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Artikel-Schlagworte: „Experiment“

Wilde Experimente: von der skurrilen Wissenschaft

Als ehemaliger Physikstudent, begeisterter Ex-Platinen-Ätzer und -(Ent)löter habe ich einen gewissen Hang zum experimentellen Erkenntnisgewinn. Das begann eigentlich schon mit 13 im Physikunterricht: einen Experimentierkasten brauchten wir nicht, für die ersten Elektrolyse-Experimente mussten Leitungswasser, Waschmittel und ein Lego-Trafo herhalten, und von dort war's nur mehr ein kurzer Weg bis zur ersten (kleinen) Wasserstoff-Explosion im Heimlabor. Nun zeichnet sich das klassische wissenschaftliche Experiment im Normalfall nicht gerade durch übermäßige Skurrilität aus, aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Und 20 solcher "irren Experimente" gibt's unter dem Titel Durchbrüche der Durchgeknallten auf einestages online zu bewundern.

Vom Elefanten, der in kürzester Zeit der höchsten LSD-Dosis aller Zeiten erlag bis zu rumänischen Forschern, die sich zu Studienzwecken (freiwillig!) selbst erhängten reicht das skurrile Spektrum. Mein Favorit: der Pechtrichter der Universität von Queensland in Australien - er gilt als das "langweiligste Experiment der Welt":

Seine Karriere begann bereits 1927, als Thomas Parnell eine merkwürdige Idee hatte. Der Physikprofessor füllte heißes Pech in einen unten verschlossenen Trichter. Dann wartete er drei Jahre, bis sich das Pech gesetzt hatte. 1930 dann öffnete er die Spitze des Gefäßes - und es passierte... erst mal nichts. Erst im Dezember 1938 fiel der erste Tropfen Pech in das Reagenzglas darunter.
Das Pitch Drop Experiment veranschaulicht eine erstaunliche Eigenschaft von Pech. Zwar scheint die schwarze Substanz bei Raumtemperatur die Konsistenz von Stein zu haben, doch genau genommen ist sie flüssig - nur etwa 100 Milliarden Mal zähflüssiger als Wasser. So hat der Superstar der Universität von Queensland nur alle acht bis zwölf Jahre seinen großen Auftritt. Bisher sind insgesamt erst acht Tropfen gefallen, der letzte am 28. November 2000. Als es geschah, war allerdings noch nie jemand dabei.

Schließlich beantwortet dieser Versuch nicht nur die Frage nach dem Aggregatszustand von Pech, sondern auch den alten Klassiker: "Was passiert, wenn ein Tropfen Pech aus dem Trichter fällt und niemand sieht zu?"

Sogar Online-Marketer finden beim Experiment Nr. 6 eine wertvolle Inspiration - die Psychologin Youngme Moon wollte an der Universität von Harvard herausfinden, ob sich das interpersonelle Empathie-Phänomen auch auf die Mensch-Maschine Kommunikation übertragen lässt:

Ihre Probanden mussten am Computer elf persönliche Fragen beantworten. Etwa: Was war die größte Enttäuschung in Ihrem Leben? Oder: Was sind Ihre Gefühle gegenüber dem Tod? Ein Teil der Versuchsteilnehmer gaben einfach Frage für Frage in den PC ein, bei den anderen ging jeder Frage ein kurzer Text mit Informationen über den Computer voraus. Vor der Frage "Wann waren Sie das letzte Mal sexuell erregt?" zum Beispiel "verriet" der Computer folgendes über sich: "Vor einigen Wochen kam ein Benutzer hierher und brauchte diesen Computer, um ein digitales Video zu schneiden. Das hatte noch nie jemand auf diesem Computer gemacht." Und tatsächlich: Gab der PC vorher auch etwas über sich preis, waren die Antworten stets detaillierter, länger und persönlicher.

Als großartige instruktiv erweist sich auch der sogenannte "Dunning-Kruger-Effekt": je inkompetenter jemand ist, desto mehr neigt er zu grenzenloser Selbstüberschätzung (da fallen mir ad hoch eine Reihe von Beispielen ein):

1999 fanden die Psychologen David Dunning und Justin Kruger anhand einer Reihe von Tests heraus, woran das liegt. Sie ließen eine Gruppe von Studenten Arbeitsblätter zu Themen wie Grammatik, Logik oder Humor ausfüllen. Am Ende des jeweiligen Tests musste jeder Student angeben, wie gut er im Vergleich zu den anderen Teilnehmern war. Mit erstaunlichem Ergebnis: Bei allen Fragebögen glaubte das schlechteste Viertel der Probanden von sich, weit über dem Durchschnitt zu liegen - selbst dann noch, als ihnen die Testbögen der besten Teilnehmer zur Ansicht gegeben wurden.

Lust auf weitere Stories aus dem Labor? Dann kann ich die Bücher von Reto Scheider nur wärmstens empfehlen - der Redakteur der Neuen Zürcher Zeitung hat die zwei deutschsprachigen "Standard-Werke" über skurrile Versuchsaufbauten verfassten:

Reto Schneider: Das Buch der verrückten Experimente Wilde Experimente: von der skurrilen Wissenschaft
Reto Schneider: Das neue Buch der verrückten Experimente Wilde Experimente: von der skurrilen Wissenschaft

Blogistan Panoptikum KW29 2009

Dieses Panoptikum erscheint mit Verspätung und fasst sich kurz, denn in den letzten sieben Tagen ging's Schlag auf Schlag: am Donnerstag/Freitag war ich beim Werbeplanung Summit, am Samstag bei Patti Smith in Wels und am Sonntag mit Red Bull Mobile beim XAlps Start in Salzburg. 50km/h Windböen verhinderten leider sehr effektiv unseren geplanten Paragleit-Tandemflug, die Gleitschirm-Profis Vertikal-Loopings direkt überm Mozartplatz drehen zu sehen, war allerdings definitiv beeindruckend. Mobiltechnologie hat mittlerweile auch Einzug in den Extremsport gehalten: alle Athleten, die an der 14tätigen Überquerung der Alpen per pedes und Paragleiter teilnehmen, sind mit GPS-Devices und Handys ausgerüstet, die ein Live-Tracking während des Bewerbs erlauben, das von der "Average Resting Time per Day" bis zur aktuellen Position alle Details verrät. Ich schätze, es ist nur mehr eine Frage der Zeit, bis man den Pulsschlag der Formel1-Fahrer während des Rennens live am Handy abrufen kann :mrgreen: Aber nun without much further ado zum gemeinsamen Rückblick von Linzerschnitte und datenschmutz: ab sofort sind die jeweiligen Beiträge mit Autor- bzw. Autorin-Icon gekennzeichnet.

Geekly News auf Atv.at

Judith aka Linzerschnitte ritchie aka datadirt Diese Woche fiel der Startschuß für ein weiteres Datenschmutz-Linzerschnitte-Gemeinschaftsprojekt: Geekly News, das ist ein Videochannel der Platz bietet für seriöse Technologienews, Gadget-Fetischismus bis hin zu geekigen Lifestyle-News. Die ersten Videos sind schon online, wer also noch nicht genug über Poken weiß oder sich für einen Datenschmutz-Videopodcast zum neuen Nokia N97 interessiert, möge gleich mal reinschauen! Und wer nicht weiß, was auf einer Unix-Timestamp-Party eigentlich gefeiert wird, findet auch die passende Antwort. Hier geht's zum neuen Channel: atv.at/geeklynews

Und das wichtigste: wer selbst Video-Podcasts zu den Themen Technologien / Web / Geek-Stuff dreht und veröffentlicht, ist als Gast-Video-Blogger herzlich willkommen! Als Belohnung winkt Coverage auf der ATV-Startseite.

Teenager.lesen.keine.Bezahlzeitungen

Judith aka Linzerschnitte Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Darum wird ein 15jähriger Praktikant bei Morgan Stanley nicht zum Kaffeekochen verdonnert, sondern bekommt den Auftrag, das Mediennutzungsverhalten seiner Freunde zu dokumentieren. Das Ergebnis seiner Recherche wurde von Morgan Stanley und schließlich auch von der Financial Times veröffentlicht und lässt Old Media erzittern. Ein Zitat:

No teenager that I know of regularly reads a newspaper, as most do not have the time and cannot be bothered to read pages and pages of text while they could watch the news summarized on the internet or on TV. The only newspapers that are read are tabloids and freesheets (Metro, London Lite…) mainly because of cost (...).

Sieht aus, als ginge wieder mal ein Punkt an Chris Anderson mit seiner Theorie der "Freeconomics" und als wären Zeitungsabonnenten tatsächlich vom Aussterben bedroht. Hier der Artikel von Morgan Stanley: How Teenagers Consume Media.

Blogs vs. Nachrichtenmedien: minus zweieinhalb Stunden

ritchie aka datadirt Um zweieinhalb Stunden hinken Blogs professionellen Nachrichtenmedien hinterher, berichtet Telepolis [via Philip Budka]:

Traditionelle Medien haben den Ruf langsam zu sein. Das trifft zu bei den Nachrichten, die in Printmedien veröffentlicht werden. Sie sind immer zu spät dran gegenüber dem Internet oder anderen 24-Stunden-Medien wie dem Radio oder dem Fernsehen. Aber wenn es darum geht, wer schneller ist, dann siegen weiterhin wenig erstaunlich die Online-Redaktionen der traditionellen Medien über die Blogger. Normalerweise haben sie, so eine Studie von Jure Leskovec, Lars Backstrom und Jon Kleinberg von der Cornell bzw. Stanford University über die letzten drei Monate der US-Präsidentschaftswahl vom 1. August bis zum 31. Oktober 2008, einen Vorsprung von 2,5 Stunden.

Trotzdem gäbe es flinke Ausnahmen, welche die Regel bestätigen. Ich habe mich nicht näher mit der Methodologie der Studie beschäftigt, aber dass Blogger im Durchschnitt so rasch reagieren, wundert mich - ob da wohl eine Content-Scraper Scripts die Statistik beeinflusst haben?

Mrs. Palin vs. Blogosphere

ritchie aka datadirt Die Fast-Vizekandidaten mit Alaska und Schusswaffenerfahrung geht radikal gegen Blogger vor, das mittlerweile als falsch eingestufte Gerücht verbreiten, sie habe Baumaterialien eines Sportgebäudes für ihre Privathütte verwendet. Dabei ist es laut amerikanischem Medienrecht keineswegs verboten, falsche Vermutungen zu publizieren, sofern diese als "Annahme" und nicht als Faktum deutlich gekennzeichnet sind, wie Technewsworld betont:

That didn't stop Palin's attorney from threatening to bring defamation charges against anyone who had repeated the allegation. Singled out were the The Huffington Post, The Washington Post -- and Alaskan blogger and radio host Shannyn Moore.

Moore, for her part, was not cowed -- and rightly so. She had the law on her side. It is not illegal to publicize rumors as long as statements are couched with appropriate qualifiers such as "alleged," "reportedly," etc., or clearly are written as opinions. For instance, you can say "I think so-and-so is a crook." What you can't say is "So-and-so is a crook because he is embezzling funds from his company" -- unless, of course, it's true. The law allows even greater latitude when it comes to comments made about public figures such as Palin.

Wer nun schon die Koffer packt, sei gewarnt: um einen Freifahrtsschein handelt es sich keineswegs:

There are limits to what the law permits, however. Bloggers don't receive a Get Out of Jail Free card just by strategically modifying any outlandish claim with words such as "maybe" or "I've heard."

Der Prozess ist noch im Laufen, Palin wurde aber wieder mal heftig kritisiert - von einer Politikerin erwarte man sich eine dickere Haut, so der Tenor vieler Medien. Die HuffingtonPost meint dazu:

By specifically singling out and naming Moore, Palin has done two things; she has shown herself to be a reactionary immature politician, and she has made Shannyn Moore a lot better known.

Erwartungsgemäß lässt sich Shannyn keineswegs einschüchtern und schreibt weiter unerschrocken über respektive gegen Sarah Palin - und Lachs: yummy!

Erzähl mir keine Conversion-Märchen

ritchie aka datadirt Wenn ein Online-Marketer unter geändertem Namen über Realitäten und Normen in der Welt des eCommerce schreibt, dann ist höchste Skepsis angebracht: ob "Werner Schoppelhuber" tatsächlich Konversionsraten über 10 Prozent erzielt oder nicht, ist aber im Kontext dieses Artikels völlig irrelevant - denn die hier präsentierten Überlegungen (vor allem jene zu Messbarkeit und Optimierung) sollte sich jeder, der online etwas verkaufen möchte, eingehend durch den Kopf gehen lassen:

Den meisten E-Commerce-Anbietern gehen mittlerweile die Ideen für weitere Optimierungen aus. Beinahe hilflos stochern sie im Internet-Fundus und scheuen sich nicht vor den abenteuerlichsten Experimenten. Dabei vergessen sie: Konversion passiert im Kopf des Kunden. Der Blick auf die Kauf- und Entscheidungsprozesse des Konsumenten liefert viele effektive Ideen für Optimierungen. Meist sind es nämlich nicht die kostspieligen Features sondern die kleinen Details, die für eine hohe Konversionsrate sorgen.

Twitter Daten & Strategien von Hackern an TechCrunch verkauft

Judith aka Linzerschnitte Ein Sicherheitsleck machte diese Woche Twitter das Leben schwer: ein "Hacker" hatte das Mail-Passwort einer Mitarbeiterin erraten und daraufhin Zugang zu über 300 "geheimen" Dokumenten erlangt. Inhaltlich ist die Bandbreite groß, vom Pitch für eine Twitter TV Show ist die Rede, Vereinbarungen mit AOL, Dell, Nokia und Ericson, finanzielle Ein- und Ausblicke usw. Aber auch Infos über ein strategisches Meeting waren dabei und wurden schließlich von Techcrunch (nach Rücksprache mit Twitter!) veröffentlicht:

One of the audacious goals laid out in the notes of the strategy meeting is for Twitter to become the first Web service to reach one billion users. The notes are laid out in bullet points with each one reading like a Tweet: "If we had a billion users, that will be the pulse of the planet.

Mal sehen, wohin die Reise für Twitter geht - und wann die Critical Mass erreichen wird. Diese dazu auch dieses Scribble von Wikipedia zum Pulse of the Planet.

Seit wann zählen Blogs nicht als soziale Medien?

ritchie aka datadirt Eine aktuelle Beobachtung des Copybloggers kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen: immer mehr Leute setzen Social Media mit Networking gleich, während Blogs als etwas "anderes" betrachtet werden:

Maybe the fact that "old media" has co-opted those aspects of blogs is the reason that some people no longer see blogging as social media. I think that's a bit silly.

Absolut lesenswerter Beitrag - angesichts der Masse an Diskussionen zum Thema Friendfeeden vs. Twittern vs. Bloggen tendieren viele User dazu, kommerzielle und ideelle Interessen zu verwechseln:

When you think like a media producer in this brave new social media world, it's your content that social networkers are sharing and promoting, and that translates into your cash. If you're only social networking, you're only someone's user-generated content, and even your digital overlord struggles to make money.

Digital Sky Technologies stockt Facebook Anteil auf

Judith aka Linzerschnitte Der "Application-Provider" Facebook (Quote: Andi Klinger am Werbeplanung Summit) wird im fünften Jahr seines Bestehens mit 6,5 Milliarden Dollar bewertet. Der Russische Technologiekonzern Digital Sky Technologies (mail.ru) hat weitere 200 Millionen Dollar in Facebook investiert und nun seine Anteile auf 3,5 Prozent des Unternehmens erhöht. Das hat auch einige Analysten überrascht, dennoch ist auch diese Woche wieder davon die Rede, dass Facebook das neue Google sei bzw. sein werde.

Diese Einschätzung wird Mark Zuckerberg viel Freude bereiten, anscheinend ist es ja sein Masterplan, eines Tages Google in die Tasche zu stecken.

Warum Friendfeed stagniert

ritchie aka datadirt Scobble macht sich Gedanken über das langsame Dahinsiechen seines Lieblingspatienten: der einstige Heavy-Tweeper führt seine Konversationen mittlerweile ja primär via FriendFeed. Das einzige Problem: alle finden die technischen Features toll, aber so gut wie niemand nutzt die neuen Real-Time Möglichkeiten. Aber Scobble bleibt standhaft:

Will I leave FriendFeed? Stop talking about it so much? No and no. Why? Because it lets me differentiate what I do from other bloggers and it has helped me build an innovative media platform that is paying me and Rackspace dividends. Lots of people at the TechCrunch event in Europe say they like reading me there, which demonstrates to me that I’m reaching the audience I wanted to, even if FriendFeed hasn’t reached its own potential yet.

David Gilmour, Freund der Hacker

ritchie aka datadirt David Gilmour nimmt den Rockklassiker "Chicago" neu auf, um Spenden für einen Hacker zu sammeln - und EMI veröffentlicht auf der eigenen Homepage einen Pressetext über die Aktion. Und da soll nochmal einer sagen, wir lebten nicht in einer postmodernen Wertewelt:

Unter der Mitwirkung von Chrissie Hynde, Bob Geldof und Gary McKinnon selbst wird die von Chris Thomas produzierte Coverversion als kostenfreier Download ab dem 20. Juli über die Webseite der britischen Zeitung The Daily Mail angeboten, allerdings verbunden mit der Aufforderung, eine Spende – gleich welcher Höhe – zu leisten, um damit Gary McKinnon zu unterstützen. Mit dem Einverständnis des Songkomponisten Graham Nash hat Janis Sharp, Garys Mutter, für den Song einen neuen Text geschrieben, der sich unmissverständlich an den US-Präsidenten Barack Obama wendet, damit er sich der Sache ihres Sohnes persönlich annimmt.

Foto der Woche

"aaaaaa........" nennt mamnaimie diesen äußerst gelungenen Shot einer Ringelspielfahrt... es muss zum Glück eben doch nicht *immer* HDR sein:

ringelpiez Blogistan Panoptikum KW29 2009

Linzerschnittes Video der Woche

Rache ist das Thema einer noch unveröffentlichten Dokumentation - und das sind drei Shots daraus. Mein Conclusio: Rache ist prickelnd und wird am besten kalt serviert.

ritchies Video der Woche

Ich konnte mich schon wieder nicht entscheiden - Vimeo liefert jede Woche so viel großartiges Material, dass die Auswahl wirklich schwierig fällt. Da wäre zum einen "Sportberichterstattung mal anders" von Ken Loutit: mein Interesse an Sportberichterstattung hält sich in extrem engen Grenzen, aber dieser Ästhetik-Shift ist mehr als gelungen:

A propos Ästhetik: Makoto Yabuki gelang mit seiner "White Box" eine wunderbare visuelle Metapher zum Thema Kreativität:

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende des Rückblicks angelangt - Linzerschnitte + datadirt bedanken sich artig Ihre Whuffies (ja, so heißt neuerdings die Währung der Aufmerksamkeit), wir lesen uns morgen.

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Blogistan Panoptikum KW22 2009

Herzlich willkommen zum Blogistan-Panoptikum - vor lauter Feiertagen vergehen die Wochen ja nahezu im Flug, aber das hält eifrige Blogger natürlich nicht vom Berichterstatten ab, ganz im Gegenteil. Noch dazu bei diesen sibirisch-verschärften Außenbedingungen... dabei hatten uns die EU-Spitzenkandidaten doch einen super-heißen Mai versprochen. Aber wenn's draußen kalt ist, dann kann man sich aus den diversen werblichen Print-Produkten und anachronistischen Tageszeitungen wenigstens ein wärmendes Feuerchen anzünden. Ganz ehrlich, kein Mensch braucht im Internetzeitalter mehr Tageszeitungen, die ganze Journalismus-Qualitäts-Debatte können wir Crowdsourcer uns doch endgültig schenken. Außer Datum - die einzige löbliche Ausnahme im von Falter-Meinungs-Monopolen geplagten Bobo-Österreich. Im Übrigen bin ich der Meinung, Armin Thurnherrs internet-feindliche Haltung gehört zerschlagen.

Google bringt Wave

The buzz is on - im Lauf des Jahres will Google sein neuestes Produkt "Wave" veröffentlichen - es soll nicht mehr und nicht weniger tun, als unseren Umgang mit Kommunikation und Kollaboration im Web nachhaltig zu verändern. E-Mail, Kontakte, Social Networks - Wave will die Grenzen zwischen Dokument und Dialog verschwimmen lassen:

A wave is equal parts conversation and document. People can communicate and work together with richly formatted text, photos, videos, maps, and more.
A wave is shared. Any participant can reply anywhere in the message, edit the content and add participants at any point in the process. Then playback lets anyone rewind the wave to see who said what and when.
A wave is live. With live transmission as you type, participants on a wave can have faster conversations, see edits and interact with extensions in real-time.

Erste Eindrücke und Screenshot kann man hier begutachten, potentiell Beta-Tester können sich mal für einen Account vormerken lassen. Wave wird übrigens komplett unter der Open Source Lizenz stehen - diese ausführliche Präsentation von der Google I/O macht mir jedenfalls den Mund wässrig:

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"But all good things, they say, never last", sang Prince. Und nun sagt TechCrunch das gleiche über Twitters "Trending Topics":

Up until recently, Twitter’s trending topics - which are prominently displayed on their Search homepage and now also in the sidebar when you’re using the Twitter website - were an awesome way to get a feel of what was buzzing on the Web, in a way that virtually no other web service was able to do.

Aber dann kamen die Piraten und Michael war ordentlich beleidigt!

Today, when you look at Twitter’s trending topics, you’ll notice that the large majority of trends are memes started by a single user or a group of users, with the main goal offering entertainment rather than spreading information. That’s all fine and dandy - no harm in having fun - and I realize well that Twitter’s trending topics are not necessarily required to be giving you and me an overview of stuff that really matters, but I can’t help but think it’s a pity that that list is starting to turn into the top 10 of chain letters people used to circulate through e-mail messages in the late nineties.

Ach liebes fliegendes Spaghetti-Monster, ich bete zu dir jeden Tag darum, dass mehr Menschen einsehen mögen, dass es mehr Spaß macht, Social Media Plattformen zu manipulieren als deren Regen einzuhalten...

Heißt du wirklich so?

Amerikanische Ureinwohner tragen häufig sprechende Namen wie "Robin kills the Enemy": der steht zwar in ihrem Pass, bringt aber auf Facebook Probleme mit sich, ebenso wie exotische Namen á la "Lisa Strawberry" - denn laut AGBs verlangt FB den richtigen Namen und legt bei Verdacht auch gerne mal unbegründet Accounts stillt, wie der Spiegel online berichtet:

Alicia Istanbul wurde zum Verhängnis, dass sie einen ungewöhnlichen Namen hat. Und Facebook hat gerade eine Kampagne gestartet, alle "fake accounts" zu löschen, also Nutzerkonten, die nicht wie gefordert den richtigen Namen angegeben haben. Für dieses Anliegen hat Istanbul ja Verständnis. Aber ganz und gar nicht verstehen kann sie, warum Facebook sie nicht einfach gefragt hat. "Sie sollten vorher wenigstens einen Warnhinweis schicken", klagt sie. "Ich war dort den ganzen Tag unterwegs. Ich habe mein gesamtes soziales Netz darauf angelegt. Und das ist es ja schließlich, was Facebook auch will."

Zwar werden die Konten im Ernstfall nach Support-Intervention wieder freigeschalten, allerdings kann das bei 850 Mitarbeitern und Millionen Usern schon mal ein Weilchen dauern. So selten dürften derartige Fehlalarme übrigens gar nicht vorkommen - FB-Sprecher Barry Schmidt räumte Probleme ein, die Gruppe Facebook: don't discriminate against Native surnames!!! hat bereits über 4.000 Mitglieder. Schwierige Sache: einerseits will Facebook natürlich keine ressourcen-fressenden Fake-Accounts, andererseits entstehen dadurch für die Träger exotischer Namen derartige Kollateralschäden.

Gratulation zum 35., Mr. Shoemoney!

Jeremy Shoemaker wurde diese Woche 35 - herzliche Gratulation! Von keinem anderen US-Blogger habe ich mehr über Online-Marketing und Affiliate-Biz gelernt... keep up the good work! Auch einen Blick wert: das Friendshirt der Woche, diesmal von Friendshirt.me. Und die Kommentare sind ziemlich eindeutig... ich würd drauf wetten, dass da in der nächsten Zeit einige Bestellungen eingehen! Ich hab mein Friendshirt ja schon :mrgreen:

Wieviel ist ein Micro-Scobble?

Robert Scobble ist Web 2.0 Evangelist und Twitter-Legende. Das Disqus Blog hat ein Interview mit dem Mann, dessen Nachname Pate stand für die Benennung der internationalen Tweet-Frequenz-Einheit "Micro-Scobble", veröffentlicht:

I grew up in silicon valley, I had no choice. My Dad was an engineer and I grew up in Cupertino about a mile from Apple Computers. I had an Apple Computer in 1977, in my junior high I was in the first computer club , and I got a tour of Apple when they were one little building. So yeah, I’ve always been around tech.

Werner, die Russen sind da

Dass Facebook viel mehr Geld verbrennt als die Werbungen reinbringen, dürfte mittlerweile wohl bekannt sind. Munter geht die Suche nach neuen Investoren weiter -einen fand man in Form von Digital Sky Technologies. Die russische Internet-Investment Firma gab 200 Millionen Dollar für 1,96% Anteil an Facebook aus, wie die New York Times berichtet:

Digital Sky won because its founders Yuri Milner and Gregory Finger have strong experience running Internet properties in Eastern Europe and Russia, and "a deep, advanced understanding" of social networking technology, Zuckerberg said.

Pikantes Detail am Rande: Cheffe Zuckerberg gibt sich zwar ganz lässig, dürfte aber wissen, dass die Gesamtbewertung des Unternehmens in den nächsten Monaten wohl ziemlich nach unten rasseln wird. Der Gesamtwert beträgt derzeit übrigens sagenhafte 10 Milliarden Dollar, als Microsoft 2007 für 240 Millionen Dollar lediglich 1,6 Prozent erwarb, lag der Unternehmenswert noch um ein Drittel höher. Tja, Analysten sind halt auch ganz schön launisch.

Die fünf nuttigsten Hochzeitskleider ever

Danke an Judith, die mich auf diesen großartigen Beitrag über die Top 5 Sluttiest Wedding Dresses Spotted In 2009 hingewiesen hat. Auch wenn es mir fast das Herz bricht, dass Miss Carey nicht mehr Single ist, eines muss man ihr lassen: mit ihrem Gefühl für Styling könnte sie in jedem Bordell dieser Welt sofort einen Job bekommen - und der Hochzeitsbikini ist auch nicht übel. Das muss man gesehen haben:

The Mariah Carrey slutty wedding dress certainly doesn't leave anything to the imagination. Fully equipped with garter belt, stockings, and a main fashion piece better off worn under the dress or on the wedding night, this dress starts us off with its moderately tame slutty fashion.

SEO-News der Woche

Die wahren Abenteuer sind im Kopf, und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo: das legt zumindest eine aktuelle Studie über das Thema Suchmaschinen Branding. vs. Suchmaschinenqualität nahe:

So haben die Mannen rund um Google einen internen Versuch durchgeführt, bei dem die Suchergebnisse konkurrierender Suchmaschinen wie z.B. Yahoo, MSN/Live, Cuil, Ask, AltaVista, etc. in das Seitenlayout von Google gegossen und Testpersonen vorgesetzt wurden. Zum Vergleich wurde dieses Spielchen natürlich auch in umgekehrter Weise durchgeführt, wobei die Google-Suchergebnisse in das Layout von fremden Suchmaschinen integriert wurden. Das Ergebnis: Die Probanden empfanden immer die Suchergebnisse als besser, über denen das Google-Logo platziert war!

Manches lässt sich aber auch experimentell überprüfen, wie etwa der Canonical-Tag - Stefan hat seine höchst aufschlussreiches Versuchsprotokoll hiezu dokumentiert - unbedingt lesenswerter Beitrag! Apropos Kopien: die Seouxindianer haben 10 einfache Linkbaits zum Kopieren bereitgestellt. Und in der Tat: die genannten Rezepte wirken nachhaltiger als alle Russenlinks dieser Welt :mrgreen:

Wie SMO *nicht* funktioniert

Bei den Seouxindinaner habe ich auch noch einen zweiten Beitrag gefunden, den sich potentielle Social Media Cowboys unbedingt *vor* allfälligen Pistolen-Duellen zu Herzen nehmen sollten, gefunden: Wie SMO nicht funktioniert beschreibt die häufigsten Fehler und ich kann jeden einzelnen Punkt nur vollauf unterstreichen. Beispiel gefällig?

Den Usern freie Hand lassen funktioniert nicht. Wer seine Firma in Social Media Portalen nicht selbst präsentiert, der gibt unzufriedenen Nutzern und der Konkurrenz die Chance “ihre Meinung” als einzig vorhandene einzureichen. Wenn die ersten Inhalte aber von der eigenen Firma gestellt werden, ist der erste Eindruck durch kontrollierte Publikation gerettet.

Google Suggest nutzen

Google Suggest wirft in der Tag einiges über den Haufen:

Google Suggest ist wohl die größte Änderung, die uns Google in den letzen Monaten präsentiert hat. Nicht nur, weil Suggest von der breiten Usermasse aktiv genutzt wird, sondern auch weil es ein paar Erkenntnisse der Vergangenheit über den Haufen wirft. So führt die aktive Nutzung zu einer massiven Verschiebung der Suchvolumen von Ein-Wort-Kombinationen hin zum Longtail.

Und der Preis für den charmantesten-Insider-Slang des Monats geht an den selben Beitrag:

Der User sucht trotzdem dasselbe, er geht nur evt. einen anderen, direkteren Weg. In der Folge heißt dies, dass es abermals schwerer wird, dem User Inhalte unterzujubeln, die er eigentlich gar nicht sehen möchte. Also heißt es, den User genauer zu studieren und seine Wünsche zu kennen.

Video der Woche

Normalerweise poste ich an dieser Stelle keine Werbeclips, aber Peter Novak hat mit dieser Redhat-Linux Werbung einen fantastischen Job gemacht! Der geht raus an die Open Source Community weltweit:

Foto der Woche

Die bewegten Bilder der Woche werden ab sofort in jedem Panoptikum um die Foto-Rubrik ergänzt: das Bild der Woche suche ich nach rein subjektiven Kriterien aus - seit ich selbst recht viel mit meiner digitalen SLR hantiere, weiß ich, wie schwierig es ist, perfekte (HDR)-Belichtungen zustande zu bringen. Die Auswahl ist mir bei der Premiere gar nicht leicht gefallen, aber diese Abendstimmung im Manasquan Reservoir von Joisey Showaa finde ich fantastisch:

manasquan Blogistan Panoptikum KW22 2009

Und das war's auch schon wieder für diese Woche - danke fürs Vorbeisurfen, wir lesen uns am Montag!

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Österreich darf das CERN nicht verlassen!

In meiner heutigen AT-KFOR Vorlesung an der Publizistik Wien musste dieses Thema natürlich auf die Tagesordnung: denn das, was sich "Wissenschaftsminister" Johannes "Gio" Hahn da geleistet hat, kann allen österreichischen Forschern, Studenten und Lehrenden nur peinlich sein, sogar jenen, die sich weit abseits der Physik bewegen: überraschend und einseitig kündigte er einseitig die Zusammenarbeit mit dem CERN. Eine kurzfristig ins Leben gerufene Petition gegen diesen peinlichen Irrsinn kann und sollte man unbedingt auf sos.teilchen.at/petition/ unterschreiben.

Warum? Dafür gibt es eine ganze Reihe ausgezeichneter Gründe:

  • Das CERN ist *das* europäische Forschungs-Kooperations-Vorzeigeprojekt. Ich zitiere aus der Petition:

    CERN steht für Forschung in Elementarteilchenphysik und Kosmologie. CERN ist ein leuchtendes Beispiel für Exzellenz durch europäische Zusammenarbeit. CERN bedeutet Vision für den wissenschaftlichen Nachwuchs.

  • Gute Überleitung zum nächsten Punkt: die Beendigung dieser Zusammenarbeit gefährdet den Wissenschaftsstandort Österreich. Die Art der Teilchenforschung, die am CERN betrieben wird, ist derart aufwendig und teuer, dass ein einzelnes Land sich eine derartige Anlage kaum leisten könnte. Am CERN hängt eine immense, über ganz Europa verteilte Forschungs-Infrastruktur mit umfangreichen Projekten, die ohne experimentelle Überprüfung so nicht stattfinden könnten - in der Vergangenheit resultierten diese Forschungen nicht selten in Nobelpreisen.
  • Die Partnerschaft Österreichs am CERN, das nach einer größeren Ausbau-Phase und dadurch bedingten Pause demnächst wieder in operativen Betrieb gehen wird, besteht seit 50 Jahren. Die Kosten der Beteiligung stehen in keiner Relation zu den Durchbrüchen in der Grundlagenforschung, die in dieser Zeit erzielt wurden und die immer wieder in praktischen Anwendungen gipfelten - manchen von ihnen sind aus dem 21. Jahrhundert nicht mehr wegzudenken (Stichwort: Computertomographie, Stichwort: World Wide Web, Stichwort Durchbrüche in der Krebsdiagnose und -therapie). Ein näherer Blick auf die Kosten macht Sie sicher:

Die CERN-Beteiligung kostet jeden Österreich €2 pro Jahr, anders ausgedrückt beträgt die Gesamtsumme 16 Millionen Euro. Das sind 0,47 Prozent des Wissenschaftsministeriums-Budgets, welches 2009 gegenüber 2008 um 15% erhöht wurde. Dem gegenüber stehen im Zeitraum 1994-2007 CERN-Aufträge an die österreichische Industrie im Wert von 73 Millionen Euro.

Video: CERN in 3 Minuten erklärt

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In wirtschaftlichen Krisenzeiten aus einem solchen Projekt auszusteigen - Albanien hat übrigens kürzlich seinen Aufnahme-Antrag gestellt - bedeutet eine nachhaltige Schädigung der österreichischen Spitzenwissenschaft, Qualitätseinbußen bei der Ausbildung und Verdienstentgang in Hi-Tech Branchen. Waren das nicht genau jene Felder, die Sie, Herr Hahn, beim Antritt Ihres Amts mit Elite-Unis und der Steigerung des Arbeitsplatzes Österreich für ausländische Spitzenkräfte steigern wollten?

cern Österreich darf das CERN nicht verlassen!

Ihr Wissenschaftsministerium hat im Vorfeld der überraschenden Aufkündigung unserer Partnerschaft weder mit österreichischen Experten noch mit dem CERN in irgendeiner Form einen Dialog gesucht. Erklären kann sich Ihre Entscheidung niemand - es gibt lediglich Spekulationen:

Da es bei rationaler Betrachtung sehr unwahrscheinlich ist, dass jemand zu dem Schluss gelangt, ein CERN Austritt könne nützlich sein für Österreich, sind es wahrscheinlich irrationale Gründe. Auch Wissenschafter und Ministeriumsbeamte sind Menschen mit Emotionen, und diese umfassen nicht nur positive wie Liebe, Begeisterung und Hingabe, sondern auch negative, wie Angst, Neid oder Gier.

Auch Science Buster Prof. Heinz Oberhummer, für seine Forschungen in theoretischer Physik nominiert für den Nobelpreis, zeigte sich beim Alien-Special am letzten Samstag im Rabenhof äußerst indigniert über diese "historische Fehlentscheidung" (Zitat Prof. Dr. Herbert Pietschmann): seine galgen-humorige Erklärung: die niederösterreichischen VP-Politiker haben möglicherweise bemerkt, dass sich in Seibersdorf (das hiesige Forschungszentrum kooperierte bislang eng mit dem CERN) keine Günstlinge aus dem Bauernbund jobtechnisch unterbringen lassen. Das mag überspitzt formuliert sein, trifft den Nagel der österreichischen Kleinkariertheit allerdings auf den Kopf. Völlig ernst zu nehmen dagegen ist seine Anmerkung, dass mit dem Betrieb des neuen LHC (Large Hadron Collider) sozusagen die "Erntezeit" für zahlreiche, auch österreichische, Forschungsprojekte vor der Tür steht. Zitat aus dem Beitrag No we can't am Science-Busters Blog:

Es geht um jährlich 16 Millionen Euro. Um das ins richtige Maß zu stellen: Das sind etwa die Verluste, welche die Österreichischen Bundesbahnen derzeit in gerade einmal drei Tagen einfahren. Damit ist die Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Teilchenphysik in Österreich überhaupt gefährdet.

Man vergleiche hierzu auch dieses Zitat von Prof. Herman Feshbach, Nobelpreisträger 2004:

Scientific prospects at CERN have never been brighter and more exciting, as the great Large Hadron Collider (LHC) project approaches its operational phase. Many years' investment in research, development, and construction are about to bear fruit. There are good reasons to anticipate discoveries that will dramatically advance our most basic understanding of what the physical world is made of, how it works, and even how it came to be. While the primary goal of CERN is to address such fundamental issues, the laboratory is also a treasury of engineering marvels. It has been a seedbed of innovation in computer and communications technology, cryogenics, and large-scale, high-tech project management. Young people learn cutting-edge skills at CERN that they take back to businesses and schools of their home countries. For these reasons I believe that CERN has yielded, and will continue to yield, excellent long-term returns on investment, just as a matter of economics, even apart from its unique scientific value. In addition, since its origins in the aftermath of World War II, CERN has been an inspiring, visible symbol of European unity and cultural vitality. It would be a great loss for Austria, and a blow to Europe and the scientific world, if short-term thinking and lack of vision caused Austria - birthplace of Ludwig Boltzmann, Erwin Schrödinger, Wolfgang Pauli, Victor Franz Hess, and Lise Meitner - to pull out of CERN now.

Was können Sie tun?

Unterschreiben Sie die Petition (das funktioniert ganz simpel online): Sie soll das Parlament dazu bewegen, die Hahn'sche Entscheidung abzulehnen. Bereits über 10.000 Personen (Stand: 12. Mai) haben ihre Unterstützung kund getan. Hinterlassen Sie einen Kommentar auf der Seite des Instituts für Hochenergie-Physik oder am besten: schreiben Sie direkt einen Brief an Wissenschaftsminister Johannes Hahn und/oder die zuständigen Politiker. Nutzen Sie Ihre Social Media Kontakte, informieren Sie Ihr Umfeld über diese kurzsichtige aber schwer rückgängig zu machende Entscheidung - auf Facebook gibt's bereits eine Gruppe, der man beitreten kann. Und wenn Sie selbst ein Blog betreiben: machen Sie Stimmung und lassen Sie nicht zu, dass eine so wichtige Entscheidung im in .at so beliebten Blitzverfahren getroffen wird - DANKE!

Particle Hunters: Video über das CMS-Experiment CERN

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Reaktionen aus der Blogosphäre:

Blogistan Panoptikum KW18 2009

In der vergangenen Woche habe ich weniger RSS-Meldungen gelesen als üblich, weniger Tweets geschrieben, kaum Status-Updates an Facebook geschickt und meine Nase stattdessen in FTP-Clients, Text-Editoren und dergleichen gesteckt. Ziemlich tief sogar - das Resultat dieser exegetischen ASCII-Tätigkeiten nennt sich noxed 3.3 und fungiert bis zur nächsten Design-Ablöse als mein neues Template für datenschmutz und datadirt. Überaschender- und schockierender weise hat sich allerdings die Erde trotz mehrerer Server-Downtimes weitergedreht und mit ihr auch die Blogosphäre. Mit anderen Worten: rückblickend betrachtet gab es News!

5x Brand-Kontrolle

Nein, hier geht's nicht um die Feuerwehr, sondern um den Brääänd. Also die Marke, in diesem konkreter um die Eigenmarke. Dan Schawbel, eine Kapazität auf dem Gebiet des Personal Branding (früher auch als "strategische Eitelkeit" bzw. "Rampensau-Faktor" bekannt), hat auf Mashable einen Gastartikel mit 5 Instant-Tipps zur Fundamentlegung des persönlichen Internet-Königreichs veröffentlicht. Am besten gefällt mir Tipp Nr. 4 in seiner geradlinigen Eindeutigkeit: "Have a reputation management strategy":

Do you have a system in place where you're reacting to comments in a specific way? For instance, if someone tweets something negative associated with your brand, how are you responding? Depending on what is said, it might be wise or foolish to respond back. If someone says something positive, I think you should at least say "thank you" and if you’re lucky, you might even get an endorsement out of it.

Events mit Social Media Tools planen

Mashable for Dummies, aber durchaus im positiven Sinn: welche Schritte muss ich beachten, wenn ich einen Veranstaltung mit Social Media Tools und Strategien planen bewerben möchte? Und welche Werkzeuge eigenen sich? Ben Parr hat die Antworten:

Events, whether they are a local tweetup, a championship game or the world’s largest conference, can be notoriously difficult to plan, promote, and execute. But the end result can be amazing, and that is why we plan them in the first place.

Da stehen vor allem für Newbies ein paar gute Tipps drin - dass Facebook mittlerweile E-Mail und SMS als beliebtestes Event-Promotion-Tool abgelöst hat, seh ich in meinem Umfeld jedenfalls sehr deutlich!

Mit der ÖBB preiswert in die Zukunft

Max' Inhaltsanalyse einer aktuellen ÖBB-Anzeige in der Kronenzeitung bringt wohl jeden regelmäßigen Bahnfahrer zum Schmunzeln:

Die ÖBB braucht für die Strecke Wien-Salzburg mit ihrem Vorzeigeprodukt "Railjet" 2 Stunden, 38 Minuten. Die Deutsche Bahn braucht für die vergleichbare Strecke Berlin-Hamburg 1 Stunde, 36 Minuten! Die Deutsche Bahn ist auf der gleichen Streckenlänge um eine Stunde schneller!

Tja, Max versteht halt nicht, dass visionäre österreichische Politiker in Zeiten einer schwächelnden Auto-Industrie nach immer neuen Wegen suchen, potentielle Kunden vom Bahnfahren abzuhalten! :mrgreen:

Die verrücktesten Short-Url Services

Genug von bit.ly und Co.? Dann wird's möglicherweise Zeit für ein wenig Abwechslung: wie wär's denn mit den kürzest möglichen Short-URLs überhaupt? Uni-Code und tinyarro.ws machen's möglich, aber ob sich jemand traut, auf eine Adresse zu klicken, die aus einem Pfeil und einem eigenartigen Zeichen besteht, ist eine andere Frage. Dann vielleicht doch lieber eine baconized Adresse?

Bacn.me is a public service from the folks at Bacn.com. We love bacon so much we just had to bring you a way to share the love too.

Sie sind Veganer und mögen romantische Literatur? Dann auf zu Dickensurl.com! Die resultierenden Links bestehen aus Charles Dickens Zitaten und sind nicht wirklich kurz, aber äußerst abschreckend. Aber auch wer die kurze Version verwendet, kommt am Zitat nicht vorbei... mein aktueller Favorit ist jedenfalls qurl.cc: kein Funfaktor, aber schnell, laufend erweitert und äußerst SEO-freundlich.

Was tut sich bei Twitter?

Twitseeker tut sich - hervor, und zwar ganz gewaltig. Der äußerst praktische Service vereinfach das Auffinden thematisch verwandter Personen ungemein. Besonders angetan hat's mir die "Advanced Search": hier kann man sowohl nach Boole'schon Wortkombis als auch nach geographischer Entfernung forschen. Twitseeker durchstöbert dazu wahlweise Tweets oder Profile, und das beste kommt zum Schluss: bis zu 50 Tweepern kann man bequem mit einem Mausklick nach Passworteingabe folgen. Immer brav das 20%-Limit beachten (man sollte maximal 20% mehr Leuten followen, als einem selber folgen) und die maximal 100 Requests pro Stunde beachten, dann kann eigentlich nix mehr schief gehen:

twitseeker advanced search

Aber auch beim Originator selbst gibt's News: letzte Woche wurde das Interface um zwei neue Features ergänzt: in der rechten Seitenleiste finden sich nun Suchbox sowie die aktuellen "trending topics", die man auf Wunsch aber auch ausblenden kann.

Für eher visuelle Typen hab ich von Max einen guten Tipp bekommen: VisibleTweets.com gehört definitiv zu den stylisheren Vertretern der "Twitterwall"-Zunft: nach Eingabe eines oder mehrere Tags bietet das Script drei verschiedene Visualisierungen, die gerade recht kommen - denn die Live-Twitter-Walls werden als Veranstaltungs-Gadget immer populärer. Ebenfalls zum Einsatz wird das Tool am 5. Mai bei der 2. Digitalks-Auflage zum Thema Twitter und Co. kommen - eine ausgiebige Link-Nachlese der diversen Tools und Mash-Ups, die beim April-Termin vorgestellt wurden, hat Luca zusammengestellt. Ich hab am kommenden Dienstag ebenfalls wieder die Ehre und das Vergnügen, im Wiener Museumsquartier ein bisschen aus dem Twitter-Marketing Nähkästchen zu plaudern.

Und wer sich schon mal die Frage gestellt hat, ob man denn auch irl twittern kann, dem sei dieses College Humor Video ans 140-Schläge-Pro-Tweet-Herz gelegt:

SEO-News der Woche

Keine Woche ohne neue SEO-Domain-Verkaufsnews: diesmal ging seo24.de über den Ladentisch, immerhin für 1.500 Euros. Gratis gibt's dafür einen anonymen Redirect! :mrgreen: Teurer zu stehen kommen manchen Webmaster da schon eingehende links, aber was eingeht, muss irgendwo anders bekanntlich auch ausgehen. "Halb so wild," meint SEO-United.de, und da kann ich nur zustimmen:

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass ausgehende Links derzeit keinen ernst zu nehmenden Einfluss auf das Ranking haben. Allerdings könnte ich mir gut vorstellen, dass Google bald aktiv gegensteuert. Wenn man in der Lage ist, wirkliche Empfehlungen von gefakten Links zu erkennen, wird Google dieses auch tun. Bis dahin werden Webmaster wohl weiterhin nichts zu verschenken haben bzw. Mitbewerber nicht unterstützen...

Das SEO-Handbuch berichtet über einen interessanten Domain-Verkauf: Ma.tt bzw. WordPress hat WP.com vom Vorbesitzer Yahoo übernommen, der Preis ist nicht bekannt. Und dann war da noch die neue Suchmaschine, die Stephen Wolfram von Wolfram Research vor kurzem vorgestellt hat. Natürlich geht's wieder mal um Semantik, das Konzept erklärt der Meister in einem fast zweistündigen Video. Spannender wird's allerdings, wenn man WolframAlpha dann auch tatsächlich benutzen kann: derzeit steht da nämlich noch "Launching May 2009.".

Video der Woche: Firepit Hunt

Die Ästhetik von Skate-Videos gehorcht bewusster in Abgrenzung zur filmischen Mainstream-Stilistik einem durchwegs stringenten Stilkanon, der gewiss ein taugliches Doktoratsthema für Filmwissenschaftler abgäbe. Dass es auch ziemlich anders geht, zeigen die Fibro Twins in ihrem Musikvideo zu Ian Naismith' "Fire Pit Hunt":

Ian Naismith is an experimental ethnoambient composer based in Florida. His music is an amalgam of acoustic ethnic, world electric, ambient, progressive rock, and jazz fusion wrapped within a fourth world vibe. You can visit his website and purchase his deliciously unique music at ethnoambient.com/.

Ach ja, noch ein kurzes: technisch nicht ganz so ausgefeilt, aber inhaltlich umso überzeugender: es gibt sie nämlich doch, die Bremer Stadtmusikanten! Behold: "Rat on a cat on a dog, crossing the street":

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende des Wochenrückblicks angelangt - danke für Ihre Aufmerksamkeit respektive Whuffies! An Feedback zum neuen Blogdesign bin ich natürlich sehr interessiert, nähere Details zu einigen der Tools und Plug-Ins, die ich verwendet habe, folgen nächste Woche - und das angekündigte Video mit Hannes Swoboda ebenfalls. In diesem Sinne: einen wunderschönen Restsonntag, wir lesen uns morgen!

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Uri Gellers next Zaubermodel

Next Uri GellerWo Uri Geller auftaucht, häufen sich die unerklärlichen Phänomene - und der zutiefst geschockte und in seinem rationalen Weltbild erschütterte Zuschauer bekommt unweigerlich eine Gänsehaut, wenn er sich die Frage stellt: Warum ist Vincent Raven krank? Hat ihn sein Rabe womöglich mit der Vogelgrippe angesteckt? Aber die rätselhafteste aller Fragen wird wohl für immer unbeantwortet bleiben: Warum variiert das Niveau der vorgezeigten Zauberkunststücke dermaßen stark?

Jan Becker beeindruckt mich immer wieder aufs Neue, allerdings spielt bei seinen "Tricks" ein immenses Hypnosekönnen und nicht unbedingt die Täuschung des Zuschauers die Hauptrolle. Faszinierend, dass ihm diese sehr wirksame Form der Instant-Hypnose sogar problemlos unter den erschwerten Bedingungen einer Live-Sendung gelingt.

Jan Rouven bringt mich mit seinem drastisch mangelnden Schauspieltalent unfreiwillig immer wieder zum Lachen - heute legte sich der Techno-Mage und Möchtegern-Copperfield unter scharfe Schwerter; nur der Erbauer des "Betts des Todes" weiß, wie die Schnüre, welche die Schwerter auslösen, im verborgenen Mechanismus verbunden sind. So misslungenes Forcieren hab ich im Fernsehen bisher selten gesehen!

urifoto Uri Gellers next Zaubermodel

Mangelndes Schauspieltalent kann man Ulli Loup nun wirklich nicht vorwerfen, auch wenn sein Repertoire aus zwei Mimiken weniger als jenes von Sylvester Stallone besteht - dem Burschen kommt kein Lächeln aus, aber die vorgezeigte Routine wusste durchaus zu überzeugen. Es handelte sich um eine Variation des alten Auswahltricks, allerdings bekam Ulli die zu identifizieren Dosen weder zu sehen noch in die Hand - respektable Leistung!

Danny Oceans Streichholzschachtel-Trick war auch nicht von schlechten Eltern: der nützte recht überzeugend das Publikum als "Zufallsgenerator" und identifizierte mittels Pendel eine spezielle Box, deren Nummer er vorher allerdings gar nicht kannte - ich kann mir jedenfalls nicht erklären, wie dieser Trick ohne Komplize im Publikum hinhaut. Nur wunder kann ich mich über Amilas Pressetext auf der offiziellen Seite:

Lange blonde Haare, Schmollmund: Sie ist die Lady unter den Mentalisten und stellt die männerdominierte Welt auf den Kopf. Bei ihren Auftritten knistert es vor Erotik. [...] Ihr Blick dringt bis in die Seele der Männer, die unter ihrem Einfluss tun, was sie will.

Na und? Das kann doch jede Frau, oder? Erwähnenswert ist im Gegensatz zu ihrem Wasserröhren-Befreiungstrick, dass der Herr der verbogenen Gabeln höchstpersönlich Deutschland wieder mal zu einem Selbstexperiment einlud - kein Wunder, dass das Gläserrücken in Österreich nicht funktionierte. (Naja, alles ist relativ. Bewegt hat sich das Glas schon, meine Freundin hat bloß behauptet, ich hätte geschoben.) Dass während der Sendung allerdings immer wieder mysteriöse Phänomene auftreten, kann nicht länger geleugnet werden: so wollte Anja heute partout kein Roastbeef essen, was ich mir einzig und allein mit den übersinnlichen Kräften Uri Gellers erklären kann. Also wieder einmal ein schlagender Beweis dafür, dass das Unfassbare immer dann zuschlägt, wenn man gerade nicht drauf gefasst ist - ich freue mich jedenfalls schon auf die kommende Show am nächsten Dienstag.

Mit einem Blog Geld verdienen? Blöde Idee!

bankier Mit einem Blog Geld verdienen? Blöde Idee!Die überwiegende Mehrheit meiner (virtuellen) Bekannten, die mir eine Frage zum Thema Blogging stellen, wollen wissen, wie man am besten mit einem Weblog Geld verdient. Nun, die Antwort ist bestechend simpel: am besten gar nicht. Nein, wirklich: Blogs sind keine Cash Cows. Ich kann das guten Gewissens sagen, denn ich hab alles Mögliche ausprobiert. Aber das ist mir auch ziemlich egal - natürlich freu ich mich über jeden Leser und Kommentar, aber ich würde hier auch weiterschreiben, wenn kein Mensch mehr meine Artikel liest.

Glauben Sie mir: wirtschaftlich gesehen ist der Betrieb eines Blogs eine ziemlich dämliche Idee, denn das Businessmodell skaliert langfristig so gut wie gar nicht. Irgendwann ist die Traffic-Decke in der Nische erreicht, und beliebig viele Blogs kann man auch nicht betreiben. Schließlich erfordert die dauernde Posterei hohen Zeiteinsatz, doch dem stehen magere Einkünfte entgegen: da und dort mal eine trigami-Rezension, für die Mutigen vielleicht ein paar vermietete Links plus spärliche Klicks auf die PPC-Werbemittel - mit Postings ist der Weg zum Geldspeicher definitiv nicht gepflastert.

Umwegrentabilität dagegen ist zweifellos ein Thema: als Ein-Mann-Unternehmen generiere ich über mein Blog Werbung, Aufmerksamkeit, Medienpräsenz und damit letztendlich auch Leads - und tue genau das, was mir am meisten Spaß macht. Zweifellos mag die Verzahnung von Bloggen und Jobben in meinem Fall besonders eng sein, schließlich berate ich meine Kunden zum Thema Webstrategie. Trotz bin ich überzeugt davon, dass ein Weblog für jedes B2C-Unternehmen einen idealen Kommunikationskanal darstellt - aber ein Blog als monetären Selbstzweck zu betreiben, macht einfach keinen Sinn.

Klar, ich verdiene mittlerweile einen vierstelligen Betrag pro Monat direkt mit datenschmutz und meinen anderen Blogs. In Relation zu der Zeit, die ich dafür aufwende, ist der Stundenlohn im Vergleich zu meinen übrigen Jobs trotzdem bestenfalls lächerlich - als Kellner könnte ich finanziell besser aussteigen, aber Getränke rumzutragen macht mir halt höchstens einen Abend lang Spaß: beim Bloggen verhält sich das aber ganz diametral. Als ich mit datenschmutz begonnen habe war's ein reines Spaßprojekt, und die Lust am Experiment an der Schnittstelle zwischen Geschreibsel und Technik hat bis dato für mich nix von ihrer Faszination verloren. Als ich vor über 10 Jahren begonnen habe, mich mit SEO zu beschäftigen, geschah dies ebenso aus purem Spieltrieb - ich verschwendete damals keinen Gedanken daran, jemals Geld mit der Positionierung von Webseiten zu verdienen. Als wir in den Neunzigern unsere ersten Web-Communities (medianexus.net) bauten, da dachten wir nicht an Bannerschaltungen, sondern hatten plötzlich ein neues Lieblings-Hobby gefunden. Aufgrund dieser immer wiederkehrenden Erfahrung, dass alle meine erfolgreichen Projekte aus der Beschäftigung mit Dingen, die ich sehr gern tue, entstanden sind, bin ich der felsenfesten Überzeugung, dass der wahre Wert eines Blogs nicht in Werbeeinnahmen aufzuwiegen ist. :mrgreen:

Blogistan Panoptikum KW02 2009

tweetbacks Blogistan Panoptikum KW02 2009Helge blickt besucher-technisch aufs Jahr zurück, Pete formuliert eine universelle Wahrheit, die man gar nicht oft genug wiederholen kann ("Die Welt ist eine rekursive Schleife.") und ich ärgere mich drüber, dass mein gestern gekaufter höhenverstellbarer Samsung Monitor ein fiependes Geräusch macht, mit dem er sich lautstark über meine lärmdämmenden Festplattengehäuse lustig macht. Naja, wenigstens helfen diverse Dubstep-Mixes, ausreichend Ablenkung zu erzeugen, bis ich den Screen nächste Woche umtauschen kann.

Mega-Gratulation an micromusic.net!

10 Jahre Minimalismus, 10 Jahre micromusic.net: gegründet wurde die Seite, neben der die Simpsons plötzlich gar nicht mehr besonders gelb aussehen, 1999: damals saß ich im Lion.cc Büro in der Mariahilferstrasse, kurz später lernte ich die beiden Schweizer Gründer bei einer Veranstaltung in Wien kennen. micromusic.net steht für "Lo Tech Music for Hi Tech People", verschreibt sich der alten Tracker-Philosophie und der freiwilligen Selbstbeschränkung auf 8Bit. Die produziert erstaunliche Ergebnisse, die mittlerweile auch in Form der DVD Get in the Van verewigt wurden:

This greenscreen, animated, live-action, narrative will take you from Brooklyn, NYC to the far edges of the galaxy. Jump up and down to your favorite tunes by Desert Planet, Twilight Electric, Plastic Flesh, and many many more!

Reingucken, wundern und abspacen! Und wer micromusic etwas zum Geburtstag schenken müsste, der werfe einen Blick auf die Microdonations-Seite: die Hostingkosten wollen refinanziert werden. Ich gratuliere ganz herzlich und sehe gespannt dem Output der nächsten Dekade entgegen.

Einer für die Lohas

Papier ist an sich, wenn mit ausreichend wenig Chlor gebleicht, ein kompostierbares Material. Aber seine Vernichtung im Office-Kontext erfordert Shredder, die Strom brauchen - also warum nicht einfach einen Paper Shredder via Hamster Power betreiben, fragen der Londoner Design Berater Tom Ballhatchet? Nur 45 Minuten braucht der Nager, um ein Blatt Papier zu zerlegen - und die Fetzerl dienen ihm anschließend auch noch als Ruhebett.

Twitter und die Sicherheit

Gehackte Promi-Accounts, zweifelhafte Mash-Ups: sicherheitstechnisch geriet unser liebster Micro-Blogging Service in der letzten Woche ziemlich unter Beschuss. Frank bringt das Problem auf den Punkt:

Das große Problem ist, dass man bei Twitter für die Anbindung externer Dienste dort immer die kompletten Login-Daten angeben muss. So etwas wie einen API-Key oder sonstige externe Authentifizierung über Dritte gibt es bei Twitter nicht. Auch nach vielen Monaten und vielen Beschwerden. Twitter zeigt sich dort wie auch in anderen Punkten sehr unbeweglich und uneinsichtig. Warum das so ist kann man wohl nur spekulieren.

In Kombination mit den bekannten Performance-Problemen (Stichwort "Fail-Whale") drängt sich da durchaus der Gedanken nach einer Alternative auf. Casi fragt:

aus welchem Grund sollte man Twitter nutzen, wenn man woanders genauso viele oder mehr Menschen erreicht und die technischen Bedingungen/Usability zudem die von Twitter bei weitem in den Schatten stellen?

Mit anderen Worten: der Facebook-Chat funktioniert bereits sehr brauchbar, Digsby steht als Client zur Verfügung - also warum nicht zukünftig via Facebook-API "twittern"? Nun, das 5.000-Freunde-Limit könnte ein Problem sein, aber wenn FB das Thema ernsthaft angeht, dann könnte Twitter in der Tat rasch Probleme bekommen.

Erfreuliche Twitter-News

Aber es gibt auch was Positives zu berichten - dank dem Smashing Magazine ist es ab sofort möglich, Twitter-Kommentare über eigene Postings direkt am Blog darzustellen. Tweetbacks nutzt dafür nicht JavaScript, sondern die Tweets werden direkt in den Datenbank geschrieben und können dann wahlweise gemeinsam mit den "normalen" Comments oder als eigene Liste dargestellt werden:

This plugin imports tweets about your posts as comments. You can display them in between the other comments on your blog, or display them separately.

Einen Anschlag beantragen

Die Österreich und die EU haben etwas gemeinsam: beiden Institutionen unterstellt man einen gewissen Hang zur Über-Regulierung. Dieses Thema greift das Wiener Kurzfilmlabel Fairdreht im 15-Minüter "Anschlagsordnung" auf. Wer in Österreich einen Sprengsatz hochgehen lassen will, muss sich in dieser kafkaesken Miniatur erstmal die passenden Stempelmarken und Anträge besorgen. Attentäter: "Wir sind fast pleite wegen der Sache." Beamter: "Sie können ja einen Förderung beantragen: Tiroler Jungbumser Fond, Jungterroristenförderung der Stadt Wien, Franz Fuchs Stiftung..." Einbetten kann man das Video leider nicht, zum Anschauen muss der Quicktime-Codec installiert sein:
Anschlagsordnung.
Ebenfalls nicht schlecht: der 3-Minüter Schreinachten mit überraschendem Ende. Fairdreht ist ein Gemeinschaftsprojekt von Moritz Wallmüller, den ich schon seit der wilden Zeiten bei Lion.cc kenne (er war damals Sänger von Superhero Rockstar) und schreibt Scores für Burgtheater-Inszenierungen. Ich freue mich jedenfalls schon auf weitere Kurzfilme - auch im Zeitalter von you-"quick-and-dirty"-tube heben sich handwerklich gelungene Produktionen wohltuend ab.

SEO News der Woche

More risk, less fun: der Hodenkaiser lehnt sich weit aus dem Linktrading-Fenster, Roberts eBay Auktion kommt ganz wider (mein) Erwarten nicht so recht aus den Puschen und im SEO-Handbuch gibt's Tipps für die Google-Bildersuche: immerhin sind in diesem Bereich mittlerweile 10 Prozent des Gesamtvolumens beheimatet:

Auch wenn der Marktanteil des Bildersuche-Dienstes bei Google mit knapp 10% nicht ganz an die reguläre Google Suche mit ca. 85% heranreicht, so bietet auch sie durchaus eine Möglichkeit zusätzliche Besucher auf die Website zu locken.

Keyword Research á la Hans-Peter

Wer über einen SEOMoz-Pro Account oder andere kommerzielle Tools verfügt, weiß um die Wichtigkeit des Keyword Research Bescheid. Hans-Peter aka DieListe stellte diese Woche ein Tool vor, das auch Hobby-SEOs in den Genuss professionellen Trackings kommen lässt. Und das beste daran: ExactFactor ist völlig kostenlos:

ExactFactor ermöglicht es dir, dass du eine gewisse Anzahl von Keywords einträgst samt der Adresse deiner Webseite. ExactFactor wird dann automatisch für dich die jeweiligen Suchmaschinenpositionen ermitteln für die gewünschten Suchmaschinen.

Auch Offline werben

Online Marketer müssen nicht bloß um eine Ecke decken - und em Tipp, auch die gute alte Offline-Welt in den Conversion-Masterplan einzubeziehen, kann ich einiges abgewinnen:

Und hier heißt es für alle Online Marketer anzusetzen und Profit daraus zu schlagen. Wer sich heute über etwas informieren möchte, kommt um das Internet und gezielt um Google nicht mehr vorbei. Hier heißt es also Landing-Page optimieren und entweder über Suchmaschinenoptimierung möglichst weit oben listen, oder den Weg über gebuchte Anzeigen gehen.

Video der Woche: die Regeln es Netzes

Schon die "News" auf frühen mittelalterlichen Flugblättern wurden meist gesungen - musikalisch unterlegte Fakten scheinen sich eben besser einzuprägen. Dies gilt auch für das wunderschöne Lied The 3 Rules of the Internet von Jonathan Mann: "The internet is a less than physical space, containing a multitude of opinions on a wide variety of subjects... written by mostly assholes." [via monochrom]

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Und das war's auch schon wieder für diese Woche - Weihnachts-Blähbäuche und Sylvester-Kater sind auskuriert, die Blogosphäre kommt langsam wieder auf Touren - und so lang's draußen so grau und kalt ist, gibt's weniger Gründe als im Sommer, die virtuelle gegen die reale Realität einzutauschen. In diesem Sinne wünsche ich einen wunderschönen Sonntag, wir lesen uns morgen.

Input für Wochenrückblick

Gibt's was Neues?

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Blogistan Panoptikum KW48 2008

Blogistan Panoptikum KW48Hans-Peter hat ein geekiges Geburtstagsgeschenk bekommen, Max bringt Österreich auf den Punkt, Peter und Dan finden kein Quantum Trost beim neuen Bames Jond. Und ich? Ich sitze mitten im schwer verschneiten Lienz und muss sagen: Respekt an die Jungs vom Stadtmarketing! Einen halben Meter Schnee direkt zur Eröffnung des Adventmarkts zu organisieren ist eine durchaus respektable Leistung.

AUA, ORF, Post: Massen entlassen?

"Jetzt geht's rund!" sagte der Kanarienvogel und flog in den Ventilator. Leider gibt's wohl keine Ventilator, der für die neue Regierung groß genug werde, aber mal ehrlich: ich beneide die Next Generation an Faymännern und Prölls nicht: es ist vollkommen egal, was diese Regierung wirtschaftspolitisch tut, aufgrund der prognostizierten Rezession wird das Ergebnis beim "kleinen Mann" Unmut hervorrufen und Strache bei der nächsten Wahl womöglich gar in Regierungsverantwortung zwingen. Wobei ich zugeben muss, dass mir ein Gedanke, den der Neo-Kanzler-to-be letzthin äußerte, auch schon gekommen ist: Wenn der ORF 1000 Leute entlassen und den gleichen Betrieb aufrechterhalten kann, dann arbeiten dort wohl 1000 Leute zuviel. Nun zeigt sich eben überdeutlich, dass der Wechsel der Unternehmensführung im Wahlrhythmus nicht gerade förderlich für Kontinuität und nachhaltige Entwicklung ist. Es wäre an der Zeit, die Aufgabenteilung zwischen Staatsfunk und Privatsendern neu zu überdenken, meine ich: aber in diesem Land herrschen bekanntlich implizite Dogmen, die echte Weiterentwicklung wenn nicht unmöglich, so doch sehr unwahrscheinlich machen. Den besten Beitrag zu solchen gehäuft auftretenden Dilemmata habe ich bei Max gelesen: in AUA, ORF und der Mut zur Zukunftsgestaltung schreibt er:

Genau das ist es was ich in Österreich vermisse: Ideen und den Mut zur Diskussion!
Wann wachen wir endlich auf und fangen an zu agieren anstatt zu reagieren? Wo ist der Mut zur Zukunftsgestaltung geblieben?
Die Chance der Politik die Zukunft aktiv, zu Gunsten der Menschen zu gestalten, war noch nie so groß wie jetzt, wenn dieses Fenster nicht genutzt wird es sich für sehr, sehr lange wieder schließen.

Die Twitter-Bank erhöht den Leitzins

Unter 10k geht gar nix mehr. Allerdings erspart sich eigene Recherchen nach dem mystischen Urgrund des Microbloggens, wer bei Dans Who to follow on Twitter reinguckt:

A quick Google search of top 10 twitter folks brought up a number of names that I've already heard of, regularly read, and/or know at least something about. I like to think of these folks as the movers and shakers of twitter.

Icahn erhöht Yahoo-Anteile

Während Yahoos CEO in letzter Zeit nicht gerade durch überbordenden Enthusiasmus von sich reden machte, erhöhte Carl Icahn, Mitglied des Verwaltungsrates von Yahoo und hauptberuflicher Milliardär, seinen Anteil um weitere 6,7 Millionen Yahoo-Aktien. Er hält nun insgesamt 5,4 Prozent des Unternehmens: dass er im Rahmen der gescheiterten Übernahme von Yahoo! durch M$ saftige 900 Millionen verloren hat, dürfte ihm gefallen haben, ganz getreu dem Motto: Yes, I cahn!

Die Weste säubern

Ist der Ruf erst ruiniert, dann helfen 10 Online Tools, die bei den Blogpiloten vorgestellt werden:

Zahlreiche Angebote haben sich darauf spezialisiert, gegen Bezahlung negative Berichte zu suchen und zu entfernen. Mit kostenlosen Testversionen kann man häufig probieren, ob die Online-Dienste wirklich mehr finden als kostenlose Suchmaschinen - und somit ihr Geld wert sind.

SEO-News der Woche

Die SEO-Wahlen 2008 sorgen allerorten für Kopfschütteln: aber Jahrmarkt der Eitelkeiten hin oder her, die Initiatoren haben mit minimalem Aufwand ein Flut von Incoming Links erzeugt: insofern ist die Mission Selbstbeweihräucherung in pragmatischer Hinsicht auf jeden Fall gelungen.

Was taugt die Site-Abfrage?

Fragt SEO-United.de und gibt eine Antwort, die an die gute aller Pillar-Posting-Theorie gemahnt:

Natürlich sollte die Anzahl der indexierten Seiten in einem gesunden Verhältnis zur tatsächlichen Anzahl der Seiten stehen. Allerdings sollte man aus der Site-Abfrage keine pauschalisierten Schlüsse ziehen oder gar Sofortmaßnahmen einleiten. Generell gilt, besser wenige gute als viele schlechte Seiten im Index.

Automatisch Bookmarks eintragen

Ich halte aus einer Reihe von Gründen gar nix von Social Site Auto-Submittern. Wer sich selbst ein Urteil bilden möchte, kann im aktuellen Screencast von Eikyo Einblick in die Funktionsweise der beiden Tools onlywire und Socialmatic gewinnen. Klar sparen diese Services Zeit - aber ein wenig Varianz in Beschreibungstexten und Keywords ist nicht zu unterschätzen!

Lycos Europe geht

Es gab mal eine Zeit, in der mehrere Suchmaschinen-Anbieter nahezu gleichberechtigt um die Gunst der User buhlten - Lycos war eine davon und erfreute sich in der zweiten Hälfte der 90er Jahre großer Popularität. Während Lycos USA mittlerweile als Shopping-Portal durchaus respektablen Traffic vorweisen kann, überlegen die Betreiber, sich aus Europa komplett zurück zu ziehen, wie SEO-Handbuch.de berichtet:

Für Lycos Europe sieht es allerdings düster aus. Nun wird geprüft, ob einige der zahlreichen Produkte eventuell doch noch als eigenständige Marke auf den Markt geworfen werden können, während unprofitable Segmente endgültig ausgemustert werden.

Rankingfaktor Absprungrate

Inetzwerk.de will ein verbreitetes Gerücht klarstellen: die Absprungrate spielt beim Google-Qualitätsranking keine Rolle, schreibt er:

Um eines klarzustellen: Ich finde es überhaupt nicht schlimm, Daten falsch zu interpretieren. Es passiert uns allen immer wieder, dass wir uns irren und im besten Fall lernt man aus den Fehlern. Was ich schwach finde, ist, dass erstaunlich viele Blogger diese These einfach übernehmen, ohne zumindest kurz darüber nachzudenken. Ist das die angeblich so kritische Blogosphäre?

Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich dazu keine Meinung habe (und keine Zeit für ein Experimental-Setup, das in diesem Fall recht umfangreich ausfallen müsste).

WordPress für Weihnachten dekorieren

Die Backlinks sind in Stellung gebracht, das Weihnachtsgeschäft kann beginnen. Reiffix hat sechs gelungene WordPress-Weihnachts-Themes zusammengestellt: da ist alles dabei, von kitschigen Tannenbäumen bis zu straighten Entwürfen: höchste Zeit, eine Kerze anzuzünden :mrgreen:

Videos der Woche: Böse Mädchen, lunatische Assoziationen

Das Video der Woche gibt's diesmal im Doppelpack: da wäre erst mal ein ORF-Beitrag aus "Herbstzeit", in dem Johannes Domsich über Salome und andere historische Verführerinnen berichtet:

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Und dann wäre da noch Lunatik - eine experimentelle Animation von Tim Lovett:

LUNATIK is my final submission for uni this year. It's an experimental animation that explores the human mind - how we can subconsciously drift from one stream of thought to another.

Und das war's auch schon wieder für diese Woche: ich werd meinen UMTS-Sweetspot wieder verlassen und mir einen Spaziergang durch die äußerst winterliche Landschaft gönnen, bevor's zurück ins schneelose Wien geht. Wir lesen uns am Montag!

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Fusion.Vorspeise: Gurken-Avocado Salsa mit PC-ZFK

Gurken-Ingwer-Avocado TartarTraditionelle Gerichte sind aus gutem Grund seit langer Zeit überliefert: bestimmte Zutaten und Zubereitungsarten harmonieren einfach hervorragend, und lokale Spezialitäten, die man in der Kindheit kennen lernt, stehen häufig ein Leben lang ganz hoch oben auf der Favoritenliste. Aber manchmal muss man als Koch auch in die andere Richtung blicken, Neues ausprobieren, Experimente im Kopf stattfinden lassen und manchmal auch in die Pfanne hauen. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn etwas mal nicht klappt - durchs Experimentieren lernt man, und Kochbücher verstehen ambitionierte Hobbyköche sowieso bloß als Inspiration. Bei der folgenden Kreation war ich mir anfänglich noch unsicher - mittlerweile habe ich diese Vorspeise schon öfter kredenzt, und glauben Sie mir: auch wenn die Zusammenstellung eher ungewöhnlich wirkt: das rockt und passt, probieren Sie's aus! PC-ZFK steht übrigens für Prosciutto Crudo und ZFK für Ziegenfrischkäse.

Das spanische Wort "Salsa" bedeutet Sauce, und die wird in Spanien und Südamerika meist nicht püriert, sondern aus kleingeschnittenen Zutaten hergestellt. Die Herstellung dieses Gerichts ist nicht völlig trivial, zumindest erfordert sie ein wenig handwerkliches Geschick beim Wenden des gebratenen Käses: aber wie gesagt, Übung macht den Hobbykoch!

Zutaten

Ingwer

  • 1 feste Salatgurke
  • 2 reife Avocados
  • 2 Limetten
  • 1 weiße Zwiebel
  • 1 rote Chili
  • 1 Ingwerwurzel
  • 1 Bund Basilikum
  • Salz
  • 12 Prosciutto Crudo
  • 180g festen Ziegenfrischkäse
  • Olivenöl
  • außerdem: Holz-Zahnstocher zum Feststecken

Zubereitung

Die Gurke schälen und der Länge nach zuerst halbieren, dann vierteln. Die Kerne mit dem wässrigen inneren Fruchtfleisch heraustrennen - dazu das Gurkenviertel mit der Innenseite auf ein Brett legen und entweder ein scharfes Messer entlang ziehen oder einen Löffel benutzen, um die Kerne zu entfernen. Anschließend die Gurkenstücke in feine Würfelchen schneiden, in eine Schüssel geben, kräftig salzen und stehen lassen. Durch das Salzen verlieren die Gurken zusätzlich Flüssigkeit, und für dieses Rezept sollen sie möglichst "trocken" sein (was bei einem so wasserhaltigen Gemüse zugegebenermaßen relativ ist).

In der Zwischenzeit die Avocados schälen und den Kern entfernen. Am einfachsten geht dies, wenn man die geschälten Avocados längs rundum bis zum Kern einschneidet und dann die beiden Hälften gegeneinander verdreht, anschließend das Avocado-Fruchtfleisch ebenfalls fein hacken. Unbedingt vollreife Avocados verwenden, die beim Hacken bereits ein wenig zerfallen. In eine zweite Schüssel geben und sofort mit dem Saft von 2 Limetten beträufeln, um eine unschöne Braunfärbung zu vermeiden.

Einige Basilikumblätter für die Deko beiseite legen, Zwiebel, Chili, Ingwerwurzel und restliches Basilikum kleinhacken. Mit den Avocados vermengen, die abgetropften Gurken untermengen und falls nötig mit Salz abschmecken.

AvocadoDen Ziegenfrischkäse sorgfältig mit Küchenrolle abtupfen und in 12 Portionen teilen. Jeweils ein Stück Ziegenkäse in eine Scheibe Prosciutto wickeln, darauf achten, dass alle Seiten verschlossen sind und mit einem Zahnstocher feststecken. In einer beschichteten Pfanne Olivenöl erhitzen, die vorbereiteten Päckchen auf einer Seite scharf anbraten und nach ca. 1 bis 1 1/2 Minuten einmal wenden. ACHTUNG: je nach Käsesorte tritt beim Wenden mehr oder weniger Flüssigkeit aus dem Frischkäse aus, die ein scharfes Anbraten der zweiten Seite verhindert - das tut dem Geschmack aber keinen Abbruch, ganz im Gegenteil!

Nach insgesamt ca. 3 Minuten je drei Käse-Päckchen auf einem Teller gemeinsam mit der Salsa anrichten, mit den übrigen Basilikumblättchen garnieren. Dazu passen Weißbrot und ein kräftiger Veltliner oder Riesling.


Fotocredits:
Titelbild: Leckere Gurken von Regina Kaute / pixelio.de
1. Foto: Avocado von Mario Heinemann / pixelio.de
2. Foto: Ingwer von kaffeeundkuchgen / pixelio.de

 

Blogistan Panoptikum KW42 2008

Collaborate!Dieser Rückblick beginnt mit einer Durchsage in eigener Sache: datenschmutz entwickelt sich äußerst zufriedenstellend, und der wöchentliche Rundblick hat immer mehr Leser, von denen die meisten online selbst äußerst aktiv sind. Daher bitte ich zukünftig um Mitarbeit, denn: Ab sofort kann jeder Leser News für das Blogistan Panoptikum einreichen. Ich habe dazu ein eigenes Kontaktformular eingerichtet, das Ganze funktioniert auf Wunsch anonym oder mit Namen. Erforderlich sind lediglich eine URL zur Originalnachricht bzw. -seite sowie einige Zeilen Text. Wer möchte, hinterlässt Name, E-Mail Adresse für Rückfragen und optional eine URL - die wird dann, falls ich die betreffende News auswähle, natürlich im Wochenrückblick verlinkt. Ob es sich um eigene Projekte oder interessante Neuigkeiten von "anderswo" handelt, spielt keine Rolle. Die Auswahlkriterien sind völlig subjektiv: wenn ich die Nachricht interessant finde, präsentiere ich sie an dieser Stelle zukünftig meinen Lesern. Ab sofort finden Sie dazu am Ende des Wochenrückblicks einen Link zur Einreichung - über rege Beteiligung freue ich mich natürlich.

Twitter neu entdecken

Manchmal ist man sofort Feuer und Flamme, manchmal dauert das Warmwerden etwas länger - dafür gestaltet sich die Beziehung dann in der Regel um so intensiver. So in etwa erging es Jeremy mit Twitter - der Erfahrungsbericht erinnert mich an meine ersten Zweifel, ob das Echtzeit-Microblogging Service denn für irgendwas zu gebrauchen sei. Von den 15k Followers, die User shoemoney bis Ende des Jahres haben will, bin ich zwar noch weit entfernt: aber ich kenne kein anderes Online-Service, bei dem Spaß und Ernst so nahtlos ineinander fließen.

Der Drucker-Geheimcode

Max hat das aktuelle EFF (Electronic Frontier Foundation) Video gepostet, indem Seth Schoen und Danny O'Brien den "geheimein Laserdrucker Code" erklärten. Unglaublich, aber wahr: alle modernen Farb-Laser drucken ein fast unsichtbares gelbes Muster auf *jede* Seite, anhand dessen sich der Hersteller bzw. Druckertyp identifizieren lässt. Kein urbaner Mythos, sondern harte Realität: Max hat das Ergebnis des "Nachweisexperiments" gleich mit veröffentlicht.

YouTube Preview Image

SEO-News der Woche

Es geht bekanntlich nix über Vertipper, denn warum sollte man Fehler des Nutzers nicht gleich in Conversions umwandeln? Denkt sich zumindest AOL... aber was nützt der schönste Collateral Traffic, wenn der resultierende CPC nicht stimmt? SumaTopfmodel sucht AdSense Alternativen und hat dazu ein Vergleichsexperiment gestartet. Und wenn das Geld dann mal in Strömen reinfließt, wird's Zeit für den Reality Check mit dem Finanzamt: SEO-Handbuch hat diesbezüglich einige Tipps aus der Abteilung "frühzeitige Steuerstrafenvermeidung" parat.

Teurer Marktvergleich: nix is' mehr mit Sistrix' gratis Toolbox, ab sofort wird für die Benutzung jedes einzelnen Moduls ein Hunderter pro Monat fällig, das ergibt saftige 5k pro Jahr - da lob ich mir doch die neue SEOMoz Tarife, wenngleich Sistrix' Setup für .de Webmaster-Zwecke vermutlich besser gerüstet ist. :mrgreen:

Wie ich in den Kommentaren zu den Postings bereits angedeutet habe, kann der Zugriff auf diese Module nicht kostenlos sein: über 100 GB RAM, mehrere Terabyte performante Festplattenkapazität, sehr viel Bandbreite und eine ganze Kiste CPUs gibt es leider nicht geschenkt und auch der Betrieb des Systems frisst regelmäßig eine Menge Geld. Jedes dieser Module kostet monatlich 100 Euro netto und die Zusammenstellung der Module kann beliebig miteinander kombiniert werden. Da ich von dem Nutzen der Tools und Daten überzeugt bin, gibt es den Komplettzugriff auf alle vier Module bis Ende dieses Jahres zum Einführungspreis von 400 Euro netto.

AdSense Daten endlich in Analytics: Jojo berichtet, dass Google Analytics nun doch für alle User AdSense in Analytics integriert - speziell die Auswertung von Profit pro Referrer dürfte für viel Gesprächsstoff sorgen. Die neuen Funktionen sollen nach und nach für alle User zugänglich gemacht werden, die das offizielle Analytics Blog berichtet. Ob Google die hausinterne Volkswirtschaft ankurbeln will oder einfach nur Angst hat, dass noch mehr User vor Analytics davon laufen? Vermutlich spielen beiden Faktoren eine Rolle dafür, dass man sich doch noch dazu durchgerungen hat, Webmistressen die Optimierung zu erleichtern.

Große asymmetrische Worte: Asymetrisches Community Management stellt Eikyo vor. Klingt irgendwie hochgestochen, ist aber beängstigend simpel. File unter "Willkommen im Web 2.0" oder auch "nona":

Das Community Management findet dort statt wo die Zielgruppe und die User zu finden sind, ob dies XING, Twitter, MySpace oder Youtube ist.

Neues aus dem Land der Videocommunities

Vimeo wäre endlich einer kostenpflichtigen Plus-Fassung verfügbar, die das 500MB pro Woche Limit auf 2 Gigs aufbohrt, für Vorzugsbehandlung in der Transcoding-Queue sorgt und mehrere Channels pro User erlaubt. Außerdem sinn 1.000 embedded HD-Plays inkludiert, weitere können dazu gekauft werden. Der Preis ist mit 59,95$ pro Jahr scharf kalkuliert - ich hatte bereits meine Paypal-Adresse gezückt, aber:

For now, we only accept orders from US residents only – International support coming soon!

Mal sehen, was mit "soon" gemeint sein könnte... in der Zwischenzeit hab ich mir auch mal Viddler angesehen: sehr nett für amerikanische Videos, aber wie die das hinkriegen, dass man in den Beschreibungsboxen keine Umlaute eingeben kann (Firefox 3, Standardeinstellungen - ich hab nicht versucht, mit der Codepage rumzuspielen), ist mir ein Rätsel.

Video der Woche: Howard Rheingold über Netflics

Howard Rheingold, eine der großen Integrationsfiguren der amerikanischen Internet-Szene, wirkt nicht nur in jedem seiner Vorträge unglaublich sympathisch, sondern hat auch ein Talent dafür, komplexe Zusammenhänge sehr verständlich zu erklären. Sein aktuelles Kurzfilm "Vernacula Video in Culture an Education" - wie verändern Netflics unsere Bewegtbildkultur? - gefällt mir ausgesprochen gut:

Das war's auch schon wieder für diese Woche: Ich wünsche einen erbaulichen Restsonntag. Und niemals vergessen: "Wer ander'n eine Grube gräbt, hat viel Arbeit, auch wenn er eine Schaufel hat." Wir lesen uns am Montag!

blogistan inputHaben Sie Vorschläge und Themen fürs Panoptikum? Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten? Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick - hier geht's zum Einreich-Formular.

Schreib.Stilistik: Der Blogger und sein Journalist

journostyle 1218210363 Schreib.Stilistik: Der Blogger und sein JournalistIch war immer der Meinung, dass es nur eine einzige Möglichkeit gibt, so richtig zu schreiben zu lernen: und zwar durchs Schreiben. Durch Übung, Übung, Übung. Zumindest ich hab noch niemanden mit einem angeborenen Schreibtalent getroffen. Gewöhnt man sich an, aufmerksam zu lesen, auf Formulierungen zu achten und regelmäßig selbst die eigenen gedanklichen Ergüsse in Buchstabenform zu verewigen, dann stellt sich der passende Flow irgendwann ganz von selbst ein. Regeln sollte man kennen, klar - schon allein, um sie gezielt überschreiten zu können. Aber die klassischen journalistischen Textformate bzw. ihre einwandfreie Beherrschung werden im Netz grenzenlos überbewertet.

Der Beitrag Mehr Format wagen! von Klaus Jarchov auf Medienlese schlägt in eine meiner schon lange schwelenden Kerben: journalistische Schreib-Skills aus einer anderen, papiernen Welt werden hochgehalten. Anstatt neue Formate auszuprobieren, halten sich viele Onliner lieber an inadäquate Formalismen, die in keinster Weise zum neuen Medium passen:

Ob Buchdruck, Rundfunk oder TV - neue Medien brauchen neue Formate. Kaum ein Satz erscheint einleuchtender. Und kaum ein Satz wird im Falle des Web 2.0 weniger befolgt. Blogger müssen sich hier von Journalisten im Netz belehren lassen, dass sie doch - bitteschön! - erst einmal die grundlegenden journalistischen Stilformen aus der Holzhausener Schule pauken möchten, bevor sie sich in den Diskurs der Granden einzumischen wagen.

Dann folgen einige sehr gute Gegenbeispiele zu verbreiteten Schnapsideen wie dieser, die ich mir auch schon viel zu oft anhören musste: "KISS. Keep it simple stupid." Denn kein Mensch würde am Bildschirm lange Texte lesen. Das stimmt nicht, dieser persönlichen Erfahrung des Autors kann ich mich nur anschließen... zum Thema SEO habe ich naturgemäß allerdings eine diametral andere Meinung - aber es macht natürlich einen Riesenunterschied, ob man ein Blog zum Spaß oder mit finanziellen Intentionen betreibt, außerdem besteht SEO nicht bloß aus Überschriften.

Der Journalist in mir

Persönlich sehe ich mich aus dieser Debatte naturgemäß völlig ausgeklammert: da meine textuellen Elaboraten schon lange vor meinem Publizistikstudium jenen journalistischen Stilformen entsprachen, die österreichische Tageszeitungen als adäquat ansehen, gehe ich davon aus, dass ich diesen impliziten Regelkanon von wegen wie schreibt man eine Nachricht, eine Glosse, eine Kolumne, ein Interview pi-pa-po ausreichend verstanden habe. Das mit dem Bloggen begann dann erst 15 Jahre später, und das ist sicherlich ein Mitgrund, wieso ich mich gerade gezielte Regelverletzungen, Subjektivität und experimentelles Schreiben so sehr reizen; dazu hat Christian Jakubetz neulich ein paar sehr interessante Gedanken veröffentlicht.

Ein Blick in die Medienhistorie ist ebenfalls sehr hilfreich: wann immer ein neues Massen-Distributionskanal auftauchte, wurde er anfänglich mit der Stilistik seines Vorgänger-Leitmediums bedient: die ersten Radioreportagen waren schlichtweg vorgelesene Reportagen, und bis Fernsehmacher checkten, dass spoken words im TV anders funktionieren als im Radio, mussten auch erst einige Jahre vergehen. An diesem Wendepunkt befindet sich zurzeit das Netz: ein beträchtlicher Teil aller textlichen Inhalte unterwirft sich mehr oder weniger freiwillig (semi)journalistischen Kriterien*, während bereits eine beachtliche Latte neuer Formate in ungeschützten Biotopen ans Licht der sumpfigen Wasseroberfläche trieben. Gewiss hat die Technologie ihren beträchtlichen Anteil daran: wer weiß, ob nicht zukünftige Literaturwissenschaftler Soups oder Friendfeeds als wertvolle literarische Äußerung jener paar Blogger, die später mal berühmte Autoren gewesen sein werden, mit Begeisterung und Akribie auswerten. Schreiben im und fürs Netz ist viel mehr als "nur" Multimedialität oder Hyperlinks: in welche Richtung sich das ganze entwickeln wird, zeigt sich bereits jetzt in Ansätzen. Und Vielfalt kann nicht nur King Content, sondern Queen Stil nur gut tun.

*) 1 davon find ich übrigens völlig zeitlos: korrekte Recht-, Großschreibung und Grammatik rocken fett, weil sie Texte einfach *viel* schneller lesbar machen. Speedreading-Enabling auf Produzentenseite quasi.

Die Benzinpreisspirale nach unten drehen

friedhofsautos 150x150 Die Benzinpreisspirale nach unten drehenHöchste Zeit für ein paar Anmerkungen zum Thema Benzinpreis, Energiepolitik und Konsumenteneinfluss die mir schon länger im Kopf rumspuken: konkreter Anlassfall ist eine von Baynado ins Leben gerufene Blogkette, welche die Plattform Volksboykott.de bekannter machen soll. Die Idee dahinter: durch gezielte, temporär beschränkte Blockade einzelner Ölmultis soll ein Preiskampf entfacht werden, der letztlich die Benzinpreise für alle senkt. Was ich von Betrügern und Autos, die "mit Wasser fahren", halte, habe ich an dieser Stelle schon öfter kund getan, die Benzinpreisidee ist vergleichsweise weit weniger absurd, wenn auch nicht neu.

Allerdings stimme ich Baynado zu, dass die Erfolgsaussichten in einer Zeit, in der ein Großteil der Konsumenten via E-Mail & Co. vernetzt ist, größer sind als je zuvor. Und vorweg ein caveat: man muss erstmal wissen, wie sich der Spritpreis zusammensetzt, ein paar lesenswerte Infos dazu hat das deutsche Finanzministerium online gestellt: tatsächlich lässt sich der gängige Vorwurf, der Staat verdiene am höheren Benzinpreis aufgrund der höheren Steuereinnahmen, leicht entkräften:

Die Rechnung ist einfach: Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Was die Verbraucher mehr an Umsatzsteuer an der Tankstelle bezahlen, geben sie an anderer Stelle weniger für den Konsum aus. Im Endeffekt bleibt das Steueraufkommen aus der Umsatzsteuer für den Staat gleich. Weder im Hinblick auf die Konjunktur, noch auf Steuereinnahmen hat der Staat ein Interesse an hohen Kraftstoffpreisen.

Hauptgrund für die steigenden Preise ist die steigende Weltmarktnachfrage bei derzeit weigehend gleichbleibendem Angebot, der zweitwichtigste Punkt sind die immer höheren Gewinnspannen der Erdölkonzerne, und genau um die geht's im vorliegenden Fall. Die ÖMV etwa, Österreichs größer Mineralölkonzert, hat im ersten Halbjahr 2008 1,5 Milliarden Gewinn (nicht Umsatz - Gewinn!) gemacht, das sind 55% mehr als im Vorjahr, wie der ORF am 7. August berichtete.

Was kann man dagegen tun? Nun, man boykottiert gezielt einen Anbieter, kauft also beispielsweise kein Benzin mehr bei Shell, nur mehr bei Agip, selbst wenn's dort ein paar Cent mehr kostet. Shell hat keine Kunden mehr, gerät unter Druck und muss den Preis senken, die anderen Bewerber ziehen nach - und alle sind glücklich über das billige Benzin - nur die Aktionäre nicht. So das vereinfachte Modell, das in der Praxis allerdings meist daran scheitert, dass die nötige kritische "Boykottmasse" nicht erreicht wird.

Völker, hört ihr die Boykotte

Dieses Prinzip lässt sich grundsätzlich auf jedes Produkt anwenden, das nicht von einem Monopolisten hergestellt und vertrieben wird - und genau dieser Aufgabe hat sich die Seite Volksboykott.de verschrieben - .at und .ch bleiben einstweilen außen vor. Aktuelles Projekt ist natürlich der besagte Benzinpreis, und mag davon halten, was man will: ein wenig "fucking with the free market" hat zumindest interessanten Experimentalcharakter. Also gehet hinaus in die Welt und machet die inverse Crowdsourcing-Plattform bekannt. Ich schließe mich hiermit also sozusagen wider besseres Wissen Baynados Blogkette an: wider besseres Wissen deshalb, weil das Internet im deutschsprachigen Raum (noch) nicht jenes Leitmedium ist, dass den nötigen Impact erzeugen konnte. Da müssten schon Fernsehen und mindestens die Bildzeitung ran.

Eine andere Überlegung betrifft die gesamtwirtschaftlichen Folgen derartiger Aktionen: solange ein paar Aktionäre weniger Rendite bekommen, bleibt der Schaden überschaubar, wird eine Firma allerdings in gröbere Schwierigkeiten gebracht, so zieht dies unweigerlich wiederum den Verlust von Arbeitsplätzen nach sich... eröffnet aber andererseits einem neuen Anbieter Markteintrittschancen oder Expansionsmöglichkeiten - hier kann man also getrost von einem Nullsummenspiel ausgehen.

Ein paar Anmerkungen zur Energiepolitik

@Die Grünen: im Zusammenhang mit der Neuwahlberichterstattung habe ich irgendeine Grün-Politikerin sagen gehört, die momentan Erdöl-Preisentwicklung zeige, dass die Grünen, die schon in den 80ern einen Literpreis von 25 Schilling (oder waren's dreißig, das weiß ich nicht mehr genau), ihrer Zeit weit voraus waren. w00t? Was für eine verquere Logik ist denn das?

Die derzeitige energiepolitische Situation zeigt doch vor allem eines deutlich: Wasserkraft, die effizienteste aller Energiegewinnungsformen (thx Meister Pelton!), ist bei weitem nicht überall einsetzbar, und Strom lässt sich bekanntlich nur mit sehr viel Aufwand und ordentlichem Konversionsverlust speichern. (Wasserkraftwerke lösen übrigens auch dieses Problem mithilfe von Stauseen, die mit "überschüssigem" Strom wieder vollgepumpt werden, vergleichsweise sehr elegant.) Ein beträchtlicher Teil unseres Energiebedarfs wird von Verbrennungskraftwerken, die vorwiegend Öl verheizen, erzeugt. Dieser Strom wird immer teurer, also folgt ein Ausweichen auf zweitbilligste, wenn auch extrem gefährliche und unsichere Alternative: Atomkraftwerke, das Schreckgespenst der Tschernobyl-Generation.

Die eine Alternative wäre, Strom zu sparen: but that's just not gonna happen. Technische Fortschritte in punkto Verbrauch werden locker vom Mehrbedarf aufgefressen, das Stromnetz ist der Blutkreislauf unserer Informations-/Industriegesellschaft. In dieser Situation fordern die Grünen, verstärkt auf sogenannten erneuerbare, alternative Energieformen zu setzen: kurz gesagt, Solar und Windkraftwerke. Zweitere sind nur lokal einsetzbar, aber durchaus eine punktuelle Lösung, erstere stinken immer noch aufgrund wahnwitziger Herstellungskosten und schlechter Effizienzraten ab. Die Menge an Solarzellen und Windkraftwerken, die benötigt würden, um ernsthaft Öl- und Atomenergie abzulösen, ist riesig: und bevor man diese Energieformen promotet, wär's erstmal höchste Zeit für Langzeit-Feasibility Studien: wer sagt denn, dass Windkraft- und Solarenergienutzung in wirklich großem Maßstab keinen gravierenden Einfluss aufs Ökosystem hat? Genau genommen ist der Ausdruck "Energieerzeugung" kompletter Schwachsinn: wir erzeugen überhaupt keine Energie, wir transformieren bloß vorhandene Energie(n) mittels verschiedener Methoden in andere Formen, zum Beispiel die im Erdöl gespeicherte Wärmeenergie in Fortbewegung... wär wirklich zu schön, wenn wir Energie "erzeugen" könnten.


Fotocredits: Autofriedhof von fa.sommaruga / Pixelio.de

Ich werd jetzt auch onlinereich (endlich!)

reichwerdenimnetz 1218195454 Ich werd jetzt auch onlinereich (endlich!)Die Zahl jener Gurus, die ihren Studenten (gegen Bares, versteht sich) beibringen, wie man (quasi ohne Aufwand) im Netz (mehr oder weniger über Nacht) zu unvorstellbarem Reichtum wie aus 1000-und-einer Nacht gelangt. Und es ist ja wirklich ganz einfach: man muss nur eines der erfolgreichsten Blogs der Welt schreiben und schon fließen die Werbeeinahmen reichlich. Oder man bietet einen Kurs mit monatlichen Gebühren an.

Chow Johnny wird sich über die neue Konkurrenz aus Aussieland nicht besonders freuen... und noch viel weniger über die aus Österreich, nämlich mich. Ich werd jetzt nämlich auch ein paar Idioten (im griechischen Sinne, keinesfalls beleidigend gemeint: "idiotus" bedeutet ursprünglich "der Sprache nicht mächtig, unwissen") um mich versammeln, die mich monatlich dafür bezahlen, dass ich ihnen irgendwas beibringe, was sie mit ein wenig Hausverstand und Experimentierfreude auch leicht selbst herausfinden könnten. Aber .at, .ch und .de sind auch zusammengenommen ein sehr kleiner Markt, also geh ich die ganze Sache gleich auf Englisch an. Zum Glück gibt's dazu ja datadirt.net?

Aber womit beginnen? Soll ich mich mit Starak, Chow und Co. um die Top-SERPs bei "make money online" streiten? Ne, ich such mir meine eigene Nische: die schreiben ja alle nur drüber, wie man erfolgreiche Blogpostings schreibt - aber niemand erklärt, wie man die einzelnen Sätze zusammenbaut, aus denen diese Postings bestehen. Ergo mein erster Pillar-Content und ein todernst gemeinter Guide: How to write a blog sentence. Den vollständigen Kursus gibt's natürlich nur gegen (Voraus)Bezahlung.

Ein Stock, ein Blog, 6x Klartext

blogstock 300x267 Ein Stock, ein Blog, 6x Klartext Ich hab bei Dirk die erste methodisch saubere, großangelegte Umfrage zur intrinsischeh Motivation von Alphabloggern gefunden. Die Studie leitet Prof. Dr. Sören zu Fall von der parapsychologischen Fakultät der Bürgeruniversität von Floridsdorf - dieses Stöckchen schnapp ich mir doch glatt.

1. Was war der entscheidende Grund, mit dem Bloggen anzufangen?

Eigentlich wollte ich schon seit Jahren einen aktuellen Online-Pressespiegel für meine diversen journalistischen Veröffentlichungen zusammenstellen; in statischem HTML ist das relativ mühsam, und WordPress erschien mir dabei als geeignetes CMS. Meine erste eigene Online-Publikation war übrigens ein Newsletter zum Thema Napster, Online-Musikdistribution und Co., der damals sogar in der c't bei den Linktipps erwähnt wurde. (d-news, 1998-2001). Die Jahre davor startete ich gemeinsam mit StudienkollegInnen das "Gray Literature" Projekt medianexus.net, später dann habe ich eine Weile phpBB verwendet, um auf medianexus.net ein Forum zu betreiben.
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