Die Betreiber des Twitter-Klons Pownce glauben die Aussichtslosigkeit der Copycat-Lage erkannt zu haben und stellen mit 15. Dezember den Betrieb ihrer Microblogging-Plattform ein. Gegründet wurde der Service im Jahr 2006 von Digg-Mastermind Kevin Rose, er wechselt nun mit dem gesamten Team zum us-französischen Konzern Six Apart. Die auf Blogging-Software spezialisierte Company betreibt die TypePad Plattform, die Aggregator-Seite Blogs.com und entwickelt mit Movable Type den einzigen ernst zu nehmenden WordPress-Kandidaten. Beim neuen Arbeitgeber, der Pownce für eine ungenannte Summe aufkaufte, soll sich das Team neuen Aufgaben widmen.
Feature-technisch bietet/bot Pownce zwar einige Besonderheiten, für den vollen Funktionsumfang verlangten die Betreiber allerdings 20$ pro Jahr für einen Pro-Account. Das rasche Ende von Pownce führt einmal mehr vor Augen, dass man die eigenen Webpräsenz niemals in die Hände eines einzigen Drittanbieters legen sollte: zwar steht bis zum Runterfahren der Server eine Exportfunktion bereit, die einen Re-Import in WordPress und das CMS-System des neuen Arbeitgebers ermöglicht. Allfällige Suchmaschinen-Platzierungen sind allerdings futsch. Am Blog geben sich die Gründer relativ wortkarg:
We’ll be closing down the main Pownce website two weeks from today, December 15th. Since we’d like for you to have access to all your Pownce messages, we’ve added an export function. Visit pownce.com/settings/export/ to generate your export file. You can then import your posts to other blogging services such as Vox, TypePad, or WordPress. For our Pro members, we’ll be emailing you soon with more information about your Pro account.
Mir persönlich wird Pownce nicht fehlen: ich hab mich zwar irgendwann mal registriert, die Seite jedoch nie verwendet. Wozu auch? Im Gegensatz zum musikalisch orientierten blip.fm oder anderen Anbietern, die versuchen, die Microblogging-Mechanik multimedial auszuweiten, bietet Pownce keinen echten Mehrwert, und so hält sich die Trauer der Netzgemeinde in engen Grenzen:
I’ve been a member of Pownce since day one and at one point, a devoted member and daily visitor. However, as time went on, recurring bugs weren’t fixed, feedback wasn’t acted on, other services launched, original members abandoned ship and eventually, so did I.
TechCrunchIt geht sogar noch einen Schritt weiter und sieht aufgrund der hohen Popularität des Duos Twitter/Friendfeed kaum Marktchancen für Konkurrenten:
If FriendFeed is a parasite service of Twitter, then the only conceivable entry point now is as a parasite service of FriendFeed. What would that entail? It would have to be a service that thrived on being absorbed as it seeded new functionality into the expanding messaging subsystem.
Anlass zu übermäßigem Pessimismus gibt das Ende von Pownce nicht, richtiger wäre es wohl, von einer Art Konsolidierungsphase zu sprechen. Andere Copycats, denen es bislang nicht gelungen ist, eine ausreichend große Community aufzubauen, werden Pownce mit Sicherheit folgen. Wie netzwertig schreibt, zählt am Ende des Tages eben nicht die Feature-Überlegenheit, sondern die Economies of Scale bestimmen, welcher Anbieter sich letztendlich durchsetzen kann.
Um die Zukunft der "Big 3" Facebook, Twitter und Friendfeed muss man sich wohl wenig Sorgen machen, im übrigen dürfte die Luft in den nächsten Monaten etwas dünner werden. Entscheidend für die eigene Webpräsenz ist einzig und allein: wer Services wie Pownce und Co. im Marketingmix verwendet, sollte stets auf Diversifizierung achten. Und als primärer Hub macht sowieso einzig und allein eine selbst gehostete Seite Sinn.
Die Erstellung eines Favicons - das sind die kleinen Bildchen, die jeder moderne Browser im Tab links neben dem Titel der Seite anzeigt - ist keine Hexerei. Man muss lediglich ein beliebiges quadratisches Bild auf die Größe von 16x16 Pixeln herunter rechnen, im *.ico-Format unter dem Namen favicon.ico speichern und ins Rootverzeichnis der Seite hochladen. Die meisten Browser zeigen das Bildchen dann standardmäßig und speichern die Ico-Datei auch mit der Bookmark, was die Seite leichter auffindbar macht.
Verzichten sollte auf ein Favicon niemand - die Kunst liegt darin, ein geeignetes Motiv zu finden, das auch bei der winzigen Größe von 16x16 Pixeln noch ausreichend wiedererkennbar ist. Photoshop unterstützt das Ico-Format übrigens nicht, behelfen kann man sich unter anderem mit dem kosten Bildbetrachter Irfan View, der eine entsprechende Exportfunktion besitzt. Wer sich diesen Aufwand nicht antun will, kann stattdessen auch den favinator benutzen: das kostenlose Online-Tool konvertiert jede beliebige Ausgangsgrafik (die natürlich quadratisch sein sollte) zu einem 16x16 Pixel Favicon, das anschließend heruntergeladen und in die eigene Page eingebaut werden kann.
Besonderheit dabei: optional kann ein Text eingetragen werden, der anschließend als animierte Laufschrift durchs Favicon scrollt, Schriftfarbe, -typ und -größe sind dabei allerdings fix eingestellt. Klingt kompliziert, sieht einfach so aus:
Das sorgt für Staunen (oh, ico-Dateien können animiert sein?) und nervt unter Umständen, wenn in der Browser-Tableiste dauernd was blinkt, also sollte man sich den Einsatz der Laufschrift gut überlegen. Moderne Browser zeigen übrigens alle unterstützten Grafikformate (also auch png, jpg, gif) an, größtmögliche Kompatibilität erreicht man allerdings mit dem Ico-Format. Eingebunden wird das Icon mit einem Meta-Tag im Header, einige Browser zeigen es standardmäßig ohnehin an:
<link rel="shortcut icon" href="http://www.meine-domain.de/favicon.png" type="image/ico" />
Ein ausführliches Tutorial rund um das Thema gibt's hier. Für Konsolenfreunde hab ich noch eine besondere Spezialität gefunden: png2ico konvertiert PNG-Dateien via Kommandozeile (!) ins ICO-Format - Nerd-Prestige-Bonus garantiert.