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Artikel-Schlagworte: „Folksonomy“

Blogistan.at – wer hat den längsten? [Longtail]

Hannes, Blögger-Gründer und demnächst Gast auf der T.P.S. (=Their Pirates' Ship) WebSocialismo, hat einen interessanten Vergleich zwischen 8 österreichischen Blogs, die sich unter den Technorati Top 10.000 befinden, angestellt.

authority"Respect my authority," verlangt Southpark's Eric Cartman, sowie er eine Polizeimütze am Kopf trägt. Wenn hier auf ds von der Exekutive die Rede ist, dann meistens aber nur im Zusammenhang mit Datenschutz... und während im allgemeinen Zahlen schallen und rauchen, sind herzeigbare Technorati- und Feedburner-Wertungen in der schönen neuen Folksonomy durchwegs von handfestem ökonomischem Vorteil. Aber wie auch immer: datenschmutz schneidet bei Hannes' korreliertem Authority/Reactions und Authority/Fan Vergleichen recht erfreulich ab. Die deutschen Nachbarn sprechen in solchen Fällen gern vom Schwanzvergleich, wir Ösis bevorzugen die gute alte Blasendarstellung:

Eine Blasendarstellung, aufbauend auf den 3 Werten Technorati Rank, Blog Reactions und Authority. 8 österreichische Blogs (im Ranking unter Platz 100.000) im Vergleich. Auch warum ich so Österreich-fixiert bin, möchte ich versuchen zu beantworten.

Hier die Darstellung nach Authority/Fans (die Blasengröße steht dabei für den Technorati-Rank). [@Hannes: die Grafiken hab ich mir mal ausgeborgt, ich bring sie aber wieder zurück.] Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.

authority and fans

 

Und hier die Korrelation zwischen Authority und Blog Reactions:

authority and reactions

 

Noch übertreffen wir in der Anzahl gerade mal die glorreichen Sieben, aber Hannes ist bereits auf der Suche nach weiteren .at-Bloggern unter den Technorati Top 100k. In vielen Fällen mögen künstlich eingezogene Ländergrenzen im Internet zwar wenig Sinn ergeben - doch die Vorteile der nicht-virtuellen Nachbarschaft sollte man auch nicht unterschätzen, da hat Hannes sicherlich recht:

Auch bei XING interessieren mich die Kontakte in meiner unmittelbaren Nähe mehr als andere. Schließlich will ich den persönlichen Kontakt, den mir auch das Telefon nicht ersetzen kann. So gesehen ist auch die BLÖGGER Aktion auf der einen Seite eine Art Nachbarschaftsinitiative (wobei die primäre Zielgruppe eher Noch-nicht-Blog-Leser sind). Regionale Netzwerke verlieren nie an Wert. Vor allem wenn man Hilfe braucht oder neue Mitstreiter für ein Projekt sucht.

Social Tagging: Online-Experiment

somebody2tagTobias Kowatsch führt dieser Tage im Rahmen seiner Masterarbeit an der Hochschule Furtwangen ein Social Media Experiment durch: bei "I need somebody to tag" müssen zuerst einige Seiten bzw. Screenshots beschlagwortet werden, dann folgt ein Online-Fragebogen über die eigenen Tag-Präferenzen. Im großen und ganzen dreht sich's dabei um die Thematik, ob vorgegebene oder selbst definierte Tags (Schlagwörter) zu bevorzugen sind. Als Zusatzmotivation verlost Tobias unter allen TeilnehmerInnen Amazon Büchergutscheine.

Bis zum 21. Juli läuft die Befragung, die Ergebnisse werden Ende Juli auf der Homepage präsentiert; siehe auch Dobchat. So beschreibt der Autor sein Forschungsinteresse in eigenen Worten:

Das Web-Experiment "Help, I need somebody to tag!" ist Teil meiner Thesis, in der ich kollaborative Indizierungs-Systeme wie Del.icio.us, Connotea oder CiteULike untersuche. Ziel dieses Experiments ist es, die Nutzung solcher Systeme durch Sie - den Anwender - besser zu verstehen und an Ihre Bedürfnisse anzupassen.

Wenn Sie an diesem Experiment teilnehmen, werden Sie zunächst mit einem Indizierungs-System vertraut gemacht, indem Sie Webseiten mit Tags (engl. für Schlagworte) versehen. Anschließend bewerten Sie dieses Indizierungs-System. Sie benötigen etwa 13 Minuten für die Durchführung des Experiments.

Ich hab natürlich mitgemacht - Hintergrund der ganzen Untersuchung ist offensichtlich das Thema selbst definierte Tags vs. vorgegebene Stichwortliste. Keine Ahnung, wie die Mehrheit der Internetnutzer dies sieht, ich persönlich brauche meine eigenen Tag-Schreibweisen ganz dringend: die Chance auf Wiederauffindbarkeit von Information (und dazu dient das Taggen ja primär) ist ganz einfach größer, wenn ich mein eigenes Wording und meine Systematik verwende.

Nicht hoch genug kann man in diesem Zusammenhang übrigens Michael Wöhrers grandioses Simple Tagging Plugin für WordPress (mittlerweile in den weiterentwicklerischen Händen von Amaury Balmer) loben: dank des Type-Ahead Features (bereits während man die ersten Buchstaben eintippt, präsentiert eine Pop-Up Box bestehende, passende Keywords) lassen sich verschiedene Schreibweisen des gleichen Begriffs sehr effektiv vermeiden.

Zukünftig sollen allerdings sowohl der ältere UTW (Ultimate Tag Warrior) als auch ST obsolet werden, da WordPress in der demnächst erscheinenden Version 2.3 Tagging bereits integriert haben wird. Ich kann nur hoffen, dass jemand daran denkt, eine Importer für Simple Tagging zu bauen und die neue Software ebenso komfortabel bedienbar sein wird.

Aber zurück zum Thema: Tobias erforscht wie oben beschrieben die Präferenzen der Online-User - im Fragebogen wiederholen sich einige Aussagen, Zwischenfragen ohne Bezug zur eigentlichen Thematik sollen wohl ebenso der Validierung dienen wie das mehrfache Abfragen der selben Aussage in verschiedenen Formulierungen. Ich konnte mich allerdings des Eindrucks nicht erwehren, dass der Aufbau der Fragen durchwegs suggeriert, eher für vorgegebene Tags zu votieren als für eigene; ich bin jedenfalls gespannt auf die Ergebnisse.

Zum Fragebogen