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Ars Electronica: Pressegespräch, neue Location

2010 verlagert sich das Zentrum des medienkünstlerischen Linzer Geschehens in die Ludlgasse: die Leistungsschau digitalen Kunstschaffens findet in diesem Jahr erstmals auf dem Werksgelände der ehemaligen Tabakwerke in Linz statt. Beim Pressegespräch am 20. April um 10:00 Uhr stellen Christine Schöpf und Gerfried Stocker vom künstlerischen Direktorium der Ars den diesjährigen Programmschwerpunkt vor.

Ars Electronica Festival 2010

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Vom Scheiss- zum Super-Internet

superinternetSeit der Eröffnungsdiskussion zum diesjährigen Elevate Festival freut sich die Duden-Redaktion über eine neue Redewendung: einen Lorenz performen steht für gut getimte Pauschalverurteilungen zum Zwecke des (möglicherweise gar unbeabsichtigten) Linkbaiting. Aber genug gelacht, die Macher des Festivals riefen gemeinsam mit dem Studiengang Journalismus und Unternehmenskommunikation (FH Joanneum) eine Seite ins Leben gerufen, die den konstruktiven Dialog fördern soll.

Scheissinternet oder Superinternet – für wen wird sich unser Kandidat, der österreichische Rundfunk, entscheiden? Unter letzterer Adresse haben willige Mitgestalter die Möglichkeit, entweder via E-Mail Formular oder nach erfolgter Registrierung auch als öffentliches Posting diverse Verbesserungsvorschläge und Wünsche zu deponieren. Alle Beiträge werden zur späteren Aufbereitung in einem Wiki gesammelt – und sollen keineswegs ungehört verhallen:

Der ORF hat bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert und der Geschäftsführer von ORF.at, Karl Pachner, hat sich bereit erklärt, sogar in Form von Workshops Zwischenergebnisse zu evaluieren. Somit kann mit diesem Projekt konkret etwas bewegt werden, wenn ihr zahlreich mitarbeitet und den Druck aufrecht erhält!

Die ersten öffentlichen Vorschläge machen ja schon mal hochgradig Sinn: Manu wünscht sich eine Veröffentlichung aller Eigenproduktionen unter CC-Lizenz und Clemens wünscht sich direkte Kontakt- und Feedbackmöglichkeiten zu allen ORF-Mitarbeitern. Durchaus erfüllbare Forderungen, alles nur eine Frage des politischen Willens. Da kann man ja nur hoffen, dass die Gespräche erst beginnen, wenn die neue Regierung ihre Fernseh-Führungsriege installiert hat, sonst wär’s schade um den Aufwand.

Zwischenbericht vom Elevate Festival

DJ SpookyGestern Abend rockte DJ Spooky den Dom im Berg – direkt nach der einleitenden Podiumsdiskussion, die ich aufgrund verspäteter Anreise leider verpasst habe, trat New Yorks Illbient-Aushängeschild hinter die Turntables. An meinem heutigen Kater war allerdings in erster Linie Herr EmeeGrant schuld, der in punkto Floor-Moving und Selection meiner Meinung locker mit Spooky mithalten konnte.

Als wir um halb zehn im Dom im Berg eintragen, war die Location noch eher spärlich gefüllt, das ändere sich in den folgenden Stunden allerdings recht rasant. Spooky trat vor zu Beginn ob des Wahlergebnisses enthusiasmiert ans Mikro und kündigte ein fröhliches Mash-Up Set an, und dieses Versprechen hielt er ebenso routiniert wie gekonnt mit einem weiten Bogen von James Brown bis Panjabi MC ein. Partytechnisch ging das Konzept voll auf, ruhig an seinem Platz stand nach einer Stunde jedenfalls niemand mehr. Allerdings hätte ich persönlich wesentlich lieber den Illbient-Scratch-Wahnsinn, den ich von Spookys älteren Platten gewohnt bin, gehört – und muss im Nachhinein Richard Pyrker zustimmen: weite Teile des Sets erinnerten an die klassische Too Many DJs Masche, was dann doch ein wenig unerwartet kam. Hier ein paar Bilder vom gestrigen Abend – aufgenommen mit Anjas iPhone:

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Die Überraschung des Abends lieferte für mich dann wie gesagt der Grazer DJ und Musikvernetzer EmeeGrant: was als vergleichsweise harmloses Funk-Set beginn, morphte innerhalb der ersten Stunde zu einem fantastischen elektronischen Groove irgendwo zwischen Dub, Techno, Afro, Minimal und Intelligent House, der genau die richtige Mischung aus Anknüpfungs-Punkten und neuen Beats bot. Two thumbs up! EmeeGrant steht ab sofort auf meiner Watch-List.

Von Umverteilungsschwierigkeiten

Heute von 12:00 bis 14:00 Uhr trafen wir uns in der Grünen Akademie, um beim Workshop “Creative Commons and Collecting Societies” in der Grünen Akademie. Obwohl Paul Keller von CC Österreich aus gesundheitlichen Gründen absagen musste und mich die Nachwirkungen des Party-Abends noch einigermaßen im Griff hatten, entwickelte sich ein äußerst spanendes Gespräch.

Mit dabei waren neben Christian Schwanz aka CEE (der morgen Abend auch im Dom auflegt), Christoph Kummerer von Netvinyl.org/a> und Bernhard Hansbauer, Betreiber der Netzlabels Laridae und Bleak diverse Musik-Praktiker, und nach einer Stunde Diskussion wurde schnell klar: Schwein des Anstoßes ist jener Paragraph im AKM-Vertrag, der Musiker verpflichtet, *jedes* ihrer Stück anzumelden. Es ist rechtlich nicht möglich, einzelne Tracks von der AKM-Vertretung rauszunehmen (etwa zur Eigenverwertung). Dass die Collecting Societies in Österreich irgendwo im 19. Jahrhundert stecken geblieben sind und einer einigen Austropopper eine gemütliche Pension ermöglichen, ist eine Sache. Dass ein Großteil der “kleinen” Musiker in Radio-, Clublisten etc. gar nicht erfasst werden, und sozusagen unter dem Radar der pauschalisierten Abrechnung durchfliegen, eine andere – und zeigt, wie dringend man endlich auf die veränderte Situation reagieren müsste. (Und damit meine ich, dass Musik längst nicht primär auf Notenblättern vertrieben wird :mrgreen:)

Jenseits von Begehrlichkeiten der Major Labels lautet die zentrale Frage, wie ein Abrechnungssystem aussehen könnte, das endlich auch dem musikalischen “Longtail” zugute kommt. Mir persönlich gefällt Christophs Vorschlag, einen Teil der Gelder nicht direkt auszuzahlen, sondern in sinnvolle Infrastruktur-Förderung, die Musikern zugute kommt, ausgesprochen gut. Ebenfalls ein wichtiger Punkt in der Diskussion waren die “Limitationen” der Creative Commons Musterverträge: was “bringt” die CC Lizenz, was kann sie nicht leisten?

Selbstverständlich ist dieses Thema viel zu komplex, um innerhalb eines Workshops abgehandelt werden zu können. Und daher habe ich mich auch sehr über Rainer Praschaks Angebot, unsere “Was-wäre-wenn-Runde” im Mica in Wien fort zu setzen – idealerweise mit Vertretern der AKM/AUME. Denn dort scheinen manche Verantwortlich zu glauben, dass CC-Lizenzen sich als Nerd-Hobby einiger verstiegener Elektroniker abtun lassen. Aber sobald man ein paar Schritte zurücktritt und versucht, eine etwas weitere Perspektive zu gewinnen, wird eines ganz schnell klar: der (rechtliche) Umgang mit Kulturgütern war und ist von klar ökonomischen Interessen geprägt, und die kommen in erster Linie den Big Players (falls man diesen Begriff in .at überhaupt anwenden kann) zugute. Es ist höchste Zeit, ein Modell zu finden, dass die gesellschaftliche Dimension der Kulturproduktion ebenso berücksichtigt wie die Ansprüche und Wünsche des “kleinen” Musikers.

Ich freue mich jedenfalls auf die Fortsetzung des Workshops und auf Atom tm morgen Abend im Dom! An dieser Stelle noch ein ganz großes Kompliment an die Veranstalter: ihr habt ein fantastisches Festival mit großartiger Atmosphäre, spannenden Gästen und einem Spitzen-Line-Up aufgestellt: Respekt!

Dieses Wochenende: Elevate Festival in Graz

Elevate Festival 2008Der Vorfreude-Pegel steigt, denn am Mittwoch beginnt das Elevate Festival in und rund um den Grazer Schlossberg. Mein Festivalpass traf am Wochenende via Mail ein, ein beträchtlicher Teil des Programms ist allerdings völlig gratis zugänglich: das passt thematisch ganz hervorragend, denn im Fokus der Workshops und Diskussion steht in diesem Jahr das Thema “Creative Commons”. Dazu haben die Veranstalter ein umfangreiches Tagesprogramm konzipiert, der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Ich habe die Ehre und das Vergnügen, am Freitag um 12:00 Uhr das Workshop-Meeting-Hybrid Creative Commons and Collecting Societies zu moderieren. Paul Keller musste aus gesundheitlichen Gründen leider absagen, unsere illustre Runde besteht aus Rainer Praschak, Chrisan Schwanz aka CEE, Christoph Kummerer, Bernhard Hansbauer und meiner Wenigkeit. Zentraler Fokus ist “Konfliktmanagement” zwischen CC und GEMA/AKM/AUME:

Bei Verwertungsgesellschaften und Creative Commons handelt es sich im ersten Anschein um zwei sich widersprechende Modelle zum Schutz von geschaffenen (musikalischen) Werken.
Rechtliche Problematiken, technische Aspekte sowie eine beiderseitige nicht immer klar gelebte Praxis der eigenen Regeln und Richtlinien scheinen ein gemeinsames Entwickeln von Lösungsansätzen zu erschweren.
Für viele Musiker sind jedoch in beiden Modellen Aspekte vorhanden, die ihren Bedürfnissen und denen ihrer Hörer, Käufer und Fans entsprechen.
In diesem Meeting sollen nun mögliche Wege erschlossen werden, um eine Verbindung beider Formen in näherer Zukunft möglich zu machen.

Es gibt noch ein paar Plätze für Interessierte, die Teilnehmerzahl für die 90minütigen Veranstaltung ist allerdings limitiert. Wer Interesse hat, kann sich hier via Mail anmelden.

Durch den musikalischen Teil des Abends führen…

Senor Coconut
Senor Coconut

Der Falter präsentiert die mittwöchliche Eröffnung, bei der Silke Helfrich vom Commonsblog und Percy Schmeiser, alternativer Nobelpreisträger 2007, ins Thema einführen werden. Ab 21:30 beschallen Felix Kubin, die Fuck Buttons, Clara Moto, Mimu und Attention, Cosmonauts! den musikalischen Part des Abends. Der Donnerstag, präsentiert von der Kleinen Zeitung, beginnt mit einer Podiumsdiskussion zum Thema “Commons of the Mind”, u.a. mit Ronaldo Lemos, Kaitlin Thaney und Paul D. Miller aka DJ Spooky, der dann im Anschluss gemeinsam mit EmeeGrant den Dom beschallen wird. Alle Veranstaltungen am Mittwoch und Donnerstag sind frei zugänglich, der Festivalpasse für Freitag und Samstag kostet äußerst freundliche 34€ – dafür gibt’s ein Mörder-Line-Up auf drei Floors!

Freunde gerade noch hörbarer Bassfrequenzen freuen sich über den freitäglichen Auftritt von The Bug feat. Warrior Queen und MC Flowdan, in den Uhrturmkasematten geht’s mit Scorn, Pre, MoHa! und anderen psychedelisch-noisig zur Sache. Mein persönliches Highlight folgt am Samstag: Herr Atom tm aka Atom Heard aka Senor Coconut aka 10.000 andere Pseudonyme head-lined meine Lieblingslocation, den Dom im Berg, in den Kasematten werden sich die Break-Corer Mühe geben, den Schlossberg zum Einsturz zu bringen (aber keine Sorge, das wird nicht gelingen.) Den genauen Timetable sowie alle Artist-Bios findet man hier.

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Lenny Kravitz singt in Wien für Barack Obama

Lenny KravitzWo nimmt man einen Wahlkampfsong für Barrack Obama auf, wenn nicht im neuen Cosmix-Studio im 6. Wiener Gemeindebezirk? Dort trällerte das ex-rasta-haarige Rockidol nämlich am letzten Wochenende seinen Wahlkampfsong “Change” für Barrack Obama ins Mikro. In Österreich weilte Herr Kravitz wegen seines Auftritts am Nuke Festival in Sankt Pölten – dass er den .at-Gig auch gleich für die Recording Session nützen würde, erfuhren die Studiobetreiber Jürgen Haiden und Bernd Jungmair erst in letzter Minute – und zwar am Telefon. Aber für einen so populären Gast öffnet man die Studiotüren natürlich gerne am Wochenende!

Lenny Kravitz singt für Barrack Obama

Ob Fischöl wohl gut für die Stimme ist? Lenny Kravitz bestellte jedenfalls eine Portion Sushi und sang Change anschließend ganz locker ein, wie Bernd Jungmair berichtet: sozusagen das Gegenteil von Naomi Campbell in punkto Diven-Faktor. Jürgen Haiden freute sich über die würdige Einweihung des neuen Cosmix-Studios:

….mir zittern immer noch die Hände, und es ist wirklich wahr. Der Meister persönlich singt in diesen Minuten einen Song bei uns ein, und isst zwischendurch ein bissl Sushi. Eine würdige Rocklegende die unsere neue Regie C einweiht, mir fehlen ausnahmsweise die Worte….!

Lenny Kravitz im Creatix Studio

Lenny Kravitz im Creatix Studio

Breaking News: realtime generation festival

realtimegenerationDank außergewöhnlich guter Kontakte zur Presseabteilung der Neigungsgruppe Computeranimation darf datenschmutz schon heute abend, also jetzt – eben in Echtzeit – ein international computer animation festival ankündigen: von 4.-20. Juli zerrt realtime generation im quartier21 eine Subkultur ans grelle Sommerlicht des Museumsquartiers. Zusätzlich stehen Podiumsdiskussionen, ein Open Air Kino sowie Partys im Metalab, im werkzeugH und im Wirr am Programm.

Veranstaltet wird das Festival von dvision – dieselbe Crew, die uns auch schon zahlreiche großartige Demoscene-Meetings im werkzeugH beschert hat, also verwundert’s auch nicht weiter, dass Eintritt zu allen Veranstaltungen völlig gratis ist. Das detaillierte Programm gibt’s auf der überarbeiteten (imho ist das Facelifting sehr gut gelungen) Homepage von dvision. Aus dem offiziellen Pressetext (der morgen rausgeht, hehe):

Was sind “Demos” und die Demoscene?
Im Gegensatz zu gewöhnlichen Videoanimationen sind Demos audiovisuelle Filme in Echtzeit, sie werden Pixel für Pixel “live” berechnet. Demogruppen demonstrieren damit ihre Fähigkeit, besonders effektiven Code zu programmieren. Beruflich sind Mitglieder dieser Szene oft bei Spieleproduzenten oder Animationsstudios tätig, ihr Können ist auch in Hollywood gefragt. Entstanden ist die Demoscene in den 80ern aus ehemaligen Crackern, die den Kopierschutz von Spielen

Am besten also die erste Julihälfte gleich mal pixelig-rot anstreichen! Und bei der Celebrate the scene Party am 19. Juli um 22:00 Uhr im Wirr legt nach den Live-(Nerd)-Acts gaposlovakia-Kollega Meister-DJ Paul Raal auf.

Festivaltipp: Kufsteiner Transmissionen

transmissionfestival3 Tage langt steppt der Bär (der übrigens in der heimischen Mythologie als “Lichtbringer” galt, mittlerweile in Tirol nicht mehr ausgestorben ist sondern von Osten her langsam wieder einwandert… willkommen Meister Petz!) Anfang Juli quer durch die Festung Kufstein: denn diese wird sich in einen audiovisuellen Schauplatz der besonderen Art verwandeln, wie die Macher des Transmission Festivals versprechen. Das Neugeborene unter den Festivals feiert Premiere und will statt bloßem statt DJ-Dancefloor mit Visual-Leinwand ein europäisches Musik-, Kunst- und Multimediaevent sein. Die im Pressetexte genannten Headliner versprechen einiges – ich find’s nur unverständlich, dass Zeitgeist heutzutage als etwas Ablehnenswertes gilt. Und zielgruppenspezifisch ist plötzlich gut… hmm, verkehrte Welt. Ich mag ihn, den Gevatter Zeitgeist:

Die Künstler wurden zielgruppenspezifisch ausgewählt, keine jungen Sternchen, sondern anspruchsvolle, künstlerisch und politisch herausragende Vertreter der verschiedenen Szenen. Neben Attwenger, die mit ihrem Mix aus alpenländischen und elektronischen Sound, derzeit zum Besten gehören, was die österreichische Musikszene zu bieten hat, gastieren unter anderem die bekannten Sofa Surfers, die schottische Band Mogwai, die Kult-Band Russkaja, Cornelius aus Japan sowie die für ihre herausragende Show bekannten Spiritualized und Tindersticks aus England. Die Qualität von Musik und Visuals steht beim Programm an erster Stelle. Täglich gibt es bis zu 10 Stunden Live Musik – sorgfältig und auch dem Ambiente der Festung entsprechend ausgewählt, zeitgeistfrei und ohne aufgelegten Festivaleskapismus, dafür mit beeindruckenden Shows ausgewählter Vertreter von Weltmusik, Elektronik, Jazz, Indie, sowie VJ’s aus Dublin, Tokio, London, Rom und Wien.

Die Kufsteiner Festungsarena zeigt sich dank Überdachung Wasser-resistent; und dass Burgen immer eine heimelige Festival-Atmosphäre garantieren, wissen wir ja. Die Kunst ist allerdings quasi überall in Kufstein: an mehreren Orten gibt’s bewegte und unbewegte Bilder, mit denen alle Nicht-Wanderer die Tageslichtstunden zwischen den Konzerten überbrücken können. Eine andere Option wäre es, lange aufzubleiben und zu schlafen: Gelegenheit dazu bietet der “Ringe Club – Transmission after Dark” in der Kulturfabrik Kufstein und im Innotech, begeh- und -tanzbar jeweils nach Konzertende ab 23:30. Der Ticketpreis für alle drei Tage beträgt EUR 95,- genaueres über Location, Line-Up und die feinen Unterschiede zwischen verschiedenen Sorten von FestivalbesucherInnen kennt die Homepage.

Open-Air Festivalportal: I love Dirt

ilovedirtWer’s schmutzig mag, ist hier an der richtigen Adresse: I love dirt bietet allen Festivalfans den Komplettüberblick zum Sommer 2008. Draußen, dreckig und lautet, so das Motto der Schmutzliebhaber. Wer seiner Seite einen so schönen Namen verpasst, kommt um eine Vorstellung auf datenschmutz selbstverständlich nicht umhin. Grundlegende Survival-Infos finden Festival-Newbies in der FAQ, die Kern-Mission der Seite ist relativ schnell erklärt:

Wir sind ein neues Multimedia-Informationsportal für alle Liebhaber sommerlicher Open Air-Konzerte, die es am liebsten richtig dreckig mögen. Die Dirtlovers sind deine erste Anlaufstelle für die Vor- und Nachbearbeitung deines Festivalbesuchs. Tausche dich mit anderen Dirtlovers aus, bewerte Festivals und zeige uns deine Videos und Fotos!

Sehr gelungen finde ich die Profilpages der einzelnen Festivals: Facts and Figures, Line-Up und weiterführende Informationen zu Camping, Parken sowie der Timetable und meist auch der offizielle Flyer bieten alle essentiellen Facts im Überblick. Ein Bewertungssystem sowie ein wiki-artiger Teil, den jeder Besucher ohne Registrierung selbst bearbeiten darf und ein Musik-Player mit Tracks der jeweiligen Headliner runden das Multimedia-Angebot ab.

Schmutzige Finger kriegt man vom Rumsurfen allerdings nicht – und den strengen Geruch eines seit drei Tagen ungeduschten Festivalbesuchers fängt die Seite glücklicherweise auch nicht ein, dafür ist das Portfolio bereits kurz nach dem Launchs schon recht beeindruckend: knapp 100 Festivals umfasst die Datenbank derzeit. Die Auswahl erfolgt wahlweise nach Monat, Land oder Genre.

Lustige Idee, guter Name – und definitiv eine Marktlücke im deutschsprachigen Internet. Was mir weniger gefällt, ist die Tatsache, dass man im editierbaren Bereich keine Links anlegen kann (ich wollte auf meine Springeight Berichte verweisen); außerdem frag ich mich, ob ohne Registrierung bei zunehmender Userzahl die Übersicht gewahrt bleibt: hier wäre möglicherweise eine Threaded Forenansicht geeigneter. Obwohl: die Seite will ja dreckig sein… insofern: zwei Daumen hoch!

Springeight Fotos online

SpringeightfestivalHeute bin ich mal dazu gekommen, meine Springeight Fotos zu sortieren – das Video wird wohl noch ein Weilchen warten müssen… Schade, dass die Aufnahme von LK so übersteuert ist, aber das kann ich meiner 90-Euro Aldi-Kamera andererseits nun wirklich nicht verdenken. Das Teil sollte eigentlich Kult werden, sozusagen ein digitales Pendant zur Lomo – und auf jeden Fall mit ebenso hohem Hosentaschen-Tauglichkeitsfaktor. An dieser Stelle gibt’s jedenfalls erstmal meine Foto-Selection, wahlweise hier im Musik-Album oder auf FlickR. Das Festival hat jedenfalls Spaß gemacht – und auch wenn die kleinen Digicams in der Semi-Dunkelheit des Dancefloors nicht gerade überzeugende Resultate liefern: wer will schon am Floor mit einer SLR-Tasche shaken?

Springeight: Tag Numero 4

DJ Marky und Stamina MCDJ Marky und MC Stamina waren gestern Abend von eins bis drei für die Beschallung des Dom im Berg verantwortlich. Der Ausnahme-Turntablist aus Sao Paolo und sein kongenialer britischer Gesangs- und Rap-Partner lieferten eine Show ab, die für mich persönlich zu den absoluten Highlights des diesjährigen Festivals zählte. Dazu leisteten auch die elaborierten Visuals von Mox und Decollage.tv einen beträchtlichen Beitrag. Bushwacka trieb uns anschließend ganz schnell Richtung Postgarage, wo Hot Chip gerade recht konsequent den Club leerspielten – aber das ist eine andere Geschichte.

Unser Timing war gestern einfach perfekt: wir hörten genau nix mehr von Gilles “Dancefloor-Boredom” Peterson – als wir den Dom enterten, legte Marky gerade die erste Pladde auf den 1210er. Kein softes brasilianisches Intro, sondern brachiale Basslines gleich zu Beginn: Mister Marky vergeudete keine Zeit, und nach den ersten drei Brettern betrat Stamina die Bühne. Ab diesem Moment begann eine großartige Soundreise: wie wenige Plattendreher beherrscht Marky, der mit 13 seine DJ-Karriere begann, die Kunst der Set-Dramaturgie und das perfekte Wechselspiel von soft und hart, das gerade bei Drumandbass Sets unerlässlich ist für längerfristige Tanzmotivation. Seine schon damals sicken Scratch-Skills hat Marky, seit ich ihn vor drei Jahren das letzte Mal auflegen gehört hab, noch weiter verbessert – und setzte sie an mehreren Stellen gekonntest ein. Stamina MCs Kommentar dazu: “Your friends told you about him, you’ve seen him on youtube – he is *my* DJ!” Kein Wunder, dass bei so großartiger Mucke der altbekannte Zeitdilatationseffekt eintrat: nach subjektiv gefühlten 30 Minuten waren die zwei Stunden um; “LK”, Megahit und Signature-Tune des Duos, folgte als vorletzte Nummer. Alles in allem: grandios! Außerdem möchte ich unbedingt wissen, wie dieses Dubplate heißt, bei dem eine Frauenstimme singt “Shorty, what’s your dream deep down?” Falls irgendjemand diese Nummer kennt, bitte ich um einen Hinweis – der Track ist der Liquid-Burner schlechthin…

Ach ja, noch ein Wörtlein zu den Visuals: das Setup im Dom besteht aus drei Leinwänden (Mitte, links, rechts), die auch unabhängig bespielt werden können. Während mich die bewegten Pixel am Freitag gar nicht vom Hocker rissen (dafür aber Robert Owens), war ich gestern ziemlich begeistert und der äußerst abwechslungsreichen Melange aus Fotos, Videos und Typo-Spielereien – sehr anregender visueller Input, bravo!

Dass Bushwacka dieses Set nicht würde toppen können, hatte ich bereits vermutet. Allerdings brauchte er nur zweieinhalb (grauslich mittenübersteuerte) Nu Rave Breakbeat Tracks, um uns ganz schnell Richtung Postgarage zu scheuchen. Als wir dort ankamen, schien alles gut: der Hot Chip DJ spielte gerade gemütlichen Old School DnB – aber nur drei Tracks lang. Dann wurde es ungewollt kuschelig, und eine Menge Folks, die gerne ihre Beinchen geschwungen hätten, beschlossen in Ermangelung von Couches, den Club zu verlassen. Uns hielt die Hoffnung auf feine Acid Breaks von Luke Vibert vor Ort, die war allerdings nach einer Stunde restlos aufgebraucht; und als Wagon Christ, der um 3:30 hätte beginnen sollen, um 4:45 noch immer nicht hinter den Turntables stand und alles darauf hindeutete, dass Mr. Hot Chip demnächst beginnen würde, seine Bob Marley Sammlung auszupacken, beschlossen wir einen, den Vibert einen guten Mann sein zu lassen und machten uns auf den Heimweg.

Fazit: Marky machte den letzten Abend des Festivals zu einem Highlight. Im Großen und Ganzen hat mit das diesjährige Spring großen Spaß gemacht, und das Line-Up war motivierend genug, um viermal hintereinander bis in die frühen Morgenstunden zu tanzen. Weniger gelungen fand ich in Einzelfällen die zeitlichen Programmierung: das eine oder andere Mal war’s gerade zur “Haupt-Tanzzeit” 2 bis 4 einfach zu hatschert, ruhig und elegisch – wobei man allerdings, und das ist ja eine der Hauptstärken des Spring, bei derart vielen Locations immer recht problemlos eine Ausweichmöglichkeit findet. Der Festivalbus ist dazu nicht unbedingt erforderlich, denn in Graz liegt definitiv alles in Gehweite :mrgreen:

In diesem Sinne also herzlichen Dank ans Spring-Team für vier lässige Tage in der Murmetropole; wenn ich wieder zurück in Wien bin, werd ich ein kleines Video aus meinen Schnippselchen zusammenschneiden.

Der dritte Springeight Tag

Eines haben Elektronik-Festival mit Skikursen auf jeden Fall gemeinsam: am dritten Tag folgt unausweichlich ein leichter konditioneller Einbruch. Da kam’s ganz gelegen, dass gestern im Dom relaxter und deeper klassischer Chicago-House am Programm stand. Die Überraschung des Abends lieferte dabei Robert “The House of Voice” Owens, der nach seinem Live-Auftritt die Crowd mit einem großartigen, energetischen Set in verleichsweise ekstatische Bewegung versetzte. Aus essens- und chilltechnischen Gründen mussten wir Senor Coconut, der das Orpheum bereits um 21 Uhr beehrte, allerdings leider auslassen.

Clemens Neufeld begann mit einem recht netten Warm-Up Set, in dessen letztem Drittel dann auch einige Floorsmasher folgten. Danach war allerdings eine Stunde Tanzextase-Pause angesagt, denn bei Robert Owen’s Live-Auftritt ging’s ein paar Ecken ruhiger zu. Das Live-Konzert selbst fand ich ganz großartig – man muss Owens ja fast mal live singen hören, um sich vorstellen zu können, wie wenig Studio-Wizardry bei seinen Stimm-Parts erforderlich ist. Top war auch der Perkussionist, der später noch das folgende Set mit eleganten Trommelwirbeln aufpeppte. Als vorletzte Nummer folgte dann noch “I don’t make you happy” und ich war mit der Housewelt restlos versöhnt.

Eigentlich hatte ich ja vermutet, dass Owens beim Plattendrehen auch eher der soften Spielart frönen würde, but no: die stimmgewaltige Ikone kann mit Vinyl genauso gut umgehen wie mit Stimme: ein Chikago-Klassiker (Remix) folgte auf den nächsten, Miami-Bass Einlagen und uralt-Parts (“Today we gonna take you back to 1985 – just as if house music was stille alive.”) wurden gekonnt mit ruhigeren Synthie-Flächen gewechselt: jeder Drop ein Volltreffer, sozusagen. Also mehr als ein würdiger Opener für Grandmaster Larry Heard, der dann gegen halb drei die Kontrolle über die 1210er übernahm. Mr. Fingers gilt ja nicht grundlos als einer der Housemusik Grand-Seigneurs – und seit Set fand ich erwartungsgemäß ganz hervorragend: wenig bis gar keine Effekthascherei, stattdessen perfektionistisch gemixte, deepe Housetracks – rolling Sound, der allerdings beim Publikum nicht so recht anzukommen schien: entweder lag’s am besagten Konditionstief oder daran, dass alle unbedingt die Whignomy Bros und Josh Wink in der Postgarage hören wollten: jedenfalls war der Dom um halb vier höchstens noch zu einem Drittel gefüllt; ich hab die Postgarage gestern ausgelassen und mich nach Larry auf den Nachhauseweg gemacht. Einzig die Visuals hinkten gestern im Dom ein wenig… die simplen, Winamp-Visual ähnlichen geographischen Konstrukte von Lichtarbeit ohne jegliche originelle Elemente fielen weiter hinter die Qualität der Musik zurück – aber ich war ja nicht zum Gucken, sondern zum Hören im Dom, und in dieser Hinsicht war’s für mich ein sehr gelungener Festivaltag.

War jemand aus der verehrtnen LeserInnenschaft gestern in der Postgarage bzw. vorher im Orpheum? Würd mich interessieren, was Josh Wink so getrieben hat. Und heute? Egal ob’s regnet oder nicht, am späteren Nachmittag werden erstmal ein paar monströse steirische T-Bone Steaks über glühende Kohlen gejagt, und anschließend geht’s erstmals ins PPC zu Kid Blue, Hannah Holland und MC Chickaboo, danach dann weiter in den Dom zu Marky + Stamina. (Aber bloß nicht zu früh. Ein voller Bauch studiert nicht nur nicht gern, er bleibt auch ungern wach, wenn Gilles Peterson auflegt.) Je nach Quecksilberstand des Partythermometers werden wir das Springeight dann entweder mit Mr. C im Dom oder mit Herrn Luke Vibert in der Postgarage ausklingen lassen.

Springeight: Day One

Robyn @ KasemattenBeim Auftakt zum diesjährigen Springfestival hatte Petrus ein Einsehen: die Open Air Kick-Off Party in den Kasematten blieb vom Regen verschont – statt fetter Tropfen stellten sich phatte Beats en masse ein. T-Mobile, Hauptsponsor des Opening-Events, dürfte zufrieden sein: motivierte Musikanten und eine feierwillige Partycrowd über den Dächern von Graz – das Opening Concert war ein würdiger Auftakt for things to come. Die charmante Schwedin Robyn sollte eigentlich um drei Uhr früh auf Technoparties auftreten – mit Doppelschlagzeug-Besetzung und beeindruckender Stimmenergie lieferte sie eine sympathische Interpretation von Post-Pop-Electro ab, die etliche Beinpaar in Bewegung versetzte.

Danach folgte meine persönliche Überraschung des Abends: ich hab Roni Size nämlich noch nie mit seiner Band Reprazent live gehört. Kurz gesagt: triple wow. Vor allem der unglaublich präzise und schnelle Drummer und der Bassist rangen wohl so ziemlich jedem Breakbeat-Afficionado Bewunderung ab. Von Roisin Murphy hab ich aufgrund eines zwischenzeitlichen Ausflugs in die Homebase nur die letzten zwei Nummern mitbekommen – ebenfalls sehr solides und grooviges Handwerk. So richtig mies fand ich den Hauptact The Streets: klar mag ich (wer nicht?) seine ersten beiden Alben, aber diese Playback-Performance mit pubertären Stimm- und Showeinlagen kann Mike Skinner meinetwegen im Seniorenclub aufführen… außerdem fand ich die dauerenden Drogen-Zwischenansagen (Gimme some cocain. Gimme some LSD. Gimme some extasy. No, seriously. I want drugs.) sowas von deplatziert und kindisch… da hätt ich mir weit mehr erwartet – und bin dann auch frühzeitig in den Dom im Berg runter spaziert.

robynBtw: danke am T-Mobile (für’s nächste Eletronic Beats wird’s auf datenschmutz ein paar Karten zu gewinnen geben) für die Einladung und die Übernachtung im Weitzer – sehr nettes Hotel, wobei ich allerdings vergleichsweise wenig Zeit am Zimmer verbracht habe: denn nach den Kasematten ging’s wie erwähnt weiter in den Dom, der sich ab 12 ziemlich schnell füllte. Tanzen mitten im Berg, das ist wohl ziemlich einzigartig. marfloW sorgte für einen vergleichsweise gemütlichen Start, Punks Jump Up rissen mich mit ihren quick’n’dirty Remixes nicht gerade vom Hocker – aber Busy P brachte dann gemeinsam mit Mehdi, der übrigens voriges Jahr im WUK bei der gap 10-Jahresfeier die ehrenvolle Pflicht des Hauptact-Seins übernahm, ziemlichen Schwung in die Hütte. Brodinski hab ich dann nicht mehr gehört, weil ich von der Drumandbass-Sause im PPC noch was mitbekommen wollte.

Als ich gegen halb vier dort den Floor enterte, war gerade Liquid-Legende Fabio am Werken – und zwar mit heftiger MC-Action von LowQui, SP:MC und Rage. War eine Zeit lang recht nett, aber relativ bald wurde mir die Wort-pro-Sekunde-Dichte geringfügig zu hoch. Nach der ersten halben Stunde von Bryan G machte ich mich auf den Heimweg – schließlich folgt mein Highlight heute Abend: in der Postgarage techno-re-tisieren Arabian Prince aka Prof. X, den ich gestern auch schon bei der Opening Party getroffen habe, gefolgt von Egyptian Lover und Jamie Jupiter, fürs Grande Finale um vier Uhr ist Juan “Magic” Atkins zuständig, dessen RB Music Academy Lecture heute Nachmittag um vier stattfindet; vielleicht geht sich ja sogar ein Interview aus. Jedenfalls ein gelungener Auftakt – schöneres Wetter steht noch ganz oben auf der Wunschliste für den Rest des Festivals, zum Vor-Chillen im Stadtpark (heute mit Simon LeBon) ist’s momentan fast zu kühl. Generell kann ich nach zwei Jahren Spring-Pause bisher nur eine alten Wicki-Spruch zitieren: ich bin entzückt!

Springeight-Overview: Nur mehr 2 Tage!

spring2008Und dabei ist doch in Kürze Sommerbeginn! Aber hier ist ja auch nicht die Rede vom Frühling, sondern vom Festival: genau genommen von meinem Lieblings-Elektronik-Festival südlich des Weißwurstäquators. Einen Fotopass hab ich auch, mit anderen Worten: mit ein paar Schnappschüssen muss gerechnet werden, und vielleicht sogar dem einen oder anderen Audio-Interview. Vorgestern hab ich noch eine Einladung zur Electronic Beats Party von T-Mobile bekommen, die schon am Mittwoch Nachmittag im Aiola am Schlossberg (mein Lieblingslokal in Graz) beginnt – also wird die Pilgerfahrt gen Rave-Culture wohl bereits am Mittwoch in der Früh beginnen.

Als Stammbesucher des Grazer springfestival habe ich die ersten fünf Auflagen miterleben und musste dann aus Termingründen zwei Jahre pausieren – umso größer ist die Vorfreude drauf, nächste Woche mal endlich wieder im Dom im Berg abzurocken, der genialsten Location, in der in Österreich je legale Parties gefeiert wurden. Man stelle sich einen großen Quader (Einen sehr großen Quader. Er bietet immerhin Platz für weit über 1.000 Tänzer.) vor, der einfach mitten in den Grazer Schlossberg reingesprengt wurde: meterdicke, massive Naturfelswände, dazu eine phatte Anlagen und ein talentierter Tontechniker, und jeder Raver ist im siebten Soundhimmel. Der Dom ist allerdings “nur” die Hauptlocation, ingesamt verteilt sich die Feierei auf mehrere Venues, darunter auch PPC und Postgarage.

springBegonnen hat das Spring-Festival, wie jedes ambitionierte Musik-Event, vergleichsweise klein – eine Riesen-Veranstaltung á la Sonar wird aber glücklicherweise nie draus werden, denn die Locations begrenzen die Zuseherzahl, und das ist eine der Hauptstärken des Festivals. Einige der Vorjahres-Highlights sind bei play.fm als komplette Streams verfügbar, außerdem ist die hübsch gesaltete Videogallerie mittlerweile auf ganz beachtlichen Umfang angewachsen. Ebenfalls einzigartig in Österreich: die Partys verteilen sich über die gesamte Innenstadt, abendlicher Party-Tourismus ist quasi ein Muss. Vielen Elektronik-Connaisseuren gilt der Event mittlerweile als Highlight der Partysaison – kein Wunder, wenn man einen Blick auf das diesjährige Artist Line-Up wirft. Neu in diesem Jahr: die Veranstalter haben mit dem Londoner End, dem ich kürzlich beim London-Ausflug mit Tom erstmals einen Besuch abgestattet hab, eine Partnerschaft abgeschlossen:

This is another step towards the springfestival’s further expansion providing sophisticated clubnights to an international crowd. The End will take over the whole Dom im Berg – the festival’s main venue – on Saturday 24th May, with a lineup that represents the club’s wide musical spectrum of some of the world’s finest DJs holding residencies at The End.

Ein unvergessliche Party war übrigens die Brazil-Night beim Springfive. Stamina MC und DJ Marky sind das dynamischste Drumandbass-Duo, das ich jemals gehört hab… glücklicherweise mehrmals, und ich freu mich schon mächtig auf die diesjährige Brazil-Session: check this one out:

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Ebenfalls bereits “Tradition” beim Spring ist das Tagesprogramm mit zahlreichen Workshops der Red Bull Music Academy, Lesungen und Vorträgen, Symposien und – neu in diesem Jahr – einer Videoausstellung im Museum für Moderne Kunst. Eine Aufzählung aller Programmpunkte würde den Rahmen dieses Artikel sprengen – die vollständige Übersicht gibt’s auf der Homepage. Mein vorläufiger Partyplaner sieht folgendermaßen aus: am Mittwoch werd ich mir Streets und Roni Size beim Electronic Beats Opening in den Kasematten anhören und vielleicht in der Früh dann noch zu marfloW & Co. in den Dom rüberschauen. (Bereits hier tritt der erste Interessenskonflikt auf: Fabio, D-Bridge, Bryan G *und* Artificial Intelligence spielen mit den MCs LowQui, SP:MC und Rage im PPC).

Am Donnerstag wird’s mich wohl wieder in den Dom verschlagen, XRS spielt gemeinsam mit Drumagick live – der Mann ist ein Qualitätsgarant, außerdem sind die ebenfalls brasilianischen Plattendreher Bungle und DJ Edgar am Start, zweiteren hab ich noch nie gehört. Allerdings werd ich dann wohl relativ früh abreisen müssen, denn: in der Postgarage spielen neben Arabian Prince aka Professor X, Egyptian Love & Jamie Jupiter auch… the Man!!! The one and only Godfather of Techno and House – Mr. Juan Atkins! Ich hab sein Set nach der Wiener Loveparade im Jahr 2000 im Flex gehört – der Mann versteht sein Handwerk wie wenige. Ich vermut mal stark, das wird mein persönliches Highlight – mal gucken, ob sich die Vice Party im Arcadium dann noch ausgeht.

Am Freitag werd ich mir im Orpheum den lang gehegten Wunsch, Senor Coconut and his Orchestra mal live auftreten zu sehen, erfüllen – und später dann zum Chicago House Special mit Robert Owens und Larry Heard aka Mr. Fingers in den Dom rüberwandern. Der Samstag wird dann nochmal richtig anstrengend – da braucht man ja fast schon Projektmanagement-Software für die Koordination der Timetables. Den Dom rocken Marky, Stamina, Gilles Pterson, Bushwacka und Mr. C, im PPC sind die Dub Pistols, Atomic Hooligan, Hannah Holland, MC Chickaboo, Trevor Loveys, Baobinga und Kid Blue zugange, in der Postgarage zelebrieren Luke Vibert (aka Wagon Christ), Hot Chip und Deadelus elektronische Klänge, während im Arcadium Temper D, The Sec und The Dying Punks Drumandbass hochleben lassen.

*Achtung*: das ist nur ein kleiner Ausschnitt des Programms. Daneben gibt’s weitere Locations, Second Floors, Afterpartys, Vorträge… einfach hier reinschauen. Ansonsten sehen wir uns am Springeight – lookin’ forward!


Fotocredits: Alle Bilder von Springfestival.at.

Transmission Festival 2008: Einladung zur PK

Im Wiener rhiz präsentieren die Organisatoren am Dienstag Line-Up und Konzept von transmission 08. Über die Bühne geht das dreitägige Festival von 4.-6. Juli inmitten der prächtigen Kufsteiner Bergkulisse.

transmissionIch werde der PK notgedrungen fernbleiben müssen, da zugleich das Symposion Mobile TV der Telekom Austria mit einigen sehr spannenden Vorträgen stattfindet; wer am Dienstag Zeit hat, kann sich schon mal einen Vorgeschmack holen auf das grandiose Line-Up: die Tindersticks, die Sofa Surfers, Mogwai, Talvin Singh, Cornelius, Efterklang und viele weitere Acts werden drei Tage lang die Festung Kufstein in ein Partyareal mit weitem stilistischem Horizont verwandeln. Ausführlichere Infos zum Festival findet man auf der Homepage, ab Dienstag gibt’s dort auch die vollständige Pressemappe. Ach ja – neben der akustischen Stärkung gibt’s in Anschluss auch eine leibliche:

Nach dem offiziellen Teil sind Sie herzlich eingeladen mit den Vertretern von transmission bei Freigetränken und Buffet informelle Kontakte zu knüpfen.

bruit netlabel.nacht in Graz

bruitSchnell nochmal abfeiern vor Weihnachten? Wer heute Abend in der steirischen Metropole weilt, dem kann ein Besuch der bruit Netlabel-Nacht trotz tiefer Temperaturen nur wärmstens empfohlen werden. Gegründet wurde das Online-Label für freie Musik von Gert Brantner und Dr. Nachtstrom, hier am Blog habe ich schon mehrmals über die hochinteressante Selection geschrieben.

Die Labelnight findet im Rahmen des Interpenetration Festivals statt, Veranstaltungsort ist das Forum Stadtpark Graz (malerisch gelegen mitten im Grazer Stadtpark), genauer gesagt dessen Keller, am Programm steht einerseits die Präsentation des demnächst bei bruit erscheinenden Releases “Tempelhof / Graz. A Virtual Journey” von TV-Victor (Berlin, Tresor Rec.) und die folgenden Liveacts:

  • Herwig Holzman (aka Photophob, laridae)
  • Kabelton (Houseverbot Rec.)
  • Tomoroh Hidari (Isolate Rec.)

Die Turntables bedienen She-Ra, Dr. Nachtstrom und v93r, um 21 Uhr geht die Sause Los und – der Eintritt ist gratis, also gibt’s auch keine Freikarten zu gewinnen :mrgreen:

24/7 im Vernis Magazin

247Eine nicht näher genannt werden sollen- und wollende Musikjournalistenkollegin hatte die unvorstellbare Ehre, für die kürzlich erschienene 4. Ausgabe des modischen Vernis Magazins ein Interview einem der mysteriösesten Produzentenkollektive aller Zeiten zu führen. datenschmutz erhielt von mindestens 52% der wahlberechtigten Lizenz-Leistungsempfänger gegen eine nicht näher bezifferte Summe die exklusive Erlaubnis zum Online-Abdruck.

In dem mysteriösen, sehr bild- und wenig textlastigen Magazin geht’s um “Art, Fashion and Music” – in der roten Bar des Volkstheaters fand vorige Woche die Präsentation statt, durchwegs bei gemäßigter Lautstärke. Aber darum geht’s hier gar nicht, sondern um ein Produzentenkollektiv, das seit den frühen 30er Jahren die elektronische (bzw. damals noch elektrische) Musikszene unsicher macht(e) – zumindest einigen der MitgliederInnen wird extraterrestrischer Ursprung vorgeworfen. Andere Gerüchte besagen, dass Atom Heart, The KLF und syncmode durch Zellteilung aus einer organischen Kabelummantelung des ersten 24/7 Analog-Samplers entstanden sind. Mit Sicherheit wissen wir nur, dass A Guy called Geralds legendäres “Dark Secret Technologies” Album mindestens zwei Patchkabel aus 24/7s Beständen für das finale Mastering benutzte.

Nach jahrzehntelanger Release-Pause treten the 24/7 aus dem gleißenden Licht des Underground erneut in den Schatten der internationalen Popwelt. Ihre Tracks tragen Titel wie “Evil Giraffe”, “Cosmic Bottle”, “Non-Corporate Identity” oder “Rokkoko Robot” – ihren Sound bezeichnen sie mangels Alternativen als ” Live Electronics / Christian Rap / New Wave” oder “Advanced Psychoshopping Music”. Wer das Nachfolgende nicht lesen will, muss hören – denn über Architektur tanzen ist bekanntlich dasselbe wie über Texte musizieren. Oder so. Hörproben:
http://www.myspace.com/the2

Interview mit the 24/7

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?: Der vierundzwanzigsiebte Raum?

the 24/7: Die bislang avanciertesten Technik, um Produzenten zu trainieren. Ausschließlich mündlich und über Körperflüssigkeiten weitergegeben in einem geheimen Kloster in Südtibet. An die unmenschlichen Anstrengungen, die wir auf uns nehmen mussten, um Kammer #4 – “Advanced psycho shopping musicâ„¢”, können wir uns immer noch lebhaft erinnern.

?: Auf Ihrem Myspace profil passen Ihre aufgeführten Einflüsse in kein Schema. Warum? Warum nicht?

!: Um genau zu sein: Missbrauch, Snaredrums und Tee sind unsere Haupteinflüsse. Man kann keinen stringenten Stiel durchbiegen, wenn dauernd irgendwelche Persönlichkeitsfragmente darüber streiten, ob blonde oder schwarzhaarige Basslines hotter sind. Manche können sich Anwälte leisten, andere schicken nach Feierabend ihre Schlägerfreunde aus der Matrosenkneipe vorbei und lassen alles kurz und klein hauen. Wie soll man da im Nachhinein noch jemals feststellen, wer so etwas wie die Oberhoheit über so etwas wie ein Arrangement hatte? Alles kann passieren, alles muss passieren, nichts darf nicht passieren, kurz gesagt. Das Ergebnis ist aber stets eine komplexe Mischung aus unverortbaren Einflüssen und der gängigen Rechtssprechungspraxis des jeweiligen Landes.

?: Was geschah damals mit the24seven?

!: Wir alle leiden unter einer ganz speziellen Art von Persönlichkeitsstörung. Während die eine Hälfte/der eine Teil des Duos versucht, sich selbst zu einem singulären Bassisten zu lobotomisieren, wurden die anderen Teile im Lauf der Jahre vollständig entrückt. Ein Teil von the24seven ist noch immer in jener magischen Lampe in einem Kloster in Tibet eingeschlossen, an der kein Mönch jemals seine Kutte reiben wird, doch die andere Hälfte hat sich aufgemacht, die musikalischen Schätze dieser Welt zu erobern. 90 Jahre harte Schulung bei einer jungfräulichen Äbtin reichten aus, um tief in die Geheimnisse des Christian Rap einzutauchen. Vor kurzem hielten the24seven ein Meeting in der Betty Fnord Klinik ab, wo sich alle derzeit frei verfügbaren Persönlichkeitsmomente für einen unmessbar kurzen Augenblick zusammentaten, um die unterschätzteste New Wave Band der Welt zu binden. Einen Augenblick lang wurde das Ergebnis auf jedem Digital Culture Festival des bekannten Universums ausgestellt. Gestern allerdings wurde die Fortführung des Plans effektiv von zwei mächtigen Persönlichkeitsfragmenten, deren genaue Identität im Dunkel liegt, die allerdings 51% der Anteile halten, zunichte gemacht.
Unwiederherrettbare Opfer wollten gebracht, unvorstellbare Anstrengungen auf sich selbst genommen werden, um dem Teufel die Seele zweier Anwälte vor der Vertragslaufzeit zurückzugeben, obwohl die Garantiefrist bereits abgelaufen war. Das Ergebnis lässt nicht nur den Interviews unbefriedigt zurück, sondern zieht seine tropfnasse Spur jeden Tag weiter ein Stück in eine dominierte Zukunft. Auf wessen Geheiß? fragt der Florist.

?: Töne erschweren alles, wie kann der Produzent von heute überhaupt ein Liedchen beenden?

!: Das ist eher eine… wer zum Teufel bist du eigentlich… zum Beispiel war the24seven letzten Samstag im Studio, um neues Material aufzunehmen. Zwei Drittel des Duos waren begeistern und bereit, auf alles reinzukippen um diese elenden Psycho Shopping Musicâ„¢ Ohrwürmer wieder los zu werden. Die verbleibenden zwei Fünftel stecken ihren Kopf eine Einkaufstasche voller Patchkabel und entzogen damit dem produktiven Teil des Duos die so dringend notwendige Atemluft. So gut wie alle Tracks wurden geteert, gefedert und anschließend gevierteilt – eine einzige Nummer konnte unter den schwelenden Resten des Scheiterhaufens mehr oder weniger unversehrt und gegen ihren Willen gerettet werden. An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an die Freiwillige Feuerwehr von Mistelbach!

?: O.K.? … was?

!: Mischen Sie uns bitte nicht mit den Getränken, die Wasser enthalten!

?: Was über die Zukunft von the24seven?

!: Also erstmal möchten wir alle wieder raus aus der Klinik und ein wenig auf den geraden Weg zurück – zum ersten Mal. Viele Nummern werden folgen, veröffentlichte, unveröffentlichte, wiederveröffentlichte… wir befürchten massive Feedbackschleifen sowohl von Club-PAs als auch Publiken rund um die Welt.

?: Auf der neuesten Louie Austen EP haben Sie einen der Produzenten gutgeschrieben. Oder?

!: Jein und ja. Alle von uns und ganz besonders jeder einzelnen hatte keinerlei Kontrolle darüber, was in den einzelnen Phasen des Projekts geschah. Die anderen verklagten uns… wir klagten zurück… und plötzlich war der Track draußen. Irgendwie mögen wir alle ihn, er erinnert uns an knack-blaue Minz-Erdbeerdrinks in viel zu exklusiven Schweizer Chalet-Clübs.

25. Oktober: Big Brother Awards 2007

Big Brother AwardsDie Big Brother Awards haben sich in den letzten Jahren als feste Größe am österreichischen Datensammelhimmel etabliert: nicht etwa bloß dank des Einsatzes der Initiatoren, sondern auch und nicht zuletzt, weil die Datensammel-Problematik langsam ihr Schattendasein beendet und im Kontext von Terrorismusangst und Kontrollwut langsam in den Lichtkegel des öffentlichen Bewusstseins tritt. Diesjähriges Motto: Laust da jemand?

Und genau dort gehört das Thema auch hin: denn die neue Welt der Informationsgesellschaft ist per se weder schön noch grässlich, denn die Spielregeln legen wir selbst fest: aber wo Entwicklungen so rasend schnell passieren wie im Netz und Begehrlichkeiten gerne das Radar unterlaufen, da droht die fallweise recht träge demokratische Meinungsbildung von der normativen Kraft des Faktischen überrundet zu werden – und genau dagegen richten sich die BBA.

Als vor 9 Jahren die q/uintessenz die BBA ins Leben rief, da fragten einige meiner Bekannten, als ich Ihnen von der geplanten Veranstaltung erzählte: “Warum gibt’s einen Event zu deutschem Reality-TV in Österreich?” Der Bekanntheitsgrad der Veranstaltung, deren Namen sich von George Orwells “Big Brother” aus 1984 ableitet, ist beträchtlich gewachsen. In der Hall of Shame finden sich zahlreiche Lowlights aus den letzten Jahren: so wurde im ersten Jahr der KSV mit einem Preis bedacht, 2001 erhielt unter anderen Peter Wesenthaler eine Riesenkakerlake, im Jahr darauf war die damalige BM Elisabeth Gehrer an der Reihe.

Die Homepage listet alle Nominierten, das Rennen bleibt spannend, denn abstimmen für die Kategorie Volkswahl kann man bis zum 25. Oktober um 12:00 Uhr. Um 20:00 Uhr gehen die Awards dann im Rabenhoft Theater über die Bühne. Die Veranstaltung wird übrigens auch live nach Graz zum Elevate Festival gestreamt (open space in der Grünen Akademie):

In Kooperation mit dem Verein q/uintessenz und dem Rabenhof Theater überträgt das Elevate Festival die Big Brother Awards erstmals live im Internet. Im Open Space in der Grünen Akademie kann mensch sich das Spektakel in geselliger Runde auf Leinwand gebeamt ansehen.

Zur Einstimmung ein Best-Of Video der Big Brother Awards 2006:

YouTube Preview Image

Electronic Beats Compilation: Die GewinnerInnen

ebDie Verlosung der Electronic Beats Compilation endete heute – datenschmutz gratuliert den drei GewinnerInnen! Trotz vergleichsweise hoher Beteiligung stehen die Gewinnchancen für datenschmutz-Zocker immer noch extrem gut. Vorwarnung: demnächst gibt’s an dieser Stelle 3 Stück von Rodney Hunters brandneuem Streich frisch aus dem Studio!

Die Lose lagen im Hut, die Leiterin der Abteilung datenschmutz-Glücksfeen hat ordentlich zugelangt und gnadenlos Gewinner für Gewinner gezogen. Jeweils 1 Electronic Beats Compilations Vol. 1 geht an: wortgefecht, Michael Kamleitner und Dani.

goldi und lowquiHerzlichen Glückwunsch den GewinnerInnen! Die Verständigungs E-Mails sind draußen, sobald ich eure Real-Life Adressen habe, schick ich sie weiter an conzept Stockwerk. In den nächsten Tagen macht sich dann die Compilation in eurem Postkasterl breit. Falls es diesmal nicht geklappt hat, dann eben beim nächsten Gewinnspiel, denn selbiges kommt bestimmt sehr bald. Diesmal waren die Chancen fast 1:20, da kann die staatliche Lotterie eindeutig nicht mithalten :-) Wer kein Gewinnspiel verpassen möchte (ab sofort gibt’s pro Monat *mindestens* 1 Stück dieser Gattung), die/der abonniert am besten den datenschmutz RSS Feed. Das geht auch via E-Mail, siehe rechts in der Seitenleiste.

Ich hab die Pladde bei der Release-Party am vergangenen Freitag bekommen – DJ Beware hat seine Selection souverän präsentiert. Meine Highlights aus dem Tracklisting:

Architecture In Helsinki – Heart It Races
Dragonette – I Get Around
Tolcha vs. Soom T – Send dem Kids to War (Eva Be Rmx) (ROCKT!!!)
Stereotyp feat. Coppa – East West
Modeselektor feat. Thom Yorke – The White Flash

Anmerkungen zum Festival

Am Samstag ging das Festival über die Bühne der Halle E im Museumsquartier – ich kam Barcamp-bedingt relativ spät hin und hab daher leider den Live-Auftritt von Trentemoeller samt Band verpasst – soll recht spritzig gewesen sein. Koze bot keine Überraschungen, in erster Linie wollte ich Goldie hören, und der war wirklich keine Enttäuschung, zumindest von der Selection her. MC Lowqui allerdings schaffte es selbst auf einer ansonsten perfekt eingestellten Anlage das Mikro regelmäßig zum Übersteuern zu bringen – schade. Die Too Many DJs wurden ihrem Mashup-Ruf durchwegs gerecht.

Mit den Fotorechten nimmt’s T-Mobile übrigens anscheinend sehr genau: ich musste beim Abholen des Fotopasses ein Verträglein unterschreiben, in dem unter anderem steht, dass ich meine Fotos höchstens drei Monate lange verwenden darf, und das einzig und allein zu Promotion-Zwecken. Die Sinnhaftigkeit dieses Passus erschließt sich mir im Kontext mit digitalen Medien nicht ganz – ich dachte schon, über’s “Foto rauben Seele” wären wir inzwischen hinaus. Aber das war auch schon der einzige Kritikpunkt… Im Übrigen tut Wien ein wenig Genrevermischung durchaus gut, bleiben die einzelnen “Szenen” hierzulande doch sonst eh das ganze Jahr weitgehend unter sich. Mich wundert’s allerdings, dass T-Mobile, die für das Festival ohnehin recht viel Geld in die Hand nehmen, nicht gleich alle Karten gratis hergibt, zum Beispiel via Verlosung über die eigene und einige andere Homepages… den Mehrkosten von 25.000 Euro (ich schätz mal, dass von den 1.400 Gäste rund 1.000 gezahlt haben) stünde ein nahezu unbezahlbarer Word-of-Mouth und Viralmarketing-Effekt gegenüber.

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