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Artikel-Schlagworte: „EAV“

Blogistan Panoptikum KW35 2009

Wäre dieser Zug ein Flugzeug, hätte ich schon längst von einer hübschen Stewardess Erfrischungen serviert bekommen und den Landeanflug hinter mir. Als zweitklassiger Fahr"gast" der ÖBB dagegen darf man von sauberen Waggons und funktionierenden Klima-Anlagen, Toiletten und anderen Unwichtigkeiten nur träumen. Doch sogar in der ersten Klasse musste ich mich heute von einer überschminkten, sehr altersungemäß gekleideten und drei Plätze weiter weg sitzenden "Mitreisenden" für mein mobiles Telefonieren rügen lassen: "Ich fahre ja nicht mit der ersten Klasse, um Ihnen zuzuhören!" Sie sagte das dermaßen unfreundlich, dass ich nicht umhin konnte zu fragen, ob sie denn wirklich glaube, dass die ÖBB in die 1.-Klasse-Waggons Moving Repeater einbaut, um zugleich den Reisenden das Telefonieren zu verbieten. "Stil kann man nicht kaufen", erklärte sie mir beleidigt. Tja, blöd gelaufen: wer Ruhe beim Reisen haben will, braucht eben mindestens ein Motorrad oder ein Auto - Still kann man nämlich sehr wohl kaufen! (Falls Sie das hier lesen: die kurzen roten Haare passen wirklich überhaupt nicht zu Ihrer biestigen Art! Eine graue Melone, wie sie die Mutter von Jack in 30 Rock trägt, wäre viel angebrachter.) Aber genug der Real-Life-Flamewars, auch virtuell heben sich allerhand Zeige- und Mittelfinger - also ohne weitere Verzögerung auf zum heiteren Social-Web-Raten mit Linzerschnitte und datenschmutz. Heute zum ersten Mal mit dabei: unsere neue Fix-Rubrik "Pflichtlektüre der Woche". Viel Vergnügen mit dem Panoptikum!

Dein Blog ist dein Königreich

ritchie aka datadirt Om Maliks plädiert in The Evolution of Blogging für mehr Sensibilität beim Thema fremd- vs. selbstkontrolliertes Publishing: wer seine gesamte Online-Präsenz in die Hände von Dienstanbietern gibt, auf deren Entwicklung und Strategie er keinerlei Einfluss hat, kann eines Tages mit einem blauen Auge respektive ohne diese Inhalte aufwachen. Om zitiert das aktuelle Beispiel des Short-URL Services tr.im:

First was the shutdown drama around a little-known URL-shortening service called Tr.im. While it's since been resurrected, the incident showed me how by championing these URL-shortening services, we’re essentially putting the entire link economy in the hands of companies that are skating on thin ice during the peak of summer.

Facebook, Friendfeed, Twitter und Co. haben gezeigt, so Malik, dass ein verstärktes Interesse an Echtzeit-Kommunikation besteht. Blog-Publishing System wie WordPress bleiben dank ihrer Offenheit flexibel genug, um etwa eine Life-Feed Funktionalität via Plugin rasch nachzurüsten. Content war im Web 1.0 schon King, und daran hat sich rein gar nix geändert: aber die Frage lautet, ob die Produzenten die Publikation und Verbreitung ihrer Inhalte selbst kontrollieren. Social Media Services sind keine Charity-Veranstaltungen, sondern profit-orientierte Unternehmen - die Versprechen des Free-Web scheinen so verführerisch wie weiland Odysseus' Sirenen, aber: wer die Daten kontrolliert, hält in der Informationsgesellschaft die Fäden der Macht in seiner Hand. Social Media Services sind mittlerweile zwar unverzichtbare "Extensions" der eigenen Webpräsenz, das "Mutterschiff Weblog" können und sollten sie keinesfalls ersetzen - in exakt diese Kerbe schlägt auch das Webworker-Posting Your blog is your mothership.

Twitter-Psychos

Judith aka Linzerschnitte Wer als Twitter-Marketer etwas auf sich hält, der überlässt nichts dem Zufall. Twitterpsych, die neue Twitter-App von Dan Zarella, analysiert die letzten 1000 Tweets eines Tweepers anhand zweier linguistischer Analyse-Alogorithmen (RID und LIWC). Unter anderem werden folgenden Komponenten erhoben: Soziales Verhalten, Moralischer Imperativ und auch der Faktor "Ruhm". Ebenso wird analysiert, wie viele Smilies der User verwendet, worüber er hauptsächlich spricht, zu welcher Zeit usw. Außerdem werden gleichgesinnte User angezeigt. Und das ohne Passwort-Eingabe. Also das ultiamtive Psycho-Analyse-Intstrument für alle Marketiere. Leider oder glücklicherweise funktioniert Tweetpsych nur bei englischsprachigen Accounts in vollem Umfang: tweetpsych.com

Neu und genuin anders: TwitThis

ritchie aka datadirt Über Shoemoneys Beitrag mit dem vielversprechenden Titel How I used Twitthis to Get Over 15,000 Twitter Followers bin ich auf ein sehr interessantes Services gestoßen: TwitThis verbindet auf smarte Weise ReTweet-Funktionen mit Follower-Empfehlungen, Link-Shortening und Credit-Systeme. Klingt kompliziert? Nur für die Betreiber, das Interface für User wurde angenehm simpel gehalten. Genial:

Click the twitthis button you see on sites – according to Yahoo! the button is on over 10 million sites now including some HEAVY hitters like official government websites like texas.gov and oklahoma.gov as well as the new twilight movie. Everywhere you see a page where the twitthis button is (or in a feed) that you find interesting click it and tweet it! Also when you do tweet it you will be offered to follow a suggested user. If you do both of these things you gain points and increase the chance that you will be suggested for people to follow.

Wenn ich nicht schon PrettyLink Pro als eigenen URL-Shortener im Einsatz hätte, würde ich jeden meiner Links über TwitThis rausschicken, denn:

I want to be a suggested user. How do I earn TwitPoints?

  • Submit a URL to TwitThis and earn 5 TwitPoints.
  • Follow a suggested user and earn 10 TwitPoints

How are my TwitPoints used?

  • Each time someone follows you, it costs you 1 TwitPoint.
  • Every 1000 times you are the suggested user, it costs you 1 TwitPoint.
  • To keep the ecosystem fresh, users are taxed 10% of their TwitPoints daily.

Watson, ich meine: wir haben es hier mit einer Twitter-Train 2.0 zu tun! Der deutsche Sprachraumbleibt natürlich wie üblich außen vor, wer auf Englisch twittert, kann sich aber schon mal auf massiv viele Followers freuen. Im Shoemoney-Beitrag wird auch en detail beschrieben, wie man TwitThis via Feedburners Feedflare in den RSS-Feed integriert - unbedingt empfehlenswert!

Tracy - Ein Fall für den Online Reputation Manager

Judith aka Linzerschnitte Ähnlich nervtötend wie ein Versicherungsvertreter am Telefon ist der Online Reputation Manager im Web. Hinter jedem Satz vermutet er einen möglichen, lebenslänglichen Ausschlußgrund für zukünftige Jobs oder Lebenspartner und am liebsten würden die Online Reputation Manager uns genauso glattgestrickt und todlangweilig dastehen lassen, wie sie selbst sind. Trotz aller Vorbehalte gegen diese Zunft: Manchen Mensche täte es vielleicht nicht schlecht, einen solchen zu kontaktieren. Da wären zum Beispiel Agenturen, die sich mit ihrer Social Media Kompetenz rühmen und dann im Web 2.0 über die Inhouse-Kampagnen ihrer Kunden herziehen, an denen sie selbst nicht mitschneiden dürfen. Bei jener Dame namens Tracy wurden letzte Woche wohl einige Online Reputation Manager vorstellig. Tracy hat wohl ihre Facebook Wall mit den Private Messages verwechselte - und zwar ausgerechnet bei einer sehr intimen Botschaft:

Thank you too, Micheal, I had a great time as well. I'm glad you enjoyed my OTHER puss ;). I must admit I haven't had sex in a while, so getting mounted by such a strong and powerful man was a pleasant surprise after so many long months of abstinence. [...]

Keine Ahnung, ob es Fake oder Real ist. Aber selbst in diesem Fall sollte ein Online Reputation Manager nicht unbedingt von Nöten ist. Eher ist die Großzügigkeit der Leser dieser Botschaft gefragt, die sich selbst an der Nase nehmen und das Lästern mal sein lassen sollten. Sich einfach mal mit und für Tracy (oder den erfolgreichen Social Media Aktivitäten des Kunden) freuen und schon wird es im Social Web wieder ein bisschen lustiger.

Just in: Angeblich handelte es sich um einen Hack, wie The Coffee Desk berichtet:

So there's a Facebook screenshot floating around in the Blogosphere depicting a woman with a very embarrassing status, as Mashable naively reports. Truth is, a Christian dating website was compromised by 4chan hackers and they used the information to take over the victims’ Facebook pages.

Faszinierend: bereits die ersten paar Kommentare zur Mashable-Story stellen die "Ente" richtig - da können papierene Medienprodukte einfach nicht mithalten!

A productivity plain

ritchie aka datadirt Zu viele Social Media Notifications sind der Tod der Produktivität - ich habe letzte Woche (notgedrungen) meinen Desktop neu aufgesetzt (akuter System-Disk Tod, Ursache: unbekannt) und peinlichst genau darauf geachtet, dass der Start-Up Folder leer bleibt. Wenn man Skype, Twitter und Co. nur on demand nutzt und die Ablenkungen minimiert, dann geht einfach mehr weiter, hat Jeremy kürzlich im Flieger festgestellt:

So this week I am going to whack all the notifiers... Now I am not going to go all 4-hour work week and only check my email 2x a day but I for sure need to cut back on the 0-second notifications.
It’s an amazing world we live in where communication happens so fast but it can be hard to be productive.

Wie twittern deutsche Unternehmen?

Judith aka Linzerschnitte Corporate Tweeper stehen unter ständiger Beobachtung: sie dürfen nicht zuviel und nicht zuwenig twittern, sie sollen Follower aufbauen und auch zurückfolgen, aber ja niemanden "belästigen" und auf jeden Fall sollen sie Dialogbereitschaft und Mehrwert bieten. Wie die Realität aussieht, hat eine deutsche Agentur untersucht. Fazit:

  • Nur knapp jeder Fünfte (18 Prozent) weist über 1000 Abonnenten (Follower) aus.
  • Der Follower-Durchschnitt liegt bei 661 Abonnenten (Median: 400 Follower).
  • Im Schnitt twittern die Unternehmen 13 Mal pro Woche.
  • 67 Prozent der Corporate-Tweets enthalten Links, in der Regel in Form einer Kurz-URL.
  • Nur 33 Prozent der Unternehmen verwenden @Relplies, kommunizieren also direkt mit anderen Twitterern.

Downloadlink zur Studie.

TweetLater heißt jetzt SocialOoomph

Zugegeben: auf Deutsch klingt "Umpf" etwas seltsam. Aber längerfristig macht die Entscheidung von Dewald, nicht bloß auf Twitter zu setzen, hochgradig Sinn. In wenigen Monaten entwickelte sich Tweetlater zum Platzhirsch unter den Premium-Mash-Ups; ich bin gespannt, welche neuen Ideen Dewald im Ärmel stecken hat:

To date we have been focusing on providing productivity solutions for Twitter users. We decided to change our name to allow for future expansion into other social media solutions, and to ensure that our brand does not conflict with any current or future legal rights of the Twitter organization.
To allay any speculation, we want to make clear that this is an unsolicited, proactive and preemptive action on our side.

Für Free- und Pro-User ändert sich außer der Adresse nichts; die alten Affiliate-Links werden ebenfalls weiterhin funktionieren, allerdings empfiehlt Dewald, in allen Links "Tweetlater" durch "Socialoomph" zu ersetzen.

Foto der Woche

Nein, Judith hat mich noch nicht (völlig) mit Katzencontent infiziert. Aber recubejims "Katzenklo" aka I'm all right, honest besticht nicht nur inhaltlich, sondern auch fotografisch:

katzenklo Blogistan Panoptikum KW35 2009

Ritchies Video der Woche

A failed attempt: in diesem Video sehen wir das, was Piloten als "riskante Landung" bezeichnen. Allerdings handelt es sich glücklicherweise um einen ferngesteuerten Flieger, der - im Gegensatz zur Kamera - den Tauchgang unbeschadet überstand. Bei solchen Videos krieg ich immer immense Lust, mir einen RC-Heli mit Kamera zuzulegen...

http://www.vimeo.com/6187842

Judiths Video der Woche

Nicht jede/r kann den Bullen so graziös und aufreizend reiten wie Kylie Minouge. Nicht grazil, nicht sexy - aber wesentlich lustiger:

YouTube Preview Image

Pflichtlektüre der Woche

  • How to kill your community in 6 steps - WordPress-Matt (Mullenweg) erklärt, wie man Communities kaputt macht - und derzeit scheint sich das Gros der Community-Manager geradezu sklavisch an seine Anweisungen zu halten.
  • Negatives Feedback zu Cash for Clunkers: die Ami-Version der Verschrottungsprämie wird bloß zu einem immensen Anstieg der privaten Verschuldungsrate führen, meinen die Kritiker.
  • Twitter wächst nach wie vor: Der Juli war ein guter Monat für unser aller liebster Microblogging-Dienst. Twitter hat mittlerweile über 51 Millionen Unique Visitors pro Monat, 60 Prozent davon von außerhalb der USA: Twitter Flew Above The 50 Million Uniques Mark For the First Time in July auf TechCrunch.
  • Philip Garrido, religiöser Fanatiker und Entführer von Jaycee Lee Dugard, hat einen Blog. Lesenswerter als die Blogbeiträge sind die Kommentare: voicesrevealed.blogspot.com

Und das waren auch schon wieder sieben Tage Social Media im Schnelldurchlauf - an dieser Stelle noch eine Anmerkung in eigener Sache: in den letzten Wochen gab es erfreulich viel Feedback zu unserem Blogistan-Panoptikum: Kommentare, Anmerkungen, Ergänzungen, Lob und Hasstiraden motivieren uns natürlich ungemein. Lassen Sie sich also durch nichts - aber auch wirklich gar nichts - davon abhalten, reichlich Gebrauch von der Kommentarfunktion zu machen: quasi "Comment as much as you can"! Sagen Sie uns, über welche Themen Sie gerne mehr/weniger lesen würden, erzählen Sie uns, wie Sie nach sechs Monaten Panoptikum-Dauerlektüre quasi über Nacht zum Social Media Officer Ihres Unternehmens wurden oder auch nicht: wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen! In diesem Sinne: danke für Ihre Aufmerksamkeit, schönen Restsonntag und: wir lesen uns morgen!

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick - für jeden Eintrag gibt's auf Wunsch einen Backlink! Hier geht's zum Einreich-Formular.

Blogistan Panoptikum Woche 33 2k7

13. August 2007bis19. August 2007

Sonntag, Wochenrückblickszeit. Diesmal ist er besonders lang geworden... aber es hat sich ja auch eine ganze Menge getan im Netz der Netze. Keine Rede also von Sommerlöchrigkeit, Hamsterrädern und Blogmüdigkeit.

Mehr RSS Leser

Ein unter Bloggern viel diskutiertes Thema ist die Frage: wie bekomme ich eigentlich mehr RSS Leser? Bevor zweckdienliche Maßnahmen gesetzt werden, sollte man allerdings gut überlegen, ob man tatsächlich die Zahl seiner Abonnenten erhöhen möchte. Denn Fulltext-Feedleser machen sich in der Feedburner Statistik zwar gut, generieren allerdings kaum Pageviews und kommentieren auch seltener als "reguläre" Seitenbesucher. Auf der Habenseite steigern Stammleser den Wert eines Blogs und könnten, ein wenig Kreativität vorausgesetzt, auch durchwegs ab und an auf die Seite "gelockt" werden - der gelegentliche Einbau von Videos hat sich hier als sehr nützlich erwiesen, denn die funktionieren so gut wie nie in Feedreadern.
Ein hervorragendes Plugin für rasantes Feedwachstum stellt Blogformoney.de vor: What would Seth Godin do? stammt von Richard Miller und fordert neue Besucher auf, den RSS Feed zu abonnieren. Der entsprechende Hinweis wird über das Optionen-Menu konfiguriert und kann wahlweise vor oder nach der Story eingeblendet werden. Die Anzeige-Bedingung basiert auf Cookies - man kann also den entsprechenden Hinweis zum Beispiel 3x anzeigen und ab dem vierten Besuch ausblenden. Weitere höchst lesenswerte Überlegungen zum Thema RSS-Reader hat René angestellt, Zitat:

Aus den Erfahrungen mit anderen Blogs weiß ich, dass ein freundlicher Hinweis darauf, den RSS-Feed des Blogs zu abonnieren zum einen die Abonnenten-Anzahl deutlich steigert und zum anderen auch den Blog-Lesern selbst hilft. Sehr oft entpuppte sich das Abo als Gewinn und ich las den Blog auch weiterhin mit Genuss und Gewinn.

Der König der Bookmarks

"Denn das alles, und noch viel mehr... würd ich machen... wenn ich König der Social Bookmarks wär'" Biste'nu, lieber Blogger: dank des Infopiraten harter Arbeit, der weder Mühen noch Pixel gescheut hat, versammelt der Button aller Buttons sämtliche deutschsprachigen Social Bookmark Services, ohne kostbaren Screenspace zu vergeuden - Akquise hier.

Google videowirbt

Selbstverständlich war's bloß eine Frage der Zeit, bis Google beginnt, sich nicht nur Gedanken über die Monetarisierung von Online-Videos zu machen. Ich bin hochgradig verwundert, dass auf youtube keine Werbeclips vorgeschalten werden - aber Big G denkt da offenbar in eine ganz andere Richtung, wie Boston.com im Wirtschafsteil berichtet:

Short Internet videos from the creator of the animated TV show "Family Guy" and Raven-Symone, star of the Disney Channel show "That's So Raven," will be distributed over Google Inc.'s AdSense network, it was announced Thursday.
[...]
The programs will appear in a video box that a user would click on to start. The box will be packaged with banner advertising and video ads that will appear either before or after the programming.
The videos will be distributed to numerous Web sites served by AdSense, which places targeted advertising across the Internet. AdSense signed a similar distribution deal last year with Viacom Inc.'s MTV Networks.

Seth MacFarlane wird kurze Zeichentrickvideos abliefern, Raven-Symone verspricht den Zusehern knackige How-To Anleitungen. Erinnert mich sehr an 30Rock: da gibt's ja die Szene, in der Alec Baldwin seinen Konkurrenten kennen lernt, der mit seinem "3 Sekunden Online-Comedy Videos" in der Branche berühmt wurde... nun denn: so schnell kann die Realität die Satire einholen. Fast wie beim Wettrennen zwischen Hase und Igel. [via Andi]

Departure bloggt

Unter blog.departure.at schreibt Christoph Sattler ausführlich über Konvergenz und Co, liefert eigenwillige McLuhan Interpretationen und wartet auf Kommentare, die bislang noch nicht so richtig ins Rollen kommen wollen; aber das Blog ist ja auch recht neu. Dabei zahlt sich ein Blick unbedingt aus, vor allem für die Liebhaber mehrzeiliger Satzkonstruktionen. Hier mein Kandidat für den Eröffnungssatz des Monats:

Eines der wichtigsten Argumente für die Nutzung des Convergent Design Models ist, dass neue Services (Medien und Inhalte), welche die konkreten Praktiken und Einstellungen der UserInnen als Fundament ihrer Entwicklung und Verbreitung begreifen, tendenziell wesentlich größere Erfolgschancen haben als jene Produkte, deren Annahme die UserInnen zu einer produkt-immanent bedingten behavioristische Veränderung ihres Verhaltens zwingt.

Ja... nutzen/nutzerorientiert halt. Das verbleibende Klüftlein bezeichnet der gemeine Medientheoretiker dann als media literacy. (Hint: Gut wär auf jeden Fall, den title-Tag im Sourcecode zu befüllen!)

HaxOrcise!

Stirb, professionelle Unix SCO-Festplatte! Don't try this at home. I think you have no good faith - you have to believe in its burning!

And I saw, and I heard a voice of many fallen angels followed by drones and the living creatures and the elder hackers; and the number of enslaved users was ten thousand times ten thousand, and thousands of thousands; saying with a great voice, "Unworthy is the disk that hath been slain to receive the power, and riches, and might and honor!" And every created thing which is in the heaven, and on the earth, and under the earth, and on the sea, and all things are in them, heard I saying, "Blast it from the throne!" And the four living sys admins said, Amen.

w00t? Bitteschön, hier ein großartiges Video von Kewagi feat. q/uintessenz und monochrom's very own Johannes. File under: we're all Christian soldiers, watchin' as you walk:

YouTube Preview Image

Und dann noch in eigener Sache: Dirt Dawg steht knapp vor Level 20. Und ist ausgerüstet wie ein echter Arena-Profi. Natürlich red ich von Duels, einem vergleichsweise stupiden aber lustigen Online Prügelspiel. Oder, wie Leon so schön schreibt:

also geht raus da, leveld euch hoch, findet "Dirt Dawg" und zeigt ihm wer der wahre Franz ist :-D

Ich warte! Es geht doch nichts über einen kleinen Schwertkampf am Sonntag. Im übrigen wünsche ich einen wunderschönen solchen!

PS: Und der Umzug auf den Rootserver geht dieser Tage über die Bühne. Dann klappt's auch endlich mit den elendigen wesentlich zu langen Ladezeiten.

Klaus Eberhartinger gewinnt Dancing Stars

Der Frontmann der EAV macht in letzter Zeit ganz schön viel von sich reden: 2005 feierte die Erste Allgemeine Verunsicherung ihr 100-jähriges Jubiläum, und nun gewinnt er auch noch den Dancing Stars Contest im ORf.

Ich bin wirklich alles andere als ein kompetenter Beurteiler rhytmischer Bewegungen am Parkett - aber das Finale war schon beeindruckend: Zabine und Alex Zaglmaier schieden vor dem Finale aus, Peter Eppinger und Julia Polai legten eine flotte Sohle zu Robbie Williams hin, aber Klaus Eberhartinger und Kelly Kainz überzeugten nicht nur durch perfekt synchronisierte Bewegungen, sondern auch einen ausgesprochen originellen Men-Strip: und in der Unterhose vor ganz Österreich zu stehen war dann selbst dem geborenen Showman wohl nicht ganz geheuer, sodass er anschließend sein Cocktailglas fallen ließ. Vermutlich waren's aber dennoch nicht die Scherben, die das Glück brachten, sondern eine Menge harter Arbeit: der Sieger der neuen Runde hat doch ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel als sein Vorgänger Manuel Ortega. Most impressive.

Über die musikalischen Qualitäten der Band mögen andere ablästern, mein erstes Popkonzert ever war ein Auftritt der EAV in Debant bei Lienz, auch schon knapp zwanzig Jahre her. Sowas prägt - und während ich mit 11, 12 alle Alben auf- und abgehört hab, verdrängte ich irgendwann den Beginn der Sozialisierung mit Sprechgesang. Jedenfalls übertrug der ORF am Samstag in seiner neuen Konzert-Schiene den Jubiläumsgig der EAV in der Wiener Stadthalle (Dezember 2005) - und ich kann nur sagen: fetter Sound! Die mit neuen Riffs und Rhythmen gepimpte Versionen alter Hits plus die durchaus zeitlosen Texterqualitäten von Thomas Spitzer gefallen noch immer. Oder wieder, ich sag nur: "Dideldum, dideldei, ist da noch ein Platzerl frei..." Mehr zur Bandgeschichte gibt's auf der EVA-Heimseite oder auf der des Fanclubs.