine gemeinsame Kontaktliste für Live Chats, Facebook Twitter, Linked-In und Co. gewünscht hat, wird von digsby schlichtweg begeistert sein.

Als das Internet noch die Versionsnummer 1.0 trug und die Aufsplittung in verschiedene Chat-Systeme (IRC, ICQ, MSN, Yahoo...) die Installation mehrerer Messengers parallel langsam lästig wurde, tauchten Multi-Protokoll Tools wie Trillian auf, das unter einer übersichtlichen Oberfläche und einer gemeinsamen Kontaktliste alle Messenger-Formate unter einen Hut brachte. Digsby trägt diesen Ansatz elegant ins Web 2.0 und integriert neben den gängigsten Chatprotokollen (AIM, MSN, Yahoo, Google Talk, ICQ, Jabber und Facebook Chat) auch die beliebtesten Social Services, nämlich Facebook, Twitter, Myspace und LinkedIn und ein äußerst gelungenes E-Mail Benachrichtigungssystem, mit dem neue Nachrichten mit einem Mausklick gelöscht bzw. als gelesen markiert werden können.

Aus all den Kontaktdaten der einzelnen Chats/Networks erstellt Digsby eine gemeinsame Kontaktliste, in der unterhalb des Namens auch das jeweils aktuellste Status-Update sowie ein Icon für das jeweilige Chatsystem, das der betreffende User nutzt, angezeigt werden. Hovert man mit der Maus über einen Namen, wird ein Infofenster mit den zugehörigen Profil-Links und Status-Infos eingeblendet. So sieht mein digsby aus:

digsby Screenshot

Unterhalb der Kontaktliste tauchen die übrigen Services auf: via Mausklick liest man aktuellen Facebook-Friendfeed, wirft einen Blick in die Twitter-Timeline und sieht auf einen Blick, ob neue Mails eingetroffen sind. Die jeweiligen Alerts können detailliert an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden, auf Wunsch blendet Digsby auch Quick-Icons in die Windows Startleiste ein. Mit der rechten Maustaste ruft man weitere kontextuelle Optionen auf: unter anderem kann man direkt aus digsby Tweets schicken, den Facebook-Status updaten, Myspace Bulletins aufrufen etc.

Auch beim Instant Messaging leistet sich der Client keinerlei Patzer: Um den Desktop nicht á la Skype mit Chat-Fenstern vollzustopfen, öffnet digsby lediglich ein Fenster - weitere Unterhaltungen werden übersichtlich in Tabs angezeigt.

Chat-Spaß mit Widgets

Die Betreiber biete nicht bloß ihren Desktop-Client an: über ein gelungenes Online-Interface lassen sich in Windeseile komplett anpassbare Widgets erstellen, die per Copy-and-Paste mit minimalem Aufwand die eigene Seite integriert werden können. Mit dieser Funktionalität rüstet man das eigene Blog im Handumdrehen mit einer Live-Chat Funktion aus. Diese Funktionalität bietet digsby auch für Facebook - durchwegs sinnvoll, da auf öffentlichen Profilen auch Benutzer, mit denen man nicht virtuell befreundet ist, die Chatfunktion nutzen können.

Chattende Besucher benötigen übrigens auch *keinen* Digsby-Account, sondern wählen im Widget einen beliebigen Nicknamen aus. Die Konversation poppt am Desktop in weiterer Folge als Standard-Chatfenster am eigenen Desktop auf. Auf diese Weise lässt sich beispielsweise bei Small Business Sites mit minimalem Aufwand eine Live-Chat-Hilfe integrieren.

Next Level Social Chat

Viele gute (und gut umgesetzte) Ideen zeigen, dass sich die Betreiber eingehend mit dem Thema Online-Kommunikation auseinandergesetzt haben: die einzelnen Log-Ins werden serverseitig gespeichert, installiert man den auf einem weiteren Rechner, ist lediglich das Digsby-Login erforderlich. Design und Usability der Desktop-Software sind hervorragend gelungen, was sich an zahllosen kleinen Details von den liebevoll gestalteten Skins über das gelungene Hauptmenü bis hin zur Fenstergestaltung offenbart.

Fazit: Ich verwende Digsby auf Empfehlung von Topfmodel seit einigen Wochen und möchte dieses geniale Stück Social Software keinesfalls mehr missen. Da Digsby derzeit allerdings werbefinanziert ist, stellt sich die Frage, wie die Betreiber ihr Business-Modell langfristig anlegen. Auf jeden Fall bietet die Software dermaßen viel Mehrwert, dass ich lieber eine jährliche Gebühr bezahlen würde, als meinen Desktop mit Echtzeit-Werbung zu verunzieren. Social Geeks sollten sich den Client unbedingt installieren - ich garantiere Ihnen, dass Sie spätestens nach einigen Tagen digsby nicht mehr missen möchten: digsby.com.

Warnung: Besonders gemeine Viren-Mail

virustotal Warnung: Besonders gemeine Viren MailManche "Virenwarnungen" aus meinem nicht-so-internetaffinen Bekanntenkreis sorgen regelmäßig für Erheiterung, heutigentags hatte ich wieder mal über ein "echtes" Viren-Spam-Mail in der Inbox, dem in den USA bereits tausende Rechner zum Opfer fielen. Die Message kommt vorgeblich vom "ICS Monitoring Team" und teilt dem User mit, seine Internetverbindung würde aufgrund eines Coyprightverstoßes gesperrt (Subject: Your internet access is going to get suspended), die Details befänden sich im angehängten Dokument.

Tja... die Scammer gehen immer durchdachter vor, nach der Power-Viagra Welle fürs stundenlange Liebes-Gemetzel folgen psychologisch äußerst durchdachte "Warnungen" von schein-offizieller Stelle: wer das Zip-File öffnet und die beiliegende Datei ausführt (der Name variiert), fängt sich ein Malware-Paket ein, das eine Reihe von Windows-Dateien ersetzt und Verbindung zu einem Remote-Host aufnimmt. Derzeit erkennen nur 8 von 36 Anti-Virus Programmen den neuen Schädling, wie auf MXlab nachzulesen ist - die Details findet man auf Virustotal.com. Der Text des Mails lautet im Original wie folgt:

Your internet access is going to get suspended

The Internet Service Provider Consorcium was made to protect the rights of software authors, artists. We conduct regular wiretapping on our networks, to monitor criminal acts.

We are aware of your illegal activities on the internet wich were originating from

You can check the report of your activities in the past 6 month that we have attached. We strongly advise you to stop your activities regarding the illegal downloading of copyrighted material of your internet access will be suspended.

Sincerely
ICS Monitoring Team

Warum machen die das?

Hinter solchen Malware-Viren stecken meist nix Jux und Tollerei, sondern handfeste wirtschaftliche Adresse: "Korrumpierte" Rechner werden als Teil eines Botnets etwa als SMTP-Relays missbraucht, um Spam-Mails zu verschicken oder durch eine Flut von gleichzeitigen Zugriffen Server der Konkurrenz zum Absturz zu bringen. Solche Viren kursieren in unzähligen Varianten, und das wird sich auch nicht so schnell ändern. Im vorliegenden Fall nutzen die Versender die durchaus nicht unberechtigte Furcht vieler Internet-Nutzer vor Copyrightschnüfflern und möglichen Rechteverstößen, um ihre "Conversion Rate" zu erhöhen.

Wie schützt man sich zuverlässig?

Speziell vor neuen Viren bieten Scanner und Firewalls begrenzten Schutz. Unverlangte E-Mail Attachments von unbekannten Absendern sollte man keinesfalls öffnen - und falls wirklich mal Zweifel herrschen, dann hilft meist eine Google-Suche nach dem Subject der jeweiligen Mail zuverlässiger als jeder Scanner. Wer seinen Rechner botfrei halten möchte, sollte also durchwegs eine gesunder Portion Paranoia pflegen.

YiGGSense: Teile (und beherrsche Dich)

yigglogo YiGGSense: Teile (und beherrsche Dich)Seit kurzem teilt das deutschsprachige Social News Portal Yigg.de seine Werbeerlöse mit den UserInnen und folgt damit dem Beispiel des Infopirat, der gemäß seinem Slogan "Deine Bookmarks - Dein Gewinn" schon lange die Beute mit der Mannschaft teilt. Um zukünftig Online-Millionär zu werden, benötigt man in beiden Fällen ein Google AdSense Konto. Nach erfolgter Anmeldung wird hinkünftig ein Teil der Klick-Einnahmen auf den eingestellten News den jeweiligen AutorInnen gutgeschrieben.

Yigg verwendet dazu die offizielle Google AdSense Shared Schnittstelle:

Das funktioniert so: Ihr stellt auf YiGG Artikel und Beiträge ein, in deren Umfeld wir Google Textanzeigen schalten. Einen Teil der Einnahmen, die wir mit diesen Anzeigen verdienen, geben wir an Euch weiter - im YiGG Shared AdSense Programm. Damit sind wir die erste deutschsprachige Website, die die offizielle Google Shared AdSense Schnittstelle nutzt. Wir haben einen intensiven Zertifizierungsprozess durchlaufen, bis wir schließlich von Google das "Go" bekommen haben.

In der Testphase von Juli bis August gibt Yigg sogar die vollständigen Einnahmen der betreffenden Werbeblöcke an die fleißigen NewseinstellerInnen weiter:

In der Einzelansicht einer Nachricht gibt es drei Anzeigenblöcke. Von Juli bis August 2008 gibt YiGG einhundert Prozent (100%) der Einnahmen, die wir aus dem Google AdSense Anzeigenblock auf Einzelansichten von Nachrichten und Spekulationen erzeugen, an die jeweiligen Einsteller der Nachrichten weiter. Die Einnahmen aus den anderen beiden Anzeigenblöcken auf dieser Seite, sowie alle anderen Anzeigenblöcke auf der Site sind von diesem Programm ausgenommen.

Genaue Details zu den Teilnahmebedingungen verraten die FAQs - interessant sind die ersten statistischen Ergebnisse:

Nach vorher durchschnittlich 450 neuen Nachrichten pro Tag wurden gestern 1.000 Nachrichten in die Warteschlange eingestellt. Innerhalb weniger Stunden habt Ihr also über 100% mehr Nachrichten eingestellt als bisher. Das ist super! Damit haben wir bei weitem nicht gerechnet - und wir haben uns sehr darüber gefreut!

Millionär ist allerdings bis zum Wochenende noch niemand geworden, wenn man den ersten Reaktionen der Blogosphäre Glauben schenken darf; aber das kann sich ja noch ändern: hier geht's zur Anmeldung.

Immer Ärger mit den privaten Nachrichten

Zugleich sorgt die neue News-Ankündigungsfunktion von Yigg für erhitzte Diskussionen, denn was ein nützliches Feature sein könnte, wird derzeit leidenschaftlich missbraucht über-verwendet, wie auch Ric feststellt. Ich persönlich fühl mich da insofern relativ wenig gestört, weil ich meinen Mailfilter ganz gut unter Kontrolle hab... die Yigg-PMs gehen seit vorgestern in den Ordner mit sinnlosen Notifications á la Facebook. Einige fordern allerdings vehement die Abschaffung der Mail-an-alle-Freunde Funktion.

Eines dürfte jedenfalls klar sein: E-Mails werden als wesentlich "intrusiver" empfunden als Feeds - vielleicht wär's gar keine so schlechte Idee, mittelfristig derartige Ankündigungen á la Facebook via Feeds darzustellen, und die E-Mail-Funktion als Option anzubieten.

Was für eine Blogkette denn?

Heute habe ich wieder mal ein E-Mail bekommen. Das kommt nicht oft vor, daher widme ich Lauras Message gleich einen ganzen Beitrag - es geht nämlich um einen sogenannte "Blogkette", die mein bescheidenes Verständnis von Blog-Aggregation ein wenig übersteigt.

Hallo, ich bin derzeit auf der Suche nach den besten Blogs Deutschlands. Denn im Rahmen unseres Projekts "Blog-Kette" wollen wir - vielleicht gemeinsam mit dir - das größte Blogprojekt der Republik aufbauen.
Bei meiner Suche bin ich nun auf deinen Blog gestoßen, der gut in unser Konzept passen würde. Deshalb würde ich dich bitten uns zu gestatten, die Artikel deines Blogs per RSS einzulesen.
Selbstverständlich kannst du deinen Blog jederzeit wieder austragen. Du gehst keine Verpflichtungen ein und die Teilnahme an dem Projekt "Blog Kette" ist kostenlos - du profitierst sogar durch die Teilnahme:
-zusätzliche Backlinks für deinen Blog
-dein Blog wird namentlich erwähnt
-Teilnahme an Blog Kette Aktionen z.B. bei Technorati
-Linktausch mit Blog Kette Blogs

Über deine Zusage freue ich mich.
Viele Grüße
Laura, www.Blog-Kette.de

Hi Laura,

ich hab mir grad die Seite angesehen und muss zugeben: ich kapier überhaupt nicht, worum's bei der Blogkette geht. Einen About-Text, der die Idee des Projekts erklärt, hab ich nicht gefunden - unter der betreffenden URL sehe ich ein Blog mit Beiträgen über eine Münchner Reitschule, ein Fußballspiel und richtige Zahnpflege - ein Schelm könnte meinen, ihr prozessiert einfach nur eine Latte von RSS Feeds, schmeißt sie in ein Blog und fertig. Sozusagen eine Art automatisierte Social News Community mit akutem Duplicate Content Mehrwert. Vielleicht versteh ich ja was falsch - in dem Fall bitte ich um Aufklärung. Mitmachen werde ich allerdings auch aus anderen Gründen nicht können, weil ich im Eintragungsformular gerade folgenden Satz gefunden habe:

Mit dem Abschicken Deiner Informationen versicherst du, dass dein Blog keine rechtswidrigen oder pornografischen Infos und Bilder beinhaltet und, dass deine Inhalte nicht gegen Rechte oder Gesetze verstoßen. Du garantierst, dass deine Texte und Bilder frei von Rechten Dritter sind und, dass deine Inhalte auf Blog Kette eingelesen und veröffentlicht werden dürfen.

Tja... weder alle meine Texte noch Fotos sind "frei von Rechten Dritter": mein Lieblings-Portraitbild z.B. - das schwarzweiße - hat Helge gemacht. Die letzte Berlin-Gallerie ist von Bernd. Und unter dem Punkt GastautorInnen gibt's einige komplette Beiträge, die gar nicht mal von mir geschrieben sind! Und dann zitiert ich auch noch dauernd so Zeugs... nene, keine Rede von "frei von Rechten Dritter". Ich hab bloß die Publikationsrechte für datenschmutz.

Aber vielleicht versteh ich das auch alles einfach falsch... schaden könnte eine Überarbeitung des About-Textes zum "größten Blogprojekt der Republik" (welcher Republik eigentlich?) garantiert nicht!

PS: außerdem meint Jean Lafitte zu Blogketten: Nur Piroten is nix verboten!

Wieder mal origineller Spam: robot-Manipulationen

Man kriegt den Großteil der Potenzförder-Mittel Mails dank weitgehend intakter Spamfilter glücklicherweise eh nicht mit, aber und an rutscht zum Glück ein atypischer Vertreter seiner Gattung durch die gestrenge Kontrolle von SpamCop & Co - sonst hätten wir ja womöglich weniger zu lachen.

Von einer "Internet Security Firma" mit vorgeblicher web.de-Adresse hab ich heute die nachstehende E-Mail bekommen, die mich definitiv zum Schmunzeln gebracht hat - auch wenn ich mir so ganz und gar nicht erklären kann, wer warum solchen Spam mit welcher Ambition verschickt... möglicherweise will ja jemand den Ruf der vorgeblichen Absender-Firma "Internet Security Moers" schädigen, dachte ich mir - aber selbige Company gibt's gar nicht, dafür bin ich auf den Beitrag des alten Falters gestoßen und von dort aufs Augsblog: die fragliche Mail kursiert inzwischen in diversen Ausführungen inklusive 0900er-Rückfragenummer... wer dort anruft, sollte nun wirklich nicht Webmaster schimpfen :-)

Unten folgen die besagte Mail, Preisfrage an alle SEO-Experten: Was täte denn passieren tun, falls man sich an unten stehende Anleitung hielte?

Subject: ACHTUNG, gemeiner VIRUS. Dringend diese Datei auf Ihrem Webserver einbinden

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Moment werden Millionen Webserver von Viren befallen. Bitte binden Sie unbedingt den Anhang zum Schutz auf Ihrer Webseite in folgendes Verzeichnis ein:

www.datenschmutz.net/robots.txt

Die Robots-Datei erstellen Sie mir Ihrem Editor:
___________________

User-agent: *
Disallow: /
___________________

Diese speichern Sie als robots.txt und binden Sie in Ihrem Hauptverzeichnis ein. Nur so ist sicher, dass kein Schaden entsteht indem Sie dem Virus verbieten, Ihre Webseite zu besuchen. Bitte beeilen Sie sich, da an diesem Woche mit einem erheblichen Angriff zu rechnen ist.

Wer's als erster errät bekommt ein Fleißbildchen und den Titel "Spamfighter der Woche"!

Datenhändler fahren mit Erdgas

Und drei ebensolcher Automobile seien zu gewinnen, verriet mit letzthin eine Sendung im Briefkasten. Nun, einem g'schenkten Vierradler schaut man nicht unter die Haube; wenn ich's mir aussuchen könnte, hätte ich übrigens lieber den Opel Zafira als den Citroen C3 oder den Fiat Panda. Erdgas-Hummer ist ja keiner dabei :-)

Also hab ich doch mal flugs die beiliegende Teilnahmekarte ausgefüllt - dass der Slogan mit den drei S wohl nicht heißen würde "Fahren mit Erdgas ist selbstsüchtig, scheußlich und stinkt", sondern vielmehr "sauber, sicher und sparsam" (warum eigentlich "sicher?") war schnell rausgefunden, also ab mit der Karte in den Briefkasten - aber vorher noch schnell einen Blick aufs Kleingedruckte:

[...] Die TeilnehmerInnen stimmen zu dass die ausgefüllten Daten an die teilnehmenden Autohäuser Citroen Österreich Ges mbH., Wolfgang Denzel AG und General Motors Austria GmbH übermittelt und von diesen verarbeitet werden. Die TeilnehmerInnen sind widerruflich mit einer telefonischen, per E-Mail oder per Post erfolgenden Betreuung zu Marketing- und Werbezwecken sowie mit der Verwendung ihrer hier angegebenen Daten zum Zweck der Vermarktung von Energiedienstleistungen, (CNG)Fahrzeugen sowie zur Legung von Angeboten seitens Wien Energie GmbH einverstanden. Diese Zustimmung kann jederzeit widerrufen werden. [...]

Ah! Deswegen also die Karte im A5-Format... nun ja, jederzeit ist eigentlich so gesehen quasi immer, also auch zeitgleich mit der Erteilung der Erlaubnis, dachte ich mir und hab der Karte einen ganz persönlichen Paragraphen hinzugefügt:

gasauto

Und jetzt freue ich mich ersten auf meinen neuen Gas-Zafira (was für ein Fahrzeugname!), den ich wohl zweifellos demnächst gewinnen werde und bin schon äußerst neugierig, ob irgendwelche Marketing-Anrufe eintrudeln oder ob Gewinnspielkarten-Datenverarbeiter ihre eigenen Paragraphen nicht ganz so ernst nehmen. :cool:

Schon wieder 1 Million Pfund gewonnen

Was hab ich mic gefreut, als heute in meinem Spamordner mal wieder ein Mail der UK LOTTERY COMMISSION auftauchte - ich hab schon auf so viele Millionengewinne verzichtet und würd aber demnächst gern mal wieder nach London fliegen, da kommen die vielen Pfünder recht gelegen. Also schickte Cpt. Jean Lafitte gleich mal eine Nachricht an David Mark, seines Zeichens Foreign Services Validation Officer mit Hotmail-Adresse: nl-claimsdepartment@hotmail.co.uk.

Hier das Protokoll unserer Unterhaltung... bin ja mal gespannt, ob das was zurückkommt und daraus mein erstes Spambaiting wird...

Subject: NOTIFICATION ON WINNING ((WINNING DATE: 28th february 2008))
From: UK LOTTERY COMMISSION <123claimsaward2@charter.net>
Reply-to: nl.claimsdepartment11@hotmail.co.uk
Date: 29.02.2008 00:39
To: undisclosed-recipients:;

NOTIFICATION ON WINNING:

Your email has just won the sum of £1,628,360.00 in cash credited to file in the just concluded International Award Programme held on the 28th february 2008.

Your e-mail address attached to:
Ticket Number: 8603775966738
Reference Number: UK/776090X2/23
WINNING NUMBERS: 11, 16, 20, 22, 27, 29
(BONUS.29)

WINNING DATE: 28th february 2008.

For Claims,Contact:
.......................................................
Name:Bar. David Mark
Foreign Services Validation Officer,
Telefone: +447024043160 / +447045783368
E-mail:nl-claimsdepartment@hotmail.co.uk
E-mail:nl-claimsdepartment@hotmail.co.uk
.......................................................

Online co-ordinator
Yours faithfully, Earl Martins


Subject: Cashing in Big Time
From: Jean Lafitte
Date: 01.03.2008 13:33
To: nl.claimsdepartment11@hotmail.co.uk; nl-claimsdepartment@hotmail.co.uk

Dear UK LOTTERY COMMISSION,

thanks for the million pound, I wanted to buy a new house anyways. I guess, the easiest way to do the transfer for you is to just send the money to my paypal-account, I'll mail you the adress once everything is setup. I have one huge concern though: you're based in Great Britain, right? What about taxes? Austrian lotteries do post-taxes payouts, what about the UK LOTTERY COMMISSION?

btw: it's really time I win, I've been playing your lottery for so many years and literally spent 1000s of Lunden Dollars.

yours even more faithfully,
Captain Jean Lafitte


Gutes tun mit der E-Mail-Signatur

Mit E-Mail Signaturen kann man die tollsten Selbstdarstellungs-Späße treiben, seitenweise sinnlose Disclaimer* einfügen oder zur Abwexlung auch mal was Sinnvolles zur Teilberuhigung des sozialen Gewissens tun - indem man die letzten paar Zentimeter als Gratis-Werbefläche für soziale Organisationen zur Verfügung stellt.

Möglich macht's Email Charity. Von der Seite erfahren habe ich durch Lukas, der im Team mitarbeitet. Ein einfach zu bedienender - aber recht mächtiger - Signatur-Generator ermöglicht die Erstellung hübscher E-Mail Unterschriften mit umfangreichen Einstelloptionen. Nach Auswahl eines Templates lassen sich Farbe und Schriftart wählen - und dazu eines von mehrere Logos samt Link zu sozialen Organisationen. Derzeit haben User die freie Wahl zwischen Licht ins Dunkel, den Roten Nasen, der Caritas, Licht für die Welt, Armut tut weh sowie Ärzte ohne Grenzen.

Wer Webmail verwendet oder HTML-Mails abgrundtief hasst (zu diesen Oldschoolern zähle ich mich), kann auch eine Plaintext-Version erstellen - das ist im Nu erledigt. Gegründet wurde das Start-Up im Umfeld von i5invest, früher oder später soll sich die Seite selbst finanzieren, eventuell durch die Einbindung von Fremdwerbung. Einer meiner ehemaligen Vorgesetzter aus früheren Jobjahren pflegte immer zu sagen: "Tue Gutes und rede darüber!" Er war zwar kein PR-affiner Missionar, sondern nur Marketing-Chef einer mit lautem Knall geplatzten am Ende der ersten Blase geplatzten Marketingfirma, was seinem Ausspruch (ohne, dass er es bemerkt hätte) eine gewisse zynische Komponente verlieht. In der Theorie finde ich die Idee von emailcharity.com sehr nett, in der Praxis würde ich niemals meine E-Mails mit Werbung verunstalten - das nervt mich schon bei Freemailern ausreichend. Da spend ich lieber mal ab und an was direkt bzw. schalte Gratis-Banner hier am Blog; aber wen die Vermarktung der letzten privaten Spaces in der Online-Kommunikation nicht stört, der sollte sich die Seite definitiv mal näher ansehen.


*) Übrigens, mein absoluter Lieblings-Disclaimer-Satz aus der persönlichen Sammlung:

[...] Personen oder Organisationen, für die diese Information nicht bestimmt ist, ist es nicht gestattet, diese zu lesen, erneut zu übertragen, zu verbreiten, anderweitig zu verwenden oder sich durch sie veranlasst zu sehen, Maßnahmen irgendeiner Art zu ergreifen

Hehe... ergreifen nicht ständig alle Maßnahmen irgendwelcher Art? Sehr geil auch das Leseverbot am Ende der Nachricht, das den Rezipienten in eine ähnliche Zwickmühle (die im 1796er Lexikon übrigen wahlweise noch Fickmühle hieß - vor real!! Hat nix zu tun mit dem gleichnamigen Ortsteil von Emtmannsberg, der sicherlich überdurchschnittlich häufig Tafeln nachdrucken muss.) wie jenen Kreter, der sagt, dass alle Kreter lügen. Dann doch lieber ein wenig Support für die Roten Nasen & Co.!

Weihnachts-Spam und Quality PR

Unerwünschte Tipps für Weihnachtsgeschenke sind exakt das, was mir in den letzten Tagen nicht direkt gefehlt hat in den letzten Tagen. Ein Mail, das meine Spam-Abwehr-Kette unterlief allerdings erregte meine Konsumentenaufmerksamkeit letzthin in spezieller Art und Weise: des dreht sich nicht um X-Maas Viagra, vielmehr sollen Geschenkgutscheine vercheckt werden:

Sie haben noch kein passendes Weihnachtsgeschenk? Ich möchte Ihnen eine neue, tolle Onlinewelt für hochwertige Wellness- & Romantikgutscheine ausgewählter 4- und 5 Sterne Hotels Österreichs vorstellen: Sie erhalten im Handumdrehen perfekt gestaltete und hochwertige Geschenkgutscheine für jeden besonderen Anlass.

Yeah. Aber es wird noch viel besser: die E-Mail enthält einen dieser rechtsunwirksamen und unsinnig Disclaimer. [Mehr dazu hier und hier). Und zwar folgenden Wortlauts:

Der Inhalt dieser E-Mail ist ausschließlich für den bezeichneten Adressaten bestimmt. Wenn Sie nicht der vorgesehene Adressat dieser E-Mail oder dessen Vertreter sein sollten, so beachten Sie bitte, dass jede Form der Kenntnisnahme, Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Weitergabe des Inhalts dieser E-Mail unzulässig ist. Wir bitten Sie, sich in diesem Fall mit dem Absender der E-Mail in Verbindung zu setzen. Der Inhalt der E-Mail ist nur rechtsverbindlich, wenn er unsererseits durch einen Brief entsprechend bestätigt wird.

Ich find das irgendwie saukomisch, in eine unerwünschte Werbeaussendungen einen Standard-Business-Disclaimer einzubauen. Geschickt bekommen hab ich die Message an r [at] pettauer.net, eine Adresse, die ich seit Jahren weder verwende noch irgendwo kommuniziere. Aber es wird noch lustiger: in der Message steht eine komplette Firmensignatur, in der die Salzburger Firma AUER PR [auer-pr.com als Absender angegeben ist.

Nun ist mir durchwegs klar, dass sich Absenderadresse leicht faken lassen; die Kopfzeilen der Mail deuten aber nicht gerade auf einen HiJack hin... also surfte ich mal schnell besagte Agenturwebseite an, wo ich auf der Startseite folgenden paradigmatischen Text lesen durfte:

AUER Public Relations setzt auf kreative, smarte und umso effektivere Mittel in der PR-Arbeit. Es geht um das Finden von neuen Zugängen. Einerseits zu den Medien und andererseits zu den jeweiligen, spezifischen Zielgruppen unserer Klienten. Nur dann kann PR-Arbeit wirksam, nachhaltig und erfolgreich sein.
Wir bedienen uns eines Methodenmix, entwickeln kreative und innovative Prozesse und versuchen so, Vorreiter und nicht Nachahmer zu sein.
Wir machen unsere Kunden bekannt(er) und optimieren den Geschäftserfolg mit Konzepten, wie dem von uns entwickelten Mehrwertmarketing.
Das ist unsere Basis für ein breites Spektrum an handverlesenen Kommunikationsaktivitäten, die Menschen bewegen.

Yup, dieser Kommunikationskanal hat mich so sehr bewegt, dass ich einen ganzen Blogeintrag drüber geschrieben hab... und dass Spam ein Teil des professionellen PR-Methodenmixes ist, war mir auch neu. Wie auch immer: Gutscheine zu verschenken ist ja sowieso the easy way out für Unentschlossene :twisted:

Marktübliche Preise für Web 2.0 Consulting

Mein Interesse an digitalen Medien beschränkt sich keineswegs auf dieses Blog hier. Ich bin seit fünf Jahren selbständiger Berater und habe mich auf den konzeptionellen Produktionsbereich, auf strategisches Marketing und Social Networks spezialisiert. Die Auftragslage in diesem Bereich ist dank des Web 2.0 Booms - vorsichtig ausgedrückt - hervorragend.

Und obwohl auf meine Beratungsjobs tendenziell nur der erste Teil des bekannten Anti-Schuppen-Shampoo Slogans zutrifft (wirken: ja. sauteuer: nein.), war ich heute trotzdem einigermaßen über die folgende E-Mail verwundert, die ich von Mitarbeiter eines Mobilfunkunternehmens erhielt:

Wie du vielleicht weißt arbeite ich für xxx (im xxx Team). Wir planen nächste Woche zwei Diskussionsrunden zum Thema User Generated Content auf kommerziellen Plattformen abzuhalten. Im Vorfeld würden wir dazu gerne die Meinung von Experten einholen, und einer davon wärst du ... Als kleines (leider wirklich nur kleines...) Zuckerl könnte ich dir 35 Euro für die Teilnahme anbieten.
lG, XXX

Ich verstehe ja durchaus, dass die Mobilfunkprovider zunehmend panischer werden, weil niemand für 10 Euro im Monat 20 digitale Sender am Handy schauen will und die derzeit noch künstlich aufrecht erhaltene Trennung zwischen Sprach- und Datentelefonie auch nicht auf Dauer bestehen bleiben wird... aber den Teil mit den 35 Euros kapier ich trotzdem nicht. So unrosige Zeiten am .at-Mobilfunkmarkt? Meine Tages- und Stundenhonorare sind eh sehr günstig, und über gratis Einladungen kann man auch jederzeit sprechen... aber bei 35 Euro fühl ich mich ver-a-wortet. Der beste Kommentar stammte von einem Kollegen, der meinte: "Ist doch eh eine angemessene Bezahlung... geh doch einfach hin und sag: das ist alles sehr kompliziert. Und aus." Im Übrigen handelt sich's um dieselbe Firma, die Ballonfahrern für motivierende Vorträge Honorare von einigen 10.000 Euros bezahlt. Wer also in der Mobilfunkbranche sein Auslangen finden will, der sollte besser Ballonfahren üben, statt sich auf Social Media zu spezialisieren

 1 2 nächste