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Artikel-Schlagworte: „Experiment“

Buchtipp: Wolf-Dieter Storl: Mit Pflanzen verbunden

storl 1217842910 Buchtipp: Wolf Dieter Storl: Mit Pflanzen verbundenAm Wochenende hab ich Ich bin ein Teil des Waldesteil des waldes gelesen, die Autobiographie von Wolf-Dieter Storl, der gerne als der "Schamane aus dem Allgäu" tituliert wird. So ehrenvoll und gerechtfertigt diese Bezeichnung auch sein mag, sie sollte jene nicht abschrecken, die beim Auftauchen dieses Begriffs sofort an esoterische Scharlatanerie denken. Wolf-Dieter Storl ist ein weitgereister, kluger und weiser Mann: der promovierte Ethnologe weiß weit mehr über einheimische Pflanzen als viele Biologen. Was Storl für mich aber mehr als jeden anderen Autor auszeichnet, ist sein ruhig-besonnene, nicht-urteilende Darstellung verschiedener Weltbilder, Religionen und Realitätskonstruktionen.

Storl hat selbst einen beträchtlichen Teil seines Lebens "zwischen den Stühlen" als Schüler unterschiedlicher Kenner ihrer Gebiete gelebt: er wanderte mit dem legendären indianischen Medizinmann und Pflanzenschamanen Bill Tallbull durch die Big Horn Mountains, lernte auf dem Bergbauernhof vom Schweizer Pionier Arthur Hermes auf dessen Einsiedlerhof die Grundlagen der biologisch-dynamischen Landwirtschaft und lebte lange Zeit in Indien, bevor er mit seiner Frau auf einen Bauernhof im Allgäu zog. All diese Lebensabschnitte sind, gepaart mit Anekdoten und einem beeindruckend lebendigem spirituellen Wissen in Storls Autobiographie vertreten. Das Buch ist nicht nur wahnsinnig informativ, sondern äußerst spannend, und ich war fast enttäuscht, als ich bei der letzten Seite angelangt war.

Zum Glück stehen aber bereits weitere Werke Storls, der mir vor einigen Jahren von Hannes Erler empfohlen wurde (danke dafür! :mrgreen:), in meinem Buchregal. Kräuterkunde, Naturrituale... Storl beschreibt dies alles mit einer Intensität, die - aber nur fast - an seinem eigenen Grundsatz zweifeln lässt: alles, was man lernen und verstehen möchte, muss man erleben. Dieses Pflanzen-Heilwissen, das über Jahrtausende nur im direkten menschlichen Kontakt überliefert wurde, steht wie so viele anderen, vor wenigen Jahrzehnten noch "streng geheime" Text, auf Amazon abrufbereit.

Als Blueprint zum eigenen Experimentieren, als Augenöffner für den unglaublichen Reichtum an persönlicher Freiheit und Realitätskonstruktion, der uns abseits der westlichen Rationalität zur Verfügung steht, sind sie Gold wert. Und was Wolf-Dieter Storls Bücher so besonders macht, ist die unmittelbare Nähe des Mitteleuropäers zu jener Fauna und Flora, die er in seinem Büchern in all ihrer facettenreichen Erscheinung beschreibt - jedem Pflanzen- und Naturfreund kann ich das Buch nur wärmstens ans Herz legen! Soviel zur Theorie - ich schmeiß ich jetzt auf mein Motorrad und werd die nächsten drei Tage in den Waldviertler Wäldern verbringen.

Was ist Life Streaming?

lifestreaming 1218225835 Was ist Life Streaming? Ein neuer Begriff macht die Runde in der Blogosphäre: Life Streaming lautet das Zauberwort, das alle anderen personal publishing Formate in den breiten Hintern treten soll, Blogs inklusive. Die technische Grundlage bilden - wie könnte es anders sein - RSS Feeds und diverse offene Schnittstellen, die eine Aggregation aller möglichen Web 2.0 Aktivitäten erlauben: nach Eingabe des Usernamens basteln solche Services aus sämtlichen eigenen Tweets, FlickR-Uploads, Blogbeiträgen etc. einen einzigen mehr oder weniger gigantischen Feed, dessen Einzelbeiträge zu allem Überfluss manchmal auch noch kommentierbar sind.

Die Frage "Wer hat den längsten?" könnte also im 2. Nullerweb durchaus wieder an Relevanz gewinnen, gäbe es nicht das Endlos-Scrolling Feature von Soup.io. Was bei aller Life-Streaming Begeisterung in der Regel aber meist vergessen wird, sind die lästigen menschlichen User... Stalker freuen sich andererseits sehr über das automatisierte Auskunftsbüro: denn bei soviel automatischer Aggregation übersieht man schon mal geflissentlich das eine oder andere Mosaiksteinchen der sonst so sorgfältigen Selbstinszenierung. Richtig spannend wird das also dann, wenn's endlich die ersten Web 2.0 Porno-Communities gibt.
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Die Nackerten Flash-Mobber von der Lobau

Lobaustrand"Herr Blogger, lehren Sie Geschichte", hat nie ein österreichischer Bundeskanzler gesagt. Aber in Zeiten pressierender Neuwahlversprechungen kann man Politikern bekanntlich ohnehin nix glauben, und nicht jeder publizistischen Handlung geht ein gut gemeinter Ratschlag oder ein dämlicher Leserbrief voran. Aber schnell zu etwas Erfreulicherem, und zwar der Lobau: über diesen wunderschönen Nationalpark hat Joseph Gepp im aktuellen Falter [Nr.29/2008] unter dem Titel "Der Zauberwald" ein würdiges Portrait geschrieben. In den Wiener Auen findet sich eine Subkultur, über die in keinem Krocha-Magazin etwas zu lesen ist:

"Die Wildnis steht für etwas Irreguläres und zieht irreguläre Existenzen an," sagt der Lobau-Experte Fritz Keller, der sich in seinem Buch Lobau - Die Nackerten von Wien Die Nackerten Flash Mobber von der Lobau mit der Sozialgeschichte der Au beschäftigt hat. "Im Dschungel kann man sich verstecken. Jugendbewegungen und politische Aktivisten nutzten das für ihre Zwecke. Gesellschaftliche Experimente konnten hier ungestört durchgeführt werden."

Das kann ich nur bestätigen, auch wenn ich gegenüber der Lobau alles andere als unvoreingenommen bin - verbringe ich dort doch seit Jahren einen beträchtlichen Teil des Sommers: ein unglaublicher Boost auf meinem persönlichen Lebensqualitätsindex. Manchmal bei den "Nackerten von der Dechantlacke", häufig auch an abgeschiedeneren Plätzen, von denen es viele gibt. Dort kann ich auch besser als überall sonst einem meiner Lieblingshobbys nachgehen und ausgedehnte Frog-Watching Sessions abhalten. Dank meiner neuen Digicam mit fettem Teleobjektiv werden einige der kleinen grünen Spaßmacher sicherlich noch zu FlickR-Fotoehren kommen :mrgreen:

Joseph Gett hat bei seiner Recherche auch mit Jenny Strasser, 95, gesprochen: sie war 1934 beim sozialdemokratischen Schutzbund aktiv, die Treffen fanden hauptsächlich auf der Hirscheninsel in der Lobau statt. Dort wurden die Protestaktionen gegen die faschistische Politik geplant - und was mich besonders verblüfft hat:

Flashmobs sind keine Erfindung der Internetgeneration!

Wie sahen diese Blitzaktionen aus? Jenny Strasser redet klaren Blickes und voller Begeisterung: "Sie dauerten meistens nur fünf Minuten. Verschiedene Aktivisten kamen über verschiedene Straßen an einem bestimmten Platz, zum Beispiel am Nestroyplatz, zusammen. Alles war vorab abgesprochen. Dann hielt einer eine schnelle Rede, zwei rollten ein Transparent aus, Flugzettel wurden ausgeteilt. Wenn die Polizei gekommen ist, waren wir schon wieder weg, in verschiedene Richtungen. Auch das war vorher ausgemacht."

Freilich konnte damals von "Spaßfaktor" wenig Rede sein: die Aktivisten riskierten eine Menge, um gegen den Austrofaschismus zu protestieren. Nach dem Einmarsch der Nazis floh Jenny Strasser, seit ihrer Rückkehr nach Österreich hat sie die Lobau nie mehr betreten. An manchen Stellen befinden sich alte Bunker, fast komplett überwachsen - dort wohnten die Zwangsarbeiter, die den Donau-Oder Kanal errichten sollten. Viele Jahre später entstand in der Lobau eine Art Ghetto, die Armensiedlungen am Biberhaufenweg sind längst verschwunden. Die Lobau zum Nationalpark zu erklären war eine goldrichtige Entscheidung - ich hoffe, dass dieser grandiose Mikrokosmos intakter Natur, so unglaublich nahe an einer Millionenstadt, noch vielen Generationen von WienerInnen erhalten bleiben möge. Und wer wissen will, auf welch historischem Boden er da den nackten Popo gegen Sonne reckt, sollte unbedingt einen Blick in den Falter werfen.

Lobaufrosch

SEO-Wissen: von richtigen Keyword-Dichten

KeyworddichteDie sogenannten Keyworddichte spielt für die SERP (Search Engine Result Pages) Optimierung eine nicht unbeträchtliche Rolle. Ideal funktioniert ein Suchalgorithmus bekanntlich dann, wenn er Informationen respektive Texte möglichst ähnlich wie ein menschlicher Leser bewertet - aber von einer Annäherung der maximalen Keyworddichte an natürlichsprachliche Bedingungen kann noch lange keine Rede sein. SEO-Profis können übrigens getrost direkt bis zum letzten Teil dieses Postings springen - wer den Begriff Keyworddichte schon mal gehört hat, aber nix damit anfangen kann, findet im ersten Teil eine Erklärung dieses wichtigen Webseiten-Parameters.

Zum besseren Verständnis ist ein Blick in die frühe Webgeschichte hilfreich: als die Suchmaschinen-Algorithmen noch jung und dumm waren und Larry Page das nach ihm benannte Ranking-System noch nicht erfunden hatte, gingen Suchmaschinenbetreiber davon aus, dass eine Seite umso relevanter sein müsste, je häufiger das gesuchte Keyword respektive die betreffende Keywordkombination im jeweiligen Text vorkommt. Dieser allzu simple quantitative Ansatz evozierte in weiterer Folge das sogenannten "Keywordstuffing": eine Seite, auf der einfach nur 10.000 Mal das Wort "Keyworddichte" stand, hätte viel besser gerankt als beispielsweise ein Text, der erklärt, was Keyworddichte ist. Googles Pagerank-Verfahren löste dieses Problem zumindest teilweise: den die Anzahl der Backlinks als Ranking-Kriterium lässt sich nicht durch simples Keywordstuffing überlisten. Aber erstens gab's und gibt's - man glaubt es kaum - neben Big G noch andere Suchmaschinenbetreiber, und zweitens verlässt man sich ungern auf ein einzelnes Kriterium; denn der Pagerank lässt sich ja wiederum durch gekaufte Backlinks und/oder Linknetzwerke immer noch sehr gut "überlisten". Also spielt die Keyworddichte auch weiterhin eine beträchtliche Rolle, wenn auch unter völlig verändern Vorzeichen.

Denn anstatt die bloße Quantität zu werten, gehen Algorithmen von statistischen natürlichen Keyworddichten aus - selbstverständlich werden dabei nur die Inhalte ohne HTML-Tags etc. gezählt. Die zugrunde liegenden Zahlen resultieren aus quantitativen Analysen riesiger Textmengen, die sich bekanntlich problemlos automatisiert durchführen lassen. Weiß man also beispielsweise, dass in statistisch durchschnittlichen Artikel über Winston Churchill dessen Name beispielsweise zweimal pro hundert Wörtern vorkommt, so bedeutet dies eine Keyworddichte von 2%. Natürlich lässt sich dieses Verfahren mittels zusätzlicher (semantischer) Kriterien verfeinern, aber grosso modo kann man durchaus sagen, dass die Keyworddichten-Analyse in erster Linie ein Mittel gegen Keywordstuffing darstellt. Wie stark die einzelnen Suchmaschinen diesen Faktor in ihrer Gesamtbewertung nun tatsächlich gewichten, ist im Detail nicht bekannt - dass er eine Rolle spielt, allerdings schon.

Die tatsächliche optimale Dichte...

...liegt immer noch, und das ist das Problem, weit über der "natursprachlichen" oder semantischen Dichte. Jedem Journalismus-Studenten wird beigebracht, Wortwiederholungen zu vermeiden, skurrilerweise allerdings sehen SM-Scripts immer noch liebend gerne eine Keyworddichte von drei bis zu fünfzehn (!) Prozent. Das muss man sich mal auf der Stil-Zunge zergehen lassen: in einem mittel-langen Posting von 300 Worten über das Thema Keyworddichte müsste besagter Begriff bei einer Keyworddichte von 10 Prozent nicht weniger als 30 Mal vorkommen! Für SEOs bedeutet das natürlich, bei der Optimierung der Webseiten-Texte auf ausreichende Keyworddichte zu achten - was in der Regel der flockigen Lesbarkeit von Texten nicht gerade zuträglich ist. Ein paar kleinere Experimente meinerseits haben allerdings zweifelsfrei ergeben, dass man sozusagen die Wahl hat zwischen Fokus aus lesefreundlichem Stil oder eben auf optimale Keyworddichte - irgendwie hab ich ganz und gar nicht das Gefühl, dass die vorgegebenen optimalen Keyworddichten auch nur annähernd auf elaborierten semantischen Kriterien beruhen. Zum Glück ist die Keyworddichte allerdings nur ein Faktor unter vielen - also besser nicht übertreiben, aber auch nicht unterhalb der Wahrnehmungsgrenze dahinsurfen: die Minimalhürde von 2% sollte jeder auf Besucher bedachte Web-Publisher sehr wohl überspringen. Weitere Meinungen dazu interessieren mich natürlich brennend.

Die Keyworddichte analysieren

Online findet man zahlreiche Keyword-Analyse-Tools. Die meisten davon liefern unsinnige und fehlerhafte Ergebnisse oder funktionieren erst gar nicht - uneingeschränkt empfehlen kann ich allerdings das Keyword-Density Tool von Sistrix - es liefert valide Ergebnisse, auf die sich der besorgte Webmaster durchwegs verlassen kann. Wer mehr Parameter checken möchte, muss auf die kostenpflichtigen SEOmoz SEO Wissen: von richtigen Keyword Dichten Profi-Tools zurückgreifen: mit dem Term Target Tool und dem Keyword Difficulty Checker gelingt so manches Kunststück.

PS: Selbstverständlich ist auch dieser Artikel über Keyworddichte nicht bloß ein Posting, sondern ein teilnehmendes Experiment. Aufmerksamen LeserInnen dürfte durchwegs nicht entgangen sein, dass dieser Beitrag den Begriff Keyworddichte wesentlich öfter enthält als üblich :mrgreen:


Fotocredits: Schlüssel von Name Gabi Schoenemann / Pixelio

digitalks #6: die Twitter-Socke

Die Schwarmintelligenz trat bei den gestrigen Digitalks in verschärfter Form auf: den Vortrag von Thomas Fundneider hab ich leider verpasst, Werner Buhre sprach über das Gewicht von Haselnussdosen und die Crowd lag fast richtig.

Alle Präsentationen gibt's auch online, siehe den Beitrag auf digitalks. Wir mussten allerdings nicht nur das Gewicht besagter Nüsse schätzen, sondern auch in Kleingruppen ein medialer Kleidungsstück crowdsourcen. Helge, Max, Andi, Jürgen und ich haben uns dabei ein geniales Device ausgedacht: die Twitter-Socke: mittels piezoelektrischer Kristalle lädt sie sich beim Gehen auf und verschickt mit dem eingebauten, autarken GSM-Sendeteil jedesmal ein Tweet, wenn sie genug Strom gesammelt hat - mit dem Inhalt, dass wieder genug Strom gesammelt wurde, um eine Twitter-Meldung abzusetzen; in der Version 2.0 vielleicht sogar geocodiert, obwohl wir unschlüssig darüber sind, ob dies dem selbstreferentiellen Zweck nicht eher abträglich wäre.

Allerdings tauchten leise laute Zweifel daran auf, ob wir überhaupt an einem Crowdsourcing-Experiment teilgenommen haben - oder doch bloß an einer klassischen Brainstorming-Session. In der Tag geht's beim Crowdsourcing ja primär darum, simple Tätigkeiten an den "Kunden" auszulagern; oder wie Helge es so schön formulierte: das Wählscheibentelefon wurde anno dazumal erfunden, weil die freundlichen Damen vom Wählamt irgendwann mit den vielen Gesprächen und dem dauerenden Umstecken der Relais überfordert waren... ein spannendes Beispiel aus der Gegenwart ist etwa das Mechanical-Turk Programm von amazon. Wer Crowdsourcing falsch versteht, könnte in der Tat auf die Idee kommen, die Vorstellung, dass sich die breite Masse niemals irre, habe was faschistoides an sich - aber um dieses Rechthaben geht's gar nicht, sondern um Error-Margins, Normalverteilungen und Kosteneffizienz. Aber wie auch immer - hier ein paar fotografische Impressionen des gestrigen Abends:

Es wird der Adobe Flash Player benötigt und im Browser muss Javascript aktiviert sein..

Wenn Physiker Systeme integrieren

11. April 2008
20:00bis22:00

Die größte Maschine der Welt hat keine zwei Räder, sondern beschleunigt winzige Teilchen. In Kürze erhält CERN ein gewaltiges Hardware Updgrade; im Metalab spricht Tobias Nöbauer morgen im Metalab über den Large Hadron Collider.

Der Ankündigungstext lässt ebenso wie die Berufs-Kombi des Vortragenden - er ist Physiker und Soziologe - einen ausgesprochen spannenden und originellen Vortrag erwarten. Und die Frage, ob neoneueste Erkenntnisse der Quantenfeldtheorie erneut unser ohnehin bereits hochgradig Einstein'sch-relativistisches Weltbild auf den Kopf stellt, darf natürlich keinen Hobby-Existenzialisten kalt lassen!

Im Juli 2008 soll nun endlich die wahrscheinlich größte Maschine der Welt, der Large Hadron Collider (LHC) am Europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf in Betrieb gehen. Ohne mit der Wimper zu zucken tauschen die Hochenergiephysiker dabei in einer globalen, wahnwitzig komplizierten Kollaboration etwa 4 Gigaeuro Geld und 200 Megawatt Strom gegen 14 Teraelektronvolt Kollisionsenergie von Protonen, was etwa der Energie einer Handvoll motiviert fliegender Mücken entspricht.

Wer immer schon mal wissen wollte, warum Blasenkammerfotos nicht in Kunstbänden zu finden sind und welche grandiosen Überlegungen hinter Feynman-Diagramme stecken, sollte dem Metalab auf jeden Fall einen Besuch abstatten:

An der Übersichtlichkeit und Bescheidenheit des LHC-Projekts will sich der Vortrag orientieren: physikalische Hintergründe und Designüberlegungen zum LHC und den Detektoren sollen ebenso zu Sprache und Bildern kommen wie einige Grundkonzepte der Quantenfeldtheorie, die Funktionsweise von Teilchendetektoren, FPGA-Firmware-Programmierung, verteilte Steuersysteme aus Web-Services und Zukunftsperspektiven der Hochenergiephysik. Wir besprechen Blasenkammerfotos und Feynman-Diagramme, Supraleiter und Halbleiter, die Erfindung des WWW und die Entdeckung der neutralen Ströme, Quarks, Gruppendynamik, Berufsaussichten und den Weltuntergang. Kurz: Die Systemintegration des Globalen Müonentriggers für das CMS Experiment am CERN.

Ort: Metalab, 1010 Wien, Rathausstr. 6

Heute Abend: Digitalks zum Thema Social Networks

8. April 2008
19:00bis22:00

digitalksIn wenigen Stunden habe ich die Ehre und das Vergnügen, vor der illustren Digitalks Runde einen Vortrag über Social halten zu dürfen. Iris Lamprecht wird Facebook, MySpace und LinkedIn vorstellen, Michael Ghezzo spricht über Xing und ich werde den Abend mit ein paar allgemeinen Überlegungen zum Status Quo des Social Web 2.0 eröffnen. Mehr über das infernalische infernalische Vortragendentrio gibt's auf Merals Blog nachzulesen - ich freu mich schon auf heute Abend, der netculture space im MuQa dürfte wohl recht voll werden. Aus gegebenem Anlass daher an dieser Stelle einige Überlegungen bzw. Thesen, denen ich mich bzw. die sich mir aufdränge/n:

digitalks: Social Networks

Thema der heutigen Digitalks-Gesprächsrunde sind Social Networks oder soziale Netzwerke. Im Zuge des Web 2.0 Hypes entwickelte sich dieser Begriff so rasch zum Terminus Technicus, dass man fast vergessen könnte: "there is no unsocial online software." Als "soziale Netzwerke" bezeichnen wir ja auch das Geflecht unserer non-virtuellen Beziehung; in einer Gesellschaft, die immer größere Anteile ihrer Wertschöpfung digital erwirtschaftet, ist in einem ersten Schritt die Abbildung und in einem zweiten die Ausweitung solcher real-world Netzwerke ins Internet die unausweichliche Konsequenz.

Freilich haben die technologischen Entwicklungen der letzten fünf Jahre - Stichwort Ajax, RSS etc. - eine neue Generation von Homepages ermöglicht: hier werden keine statischen Informationen präsentiert, die von Usern (eventuell) kommentiert werden können, sondern die sozialen Interaktionen selbst generieren die Medieninhalte von Seiten wie Facebook oder Xing. Zum Thema Social Net habe ich meine wilde Mischung aus Vermutung, Spekulation und Analyse - ganz lutheranischer Tradition folgend - in die Form dreier Thesen gegossen und sorgfältig erkalten lassen: Heute muss gebloggt werden, frisch GesellInnen, seid zur Hand!

1. Es gibt keine unsoziale Online-Software
In Anlehnung an Friedrich Kittlers "There is no software" lohnt die Frage, ob das Attribut "Social" vor dem Begriff "Network" nicht eventuell eine Tautologie darstellt.

2. Auf Marktdiversifizierung folgt Dis-Augmentierung
Der Fokus einer Analyse sozialer Netzwerke liegt in der Regel auf einzelnen Services. Dabei ist das genuin Neue von FlickR, Youtube und Co. *nicht* in einzelnen (multimedialen) Services zu suchen, sondern in der Bereitstellung von Exchange-Formaten (Stichwort RSS). Die Rekombination verschiedener Datenströme mit Tools, die sich rasant in Richtung Massenkompatibilität entwickeln, erlaubt - auf der pessimistischen Seite - Datamining ungeahnten Ausmaßes, macht aber andererseits das Umrühren in der Datensuppe auch für nicht-professionelle Data-Miner möglich.

3. Social Networks sind Wechselstuben
Die Valorisierung sozialer Kontakte ist ein hochgradig experimentelles Feld - das wir sich in den nächsten 2 Jahren auch nicht ändern. Georg Frank hat in seinen Büchern über Aufmerksamkeitsökonomie sehr hellsichtig und vorausschauend beschrieben, wie die Aggregation von Aufmerksamkeit als Austauschsystem funktioniert; wie sich der pragmatische Wechselkurs zwischen letzterer und Real-Money gestaltet, entscheidet derzeit das freie Spiel von Angebot und Nachfrage.

Neue Gruppe: Sex mit Facebook UserInnen

Wer hat schon mal body-rubbing mit einem FB-Profilbesitzer betrieben - und zwar aus anderen Gründen als dem Verhindern des Erfrierungstods? Ich hab gestern eine neue Gruppe gegründet mit dem Titel I already had sex with another facebook user. Neue MitgliederInnen jederzeit herzlich willkommen! Das eigene Spiegelbild zählt übrigens nicht... ob man die/den jeweiligen SexualpartnerIn auf FB kennengelernt hat, im Real Life oder anderswo und -wie, spielt aber keine Rolle.

Sexistisch-technisch gesehen zeigt sich einmal mehr: Englisch ist eindeutig die chilligere Sprache, auf Deutsch wär das schwierig: mit dem Titel "Wer hatte schon mal Sex mit einem Facebook User?" würden sich wohl zu Recht nur Frauen und homosexuelle Männer angesprochen fühlen, vice versa bei "UserIn". Und "Wer hatte schon mal Sex mit einer oder einem Facebook UserIn?" klingt einfach verdammt sperrig. Außerdem soll diese Fortführung des 5-Ecken-Experiments von Stanley Milgram eindeutig zeigen: wir kennen uns nicht nur alle über fünf Ecken, wir haben auch schon alle über fünf Ecken miteinander gevögelt. Womöglich. Also bitte rege beitreten - ftw! (For the Wissenschaft. Nicht for the win.)

I already had sex with another facebook user

kondome Neue Gruppe: Sex mit Facebook UserInnen

Foto: Tomizak (Pixelio.de)

Twitter: nächster Versuch

Nachdem sich der Support konsequent tot stellt, hab ich mir einen neuen Twitter-Account eingerichtet: denn bei dem Short Message Service handelt es sich um einen der wenigen Web 2.0 Serviceanbieter, die allein auf weiter Flur sind: für kurze Text-Updates von unterwegs gibt's eigentlich keine Alternative. Et voila, hier geht's zu meiner neuen Tweet Homebase.

Irgendwie hat mich Twitter auf dem falschen Fuß erwischt... eigentlich wollte ich meinen alten Account löschen und mich neu registrieren, allerdings sagt mir die Seite immer nur: "Something's technically wrong!" Da ein Mail an den Support auch keine Besserung brachte, hab ich mich jetzt neu registriert - und zwar als datadirt.

Zwar kann ich meine Handynummer nicht mehr registrieren (der alte Account lässt sich nicht löschen, der neue sagt, dass die Nummer bereits vergeben ist), aber am Dienstag hol ich meinen Vario 3 ab. Damit sollten auch Update via IM problemlos möglich sein, für Pocket PCs gibt's den Freeware-Client imov, der anscheinend gTalk unterstützt. Konkreter Auslöser für das spontane Bedürfnis nach Tweets ist übrigens der Wunsch nach experimenteller Dis-Augmentierung meiner sozialen Profile :-) Loic hat schon völlig recht, wenn er das eigene Blog als zentralen Hub gegenüber Friendfeed und Co. bevorzugt.

Auf Facebook hab ich die Twitter und Twittervision Applikationen installiert, hier am Blog wird vermutlich das Twitter Tools Plugin zum Einsatz kommen - irgendwie macht die ganz Syndikations-Bastelei durchaus großen Spaß. There's no business like aggregation business!

twitter Twitter: nächster Versuch

Von Blogger zu Blogger

"Ich werbe auch aus Lust am Experiment" lautet der Untertitel des Interviews, das Georg Holzer für die Multimedia-Beilage der Kleinen Zeitung mit mir geführt hat. Im Fokus stand zum 10. Mal das Web, ich freu mich natürlich, in der "Jubiläumsausgabe" mit dabei zu sein. Übrigens gibt's auch lässige Faceball-Fotos und aufschlussreiche Statistiken über die Online-Faulheit der ÖsterreicherInnen.

?: Auch Blogger sollten Werbung machen. Sind Social Networks dafür der richtige Ort?

!: Sicher. Grundsätzlich sollte man seine Inhalte dorthin bringen, wo viele Nutzer sind. Statt etwa Videos am eigenen Server zu hosten, ist es besser, man stellt sie auf YouTube und große deutsche Plattformen. Durch den generellen Traffic dort bekommt man schneller Zuseher.

? Warum schaltest du Werbung für deinen Blog?

! Ich mache das mit relativ kleinen Beträgen und auch aus Lust am Experiment. Ich will wissen, wo es am günstigsten und effizientesten ist. Die Preise und Klickraten verändern sich ständig. Spannend ist die Möglichkeit, Social Actions mit Ads zu verknüpfen. So sehen Nutzer, welche ihrer Freunde auch eine Werbung geklickt oder ein Produkt gekauft haben. Das bringt extreme Aufmerksamkeit, weil die Leute sich kennen und vertrauen.

? Welche Möglichkeiten bieten Social Networks noch?

! Bei Facebook kann man Gruppen und Seiten für ein Produkt oder einen Blog erstellen. Normale Nutzer können sich dann als Fan ausweisen. Bessere Werbung gibt es wohl nicht. Statt Werbung kann man auf Facebook auch Anwendungen anbieten.

? Wie groß ist der Aufwand?

! Im Prinzip ist es einfache PHP-Programmierung. Der Aufwand ist extrem unterschiedlich - je nach Komplexität von ein paar Stunden bis zu Wochen.

kleinezeitung Von Blogger zu Blogger

Buddha sei Dank: Mein Job liebt mich

Letztens konnte - oder besser: musste - ich in den guten alten Verkehrsmitteln ein Telefonat mithören, oder zumindest zwei Drittel davon. Eine junge Dame so um die 25, offensichtlich im Marketing tätig und vorher Studentin an der WU, unterhielt sich mit einer Freundin über die persönliche Jahresplanung.

Zitat: "Ich bin gerade aus dem Urlaub in Kuba zurück und hab gestern zusammen mit meinem Freund unseren Sommerurlaub in Thailand gebucht - das sind so die Highlights meines Lebens für dieses Jahr, alles andere ist unspektakulär und fad." Das muss echt übel sein - soweit ich weiß, bekommt man als Angestellter ja grade mal 6 Wochen Urlaub im Jahr. Das heißt, 46 Wochen widerwillig arbeiten, um sich dann 6 Wochen entspannend zu können? Für mich ein unbegreifliches Missverhältnis und eine Situation, die ich nie auf Dauer akzeptieren könnte.

Klar ist die Lage am Arbeitsmarkt "schwierig" - das ist sie vermutlich immer. Und natürlich wären genug Leudde froh drüber, einfach irgendeinen Job zu haben... und selbstverständlich brauchen wir alle Kohle zum Leben, der eine mehr, die andere weniger. Und ich hab in den letzten 12 Monaten sicherlich keine sechs Wochen Urlaub gemacht - im Sinne von Gar-Nichts-Tun. Und ich hab auch nicht das geringste Bedürfnis nach mehr Freizeit: einfach deshalb, weil mir meine Arbeit unglaublich großen Spaß macht. Die Medien- und Blogberaterei ist ein hochgradig dynamischer Bereich, in dem sich ständig alles ändert - und zu je mehr Chefetagen sich das Wissen, dass eine Webseite nicht nur aus Code, sondern vor allem aus Kontext besteht, verbreitet, desto mehr Jobanfragen bekomm ich.

Meine eigene Arbeit funktioniert zu einem hohen Grad experimentell: Weblogs und Viralmarketing sind so neue Themen, dass es noch keine eingespielten Gesetze gibt, sondern eigentlich nur Best Practices. datenschmutz ist dabei meine persönliche integrierte Forschungs-, Entwicklungs- und PR-Abteilung: mein hier gewonnenes Wissen über Methoden und Praktiken, die effizient funktionieren, verkaufe ich an meine Kunden. Um erfolgreich zu sein, muss ich sozusagen immer am Ball bleiben - und das verhindert zuverlässig, dass jemals Fadesse aufkommt. Ich will keineswegs behaupten, dass für jede/n Medienfreak der Weg in die Selbständigkeit die ideale Option darstellt, aber ich bin im nachhinein sehr froh drüber, dass mich Red Bull seinerzeit beim vorzeitig eingestampften Givemewings-Projekt nicht anstellen wollte: denn das war damals der ausschlaggebende Grund für mich, mir einen steuerschonenden Gewerbeschein als Alternative zum Worst-of-both-Worlds Szenario "freier Dienstnehmer" zu holen.

Also nix gegen Urlaube in der Karibik, in Kuba und sonstwo - aber wenn's nach mir geht, lieber mit Notebook als ohne. Sonst müsst ich mich am Ende noch drüber beschweren, dass die Wochen im Freizeitparadies "unspektakulär und fad" waren... aber immer noch viel besser als umgekehrt!

Ein-Kommen (und -Gehen) mit Blogs

Shitloads of money - how to bring 'em home? Ein spannendes Blogposting zu diesem Thema gibt's bei Kollege Chow, und da wünscht man sich als "good" old European in der Tat vor allem eines: das kanadische Steuersystem. Ich hätte ja nie gedacht, dass sich datenschmutz mal zu einer virtuellen Gelddruckmaschine entwickeln würde, aber erfreulicherweise nimmt mein Blogeinkommen langsam aber stetig zu.

Während ich mich nach den ersten Monaten über die Refinanzierung der Serverkosten freute, ist mittlerweile der monatliche Tausender eher die Regel als die Ausnahme... da sind zwar ein paar kleinere Nebenprojekte mit dabei, und den Großteil meines Einkommens verdien ich nach wie vor als selbständiger Berater für verschiedene Online-Projekte - aber ich bin durchaus gespannt, wie weit sich dieser Anteil in den nächsten Jahren noch verschiebt. Die Blogeinnahmen versteuere ich via Gewerbeschein, laut EU-Finanzgesetzgebung sind dabei Rechnungen aus dem EU-Ausland umsatzsteuerbefreit, so man einen eigenen Gewerbeschein und eine - in diesem Fall österreichische - Steuernummer besitzt. Das ist vor allem relevant bei diversen deutschen Ad-Netzwerken, wie's mit Einkommen aus Übersee steht, entzieht sich meiner Kenntnis, spielt für mich bis dato allerdings auch keine Rolle. Ansonsten sind sämtliche Einnahmen natürlich ganz gewöhnlicher Einkommensbestandteil - Serverrechnungen, Werbeausgaben (Offline-Printartikel, Schaltungen etc.) landen ebenso als Ausgaben in meiner Buchhaltung.

Wie erwähnt übersteigen erstere letztere in den vergangenen Monaten deutlich, und daher habe ich mir anstatt eines Karibikurlaubs am Jahresende vorgenommen, mal so richtig nett essen zu gehen. Nein, Scherz, das mach ich so auch oft genug - ich hab vielmehr den Entschluss gefasst, sämtliche Blogüberschüsse für Marketingzwecke auszugeben: Werbeschaltungen, Content-Partnerschaften, was sich halt so anbietet und mir sinnvoll erscheint. Das Blog soll meine steuerliche Bilanz quasi einstweilen nicht belasten, mir dafür aber etwas Experimentierspielraum geben. Demnächst möcht ich gern mal ein phattes Gewinnspiel veranstalten (vielleicht mit Handys) und dazu eine Trigami-Kampagne schalten und vielleicht mal testweise auch mal das eine oder andere Printsujet an passender Stelle platzieren... eben ganz dem datenschmutz-Experimental-Labor Gedanken folgend.

Beim vorhin erwähnten Posting von John geht's kurz gesagt darum, dass er sein Blog als Firma mit eigener Rechtspersönlichkeit führt und sich selbst ein in Relation zum den monatlichen Blogeinnahmen per Dividende ein vergleichsweise sehr geringes Jahresgehalt von 33.000 Dollar ausbezahlt. Bis zu diesem Betrag ist die Dividende in Kanada nämlich steuerfrei - der Großteil der 400k Dollar, die John im Jahr verdient, bleiben im Besitz der Firma. Für ein Angestelltengehalt dieser Größenordnung wären 160k an Steuern fällig, die sich der smarte Kanadier so erspart. Die teuren Essen, Hotels, Reisen und Gadgets werden aus der Firmenkasse bezahlt:

Whenever possible, I try to have the company pay my expenses. There are limits to what you can do so you need to check with your professional tax adviser first. For example, you can't have the company pay for a new set of golf clubs (unless you're a professional golfer). As long as it has something to do with company business, chances are the company can pay for it even if you draw some personal use out of it.

Jo mei. Da wünscht man sich halt direkt, in Kanada zu leben. Der deutsche Sprachraum ist eben doch sehr begrenzt (und wenn der Tag 30 Stunden dauerte, hätt' ich schon längst ein datadirt Blog *g*), und die lukrativen Longtail-Werbemöglichkeiten lassen vor allem eines: auf sich warten. Aber falls sich Deutsch-Blogistan weiterhin so prächtig entwickelt, dann wird in drei Jahren die datenschmutz Ges.m.b.H. natürlich ein 42köpfiges AutorInnenteam beschäftigen und die ohnehin viel zu niedrigen Texthonorare in Österreich in die Höhe treiben :twisted:

Blogistan Panoptikum KW07 2008

Jürgen hat den ersten Googlehupf Österreichs gefunden, Seth Godin philosophiere unter dem Titel "Nickel and diming" über zwei grundverschiedene All-Inclusive Strategien und Pete kennt die letzten Neuigkeiten zum Ende des Drehbuchautoren-Streiks (Yippie! Neue 30 Rocks und Earls in Kürze!) Was für eine actionreiche Woche :mrgreen:

Photoshop-Artworks

Sometimes they can be funny, sometimes thought provoking, other times they just mess with your mind. They'll always take your breath away though and make you wonder at the skills of the people that created them.

So heißt's auf Vertustech, und dieser Ansage kann man sich nach eingehender Betrachtung dieser Photoshop-Meisterwerke nur uneingeschränkt anschließen. Ebenfalls optisch beeindruckend: dieser HD-Zeitraffer zum Thema 24 Stunden San Francisco.

Frank Hartmann über den Begriff "Kommunikation"

Auf ORF Science hat Frank Hartmann vergangene Woche einen kleinen Vorgeschmack auf sein im April neu erscheinendes Buch "Medien und Kommunikation" (UTB) veröffentlicht: Sein Gastbeitrag in der Serie "Sprechen Sie Wissenschaft?" befasst sich mit der steilen Karriere des Begriffs Kommunikation im 20. Jahrhundert:

Als Ersatz für das nach 1945 verbrämte Wort "Propaganda" avancierte der Ausdruck innerhalb weniger Jahrzehnte zu einem der 100 prägenden Begriffe des 20. Jahrhunderts, an den ebenso prägende Begriffe wie "Medium" und "Information" anknüpfen.

Wolfgang Langenbucher als Blogger

Vor über 10 Jahren saß ich Prof. Wolfgang Langenbuchers Einführungsvorlesung in die Kommunikationswissenschaft - dass der ehemalige Vorstand des Wiener IPK mal beginnen würde zu bloggen, hätte ich nicht vermutet. Und seiner Argumentation in punkto Zusammenarbeit von WAZ und öffentlich-rechtlichem Rundfunk kann man kaum widersprechen - handelt es sich doch um eine spitzzüngig formulierte und hochgradig berechtigte Kritik:

Man muss das dreimal lesen, um es zu glauben und in seinen Dimensionen richtig zu gewichten: Die WAZ, dieser kapitalistische Zeitungskonzern, u.a. mit der Wiener Krone im Paket - eine Zierde der Qualitätspresse! Die gebührenfinanzierte größte und drum reichste Landesrundfunkanstalt der Republik entdeckt nach Jahrzehnten schärfster Systemkonkurrenz wunderbarerweise so intensive Gemeinsamkeiten, dass man die digitale Welt nun miteinander gestalten will, ja muss. Und der Herr Ministerpräsident wird bei einer Pressekonferenz in ein paar Wochen - wenn clevere Juristen und bilanzbesessene Betriebswirte alles längst unter Dach und Fach gebracht haben - seinen Segen dazu geben. Beide mächtigen Medienakteure werden ihm diese Großmut danken; ganz gewiss, denn dafür gibt es täglich genug ganz praktische Möglichkeiten.

Statistik über US-Blogger

Das Womma Blog weiß alles über den amerikanischen Durchschnittsblogger:

According to research from WOMMA member company BIGresearch, of the 26% of U.S. internet users who blog, 53.7% are male, 44.7% are married, they bring in slightly less income than the average adult, and are slightly more educated than average. Bloggers are also younger, with an average age of 37.6 compared to 44.8 - which is the average age of the rest of U.S. adult population.

Ob selbiger in Europa wohl auch weniger verdient als der Durchschnittsbürger? Wir werden es nie erfahren :-)

Eine Strom unwahrscheinlicher Bilder

Auf Gert Lovinks Blog gibt's eine interessante Zusammenfassung von Frank Hartmanns Vortrag am Einstein Forum Potsdam, Zitat:

Media, so Vilém Flusser, are a "continuous stream of unlikely images." What is the use, so Hartmann, to deconstruct the technical media with a deterministic method a la Friedrich Kittler if we insist on illusion. Freedom is the freedom to object audience rating. Media art and media activism could show us help us in this effort to formulate media criticism. The problem that we face is the real, the hyper-real character of the televisual image. The impossibility to distinguish between Sein (being) and Schein (illusion). There is a pleasure, so Hartmann, to appear as a phantom, and intellectual are called upon to acknowledge their pleasure in media appearances so that we can come to a second-order media critique.

Ansonsten bleibt nur anzumerken, dass die Woche mal wieder rasend schnell vergangen und das Mauracher Gewinnspiel zu Ende ist. Ich wünsch allen ds-LeserInnen einen schönen Restsonntag - ich werd mich weiter meinen Facebook-Experimenten widmen und vielleicht meinen WoW Char ein bisschen hochleveln; bis morgen!

8K=8K+-(G)<>(A)<>(N) – Fadi Dorninger live im rhiz

29. Januar 2008
21:00bis23:00

fadi - 8kdatenschmutz-StammleserInnen kennen die Snippets aus Wolfgang "Fadi" Dorningers aktuellem Album 8k bereits - im November habe ich ein Interview zu 8k veröffentlicht und zwei Longplayer verlost. Nächste Woche gibt's Gelegenheit, das ebenso spannende wie groovende Konzept im Wiener rhiz live zu erleben.

Ort: rhiz, Gürtelbogen 37-38, 1080 Wien
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Das Uri Geller Prinzip und 2 Gedichte

Uri Geller, der Esoteriker ohne Ablaufdatum, bewegt Löffel, Tische und Massen. Die Frage, wozu Esswerkzeuge unbedingt mit Gedankenkraft verbiegen muss, wenn man dazu auch seine Hände benutzen könnte, wollte man sie denn überhaupt verbiegen, stellt zum Glück niemand. Und auch die Motivation eines so begabten Superheroes, sich immer wieder aufs Neue der Skepsis des Publikums zu stellen, nicht.

Aber Pro7 wird dem generationenverbindenden Stammtischliebling sicherlich einen ordentlichen Gehaltsscheck ausstellen, daran dürfte ausnahmsweise niemand zweifeln. Aber könnte Uri mit seiner Gedankenkraft nicht mal was Vernünftigeres machen? Ja, kann er. Denken sich einige BloggerInnen und starteten ein faszinierendes Experiment, das jeden Skeptiker schnell von den unvorstellbaren medialen (nein, das ist nicht doppeldeutig gemeint) Fähigkeiten des genialen Selbstvermarkters überzeugt. Aber sehen Sie sich selbst vom Unerklärlichen:

URI   GELLER   RULED.

Denn dank der aktuellen Show avancierte Uri Geller sogar zum aktuellen Fast-Win Hype #1 im Deutsch-Blogistan. Eigentlich wollte ich mich einmal der Traffic-Hurerei entziehen, aber The Next Uri Geller zwingt mich, das beste Löffelverbieger-Gedicht des 21. Jahrhunderts hier zu zitieren. Originalquelle leider unbekannt!

Zieht´s euch beim Brunch die Wurst vom Teller,
ist schuld daran der Uri Geller.
Wird´s am frühen Morgen heller,
Klare Sache... Uri Geller
Geht´s in der Aldi-Schlange schneller
zaubert wieder Uri Geller.

Dem möchte ich allerhöchstens noch hinzufügen:

Wenn Blogtraffic vorne juckt und hinten beißt,
nimm Klosterfrau Melissengeist!
Doch juckt er hinten, beißt er vorne,
rotiert Analytics wie ein Propeller:
spürst du im Log die Voodoo-Dorne...
dann hilft dir sicher Uri Geller,
er holt die Zahlen aus im Keller.

Ach ja, wer tatsächlich "unbegreiflicherweise" an der Geschichte des Phänomens Geller interessiert ist, der/dem sei dieser großartige Spiegel-Artikel ans Herz gelegt, Zitat:

Der Magier James Randi etwas liefert sich seit Jahrzehnten eine Privatfehde, nachdem Geller ihn für die Behauptung verklagt hatte, dass einer seiner Tricks von einer Cornflakes-Packung stammen würde. Die Packung konnte tatsächlich aufgetrieben werden, und Geller verlor den Prozess.
[...]
Kürzlich wehrte er (Uri Geller) sich erfolglos gegen die Veröffentlichung eines Videos, in dem deutlich zu sehen ist, wie er sich beim israelischen Original von "The next Uri Geller" einen Magneten über den Finger schiebt, bevor er auf scheinbar wundersame Weise eine Kompassnadel zum Ausschlag bringt.
[...]
Doch all dies konnte bis heute seine Popularität nicht brechen - darin besteht das eigentliche Phänomen Uri Geller. Trotz aller Entzauberung hat er es immer geschafft, im Gespräch zu bleiben: sei es als Teilnehmer der englischen Variante des Dschungel-Camps (Geller wurde als erster rausgewählt), oder mit der dreisten Behauptung, er habe unmittelbar am Ende des Kalten Krieges mitgearbeitet, da er einem russischen Unterhändler mit positiver Energie bombardiert habe, damit dieser dem Abrüstungsvertrag zustimmt.

Wer's ausführlicher erklärt haben möchte, bekommt die genauen Hintergründe bei der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V.. Ich persönlich bin ja wirklich ein riesiger Fan von Zauberkünstlern, und wie schon Meister Foerster, der ja selbst im Umfeld bekannter Salonzauberer aufwuchs, schon mal sinngemäß so treffend bemerkte: es geht um eine gezielte Täuschung der Wahrnehmung - ob dabei Magie im Spiel ist, macht für den Betrachter, der ein bestimmtes Phänomen (ob eben aufgrund "magischer" Einflüsse oder bloß nicht bekannter Faktoren) einfach nicht in sein oder ihr Weltbild einordnen kann! Oder, wie Heinz von Foerster in einem Vortrag von 1990 in seiner unnachahmlich eleganten Art sagte:

Mag sich der Naive einbilden, Magie erklären zu können. Magie kann nicht erklärt werden, Magie kann nur praktiziert werden, wie Ihnen bekannt ist.

Im Fall von Geller wundert nur auf den ersten Blick, dass er ein derart unsportlicher Verlierer ist und nach so unwiderlegbarer "Entzauberung" immer noch fest und steif behauptet, übersinnliche Kräfte zu haben, anstatt sich als kompetenten Salonzauberer zu präsentieren: nur so bleibt er im Gespräch.