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Artikel-Schlagworte: „Echtzeit“

Wen soll ich pingen?

Seit ich meine immer noch recht beliebte Liste von 65 Ping Services veröffentlicht habe, sind eine Menge Bytes die Backbones entlang geflossen. Sebastian hat mich netterweise dran erinnert, dass nach 2 1/2 Jahren mal ein Update fällig wäre.

Zur Erinnerung: diese Adressen trägt man im WordPress-CMS unter "Einstellungen > Schreiben" ins Feld "Update Services" ein. Beim Publishen eines neuen Artikels werden die jeweiligen Services, in der Regel meist Suchmaschinen und/oder Aggregatoren, über den Ping-Mechanismus sofort verständigt, was im Idealfall zu einer schnelleren Indizierung der Artikel führt. Diesen Beitrag weiterlesen »

Blogistan Panoptikum KW44 2009

Nach der urlaubsbedingten Pause geht es heute an dieser Stelle wieder mit dem gemeinsamen Wochenrückblick von Linzerschnitte und datenschmutz weiter. Unvorstellbares hat sich schon wieder zugetragen: Twitter unterstützt mit der neuen Funktion "Lists" ein Komfortfeature, mit dem avanciertere Clients schon lange glänzen, die deutsche Regierung steht zur 2-Klassen-Medizin und die 2. Klasse kriegt zukünftig nur mehr Soylent Green. Aber wir greifen schon wieder davor, dabei sollten wir doch eigentlich zurückblicken!

Judith aka Linzerschnitte Ja, jetzt ist es endlich soweit: Auch wir Österreicher dürfen bei der Cloud-Revolution mitspielen! Lange haben wir uns leid gesehen, nun darf auf auch hierzulande eine Web 2.0-Revolution exekutiert werden! Mit allem, was zum Web 2.0 dazugehört: Facebook Gruppen, Flickr, Twitter, Hashtags, Blogs, Wikis, Livestreams. Auch würde es Inhalte geben, wurde kolportiert. [/Sarkasmus]

Seit 10 Tagen wird das Wiener Audimax besetzt, und was da an Protestinfrastruktur aus dem Boden gestampft wurde ist ziemlich beeindruckend. So sehr, dass die Medienberichterstattung sowohl in Old- als auch in New Media sich mehr um Livestreams, Voküs und Facebook-Gruppen zu drehen scheint, als um Inhalte. Doch darüber sind alle sich einig: Die Uni-Besetzer in ganz Österreich kann man nur unterstützen. Die Zustände an den Unis sind schon lange unerträglich und die Unterzeichnung der Bologna-Erklärung kommt rückwirkend gesehen einem bildungspolitischen Waterloo gleich. Mein persönliches aktuelles Frusterlebnis in Sachen Bologna-reformierte Uni: Die neuen, verschulten Studiengänge schließen berufsbegleitendes Studieren vollständig aus.

audimax besetzung Blogistan Panoptikum KW44 2009Genauso tragisch ist der völlige Ausschluß von Studenten und Mittelbau aus sämtlichen entscheidenen Gremien, eine kleine Entdemokratisierung, die uns die schwarz-blaue Koalition vor 8 Jahren bescherte. Und wer so etwas wie das akademische Schlußlicht Europas ist, sollte universitäre Platzprobleme nicht mit Zugangsbeschränkungen lösen. Denn hätte es in den späten 90er Jahren Zugangsbeschränkungen gegeben, hätten wohl viele Jugendliche wie ich, die nicht aus Akademikerfamilien stammen, niemals den Entschluß gefasst, sich das mit dem Studium mal anzusehen. Gegen die Einführung der Studiengebühren hab ich schon vor Jahren demonstriert - dann allerdings meine Meinung revidiert: Nach Einführung der Studiengebühren habe ich (wenn auch zeitversetzt) doch einige merkliche Verbesserungen an den Unis gesehen und würde Studiengebühren kombiniert mit einem entsprechenden Stipendienwesen durchaus für sinnvoll erachten. Zum Thema "Sexismus an Unis" fällt mir fast nur eins ein: Niemals wieder ist mir an einem Ort so wenig Sexismus untergekommen, wie an der Uni - zumindest aus Studentensicht. Davon abgesehen hat dieses Thema mit dem Kern der Debatte wenig bis nichts zu tun.

Nichtsdestotrotz ist aber auch die Slacktivism Rate bei #unibrennt ziemlich hoch. Fast 24.000 Unterstützer auf Facebook, 1.300 weitere bei der Gruppe "ArbeitnehmerInnen unterstützen die Uni-Proteste". Klingt großartig. Bei einer geplanten Kundgebung der "ArbeitnehmerInnen" am Nachmittag des 1.11.2009 sind dann von 130 fix angemeldeten und 200 "maybes" knapp 15 Leute erschienen. Und im Audimax auf etwa 50 weitere Besetzer gestoßen. Nicht verwunderlich, neun Tage Besetzung und Protest fordern ihren Tribute. Aber mal ehrlich: in Österreich gibt es knapp 200.000 Studierende - sind alle bisher zuhause gebliebenen mit den Zuständen an Österreichs Unis zufrieden?! Also, Ärsche hoch, Freunde, so schnell kommt die Gelegenheit nicht wieder, etwas verändern zu können - oder es zumindest zu versuchen.

Bleibt nur mehr zu hoffen, dass die Revolution und ihre Basisdemokratie nicht ihre Kinder frisst. Amen.

PS: Wer real unterstützen will: http://wiki.unsereuni.at
Wer lieber beim Slacktivism bleibt: Facebook Gruppe "Unsere Uni", Facebook Gruppe "ArbeitnehmerInnen unterstützen Uni-Proteste", Facebook Page TU Wien brennt
Twitter: @ugrazbrennt
www.unsereuni.at
FlickR: Uni brennt, FlickR Gruppe

Facebook wird weniger viral

ritchie aka datadirt Zynga und Playfish, die zwei größten Anbieter von Social Games auf Facebook, haben gut lachen: sie erzielen mit ihren Spielchen Millioneneinkommen, während Host Facebook noch immer keine positiven Cash-Flow generiert. Die diversen Notification-Messages sollen zukünftig gravierend eingeschränkt werden, wie VentureBeat berichtet:

Facebook is having one-on-one meetings with some of its larger developers detailing a series of changes that could significantly affect the way applications are spread through the social network. [...] From what we hear, Facebook is reshuffling all the traditional channels like notifications and requests that developers use to reach new users and tucking them away in harder-to-reach parts of the Web site. The idea is to give users more control over the information they see on their homepage.

Kurz gesagt Spiele werden sich nicht mehr so einfach viral verbreiten, und mit den nervigen Dauer-Requests dürfte auch bald Schluss sein. VentureBeat kennt noch mehr Details: so sollen alle Notifications mittelfristig in die Inbox wandern. Spielehersteller werden sich zukünftig als verstärkt auf bezahlte Werbung verlassen müssen, um ihr Publikum zu finden.

Gemeinsame Feinde verbinden

ritchie aka datadirt Gerald Wagner hat in der FAZ über Facebook nachgedacht und bringt unter dem mehr als hochtrabenden Titel "Eine Soziologie von Facebook" einige relativ lose Gedanken zum Ausdruck. Von der provokanten Eingangsfrage bis zu ihrer Beantwortung braucht der Autor aber gerade mal einen Absatz:

Facebook ist zum neuen Leitmedium des Internets geworden. Lernen wir von Facebook entscheidende Verschiebungen im Sozialen, neue Vergesellschaftungsformen, gar auf Kosten der alten?
[...]
Sollte Facebook, wie es vielerorts behauptet wird, stellvertretend für eine Kultur der "neuen Verknüpfungsformen" stehen, wäre es eine Verbindung von größter Beliebigkeit mit Folgenlosigkeit.

Der Essay ist unbedingt lesenswert, weil er in seiner bemerkenswert verständnislosen Kritik das größte Social Network mit einer Art Personenregister verwechselt und dann zum Schluss kommt, dieses funktioniere nicht so gut wie ein Polizeicomputer:

Ist das Insistieren auf dem Recht auf Neuanfänge, auf Häutungen und Brüche im Leben nicht viel zeitgemäßer als das bleischwere Herumwühlen von Facebook in meiner Vergangenheit? Sind wir nicht gerade darum in den Achtzigern nach Berlin gegangen? Nicht bei Facebook. Mit fröhlicher Penetranz zieht es aus entlegenen Winkeln meiner Biographie einen Kronzeugen der Kontinuität hervor. Es gibt kein nachtragenderes Medium. Damit beharrt dieses Netzwerk eigentlich auf einem Leitmotiv der qualitativen Sozialforschung, nämlich von der narrativen Identität der Persönlichkeit auszugehen. Das Netz verspricht, jedem seine Geschichte erzählen zu können. Dass die auf ein paar durchquerte Institutionen und verblichene Gesichter zusammenschrumpft, scheint keinen Unterschied zu machen.

Ich jedenfalls habe noch keine Beschwerde darüber gehört, dass ein "Telefonbuch ja bloß Nummern, Namen und Adressen enthält".

Stehst du auf der Liste?

Judith aka Linzerschnitte Dieser Satz hat nun eine völlig neue Bedeutung: Waren bisher meistens Gratiseintritte zu mehr oder weniger exklusiven Events mit dieser Frage in Verbindung zu bringen, geht es nun darum, auf möglichst vielen Twitterlisten zu stehen - und wenn nicht dass, dann wenigstens möglichst viele Twitterlisten anzulegen. Twitterlists gibt den Usern die Möglichkeit, mehrere Tweeper thematisch zu filtern und diese Listen beliebig zu betiteln. Alle Infos dazu gibt's am offiziellen Twitter Blog.

Tweetdeck und Seesmic Desktop User haben bei den Twitterlists wahrscheinlich eh nur gelangweilt gegähnt, kennen beide Clients das Feature unter der Bezeichnung "groups" ja schon länger. Bald soll auch eine Synchronisation via Twitter API möglich sein.

Ach ja, und wer schon immer mal in San Francisco beim coolsten Startup der Welt arbeiten wollte - Twitter is hiring!

Air 2.0 in Adobes Pipeline

ritchie aka datadirt Nicht bloß heiße Luft: AIR hat sich als beliebte Plattform für Social Media Clients fest etabliert, mit der zweiten Auflage wollen die Adobe Labs ihrem Framework neue Features verpassen. ReadWriteWeb weiß, warum effizienterer Umfang mit Speicherressourcen dringend notwendig ist:

The New York Times for example, one of the most new-media capable old-school institutions in the US, recently asked its staff to stop using the AIR app Tweetdeck because it's such a memory hog. That's probably one of the reasons why Times staff appears to be posting to Twitter less these days.

Weiters wird AIR 2.0 Multitouch-Gesten und lokales Audio-Encoding beherrschen - bis zum Release werden aber noch einige Panoptika ins Land ziehen, Adobe plant die erste Jahreshälfte 2010 an. Jede Menge nicht unbedingt nützlicher, aber zumindest hübscher Air-Applikationen findet man übrigens auf refreshingapps.com/.

Suchergebnis-Reputation-Management

ritchie aka datadirt Große neue Erkenntnisse hat der Beitrag im offiziellen Google Blog auch nicht zu bieten - zumindest der Tipp "zuerst nachdenken, dann veröffentlichen" kann getrost als alter Hut gelten:

The first step in reputation management is preemptive: Think twice before putting your personal information online.

Interessanter ist das schon der Teil übers "proaktive Publizieren": wenn man lästige Infos schon nicht los wird, weil der Webmaster der Drittseite partout nicht agieren will, muss man eben gegensteuern. Google empfiehlt dazu unter anderem, eine öffentliche Profilseite im eigenen Haus anzulegen: in der Tat eine oft übersehene Funktion, die das Potential hat, mittelfristig Xing und LinkedIn überflüssig zu machen.

Der Post-Journalismus Journalismus

ritchie aka datadirt Doc Searl berichtet über eine Round-Table Diskussion zum Thema "Geld verdienen mit Medien im 21. Jahrhundert", an der unter anderem Sherry Turkle und Virginia Postrel teilnahmen. Die Zusammenfassung ist unbedingt lesenswert und fasst die Verwobenheit von Technologie, Wirtschaftsorganisation und Medienmodellen sehr gut zusammen:

he Net employs a principle called end-to-end. Among other things, it assumes that the bulk of intelligence is at the ends of the network — with people and the devices serving them — rather than in the middle, where the phone companies used to be, back when they thought, as old-fashioned formerly modern industrial companies, that most of the network’s intelligence should reside, and make decisions for us.

Mobile Themes für WordPress.com Blogs

ritchie aka datadirt WordPress.com Blogs sind ab sofort standardmäßig mit Mobile Themes ausgestattet, wie ReadWriteWeb berichtet. Zwar kommen moderne Smartphone mit leistungsfähigen Browsern, doch allein schon aufgrund des kleineren Displays und der schnelleren Ladezeiten empfehlen sich optimierte Templates. Wer sein Blog selbst hostet, hat die Qual der Wahl zwischen dem iPhone-optimierten WPTouch und Carrington Mobile. Beide Themes kommen als Plugins daher und lassen sich in Windeseile konfigurieren. Denn:

From the slow emergence of mobile reading and publishing to the unwillingness of carriers to solve bandwidth problems, it's clear that the mobile web is still in its very early stages. For now, little things like this make a very big difference.

Kühe furzen zuviel

ritchie aka datadirt So manches langgezogene "Muhhhh!" könnte in Wahrheit ein klimaschädigender Darmwind sein, glaubt man Lord Stern, einer der "führenden Experten für Klimawandel" (wobei ich mir sicher bin, wodurch genau sich Expertentum in diesem Bereich auszeichnet). Als er jung war, gab's noch lustige Promille-Straßenrennen, bald wird einem die Polizei den Führerschein auch ab 0,5 Gramm tierischem Eiweiß in der Atemluft abnehmen:

Und er prophezeit gar, dass der Fleischverzehr in Zukunft gesellschaftlich so geächtet sein wird, wie es heute das Autofahren in betrunkenem Zustand ist. "Ich bin jetzt 61 und die Einstellung gegenüber Alkohol am Steuer hat sich seit meiner Studentenzeit radikal verändert", so Lord Stern. Der Ökonom rät den Teilnehmern der Weltklimakonferenz Ende Dezember in Kopenhagen, darauf hinzuwirken, dass die Preise für Fleisch erhöht werden.

Das Methan der Kühe (CH4) sei als Treibhausgas 21mal effektiver als jenes furchtbar schädliche CO2, das beispielsweise Menschen beim Ausatmen produzieren. Wollen wir bis Ende des Monats eine unmittelbar bevorstehende Klimakatastrophe verhindern, gibt's also nur zwei Varianten: entweder werden *alle* bis Ende der Woche Vegetarier. Vorher gibt's aber noch eine große Schlachtplatte samt Café Latte, die ganzen Kühe müssen ja weg. Oder die Franzosen hören auf, soviel alten Käse zu essen - das könnte der Menschheit eine Verschnaufpause von mehreren Jahrzehnten verschaffen.

Keine Alternative zur Schweinegrippe in Sicht

ritchie aka datadirt Was als relativ harmloser Twitter-Virus begann, entwickelte sich zu einem medialen Flächenbrand, an dem selbst Telepolis nicht mehr vorbei kommt:

In Deutschland zieht das Zwei-Klassen-System nun ganz offiziell als Regierungspolitik ein. Während die Regierung für das gemeine Volk 50 Millionen Pandemrix-Impfdosen mit Wirkverstärker vom Pharmakonzern Glaxosmithkline bestellte, orderte man für das Kabinett, die Bundesbehörden und die Bundeswehr 200.000 Celvapan-Impfdosen von Baxter. Sie sind ohne Wirkverstärker und sollen verträglicher sein.

Ein einziges PR-Desaster, diese Schweinegrippe - nach der jahrhundertelangen Ächtung des Schweinefleisch durch Moslems nun das: kein Wunder, das Verschwörungstheoretiker komplexe Pläne vermuten. Die Welt Online hat umfassend recherchiert:

So schnell wie die Schweingrippe verbreiten sich wilde Theorien dazu: Tote Schweine in China, fiese Industriefarmen in Mexiko sowie eine Verschwörung von al-Qaida und mexikanischen Drogenkartellen – all dies sind nur einige der Erklärungsversuche, die sich um den Ausbruch der Krankheit ranken.

Eines steht jedenfalls fest - exotische Tiere sind wenig gefährdet, ein mm>Schneckenschnupfen oder Hummer Hirnsausen eigenen sich nicht für die Massenhysterisierung. Doch ich zittere mit Alinaluna um die armen Lämmchen:

Mal gibt’s die Vogelgrippe-Heute kräht kein Hahn mehr danach....
Vormals war es BSE .....Die Kuh macht auch kein Muh mehr.....
Ich warte bis das mit den Schweinen vorbei ist denn dann kommt die Schafseuche....Mäh.

Foto der Woche

Judith aka Linzerschnitte Halloween ist nicht jedermanns Sache. Ich verweigere mich dem jährlichen Kürbis-Zirkus aus Prinzip. Aber dieses Foto fand ich dann echt genial. (Copyright by Burt Zinsler / Facebook):

facebook burt zinsler Blogistan Panoptikum KW44 2009

Ritchies Video der Woche: Found Footage: San Francisco 1958

Das folgende Material hat Jeff Altman im Nachlass seines Großvaters gefunden - die 50er-Jahre Aufnahmen der Fahrt durch San Fran versprühen einen ganz besonderen Retro-Charme:

http://www.vimeo.com/6337228

Judiths Video der Woche

Sonnenuntergänge am Meer hat jeder schon mal gesehen - aber wohl kaum jemand hat sich daran jemals sattgesehen. Schon gar keine käsigen, sonnenunverwöhnten Ösi-Touristen am Strand von El Palmar an der Costa de la Luz, Spanien.

http://www.vimeo.com/7383010

Lesetipps der Woche

  • "Pumpkin-Carving" ist eine Kunst, die geübt sein will: Mashable hat unter anderem einen WordPress- und einen RSS-Kürbis zu bieten.
  • Scobble mag den Google Reader nicht mehr, denn der sei langsam und mühsam in punkto Freundesverwaltung, sagt Robert.
  • Digg kauft WeFollow und will die Echtzeit-Fähigkeiten mit dem Twitter-Portal steigern (TechCrunch).
  • Das neue Social Network, für jene, denen Social Networks schon beim Halse raushängen... alleinr!
  • Nicht ganz so prominent gelegen, wie der neue Helmut-Zilk-Platz mitten in Wien, aber immerhin: Nach Twitter wurde bereits eine Straße benannt.
  • Nein, nicht nur den öffentlich-rechtlichen Sendern und dem armen Professor Hademar Bankhofer soll die gute alte Schleichwerbung verboten werden - auch Blogger sollen in Zukunft Ethik vor SCHGGG (Schleichwerbung für Geile Gratis Gadgets) verboten sein... Anm. von dd: fda!!! (full disclosure always :mrgreen:)

Und das war's auch schon wieder mit dem Zurückschauen auf 7 Tage mal 24 Stunden mal 60 Minute mal 60 Sekunden, also 604.800 Blogosphärenwochen-Momente. Danke für Ihre hochgeschätzte Aufmerksamkeit, bleiben Sie uns und unserem RSS-Feed treu! Linzerschnitte und datenschmutz wünschen immens erkleckliche Restsonntagsminuten und einen grandiosen Start in die kommende Woche - wir treffen uns morgen im Social Web.

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick - für jeden Eintrag gibt's auf Wunsch einen Backlink! Hier geht's zum Einreich-Formular.

Blogistan Panoptikum KW19 2009

Am Freitag war ich mit Judith in der ATV-Küche mixend und filmend tätig - die ersten Rohaufnahmen für unsere Cocktail-Serie, eine Koproduktion von ATV, datenschmutz und cocktail-blog.com, sind Kasten. Oder besser gesagt auf Solid State... watch out for Daiquiri Madness, demnächst mehr dazu. Ansonsten habe ich in der vergangenen Woche wieder mal, wie Pete zu sagen pflegt, "viel gelacht, viel geweint, viel gelernt". Trotz aller Social Media Schnickschnackerein können auch Diskussionen auf den guten alten Mailingliste ganz schön hitzig werden. Und wie auf Twitter kann man Personen unfollowen, allerdings nur allen auf einmal ("Bitte nehmt mich von der Liste! Diese Spamflut! Mami, ich muss Bäuerchen machen.") oder sie sogar blocken (if sender = datenschmutz -> move to trash). Tja, "new media contains old media" - da hätte Mac schon recht.

Die Grünen deklarieren sich

Ich bin Vorwählerin, weil ich an Märchen und Heilsversprechungen glaube
Ich bin Vorwählerin, weil ich die linken Fundis bei den Grünen loswerden möchte
Ich bin Vorwähler, weil ich den ganzen Tag vorm Internet sitze und keine Freunde habe
Ich bin Vorwähler, weil ich von der ÖVP dafür bezahlt werde

Diese und ähnliche Sprüche wurden innerhalb eines verdächtig kurzen Zeitraums in Max' Bannergenerator eingetippt. Mit dem kann man personalisierte Banner erstellen, um Support für die Aktion Grüne Vorwahlen kundzutun. Die ganze Sache hat eine längere Vorgeschichte: im Gegensatz zu allen anderen Parteien erlauben die Grünen "Unterstützern" bei der Erstellung der Kandidatenlisten mitzustimmen, ohne aber Parteimitglied zu sein. Helge und einige weitere unzufriedene potentiell-Grün-Wähler nutzten diesen Passus auf smarte Weise aus und riefen besagte Vorwahlen ins Leben, mehr zu diesem Stück partizipative Demokratie gibt's bei Helge nachzulesen. Und jetzt kommt der Hammer: die obenstehenden Banner haben sich die Grünen, die mittlerweile wohl ebenso viel Angst vorm Internet zu haben scheinen wie der ORF Programmdirektor, selbst gebastelt! Ich sag nur: a) Eisenhintern. b) Don't mess with Karli's toys! :mrgreen:

3 Worte für König Content

Clear - Concise - Compelling. Das empfiehlt zumindest der Copyblogger:

Writing for the web is a minimalist affair. Your words, sentences and paragraphs are short. Precise. Lean. Tight. Web writing trades in sheering off useless words. Cutting flabby paragraphs…
Even shedding entire pages.
Think that's harsh? Jakob Nielson recommends you cut up to half of the words for every print page you plan to put on the web.

Ich bin ja kein großer Nielsen-Fan - aber die grausame Wahrheit ist: man muss den persönlichen Trade-Off finden. Ich zum Beispiel schreib nicht immer nur für meine Leser (pardon), sondern auch für mich, weil ich gerne mit Sprache rumspiele. Das macht manche Sätze komplizierter und missverständlicher als nötig... aber wenn ich keinen Spaß am Schreiben hätte, dann gäb's dieses Blog überhaupt nicht. Insofern muss man, da Schreiben nun mal eine der Haupttätigkeiten jedes Bloggers ist (wenn auch bei weitem nicht die einzige), einen persönlichen Mittelweg finden. Und ganz ehrlich: wenn sich alle an clear-concise-compelling hielten, dann wären einige meiner Lieblingsblogs mit einem Schlag nur mehr halb so lesenswert. Wie sehen Sie das?

Scoopler sucht in Echtzeit

Während sich altgediente SEOs über die mittlerweile doch schon recht raschen Index-Update-Zeiten von Google freuen, wächst und gedeiht derweilen anderswo die Echtzeit-Suche - Scoopler etwa verwirft die Idee eines starren Index völlig und präsentiert aktuelle Ergebnisse aus mehreren Quellen als Live-Stream:

Scoopler is indexing live streams from Twitter (Twitter reviews), Digg (Digg reviews), Delicious (Delicious reviews), Flickr (Flickr reviews) and Identica in real-time, and not only that; it’s also indexing links, videos and photos from these data sources, which is similar to what Twitter has been planning to do. As a result, Scoopler doesn’t feel so much as a search engine, more like a news site with a constant stream of live updates in the middle (paused when you mouseover, a nice touch), list of hot topics on the left, and most popular results on the right.

Details zum neuen Suchservice kennt Mashable - Reviewer Stan Schroeder freut sich einerseits über die elegant aufbereiteten Ergebnisse und die integrierte Relevanzwertung, hält diese jedoch für verbesserungswürdig: im Fall von Twitter etwa berücksichtigt Scoopler nur den nackten retweet-Rank, lässt sich also mit anderen Worten sehr leicht manipulieren.

5x Twitterforschung

Mashable hat eine Reihe von Statistik-Tools für Twitter zusammengetragen und spricht relativ hochtrabend von "Research Tools":

Fortunately, there are several tools out there that can help analyze Twitter data, understand user behavior, and graph it for analysis and presenting to others. Today, we’ve picked out five great tools to get you started.

Die meisten kennt man als 140-Zeichen-Junkie ohnehin schon, aber zumindest die hübschen Xefer Charts waren neue für mich.

Zeit managen wie ein Profi

Wir arbeiten an der großen Zerstreuungs- und Ablenkungsmaschine Computer, was so manches Problemchen mit sich bring. Lifehack hat vier Tipps für außergewöhnlich gestresste Mitarbeiter. E-Mails nur zu bestimmten Zeitpunkten checken und so - Prokrastinierer sollten mittlerweile ohnehin wissen, dass sämtliche Alert-Pop-Ups ihre natürlichen Feinde sind, die es zu deaktivieren gilt. Hilariös fand ich allerdings diesen Satz:

In times past, when training budgets were somewhat normal the solution was easy. Sign up for a class in New Jersey, make sure that the boss is involved in the planning, offer a one page post-course “summary,” and email a thank-you for the life-changing opportunity.

Tja... vom Angestellten 2.0 wird eben erwartet, dass er sich selbst fortbildet. Da kann man sich doch auch gleich selbständig machen!

SEO News der Woche

Bottom Feeder können sogar bei Xing ein paar Backlinks abgreifen (als ich dort noch ein Profil hatte, war die About-Seite quasi ein vollgestopftes Kontext-Link-Directory). Mehr als PR1-2 wird's zwar nicht, aber einem Free-Account schaut man bekanntlich nur dann ins Maul, wenn mal das Kind im Brunnen liegt. Oder so. Yannick hat da sicherlich andere Tricks an Lager - er startet gerade mit seiner neugegründeten Agentur durch - Gratulation und guten Start! Ich sag ja nur: David gegen Goliath!

Nicht nur Käse schimmelt

Was tun mit expired content? Rand Fishkin empfiehlt die von den Seonauten auf deutsch erklärte "Hybridmethode":

Der schlechteste Weg ist, die Seite einfach zu entfernen. Die Suchanfrage gibt ein 404 aus und aus ist die Maus. Zumindest wenn du die 404 im Standard behältst.
Der zweit-schlechteste Weg ist die Seite so zu lassen wie sie ist. Sicherlich werden noch ein paar Leute nach dem alten Zeug suchen, aber macht das einen Sinn ?
Besser ist es die Seite gänzlich zu redirecten per 301 und damit dauerhaft umzuleiten auf eine Seite, die am besten themenrelevant ist zu dem alten Thema. Beispiel : iPhone zu IPhone 3G oder ähnliches
Was nach meiner Meinung aber eine noch bessere Methode sein kann (auch wenn sie nicht immer passt) ist die Teil-Trust-Übergabe an eine neue URL durch Verlinkung mit passenden Anchor Texten oder der Teil-Trust Übertrag an eine URL einer neuen Domain.

Sei kein Domainer

Oder sei einer, aber dann bitte richtig - im Matthias Süß erklärt dem Netten SEO im Interview nämlich die Unterschiede zwischen URL-Händlern und URL-Optimierern:

Aus der Sicht eines Suchmaschinenoptimierers interessieren mit an einer Domain andere Faktoren als einem Domainer. Einem Domainer sind die eingehenden Links beispielsweise völlig egal, da sind der Domainnamen und die Top Level Domain viel wichtiger. Bindestrichdomains würde eine Domainer i.d.R. nie anfassen. Und dann gibt es noch die Projektentwickler, die wiederum andere Ansichten mitbringen.

Der Focus rankt

Auf Suchmaschinentricks.de gibt's eine interessante Statistik zu bewundern - und zwar die numerische Beantwortung der Frage, wer in Google am häufigsten (also mit den meisten populären Keywords) auf Platz 1 steht:

Um diese Frage zu beantworten, habe ich einen kleinen Blick in meine Datenbank geworfen und mir die Websites herausgefischt, die die meisten Top-Platzierungen in Google erreichen. Als Suchbegriffe habe ich die zehntausend häufigsten Suchanfragen der letzten Jahre (Quelle: meine Keyword-Datenbank) zugrunde gelegt. Diese Liste geht von Google bis Planetarium und sollte den "Short Head" der deutschen Suchanfragen umfassen.

Die Zahlen gelten für Deutschland, wenig überraschend landete die Wikipedia auf Platz eins und zwei (de und en), Bronze geht am Amazon. Chip und Focus sind mit Platz 5 respektive 9 auch sehr gut vertreten - die komplette Top-100-Liste gibt's als Excel-Download.

Video der Woche

Das Video der Woche ist in dieser Woche kein Video, nicht mal im weiteren Sinn - sondern ein Panorama, sogar ein unendliches. Und definitiv eines meiner kontemporären 10 Lieblingskunstwerke:

Das Unendliche Panorama ist eine Endloszeichnung der Filmemacherin und Autorin Andrea Maria Dusl. Es erscheint seit Herbst 2008 - in kontinuierliche wöchentliche Folgen unterteilt - in der Wiener Stadtzeitung Falter. Das Unendliche Panorama ist die kolorierte Fassung jenes legendären Projekts, das Dusl zwischen 1985 und 1995 im legendären österreichischen Diskurs-Organ FORVM publizierte.

Man kann also auf legalen und dubiosen Wegen versuchen, sämtliche Falter-Ausgaben seit Herbst 2008 zu ergattern und sich anschließend mit einer Schachtel Buntstifte unverzagt an die Arbeit machen. Oder man nutzt einfach den Webbrowser der Wahl und geht nach http://bureau.comandantina.com/panorama/ (Embedding spielt's leider nicht). Und das beste dran: man setzt das Panorama via onMouseOver in Bewegung, und es läuft und läuft - also irgendwie doch quasi ein Video. Den Link hab ich übrigens gerade frisch von @Matthias_Cremer bekommen, besten Dank dafür!

Und zum Drüberstreuen gibt's noch das neue Oeuvre der Fibro Twins (das sind die Jungs, die auch für das Skatevideo "Fire Pit Hunt" von letzter Woche verantwortlich zeichnen - imho sehr gelungene Bild-Text-Collage mit Effekten satt:

Und das war sie auch schon wieder, die Rückschau auf die vergangenen sieben Tag. Nächste Woche wird's hier give-away technisch wieder äußerst spannend, denn dank Susanne Holzer verlose ich ein Ticket für die meshed #1 Konferenz am 28./29. Mai in Linz im Wert von €680,-. Und weil das bisher der teuerste Preis ist, den ich je auf datenschmutz verschenkt habe, müssen sich alle, die gewinnen wollen, auch richtig anstrengen :mrgreen: Ich werde ab Montag für drei Tage lang ein Twitter-Quiz starten, und wer die meisten Fragen richtig beantwortet, hat freien Eintritt bei dieser spannenden Online-Marketing Konferenz - ich werde übrigens auf vor Ort sein und Ende Mai live berichten. Nähere Details zur Verlosung gibt's ab Montag. Ich wünsche einen schönen Sonntagabend, wir lesen uns morgen.

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Facebook: In Kürze mit Live-Feeds

facebookupdatesIn mehreren Datenbank-Tabellen wurden Parkverbots-Tafeln aufgestellt, die Grabungsarbeiten haben bereits begonnen. Kommunikationsbehinderungen werden durch die Baustelle nicht erwartet, meldet der Facebook Verkehrsfunk - in Kürze werden User auf die neue Version umgeleitet. Die soll sich vor allem durch verbesserte Übersichtsseite, einfachere Filter- und Publishing-Möglichkeiten sowie den neue Livefeed, der in Echtzeit über alle Geschehnisse aus dem virtuellen Freundeskreis informiert, auszeichnen.

Die ersten Screenshot lassen auf stark verbesserte Usability hoffen - Facebook erklärt die Änderungen kurz und knapp so:

The publisher lets you share your thoughts and content like photos and notes into the stream. You have one stream—your Wall—on your profile, and one stream on your home page that represents the on-going, flowing conversation between you and your friends.

Die "Homepage Tour" beschränkt sich auf ein paar Grafiken, für einen Screencast hat's wohl nicht gereicht :mrgreen:

Facebook Update

Wohl nicht zuletzt unter dem Eindruck des durchschlagenden Twitter-Erfolgs setzt Facebook mit dem kommenden Update stärker auf Echtzeit-Kommunikation und User-Postings. Die kritische Masse ist längst erreicht, ich vermute mal, dass die neuen Features auf recht große Gegenliebe stoßen werden.

Was an dieser Stelle übrigens auch mal angemerkt werden muss: diese wellenförmig wiederkehrenden Hysterien über Evil Facebook, schlimme Änderungen der Nutzungsbedingungen und so weiter gehen mir wirklich auf den Wecker. Mögen die schlauen Köpfe, die Einladungen zu Facebook-Boykott Gruppen verschicken, sich doch bitte mal die Zeit nehmen, die AGBs zu lesen und sich darauf aufbauend eine eigene Meinung bilden. Danke.

Wie man seine Online-Reputation in Rekordzeit ruiniert

Diese Kolumne habe ich für das aktuellen Blogpiloten-Special Identity Management geschrieben.
elis 1226691932 Wie man seine Online Reputation in Rekordzeit ruiniertObwohl Echtzeitmedium, treten die wahren Qualitäten des Netzes erst auf lange, manchmal auf sehr lange Sicht zutage: denn dank der Versatilität digitaler Daten und permanenter Fortschritte in punkto Totalerfassung benimmt sich das Netz meist wie der sprichwörtliche Elephant: es weigert sich zu vergessen. Das klingt nicht nur beunruhigend, das ist sogar äußerst verstörend, bedenkt man die Erkenntnisse der neueren Gehirnforschung: das Vergessen, so die Kartographen unseres Verstandes, sei, so die Apologeten dieser These in typisch-euphorischer Übertreibung, sei mindestens gleich, wenn nicht viel wichtiger als sämtliche Merkfunktionen zusammen. Nur dank der Gnade des Vergessens kann unser unruhiger Affengeist, wie die Buddhisten sagen, nämlich überhaupt die Flut der zahllosen Informationen vom Typ überlebensrelevant bis Klatschspalte langfristig sortieren.

Man kennt das ja vom Frühjahrsputz: wenn all das alte, nutzlose Gerümpel erstmal im Vorraum steht, scheint es unfassbar, dass all das Zeug jemals in das (nach wie vor vollgeräumte) Zimmer gepasst hat. Nicht auszudenken, wenn jedes unwichtige Detail sich uns für immer einprägen würde – oder wissen Sie noch, welches Ablaufdatum auf der Milchpackung stand, die Sie vor 53 Tagen eingekauft haben?

Falls Sie Ihre Rechnung im Supermarkt mit Ihrer Club-Vorteilskarte (raten Sie mal, welcher der beiden Geschäftspartner den „Vorteil“ hat) bezahlt haben, stehen allerdings die Chancen gut, dass irgendein Warendistributions/Customer Care/Marktforschungs Software-Monster von Datenbank sich sehr genau daran erinnern kann, dass Sie schon wieder die „Extra-Lang-Haltbar“ Milch wählten, obwohl Sie doch sowieso jeden dritten Tag einkaufen kommen. Komischerweise immer wieder Freitags in diese andere Filiale… was das wohl zu bedeuten hat? Zweifellos genug, als dass Ihnen Columbo 2.0 im Fall der vergifteten Milchpackung einen virtuellen Strick draus drehen könnte. Und ganz genau so funktioniert im Prinzip das Netz: irgendwas Belastendes lässt sich fast immer finden.

Doch bevor die Freude zu groß wird, nun die schlechte Nachricht: jeder Kriminelle braucht eine Vorgeschichte, und die will sorgfältig konstruiert sein, sprich: wer erst vor wenigen Wochen in die Internet-Siedlung frisch eingezogen ist, muss sich schon ein wenig anstrengen, um seine weiße Weste rasch im Dreck zu wälzen. Negatives Identity Management unterscheidet sich dabei seinem Wesen nach keineswegs von panoptischen Wunsch über die Vollkontrolle nach Selbstrepräsentation. Daher auch die wichtigste Regel: Immer den richtigen Namen und die gleiche E-Mail Adresse verwenden! Das gilt bei allen Registrierungen und generell überall dort, wo man im Internet aufgefordert wird, seinen Namen zu hinterlassen. Stellt man (möglicherweise später) kompromittierende Bilder und/oder Videos online, so sollte man darauf achten, eine gut indizierte Seite zu wählen und jedem potentiellen Interessenten Zugriff zu gewähren. Reichliche Ausstattung aller multimedialen Inhalte mit entsprechenden Meta-Informationen gehört zur Pflicht des digitalen Rauhbeins, auch hierbei muss selbstverständlich Regel 1 beachtet werden.

Auch nicht schlecht: Schimpftiraden an Mailinglisten senden, deren Archive öffentlich zugänglich sind. Oder es vielleicht irgendwann mal sein werden. Glücklich, wer über eine eigene Homepage, möglicherweise sogar mit Eigenname als Domain, verfügt: man muss sich ja nicht auf zweifelhafte Inhalte beschränken, sondern kann bei der Gelegenheit auch gleich die eine oder andere illegale Software, vielleicht mit einem Trojaner garniert, zur Verfügung stellen! Der Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt, lediglich bei Blackhat Maßnahmen ist Vorsicht angebracht: schließlich will man ja nicht aus dem Google-Index herausfallen.

Will man das doch, dann folgt das böse Erwachen häufig dann, wenn man feststellt, dass der Content-Aggregator von den Faroröer-Inseln weder auf E-Mails noch auf Anrufe an die Mehrwertnummer reagiert. Langweilige Zeitgenossen, die meinen, sich in virtuellen Umgebungen genauso höflich und bedachtsam gerieren zu müssen wie in der richtigen Welt, gibt es genug. Ein echter Netz-Rüpel sollte daher unter allen Umständen und um jeden Preis die folgende Frage vermeiden: „Würde ich das, was ich hier gerade von mir preisgebe, auch im Fernsehen erzählen?“ *

*Der Fast-schon-Ex-Programmintendant des ORF Lorenz hat dazu eine eindeutige Meinung.

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Titelbild: Elefanten Groß-Klein von Johannes-D. / pixelio.de

 

Wahltotal.at: Direktdemokratie auch nach dem Urnengang

wahltotal.atFrustriert sind viele, die Strategien des Umgangs mit der Angefressenheit auf "die da oben" unterscheiden sich indes gravierend: der eine wählt gar nicht, der zweite rechts und der dritte gründet eine Online-Videoplattform, auf der Wähler Videofragen an einzelne Parteien und/oder Kandidaten richten können. Der Launch der Plattform in der heißen Wahlschlachtkampf-Zeit half natürlich immens, Politiker zu Antworten zu animieren, wie die beachtlich vielen Clips auf Wahltotal.at zeigen. Nach dem Urnengang soll nicht Schluss sein mit dieser Form der direkten Demokratie - die Betreiber wollen die Seite weiter ausbauen und verschiedene Politiker und Vertreter aus den Bereichen Gesellschaft, Kunst und Kultur zu regelmäßigen Video-Kolumnisten machen.

Auch ich habe als fallweise über politischen Themen reflektierender Blogger die Ehre und das Vergnügen, neben so schillernden Figuren wie Alf Poier und Thomas Schäfer-Elmayer eine unregelmäßige Video-Kolumne auf Wahltotal zu bespielen.

Mit Markus Kienast, einem der Konzeptionisten und Betreiber von Wahltotal.at, habe ich ein Interview über die bisherige Story hinter der Seite und weitere Zukunftspläne geführt - es handelt sich quasi um die Fortsetzung meiner Serie über Wahlkampf abseits des ORF, die mit einem Interview mit Alexandra Damms (ATV) begann.

Interview: "Neue Politik braucht neue Kommunikationsformen"

datenschmutz: Wie ist die Idee zu Wahltotal.at entstanden und was sind die Intentionen hinter der Seite?

wahltotalbild 1224079593 Wahltotal.at: Direktdemokratie auch nach dem Urnengang
Markus Kienast

Markus Kienast: Die Politik scheint seit geraumer Zeit festgefahren zu sein. Nichts bewegt sich mehr. Schwarz-Blau kann als Versuch gewertet werden, aus diesem "Dead-Lock" auszubrechen. Die Strukturen aufgebrochen hat das aber nur insofern, als SPÖ und ÖVP seitdem auch zu den Kleinparteien zählen.
Dass also unabhängig von der Besetzung einer Regierung doch alles beim Alten bleibt, hat wohl eine systemische Ursache. Neue Politik braucht neue Kommunikationsformen. Das Fernsehen hat eben keinen Rückkanal. Laut der Wissenschaft von der Funktion komplexer Systeme, der Kybernetik, ist die ständige Rückkopplung, ein Feedback-Loop, aber für ein überlebensfähiges System unerlässlich.
Eine Wahl alle 5 Jahre als Feedback-Loop ist aber einfach zu wenig. Die Politik kann so vom Volk nicht ausreichend gesteuert werden und fährt gegen die Wand, auch wenn alle diese kommen sehen. Mich erinnert das ein wenig an die berühmten 5-Jahres-Pläne der UdSSR.
Aus der Grundmotivation heraus, den Bürgern eine Möglichkeit zu geben, die Politik auch nach der Wahl noch beeinflussen zu können, ist www.wahltotal.at entstanden. Unsere Plattform darf gerne als Reaktion auf den Stillstand in der Politik gewertet werden.

?: War es schwierig, Politiker zum Antworten zu motivieren, oder hat sich nach den ersten Antworten eine gewisse "Eigendynamik" entwickelt?

!: Die ersten Antworten zu bekommen war eigentlich verblüffend einfach. Die SPÖ ist da vorgeprescht.
Die Grünen und verblüffenderweise die ÖVP haben dann aber schnell die SPÖ überholt und nutzen derzeit unsere Plattform am effektivsten. Die haben schnell kapiert, dass ihre Videos bei uns öfter gesehen werden als auf Youtube. Für Interessierte in dieser Sparte sind wir einfach die Anlaufstelle Nummer eins. Wir haben gerade erst angefangen und das praktisch mitten in der Wahl und ohne große Werbung. Trotzdem konnten wir bei weitem mehr face-to-face Sendeminuten ausliefern als die Youtube-Aktivitäten aller Parteien zusammen.

?: Wie schätzen Sie persönlich den Einfluss der Plattform auf die Meinungsbildung der Wähler ein?

!: Wir bekommen von unseren Nutzern immer wieder kommuniziert, dass unser Angebot großen Einfluss auf ihre Wahlentscheidung hat. Das liegt ihren Aussagen zu Folge vor allem am persönlichen Kontakt zu den Kandidaten. Wer sich die Zeit nimmt, auf eine Frage wirklich einzugehen und seinen Standpunkt nachvollziehbar darzulegen, dessen Meinung schenkt man leichter sein Vertrauen.
Die Qualität dieses Kontakts ist gleichzustellen mit einem persönlichen Gespräch nach einem Wahlkampfauftritt, nur dass dieser Dialog auf wahltotal.at außerdem noch von einer Vielzahl anderer
nachvollziehbar ist, was einen nicht unerheblichen Seiteneffekt mit sich bringt.
Durch die Menge an Fragen zu verschiedensten Themen auf wahltotal.at können sich die Wähler auch dann noch ein recht genaues Bild von den Persönlichkeiten machen, denen sie da ihre Stimme zu geben
gedenken, wenn sie persönlich gar keine Frage hochladen.
Wenn Sie mich also fragen, was mehr Wähler beeinflusst, ein Gespräch auf einer Wahlkampfveranstaltung oder auf wahltotal.at, dann ist die Zeit ganz klar besser auf wahltotal.at investiert.

?: Wie sind Sie mit der bisherigen Entwicklung der Plattform zufrieden?

Wahltotal Poster!: Im Vergleich zu den Initiativen von ATV und puls4 stehen wir ausgesprochen gut da. Bei uns haben mehr User ihre Clips hochgeladen und es wurden auch um ein Vielfaches mehr Fragen beantwortet. Bedenkt man, welche Mittel uns im Vergleich zu ATV und puls4 zur Verfügung standen, kann man wohl nur von einem vollen Erfolg sprechen.
Aber ich möchte unsere Initiative nicht zu sehr mit ATV und puls4 vergleichen, weil deren Format eigentlich ein ganz anderes ist. Während deren Aktivitäten in einem Konvergenz-Event im Fernsehen endeten, ist unsere Plattform auf stetigen Dialog ausgerichtet. Es wurden bei uns laufend Fragen beantwortet und das wird sich auch jetzt nach der Wahl nicht ändern.
Wir sind sehr stolz darauf, was wir erreicht haben, ganz besonders auch deshalb, weil wir von der Idee bis zum Launch nur drei Wochen gebraucht haben.
Die Resonanz unserer Politiker ist auch sehr zufriedenstellend. Es wird uns auch von ihrer Seite immer wieder die Frage gestellt, ob es eh nach der Wahl noch weiter geht.

?: Wie beurteilen Sie die Wahlberichterstattung von puls4 und ATV im Vergleich zum ORF? Beide Privatsender bieten ja ebenfalls über das Internet die Möglichkeit an, direkt Fragen zu stellen.

!: Ich finde es gut, wenn sich unsere Spitzenpolitiker nun auch auf puls4 und ATV streiten. Die Formate divergieren glücklicherweise ein wenig, sonst wär's dann doch etwas langweilig. User-Fragen in eine solche Runde einfließen zu lassen ist löblich, aber leider auch nur eine halbe Sache, für puls4 und ATV mehr ein Marketing-Gag.

?: Wie geht es mit der Plattform nun nach der Wahl weiter? Eigentlich wäre eine solche Form des dokumentierten, direkten Austausches ja auch in Nicht-Wahl-Zeiten äußerst interessant.

!: Natürlich wird wahltotal.at nach der Wahl weiter bestehen. Mehr noch, es wird wachsen, sich verbreitern und in die Tiefe gehen. Wir arbeiten gerade mit Hochdruck an den neuen Features für den Permanent-Modus, der in Zukunft vielleicht unter einem anderen Namen firmieren wird. Es wird verbesserte Interaktionsmöglichkeiten und Community-Features geben. Aber auch was den Content anbelangt, werden wir das Angebot verbreitern.

Auf wahltotal.at werden dann weiter die jeweils aktuellen Wahlen behandelt und das Feedback der Bürger nach der Wahl eingesammelt. Die nächsten Wahlen, die wir im Auge haben, sind die anstehenden
Landtagswahlen 2009 in Kärnten und Salzburg, sowie die Europawahlen.
Grundzüge unseres neuen "Programms" für den Permanent-Modus sind jetzt schon auf wahltotal.at zu sehen. Das wären Stimmen von Künstlern und der Prominenz und Stimmen aus der Blogger-Szene zur politischen Lage der Nation. Der erste Beitrag aus der Blogger-Szene stammt ja von Ihnen, Herr Pettauer, was uns sehr freut.
Außerdem werden Politiker in Zukunft vermehrt über ihre aktuellen Initiativen berichten und zum Diskurs über ihre Ideen und Vorhaben aufrufen.
Die ersten Politiker nutzen diese Möglichkeit bereits. Von der Prominenz konnten wir als erste Herrn Thomas Schäfer-Elmayer und Herrn Alf Poier für einen Kommentar gewinnen. Weitere Kabarettisten haben
bereits Interesse bekundet.
Wie eingangs schon erwähnt, unsere Plattform ist konzipiert für den permanenten Austausch zwischen Bürgern und Politik. Um die anstehenden Probleme zu bewältigen, muss die Politik beginnen, die Intelligenz der Masse anzuzapfen, sonst werden wir kläglich untergehen.
Die Lösungsansätze aus der Politik selbst kommen einfach zu spät und passen dann gar nicht mehr zu den Problemen. Damit "Echtzeit" in der Politik möglich wird, braucht es fortwährende und vor allem auch verzögerungsfreie Rückkanäle wie wahltotal.at.
Wir wollen Bürgern und Politik helfen sich kurzzuschließen, Ideen auszutauschen und zu bewerten. Es ist unser ureigenes Interesse, zu helfen, den politischen Prozess so effektiv wie möglich zu gestalten. Wer auch immer das Feedback und die Ideen auf unserer Plattform ernst nimmt, wird die nächste Wahl gewinnen.
Es wird also auf alle Fälle spannend bleiben auf www.wahltotal.at.


Fotocredits:
Foto: Weihbold, OÖ. Nachrichten

Neues Twitter-Lieblingsspielzeug: toanswer.net

toanswerlogo 1218217537 Neues Twitter Lieblingsspielzeug: toanswer.netContrary to popular believe gibt's doch dumme Fragen, und zwar massig viele. Dafür keine dummen Antworten, sondern bloß kontextuell unpassende Auskünfte. Aber können 140 Zeichen wirklich erschöpfend informieren über den Status Quo aller wichtigen Fragen dieses Universums? Ei Freilich. Da passt sogar noch eine Fußnote rein zu "42", und dieses Prinzip macht sich Toanswer ausgiebigst zunutze.

Leudde, vergesst Google Knol und Wikipedia! Toanswer ist der neue Born des Weltwissens. Echtzeitlich, unwidersprochen und todernst! Ohne unnötiges Gelaber, straight down to the point:

If you have ever used Ask MetaFilter or Yahoo Answers, you already understand the basic premise of ToAnswer. Some users ask questions, the questions are indexed, and other users respond to questions that may know the answer to. It’s a simple, efficient way to query the minds of others.

So what’s the point, if Ask Metafilter and Yahoo Answers provide the same service? ToAnswer is special in one way: it interfaces with Twitter. This provides advantages and disadvantages that gives ToAnswer a unique niche. It allows you to tap Twitter’s enormous user base. However, due to the nature of Twitter you are limited to 140-character questions and answers. This makes ToAnswer the perfect medium for making small polls or quick questions.

Die einzelnen Fragen erhalten eine Kennzahl, damit die passenden Antworten später zugeordnet werden können - damit bleiben effektiv rund 125 Zeichen für die eigentliche Antwort übrig. Eines zeigt sich allerdings schon jetzt: ein Sprachfilter wäre sehr hilfreich, derzeit herrscht auf ToAnswer.net babylonisches Sprachgewirr.

PS: Außerdem ist ToAnswer ein wirklich nettes Connection Tool. Macht irgendwie mehr Spaß als die meisten Zwischendurch-Browserspiele, die ich kenne. (Außer Travian und Duels natürlich, *g*)

Liveshopping-aktuell.de: Netz-Shoppen in Echtzeit

liveshoppinglogo Liveshopping aktuell.de: Netz Shoppen in EchtzeitZugegeben: der Echtzeit-Auslieferungskanal ist noch nicht erfunden, und anstatt unsere Güter von Scotty bequem auf den Schreibtisch beamen zu lassen, müssen wir immer noch die gute alte Post bemühen. Das Einkaufen selbst allerdings lässt sich durchaus beschleunigen: beim sogenannten Liveshopping beschränkt sich die Auswahl auf vergleichsweise wenige (limitierte) Produkte zu idealerweise besonders günstigen Preisen. liveshopping-aktuell.de ist ein Aggregations-Portal für solche Schnäppchenjäger-Seiten und bietet die Produkte verschiedener Anbieter übersichtlich auf einen Blick an.
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100 Clicky Pro-Accounts gratis

clickylogo 100 Clicky Pro Accounts gratisClicky, mein Lieblings Webstatistik-Tool, unterscheidet sich in einigen Punkten gravierend von Google Analytics: anstelle der stundenlangen Zeitverzögerung gibt's alle Statistiken in Echtzeit. Das übersichtliche User-Interface macht das Absurfen der eigenen Zugriffsstatistiken zum Vergnügen - und die sauber gelöste WordPress-Integration via Plugin ist für Blogger ein zusätzlicher Pluspunkt.

Ich hab mich seinerzeit beim Launch für eine Testaccount registriert und war anschließend so angetan von dem schlanken und flotten Interface, dass ich mir gleich mal einen Jahreszugang für die Professional Version zugelegt habe, denn damit kann man im Gegensatz zum Blogger-Account beliebig viele Seiten tracken. Das zahlt sich definitiv aus - ohnehin weiß nur der Geier, was Google mit den Analytics-Daten so alles macht. Doch wer sich die paar Dollar sparen will, sollte im Juli einen näheren Blick auf Clicky werfen, denn die Betreiber verschenken 100 Pro-Accounts. Wer Clicky also zwölf Monate lang gratis nutzen möchte, schreibt einen mindestens 300 Wörter langen Review inklusive Screenshot und sagt anschließend Sean via Kontaktformular Bescheid. Wer mehr als 100 Besucher pro Tag hat, bekommt einen Pro-Account (regulärer Preis für 12 Monate: 60 Dollar), wer darunter liegt staubt einen Blogger-Account (Jahrespreis: 24$) ab. Für einen gratis Pro-Account muss man allerdings den Clicky-Tracking-Code installiert haben, um die Besucherzahl zu verifizieren.

Der Echtzeit-Spion

Alleinstellungsmerkmal von Clicky ist der sogenannte "Spy" dieser live aktualisierte Feed zeigt in Echtzeit die Zugriffe auf die eigene Homepage an: wenn also mal wieder nix Brauchbares im Fernsehen läuft, kann man live nachsehen, wie die Besucherfluten über den eigenen Server hereinbrechen :mrgreen:

clickyscreen 100 Clicky Pro Accounts gratis

Über Referrals durch Suchen mit den verschiedenen Engines (Yay! Ich hatte heute 1,5 Prozent Traffic von Yahoo und 0,3 von Google.ru!) gibt Clicky ebenso bereitwillig Auskunft wie über die Visitors samt Stadt, Land und Referrer plus Systemdaten (Bildschirmauflösung, Browser etc.). Zu jedem Visitor gibt's eine Detailpage, auf der dessen Actions und alle bekannten Daten verzeichnet sind. All diese Parameter und einige mehr fasst das frei anpassbare Dashboard auf einen Blick zusammen, für Archivzwecke oder Präsentationen lassen sich alle Daten als CSV- oder XML-Dateien problemlos exportieren. Größter Bonus gegenüber Google ist meiner Ansicht nach neben der erwähnten Echtzeit-Analyse die sympathische und schlanke Benutzeroberfläche - selbst wenn man im Juli keinen Pro-Account abstauben kann, sind die 24$ bzw. 60$ pro Jahr für jeden Webmaster einen lohnende Investition - so let's get Clicky.

welt|weit|wort: Der Schmutzzulage Bedeutung geben

weltweitwortlogo welt|weit|wort: Der Schmutzzulage Bedeutung gebenFrüher glauben manche Männer, sie müssten unter anderem einen Baum pflanzen und ein Haus bauen. Aber Baugründe steigen immer weiter, und das mit den Bäumen ist in der Stadt auch ein schwierige Sache - also verleiht man in der Informationsgesellschaft wahlweise einfach einem Wort neue Bedeutung, und das ist mir letzthin gelungen: bei welt|weit|wort wird ds gelistet als jene Homepage, die dem Begriff neue Bedeutung verliehen hat.

Ein Wort, ein Website - und laut Beschreibungstext soll dabei der Kuriositäten-Kabinetts-Faktor nicht zu kurz kommen:

Mit welt|weit|wort entdeckst Du außergewöhnliche Websites: einmalig informativ, überraschend interessant, erstaunlich witzig oder auch völlig absurd. Oder Du gibst selbst Begriffen neu Bedeutung: Suche ein Wort und verlinke es zu Deiner außergewöhnlichen Website – Deine Website definiert dann den Begriff. Damit ist welt|weit|wort eine neue und ungewöhnliche Art, im Internet Begriffe zu definieren.

Freilich steckt auch eine ökonomische Motivation dahinter. Und die Monetarisierungs-Idee des neuen "Schlagwortkatalogs", der am 1. Juni gelauncht wurde, finde ich ausgesprochen originell. Es handelt sich sozusagen um eine remixte Neuauflage des Million Dollar Wiki:

Brich mit gängigen Definitionen und zeige anderen, was Du von einem Begriff hältst! Für den Preis von 1 Euro je Buchstabe kannst Du ein Wort kaufen und ihm eine Website zuweisen. Jedem Wort kann nur einmal eine Website zugeordnet werden, also gilt: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Ein schlafender Fuchs fängt kein Huhn. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Den letzten beißen die Hunde. Und, ach ja: Reden ist Silber, Schreiben ist Gold! ;-)

Soviel dazu - etwas schade finde ich, dass man keine eigenen Wörter vorschlagen kann, sondern lediglich bestehende Begriffe aus der Datenbank auswählt, diese umfasst aber bereits einen recht beachtlichen "Stock" an Keywords. Denn natürlich geht's in erster Linie um Keywords. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob eine Einzelseite ohne Beschreibungstexte, nur mit Begriff und Link, für einen SERP-Bonus ausreicht; allerdings finde ich die Idee originell und hab gleich mal 25 Euro in ein paar Begriffe investiert, darunter Werbung, Medienrummel und Medienplanung - nützt es nix, so schadet's auch nicht.

Sehr gut gelungen sind Bedienung und Bezahlvorgang: ganz ohne Registrierung wählt man lediglich den gewünschten Begriff, gibt die zu verlinkende Adresse ein und zahlt bequem und in Echtzeit via Paypal:

weltweitwortscreen welt|weit|wort: Der Schmutzzulage Bedeutung geben

Auch die Regeln und Bedingungen wären ziemlich okay - die Seiten bleiben bis mindestens 31.12.2011 aktiv, danach behalten sich die Betreiber eine Abschaffung oder eine weitere Bezahlrunde vor - fairer Deal. Was mich allerdings stört, ist Punkt 6 der Nutzungsbedingungen:

Wir behalten uns vor, diese Regeln und Bedingungen jederzeit und ohne vorherige Ankündigung zu ändern.

Wozu dann überhaupt Nutzungsbedingungen? Zweifellos hat diese "Generalklausel" im Streitfall einen gewissen proaktiven Argumentationswert, Vertrauen weckt sie allerdings nicht gerade.

Nochmal die Schmutzzulage

Wie ich allerdings zum Betriff Schmutzzulage komme, bleibt ein Rätsel: falls es sich um eine Promotion-Aktion des Anbieters handelt, dann ist diese gelungen: immerhin lesen Sie grade meinen Review über welt|weit|wort. Der Terminus Technicus existiert übrigens da draußen in der realen Welt wirklich, wie mir ein Blick ins Lindeonline-Forum verriet:

Der KV-Arbeiter im Eisen- und Metall verarbeitenden Gewerbe sieht eine stundenweise Schmutzzulage für Arbeiten vor, die im Vergleich zu den allgemein üblichen Arbeitsbedingungen eine außerordentliche Verschmutzung von Körper und Bekleidung des Arbeitnehmers zwangsläufig bewirken. Bei der Prüfung, ob diese Voraussetzung vorliegt, ist letztlich ein gewisser Beurteilungsspielraum gegeben. Schlosser haben sicher nicht schlechthin Anspruch auf Schmutzzulage, sondern es hängt von der konkreten Tätigkeit ab (vgl. zB bei Tankwart: nur Tätigkeiten wie Ölwechsel oder Anbringung von Unterbodenschutz werden als außerordentlich und zwangsläufig verschmutzend angesehen, siehe Lohnsteuerrichtlinien Rz 1134).

Hmmm... schon blöd, dass dieses Blog mein eigenes Projekt ist und ich nicht beim datenschmutz-Imperium angestellt bin: denn dann könnte ich zweifellos Schmutzzulage verrechnen:mrgreen:

Breaking News: realtime generation festival

4. Juli 2008bis20. Juli 2008

realtimegeneration Breaking News: realtime generation festival Dank außergewöhnlich guter Kontakte zur Presseabteilung der Neigungsgruppe Computeranimation darf datenschmutz schon heute abend, also jetzt - eben in Echtzeit - ein international computer animation festival ankündigen: von 4.-20. Juli zerrt realtime generation im quartier21 eine Subkultur ans grelle Sommerlicht des Museumsquartiers. Zusätzlich stehen Podiumsdiskussionen, ein Open Air Kino sowie Partys im Metalab, im werkzeugH und im Wirr am Programm.

Veranstaltet wird das Festival von dvision - dieselbe Crew, die uns auch schon zahlreiche großartige Demoscene-Meetings im werkzeugH beschert hat, also verwundert's auch nicht weiter, dass Eintritt zu allen Veranstaltungen völlig gratis ist. Das detaillierte Programm gibt's auf der überarbeiteten (imho ist das Facelifting sehr gut gelungen) Homepage von dvision. Aus dem offiziellen Pressetext (der morgen rausgeht, hehe):

Was sind "Demos" und die Demoscene?
Im Gegensatz zu gewöhnlichen Videoanimationen sind Demos audiovisuelle Filme in Echtzeit, sie werden Pixel für Pixel "live" berechnet. Demogruppen demonstrieren damit ihre Fähigkeit, besonders effektiven Code zu programmieren. Beruflich sind Mitglieder dieser Szene oft bei Spieleproduzenten oder Animationsstudios tätig, ihr Können ist auch in Hollywood gefragt. Entstanden ist die Demoscene in den 80ern aus ehemaligen Crackern, die den Kopierschutz von Spielen

Am besten also die erste Julihälfte gleich mal pixelig-rot anstreichen! Und bei der Celebrate the scene Party am 19. Juli um 22:00 Uhr im Wirr legt nach den Live-(Nerd)-Acts gaposlovakia-Kollega Meister-DJ Paul Raal auf.

Der hölzerne Spiegel

holzspiegel Der hölzerne SpiegelKeine Angst, hier folgt kein klassisch-blutrünstiges Märchen mit bösen Wölfen und schönen Prinzessinnen, das den jüngsten und ältesten LeserInnen Alpträume bescheren könnte. Nein, die Rede ist *wirklich* von einem hölzernen Spiegel. Keine Metapher, keine Code, keine virtuelle Umgebung - und auch keine blankpolierte Blanke: Daniel Rozin hat aus dem Holz der Bäume eine Installation gebaut, bei der Holzwürfel, deren Seiten unterschiedlich getönt sind, die Funktion eines Pixel-Spiegels übernehmen: eine Videokamera erfasst die Umgebung, die Steuerlogik übersetzt das Bild Pixel-Graustufen und die Motoren reagieren quasi in Echtzeit. [via Gerald]

Schwer vorstellbar? Ein Blick ins Video lässt die Zweifler verstummen:

YouTube Preview Image

Für mich ist Daniel Rozins analog-digitale Installation eines der faszinierendsten Kunst-Stücke der jüngeren Vergangenheit - mit Spiegeln beschäftigt er sich schon länger - ein anderes Modell, der Shiny Balls Mirror (zweideutiger Name, hehe...) nutzt schimmernde Metallkugeln, die in Waben sitzen und vor- bzw. zurückgeschoben werden, um die Echtzeit-Pixelbilder zu erzeugen, leider hab ich davon kein Video gefunden.