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Artikel-Schlagworte: „FlickR“

Blogistan Panoptikum KW49 2009

Jedes Jahr eine erneute Enttäuschung: kein Krampustreiben in Wien! Dafür bloß "überteuerter Glühwein auf überfüllten Weihnachtsmärkten" (=Klischeesatz der vorjährigen Wintersaison), ausbleibendes Schneetreiben und erbitterte Jagd auf originelle Geschenke. Möchten Sie dem ganzen Wahn entfliehen, dann lehnen Sie sich entspannt zurück: datenschmutz und Linzerschnitte blicken garantiert nicht auf den 24, sondern sieben Tage zurück - denn trotz der fallenden Außentemperaturen brodelt die Blogosphäre wie eh und je.

Die perfekte Facebook-Fanpage

ritchie aka datadirt Social Media Anleitungen für Firmen und Brands kursieren in großer Zahl, in den meisten Fällen ist's schade um die vergeudete Lesezeit. Wer sich theoretische Abhandlungen sparen will und eine leicht verständliche Anleitung sucht, dem sei Jesse Stays Gastbeitrag auf Techipedia ans Herz gelegt: "How to create the perfect Facebook Fan Page" erklärt alle wichtigen Schritte von der Erstellung eines Custom-Tabs über die optimale Logo-Größe bis hin zu SEO-Überlegungen. Lesen und umsetzen, denn wie Jesse völlig richtig schreibt:

As you can see, a Facebook Page is a powerful tool that you can use to enhance and strengthen your brand naturally using the tools Facebook provides. Be sure to leverage this tool, customize it, and make it work to get your brand in front of as many people and their friends as possible.

Jesse, Gründer und CEO von Socialtoo.com, hat übrigens eine hervorragende Einführung für alle geschrieben, die sich näher mit den Untiefen der Facebook-Programmierung beschäftigen möchten: FBML Essentials Blogistan Panoptikum KW49 2009

Sind wir nicht alle ein bisschen ...krank?

Judith aka Linzerschnitte Wer zuviel twittert, chattet, mailt etc. kann krank werden. Klingt wie der übliche Kulturpessimismus wohlmeinender Eltern aus Zeiten des Fernsehen-Hypes: "Du kriegst noch ganz eckige Augen".

Götz Mundle, Psychotherapeut und Spezialist im Fachgebiet der Psychosomatik wird in der Jänner-Ausgabe von "Psychologie heute" aber erklären, was genau er damit meint. Manche Menschen, so Mundle, stürzten sich in das

"mediale Dauerfeuer, um persönliche Probleme zu verdrängen. Statt auf ihre innere Stimme und Warnsignale ihres Körpers zu hören, betäuben sie sich mit Müll aus dem Internet. Wer es als quälend empfindet, offline zu sein, und wem es nicht gelingt, einen Tag in der Woche komplett ohne diese Medien auszukommen, hat ein handfestes Problem.

Besagtes mediales Dauerfeuer erhöhe außerdem die Produktion der Stresshormone Kortisol und Adrenalin, Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit leiden." Mundle: "Langfristig kann ein Burn-out-Syndrom die Folge sein."

Nun ja, Mediziner und ihre Warnungen sind eine Sache. Bevor aber die gesamte Social Media Branche wegen Digital Burn Out in einer Psychomatik-Spezialklinik landet und die Krankenkassen noch mehr in den Ruin treibt, empfehlen wir (uns) für heute: Auch offline ist es hin und wieder ganz nett & Gute Nacht (nachdem Sie beim Fertiglesen des Panoptikums noch reichlich Kortisol ausgeschüttet haben).

Anm. von datenschmutz: Ich kontere mit der Gegenthese: "Wer zu wenig oder gar nicht twittert, chattet, mailt etc. kann krank werden." Widerleg das, Mundle! Oder, wie Mundl gesagt hätte: "Mei Twitta is ned deppat!"

Mobile Internetnutzung steigt rasant

ritchie aka datadirt Online-Umfragen sind immer so eine Sache: selbst wenn es heißt, es nahm "eine repräsentative Stichprobe von über 1.000 Internetnutzern teil" muss man im Zweifelsfall davon ausgehen, dass die Daten über irgendwelche Popup-Layer gesammelt wurden und eher arbiträr als signifikant sind. Dennoch zeigt eine aktuelle Umfrage, die Scout24 gemeinsam mit Innofact durchgeführt hat, dass - oh Überraschung - mobiles Internet längst kein Exotendasein mehr fristet: jeder zweite Nutzer war schon mal mit seinem Handy online, jeder vierte nutzt häufig mobile Services:

Mit 60 Prozent Nutzung und 29 Prozent intensiver Nutzung sind Männer die Vorreiter beim mobilen Internet. Die mobilen Surfer interessieren sich zu 71 Prozent stark für Nachrichten, 59 Prozent zählen Navigationstools zu ihren beliebtesten mobilen Services. 51 Prozent erfreuen sich an Mobile Shopping.
Knapp 70 Prozent der befragten Online-Nutzer würden für mobile Applications extra zahlen, sofern der angebotene Dienst ihnen einen persönlichen Mehrwert bringt.

Bildbearbeitung online - ein Picnik!

Judith aka Linzerschnitte Vor einigen Tagen war ich gezwungen, auf dem PC meines Vaters zu arbeiten. 13''-Röhrenmonitor, gefühlte 500 MB Arbeitsspeicher, Internet Explorer, keine Flash Updates etc. Und: Ich brauchte ein Bildbearbeitungsprogramm. Nicht einmal Standardsoftware war zu finden, von dem mir vertrauten Photoshop ganz zu schweigen.

Da wagte ich den Versuch und googlte nach einem Online-Bildbearbeitungsprogramm. Ich wählte das erstbeste namens Picnik und war begeistert. Fotos skalieren, zuschneiden und grundsätzliche Bildbearbeitungstechniken ohne sich registrieren zu müssen, Bilder in verschiedenen Formaten und Qualitäten abspeichern, großartige Usability (kein Nachlesen erforderlich) und noch zusätzliche Tipps und Erklärungen. Wer sich registriert, kann seine Fotos außerdem automatisch bei FlickR, Facebook usw. uploaden. Das Service wird mittlerweile in Deutsch angeboten, für $24,90 pro Jahr ist auch eine Premiumversion erhältlich, die unter anderem Layers unterstützt. Wem Photoshop immer schon zu viele und zu komplizierte Funktionen hatte und außerdem zu teuer war, der wird in der Cloud glücklicher.

Obama weiß, was du einkaufst

ritchie aka datadirt Weil auf die USA fokussierte Terroristen natürlich die Warenwirtschaft ihres kapitalistischen Erzfeindes nicht auch noch unterstützen wollen, kaufen sie die Bauteile für ihre Bomben vorzugsweise in Europa. Also lassen die netten Politiker ihre Freunde von der Homeland Security natürlich in die Konten blicken - wenn auch seit neuestem nur für 6 Monate:

Deutschland, Österreich und Ungarn machten demnach durch ihre Enthaltung den Weg frei.
Den Kritikern des Abkommens ist es gelungen, die Laufzeit von ursprünglich zwölf auf neun Monate herunterzuhandeln. Allerdings bleibt das EU-Parlament unberücksichtigt - und zwar nur einen Tag vor Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags, der den Volksvertretern ein Mitspracherecht in Sicherheitsfragen gibt.

Die Detailregelungen des Abkommens sind ein Hammer und verdienen es, an dieser Stelle näher beleuchtet zu werden (Swift-Volltext):

Das US-Finanzministerium kann, dem neuen Abkommen zufolge, nicht einfach die Daten abholen, sondern muss einen möglichst genau definierten Antrag stellen. Wenn der angesprochene Finanzdienstleister nicht in der Lage ist, den angeforderten Datensatz eindeutig zu identifizieren, muss er eine größere Datenmenge an die für die Kooperation mit den USA verantwortliche nationale Polizeibehörde übermitteln, die sie dann an die USA weitergibt. Die Verwendung der Daten ist explizit auf Terrorfahndung beschränkt. Außerdem dürfen die Daten nicht zum automatisierten Profiling sowie im Rahmen von Data-Mining-Aktionen verwendet werden. Daten, die sich als nutzlos für die Fahnder herausstellen, müssen spätestens acht Monate nach deren Überprüfung gelöscht werden. Ein Richtervorbehalt bei den Anfragen ist nicht vorgesehen.

Unglaublicherweise stellt diese Situation allerdings sogar ein "Verbesserung" gegenüber dem Status von vor 2006 dar, als US-Behörden ohne jegliche rechtliche Grundlagen massenhaft Finanzdaten auswerteten. Dass sich .at, .de und .ch ihrer Stimmen enthielten, lieferte der Opposition einiges an Munition, bleibt aber unverständlich - ebenso wie der Kommentar der österreichischen Innenministerin:

Maria Fekter (ÖVP) bezeichnete das Interimsabkommen in einer Mitteilung vom Montag als "unbefriedigend". Sie habe sich daher der Stimme enthalten.

Wow - wirklich eine beruhigende Haltung der Regierung in Sachen Europapolitik! Wenn uns irgendwas nicht passt, dann sagen wir - nix.

Social Media: No Joy with the ROI?

Judith aka Linzerschnitte Ist Social Media aus wirtschaftlicher Sicht nur eine weitere Blase an überzogenen Erwartungen und Goldgräbertum, wie Community TV in den 90ern, Multitext in den 2000ern und nahezu alles, was mit Interaktion und Medien zu tun hat? Manches weist darauf hin:
Firmen, auf deren nichtige Eigenwerbung man sich im Social Web gerne verzichten könnte, ernennen sich plötzlich zur Social Media Agentur und sprechen von Mehrwert - und man fragt sich: Wenn sie selbst im Social Web keinen Mehrwert bieten, wie wollen sie diesen ihren Kunden vermitteln? Social Media Berater, deren Schlüsselqualifikation es ist, einen Twitteraccount mit mehr als 500 Followern und Grundkenntnisse von Wordpress zu haben, vermehren sich wie Schweingrippeviren. Und jeder Round Table oder XY-Tag beinhaltet Social Media Slots, wo mit heißer Luft nicht gegeizt wird.

Letztendlich gibt es ihn aber, den ROI von Social Media. Und wer weniger in Kampagnen denkt, sondern daran, Digital Relations aufzubauen, wird ihn früher oder später selbst erleben. Hier einige Beispiele dafür:

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Fickfreie Zone: die Top-Suchworte

ritchie aka datadirt Das Jahr neigt sich seinem Ende zu, folgerichtig werfen die Suchmaschinenbetreiber ihre Statistikbots an - aus den aktuellen Hitparaden lässt sich so mancher Trend ablesen. Dass kommerzielle Angebote zum Thema Fortpflanzung an Relevanz verloren hätten, möge aber keinesfalls voreilig gefolgert werden: XXX-Suchworte filtern die Betreiber bedauerlicherweise aus. Dass die einen nicht unbeträchtlichen Teil des Gesamtvolumens ausmachen, legt eine aktueller Untersuchung des schwedischen World Internet Institute nahe:

Men det är inte bara unga män som sexsurfar, även bland kvinnor är det nu 7% som uppger att de besöker sidor med sexuellt innehåll.

Sexsurfar... hehe. 7% wär in der Tat nicht so wenig... die offizielle Hitparade wird indes in Deutschland von Megan Fox angeführt, während die Österreicher am häufigsten nach "Wien", "Youtube" und "Österreich" (wtf?) suchten. Dass URL-Suchbegriffe wie "ebay" oder "gmx" ebenfalls stark in den Top 10 vertreten sind, hat übrigens mit der Direkt-Weiterleitungsfunktion aktueller Browser zu tun, allerdings zählt ein solcher Aufruf eben auch als Suchvorgang.

Bei Yahoo dagegen bleibt's weiterhin schwül, windig und orientierungslos: die Top Begriffe lauten Wetter, Routenplaner, Wikipedia (sic!), Telefonbuch, Horoskop und Erotik. Wer die Schweinegrippe überstanden, für seinen Opel die Abwrackprämie kassiert, einen Apfelkuchen verspeist und anschließend mit Monica Lierhaus und Lady Gaga beim Echo 2009 einen "Sturm der Liebe" entfachte, lag komplett im Plansoll.

Noch eine Topliste: RSS-Technologien

ritchie aka datadirt ReadWriteWeb hat mit der Veröffentlichung der "traditionellen" Best-Of Listen begonnen. Dass in den "Top Mobile Web Products" ausschließlich Android- und iPhone-Apps vertreten sind, mag auf einen gewissen redaktionellen Bias schließen lassen (und dass die Top-10-Semantic-Apps Liste überhaupt gefüllt werden konnte, verwundert), aber im Beitrag über die Top 10 RSS & Syndication Technologies of 2009 habe ich ein interessantes Service gefunden:

Echo, from JS-Kit is a reverse syndication service for distributed social media conversations. It brings back tweets and other mentions to the page they refer to. The service is growing fast and becoming more sophisticated every week. New features come so fast and furious that it's overwhelming but the end result is an experience that brings the dispersed social web back together again.

Grundsätzlich nichts, das nicht andere Plugins auch leisten könnten - die Twitter-Kommentare importiere ich schon längere Zeit via Backtype. Allerdings beherrscht Echo auch noch Unified Login und synchronisiert alle Importe mit dem WP-eigenen Kommentarsystem. Werd ich mir demnächst mal näher ansehen, immerhin bin ich ein großer Fan von Premium Services und Echo kostet $48 pro Jahr. In diese Kategorie fällt auch Fever, der Feedreader für Geeks: es handelt sich nicht um lokale Software, sondern um eine am eigenen Webserver gehostete mobile-taugliche Software. Mit $30 ein günstiges Weihnachtsgeschenk für alle, die keine Steckdosen für neue Hardware-Gadgets mehr frei haben.

Ritchies Video der Woche

Gerade mal 12 Jahre alt ist dieser äußerst talentierte Schlagzeuger - die Rhythmus- und Tempi-Wechsel in diesem Solo sind unglaublich - muss man gehört und gesehen haben! (Gefunden in Karola Rieglers Facebook Feed):

YouTube Preview Image

Judiths Video der Woche

Einmal noch, okay? Dann mach ich wieder mal eine Pause mit Katzencontent. Aber dieses eine Mal muss noch sein....

Lesetipps der Woche

  • Steve Gillmor hat auf TechCrunchIT einen ausgedehnten Beitrag über die strategische "Aushungerung" Twitters durch Friendfeed veröffentlicht, in dem er auch auf die Problematik der "data ownership" eingeht.
  • Lesetipp/Weihnachtswunschlistentipp: Gmail-User aufgepasst: Das Gboard ist da! Ein USB-Board, mit dem ohne Scrollen auf Gmail navigiert werden kann. Kostenpunkt 19 Dollar - www.gboard.com

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende der Rückschau und somit in der Gegenwart angekommen - wir hoffen, Sie hatten einen sanften Flug und freuen uns, Sie bald wieder an Bord des Blogistan Panoptikums begrüßen zu dürfen. Bitte geben Sie aus Sicherheitsgründen einen Kommentar ab, bevor Sie diesen Beitrag verlassen. Linzerschnitte und datenschmutz wünschen einen geruhsamen Restsonntag und einen beachtlichen Start in die kommende Woche; wir lesen uns am Montag!

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick - für jeden Eintrag gibt's auf Wunsch einen Backlink! Hier geht's zum Einreich-Formular.

Blogistan Panoptikum KW36 2009

Schon wieder Sonntag, aber das letzte Wort der Woche fehlt noch, aber keine Sorge: durch Medien-Kunstausstellungen zu mäandern hält niemanden vom Rückblicken ab, ganz im Gegenteil: zumal doch in der vergangenen Woche sich Unvorstellbares zutrug - und wir sprechen hier nicht von Dominiks neuer Aufgabe als Seitenblicke-Spielertrainer. Und diese Woche gilt: only bad news are good news! Gmail war down, das Internet gehört Google, eBook Reader sind viel zu teuer, SEO ist tot und WordPress-Installationen werden gehackt: sozusagen eine Traum-Woche für den Katastrophenjournalisten in uns. Wie immer begrüßen Sie Linzerschnitte und datenschmutz herzlichst zum Höllenritt durch sieben Tage Blogosphärenwahnsinn - dieses Panoptikum ist für Leser aller Altersstufen teilweise unbedenklich.

Liebes Internet, Gratulation zum 40er!

ritchie aka datadirt Unser Lieblings-Netzwerk wurde vierzig - vor vier Dekaden begannen Len Kleinrock und sein Team am UCLA mit den ersten Tests für ein Kommunikationsnetzwerk, das verschiedene Universität verbinden sollten und einen freien Informationsaustausch ermöglichen. Uneingeschränkte Partylaune will sich bei der New York Times dennoch nicht einstellen:

There's still plenty of room for innovation today, yet the openness fostering it may be eroding. While the Internet is more widely available and faster than ever, artificial barriers threaten to constrict its growth.
Call it a mid-life crisis.

Der Standard, Copycat Nr. 1 unter den österreichischen "Qualitätszeitungen", würdigt das Jubiläum mit einer würdigen Übersetzung und gibt lustigerweise als Quelle AP/APA an:

Für Innovationen ist zwar sicher immer noch genug Raum da, aber die Offenheit scheint doch zu schwinden. Vielleicht erlebt das Internet ja gerade so etwas wie seine Midlife-Crisis.

Vielleicht erlebt ja der Printjournalismus gerade seine End-of-Life Krise?

Ein bisschen Twitter-Theorie

ritchie aka datadirt Kevin Marks' How Twitter works in theory gehört wohl zu den meist-zitierten Artikeln der Woche - bis 2007 war der Autor Head Engineer bei Technorati (und seit er für BT arbeitet, ist offensichtlich niemand mehr in der Lage, den Spider zum Arbeiten zu bewegen). Der gelernte Kommunikationswissenschaftler würde ein paar Schlagwörter samt rudimentärer Erklärung vermutlich nicht unbedingt als genuine Theorie des Micro-Blogging durchgehen lassen, aber lesenswert sind Kevins Ideen allemal:

At its heart Twitter is a flow - it doesn't present an unread count of messages, just a list of recent ones, so you don't have email's inbox problem - the implicit pressure to turn bold things plain and get that unread number down. Instead, you can dip in and out of it, when you have time, and what you see is notes from people you care about.

Die Gmail Misere

ritchie aka datadirt Okay, ich geb's zu: der rund 100 Minuten dauernde Gmail-Ausfall von letzter Woche ist mir nicht einmal aufgefallen, allerdings nutze ich Googles Kommunikationsservice auch lediglich auf meinen Homepages als relativ spam-resistente öffentliche Kontaktadresse und Durchgangsstation zu meinem "richtigen" Mailserver. Geschuldet war der eher ungewöhnliche Ausfalle laut Gmail Blog überforderten Routern:

At about 12:30 pm Pacific a few of the request routers became overloaded and in effect told the rest of the system "stop sending us traffic, we're too slow!". This transferred the load onto the remaining request routers, causing a few more of them to also become overloaded, and within minutes nearly all of the request routers were overloaded. As a result, people couldn't access Gmail via the web interface because their requests couldn't be routed to a Gmail server. IMAP/POP access and mail processing continued to work normally because these requests don't use the same routers.

Dieses Szenario wird sich laut Google nicht mehr wiederholen, veranlasste aber Joe Kissell auf Macworld.com zu einem Lob des Desktop-E-Mail Clients. Grundsätzlich teile ich ja Joes Meinung, aber dieses Argument bestätigt durchaus totgeglaubte Vorurteile gegenüber Mac-Usern:

I'll still take a desktop e-mail client (such as Apple Mail, Microsoft Entourage, or Mozilla Thunderbird) any day. Why? Well, there is the issue of outages like the one Gmail experienced this week. I like to be able to access my e-mail whenever I want.

Man fühlt sich versucht, ins Kontaktformular zu schreiben: "It's in the server, st00pid!" Im Zeitalter des mobilen E-Mail Zugangs macht Pop3 einfach keinen Sinn mehr - und wenn die Gegenstelle, spricht der Mailserver, nicht mehr will, dann hilft auch der beste lokale Client nicht weiter... aber meist ist bloß ein bisschen Geduld gefragt, also nicht gleich ausfreaken, wenn mal ein paar Minuten nix geht, meint JK:

I heard all kinds of complaints when Gmail went down. People saying that email service X would never go down like that. Or others saying that Google OWED us to keep Gmail up and running. Give me a break, stuff happens. When I was in the corporate world it was oh, so common to hear employees at some large company or another wandering down the halls claiming that "email is down again." And this is the fancy corporate Exchange Server that only has to keep their own employees working. Stuff happens.

eBook Reader noch immer viel zu teuer

Judith aka Linzerschnitte 199$ klingen nicht gerade nach Luxusgegenstand – so viel kostet Sonys neuer eBook Reader bei Amazon.us. Aber das ist den meisten potentiell digitalen Leseratten immer noch viel zu teuer, wie eine aktuelle Studie von Forrester Research belegt:

Even among frequent readers with a household income above $75,000, current prices put e-book devices firmly in the expensive luxury category. Forrester's survey of 4,700 online consumers in the U.S. found average consumers believe the value of e-book readers to be between $50 and $99, well below the cheapest reader on the market today. Only 14 percent of consumers said that prices of $199 or higher fall even within the "It’s expensive but I might consider it" range, according to Forrester.

Da liegt der Gedanke an die Preisstützung beim Handy natürlich nahe: wenn digitale Inhalte über Abos vertrieben werden sollen, dann brauchen die Lesegeräte allerdings mindestens WiFi, wenn nicht gar UMTS oder zumindest EDGE - die meisten derzeit verfügbaren Reader lassen sich allerdings bloß per USB-Kabel mit Lesestoff füttern. Wird wohl doch noch ein paar Wochen dauern, bis die Mediaprint-Druckerei völlig arbeitslos wird.

All your internets are belong to Google

ritchie aka datadirt John Andrews trifft wie immer den Nagel auf den Kopf, wenn er die Markt-Dominanz von Big in G in einem aktuellen Posting thematisiert:

Eric Schmidt, the guy who thinks Wikipedia is the greatest gift to mankind ever created by man, has web publishers (and domain owners) in his cross hairs. If Google succeeds, no one needs a domain name and no one needs to create a brand. They just need to submit to Google, and then, perhaps if Google has not completely satisfied the users with "the answer", provide a way to be contacted or a server IP for a web site for further reading (perhaps through the Google Profile conduit).

Diese technologische Total-Abhängigkeit zeichnet sich schon längst am Horizont ab - das Beispiel China zeigt, wie perfekt sich Suchtechnologie und Kontrollbedürfnis vereinbaren lassen. Google gestaltet unsere Vorstellung vom Netz, das schlichte Eingabefeld wurde zu unserem Haupt-Interface bei der Informationserschließung - schon jetzt bestimmt ein einzelner Gatekeeper über Quellenrelevanz. Was John zu seinem Posting veranlasst hat, war dieses Zitat von Eric Schmidts über die Zukunft seiner Suchmaschine auf TechCrunch:

So I don't know how to characterize the next 10 years except to say that we’ll get to the point - the long-term goal is to be able to give you one answer, which is exactly the right answer over time... what I’d like to do is to get to the point where we could read his site [the definitive authority on a particular searched query] and then summarize what it says, and answer the question.

Mit anderen Worten: Eric will das Web abschaffen und alle öffentlichen Webseiten dieser Welt zu Zulieferern degradieren. Schöne Aussichten... das wär's dann mit dem Thema "Meinungsvielfalt", wenn man bedenkt, dass schon jetzt 90% aller Suchen über einen einzige Anbieter laufen.

SEO, wechsel dich!

ritchie aka datadirt Jeremy hat völlig Recht: wer als SEO seine Arbeit nicht klar rechtfertigen kann, hat bald keinen Job mehr. Die Aura des Mysteriösen ist verflogen, gutes Linkbuilding ist ebenso mühsam wie teuer, und mit simplen Tricks kommt man nicht mehr weit - was die Arbeit auch unglaublich öde macht, denn schlecht positioniert sind nur noch Seiten mit gravierenden technischen Fehlern oder gravierendem Fehlverständnis für den Keyword-Longtail:

SEO Agencies providing client work are a dying breed. Especially when any monkey can have wordpress or any other CMS system up and running in 5 minutes and totally SEO'd as much as needed.
Noticed a trend it what dominates most search results lately? Wikipedia and wordpress blogs. How many SEO’s do you think they hired ? =P

Tja, waren ein paar lustige Jahre, und es kann nicht schaden, zu wissen, wie man eigenen und Kundenseiten das gewisse Extra an SM-Traffic verschafft... aber warum man seinen Berufsalltag freiwillig mit Linkbuilding verbringen wollen sollte, ist mir ein Rätsel :mrgreen:

HTML 5 kommt im Laufschritt

ritchie aka datadirt Runde Ecken via CSS? Zukünftig alles kein Problem mehr... oder doch? Die Versionsumstellung bringt nicht nur mehr Programmier-Komfort, sondern auch einige gravierende Neuerungen, die David Eisenberg auf A List apart übersichtlich inklusive weiterführender Links zusammenfasst. Trial und Error bleibt ambitionierten Webdesignern natürlich nicht erspart:

By doing this, you'll find out what works and what doesn't. For example, I discovered that, as of this writing, Firefox 3.5 treats elements like article and section as display:inline, and I had to explicitly set them to display:block to make them work as expected.

Eine der wohl wichtigsten Änderungen sind die neuen Strukturierungselement: während man bisher mit verschiedenen div-KLassen arbeitete, bringt HTML5 diverse dezidierte Block-Elemente wie "nav" (für die Navigation), "footer" und "article" mit, die Lachlan Hunt in diesem Beitrag im Detail beschreibt. Interpretiert wird der neue Mark-Up Standard derzeit von Chrome, Firefox 3.5, Opera und Safari - Microsofts IE übt sich bislang in vornehmer Zurückhaltung, was die Verbreitung wohl ein wenig bremsen dürfte.

Wie man WordPress sichert

Judith aka Linzerschnitte Unliebsame Eindringlinge gibt's nicht nur im richtigen Leben: auch virtuell mussten sich in den letzten Woche und Monaten einige Blog-Betreiber über ungebetene Gäste ärgern - die Ursachenforschung ergibt in 99% der Fälle hochgradig monokausales Verschulden: denn sobald ein sicherheitskritisches WordPress-Update auftaucht, sollte dieses so zeitnah wie möglich installiert werden: ist eine Sicherheitslücke erst einmal bekannt, dauert es in der Regel nicht lange, bis sie nach Strich und Faden ausgenützt wird. Das WordPress Blog rät aufgrund eines aktuell grassierenden Wurms nachdrücklich von Laissez-Faire Taktiken ab:

A stitch in time saves nine. Upgrading is a known quantity of work, and one that the WordPress community has tried its darndest to make as easy as possible with one-click upgrades. Fixing a hacked blog, on the other hand, is quite hard. Upgrading is taking your vitamins; fixing a hack is open heart surgery. (This is true of cost, as well.) [...] The only thing that I can promise will keep your blog secure today and in the future is upgrading.

Dem kann man nur zustimmen - es gibt zwar diverse Security-Plugins, aber Vorsicht ist besser als Nachsicht: also lieber nicht slacken und sofort den ftp-Client oder die automatische Update-Funktion anwerfen, denn Vorsicht ist in diesem Fall definitiv besser als Nachsicht. [via ma.tt]

Foto der Woche

Bei diesem hübschen Kerlchen handelt es sich um einen blauen Pfeilgiftfrosch, den Tambako im Züricher Zoo mit seiner 105er Makrolinse zu einer Modelling-Session überreden konnte. Ich glaub, ich muss demnächst mal nach Zürich. Und: ob blau, ob grün: Frösche sind einfach verdammt fotogen! Vielleicht sollte ich diese Rubrik in "Froschfoto der Woche" umbenennen.

Frosch der Woche

Ritchies Video der Woche

Walter5.15 produzierte, führt Regie und schnitt diesen Kurzfilm - gedreht wurde im National Black Theatre in Harlem, das gesamte Set hat das Team selbst gebastelt: visuell ziemlich nett, vielleicht ein bisschen länger als nötig - aber insgesamt sehr stimmig:

http://www.vimeo.com/5569709

Judiths Video der Woche: Bacon is good for me!

Schön, wenn es einem so gut geht, dass man sich über Ernährung Gedanken machen kann. Manche von uns werden von der Kinesiologin ihres Vertrauens auf eine Beinahe-nur-Wasser-Diät gesetzt, andere lassen sich auf TCM ein und beschäftigen sich seitdem mit den wunderlichen Welten kühlenden und hitzebringenden Nahrungsmittel - die meisten von uns haben lange genug an ihrer Frustrationstoleranz gearbeitet um die Freuden verzögerter bzw. "nachhaltige" Gratifikation zu schätzen. Doch manch rebellischer Jungspund steht noch für seine Ideale (Speck!) ein und lässt sich von nichts und niemandem etwas sagen, schon gar nicht, solange er schneller als die Ernährungberaterin auf ihren "little high heels" ist.

Lesetipps der Woche

  • Marketeers haben wenig Zeit, daher erfreuen sich Listen großer Beliebheit. Ohne weitere Verzögerung daher: 32 Ways to Use Facebook for Business.
  • "hehe, tomorrow I'm going to bed at night, cos I'm tired and I will sleep well. Lol." Theoretisch müsste dieser Tweet unzählige Male retweetet werden. Dan Zarella hat sich angesehen, welche Keywords am häufigsten in Retweets vorkommen - und das Ergebnis ist... erstaunlich :) How to increase Retweets on your Tweets

Das waren unsere letzten sieben Tage im Schnelldurchlauf - wir danken für Ihre Whuffies (so nennt Tara Hunt die Währung der Aufmerksamkeit), bleiben Sie uns gewogen und schauen Sie nächste Woche wieder rein, wenn es heißt: "Artisten, Tiere, Attraktionen: alles virtuell". Wir wünschen einen schönen Restsonntag und poken uns morgen im Social Web.

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick - für jeden Eintrag gibt's auf Wunsch einen Backlink! Hier geht's zum Einreich-Formular.

Blogistan Panoptikum KW32 2009

Das große Social Media Erdbeben der letzten Woche zeigt seine Nachwirkungen: denn wenn Twitter und Facebook zur gleichen Zeit Schluckauf haben respektive nicht mehr erreichbar sind, dann bleibt Millionen Nerds weltweit nichts anderes übrig, als vor die Tür zu gehen. Die unmittelbar bedrohlichste Auswirkung allerdings spüren unsere hochverehrten Stammleserinnen und Leser am eigenen Monitor: dieses Panoptikum hat sich eiskalt um volle 2 Tage verspätet! Der Absatz von Sonnenschutz-Mitteln und After-Sun Lotions sei ums 33-fache gestiegen an jenen schicksalhaften #Fail-Tagen, ergab eine Untersuchung des abhängigen Instituts für Anti-UV Kosmetik. Sofort tauchen die wildesten Gerüche Gerüchte auf, die auch sofort willig weiter-verbreitet wurden: der KGB wars! Aber bitte, die Herren und Damen Drehbuchautoren mussten aus James Bond ja eine verweichlichte, post-feministische Figur machen - das haben wir nun davon. Siehe dazu auch unsere erste News, also auf zum Blogistan Panoptikum von Linzerschnitte und datadirt.

DoS-Attacke auf FB, Youtube & Twitter

Judith aka Linzerschnitte Die Russen kommen! Und wenn sie schon nicht kommen, dann sind sie zumindest schuld. An der zeitgleichen DOS (Denial of Service)-Attacke auf Facebook, Youtube und Twitter in der vergangenen Woche nämlich. Das meint zumindest der georgische Blogger Cyxymy. Der hat nämlich Konten auf Facebook, Youtube und Twitter, welche anscheinend das Ziel der Hackerattacke des FSB, des russischen Geheimdienstes und KGB-Nachfolgers waren.

Vielleicht wurde der Angriff nur von gewöhnlichen Hackern ausgeführt, aber ich bin mir sicher, dass der Auftrag dazu von der russischen Regierung kam.

Grund für die Attacke sollen die kritischen Äußerungen des Bloggers über die Kaukasus-Politik der Russen sein. Gut, damit wäre also alles geklärt - und nein, wir haben das nicht erfunden, siehe ZDNet.

Lehrbeispiel: Lernen vom Big Fail

ritchie aka datadirt Wenn Real Estate Companys ihre Mieter wegen Twitter-Rufschädigung verklagen, dann der Bumerang ganz plötzlich zurückkommen: die betroffene Mieterin hat zwar nur 20 Followers, was die Forderung von $50.000 nur umso absurder erscheinen lässt. Copyblogger kennt die ganze Story:

If you haven't heard the story yet, a Chicago real estate company called Horizon Realty Group filed a lawsuit against one of its tenants on Monday. She apparently made a snarky remark on Twitter, claiming that the company "didn't care" about mold in her apartment. Horizon is suing her for libel, looking for $50,000 in damages to their reputation.
She only had about 20 followers, so this looked like a pretty harsh David and Goliath story. Unfortunately, Horizon’s legal and PR teams forgot what happened to Goliath. By Tuesday afternoon, the story of Horizon's lawsuit had hit trending topics on Twitter. Which means that a peevish remark made in front of 20 people has now found its way to hundreds of thousands.

Tja... mit einer simplen Rückmeldung hätte diese PR-Katastrophe einfach abgewendet werden können. Mit dieser Story hat sich Horizon jedenfalls einen Platz im Olymp der Twitter-Marketing-Fails redlich verdient.

Friendfeed von Facebook gekauft

Judith aka Linzerschnitte Diese Meldung hat wieder mal ein wahres Twitter-Gewitter losgelassen: Facebook kauft Friendfeed. Friendfeed, der Social Media Aggregator, gilt als Vorbild für Google großangekündigte Kommunikationsrevolution Google Wave. Mit Facebook im Rücken kann Friendfeed, das alles kann, aber niemand kennt oder primär nutzt, wahrscheinlich seinen Untergang in die Bedeutungslosigkeit verhindern. Google ist damit in zweierlei Hinsicht eins ausgewischt: 1. Friendfeed existiert und funktioniert bereits jetzt. 2. Friendfeed wurde von einer Gruppe ehemaliger Google-Mitarbeiter gegründet. Im offiziellen Presse-Release auf Facebook heißt es dazu:

"Facebook and FriendFeed share a common vision of giving people tools to share and connect with their friends," said Bret Taylor, a FriendFeed co-founder and, previously, the group product manager who launched Google Maps. "We can't wait to join the team and bring many of the innovations we've developed at FriendFeed to Facebook's 250 million users around the world.

TechCrunch hat das erste Interview mit Bret Taylor (Friendfeed-Mitgründer) und Chris Cox, Vize-Präsident von Facebook. Was weiter passiert, scheint aber noch unklar zu sein, wie dieser Beitrag am FriendFeed-Blog nahelegt:

FriendFeed.com will continue to operate normally for the time being. We're still figuring out our longer-term plans for the product with the Facebook team.

Neue Spam-Welle auf Twitter

ritchie aka datadirt Twitter-Account Phishing scheint nach wie vor äußerst lukrativ zu sein. Mashable berichtet über eine neue Spam-Welle, deren Auslöser noch unbekannt ist:

Yesterday we noticed a strange occurrence on Twitter (Twitter): hundreds, if not thousands of Twitter accounts were sending out spam links, all at once. Most of these accounts weren't your usual spam accounts, but regular Twitter users with real accounts, followers, and tweets. Then, the flood suddenly stopped. We wondered if it was just a strange group of accounts or a one-time attack. Now we're fairly certain that isn't the case.

Wie immer gilt: wer auf Nummer sicher gehen will, ändert am besten wöchentlich sein und bei Verdacht auf Hi-Jacking sein Passwort. Und nicht vergessen: die Änderung muss auf allen Clients und Services nachgezogen werden, denn permanente Log-In Versuche mit einem veralteten Passwort können ebenfalls zur (temporären) Account-Sperre führen.

30 Dollar fürs Time-Coverfoto

ritchie aka datadirt Die Journalismus-Honorare sind nicht nur im deutschsprachigen Raum im Keller. Georg Holzer berichtet über ein besonders drastisches Beispiel:

Robert Lam ist Fotograf in den USA. Als er vor eineinhalb Wochen das Time Magazine sah, freute er sich ganz besonders: Die ehrwürdige Publikation wählte eines seiner Fotos, die er bei iStockPhoto anbot, für das Cover aus. [...] Das Time Magazin bezahlte für das Foto übrigens 150 Dollar (Extended License), nach Abzug der Spesen bekam Lam für sein Bild 30 Dollar. Gar nichts, wenn man bedenkt, dass Fotografen für ein Foto am Time-Cover auch 3000 bis 10.000 Dollar bekommen.

In Österreich dagegen sieht die Lage völlig anders aus, wie Georg in dem lesenswerten Beitrag beschreibt, denn der Zugang zum fotographischen Hochamt ist streng geregelt:

Fotografen sind Modernisierungs- und Digitalisierungsverlierer par excellence. Einziger Zweck einer solchen – wie gesagt: einzigartigen – Gewerbeordnung ist es, Wettbewerb mit allen Mitteln zu verhindern.

Ich hoffe nur, ich darf weiterhin Fotos für mein Blog machen :mrgreen:

Google kauft Video-Softwarefirma

Judith aka Linzerschnitte Nicht nur Facebook, auch Google war in der letzten Woche wieder mal in Kauflaune. Diesmal hat man sich den Video-Spezialisten On2 Technologies einverleibt, um damit der Online-Videoabteilung des Konzerns, manchen als "Youtube" bekannt, ein hübsches Geschenk zu machen. On2 ist übrigens spezialisiert auf Video Codecs. Wikipedia meint dazu:

Es (Anm. li schni: On2) ist Hersteller einer Reihe wichtiger Video-Codecs, wie unter anderem VP3, der Grundlage für den freien Codec Theora, dem mit Version 8 von Adobe Flash eingeführten Codec (VP6) für Flash Video und den für die chinesische Enhanced Versatile Disc (EVD) vorgesehenen Video-Codecs (VP5 und VP6).

Fassen wir zusammen: Open Source Codec Theora, VP6 für Flash Videos und noch irgendetwas chinesisches (EVD). Vielleicht bald die neuen Standard-Video Codecs.

Avancierter Export für WordPress

ritchie aka datadirt BloggingPro stellte kürzlich ein äußerst interessantes Plugin für Viel-Blogger vor: der Advanced Exporter erspart viel Mühe, wenn man beispielsweise ein Blog in mehrere aufteilen und die Kategorien einzeln exportieren möchte:

With it, you can easily export a single category of a blog to import into another. That is something many people have wanted an easy way to do for a long time. You can also use the restrictions to create multiple WXR files in case you can’t import a single large file. Also worthy of note as that this plugin was entered into the WeblogToolsCollection plugin competition for 2009.

20mal WordPress pimpen

ritchie aka datadirt Out-of-the-Box kann unser Lieblings-CMS mittlerweile schon einiges - doch wer sich von der Masse abheben möchte, muss auf Bells-and-Whistles setzen. Das Designmag stellt zwanzig Add-Ons vor, für deren Umsetzung allerdings grundlegende Web-Programmierkenntnisse erforderlich sind. Der Aufwand zahlt sich aus:

One of the reasons WordPress is so popular is because of its flexibility. Designers, developers, and bloggers have plenty of options. In this post we’ll look at a combination of tutorials for improving a WordPress-based site, and plugins that can provide added functionality that will bring new possibilities.

Alle Methoden sind ausführlich in einzelnen Tutorials beschrieben - eine gute Gelegenheit, sich näher mit Erweiterungsmöglichkeiten für WordPress zu befassen.

Ketzerisches Gespräch der Woche: Niko Alm versus Andreas Khol

Judith aka Linzerschnitte Ich war mir nicht sicher, ob der intellektuelle und feinsinnige Diskurs zwischen Gerhard Dörfler und HC Strache (Dörfler, Regent der Provinz Kärnten: "Wenn sich der Heinzl benimmt, haben wir kein Problem." Strache: "Schau, jetzt hat er den Heinzl zum österreichischen Türken erklärt.") über das Universum an sich und den Sinn des Lebens im Speziellen das Gespräch der Woche werden sollte. Dann hab mich aber aus persönlichen Gründen doch für Niko Alm versus Andreas Khol entschieden. Es wird Zeit, dass die Welt erfährt, dass alle Menschen gleich, aber christlich-konservative Politiker doch wesentlich gleicher sind:

Andreas Khol: An sich tun Sie mir ja als Atheist leid. Sie repräsentieren vier Prozent der Bevölkerung. Dass 96 Prozent sich irren, kann ich mir nicht vorstellen.

Hier das komplette Interview - und ein paar ergänzende Anmerkungen von Niko.

Foto der Woche

Achtung - hier kommt ein Vogel, der nix mit Twitter zu tun hat! Jimmy Davao hat den weißen Flieger samt Reflexion perfekt aufs Bild gebannt:

vogel klein Blogistan Panoptikum KW32 2009

Judiths Video der Woche - Flieg, Fernsehturm Berlin!

Kein Stern, der deinen Namen trägt. Aber: Ein Phallus, der mit dir zum Himmel fliegt. Stoff für so manche Flugträume!

http://www.vimeo.com/5856277

Ritchies Video der Woche

"A thousand shades of White" nennt icescapes diese grandiosen Aufnahmen aus dem Ilulissat Eis-Fjord in Grönland:

These images were filmed during the 2006 Climate Change College, during which 6 students from the UK and the Netherlands ventured into the arctic wilderness to be trained as climate change ambassadors. Based on the experiences and knowledge gathered on several locations in Greenland, they launched various initiatives raising public awareness around the topic of climate change.

Und außerdem kommen Hunde drin vor - was will man mehr? :mrgreen:

http://www.vimeo.com/4515275

Und damit sind wir auch schon am Ende des dieswöchigen Rückblicks angelangt - besten Dank für Ihre Whuffies, wir halten weiter die Augen und Ohren offen. Bis zum nächsten Panoptikum, wir lesen uns morgen!

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Blogistan Panoptikum KW17 2009

oledwall Blogistan Panoptikum KW17 2009Wenn man nichts zu lachen hat, dann sollte man die Titanic zur Hand nehmen - die aktuelle Ausgabe wartet schon wieder mit ein paar großartigen Highlights auf: etwa Grill-Anzünderpapier mit Knitter-Look (man spart sich so das aufwendige Zerknittern) und die wie immer legendäre Rubrik "Humorkritik" mit einer Rezensionen der turkmenischen Realsatire "Ruhnama", verfasst von einem ehemaligen und wohl ziemlich korrupten Staatsoberhaupt: "Der Turkmene bringt Turkmenistan Größe, denn erst ist Turkmene." Bei solch bestechend klaren Worten fühlt man sich schnell mal an den FPÖ-Wahlkampf erinnert... und damit wären wir auch schon wieder mitten im Thema dieses blogistanischen Panoptikums.

Das A-Team ist wieder ein Einsatz

Nein, leider wird die beste aller cheesy-Actionserien nicht fortgesetzt, Max hat bloß frappierende Ähnlichkeit entdeckt. Denn dieser Tage tauchte das Wahlplakat der SPÖ für die Europawahlen auf, und in der Tat, der Captain und seine Männer sind wieder im Einsatz:

Ten years ago / In 1972, a crack commando unit was sent to prison by a military court for a crime they didn't commit. These men promptly escaped from a maximum security stockade to the Los Angeles underground. Today, still wanted by the government, they survive as soldiers of fortune. If you have a problem, if no one else can help, and if you can find them, maybe you can hire… The A-Team.

spoe Blogistan Panoptikum KW17 2009

Na das ist doch eine Latte sympathischer als der Kampfpathos der Grünen...

Tanz den Unternehmer-Boogie!

Microsoft lädt zum Entreprenuership Forum 2009 - Jungunternehmer mit Hang zu innovativen Business-Modellen am 7. Mai, welche Organisationen und Institutionen in Österreich Gründer unterstützen:

Ein heißes Thema in der europäischen Diskussion sind Zukunftsthemen wie Gesundheit, Transport und Umwelt, deren Problemstellungen gelöst werden sollen. Sie haben es in der Hand! JungunternehmerInnen mit hohem Potential sollen verstärkt gefördert werden, lokale Innovationscluster und Inkubationszonen verbreitet werden. Das Interesse von Investoren wird erhöht.

Um 10:45 beginnt der Check-In, bis zur abschließenden Podiumsdiskussion stehen diverse Vorträge und das Finale des MS-Innovation Awards am Programm. Austragungsort dieses freundschaftlichen Unternehmer-Derbys ist das Euro Plaza Conference Center (Am Europlatz 2, 1120 Wien) - die Teilnahme ist nur gratis, so wie ich Microsoft kenne, muss kein Teilnehmer verhungern :mrgreen: Registrierten kann man sich auf der offiziellen Homepage.

FlickR erkennt dein Antlitz

PolarRose hilft ab sofort FlickR's Gesichtserkennungsleistung auf die Sprünge, wie die Blogpiloten berichten:

Bislang ist das Ganze noch etwas umständlich: PolarRose gleicht Facebook- und Flickr-Kontakte ab, findet auf Flickr Fotos der Facebook-Freunde und markiert sie mit dem entsprechenden Namen auf Flickr. (Grund hierfür ist offenbar ein Detail in den Nutzungsbedingungen der Facebook-Schnittstelle.) Wir können aber wohl davon ausgehen, dass die Integration beider Dienste schon sehr bald runder laufen wird.

Mit anderen Worten: die Doppelexistenz für die wüsten Partyfotos hat ausgedient. Nicht auszudenken, wie viele scheinbar anständige Finanzkontrolleure in Zukunft ihren Job verlieren werden, wenn sich vollautomatisiert rausstellt, dass Herbert Himmelfreundpointner in seiner Freizeit als Rosanne die Stripperin unterwegs ist!

Wie schreibt man perfekte Twitter-Headlines?

Der Coypblogger setzt sich mit einer Frage auseinander, die dieser Tage wohl zahlreiche Gemüter beschäftigt: wie formuliert man Tweet-Headlines so, dass möglichst viele Leser auf die Links klicken? Und kann man bei 140 Headlines überhaupt von einer Überschrift sprechen? Diesen Beitrag sollte sich kein Microblogger entgehen lassen:

But unlike the anonymous free-for-all that is Digg, Twitter is a bit different. Your followers may retweet based on a headline alone, but only because they trust you. Your past performance and editorial judgment in selecting (and producing) quality content is what leads to that trust.

Von 60 auf Null

Was macht man in Krisen- und Veränderungssituationen? Unter anderem Seth Godins Blog lesen. Und vor allem seine Ratschläge ernst nehmen:

Prediction: The effort required to outsource a task involving the manipulation of data of any kind will continue to decrease until it will be faster and cheaper to outsource just about anything than it will be to use in-house talent. What will you do today to ensure your prosperity when that happens?

#helgevsdatadirt: Der den Papierwolf pflanzt

Zur Erklärung: the feud is on! Bis zum ersten Videobeitrag auf 4SAT wird's noch ein Weilchen dauern, aber via Twitter befetzen dieser selbsternannte Usability-Experte uns schon ein paar Tage. Der Mann hat einfach keine Ahnung vom Social Web, und weil das nicht nur einmal, sondern öfter gesagt werden muss, gibt's ab sofort (ab und an) diese neue Rubrik im Panoptikum.

Herr Helge, ich muss Ihnen entschieden widersprechen: Herr Armin Wolf ist zwar mit Frau Euke Frank verheiratet, und solche Medienprofi-Lebenspartnerschaften bieten zwar zweifellos jede Menge Anlässe, um beim Re-Tweeten das zwischenmenschliche mit dem Nützlichen zu verbinden, denn in der ZIB kann man schlecht eine Frauenzeitschrift in die Kamera halten. Aber mit E-Media haben Sie ja nun endlich das passende Papiermedium zur Verbreitung ihrer kolumnistischen Halbwahrheiten gefunden, daher verstehe ich durchaus ihre Freude. Ich habe übrigens bei dieser Zeitschrift schon gekündigt, als Sie noch nicht mal wussten, was ein Weblog ist. Aber zurück zum "Armin, der mit dem Wolf twittert", wie sie in zielgruppengerechter Blumensprache so schön formulierten. Der mache alles richtig, weil er auf Augenhöhe twittere - ja wo denn sonst? Schreiben Sie ihre Microblogging-Einträge vielleicht mit den Füßen? (Das war jetzt eine rhetorische Frage.) Sie "alter Twitterer" beobachten ja bekanntlich "denn aktuellen Medienrummel samt Promi-Twitterern natürlich skeptisch", aber auch nur deshalb, weil Sie selber gern einer wären. Aber nun - grausames Schicksal - erkennen müssen, dass selbst ein exzellentes Geek-Network nicht gegen ein paar Minuten Airtime pro Tag ankomme. Ich empfehle Ihnen: suchen Sie sich eine hübsche junge Dame für Ihr Avatar-Bild, Ihre mickrige Followerschar wär ja sogar meinem RSS-Feed peinlich!

SEO-News der Woche

Die Internetkapitäne präsentieren ihren ersten (und imho ziemlich gelungenen) SEO-Comic mit dem Titel "Neulich in der Agentur", Prometeo leidet unter dem schönen Wetter und corp:nu erzählt vom Verkauf der SEO.info Domain - angeblich um 17.000 Euro. Weiß der Geier, warum jemand soviel Kohle ausgibt, um die Seite dann bei Sedo zu listen...

Lasset und niemals vergessen: es sind nicht Webmaster, die für Penalties sorgen, sondern böse Links. Satanische Webverweise, beseelt von ungutem Blackhat-Geist. Wer schnell mal eine Google-Bombe zünden will oder sich generell von der dunklen Seite der Ohnmacht angezogen fühlt, findet beim Bösen SEO eine kleine Schritt-für-Schritt Anleitung, die sich vor allem durch Links zu einigen relativ exotischen Spammer-Tools auszeichnet. Da lob ich mir doch den Fast Blogfinder - denn automatisierte Massen-Linkabwürfe bringen schon längst keine Webseite mehr nach vorne. Trotzdem würden mich Praxis-Erfahrungen mit Xrumer interessieren... Meinungen?

Ähnlich wie bei den Blogs gibt es auch Software für Foren. Xrumor ist wohl die bekannteste. Diese verdammt intelligente Software hat sogar einen verdammt guten Captcha Breaker integriert und schafft es sich in fast jeder Forum Software automatisiert zu registrieren und Postings abzusetzen. Das Tool stammt aus einer russischen Softwareschmiede und kostet in der aktuellen Version knapp 520 Dollar.

Alte Geschichten aufwärmen

Mit Blogpostings ist es wie bei den Proponenten von Rattenrennen: manche laufen besser, andere schlechter. Problogger aka Darren Rowse empfiehlt, die Top-Kandidaten aus der Backlist-Hitparade ab und ein wenig abzustauben und aufzupolieren:

No matter how hard we work on our blogging there are always things in the posts that we’ve previously written that can be improved upon. There are also posts in most of our archives that have simply under performed for some reason or another.

Der Beitrag ist übrigens ein Teil von Darrens Serie "31 Days to build a better blog challenge" - da mal reinzuschauen ist generell eine gute Idee.

Im Gespräch mit Heiner

Heiner Hemken von SEO-united.de stand im aktuellen SelbständigImNetz-Interview Peer Wandiger Rede und Antwort. Es geht um Google, Datensammelwut und die Zukunft im allgemeinen und speziellen. Sehr lesenswert - und Peers Fazit kann ich nach reichlicher Praxiserfahrung nur zustimmen:

Es ist also gar nicht zu verhindern, dass viele Daten über uns zusammen getragen werden. Allerdings hängt auch viel davon ab, wie viele Daten man von sich selber preisgeben möchte. Dieselben Leute, die sich über die Datensammelwut von Google beschweren, geben bereitwillig ihr ganzes Leben auf Facebook und Co. preis.

Videos der Woche: keine Glühbirnen mehr

Schokolade-Birnenkuchen wird hoffentlich weiterhin erhältlich sein, Glühbirnen dagegen will die EU in den nächsten Jahren restlos aus ihren Sockeln schrauben. Energiesparlampen sind mit ihrer langen Aufheizdauer auch nicht gerade das Gelbe vom Kronleuchter, also sind neue Beleuchtungskonzepte gefragt. Die OLED-Wall von Philips hätte ich gern in meinem Wohnzimmer... und der OLED Chandelier könnte tatsächlich bald im Shop stehen (via Engadget):

YouTube Preview Image

Video der Woche: da capo

Last Minute Addendum: Heute gibt's noch ein Video der Woche, in letzter Sekunde vorbeigeschickt von Linzerschnitte - Phlow hat der Clip offensichtlich auch gefallen:

From the award-winning documentary, "Playing For Change: Peace Through Music", comes the first of many "songs around the world" being released independently. Featured is a cover of the Ben E. King classic by musicians around the world adding their part to the song as it traveled the globe.

Und das war's auch schon wieder mit den letzten sieben Tagen im Schnelldurchlauf - nächste Woche steppt der Bär dann rund um den Maibaum und frisst jeden, der sich mit einer Säge nähert. In diesem Sinne: guten Appetit und schönen Restsonntag, wir lesen uns morgen!

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Blogistan Panoptikum KW45 2008

blogistan panoptikumHinter einer grauen Tür in einer grauen Holzwand verbirgt sich die Geschichte einer Menge Bilder: letzte Woche wurde das 3-milliardste Foto auf FlickR hochgeladen. Das sind insgesamt eine Menge Pixel, leider gibt's keine zusätzlichen Statistiken - eigentlich ein Kuriosum, denn das Web 2.0 ist ja die reinste Spielwiese für Zahlen-Jongleure. Bei der Gelegenheit fällt mir ein: was ist eigentlich aus Technorati geworden? Die Seite gibt's zwar noch, aber interessiert sich außer dem Betreiber der deutschen Blogcharts noch irgendjemand dafür? Mir ist grade aufgefallen, dass ich das letzte Mal vor drei Monaten dem T-Monster einen Besuch abgestattet habe... schade eigentlich um die schöne Spielweise.

Papierwahl.at: wider die Blackbox Wahlcomputer

Barbara Ondrisek und Peter Purgathofer, beide an der TU-Wien tätig, beschäftigten sich in äußerst fundierter und kritischer Weise mit dem Thema elektronischen Wahlen. Dabei geht's nicht um Ablehnung, sonder um eine kritische Auseinandersetzung mit einer zukünftigen "Kerntechnik" der Demokratie, die sich für viele Bürger im Gegensatz zu Stift und Zettel als undurchschaubare Blackbox präsentiert. Ein Besuch neu gelaunchten Plattform Papierwahl.at wird dringend empfohlen - wenn schon die staatlichen Medien ihrer Informationspflicht nur derart ungenügend nachkommen, dann springen eben Blogger in die Bresche! :mrgreen:

Yahoo sucht neuen Käufer

Yahoo sucht händeringend eine neue Käufer, nachdem die Werbe-Allianz mit Google platzte, oder besser gesagt: implodierte. Jerry Yang hofft nun auf ein Kaufangebot von Microsoft - und die Ex-Firma von "Pension ist" Bill Gates könnte in Zeiten von Nasdaq-Kellerparties ein Schnäppchen machen. Noch im Mai dieses Jahres war ein Übernahmeangebot am Kaufpreis gescheitert. In den letzten Jahren konnte Yahoo einige sehr spannende Services launchen und/oder aufkaufen (MyBlogLog, Pipes), aber der Marktanteil in Europa ist wesentlich zu gering, um nachhaltigen Impact zu entwickeln, den USA allerdings suchen noch immer über 10 Prozent der User via Yahoo.

Holger Rust belässt alles beim Alten

In der Tat gibt es genug übermäßig evangelistische Prosumers, ein Artikel von Holger Rust in der Wiener Zeitung lässt das Pendel aber gar etwas stark in die andere Richtung ausschlagen [via Pete]:

Erfolgreiche Revolutionen im Konsumbereich resultieren meist aus dem Bestreben der Kunden, mit möglichst innovativen Mitteln alles beim Alten zu belassen.

Tja, die gute alte Kategorienverwechslung ist eben doch der direkte Weg zum markigen Nullaussage!

Kein Grissestermann für Kärnten

Stermann meinte dazu im "Falter", wenn man im Internet Postings von Leuten lese, "die busweise dort hinfahren möchten, damit wir in Särgen zurück geschickt werden, dann ist das keine gute Voraussetzung für einen lustigen Abend".

Schreibt der Standard über die Causa Kärntner Pietät vs. Freiheit der Kunst. Stein des Anstoßes war die "Willkommen Österreich" Ausgabe vom 23. Oktober, in der auf angeblich "für Kärnten untragbare Weise" (der neue Landeshauptmann) mit dem Tod Jörg Haiders umgegangen wurde. Drohungen trafen ein, auf den Veranstalter soll gar ein Anschlag verübt worden sein. Auch Marflows Telefon dürfte vor kurzem heiß gelaufen sein, denn am letzten Partyflyer war der bewusste Phaeton abgelichtet mit dem Spruch: "Gratis Eintritt ab 1,8 Promille". Nil nisi bonum gilt für Personen des öffentlichen Lebens eben nur sehr eingeschränkt - ich hab die WK-Österreich Sendung nicht gesehen, den Flyer fand ich persönlich sehr geschmacklos, aber dennoch: diese Karikatur bringt des Pudels Kern ganz gut auf den Punkt.

SEO News der Woche

Keiner drei Milliarden Fotos bedurfte es, um die Läuterung des Mediadonis zu dokumentieren: von Playboy-Haserln zu Klosterschwestern! Da soll noch einer behaupten, es spiele keine Rolle, ob der Google Slap von Bunnies oder Klosterschwestern ausgeteilt wird! Noch ernsthafter geht's anderswo zu: am Sumablog gibt's einen Vergleich gängiger SEO-Software-Suiten; ich habe alle gelisteten Programme getestet, meiner Meinung nach kann keines davon auch nur ansatzweise mit den SEOMoz-Tools mithalten - allenfalls die Reporting-Funktionen ersparen einiges an Zeitaufwand. Aber wozu man zum Recherchieren von themenrelevanten Link-Tausch Sites einen spezialisierten Crawler braucht, werde ich sowieso nie verstehen - die direkte Konkurrenz um eine Werbeschaltung zu bitten, halte ich für wenig effizient :mrgreen: Geld in alte Domains zu investieren, macht da schon deutlich mehr Sinn, wie einem aktuellen Posting am SEO-Handbuch zu entnehmen ist. Natürlich sollte man Senioren-URLs auswählen, die keiner Google-Penalty unterliegen - Sistrix hat unter Zuhilfenahme seiner eigenen Toolbox einen äußerst instruktiven Artikel zu diesem Thema geschrieben.

Immens hilfreiche Umzugs-Checklist von Frank

Herr Helmschrott does it again: weil Frank mit seinem Blog umzieht, hat er die Gelegenheit genutzt, um eine immens praktische Checklist zu veröffentlichen:

Um dem ein oder anderen behilflich zu sein, der in Zukunft irgendwann mal seinen WordPress-Blog umziehen will, halte ich hier mal die Schritte fest, die ich durchgeführt habe und die bei vermutlich jedem anderen Umzug nahezu identisch sein werden.

Ich hab's an der Stelle schon öfter gesagt und denk's mir jedes Mal wieder: FH's WordPress Checklists, Anleitungen und Tutorials gehören zu den kompetentesten, best-aufbereiteten WordPress-Infos, die das deutschsprachige Netz zu bieten hat. Und grade bei einem Umzug kann eine Menge schief gehen: und Franks Liste wird zukünftig einige Blogger vor diversen Katastrophen bewahren!

90% Wikipedia

SEO-United bringt ein Wikipedia-Statistik-Update und kommt zu einem beeindruckenden Ergebnis:

Das Wissensportal Wikipedia konnte innerhalb eines Jahres weiterhin viele gute Platzierungen erreichen. Mit über 90 prozentiger Wahrscheinlichkeit ist mindestens eine Wikipedia-Domain unter den Top 10 vertreten.

Mit anderen Worten: der Aufwand, den man betreiben muss, um einen Link in der WP zu platzieren, zahlt sich noch mehr aus als vor einem Jahr!

Schon wieder 10 Euro verdient

Reiffix listet wieder mal die Monatseinkommen deutschsprachiger Blogs - immer wieder beruhigend, kann ich nur sagen. Eine kurze Frage nur dazu (das Schimpfen überlass ich Baynado): wo bleibt die Umwegrentabilität, auch Kollateralnutzen genannt?

Twitter will Accounts löschen

Nützt eigentlich irgend jemand Identi.ca? Sieht wohl ganz so aus, als ob unser Lieblingsvögelchen Twitter in den letzten Wochen zum Lieblings-Trafficbringer us-amerikanischer SEOs avancierte. Dazu passt auch, dass die Zahl an Rotlicht-Spammern gravierend zunimmt, und das wiederum wollen sich die Betreiber nicht bieten lassen: Twitter führt schon länger eine interne Blacklist, und wer dort etwas tut, was den unausgesprochenen Regeln zuwiderläuft (z.B. zuviele Follow-Requests rausschicken), erlebt relativ flott ein unangenehme Überraschung. Dass eifrige Blockwarte kurzzeitig ein Drittanbieter-Blacklist-Service ins Leben riefen, ist in der Tat ein schönes Eingeständnis der mangelnder Medienkompetenz... let's face it: die kurze Zeit, in der Twitter primär als "privates" Service benutzt wurde, ist vorüber: da ändern noch so viele Blacklists nix dran. Demnächst mehr zum guten alten Schinken-in-Dosen-Thema im kommenden Videopodcast.

Video der Woche

Barrack Obama hat die Präsidentschaftswahl gewonnen. Die größte Überraschung dabei: Twitter war nicht down.

Nun fragen sich alle: is Obama beautiful world? Die Einwohner dieses japanischens Dorfes, das übrigens auch Obama heißt, sagt vermutlich "ja", aber die japanischen Strophen kann ich leider nicht verstehen [via YouTube Preview Image

Und damit wären wir auch schon wieder am Endes dieses Panoptikums angelangt - nächste Woche gibt's unter anderem wieder eine neue SEO-Dog-Folge starring Xsara, einen Videopodcast zum Thema Twitter und einen äußerst spannenden Gastbeitrag über symbolische Kommunikation in sozialen Medien. Wie an dieser Stelle bereits erwähnt: Input, Anregungen und Infos fürs Blogistan-Panoptikum sind immer willkommen. Ich wünsche einen schönen Restsonntag - wir lesen uns am Montag!

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
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Lijit.com: Potentiell geniale Social Web Suche mit Haken

lijit Lijit.com: Potentiell geniale Social Web Suche mit HakenElaborierte Search-Plugins für WordPress existieren zur Genüge, denn die von Haus aus mitgelieferte, mysql-basierte Suche hat ein paar gewaltige Einschränkungen. Allerdings erfasst selbst das ausgefeilteste Such-Plugin nur jene Inhalte, die am eigenen Blog liegen. Wäre es in Zeiten des Syndikationswahnsinns denn nicht viel praktischer, sämtliche eigenen Inhalte, die auf diversen Social Plattformen von BlinkList über FlickR bis StumbleUpon so rumliegen, zu indizieren? Lijit nimmt sich genau dieser Aufgabe an - und ich bin schlichtweg begeistert drüber, dass es zur Abwechslung doch mal ein genuin neues, copycat-freies Web 2.0 Service gibt. Sowas wär doch in Europa auch mal toll.

Die Registrierung bei Lijit erfolgt in Windeseile, nach der Eingabe der eigenen Blog-URL sucht das Script erstmal auf allen derzeit unterstützten Plattformen nach passenden Usernamen. Das funktionierte bei mir auf Anhieb ganz hervorragend, da ich auf einigen Seiten mit dem Usernamen "datenschmutz" registriert bin. Jene Plattformen, die nicht automatisch erkannt werden, trägt man händisch in die Liste nach.

Lijit aggregiert den Suchindex

Die Zahl der unterstützten Social Services ist mehr als beachtlich, deutschsprachige Seiten bleiben allerdings außen vor. Derzeit umfasst das Portfolio folgende Plattformen:

  • Social Bookmarks / Social News:: BlinkList, ClipMarks, delicious, digg, Faves, Furl, Ma.gnolia, reddit, StumbleUpon, Mixx
  • Fotos und Videos: flickR, Youtube, Vimeo, Viddler
  • Social Networks / Bloghoster: LinkedIn, Live Journal, MySpace, Twitter, MyBlogLog, TumblR, Disqs, intense debate, Facebook
  • sonstige Services: zusätzlich können beliebige URLs, RSS- oder OPML-Feeds eingetragen werden.

Im zweiten Schritt analysiert Lijit die eigene Blogroll und - falls vorhanden - das zugehörige MyBlogLog Profil und bietet an, die gefundenen Blogs automatisch als Infoquellen für die Suche mit aufzunehmen. Auf diese Art und Weise sucht man wunschweise also nicht bloß in eigenen Inhalten, sondern in seinem gesamten sozialen Online-Mikrokosmos: ein Feature, das mir ganz hervorragend gefällt.

Das Suchergebnis wird dabei wahlweise als Floating Layer eingeblendet, ein Wechsel der Seite ist nicht erforderlich. Die Suche funktioniert reibungslos und schnell, die Darstellung ist übersichtlich - wäre da nicht die eingeblendete Werbung, die Lijit für mich auf datenschmutz unbrauchbar macht. Wer das ganz mal testen möchte, kann einen Blick auf datadirt werfen, dort hab ich das Search-Widget eingebaut:

lisearch Lijit.com: Potentiell geniale Social Web Suche mit Haken

Leider existiert derzeit kein Premium-Modell: für eine werbefreie Variante, die ich fest in datenschmutz integrieren kann (eventuell ohne floating layer), würd ich sofort 5 Dollar im Monat bezahlen. Ich war mit den Betreibern bereits in Kontakt, eine Bezahlversion ist zumindest derzeit nicht geplant:

Lijit does not currently have a paid service offering as we believe most of our publishers would rather "pay" for their use of the service though the display of ad units.

Ein echtes Killer-Feature ist die Explore-Funktion: anhand von Incoming und Outgoing Links wird das eigenen Beziehungsnetzwerk als dynamisches, klickbares Diagramm dargestellt - klingt kompliziert, geht in der Praxis aber ausgesprochen flockig von der Hand:

explore lijit

Fazit: von allen Aggregatoren, die für sich beanspruchen, sowas wie ein zentraler "social hub" im Web 2.0 zu sein, hat Lijit für mich das größte Potential. Die "Explore" und "Surprise me" Funktion machen Spaß, die Kernaufgabe "Suche" erfüllt Lijit hervorragend. Ich bin sehr gespannt, wie sich das Service weiterentwickelt.

Blogistan Panoptikum KW33 2008

barcamptraunsee Blogistan Panoptikum KW33 2008Das Barcamp in Traunsee ist vorbei - soviel geballtes Web zwei Null an einem Wochenende hinterlässt natürlich Spuren im Netz. Auf FlickR gibt's meine erste BC Traunsee Gallerie, auf Facebook hab ich die gleichen Fotos online gestellt: denn dort gibt's ein Feature, das ich bei FlickR schmerzlich vermisse: Fototagging - ein wahres Killerfeature. Ich frag mich, wann FlickR das endlich anbietet - denn prinzipiell möchte ich meine Bilder lieber öffentlich als ich Walled Garden Facebook hosten... also hilft vorerst nur doppelt gemoppelt, aber das scheint in Zeiten der maßlosen Content-Aggregation ja auch nur angebracht.

Micro-Blogging News: Twitter & Co.

Twitter: keine freien SMSen mehr: Was haben wir uns in den letzten Monaten gewundert, wie Twitter seine Millionen an outgoing SMS-Messages bezahlt... bekanntlich konnte man sich bislang wahlweise nur Direct Messages oder alle Updates wahlweise auch via SMS an die eigene Mobilnummer schicken lassen, als Absender tauchte eine britische Nummer auf. Nun kennen wir die Antwort: gar nicht. Und mit der rasanten Skalierung traten wohl nicht nur Serverprobleme, sondern auch Unfinanzierbarkeiten auf den Plan:

Mobile operators in most of the world charge users to send updates. When you send one message to Twitter and we send it to ten followers, you aren't charged ten times—that's because we've been footing the bill. When we launched our free SMS service to the world, we set the clock ticking. As the service grew in popularity, so too would the price.

In Kanada (this is aboot communication!), Indien und den USA fand Twitter Mobilfunkpartner, dort gibt's weiterhin die Freebie-Nachrichten, während der Rest der Welt erstmal warten muss: die Betreiber wollen in möglichst vielen Ländern Partnerverträge abschließen, aber das kann dauern. Wer weiß, vielleicht dürfen Tweets hinkünftig nur noch 100 Zeichen lang sein, damit ein bisserl Werbung Platz hat :mrgreen: Incoming Messages sind nicht betroffen, die an Twitter gesendeten Nachrichten werden ja von den jeweiligen Usern bezahlt.

Da mittlerweile für so gut wie alle modernen Handy-Betriebssystem Clients verfügbar sind, hält sich der "Schaden" für Geeks in engen Grenzen. Genauere Infos kennt das Twitter-Blog.

Bleepst du deitsch!< Es gibt jetzt einen deutschsprachigen Twitter-Clon. Viel mehr gibt's dazu nicht zu sagen, außer, dass ich gerade auf der Startseite von Bleeper folgende Message von localmeyer gelesen hab:

Hier ist ja noch weniger los als bei identi.ca.

SEO-News der Woche

SEOhausen war vergangene Woche - und natürlich auch jede Woche davor - in hellem Aufruhr. Janik droppte ein paar sehr wahre Worte über Konfliktpotential zwischen Design- und SEO-Abteilung, das ich aus meiner täglichen Arbeit nur allzu gut kenne. Ein sehr ausführliches und unbedingt lesenswertes Interview mit (Ex?) Online-Desperado Thomas Promny, der früher mal dem Irrtum erlag, BlackHat könne in de funktionieren [1. ts ts... sowas geht auf Dauer doch nur länderübergreifend!]. Noch mehr Lesestoff gibt's bei SEO-Scene, hier stand Sergej Müller, Byte-Papa von WP-SEO, Frage und Antwort. Das Plugin kommt natürlich auch hier auf ds zum Einsatz - die 20 Dollar zu investieren, kann ich jedem ambitionierten Blogger nur dringendst nahelegen.

Eikyo stellt das auf Open Source Themen spezialisierte Social News Portal Hype! vor, der Seitenoptimierer zieht in den Krieg gegen Social Bookmarking Services, Google gibt endlich zu, Datenkrake zu sein und es gibt jetzt auch schon Junior SEO Manager - Ricardo.ch sucht einen solchen; Xsara hat kurz überlegt, aber dann gleich beschlossen, dass Hunde-Selbständigkeit doch mehr Zeit fürs Gassigehen lässt...

Abstauber-Alarm: der Promoter verlost eiskalt einen 125x125er Werbeplatz in seinem Sidebar - allerdings steht nirgends, wie lange die Schaltung online bleibt. Mehr als ein Tag wird's wohl sein, wer sollte sonst schon einen Artikel mit 250 Wörtern schreiben?

Video der Woche

Opa Kelly hat's schon wieder getan: bei den Ted Talks sprach der Schwarm-Pionier über die nächsten 5.000 Tage des Web. (Nein, älter ist das WWW noch nicht.) Sein Vortrag ist genauso realitätsfern visionär wie eh und je: dank Info-Tech wird nicht alles gut, sondern noch besser. Wir haben's schon immer gewusst:

Das war's dann auch schon wieder - im Lauf der Nacht folgt noch ein Barcamp-Bericht mit weiteren Fotos, ansonsten wünsch ich geruhsame letzte Sonntagsminuten - wir lesen uns morgen.

Flickrmosaikstöckchen: Mal bildlich kommunizieren

fotomosaik 150x150 Flickrmosaikstöckchen: Mal bildlich kommunizierenBei CuriOsities bin ich über ein spaßiges Stöckchen gestolpert, und weil's jeder aufheben darf, tu ich das mal. Man gibt die Antworten auf zwölf Fragen ins FlickR-Suchfeld ein, wählt eines der betreffenden Bilder aus und füttert den Mosaic Maker mit den Resultaten. Wer mitmachen will, bediene sich - statt FlickR kann natürlich auch eine andere Fotocommunity verwendet werden; aber in jedem Fall sollte man auf die Copyrights achten und nur Fotos verwenden, die unter einer CC-Lizenz stehen bzw. anderweitig freigegeben sind. Et voilá - there goes my Mosaic:

fotomosaik Flickrmosaikstöckchen: Mal bildlich kommunizieren

Und hier noch die zwölf Fragen - die Bilder sind oben links beginnend von Reihe eines bis vier sortiert:

  1. Dein Vorname? - ritchie (Foto von Marion Doss)
  2. Lieblingsessen? - T-Bone Steak (Foto von thebusybrain
  3. Auf welche Schule bist du gegangen? - Gymnasium (Foto von gumtau
  4. Lieblingsfarbe? - Titan (Foto von euthman)
  5. Celebrity Crush? - Scarlett Johansson (Foto von whalesalad)
  6. Lieblingsgetränk? - Grüner Tee (Foto von pokpok313)
  7. Traumurlaubsziel? - Toronto (Foto von Cold Cut)
  8. Dein Lieblingsnachtisch? - Panna Cotta (Foto von Zesmeralda)
  9. Was willst du werden, wenn du groß bist? - Batman (Foto von gruntzooki)
  10. Was magst du am meisten am Leben? - Natur (Foto von elbfoto)
  11. Ein Wort, das dich beschreibt? - Rock'n' Roll (Foto von oddsock)
  12. Dein Nickname? - Datadirt (Foto von Phreak 2.0)

Wer mitmachen möge, bücke sich. Aber Vorsicht: nicht übers Copyright stolpern! Das hat schon so manchen nichtsahnenden Blogger unnötige Abmahnkohle gekostet: man kann auf FlickR via "Advanced Search" ganz bequem nach Bildern suchen, die unter der CC-Lizenz stehen; selbstverständlich muss trotzdem der Fotograf zu namentlichen Rühmen und Ehren kommen.

Springeight Fotos online

SpringeightfestivalHeute bin ich mal dazu gekommen, meine Springeight Fotos zu sortieren - das Video wird wohl noch ein Weilchen warten müssen... Schade, dass die Aufnahme von LK so übersteuert ist, aber das kann ich meiner 90-Euro Aldi-Kamera andererseits nun wirklich nicht verdenken. Das Teil sollte eigentlich Kult werden, sozusagen ein digitales Pendant zur Lomo - und auf jeden Fall mit ebenso hohem Hosentaschen-Tauglichkeitsfaktor. An dieser Stelle gibt's jedenfalls erstmal meine Foto-Selection, wahlweise hier im Musik-Album oder auf FlickR. Das Festival hat jedenfalls Spaß gemacht - und auch wenn die kleinen Digicams in der Semi-Dunkelheit des Dancefloors nicht gerade überzeugende Resultate liefern: wer will schon am Floor mit einer SLR-Tasche shaken?

[Galerie nicht gefunden]

Mobile Mash-Ups: .at bleibt weitgehend ausgesperrt

zong Mobile Mash Ups: .at bleibt weitgehend ausgesperrtMeistens leb ich ja recht gern hier in .at-Land. Aber immer, wenn's ein cooles US-Start-Up gibt, das irgendwas mit mobile Usage zu tun hat UND sich die Mühe macht, europäische Länder mit lokalen Einwahlnummern zu integrieren, ärgere ich mich darüber, dass die Alpenrepublik viel zu klein ist, um sich extra die Mühen einer +43er Nummer auf sich zu nehmen. France, Sweden, Switzerland, UK, Italy... no Aut. Das würd dann wohl richtig teuer werden, dabei verpassen wir einige ziemlich coole Services.

Zum Beispiel Utterz: ich hab bei Loren von dem Mobile-Mash-Up gelesen, das aus (via Handy oder Web) eingesandten Bild-, Text-, Audio- und Videoschnippseln Postings macht, die dann wahlweise am eigenen Blog bzw. auf Twitter, FlickR, Youtube und Co. erscheinen. Die Seite ist auf maximal einfache Bedienbarkeit ausgelegt - alle Inhalte, die innerhalb eines 10-Minuten-Timeframes einlangen, werden zu einem Posting vermantscht: also einfach ideal für jede Art der Liveberichterstattung, auch wenn der Slogan "be herd" ausgesprochen unsympathisch rüberkommt. Wie das Teil in der Praxis funkt, werd ich allerdings wohl so schnell nicht erfahren, denn Österreich findet sich nicht auf der Liste der unterstützten Länder; und irgendwie vermute ich, dass bevölkerungsreichere Länder da höhere Priorität genießen. Dabei hört sich die Idee wirklich gut an: die Webwelt braucht zweifellos kein weiteres Mashup, das einen Meta-Meta-Feed aus allen Metafeeds generiert, aber die simple Mobile-Einbindung macht durchaus Sinn:

Utterz is the first way you can instantly blog your experiences, thoughts and ideas, anywhere, using all the capabilities of your mobile phone. Utterz mashes together the voice, video, pictures, and text you call or send in and creates an 'Utter' that can immediately update your existing web pages on sites like Blogger, WordPress, Facebook, LiveJournal, MySpace and more.

Zong: via SMS Inhalte bezahlen

Und dann ist da noch Zong: von diesem Billing-Dienstleister habe ich bei Jeremy erfahren: es handelt sich nicht um die Rückkehr einer alten Fernsehshow in neuem Gewand, sondern um den ersten frei verfügbaren Dienstleister für Micropayments via SMS:

Zong is the only web service that enables you to create and launch mobile services in 10 countries in under 10 minutes and generate revenues from each transaction. Through Zong's intuitive interface, you will create your service in a few clicks, you will then be able to market it to your user base and make money today! Zong is a service of Europe's Mobile Media solutions leader, Echovox, which has direct connections and relationships with over 50 mobile operators.

Blogger etwa können mit Zong im Handumdrehen Paid Content anbieten, wie das 1938media neulich getan hat: wer die betreffenden Premium-Inhalte lesen möchte, schickt eine SMS an die betreffende Nummer und bezahlt im vorliegenden Beispiel 99 Dollar-Cent für 7 Tage Zugriff auf das gewünschte Posting. Ganz entgegen dem weit verbreiteten Paradigma von "Content wants to be free" machen bezahlte Postings in vielen Fällen durchaus Sinn; zwar ist bisher noch jeder Anbieter von massentauglichen Premium-Inhalten mehr oder weniger elegant gescheitert, aber das wird sich in Zukunft gravierend ändern: wer nix zu sagen hat, darf auch nicht erwarten, dafür bezahlt zu werden; aber für SEO-Artikel von Rand Fishkin und Co. würd ich sofort bezahlen; werd ich aber nicht, denn natürlich wird auch von Zong .at (noch) nicht unterstützt.

PS: Ich hab zwar keinesfalls vor, hier auf datenschmutz bezahlte Inhalte anzubieten, wär aber sehr dran interessiert, wie die werte Leserschaft dieses Thema grundsätzlich sieht? Besteht Zahlungsbereitschaft oder sind solche Mehrwert-Artikel grundsätzlich undenkbar? Und wie hoch wäre ein akzeptabler Preis für einen Artikel?

mybloglog: Ich aggregier’ dich wie die Hölle

mybloglog wurde an dieser Stelle bereits des Öfteren erwähnt; vor einiger Zeit hat sich Yahoo den Dienst einverleibt und das Portfolio um einige interessante neue Services erweitert.

Ich hab das Widget, das anzeigt, welche mbl-User datenschmutz besuchen, zwar eingebaut (siehe Footer), aber die Seite schon ein Weilchen nicht mehr besucht. Erste Auffälligkeit: man loggt sich fürderhin mit seinem Yahoo-Account ein, denn ebenso wie Goliath Google setzt David Yahoo bei allen hauseigenen Web-Apps auf Unified Login. Das ist allerdings bei weitem nicht die einzige Neuerung: das eigene Profil wurde ganz gewaltig gepimpt, und zwar ganz dem Activity-Feed Zeitgeist entsprechend.

Konnte man früher lediglich IM-Daten und Homepage eingeben, nehmen die Profileinstellungen nun jede Menge Usernamen von Web 2.0 Services entgegen: so lassen sich unter anderem das eigene Facebook, FlickR, Youtube und del.icio.us Profil sowie zahlreiche weitere Web-Präsenzen mit dem mybloglog-Profil verknüpfen - fortan tauchen diverse Social Actions auch im mbl-Feed auf, außerdem werden die ausgewählten Services auch in das optionale Sidebar-Widget eingebunden.

mybloglog

Die gewohnten Community- und Kontaktmanagement Funktionen sind natürlich erhalten geblieben; zusätzlich dürfen HTML-E-Mail User (Just my 5 Cents: HTML-E-Mails sind die Ausgeburt des bösen. Text only rules supreme!) sich eine semi-phatte E-Mail Signature mit mybloglog Werbung generieren. Grosso modo gefallen mir die Updates recht gut - nett zu wissen, dass Yahoo die vor allem in den USA sehr florierende Seite nicht vom Zahn der Zeit benagen lässt, sondern Ressourcen in die Weiterentwicklung investiert - tatsächlich ist die Aggregation verschiedener Webpräsenzen nach dem Facebook-Vorbild wohl einer der großen Trends des Web 2.0 der kommenden Monate. So, und mit diesem doppelten Genetiv schließt der Beitrag auch schon wieder; was mich aber noch interessieren täte: wer aus der geschätzten LeserInnenschaft nutzt mybloglog fürs eigene Weblog?

Blogbeiträge bebildern mit Pixelio

pixeliologo Blogbeiträge bebildern mit PixelioNeben FlickR existieren mittlerweile zahlreiche Online-Bilddatenbanken - und vermutlich hat so ziemlich jeder Blogger seine Vorlieben. Ein altes chinesisches Sprichwort aber sagt: "Wer spätere Abmahn-Kosten will vermeiden, sollte bei reprofreiem Bildmaterial bleiben." Und genau dafür hat sich bei mir Pixelio bisher bestens bewährt.

pixeliosucheWer hat schon das passende eigene Digitalfoto für jede Situation bereit? Da ein Bild bekanntlich mehr sagt als tausend Worte und bunte Pixel Abwechslung in digitalen Bleiwüsten verschaffen, gilt für Blogs das gleiche wie für jede Zeitung: Bilder verschaffen Aufmerksamkeit und regen zum Lesen des Artikels an. Die Zeit, als man für Pressefotos Bares bei Agenturen einwerfen musste, ist glücklicherweise weitgehend vorüber, denn viele Online-Gallerien bieten die Möglichkeit, gezielt nach sogenannten "reprofreien", also kommerziell verwendbaren, Fotos zu suchen. Ich bin seit längerem großer Fan der deutschen Foto-Community Pixelio. Das hat mehrere Gründe, in erster Linie finde ich allerdings die Profi-Suche sehr gelungen - denn sie erlaubt nicht nur thematische Anfragen, sondern auch die Suche nach bestimmten Größen und Farben.

Weiters finden sich auf Pixelio kaum Amateurfotos aus der Liga "privates Album" - der Profi-Bildanteil ist ausgesprochen hoch. Die erwähnte Profi-Suche erlaubt neben der Eingabe von Schlagwörtern zudem auch die Wahl einer bestimmten Farbe inklusive einer Toleranzschwelle: äußerst praktisch für Designer und Illustratoren, die passende Fotos zu einer bestehenden Farbwelt suchen. Der "Leuchtkasten" fungiert als persönliches Album, die Detailseiten der einzelnen Fotos enthalten neben Informationen über Fotograf, Bildgröße und Lizenztyp auch jeweils das zugehörige EXIF-Histogramm.

Zwar lässt sich die gesamte Sammlung frei durchstöbern, wer Pixelio allerdings ernsthaft nutzen möchte, kommt um die Gratis-Registrierung nicht herum - denn die ist erforderlich, um Fotos in hoher Auflösung herunterladen zu können.

Kommerzielle Nutzung?

Pixelio unterscheidet zwischen der Freigabe für redaktionelle oder kommerzielle Nutzung. Bei Publikationen, die rechtlich den Status eines (Massen)Mediums genießen, ist die Sache eindeutig - im Fall von Blogs allerdings bezweifle ich, dass die redaktionelle Freigabe in allen Fällen ausreicht, denn die Grenzen zwischen Berichterstattung und Werbung sind Online noch fließender als am Papier.

Ebenfalls zu beachten gilt das sogenannte "erweiterte Bearbeitungsrecht" - gemeint sind damit Bildmanipulationen sinnverändernder Art. Im Gegensatz zu normalen Bildoptimierungsmaßnahmen (z.B. Kontras-Einstellung, Farbbalance etc.) dürfen erweiterte Veränderungen nur bei expliziter Erlaubnis vorgenommen werden:

Das erweiterte Bearbeitungsrecht ist das Recht, das Bildmaterial unter Verwendung analoger, digitaler oder sonstiger Bildbearbeitungsmethoden zu bearbeiten, umzugestalten, zu kürzen, zu teilen, auszuschneiden, mit anderen Produktionen oder Produktionsstellen oder sonstigen Werken und Leistungen zu verbinden.

Mit der Profi-Suche kann das Ergebnis auf die beiden Parameter "kommerzielle Nutzung" und "erweitertes Bearbeitungsrecht" angeben, zusätzlich verlangt Pixelio einen Verweis auf Herkunft und Fotografen-Name:

Der Nutzer hat in für die jeweilige Verwendung üblichen Weise und soweit technisch möglich am Bild selbst oder am Seitenende PIXELIO und den Urheber mit seinem beim Upload des Bildes genannten Fotografennamen bei PIXELIO in folgender Form zu nennen: © Fotografenname / PIXELIO
Bei Nutzung im Internet oder digitalen Medien muss zudem der Hinweis auf PIXELIO in Form eines Links zu www.pixelio.de erfolgen.

Sollte für Blogger kein Problem sein - ob man die Fotocredits direkt unters Bild schreibt oder in einer Fußnote am Ende des Artikels unterbringt, spielt keine Rolle. Wer bei der Bildsuche auf reprofreie Fotos achtet, findet bei Pixelio dennoch eine riesige Auswahl an professionellen Motiven aus allen erdenklichen Themengebieten - und befindet sich in punkto Urheberrecht auf der sicheren Seite.

Facebook – die ersten Eindrücke

facebookBisher hab ich über Facebook nur gelesen, am Wochenende bin ich endlich mal dazu gekommen, mein Profil einzurichten - und mein erster Eindruck in Bezug auf Features und Usability ist ganz hervorragend. So erweiterbar und flexibel war Social Marketing noch nie - die Betreiber haben jedenfalls die guten Ansätze der Konkurrenz konsequent weitergedacht und aus deren Fehlern gelernt.

Die ganz und gar nicht webzweinullige Politik Xings, essentielle Funktionen nur für zahlende Mitglieder bereit zu stellen, hat mir noch nie besonders behagt. Und während Xing sich ganz auf die Business-Klientel kapriziert, bietet Facebook ein wesentlich umfangreicheres Portfolio an. Registrierung und Import der eigenen Kontakte (in meinem Fall via Outlook-CSV, man kann aber auch bestehende Webmail-Adressbücher etwa von Gmail oder Yahoo nutzen) klappt problemlos: mit den Matching-Funktionen ist das Bekanntschafts-Netzwerk schnell aufgebaut. Facebook organisiert seine Mitglieder durch Zugehörigkeiten zu geographischen und thematischen Networks. Dank Matching-Algorithmen ("people you might know") bleibt der Wunsch nach Geselligkeit nicht lange unerfüllt.

Jedes Mitglied kann neue öffentliche oder private Gruppen anlegen - neben "Austria" bin ich gleich mal der Barcamp Senza Confini Truppe beigetreten. Das Matching-Prinzip zieht sich durch die ganze Plattform: Events von Freunden sind sofort sichtbar, so bin ich auf Anhieb auf den mir vorher noch unbekannten OpenCoffee Club Vienna #3 im großartigen WerkzeugH, das beim Event-Profil direkt mit dem zugehörigen Tupalo-Spot verlinkt ist - Jeez, dieses ganze Web 2.0 Ding fängt wirklich an zu funktionieren!

Extrem lästig sind übrigens anfänglich die dauernden Captchas, die bei jeder neuen Freundesanfrage auftauchen - nach einer Verifikation des Accounts via SMS-Code allerdings entfällt zum Glück die Eingabe. Mit der telefonischen Verifikation trägt Facebook dazu bei, die Plattform spamfrei zu halten: dies gelingt offensichtlich derzeit noch viel besser als bei myspace und Co.

Auch von Vorteil: Soweit ich das bisher beurteilen kann, bedienen sich auf Facebook alle registrierten User bei öffentlichen Infos durchwegs der englischen Sprache - das halte ich durchwegs für einen Vorteil, da so die länderübergreifende Sprachbarriere gleich von vornherein wegfällt.

Weitere Features

Die Möglichkeit, die eigenen Fotoalben auch nicht-registrierten Usern zugänglich zu machen etwa qualifiziert die Seite durchaus als Ersatz für FlickR, so man auf die verschiedenen Auflösungsstufen der Fotos verzichten kann. Das eigentliche "Killerfeature" allerdings sind die sogenannten Facebook-Apps: eine riesige Anzahl dieser Zusatzmodule wartet darauf, das eigene Profil zu pimpen: von der Anzeige der eigenen Blogpostings bis zu verschiedensten Spiele-, Musik-, Dating-, Business- und sonstigen Erweiterungen reicht das Portfolio. Jeder, der eine entsprechende Idee hat und über die nötigen Programmierkenntnisse verfügt kann aufgrund der umfassend dokumentierten API eigene Module einreichen: und da Facebook in den letzten Monaten gewaltig im Aufwind war, kann keine andere Plattform mit einer solche Bandbreite an Tools aufwarten.

vorläufiges Fazit: myspace, Xing und Co. können sich warm anziehen: Facebook hat aus den Fehlern und Schwächen seiner Vorgänger gelernt und präsentiert als erste Web 2.0 Community kein Full-Feature-Angebot, sondern ein solides Framework, in das jeder seine eigenen Applikationen reinhängen kann: und diese Vorgehensweise garantiert einzigartige Flexibilität. Ich werd mal ein paar passende Apps für mein Profil suchen...

Web 3.0 = Semantik + Folksonomy?

Den instruktivsten Einstiegs-Artikel zum Thema "Semantic Web", den ich bislang das Vergnügen hatte zu lesen, veröffentlichte Dr. Cai Ziegler in der aktuellen Ausgabe der c't. In Sinn oder nicht Sinn - Vom Suchen und Finden der Semantik im Web [c't - Magazin für Computertechnik. Nr. 21, 1.10.2007, Heise Verlag, S. 172-179] erklärt der Autor konzise und verständlich die Grundlagen von Tim Berners-Lee's Entwurf eines maschinenlesbaren World Wide Web und zeigt, in welcher Relation unser geliebtes Web 2.0 mit einer derzeit sehr akademischen Disziplin steht.

Die Problematik, die Berners-Lee mit seinem semantischen Modell zu lösen versucht, klingt zunächst trivial: Webseiten sollen maschinenlesbar werden. Das können Scripts wie der Googlebot doch schon längst, mag man einwenden. In der Tat allerdings beschränken sich die "Lesefähigkeit" von Algorithmen derzeit fast ausschließlich auf die bloße Worterfassung und statistische Verfahren: Sinnzusammenhänge bleiben den nicht-menschlichen Interpretatoren völlig verschlossen. Denn um, abstrakt gesprochen, aus einer Gruppe von Wörter sinnvolle Zusammenhänge entnehmen zu können, muss a priori bekannt sein, in welchen Beziehungen die bezeichneten Konzepte stehen. Sogenannte "Ontologien" strukturieren semantische Relationen, indem sie im wesentlichen Gruppen- und Untergruppenzugehörigkeiten definieren: eine Frau etwa ist stets ein Unterelement der Gruppe Mensch, eine Studentin wiederum Unterelement beider vorher genannter Gruppen - nicht jede Frau allerdings gehört der Gruppe Studentin an. Durch ausgefeilte Relationssysteme werden Algorithmen in die Lage versetzt, nicht bloß Häufigkeitsanalysen zu betreiben, sondern dem, was wir menschlichen Leser unter "Sinngehalt" eines Textes verstehen, ein ganzes Stück näher zu kommen.

Die beschriebenen Gruppenrelationen reichen allerdings längst nicht aus: transaktionale Parameter erweitern den Beziehungsfundus und machen jene Medien, die schon längst als Computerdateien und ASCII-Codes auf Festplatten liegen, wesentlich besser "verständlich". Resultieren könnten daraus wesentlich effektivere Suchmöglichkeiten sowie bislang ungekannte automatische Recherche- und Aggregationsfähigkeiten. Obgleich seit Jahren diverse Beschreibungsstandards existieren, konnten sich semantische Modelle in der Praxis aber bislang nicht breitenwirksam durchsetzen: was sich in der Theorie machbar anhört, artet dank der Komplexität von Welt und Sprache schnell in Sisyphusarbeit aus: selbst die Erfassung einer abgeschlossenen "Domäne" wie Arbeitswelt stößt auf zahlreiche Probleme, ganz zu schweigen von der Fluidität und Veränderbarkeit unserer Sprache.

Spannenderweise führt in jenem Konglomerat aus Techniken und Use-Cases, das uns gemeinhin als Web 2.0 bekannt ist, exakt die gegenteiligen Strategien zu derzeit wesentlich mehr praktischem Erfolg: anstatt zuerst eine vollständige Ontologie zu erstellen, taggen (=beschlagworten) die Benutzer von Social Media Services wie FlickR oder del.icio.us, größter Online-Bookmark-Verwalter der Welt, erst einmal fröhlich drauf los. Aus der schieren Zahl der Anwender kristallisieren sich relevante Kategorien heraus: allen Ungenauigkeiten und Missverständnissen wie etwa verschiedenen Schreibweisen zum Trotz haben sich solche kollektiven Beschlagwortungssysteme als eine der "Killerapplikationen" des neuen Netzes erwiesen. Dr. Ziegler schreibt dazu in dem eingangs zitierten Artikel über die Zukunft des Semantic Web:

Unverhoffte Schützenhilfe mag hierbei vom Web 2.0 kommen. Dabei unterscheidet sich dessen Tao zunächst nahezu diametral von dem des Semantischen Webs: Das "Mitmach-Web" rückt den Menschen in den Vordergrund, sein semantischer Konterpart hingegen die Maschine.
Den Anknüpfungspunkt zwischen den beiden stellen Folksonomies dar, ein Eckpfeiler des Web 2.0. Diese sind das Produkt eines als Social Tagging bekannten Prozesses: User klicken sich durch das Web und annotieren dabei Webseiten, Blogs und andere Medienobjekte, die sie besonders gerne mögen. Solche textuellen, lesezeichenähnlichen Annotationen sind völlig willkürlich und entbehren der normativen Starrheit einer Ontologie.
Doch gilt im Web 2.0 der Leitspruch "Klasse durch Masse": Dank der Vielzahl taggender Surfer kristallisieren sich schnell die gängigsten Bezeichner für ein Medienobjekt heraus, was der Einigung auf einen eindeutigen Identifikator schon sehr nahe kommt. Struktur entsteht im Mitmach-Web also von unten (bottom-up), nicht top-down wie im Semantischen Web.

Etliche Trendforscher prognostizieren mit Horx'scher Gewissheit die "Ankunft eines neuen Informations-Heilands" in Form einer Verschmelzung der Graswurzel-Strategien des Web 2.0 mit seinem akademischen Counterpart Semantic Web - zu einem neuen, gloriosen Informations-Bastard namens Web 3.0. Man vermeint sofort Großvater Hegel aus dem feuchten Grabe uns Bewohnern des 3. Jahrtausend christlicher Zeitrechnung "These, Antithese!" nachhusten zu hören... was dann allerdings in der dialektischen Logik die Antithese zu Web 3.0 wäre, wird wohl in 10 Jahren eine neue Generation von Semblos (Semantic Bloggers) faszinieren.

Barcamp Vienna: der erste Rückblick

barcampKurzfazit: mein bisher zweites Barcamp endete vor wenigen Stunden. Ich war noch mit Max, Michaela und einigen anderen Mit-CamperInnen auf eine Abschlussrunde im WerkzeugH und bin gerade dabei, die vielen neuen Erfahrungen und Eindrücke einzusortieren und zu verarbeiten.

barcamp viennaFür die nächsten Wochen hab ich jedenfalls Stoff für eine ganze Menge Blogbeiträge - doch so extrem interessant Start-Ups wie Soup oder mixxt.de auch sein mögen: das aller-Spannendste an Barcamps ist für mich, Personen, die ich bisher nur virtuell kannte, endlich mal IRL (in real life) zu treffen. Den einen oder anderen und/oder Piraten kannte ich ja bereits - Roman aka Yoda hab ich allerdings zum ersten Mal getroffen. Wir hielten heute Nachmittag gemeinsam mit Max eine spontan-Session zum Thema "Wie bekomme ich mehr Besucher auf mein Blog ab?" - die Diskussion, die sich nach unseren SEO-Tipps ergab, war für mich persönlich eine ausgesprochen passender Abschluss für zwei Tage intensives New Media Networking. Ich freu mich jedenfalls schon aufs nächste Barcamp, vielleicht flieg ich Anfang November ja nach Berlin. Zum Fotografieren bin ich vor lauter Zuhören kaum gekommen, aber auf FlickR und Co. werden in den nächsten Tagen sicherlich massig Fotos auftauchen, die ersten Impressionen gibt's hier.

Michaela hat bereits ihre T-Shirt Analysen online gestellt, Robert resümmierte den ersten Tag und auf BrainR stehen die Ergebnisse des Workshops Wie kann man Blogs für jedermann/-frau benutzbar machen? Weitere Beiträge folgen mit Sicherheit in den kommenden Tagen

Dank an Orga und Sponsoren!

Das Microsoft Office versprühte weit weniger "Business-Charme" als befürchtet: dank des guten Wetters stand das Zen-Gärtlein durchgehend für Outdoor-Gespräche zur Verfügung, ausstattungstechnisch war die Location perfekt - und becatert wurden wir auch umfassend, also vielen Dank an den Sponsor und ganz speziell an Andi Schabus von Academic Relations.

Dass die Barcamps "selbstverwaltete" Veranstaltungen sind, bedeutet noch lange nicht, dass alle gleich viel zu tun haben. Also an dieser Stelle ein Triple Hip-Hip Thank You an das Organisationsteam Karin, Rolf und Michael - danke für dieses extrem leiwande Wochenende! Ich bin überzeugt davon, dass diese Unkonferenz über das aktuelle Wochenende hinaus noch massive erwünschte Nachwirkungen zeigen wird!

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