Ich hätte noch 30 Stück zu vergeben. Ich weiß zwar nach wie vor nicht, wozu die eierlegende Echtzeit-Wollmilchsau tatsächlich gut sein soll, aber wir werden's gemeinsam rausfinden. Wer eine Einladung braucht möchte, sagt einfach via Kommentar Bescheid, Invite geht dann an die zum Kommentieren benutzte E-Mail Adresse.
Heute habe ich auf Twitter einige Google Wave Einladungen angeboten, und ich war vollkommen erstaunt über das riesige Echo - die Invites waren innerhalb von nicht mal 10 Minuten weg. Ich bin bisher nicht vollends überzeugt von Wave, da dem Service noch zu viele Features (und User, aber das wird sich jetzt ja ändern :mrgreen:) fehlen. Aber aufgrund der großen Nachfrage vergebe ich meine vorerst letzten Einladungen über meine Blogs, und zwar jeweils 3 Stück hier und auf datadirt. Wer Google Wave gerne testen möchte, schreibt einfach einen Kommentar zu diesem Beitrag - morgen um 12:00 Uhr mittags werde ich nach dem Zufallsprinzip drei Namen auswählen.
Bitte verwenden Sie zum Kommentieren jene E-Mail Adresse, an die Sie auch die Google Wave Invitation geschickt haben möchten! Außerdem bin ich sehr gespannt auf Ihre Eindrücke von Googles neues Collaboration Plattform: Handelt es sich bloß um einen weiteren unnötigen Zeitfresser oder ist Wave das perfekte Social Media Tool, auf das wir alle gewartet haben?
| 9. November 2009 | bis | 12. November 2009 |
Kurz vor dem Spanienurlaub erreichte mich die E-Mail Anfrage von Mihaela, ob ich denn als VIP-Gast von 9.-12. November das World Blogging Forum in Rumänien. Der Flug ist gebucht und das Hotel reserviert - selten habe ich mich so sehr auf eine Konferenz gefreut, denn die Gäste- und Sprecherliste umfasst große Namen. Die Veranstalter laden die erfolgreichsten Blogger aus 30 Ländern in die rumänische Hauptstadt ein - selbstverständlich werde ich live vom Event bloggen und twittern:
The most influential bloggers in the world: The event brings together some of the most influential persons in the online media all around the world, in conferences and workshops aiming to establish clear parameters of the development of the online media.

Meine Friend-Add Policy bei Facebook ist nicht besonders streng: die meisten meiner virtuellen Freunde kenne ich zumindest vom (virtuellen) Sehen, im Zweifelsfall hilft eine kurze Nachfrage. In letzter Zeit fällt mir aber immer öfter auf, dass mehr und mehr "schlaue" Social Marketing Experten Personenprofile für Clubs, Vereine und sogar Veranstaltungen anlegen. Ein kleiner Ratschlag: Bad Idea, FB löscht solche Profile nämlich on demand.
Wer Partys bewerben möchte, verwendet am - irgendwie liegt's ja nahe - dazu am besten die Events-Applikation, Brands und Companys sind auf Pages gut aufgehoben und für alles andere gibt's schließlich noch die guten alten Gruppen, Causes und so weiter. Mag schon richtig sein, dass der Durchschnittsuser Freundschaftsanfragen eher beantwortet als Gruppen- und Eventeinladungen. Aber die Facebook-Policy ist in diesem Punkt sehr strikt: wer keine (im juristischen Termini "natürliche") Person ist, darf sich auch kein FB-Profil anlegen. Das macht organisations- und vermarktungstechnisch durchaus Sinn, sowohl für Facebook als auch den User: denn während es nicht möglich ist, allen Freunden eine Message zu schreiben, können sowohl Page- als auch Group-Admins ihre Fans respektive Mitglieder per Mausklick am laufenden halten.
Zwar zeigt sich Facebook im Ernstfall häufig kulant und erlaubt beispielsweise, bereits angesammelte Friends als "Fans" in eine Page zu übernehmen, allerdings sollte man das unnötige Risiko gar nicht erst eingehen. In diesem Sinne werde ich auch weiterhin Anfragen von Partys, Clubs, Vereine und sonstigen Nicht-Personen, die meine Freunde sein wollen, ablehnen. (Anders verhält sich's natürlich mit gut gefakten menschlichen Charakteren.) Was ich damit sagen will: besser keine sinnlose Arbeit in ein Profil investieren, das früher oder später sowieso gelöscht wird und für Marketingzwecke besser auf Pages und/oder Gruppen setzen!
Auf historischem Grund und Boden fand gestern der von der Wirtschafskammer organisierte eDay 2009 statt. Vorträge, Networking und das Tagesprogramm musste ich mir aufgrund anderweitiger Terminverpflichtungen leider entgehen lassen, aber bei der abendlichen Podiumsdiskussion mit dem Thema "Datenschutz 2.0 - Wachstumsmotor oder -bremse" hatte ich die Ehre und das Vergnügen, mit auf der Bühne zu sitzen. Anstatt der üblichen Fragerunde beteiligte sich das Publikum live mit Twitter-Meldungen an der Diskussion - lustiges Format, das wär doch mal was für Live-Kritiken während Opernaufführungen!
In seinem spannenden Einführungsreferat erläutere Professor Peter Purgathofer (TU Wien) anhand einiger Beispiele das schwierige und komplexe Spannungsfeld zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre - ein Antagonismus, der in der nachfolgenden Diskussion noch öfter auftauchen sollte. Mein Lieblingsbeispiel aus dem Vortrag: ein Zimmermädchen sieht am Hotel-Nachtkästchen des Gastes Hämorrhoiden-Salbe liegen, am nächsten Tag wird ihm beim Frühstück ein Sitzpolster angeboten. Service am Gast oder unzulässiges Eindringen in private Bereiche? In genau diesem Spannungsfeld bewegen sich Unternehmen, die Kundendaten auswerten. Fühlen wir uns von Amazon-Produktvorschlägen belästigt, oder nehmen wir erfolgreich personalisierte Angebote als erwünschtes Zusatzservice wahr? Man hat es mit einer klassischen Trade-Off Situation zu tun, wie Nikolaus Futter vom Compass Verlag richtig feststellte: ich geb dir gern ein Stück "Privacy" oder ein paar Daten, wenn ich daraus einen entsprechenden Vorteil ziehen kann.

Diese Fragen tauchten in der von Thomas Rottenberg moderierten Gesprächsrunde natürlich häufig auf. Georg Markus Kainz von den big brother awards vertrat eine recht strikte Linie, was die Datenauswertung betrifft, aber mein Ex-Studienkollege Bernhard Lehner von 123people gibt einfach einen sehr schlechten Bühnen-Bösewicht ab :twisted: In der Tat darf man, wie Gregor Herzog von der WKÖ feststellte, den Faktor "Media Literacy" keinesfalls außer Acht lassen: wir befinden uns, was das Internet als kulturelle Medientechnik betrifft, in einer rasanten Umbruchsphase. Nachfolgende Generationen werden lernen, die mit den Paradigmen des virtuellen Raums umzugehen und die Grenzen zwischen öffentlich und privat besser abzuschätzen. Denn tatsächlich entsteht eine ganze Reihe von Privacy-Problemen daraus, dass vielen Surfern überhaupt nicht klar ist, dass das Internet ungern vergisst und Google versucht, jede Information zu verlinken, die öffentlich im Netz steht. Eine recht ausführliche Zusammenfassung der Diskussion mit dem Titel" Das Twittern beim E-Day 2009" hat telekom-press.at veröffentlicht.
Ich persönlich halte die Frage des staatlichen Umgangs mit Daten für das eigentliche Probleme: denn nur staatliche Institutionen können die Zentralperspektive einnehmen, viel besser, als dies Google je möglich wäre. Und vor Spam und personalisierten Newsletter habe ich weit weniger Angst als vor einem Big-Brother-Staat im Sinne Orwells - und der Data Retention Act tritt demnächst in Kraft. Wer weiterhin Wert auf Briefgeheimnis legt, wird also nicht umhin kommen, sich mit Verschlüsselungstechniken vertraut zu machen, womit man schon wieder beim Thema Literacy angelangt wäre. Ohne Öffentlichkeit keine Privatsphäre und umgekehrt - die beiden Antagonisten bedingen, benötigen und definieren sich gegenseitig, werden ständig neu verhandelt, und zugleich verläuft die technologische Entwicklung wesentlich zu rasch, als dass traditionelle Rechtssysteme legislativ Schritt halten könnten.
Auf jeden Fall kann es nicht schaden, sich ab und an ins Gedächtnis zu rufen, dass die beiden Gegenspieler "Privatheit" und "Öffentlichkeit" eng mit griechischen Vorstellung von Staatsorganisation verknüpft sind und aus lokalen geographischen Verhältnissen resultierten: was am öffentlichen Platz, der Agora, geschah, war Öffentlichkeit und damit Teil des staatlichen Lebens, während die "Privatsphäre" an der Haustür begann. Mich erinnert diese etymologisch-historische Herleitung an die in den 90er Jahren sehr gängige Bezeichnung des Netzes als "Cyberspace", als virtuellen Raum: und mir scheint, dessen Grenzen müssen erst verhandelt, definiert und verstanden werden. Dass eines der erfolgreichsten Fernsehformate der letzten Jahre aber den semi-ironischen Titel "Big Brother" trägt, zeigt wohl überdeutlich, dass medialer Exhibitionismus im Zeitalter der B-Liga Stars einen eigenartigen Wertekanon per se darstellt, der Andy Warhol ("In the future, everybody will have their fifteen minutes of fame.") und Georg Franck ("Die Ökonomie der Aufmerksamkeit") recht gibt.
Danke nochmal an Gerhard Laga für die Einladung zu diesem spannenden Gespräch auf der Bühne und den sehr gemütlichen anschließenden informellen Teil mit großartigem Buffet und hervorragendem Rotwein - und vom eDay 2010 werd ich hoffentlich mehr mitbekommen.
PS: Gefreut hat mich übrigens auch die Tatsache, dass ich mit meiner Meinung, die aufs Semantic Web projizierten Hoffnungen und Erwartungen seien weit übertrieben, keineswegs allein dastehe. Denn woran gerade ausgefeilte semantische Modelle scheitern werden, ist der gute alte Entropie-Faktor, sozusagen das Salz in der Suppe der Kommunikation, kurz: unerwartete, aber dennoch wertvolle Informationen, Futter für kreative Geistesblitze!
PPS: Ein erstes Rückblicks-Video auf den eDay ist bereits online, eine Fotogallerie ebenfalls.
Fotocredits: Die Fotos zu diesem Beitrag hat Stephan Kuzmanov / Vollwertmedia geschossen.
| 5. März 2009 | ||
| 19:00 | bis | 21:00 |
Die Wirtschaftskammer lädt morgen zum eDay in die Hofburg - ich hab mir schon im Vorjahr vorgenommen hinzuschauen, werd's aber morgen aufgrund mehrfacher Terminkollisionen unter Tags leider wieder nicht schaffen. Aber ich hab mich sehr über die Einladung zur abendlichen Podiumsdiskussion zum Thema "Datenschutz 2.0 - Wachstumsmotor oder Bremse?" gefreut, an der ich im Anschluss an Professor Peter Purgathofers Keynote teilnehmen werde.
Auf den halbstündigen Vortrag, der um 19:00 Uhr beginnt, bin ich schon äußerst gespannt - da gibt's gewiss einige Diskussionspunkte. Thomas Rottenberg moderiert, Georg Markus Kainz (big-brother awards), Bernhard Lehner (123people.com), Gregor Herzog (WKÖ), Nikolaus Futter (Compass Verlag), der Vortragende und meine Wenigkeit diskutieren anschließend im Zeremoniensaal in der Hofburg Galerie.
Das gesamte Programm des eDay gibt's online, die Anmeldung ist gratis und ich vermute mal, dass man als Interessierter auch spontan den diversen Diskussionen und Vorträgen in der Hofburg einen Besuch abstatten kann. Würd mich jedenfalls freuen, die eine oder andere Blogleserin oder den einen oder anderen Blogleser morgen Abend in der Hofburg zu treffen!
PS: Soeben habe ich von Daniela Terbu erfahren, dass ich gemeinsam mit Dieter Rappold von der IDENTIAT09 live-bloggen werden - ich freu mich schon drauf, speziell auf einige Video-Interviews, die ich dort drehen möchte!
PS: Auf irgendeine mysteriöse Art und Weise kommen Themen definitiv in Wellen. Vor wenigen Wochen hat mit ATV zum Thema Social Networks und Datenschutz befragt, gestern hab ich im ORF einen Beitrag von Master Wu gesehen, in dem Max in seiner Büro-Wohnung interviewed wurde... das Thema ist in den letzten Monaten nicht wichtiger geworden, als es auch schon in den Jahren zuvor war. Aber wenn die Medien jetzt Wind machen und sich eine breite Öffentlichkeit dafür interessiert, dann kann das nur gut sein. Oder?
Beim Auftakt zum diesjährigen Springfestival hatte Petrus ein Einsehen: die Open Air Kick-Off Party in den Kasematten blieb vom Regen verschont - statt fetter Tropfen stellten sich phatte Beats en masse ein. T-Mobile, Hauptsponsor des Opening-Events, dürfte zufrieden sein: motivierte Musikanten und eine feierwillige Partycrowd über den Dächern von Graz - das Opening Concert war ein würdiger Auftakt for things to come. Die charmante Schwedin Robyn sollte eigentlich um drei Uhr früh auf Technoparties auftreten - mit Doppelschlagzeug-Besetzung und beeindruckender Stimmenergie lieferte sie eine sympathische Interpretation von Post-Pop-Electro ab, die etliche Beinpaar in Bewegung versetzte.
Danach folgte meine persönliche Überraschung des Abends: ich hab Roni Size nämlich noch nie mit seiner Band Reprazent live gehört. Kurz gesagt: triple wow. Vor allem der unglaublich präzise und schnelle Drummer und der Bassist rangen wohl so ziemlich jedem Breakbeat-Afficionado Bewunderung ab. Von Roisin Murphy hab ich aufgrund eines zwischenzeitlichen Ausflugs in die Homebase nur die letzten zwei Nummern mitbekommen - ebenfalls sehr solides und grooviges Handwerk. So richtig mies fand ich den Hauptact The Streets: klar mag ich (wer nicht?) seine ersten beiden Alben, aber diese Playback-Performance mit pubertären Stimm- und Showeinlagen kann Mike Skinner meinetwegen im Seniorenclub aufführen... außerdem fand ich die dauerenden Drogen-Zwischenansagen (Gimme some cocain. Gimme some LSD. Gimme some extasy. No, seriously. I want drugs.) sowas von deplatziert und kindisch... da hätt ich mir weit mehr erwartet - und bin dann auch frühzeitig in den Dom im Berg runter spaziert.
Btw: danke am T-Mobile (für's nächste Eletronic Beats wird's auf datenschmutz ein paar Karten zu gewinnen geben) für die Einladung und die Übernachtung im Weitzer - sehr nettes Hotel, wobei ich allerdings vergleichsweise wenig Zeit am Zimmer verbracht habe: denn nach den Kasematten ging's wie erwähnt weiter in den Dom, der sich ab 12 ziemlich schnell füllte. Tanzen mitten im Berg, das ist wohl ziemlich einzigartig. marfloW sorgte für einen vergleichsweise gemütlichen Start, Punks Jump Up rissen mich mit ihren quick'n'dirty Remixes nicht gerade vom Hocker - aber Busy P brachte dann gemeinsam mit Mehdi, der übrigens voriges Jahr im WUK bei der gap 10-Jahresfeier die ehrenvolle Pflicht des Hauptact-Seins übernahm, ziemlichen Schwung in die Hütte. Brodinski hab ich dann nicht mehr gehört, weil ich von der Drumandbass-Sause im PPC noch was mitbekommen wollte.
Als ich gegen halb vier dort den Floor enterte, war gerade Liquid-Legende Fabio am Werken - und zwar mit heftiger MC-Action von LowQui, SP:MC und Rage. War eine Zeit lang recht nett, aber relativ bald wurde mir die Wort-pro-Sekunde-Dichte geringfügig zu hoch. Nach der ersten halben Stunde von Bryan G machte ich mich auf den Heimweg - schließlich folgt mein Highlight heute Abend: in der Postgarage techno-re-tisieren Arabian Prince aka Prof. X, den ich gestern auch schon bei der Opening Party getroffen habe, gefolgt von Egyptian Lover und Jamie Jupiter, fürs Grande Finale um vier Uhr ist Juan "Magic" Atkins zuständig, dessen RB Music Academy Lecture heute Nachmittag um vier stattfindet; vielleicht geht sich ja sogar ein Interview aus. Jedenfalls ein gelungener Auftakt - schöneres Wetter steht noch ganz oben auf der Wunschliste für den Rest des Festivals, zum Vor-Chillen im Stadtpark (heute mit Simon LeBon) ist's momentan fast zu kühl. Generell kann ich nach zwei Jahren Spring-Pause bisher nur eine alten Wicki-Spruch zitieren: ich bin entzückt!
| 21. Mai 2008 | bis | 25. Mai 2008 |
Und dabei ist doch in Kürze Sommerbeginn! Aber hier ist ja auch nicht die Rede vom Frühling, sondern vom Festival: genau genommen von meinem Lieblings-Elektronik-Festival südlich des Weißwurstäquators. Einen Fotopass hab ich auch, mit anderen Worten: mit ein paar Schnappschüssen muss gerechnet werden, und vielleicht sogar dem einen oder anderen Audio-Interview. Vorgestern hab ich noch eine Einladung zur Electronic Beats Party von T-Mobile bekommen, die schon am Mittwoch Nachmittag im Aiola am Schlossberg (mein Lieblingslokal in Graz) beginnt - also wird die Pilgerfahrt gen Rave-Culture wohl bereits am Mittwoch in der Früh beginnen.
Als Stammbesucher des Grazer springfestival habe ich die ersten fünf Auflagen miterleben und musste dann aus Termingründen zwei Jahre pausieren - umso größer ist die Vorfreude drauf, nächste Woche mal endlich wieder im Dom im Berg abzurocken, der genialsten Location, in der in Österreich je legale Parties gefeiert wurden. Man stelle sich einen großen Quader (Einen sehr großen Quader. Er bietet immerhin Platz für weit über 1.000 Tänzer.) vor, der einfach mitten in den Grazer Schlossberg reingesprengt wurde: meterdicke, massive Naturfelswände, dazu eine phatte Anlagen und ein talentierter Tontechniker, und jeder Raver ist im siebten Soundhimmel. Der Dom ist allerdings "nur" die Hauptlocation, ingesamt verteilt sich die Feierei auf mehrere Venues, darunter auch PPC und Postgarage.
Begonnen hat das Spring-Festival, wie jedes ambitionierte Musik-Event, vergleichsweise klein - eine Riesen-Veranstaltung á la Sonar wird aber glücklicherweise nie draus werden, denn die Locations begrenzen die Zuseherzahl, und das ist eine der Hauptstärken des Festivals. Einige der Vorjahres-Highlights sind bei play.fm als komplette Streams verfügbar, außerdem ist die hübsch gesaltete Videogallerie mittlerweile auf ganz beachtlichen Umfang angewachsen. Ebenfalls einzigartig in Österreich: die Partys verteilen sich über die gesamte Innenstadt, abendlicher Party-Tourismus ist quasi ein Muss. Vielen Elektronik-Connaisseuren gilt der Event mittlerweile als Highlight der Partysaison - kein Wunder, wenn man einen Blick auf das diesjährige Artist Line-Up wirft. Neu in diesem Jahr: die Veranstalter haben mit dem Londoner End, dem ich kürzlich beim London-Ausflug mit Tom erstmals einen Besuch abgestattet hab, eine Partnerschaft abgeschlossen:
This is another step towards the springfestival's further expansion providing sophisticated clubnights to an international crowd. The End will take over the whole Dom im Berg - the festival's main venue - on Saturday 24th May, with a lineup that represents the club's wide musical spectrum of some of the world's finest DJs holding residencies at The End.
Ein unvergessliche Party war übrigens die Brazil-Night beim Springfive. Stamina MC und DJ Marky sind das dynamischste Drumandbass-Duo, das ich jemals gehört hab... glücklicherweise mehrmals, und ich freu mich schon mächtig auf die diesjährige Brazil-Session: check this one out:
Ebenfalls bereits "Tradition" beim Spring ist das Tagesprogramm mit zahlreichen Workshops der Red Bull Music Academy, Lesungen und Vorträgen, Symposien und - neu in diesem Jahr - einer Videoausstellung im Museum für Moderne Kunst. Eine Aufzählung aller Programmpunkte würde den Rahmen dieses Artikel sprengen - die vollständige Übersicht gibt's auf der Homepage. Mein vorläufiger Partyplaner sieht folgendermaßen aus: am Mittwoch werd ich mir Streets und Roni Size beim Electronic Beats Opening in den Kasematten anhören und vielleicht in der Früh dann noch zu marfloW & Co. in den Dom rüberschauen. (Bereits hier tritt der erste Interessenskonflikt auf: Fabio, D-Bridge, Bryan G *und* Artificial Intelligence spielen mit den MCs LowQui, SP:MC und Rage im PPC).
Am Donnerstag wird's mich wohl wieder in den Dom verschlagen, XRS spielt gemeinsam mit Drumagick live - der Mann ist ein Qualitätsgarant, außerdem sind die ebenfalls brasilianischen Plattendreher Bungle und DJ Edgar am Start, zweiteren hab ich noch nie gehört. Allerdings werd ich dann wohl relativ früh abreisen müssen, denn: in der Postgarage spielen neben Arabian Prince aka Professor X, Egyptian Love & Jamie Jupiter auch... the Man!!! The one and only Godfather of Techno and House - Mr. Juan Atkins! Ich hab sein Set nach der Wiener Loveparade im Jahr 2000 im Flex gehört - der Mann versteht sein Handwerk wie wenige. Ich vermut mal stark, das wird mein persönliches Highlight - mal gucken, ob sich die Vice Party im Arcadium dann noch ausgeht.
Am Freitag werd ich mir im Orpheum den lang gehegten Wunsch, Senor Coconut and his Orchestra mal live auftreten zu sehen, erfüllen - und später dann zum Chicago House Special mit Robert Owens und Larry Heard aka Mr. Fingers in den Dom rüberwandern. Der Samstag wird dann nochmal richtig anstrengend - da braucht man ja fast schon Projektmanagement-Software für die Koordination der Timetables. Den Dom rocken Marky, Stamina, Gilles Pterson, Bushwacka und Mr. C, im PPC sind die Dub Pistols, Atomic Hooligan, Hannah Holland, MC Chickaboo, Trevor Loveys, Baobinga und Kid Blue zugange, in der Postgarage zelebrieren Luke Vibert (aka Wagon Christ), Hot Chip und Deadelus elektronische Klänge, während im Arcadium Temper D, The Sec und The Dying Punks Drumandbass hochleben lassen.
*Achtung*: das ist nur ein kleiner Ausschnitt des Programms. Daneben gibt's weitere Locations, Second Floors, Afterpartys, Vorträge... einfach hier reinschauen. Ansonsten sehen wir uns am Springeight - lookin' forward!
Eine brandneue Community für alle, die's in die Ferne zieht, befindet sich derzeit im geschlossenen Beta-Test: Tripwolf fungiert zugleich als Social Travel Guide und Reisplaner, der es sich primär zum Ziel gesetzt hat, seinen UserInnen einen multimedialen Eindruck potentieller Destinationen zu vermitteln: Reiseberichte lassen sich mit Sound, Fotos und Videos pimpen, ein Empfehlungssystem sorgt für den Insider-Mehrwert. Die Betreiber setzen dabei konsequent auf Personalisierung: persönliche Empfehlungen von Gleichgesinnten und spezifisch auf die eigenen Wünsche abgestimmte Tipps ersetzen den gewohnten "Einer-für-alle" Reiseführer. Und das Beste daran: für datenschmutz-LeserInnen gibt's 33 exklusive Einladungen für die Beta-Phase.
Wer neugierig geworden ist und einen genauen Blick auf Tripwolf werfen möchte, klickt hier und holt sich seinen Beta-Account:
Die Mischung aus Wiki-Editing und Social Network fühlt sich auf Anhieb sehr "convenient" an - die Usability-Verantwortlichen des Projekts haben hervorragende Arbeit geleistet. Bereits jetzt beinhält die Datenbank über 200.000 Points of Interest, die mit Google Maps verknüpft sind. Auf der babylonischen Habenseite finden sich Deutsch und Englisch, für schnellen Aufbau des eigenen Freundes-Netzwerks sorgt eine Facebook-Importfunktion. Besonders ortskundige Mitglieder, sogenannten "Trip Gurus", stehen allen Mitgliedern über die von ihnen betreuten POIs Rede und Antwort - derzeit werden bereits 100 Destinationen von solchen Guides betreut. Wer sich nicht sicher, wohin die Reise gehen soll, bekommt vom System Vorschläge, die vom eigenen "Social Graph" abhängen - den fertigen personalisierten Travelguide kann man anschließend auch ausdrucken.
Finanziert wird Tripwolf vom Start-Up Inkubator i5invest:
Tripwolf wurde von einigen Wienern, die sich in Manhattan befinden, gegründet und initiiert. Sebastian Heinzel, CEO & Co-founder, selbst ein Weltenbummler, managt das Team in New York, Wien, Budapest und San Francisco.
Der öffentliche Launch soll im Juni erfolgen, bis dahin haben die Macher noch einige Features in Planung: so soll die fertige Version unter anderem mit einer angepassten iPhone-Version und direkter Buchungs-Integration punkten. (Hoffentlich funktioniert die Seite auf meinem HTC ebenso gut wie auf Apples Schneckenfunker!) Derzeit ist die Seite in
Selbstverständlich gibt's auch ein begleitendes Tripwolf Blog - dort wird sowohl über neue Features und Erweiterungen der Seite als auch über verschiedene Reisehighlights von MitgliederInnen berichtet. Mehr Infos und Kommentare mit ersten Eindrücken zu Tripwolf gibt's auf Techcrunch und Mashable.
Helge lässt uboot vs. twitter in den Ring steigen, Max hat zwei großartige Videos ausgegraben (Wiener Charme und einen Snooker-WM-Flitzer und Pete verbreitet die frohe Botschaft: es wird eine zweite Staffel von Californication geben. Das sind in der Tat gute Nachrichten - ganz zu schweigen von all den neuen Start-Ups. Zu Tripwolf gibt's morgen Näheres (nein, die Seite hat weder mit Drogen noch mit Darmproblemen zu tun), und einen Twitsay Account hat ohnehin schon jeder Web-Zwei-Nuller: Textkommunikation ist nämlich so 2007! Die Funktionsweise ist denkbar simpel, die Idea grandios: nach Angabe der Twitter-Account Daten und Registrierung der eigenen Nummer ruft man an, wird von Max freundlich, aber bestimmt aufgefordert, die 10-sekündige Nachricht zu hinterlassen; sofort nach dem Auflegen postet die Applikation einen Link zur Audioaufnahme als Tweet in eigenen Twitter-Feed.
Wie man hört, wird wohl das erste FH-Studium für Krocharei eingerichtet, die ja schon länger ein beliebtes Forschungssubjektojbekt darstellt. Sogar Herr Ingenieur Lugner krochte letzthin auf Aufforderung von Maetz wie ein wilder, was allerdings ebenso für recht geteilte Zustimmung sorgt wie der Elmayer's Braq-Kurs. Aber was soll's - sogar FM4's Robert ist unter die Krocha gegangen, die nun eigentlich schon alles haben - außer den passenden Merchandisingprodukten. Fix Oida! Bamm!
Dieser Tage hat amazee eine meiner Ansicht nach grenzgeniale Werbeaktion gestartet: wer sein eigenes Projekt auf der Plattform registriert und die besten Bewertungen (Project Ratings) bekommt, hat die Chance auf finanzielle Unterstützung - insgesamt 10.000 Euros werden unter den drei besten Einträgen aufgeteilt:
31. Juli 2008: Die 50 Amazee-Projekte, die an diesem Tag die besten Bewertungen ('Project Ratings') aufweisen, kommen in die nächste Runde. Die Projekt-Bewertungen können ausschließlich durch registrierte Amazee-Mitglieder vorgenommen werden. Lade also schon heute deine Freunde ein, Amazee-Mitglied zu werden!
31. August 2008: Aus den 50 vorselektierten Projekten kommen die 3 Projekte ins Finale, welche an diesem Tag die meisten (aktiven oder passiven) Projektmitglieder haben.
1.-5. September 2008: Im Finale werden die drei von den registrierten Amazee-Benutzern durch Rating und Beitritt auserkorenen Projekte von einer unabhängigen Jury beurteilt. Daraufhin bestimmt die Jury, wie die â⬠10'000 unter den drei Projekten aufgeteilt werden.
Genial finde ich diese Viral-Aktion deshalb, weil vom herbstlichen Mega-Rave bis zum Charity-Event oder einer neuen Online-Plattform so ziemlich alles reinpasst, und weil die TeilnehmerInnen tatsächlich einen guten Grund haben, ihre Kontakte zur Registrierung zu ermutigen. Bin gespannt, wie die Sache weitergeht - ich werd den Contest jedenfalls im Auge behalten.
PS: Dieser Eintrag ist das beste Beispiel dafür, dass Facebook-Marketing funkt: auf den Contest gestoßen bin ich durch eine Einladung in die betreffen Facebook Gruppe.
Die Serienjunkies haben ein sehr gelungenes Telefon-Interview mit David Duchovny zur Serie Californication geführt. Zitat:
Ich versuche bei einer neuen Rolle immer, die Person zu fühlen. Was versteht man an diesem Typen? Was kann man nachempfinden? Dann versuche ich, die Besonderheiten dieser Person zu betonen, so dass man realisiert, was diesen Charakter als Individuum bestimmt. Bösewichte laufen nicht herum und denken, sie seien böse. Alkoholiker denken nicht permanent, sie seien Alkoholiker. Sie kommen einfach zurecht und handeln in ihrem Umfeld.
Cee von Al Haca war mit seinen Jungs in Japan unterwegs - dem Video nach zu urteilen dürften die Parties dort recht ordentlich abgegangen sein:
In diesem Sinne bleibt mir nur mehr alle Mütter hochleben zu lassen - und fröhliche letzte 5 Muttertagsminuten zu wünschen, morgen geht der Stress wieder los! Ach ne, halt. Morgen ist ja Feiertag - also party on
Ob der große flugunfähige, einst auf Mauritius ansässige Vogel namens Dodo ein idealer Reisebegleiter und ein gern gesehener Zimmergenosse gewesen wäre, werden wir Weltenbummler nie mehr erfahren - denn erst ist längst ausgestorben. Die Reisecommunity dodo.com dagegen hat das Licht der Globetrotter-Welt ganz frisch erblickt. Die Seite will reisebegeisterter aus und in aller Welt zusammenbringen und lockt zum Start der Beta-Phase mit einem attraktiven Gewinnspiel für Weltreisende in spe.
Normalerweise darf jede Facebook-Applikation pro Tag und User genau 20 Einladungen verschicken. Trust you allerdings umgeht diese Einschränkung auf elegante Weise - da sind anscheinend dark secret technologies am Werk... bisher tappen die Ermittler noch im Dunkeln. "Harry, fahr schon mal den Wagen vor", sagt Oberkommissar Da Rick.
Viele Facebook-Applikationen generieren aus den Eingaben der User ein bestimmtes Ranking: ob hottest, smartest oder most successful friends, die zugrunde liegende Mechanik ist immer die gleiche: je mehr Kontakte man hat und je mehr Leute man einlädt, desto höher die rein statistische Chance, besser im Ranking abzuschneiden, weil man einfach von mehr Kontakten beurteilt wird. Nun ist die angesprochene 20-User-Grenze keineswegs Goodwill der App-Programmierer, ganz im Gegenteil: die Facebook-API gibt diese Zahl fix vor um von vornherein Applikations-Spam in großem Stil auszuschließen.
Trust you fällt in die oben beschriebene Kategorie von Apps - man wählt aus, welche seiner Bekannten man für besonders vertrauenswürdig hält, das Programm erstellt ein dynamisches Ranking, sowohl Facebook-weit als auch eines des eigenen Bekanntenkreises. So weit, so gut - dass ein derartiges Ranking aus den oben beschriebenen Gründen *rein gar nichts* aussagt, dürfte klar sein. (Soll natürlich keinesfalls heißen, dass ich nicht vertrauenswürdig bin *fg*)
Und die App wäre auch nicht weiter erwähnenswert, gäb's da nicht dieses "Secret Entrance" Fenster, auf dem zu lesen ist:

Und in der Tat: auch wenn man bereits die täglichen 20 Einladungen verschickt hat, führt der Klick auf einen der fünf Geheimeingänge zu der bekannten Einladungsmaske, allerdings mit zurückgesetztem Limit. Man kann also nicht 20, sondern mindestens 120 Personen einladen. Das ist im Kontext der genannten Applikation nicht weiter spannend, was mich vielmehr fasziniert ist die Tatsache, dass da ganz offensichtlich jemand smarter war als die API; keine Ahnung, wie die Betreiber das geschafft haben, aber das Beispiel dürfte wohl bald Schule machen, wenn Facebook diese Lücke - wo immer sie auch sein mag - nicht dicht macht.