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Gewinnspiel: Photo+Adventure 2010

Die zwei Neigungsgruppen Fotografie und Adventure-Reisen bilden naturgemäß eine beträchtliche Schnittmenge, und genau deshalb bringt die Photo+Adventure beide Themen zu einer gemeinsamen Messe zusammen. Alle Branchengrößen sind vertreten, Individual-Reise-Veranstalter und Outdoor-Ausstatter ergänzen das Messe-Portfolio, wobei in diesem Jahr der Fokus auf “nachhaltigem Reisen” liegt. Die Veranstaltung bietet neben den neuesten Produkten auch ein umfassendes Rahmenprogramm mit Fachvorträgen, Workshops und Seminaren.

photoadventure

Die Photo+Adventure findet am Samstag, 30.10. und Sonntag 31.10.2010 jeweils von 9 bis 18 Uhr in der Messe Wien, Congress Center, statt. datenschmutz verlost drei Messe-Packages:

  1. Preis: 2 Tickets für die Photo+Adventure plus 1 DVD von video2brain: Praxistraining Fotografie Panorama
  2. Preis: 2 Tickets für die Photo+Adventure sowie das Buch Calvinize von Star-Shooter Calvin Hollywood
  3. Preis: 1 Ticket für die Photo+Adventure

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EOS 40D: die ersten Eindrücke

40dInzwischen habe ich mit meiner neuen EOS 40D ein paar Indoor- und Outdoor-Serien geschossen und bin, vorsichtig ausgedrückt, vorerst sehr zufrieden. Nach Jahren der Kompaktkamera-Knechtschaft habe ich endlich wieder das Gefühl, dass ich selbst die Bilder komponiere und nicht die Cam. Am meisten beeindruckt hat mich auf Anhieb die Konsistenz in der Benutzerführung: die Bedienelemente und die -logik sind identisch mit meiner 15 Jahre alten analogen EOS 50, Umlernen ist nicht erforderlich.

Aufgrund meiner Objektivsammlung war immer klar, dass nur Canon in Frage käme – ältere EOS-Linsen passen problemlos ans Bajonett, allerdings muss man den durch die geringere Sensorgröße bedingten Verlängerungsfaktor von 1,4 einkalkulieren: ein analoges 50mm Normalobjektiv entspricht auf der digitalen SLR also einer Brennweite von 70 Millimetern. Da ich relativ häufig in schummrig beleuchteten Räumen fotografieren, habe ich das Speedlight 430 EZ II dazu genommen, das ich mittelfristig mit einem 580er kombinieren werden, denn die Geräte funktionieren im Master-Slave Modus, der recht nette Beleuchtungs-Spielereien auch mit leicht transportablem Equipment ermöglicht. Geradezu unverschämt komfortabel ist auch der aufs Shooten folgende Workflow: Raw-Daten ermöglichen umfangreiche Manipulationen, die mit JPEGs nicht oder nur mehr sehr viel mehr Bearbeitungsaufwand möglich sind.

Den ersten Hardcore-Einsatz wird die 40D am Barcamp Klagenfurt erleben – bis dahin werde ich noch eingehend testen und weiter berichten. Dieses Posting habe ich als Beitrag zu einem aktuellen Gewinnspiel verfasst, denn als Neo-SLR-Besitzer kann ich natürlich jeden Amazon-Gutschein hervorragend gebrauchen – mit Body und Objektiv ist’s schließlich nicht getan. Gestern habe ich UV- und Polfilter sowie ein paar Makroringe geordert, und da gibt’s noch so einiges an Zubehör, was auf meiner Wunschliste steht – und Testbericht.de verlost 250 Euro Amazon Guthaben. Dort bekommt die EOS 40D im aggregierten Testbericht übrigens die Note “sehr gut” – aber ich habe ja bereits vermutet, dass die 40D für meine Zwecke das richtige Gerät ist.

Nur wundern kann ich mich allerdings über die Preise fürs Originalzubehör. Die Systemblitzgeräte Canon Speedlite 430EX II bzw. Canon Speedlite 580EX II sind mittlerweile zwar vergleichsweise günstig zu bekommen. Ich hab mir beide geordert, da ich häufig indoor fotografiere und gerne eine Slave-Blitz benutze. Richtig skurril wird’s allerdings bei der original Canon Blitzschiene SB-E2 für 580 EX II: dieses Stück Metall mit ein paar Schrauben wurde von knapp 300 auf günstige 180 Euros herabgesetzt – da kann man sich nur wundern. Drittanbieter offerieren dieselbe Funktionalität samt Blitzkabel zu einem Viertel des Preises. (Eine Blitzschiene verwendet man, um die Mittelachse der Ausleuchtung weiter vom Objektiv zu entfernen.) SLR-Fotografie ist eben eine Kombination aus kreativer Bildgestaltung und Materialschlacht – vermutlich muss sich deshalb, wie Pete letztens so treffend angemerkt hat, “jeder Mann mindestens einmal im Leben eine absurd teure Fotoausrüstung kaufen”. Bei mir ist’s immerhin schon die zweite :mrgreen:

Schnappschüsse aus dem Augarten

Heute hab ich das schöne Wetter ausgenutzt, um mich ein wenig mit dem CCD-Sensor meiner neuen EOS 40D vertraut zu machen. Wirklich eine tolle Einstiegsdroge in die Welt der digitalen Spiegelreflexfotographie – nach Jahren der Kompatkamera-, Handycam- und Digitalsucher-Tyrannei hab ich endlich wieder das Gefühl, selbst Bildregie zu führen. Resultat der ersten vollgeknipsten Compact Flash Karte sind die folgenden Impressionen aus dem Augarten.


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Gewinnspiel: 3x Works for Vier Pfoten (Bildband)

Vier PfotenDiesmal gibt’s ein besonderes Goodie für Tierfreunde: Der rumänische Fotojournalist Mihai Vasile hat acht VIER PFOTEN Projekte der letzten Jahre dokumentiert und seine Arbeit in einem 160-seitigen Foto-Essay mit dem Titel “Works for Vier Pfoten” dokumentiert. Im Zentrum des fotografischen Narrativs steht dabei das Glück der Tiere: europäische Löwen werden in Südafrika ausgesiedelt, die letzten Tanzbären der EU beginnen ein neues, artgerechtes Leben, Streunertiere in Osteuropa werden vor dem Tod gerettet.

Tom von VIER PFOTEN Österreich hat mir die drei Bildbände zur Verfügung gestellt. Natürlich ist das Buch auch ein tolles Weihnachtsgeschenk für Tierliebhaber: direkt beziehen kann man den Hardcover Band unter der Telefonnummer 01-89502020 bzw. via E-Mail unter office [at] vier-pfoten.at. Das Gewinnspiel beginnt mit der Veröffentlichung dieses Postings und endet am 31. Dezember 2008. Wer mitspielen möchte, hinterlässt wie üblich einfach einen Kommentar zu diesem Beitrag (keine Registrierung erforderlich!). Es gelten die Standard Teilnahmebedingungen für datenschmutz-Gewinnspiele: wer selbst auf seinem Blog, auf Twitter, Soup etc. dieses Gewinnspiel ankündigt und/oder der datenschmutz-Fanpage auf Facebook beitritt, bekommt jeweils ein Extra-Los (bitte unbedingt im Kommentar vermerken!).

Über “Works for Vier Pfoten”

Seit über acht Jahren begleitet Mihai Vasile die Tierschutzorganisation. Alle Fotos zu diesem Beitrag stammen aus dem Buch – mehr Informationen zu Inhalt und Bestellmöglichkeiten gibt’s auf der Homepage der Pfoten. Hier gibt’s einen kleinen Vorgeschmack auf die fantastischen Bilder:

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Mihai Vasile begann um die Jahrtausendwende die Projekte von VIER PFOTEN zu begleiten. Aus seinem ersten Auftrag bei den rumänischen Streunerprojekten wurde der Anfang eines Lebenswerks. Nun präsentiert er die Essenz seiner Arbeit in dem Bildband “Works for Vier Pfoten”, die auch die Mühen und Erfolge – und die Handschrift von VIER PFOTEN zum 20. Geburtstag auf den Punkt bringt.

Die österreichische Regierung tat sich diese Woche mit der staatlichen Regulierung des Spendenwesens wieder mal besonders hervor: “Mildtätigkeit” und “soziale Solidarität” seine gefordert, so der Staatssekretär aus dem Finanzministerium gestern in den Spätnachrichten. Und deswegen können ab sofort Spenden an Tier- und Umweltschutzorganisationen nicht mehr von der Steuer abgesetzt werden – ziemlich egal für private Spender, aber ein riesiges Thema für Firmen, die ihr Sozialbudget selbstverständlich möglichst steuerschonend planen. Deutlicher als mit diesem Beschluss könnte die Regierung ihr eigenes Gefasel von Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Umwelt eigentlich nicht mit Füßen treten. Außerdem bezweifle ich stark, dass eine Einschränkung des Spendenwesens in inflationären Zeiten besonders produktiv ist.

Wie die meisten Österreicher finde ich es bedauerlich, dass ein paar radikale Grenzgänger das Image von Tierschutzorganisationen in die Nähe krimineller Vereinigungen gerückt haben. Mehr als 99% aller Tierschützer bewegen sich völlig innerhalb der Grenzen der Legalität – und ich kann es im Übrigen nicht ausstehen, wenn unterschiedliche Hilfsprojekte gegeneinander ausgespielt werden. Ich bin definitiv kein Vegetarier, aber Tiere sind verdammt nochmal weder industrielle Ware noch Belustigungsobjekt. Sie können sich halt überhaupt nicht wehren. Selbstverständlich hat man als “Konsument” die Wahl, und wer jenen Tieren helfen möchte, die eben absolut keine Wahl haben, sollte VIER PFOTEN mit einer Bestellung dieses Bildbandes unterstützen. (Ich finde, es handelt sich um ein sehr “lady-taugliches” Last-Minute Geschenke. Viele der Fotos sind ja auch wirklich zuckersüß!)

Ein virtueller Bart für einen guten Zweck

Können Bärte die Welt verändern? ZZ Tops Meinung zu diesem Punkt dürfte klar sein, die Buzz-Marketers von atto haben sich auch was Nettes zu diesem Thema einfallen lassen. Der Claim lautet: Help real people in developing countries by sticking a fake beard on your real face. Und das geht so:

  1. Aus der Galerie eine Bartvorlage nach eigenen Präferenzen aussuchen.
  2. Passendes Portraitfoto wählen, mit dem Bildbearbeitungsprogramm der Wahl den Bart aufs eigene Gesicht verpflanzen, oder ausdrucken, ausschneiden und fotografieren.
  3. Das Resultat an couple65months@photos.flickr.com schicken.
  4. Pro Einsendung zahlt atto $1 an einen Account bei Kiva.org, eine Institution, die sich um die Vergabe von Mikrokrediten in Entwicklungsländern kümmert.
  5. Do it and spread the word!
ritchie mit bart

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EVIL-Bauweise: Digitale Spiegelreflexkameras am Ende?

lumixg1Wenn Investitionssicherheit die Priorität aller Einkäufer wäre, dann hätte noch nie irgendjemand ein Gadget verkauft: kein PDA, kein Handy, keine Digitalkamera, bei der nicht höchstens 12 Monate später ein wesentlich verbessertes Modell zum nahezu gleichen Preis erhältlich ist. Im Bereich der digitalen (semi)professionellen SLR-Fotografie zeichnet sich allerdings ein gravierender Paradigmenwandel am Pixel-Horizont ab: in Kürze verschwindet der aus analogen Zeiten stammende Spiegel aus den ersten digitalen “SLRs”. Die heißen dann nicht mehr Reflexkameras, sondern “Evil” Cams. Die Abkürzung steht für Electronic Viewfinder, Interchangable Lens.

Bei der klassischen SLR-Bauweise ermöglicht ein Klappspiegel dem Fotografen den Blick direkt durchs Objektiv: er sieht also genau das, was die Kamera aufzeichnet. Der Spiegel verdeckt dabei den Film respektive Sensor und wird im Moment des Auslösens nach oben gekippt, um den Lichtweg freizugeben. Diese Bauweise bringt im digitalen Bereich einige Probleme mit sich: zum einen erzeugt der Spiegel (wenn auch minimale) mechanische Vibrationen, die bei besonders hochauflösenden Sensoren zu Verwacklungsproblemen führen können, außerdem verhindert er völlig lautlosen Betrieb bei der Aufnahme. Zweites Problem: der Spiegel verhindert zuverlässig ein “Live-Bild” am Sucher, da der Sensor ja vor der Aufnahme kein Bild “sieht” – genau das ist auch der Grund, warum mit digitalen SLRs keine Videoaufnahmen möglich sind. Panasonic stellte kürzlich mit der Lumix G1 die erste Consumer-Kamera (angepeilter Gehäusepreis: EUR 750,-) in Evil-Bauweise vor. Das Gerät soll die Vorteile einer Sucherkamera mit Livebild und die höhere Bildqualität einer SLR dank auswechselbarer Objektive elegant kombinieren. Matthias Landau hat im Spiegel ein lesenswertes Feature über die Lumix G1 veröffentlicht.

Dabei gibt es allerdings noch einen gewaltigen Pferdefuß: selbst die besten Displays reichen nicht ansatzweise an das analoge Sucherbild heran, das ich persönlich für einen der Hauptvorteile der digitalen SLR-Bauweise halte. Gerade Profi-Fotografen werden auf die gewohnte Mattscheibe keineswegs verzichten wollen. Beides kann man allerdings nicht haben, also werden digitale SLRs in klassischer Bauweise noch ein Weilchen die unter Profis die Waffe der Wahl bleiben.

Einstieg in die SLR-Welt

Der Grund meiner Recherche ist, dass ich mir demnächst eine “richtige”
Kamera zulegen werde, mit der man als Fotograf jene Gestaltungsmöglichkeiten besitzt, die ich von meiner analogen EOS 50 gewohnt bin. Eigentlich wollte ich mir eine EOS D40 zulegen, habe aber gestern auf Amazon das in Kürze erhältliche Nachfolgermodell Canon EOS 50D entdeckt. Das neue Gehäuse weist eine Auflösung von 15 statt 10 Megapixeln auf und kommt mit dem neuen Digic4 Bildprozessor und höherer Farbauflösung, ist aber nur unwesentlich teurer.

Die EOS 400D kommt überhaupt nicht Frage, weil einer der Hauptvorteile einer SLR ein stabiles Metallgehäuse ist – die Bauweise der 400er ist mir schlichtweg zu filigran. Bin recht froh, dass ich noch abgewartet habe, es wird angesichts meiner “analogen” Objektivsammlung wohl die EOS 50D werden. (Anfang der Woche habe ich Canon Österreich geschrieben, ob Interesse bestünde, mir für einen Review ein oder mehrere Testmodelle zur Verfügung zu stellen, eine Antwort blieb bislang allerdings leider aus.) Daher wollte ich vor dem Einkauf nochmal in die Runde fragen: gibt’s datenschmutz-LeserInnen mit digitaler SLR-Erfahrung? Welche Modelle sind neben Canon noch empfehlenswert? Bin dankbar für jeden Hinweis :mrgreen:

Im öffentlichen Raum Pornos bewerben

Wie macht man im öffentlichen Raum Werbung für Pornographie? Normalerweise gar nicht. Aber wie bewirbt man unter diesen denkbar ungünstigen Voraussetzungen ein Downloadportal, das zwar alle möglichen – auch jugendfreien – Arten von Inhalt anbietet, wenn man weiß, dass Premium-Content nicht gleich Premium-Content ist und der sprichwörtliche Euro in Erwartung nackter Muschis wesentlich lockerer sitzt, als wenn Revolverhelden ihr Arbeitsgerät schwingen? Firstload.at hat diese Aufgabe grandios gelöst: Respekt geht raus an die Kreativen, die sich dieses Plakat ausgedacht haben.

runtersaugen

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Blogistan Panoptikum KW25 2008

twittercomic“Es kommt auch meistens immer darauf an, wie du das richtige Timing hast”, sagte Pepi “Hicke” Hickersberger in klugem Vorausblick bereits zur Halbzeit des EM-Finales. Torres hat die silbrig glänzende Armani-Wuchtel reingewürgt, Lehmann war quasi wehrlos. Gratulation an die Erfinder von Tapas, Rioja und Sonar Festival! Sogar das Wienwetter hat mitgespielt und heute Abend auf Gewitter verzichtet. Ich bin sicher, die vielen Fans werden die Zeiten der Viereurofünfzigkleinenbiere furchtbar vermissen, aber die nächste Rip Off Europameisterschaft kommt gewiss!

Bilder fulgurieren

Der Image Fulgurator verstört ahnungslose Passanten – einen “Apparat zur minimal-invasiven Manipulation von Fotographien” nennt Julius von Bismarck sein Spielzeug: bei dem genialen und zum Patent angemeldeten Device handelt es sich um eine invertierte Spiegelreflexkamera. Ein Sensor registriert andere Kamerablitze in der Nähe und projiziert für einen Sekundenbruchteil ein gespeichertes Bild auf das fotografierte Motiv. Klingt unverständlich? Die journalistischen Komplexitätsreduktions-Kollegen vom Standard formulieren das so:

So erscheinen dann plötzlich geisterhafte Schriftzüge auf den Bildern, wie von Bismarck mit einem Video auf seiner Webpage demonstriert. Darin ist zu sehen wie TouristInnen am Berliner “Checkpoint Charlie” das berühmte “You are entering the American Sector”-Schild zu fotografieren versuchen, nur um dann einen Extra-Kommentar mitgeliefert zu bekommen. Quer über alle Aufnahmen findet sich der Hinweis “Hundreds of people died last year by trying this at the US-Mexico border”.

fulgurator

Das Patent hat der Erfinder, der mit seinem Gadget bei der diesjährigen ars electronica nominiert ist, in erster Linie angemeldet, um kommerziellen Einsatz zu verhindern – ob das wohl auf Dauer gelingt? Subversion ist bekanntlich Schnellbeton… [via Ulrich]

K.I.T.T. kommt zurück

Anja berichtet in dieser Woche über das geplante Knight Rider Comeback: der an sich durch die permanente radioaktive Strahlung Kitts zeugungsunfähige Michael Knight hat doch einen Sohn – ob von Bonny, April oder Klon bleibt dahingestellt. Ob der neue K.I.T.T., der Knight Industries 3.000 mit Benz oder gutem Willem fährt, wird die Fernsehzukunft zeigen: mehr dazu am Cocktail Blog.

Den Twitter-Comic…

…hat Anton Gigov ins grafische Leben gerufen. Der Strip läuft unter Bezeichnung twitter nonsense und war bisher twitpic, einen Service zum Posten von Bildern über den beliebten Kurznachrichtendienst, abrufbar. Mein Favorit:

twittercomic

Seit dieser Woche haben die Strips eine neues Heim im Netz: auf http://www.pink-sheep.com/twitter-nonsense/ wird’s zukünftig regelmäßige Cartoons über unsere Freuden und Leiden mit dem instabilsten Short-Messaging Service der noch jungen Netzgeschichte geben.

Buchtipp: Anleitung zum Subversivsein

subversionenTrifft die Politik die Ästhetik und fragt: was für ein Verhältnis haben wir eigentlich? Ein subversives, versichern die AutorInnen eines brandneuen und ausgesprochen erfrischenden Sammelbandes zum gleichnamigen Thema. Den HerausgeberInnen Thomas Ernst, Patricia Gozalbez Cantóm, Sebastian Richter, Nadja Sennewald und Julia Tieke ist es gelungen, ein vielschichtiges Bild eines schwer fassbaren, aber zentralen Konzepts einer Weltwahrnehmungsweise des 20. Jahrhunderts zu zeichnen. Neben den Beiträgen der einzelnen AutorInnen enthält der Sammelband die Transkription einer Diskussion mit dem Titel “Aber ich würde es nicht machen, wenn ich nicht glauben würde, dass es funktioniert” und Armin Chodzinskis Fotozyklus “Von der Sehnsucht nach Widerständigkeit”.

Mein Überblick über aktuelle politische wie ästhetische Literatur ist ein enden wollender – aufmerksam gemacht auf das Buch hat mich Kollege Mirko, der seit einigen Semestern in Utrecht alle möglichen Mensch/Maschine/Kunst Interaktionen beforscht und -schreibt. Gemeinsam mit Hans Bernhard hat er für den vorliegenden Band den Beitrag “Subversion ist Schnellbeton” geschrieben, der sich mit der Ambivalenz respektive hochfrequenten Aneignung subversiver Strategien durch jene Strukturen, die eigentlich bloßgelegt werden sollen, beschäftigt – der Artikel ist auf Mirkos Homepage auch online verfügbar. (In der Tat ist dies wohl die zentrale Frage in der Bewertung jeglicher Alternative zu ultra-liberalem Turbokapitalismus. Denn kein anderes System war jemals so effektiv darin, jegliche strukturelle Form der Kritik zum adaptieren, implementieren und damit letztlich völlig zu entkräften.)

Ich habe das Buch vor einigen Wochen erhalten und noch nicht alle Beiträge gelesen – doch bereits jetzt, zur “Halbzeit”, gehört das Kompendium zu meinen Lieblings-Readern der jüngeren Vergangenheit. Einen Teil tragen auch die sehr gelungene Aufmachung und das Layout des Buches bei – in der Fußzeile findet sich, fortlaufend gedruckt, übrigens ein “Bonustext”, nämlich Florian Neuners “Was tun wenn’s brennt / Aussageverweigerung / Wahl der Mittel”. Sehr gelungen finde ich die Zusammenstellung sowie die Art und Weise der thematischen Annäherung: hier wird gar nicht erst versucht, in irgendeiner Weise Subversion dogmatisch zu definieren, stattdessen arbeitet das Herausgebertrio ganz bewusst mit einer Multiplizität der Zugänge, die sich auch im Aufbau des Buches widerspiegeln. Nach einem einleitenden Teil, der sich mit Geschichte, Strategie und Wirkung des Begriffs auseinandersetzt, folgt die weitere Einteilung spezifischen Zugängen der unterschiedlichen “schönen Künste”: Beleuchtet wird das Phänomen Subversion in Literatur, Theater, Fotografie, Film und Fernsehen sowie in der Bildenden Kunst und Mode. Ob Lumpendesign im Modekontext oder unmögliche Perspektiven im Kino dank Computertechnologie: schnell wird deutlich, dass Subversion keine fixen Rezepte kennen kann, da sie stets von einem bestimmten zeitlichen Spannungsfeld getragen ihre “Wirkung” nach immer kürzerer Zeit verlieren. Soweit in diesem Kontext Verallgemeinerungen überhaupt möglich sind, versucht sie Mark Terkessidis in seinem einleitenden Text “Karma Chamäleon. Unverbindliche Richtlinien für die Anwendung von subversiven Taktiken früher und heute.” Gemeinsam scheint allen subversiven Strategien jedenfalls die Einsicht, dass eine Kritik am System aus dem System heraus sich in einer paradoxen Münchhausen’schen Situation befindet: aber vielleicht kann man sich ja doch an den eigenen Haaren aus dem Sumpf herausziehen – denn die Ästhetik wiegt bekanntlich weniger als ein Vogerl.

Springeight Fotos online

SpringeightfestivalHeute bin ich mal dazu gekommen, meine Springeight Fotos zu sortieren – das Video wird wohl noch ein Weilchen warten müssen… Schade, dass die Aufnahme von LK so übersteuert ist, aber das kann ich meiner 90-Euro Aldi-Kamera andererseits nun wirklich nicht verdenken. Das Teil sollte eigentlich Kult werden, sozusagen ein digitales Pendant zur Lomo – und auf jeden Fall mit ebenso hohem Hosentaschen-Tauglichkeitsfaktor. An dieser Stelle gibt’s jedenfalls erstmal meine Foto-Selection, wahlweise hier im Musik-Album oder auf FlickR. Das Festival hat jedenfalls Spaß gemacht – und auch wenn die kleinen Digicams in der Semi-Dunkelheit des Dancefloors nicht gerade überzeugende Resultate liefern: wer will schon am Floor mit einer SLR-Tasche shaken?

Banksy: One Nation under CCTV

Direkt neben einer Überwachungskamera und nur durch ein selbst errichtetes Baugerüst geschützt gelangt dem Londoner Sprayer Banksy am Wochenende sein bislang wagemutigster Coup.

Mit Banksy does it again betitelte katize den neuesten Streich des derzeit heißesten Graffiti-Künstlers der britischen Insel: unbeeindruckt von der direkt nebenan montierten Überwachungskamera gelang es dem Sprayer, mitten in der lückenlos durch Überwachungskameras erfassten Innenstadt ein riesige Graffiti anzubringen: ein (gesprayter) Junge mit Leiter mal “One Nation under CCTV” an die Hauswand, während er von einem (natürlich ebenfalls gemalten) Cop samt Polizeihund fotografiert wird.

Drei Stockwerke hoch war das Baugerüst, anscheinend geschah die eigentliche Spray-Action mitten in der Nacht [Fotos von Dailymail.co.uk]:

Banksy - One Nation under CCTV


Banksy latest artwork

Weitere Artworks meines aktuellen Lieblings-Künstlers gibt’s auf dessen Homepage. Wie kein Werbetexter dieser Welt versteht’s Banksy, seine subversiven Kommentare zur üblen Weltlage so unglaublich punktuell zu verdichten… und sein Talent, bestehende Location-Elemente in seine Graffitis einzubinden, ist ohnehin einzigartig. Keep up the great work, buddy!

Blogbeiträge bebildern mit Pixelio

pixelioNeben FlickR existieren mittlerweile zahlreiche Online-Bilddatenbanken – und vermutlich hat so ziemlich jeder Blogger seine Vorlieben. Ein altes chinesisches Sprichwort aber sagt: “Wer spätere Abmahn-Kosten will vermeiden, sollte bei reprofreiem Bildmaterial bleiben.” Und genau dafür hat sich bei mir Pixelio bisher bestens bewährt.

pixeliosucheWer hat schon das passende eigene Digitalfoto für jede Situation bereit? Da ein Bild bekanntlich mehr sagt als tausend Worte und bunte Pixel Abwechslung in digitalen Bleiwüsten verschaffen, gilt für Blogs das gleiche wie für jede Zeitung: Bilder verschaffen Aufmerksamkeit und regen zum Lesen des Artikels an. Die Zeit, als man für Pressefotos Bares bei Agenturen einwerfen musste, ist glücklicherweise weitgehend vorüber, denn viele Online-Gallerien bieten die Möglichkeit, gezielt nach sogenannten “reprofreien”, also kommerziell verwendbaren, Fotos zu suchen. Ich bin seit längerem großer Fan der deutschen Foto-Community Pixelio. Das hat mehrere Gründe, in erster Linie finde ich allerdings die Profi-Suche sehr gelungen – denn sie erlaubt nicht nur thematische Anfragen, sondern auch die Suche nach bestimmten Größen und Farben.

Weiters finden sich auf Pixelio kaum Amateurfotos aus der Liga “privates Album” – der Profi-Bildanteil ist ausgesprochen hoch. Die erwähnte Profi-Suche erlaubt neben der Eingabe von Schlagwörtern zudem auch die Wahl einer bestimmten Farbe inklusive einer Toleranzschwelle: äußerst praktisch für Designer und Illustratoren, die passende Fotos zu einer bestehenden Farbwelt suchen. Der “Leuchtkasten” fungiert als persönliches Album, die Detailseiten der einzelnen Fotos enthalten neben Informationen über Fotograf, Bildgröße und Lizenztyp auch jeweils das zugehörige EXIF-Histogramm.

Zwar lässt sich die gesamte Sammlung frei durchstöbern, wer Pixelio allerdings ernsthaft nutzen möchte, kommt um die Gratis-Registrierung nicht herum – denn die ist erforderlich, um Fotos in hoher Auflösung herunterladen zu können.

Kommerzielle Nutzung?

Pixelio unterscheidet zwischen der Freigabe für redaktionelle oder kommerzielle Nutzung. Bei Publikationen, die rechtlich den Status eines (Massen)Mediums genießen, ist die Sache eindeutig – im Fall von Blogs allerdings bezweifle ich, dass die redaktionelle Freigabe in allen Fällen ausreicht, denn die Grenzen zwischen Berichterstattung und Werbung sind Online noch fließender als am Papier.

Ebenfalls zu beachten gilt das sogenannte “erweiterte Bearbeitungsrecht” – gemeint sind damit Bildmanipulationen sinnverändernder Art. Im Gegensatz zu normalen Bildoptimierungsmaßnahmen (z.B. Kontras-Einstellung, Farbbalance etc.) dürfen erweiterte Veränderungen nur bei expliziter Erlaubnis vorgenommen werden:

Das erweiterte Bearbeitungsrecht ist das Recht, das Bildmaterial unter Verwendung analoger, digitaler oder sonstiger Bildbearbeitungsmethoden zu bearbeiten, umzugestalten, zu kürzen, zu teilen, auszuschneiden, mit anderen Produktionen oder Produktionsstellen oder sonstigen Werken und Leistungen zu verbinden.

Mit der Profi-Suche kann das Ergebnis auf die beiden Parameter “kommerzielle Nutzung” und “erweitertes Bearbeitungsrecht” angeben, zusätzlich verlangt Pixelio einen Verweis auf Herkunft und Fotografen-Name:

Der Nutzer hat in für die jeweilige Verwendung üblichen Weise und soweit technisch möglich am Bild selbst oder am Seitenende PIXELIO und den Urheber mit seinem beim Upload des Bildes genannten Fotografennamen bei PIXELIO in folgender Form zu nennen: © Fotografenname / PIXELIO
Bei Nutzung im Internet oder digitalen Medien muss zudem der Hinweis auf PIXELIO in Form eines Links zu www.pixelio.de erfolgen.

Sollte für Blogger kein Problem sein – ob man die Fotocredits direkt unters Bild schreibt oder in einer Fußnote am Ende des Artikels unterbringt, spielt keine Rolle. Wer bei der Bildsuche auf reprofreie Fotos achtet, findet bei Pixelio dennoch eine riesige Auswahl an professionellen Motiven aus allen erdenklichen Themengebieten – und befindet sich in punkto Urheberrecht auf der sicheren Seite.

Die Grenze zwischen Kärnten und Osttirol…

…ist eine fließende. Und das schönste an Kärnten in bekanntlich der Blick auf Osttirol, auch wenn Oberkärntner den Witz unbegreiflicherweise immer andersrum erzählen. Den Iselsberg lässt das ziemlich kalt – Urlauber und Einheimische, die von Winklern her kommend mit dem Auto, Motor- oder Fahrrad anreisen, begrüßt er seit 30 Jahren mit dem gleichen freundlichen Willkommens-Holzschild.

Am vergangenen Montag, als für diese Jahreszeit auf 1.000 Metern geradezu beängstigend milde Temperaturen herrschten, war ich im Wald unterwegs (ich sag nur: Küchenschellen) und hab von dort zwei weitere fotografische Impressionen mitgebracht. Die erste Hütte (ein namenloser Stadel am Wegesrand) steht vermutlich nicht mehr, die zweite (der nach dem Brand neu errichtete Berggasthof “Schöne Aussicht”) noch nicht lang – kein Wunder, dass der Grenzkogel zwischen Osttirol und Kärnten ein Berg der radikalen Gegensätze ist :mrgreen:

Stadel am Iselsberg

 

Schöne Aussicht

Die ersten Küchenschellen

StammleserInnen werden die infrequenten Updates der letzten drei Tage bereits bemerkt haben… Nun denn: immer, wenn ich in Osttirol bin, ist die Ablenkung durch großartige Landschaft, fantastische Wanderungen und Family-Business zuverlässiger Garant für niedrige Blogging-Frequenz.

Heute nachmittag zum Beispiel war ich am Iselsberg – bei sehr frühlingshaften Temperaturen. Auf den Almwiesen liegt in den schattigeren Spots noch Schnee, aber zugleich schießen die erste Hochgebirgsblumen schon der Sonne entgegen. Zu den frühesten blühenden Botschaftern des Winterendes gehörten die Küchenschellen; und – just my five unqualified cents – an die elegante Schönheit solcher Alpenblumen kommt die schönste Zuchtrose niemals auch nur ansatzweise ran. Aber sehen Sie selbst:

Küchenschellen

Mehr gute Pornos, weniger schlechter Feminismus

Man kann Alice Schwarzer eigentlich nicht kritisieren, denn im Zweifelsfall hat sie ja “soviel für die Frauenbewegung geleistet”. Und deshalb darf die Grande Dame der deutschen Emanzipationsbewegung bis in alle Ewigkeit ihre ewiggestrigen Parolen unters (Talkshow)-Volk streuen. Eigentlich schade, zumal’s doch ein paar wichtigere Dinge zu besprechen gäbe, wie zahlreiche zeitgenössische Kritikerinnen finden.

Die/der geneigte LeserIn erkennt sofort: meine eigenen Fan-Gefühle gegenüber AS halten sich in extrem engen Grenzen. Das hat nix zu tun mit Unkenntnis der Materie. Eigentlich war mir Alice Schwarzer ziemlich egal, aber dann hatte ich zwei Jahre lange Gelegenheit, an Anjas Abo mit zu partizipieren. Granted: es gibt immer wieder spannende, hochinteressante Reportagen von Gastautorinnen. Was Frau Schwarzer selbst so von sich gibt, zeugt allerdings von einer gehörigen Portion Dogmatik, die imho ganz schön verranzt schmeckt. (Nein, ich glaube zum Beispiel nicht, dass Pornographie *immer* und *in jedem Fall* eine unzulässige Ausbeutung von Frauen darstellt und verboten gehört. Und das Argument “…aber die Kinderpornographie” zählt hier nicht – da gibt’s zum Glück Gesetze, die man zwar verschärfen könnte, aber das hat rein gar nix mit allen anderen Schweinigeleien, die sich so zwischen consenting adults abspielen und auf Filmmaterial gebannt werden.)

Aber ich will nicht abschweifen – Grund für dieses Posting ist ein Beitrag in der Frankfurter Rundschau Online, der sich fragt, ob Feminismus á la Alice eigentlich überhaupt noch up to date ist; was konkret die Pornodebatte betrifft, könnte ich meine Meinung nicht besser formulieren als der/die SchreiberIn – ich konnte leider auch bei genauerem Hinschauen keinen Autorennamen entdecken:

Aus dem unterschwelligen Unwohlsein über die Rolle der Frau im 21. Jahrhundert formte sich eine Debatte um den Feminismus-Begriff: Es ging ihnen um einen neuen Feminismus, um einen anderen als den der Alice Schwarzer. Der fiel zuletzt nicht viel mehr ein, als zum zigsten Mal ihre PorNo-Kampagne zu fahren, der die wenigsten jungen Frauen wirklich etwas abgewinnen können. Charlotte Roche regt sich richtig darüber auf. “Pornografie ist per se nichts Schlechtes. Wie wäre es denn, wenn man Pornografie als etwas betrachtet, bei dem Männer auch was lernen können? Wie man Frauen befriedigt zum Beispiel.” Auch die “Alphamädchen”-Autorinnen plädieren für eine entkrampfte, differenziertere Sichtweise: “Unsere Sexualität definieren wir und niemand anders. Nicht die Porno-Regisseure in der Mainstream-Industrie. Aber auch nicht Feministinnen, die uns erzählen, wie wir Lust empfinden und was uns erniedrigt.”

Parameter, die irgendwann mal definiert wurden, müssen zumindest diskutiert werden dürfen, fordern die “Alphamädchen” Susanne Klingner, Meredith Haaf und Barbara Streidl, die gerade das Buch “Wir Alphamädchen – warum Feminismus das Leben schöner macht” veröffentlicht haben. Und in der Tat sollte man unter Feminismus wohl keinesfalls ein Diskussionsverbot verstehen, allerdings wird die erwähnte Publikation von Emma geflissentlich ignoriert – kein Wunder, denn der “Widerstand” gegen oktroyierte Definitionshoheit kommt schon längst aus dem doppel-x-chromosomatischen Lager:

“Bei dem Begriff Feminismus geht eine Schublade auf und im Zweifelsfall sitzt Alice Schwarzer drinnen”, stichelt Dorn. Auch Charlotte Roche, 29, ist auf Schwarzer nicht mehr gut zu sprechen. Die ehemalige Viva-Moderatorin sorgt zurzeit mit ihrem Roman “Feuchtgebiete” für Furore. Mitte der 90er Jahre ließ sie sich noch für den Titel von Emma fotografieren. Heute wettert sie: “Alice Schwarzer wird dem Menschen in der Frau nicht mehr gerecht. Ich finde es schrecklich, dass es für so etwas Wichtiges wie den Feminismus nur diese Frau gibt. Ich kann mit dieser Person überhaupt nichts mehr anfangen.”

Übrigens hab ich inzwischen den facts.ch Newsletter sehr zu schätzen gelernt, da trudeln immer wieder die schönsten “Lesefrüchte” (© Wolfgang Langenbucher) ein – ein Abo kann ich nur wärmstens empfehlen.

Gast-Fotogallerie #1: Berlin Locations

Schon wieder eine Premiere auf ds – und zwar die allererste Gast-Fotogallerie: Bernd war die letzten Monate in Berlin und als Location-Scout überdurchschnittlich häufig mit der Kamera unterwegs. Hier eine kleine Auswahl seiner Schnappschüsse, Teil zwei folgte demnächst. Zu den Fotos schreibt Bernd:

Ein interessantes Kunstprojekt hat mich letzten Sommer nach Berlin geführt. Seitdem streife ich unermüdlich durch die alten Ostbezirke der Stadt, ständig auf der Suche nach aufregenden Party und Ausstellungs-Locations.
Dass nach der Wende unzählige Brauereien, Fabrikhallen und Kraftwerke einfach nicht mehr benötigt wurden, ist für einen “Location-Scout” in Berlin natürlich ein ganz besonderer Bonus. Viele dieser morbid wirkenden DDR Relikte stehen zwar seit fast zwei Jahrzehnten einsam und allein in der Gegend rum, doch zum Glück haben noch nicht alle ihren ursprünglichen Charme verloren.
Gelegentlich von Punks als Behausung benutzt, oder von Sprayern wegen der Abgeschiedenheit geliebt, bieten sich viele Locations auch ideal für sommerliche Spontanparties an. Meine Aufgabe besteht allerdings darin, eine komplett “jungfräuliche”, riesige Halle zu scouten, zentral gelegen, die geradezu darauf wartet, von mir entdeckt und und für einen Event genutzt zu werden.
Nachdem ich bei meinen Touren immer von meiner treuen Nikon begleitet wurde, möchte ich euch die kleinen Schnappschüsse dieser Berliner Schmankerln natürlich nicht vorenthalten!

Viel Spaß beim durchklicken!

PS: Ein paar klassische Berlin Motive haben sich auch noch dazu geschwindelt.

Visuelle Schlüsselreize: neue Fotogallerien

Riesige Brüste, gierige Münder, nackte Schenkel, leichtbekleidete Frauen in teuren Dessous, internationale Pornostars aus allen Ländern der EU, wilde, unzensierte Sex-Orgien und nicht jugendfreien Schweinekram findet man anderswo: die zwei neuen datenschmutz Galerien sind weitgehend jugendfrei.

Zum einen hab ich die berühmte “offene Kategorie” namens verschiedene Motive angelegt… da drin sind diverse Bilder zu finden, die, wie der Name nahelegt, eben sonst nirgends reinpassen. Also die klassischen Schnappschüsse.

Das Motiv der zweiten Gallerie ist zu furchterregend, um darüber zu schreiben – aber wie Tante Jolesch schon sagte: alles, was ein Mann schöner ist als ein Aff’ ist ein Luxus. Der Name der Gallerie: Me, myself and I.

Gigapixel-Fotografie: höher aufgelöste Wirklichkeiten

Die Vermessung nicht nur der virtuellen Welt schreitet unaufhörlich voran, doch das alte Kartographengesetz hat nichts von seiner Gültigkeit eingebüßt: eine Karte, welche alle Details der von ihr dargestellten Landschaft wiedergibt, müßte genau so groß sein wie die Landschaft selbst. In Zeiten von Gigapixel-Fotografie und stufenlosen Zooms bezieht sich Größe allerdings nicht mehr auf die Ausdehnung, sondern bloß auf die zur Verfügung stehende Datenmenge.

Die Trägermedien haben sich verändert, und zwar sehr zum Vorteil jener, die das Kartenfalten schon immer zutiefst verabscheuten: bei Systemen wie Google Maps bleibt die einzige Beschränkung in der Auflösung die Verfügbarkeit passenden Bildmaterials. Dass da plötzlich bei besonders gelungenen “Schnappschüssen” in der höchsten Zoomstufe an der einen oder anderen Straßenecke plötzlich eine Person identifizierbar wird, stellt die Betreiber derartiger Dienste vor neue Privacy-Herausforderungen, zugleich machen solche virtuellen Globen die Welt auf eine Art betrachtbar, mit der kein Globus mehr mithalten kann. Möglich macht die stufenlose Betrachtung der Welt eine spezielle Image-Streaming Technologie: anstatt die gesamte Datenmenge zu übertragen, werden immer nur die momentan benötigten Ausschnitte von den Servern nachgeladen. Vereinfacht erklärt stellt Google-Maps ein riesiges, auf die Globenform montiertes Foto der Erde dar, in welches der Betrachter hinein zoomt.

Auf dem gleichen Prinzip beruht die Darstellung extrem hoch aufgelöster statischer Bilder im Browser. Eine italienische Firma hat sich auf solche Gigapixel-Schnappschüsse spezialisiert: das ehemals höchstauflösende Foto der Welt wurde im Juni diesen Jahres ins Netz gestellt und besteht aus 9,9 Gigapixeln. La Gloria di Sant’Ignazio, ein Deckenfresco des italienischen Künstlers Andrea Pozzo, entstand im Original zwischen 1685 und 1694, die finale Version wurde an einem Tag aus über 1.000 einzelnen Digitalfotos zusammengesetzt und erlaubt stufenloses Zoomen von der Gesamtansicht bis hin zur Oberflächenstruktur des Materials.

Inzwischen investieren zahlreiche Firmen einen beträchtlichen Teil ihrer Forschungsbudgets in derartige Bildtechnologien, denn die Faszination solcher Pixelwelten ist immens. Der amerikanische Fotograf Gerard Maynard stellte mit Hilfe der Software “Autopano” ein hochauflösendes Panorama des New Yorker Stadtteils Harlem zusammen: innerhalb von rund 2 Stunden entstanden die 2000 Einzelfotos, die das Ausgangsmaterial der datenintensiven Montage bilden. Von der Zentralperspektive zum einzelnen Häuserziegel und wieder zurück kann sich der Betrachter im wahrsten Sinn des Wortes “durch das Bild” bewegen. Ob potentielle Touristen per Stadtpanorama präventiv den Reinigungsgrad der Gehsteige überprüfen oder Kunsthistoriker Remote-Einblicke in Originale erhalten, die möglicherweise mehr Details enthüllen als das bloße Auge: die Gigapixel-Fotografie wird den Umgang mit digitalem Bildmaterial nachhaltig verändern.

Mehr Auflösung für Bewegtbilder

Verströmten die ersten zögerlichen Video-Streaming Versuche noch den Breitbildcharme einer Briefmarke, so schicken Internet-TV-Sender inzwischen bereits ihre Live-Sendungen bildschirmfüllend über den 01er-Äther. “Auflösung” lautet nun mal eines der magischen Sesam-öffne-Dich Stichwörter der zukünftigen Mediengesellschaft: DVDs, von der Industrie noch vor vergleichsweise sehr kurzer Zeit als Non-Plus Ultra einer heim-cineastischen Filmkultur angepriesen, verlieren ihren Status im Zuge von Nachfolgeformaten wie Blue Ray und Co. quasi in Echtzeit. Schon beklagen Jäger und Sammler das eingebaute Verfallsdatum ihrer mühevoll in Tauschbörsen raubkopierten Filmsammlungen: denn divX-codierte Filme, obwohl qualitativ deutlich besser als weiland die VHS-Kassette, wirken im Vergleich zu aktuellen Formaten am Flachbildfernseher ganz schön flau. Japanische Wissenschaftler experimentieren mit Auflösungen im Gigapixel-Bereich, die das Auflösungsvermögen des menschlichen Auges überschreiten – und damit Marschall McLuhans Theorie von heißen und kalten Medien technisch überholen. Denn das Charakteristikum der Bildröhre, so der amerikanische Medienforscher, bestehe in der geringen Menge an Bildinformation: aus einer relativ groben Pixelmatrix und den rund 25 Bildern pro Sekunde müsse der menschliche Wahrnehmungsapparat ja erst das Bewegtbild in Eigenleistung zusammensetzen. Wenn also demnächst die diversen Flimmerkisten mehr Bildinformationen liefern, als unser Wahrnehmungsapparat aufnehmen und verarbeiten kann, dann zeigt die symbolische Karte womöglich irgendwann mehr Details, als die kartographierte Landschaft je aufwies.

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