Beiträge

datenschmutz Geek Supplies: Background-Template für formsquare

Foursquare.com ist sowas von old school: die Hype-Geeks sind weitergezogen, und die neue Adresse der Wahl lautet formspring.me: die Fragen-Antworten-Plattform im Simplicissimus-Stil kommt wie ein rudimentäres Twitter-Service daher, wirft aber die 140-Zeichen Beschränkung über Bord: Ziel und Zweck ist es nämlich, sich gegenseitig Fragen zu stellen und diese auch zu beantworten – je nach Geschmack kurz oder lang. Zwar lässt die Plattform derzeit noch einige Kernfeatures vermissen, aber ich hab mich schon mal häuslich eingerichtet und das Widget im Sidebar eingebunden: formspring.me/datadirt.

formspringWie Twitter gibt’s wenig zu konfigurieren: ein Avatar-Bild, eine Homepage-URL und eine kurze Beschreibung, das war’s auch schon. In punkto Design bietet formspring.me einige Fertig-Templates an, man hat aber auch die Möglichkeit, ein eigenes Hintergrundbild hochzuladen – das geht am schnellsten mithilfe des PSD-Templates, das ich hier zum Download zur Verfügung stelle. Weiterlesen

Blogistan Panoptikum KW50 2009

Für den Web-Strategen Jeremy Oywang aus Silicon Valley ist das Realtime-Web nicht schnell genug: deshalb sprach er auf der LeWeb Konferenz über das “Intention-based web”, quasi zukunftsgerichtete Services: denn solche Einrichtungen wie der öffentliche Facebook-Kalender erlauben es, eine potentielle Zukunft mit kontextuellen, personalisierten mixed-reality Erfahrungen anzureichern. Ein Punschfabrikant könnte beispielsweise bereits wissen, dass morgen beim Youtube-Kinoabend im MuQa durstige Blogger anwesend sein werden und spontan für Catering sorgen – schöne neue Social Media Welt! Doch trotz dieser großartigen Zukunftsaussichten präsentieren Linzerschnitte und datenschmutz wie gewohnt den Rückblick auf die letzten sieben Tage. Keine Kristallkugeln, stattdessen neueste Geschichten aus neuester Geschichte!

Hype der Woche: Formspring

Judith aka Linzerschnitte Der 2-wöchige Hype um Foursquare wird nun offensichtlich von Formspring.me abgelöst. Formspring.me ist ein Ableger vom Formularservice Formsping.com und erlaubt anonymen oder benamsten Usern, anderen Usern auf deren Profil beliebige Fragen zu stellen oder Usern zu folgen. Einbindung der Question Boxes auf Blogs, via Twitter, Facebook und TumblR sind möglich (siehe blog.datenschmutz.net) und erinnern etwas an die Yahoo Answers Application für Facebook. Customizen der eigenen Profilseite ist übrigens auch möglich.

Alles Weitere sollen die Herrschaften selbst erklären:

YouTube Preview Image

Was die mögliche Anonymität der Fragesteller anbelangt, bin ich persönlich noch unschlüssig, was ich davon halten soll. Ich denke, es war Robert Scobble, der meinte: “Wer in mein Wohnzimmer kommt, der kann sich auch vorstellen”…

Übrigens hier die Formspring-Profile der Panoptikum-Autoren für Fragen jeder Art:
www.formspring.me/linzerschnitte
www.formspring.me/datadirt

Big Brother Stipendium für 2010, net.artist Residencies im Edith-Russ-Haus

ritchie aka datadirt Nein, hier soll keinem jungen Menschen geholfen werden, ein kuscheliges Plätzchen im Reality-TV zu ergattern, vielmehr will die UBIT Projekte und Aktivitäten unterstützen, welche “die Zivilgesellschaft im Bereich Datenschutz und Menschenrechte” stärken und vergibt zu diesem Behufe ein Stipendium von 12 x €400 für das Jahr 2010:

Das Stipendium wird von der UBIT Wien (Fachgruppe Unternehmensberatung und Informationstechnologie in der Wirtschaftskammer Wien) in Form einer monatlichen Überweisung von Eur 400,- für die Dauer von 12 Monaten (in Summe EUR 4.800,-) auf das Konto des/der StipendiatIn ausbezahlt.

Bedingung sind ein Hauptwohnsitz in Wien und ein Geburtsdatum nach dem 1. Jänner 1975 sowie nachweisbare aktive Tätigkeit für Bürgerreche und/oder Datenschutz, die Bewerbung erfolgt formlos (max. 2 Seiten) bis zum 10. Jänner 2010 unter Angabe aller projektrelevanten Daten an stipendium@bigbrotherawards.at. Folgende Aktivitäten kommen Frage:

* aufbereiten von Grundlagen und Basiswissen
* verfassen von Positionspapieren und Stellungnahmen
* gestalten von Illustrationen und Graphiken
* vorbereiten von Aktionen und Veranstaltungen
* organisieren öffentlichkeitswirksamer Kampagnen
* entwickeln relevanter Applikationen und Tools

Der Stipendiat wird von der Jury bestimmt, nach Abschluss des Projekts präsentiert der glückliche Gewinner die Ergebnisse im Rahmen eines q/Talks.

Und weil wir gerade beim Thema Stipendien sind: für net.artists, die schon immer mal einige Wochen in Niedersachsen verbringen wollten, ist der richtige Augenblick gekommen, denn:

Die Stiftung Niedersachsen vergibt für die Monate Juli bis Dezember 2010 drei sechsmonatige Arbeitsstipendien am Edith-Ruß-Haus für Medienkunst Oldenburg. Die Ausschreibung richtet sich an internationale Künstler, die sich mit Neuen Medien beschäftigen. Es gibt keine Altersbeschränkung. Die Stipendien sind jeweils mit 10.000 Euro dotiert. Eine internationale Jury sichtet die Projektvorschläge und entscheidet über die Stipendienvergabe. Für die Stipendiaten besteht eine zeitweilige Residenzpflicht. Sie werden in die Aktivitäten des Edith-Ruß-Hauses für Medienkunst integriert.

Die Bewerbung erfolgt online – eingereicht werden kann bis zum 28. Februar.

Realtime-Websearch als neues Google-Feature

Judith aka Linzerschnitte Seit es die Twittersearch und Twitter-Trending Topics gibt, wissen wir die Realtimesearch und Realtime-Relevanz-Rankings mehr und mehr zu schätzen. Nun hat Google angekündigt, neben der personalisierten Suche auch die Realtime-Search auszuweiten. Als Quelle für die Suche sollen Dokumente aus Facebook, Twitter, Myspace und anderen Quellen herhalten:

The importance of relevance has gone through the roof as the amount of information out there is growing. Relevance has become the critical factor.

Heißt es von Seiten der Google Entwickler. Und aussehen wird dies in etwa so:

Google Realtime Rankings

Wenn das nun mal keiner Adelung von Social News und den maßgeblichen Social Media Plattformen durch Google gleichkommt….

Maria Fekter, schick doch Werner weg!

ritchie aka datadirt Für einiges Aufsehen sorgte Ende November ein öffentlich Brief an die österreichische Innenministerin, in dem Werner “Werquer” Reiter die in letzter Zeit immer häufiger als Schotter-Mitzi titulierte Hardlinerin bittet, doch ihn anstelle von Arigona Zogaj abzuschieben:

Jetzt hätte ich aber eine Idee, die zwar meine berufliche Karriere beendet, aber vielleicht die von Arigona Zogaj absichert. Das Mädchen ist jung, mittlerweile gut gebildet und sie hat Potenzial, hier in Österreich ordentlich Steuern zu zahlen. Die zahle ich zwar auch, aber ich glaube, dass ich auch im Kosovo irgendwie durchkommen würde. – Jedenfalls aber besser als Arigona Zogaj. Sehr geehrte Frau Bundesminister, was halten Sie von dem Vorschlag? Sie schieben mich in den Kosovo ab und Arigona bleibt hier.

Die “Einwanderungsquote” gliche sich jedenfalls aus – und Österreich müsste der Welt an diesem für das Land hochpeinlichen Beispiel nicht demonstrieren, dass hierzulande wohl “Sippenhaftung” gilt – denn auf welche Art auch immer Arigonas Eltern ins Land gelangt sind – dass die damals minderjährige nun brutal aus ihrem Lebensumfeld gerissen werden muss, ist einfach unfassbar:

Was halten Sie von dem Deal? Die Einwandererquote bleibt unbeeinflusst. Recht bleibt Recht und irgendwie ist es viel menschlicher, wenn ein glatzköpfiger Mann um die 40 statt einem jungen sympathischen Mädchen in den Kosovo gehen muss.

Gutes tun für die… Electronic Frontier Foundation

ritchie aka datadirt Weihnachtsgeschenke, Geeks, Gutes tun – wie kriegt man all das bloß unter einen Hut? Unsere Superhero-Freunde von der EFF (Eletronic Frontier Foundation) eilen mit neuen, unentbehrlichen Goodies zu Hilfe:

effsuperheroes

Die EFF setzt sich für digitale Bürgerrechte ein – ihr gehören zahlreiche Internet-Legenden wie Cattlefarmer John Perry Barlow, John Gilmore, Ed Felten und viele andere an. Gute Sache als Gegengewicht zur “Corporate Dictatorship” im Bereich Urheberrecht und finanziert durch Spenden:

EFF is a donor-funded nonprofit and depends on your support to continue successfully defending your digital rights. Litigation is particularly expensive; because two-thirds of our budget comes from individual donors, every contribution is critical to helping EFF fight — and win — more cases.

Und genau darum geht’s – mit einer Unterstützer-Mitgliedschaft ab $25 (entweder für sich selbst oder als Geschenk) gibt’s dieses hübsche T-Shirt, das ein für allemal klarstellt: der Träger ist einer von den guten Piraten!

Kommt das providerlose Google-Phone?

ritchie aka datadirt Die Gerüchte, dass Google ein Android-Phone im Eigenvertrieb auf den Markt bringen möchte, verdichten sich. Das “Nexus One” wird von HTC gebaut und ohne SIM-Lock angeboten. Mindestens so spannend wie die Nachricht selbst (gähn!) ist die Berichterstattung im Spiegel Online – die ist nämlich bestens als Lehrstück in Sachen Primär-Content und Zirkularität geeignet:

Das “Wall Street Journal” und Blogs berichten, der Suchmaschinenkonzern werde ein eigenes Telefon auf den Markt bringen.

Spon erwähnt der Vollständigkeit halber aber auch gleich, dass Google selber bloggte und Twitter darüber berichteten, dass andere Blogger über Googles Blogbeitrag getwittert haben oder so. Auch die FuZo “requotet” fleissig, und dabei heißt’s doch sonst immer, Blogger täten voneinander abschreiben… Da lesen wir doch lieber gleich TechCrunch und erfahren dort:

It will be called the Google Phone (update the official name is “Nexus One”) and will launch in early January, 2010. It won’t be sold by any one carrier, but instead will be an unlocked GSM phone.

Laufen wird das Werkl unter Android 2.1 (vielleicht kann man bis dahin ja auch schon IMAP E-Mails zwischen verschiedenen Ordner verschieben), wie jedes neu angekündigte, noch nicht verfügbare Gerät ist das Gadget voll super, unvorstellbar schnell und bringt Wunderfeatures aus der Zukunft wie Text-to-Speech für E-Mails. Wir warten mit unserem Urteil auf den Reality Check.

George Lucas und die Canon-SLR-Kameras

ritchie aka datadirt Was als “Neben-Feature” begann, verändert gerade nachhaltig die Welt der Filmproduktion: die Canon EOS5d sowie die brandneu EOS 7D erlauben jedem Laien, bestechende HD-Filme zu drehen. Die Qualität ist dank der Optiken besser als die vieler vergleichbarer professioneller Kameras – und zwar so gut, dass mittlerweile sogar Kapazunder wie George Lucas sich für die Feinheiten der SLR-Filmerei interessieren. Der Star Wars Regisseur lud kürzlich David Bloom auf seine Ranch ein, um sich in die Feinheiten der Canon-Modelle einführen zu lassen:

Head of post production Mike Blanchard phoned me up 3 weeks later to see if I could come over and consult about the potential of using video DSLRs for their productions. […] Of course I phoned Mike back said yes please! 5 days staying at Skywalker Ranch as their guest and showing them how to get the best out of the Canon 5DmkII and the Canon 7D. They also wanted to be shown how to use the EX3, Letus Ultimate and Nanoflash.

Spannend für alle Hobby-Filmer – interessant finde ich vor allem die Zacuto-Zusätze: Viewfinder und dem Schulterstativ scheinen recht komfortables Arbeiten auch bei längeren Sessions zu erlauben.

18x Chrome erweitern

ritchie aka datadirt Firefox ist nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Extensions so populär – langsam gibt’s auch die ersten Erweiterungen für Chrome, darunter ein Passwort-Synchronisierungs-Service analog zum beliebten XMarks für FF. Lifehacker hat 18 Extensions gelistet, die den Download angeblich wert sind – und anders als beim Füchslein soll durch Erweiterungen die Performance angeblich kaum einbrechen:

Actually, rating these extensions by “worth the slowdown,” as is often the case with Firefox, doesn’t seem applicable here. Chrome renders pages just as snappily on a Linux install with eight extensions loaded, and the memory use seems not all that different. Your mileage may certainly vary.

Video der Woche

Achtung, höchst meditatives Multimedia-Produkt: diese Kollaboration zwischen finnisch-japanische Kollaboration zwischen Jopsu Ramu und Shun Kawakami nennt sich “Urban Abstract” und besteht aus 40 fünfsekündigen Clips, die eine augenschmeichlerische Melange ergeben – ‘njoy:

Lesetipps der Woche

  • Das Auto als Fetisch: Harald Welzer war lange genug anonym, jetzt ist er offiziell Autoholiker: denn Klimawandelpanik, Grünbewusstsein und Ottomotoren lassen sich wunderbar vereinbaren: es ist sogar okay, fünf Autos zu besitzen, solange man nicht damit fährt.
  • Frankreich, die Politik und Social Media. In Frankreich geht man mit Wählern/Usern seitens der Politik ein bisschen anders um. Ein bisschen rauer nämlich. Da wurden die launige Poster im derstandard.at wohl in Grund und Boden geklagt werden. Möglicherweise beginnt sich das aber langsam zu ändern. (Artikel empfohlen von @karli
  • )

  • SEO wird nutzlos. Wiedermal. Tatsächlich? Denn Totgesagte leben bekanntlich länger. Wer sich über die naiven Hoffnungen der SEO-Gegner amüsieren möchte, die auf einem lustigen kleinen Google Video beruhen – bitte hier entlang.
  • Hannes Treichl erklärt diese Woche, warum Bloggen nicht mehr für jeden Hotelier eine Option ist….
  • WordPress.com verzahnt sich enger mit Twitter: Ab sofort kann man auch via Twitter Updates posten.

Und das war’s auch schon wieder für diese Woche – mal sehen, ob das formspring-Ding in sieben Tagen immer noch heiß ist oder vom nächsten 5-Minutes-of-Fame Twitter-Klon abgelöst wird. Wir wünschen in jedem Fall einen entspannten Restsonntag, danke für Ihre Aufmerksamkeit und lesen uns morgen im Social Web.

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick – für jeden Eintrag gibt’s auf Wunsch einen Backlink! Hier geht’s zum Einreich-Formular.

Facebook, Trade-Offs und die neuen AGBs

Die kürzlich erfolgte und mittlerweile wieder zurück genommene AGB-Änderung bei Facebook sorgte für Unmut bei nicht ganz einem Promille der User. Mittlerweile wurde die umstrittenste Änderung – das Recht an allen Inhalten – wieder zurückgenommen. Zahlreiche Rechtsexperten sind ohnehin der Meinung, dass die AGBs (aufgrund fehlender Übersetzungen bzw. fehlender Formulierungen) in .de und .at ohnehin nicht rechtsgültig wären. Wie auch immer: wer ein Manuskript in der Tasche hat, das ihn zum Millionär machen wird, der sollte von einer Vorab-Veröffentlichung auf FB absehen :mrgreen: Aber abgesehen davon muss den Usern klar werden, dass nix im virtuellen Leben umsonst ist.

Weiterlesen

Twitter macht uns so unglaublich relevant

Der amerikanische Comedian lässt seine Figur “Old Man Stewart” unseren liebsten Micro-Blogging Services erklären. Warum spricht die ganze Welt, und speziell der amerikanische Kongress, nur mehr in 140 Zeichen? Warum registrieren sich alle plötzlich bei Grunter? Verdammt witziges Video!

Weiterlesen

Blogparade: Bestes / übelstes Hardware-Gadget 2008

6fireHöchste Zeit für die erste datenschmutz-Blogparade im neuen Jahr – und ich zähle natürlich auf rege Beteiligung! Weil ich 2008 meinen privat/beruflichen Gerätepark ziemlich aufgestockt habe, bin ich auf die Idee gekommen, sozusagen gleich mal mit gutem und schlechtem Beispiel voranzugehen: denn die Frage lautet, welche Hardware respektive welches Gadget sich im vergangen Jahr als Glücksfall oder Fehlkauf erwiesen hat. Zugelassen zur Nominierung ist alles, was sich im weitesten Sinn als Gadget bezeichnen lässt – ich bin gespannt auf Ihre Beiträge!

fyi: Diese Blogparade gibt’s auch auf Englisch – bitte werfen Sie einen Blick auf datadirt.net

Regeln: es gibt keine Regeln, außer dass ich am Ende dieser Blitzumfrage alle teilnehmenden Beiträge hier verlinken werde (also bitte via Kommentar, Trackback oder Mail Bescheid sagen!) Die Blogparade beginnt heute (12. Jänner) und endet am Sonntag den 25. Jänner 2008.

Mein Lieblings-Gadget 2008: Terratec 6Fire USB

Fürs Siegertreppchen kämen einige Teile in Frage: mit meinen Samsung Syncmaster-Monitoren bin ich hochgradig zufrieden, das Audio Technica AT2020 Mikrophon lässt Consumer-Tonaufnehmer alt aussehen und meine Energy CB20 Boxen sorgen jeden Tag aufs Neue für Dubstep-Ohrenschmäuse. Auf den Spitzenplatz meiner aktuellen Hardware-Favoriten kommt aber trotzdem meine neue externe Soundkarte, Terratecs DMX 6Fire USB. Das schwarze Kästchen bietet 4 analoge Ins und 6 Outs sowie einen Mikro-Eingang mit 48V Phantomspeisung als XLR/Klinken-Kombi. Die Soundqualität ist ein allen Situationen hervorragend, Latenzprobleme bei der Asio-Ansteuerung gibt’s keine und die Hardware-Regler für Gain und Monitor-Ausgang machen das Gerät zu einer flexiblen Audioschaltzentrale. In dieses positive Bild passt auch der stabile Vista64 Treiber, mit dem man ohne unnötiges Pipifax alle relevanten Einstellungen zum (frei wählbaren) Kanalrouting vornimmt. Die schwarze Box hat mir hervorragende Dienste geleistet, das Preis-Leistungsverhältnis finde ich hervorragend – bei Amazon kostet die Soundkarte knapp über 200,- Euros.

Mein größter Fehlkauf 2008: Logitech Z10

z10Das Blue Snowflake USB-Mikro erwies sich ob des inakzeptablen Noisefloor zwar zweifellos als sinnlose Investition, wird aber mit Leichtigkeit getoppt von einer Ausgeburt der Hardware-Hölle: Logitechs Z10 Stereo-Aktivboxen sind das crappigste Stück Computerzubehör, das mir je untergekommen ist. Theoretisch klingt die Möglichkeit, den eigenen Musikplayer mittels Sensortasten anzusteuern, ganz nett. Leider reagieren die Tasten in der Praxis in etwa so zäh wie Andy Borg nach 72 Stunden Musikantenstadl-Marathon. Auch das Digitaldisplay ließe sich sinnvoller Nutzung zuführen, wenn es so etwas wie eine API und/oder brauchbare Software gäbe – aber man kommt gar nicht erst der dazu, sich in der Praxis über diese halbgaren Features aufzuregen, denn wer die Boxen per USB einstöpselt, erlebt sein blaues Wunder: jede interne oder externe Soundkarte wird deaktiviert. Punkt. Also bleibt nur der Weg über den qualitativ vergleichsweise wirklich miesen Line-In. Die Logitech Marketing-Abteilung hält es aber anscheinend nicht für erforderlich, diesen Umstand in der Beschreibung zu erwähnen. Zugegeben, Logitech baut die besten Mäuse (keyboard-technisch bevorzuge ich allerdings Microsoft), aber mit dem “Z-10 Interactive 2.0 Speaker System” beweist die Firma, dass man sich nicht davor scheut, ein halbfertiges, unausgegorenes Produkt auf den Markt zu werfen. Zugegeben, der Klang der Boxen ist für diese Preisklasse nicht übel – allerdings wird die Transparenz im Mittenbereich durch fast vollständig fehlenden Bassdruck erkauft. Finger weg! Wenn’s aktive 2.0 Speakers sein sollen, dann würde ich eher die Creative Labs Gigaworks T20empfehlen. Logitechs Z-10 empfehlen sich einzig und allein für Besitzer eines Laptops mit mieser Soundkarte, der vorwiegend stationär verwendet wird – denn für den mobilen Einsatz sind die Boxen viel zu schwer.

Jetzt sind Sie dran – wie sieht’s mit Ihren Gadget-Erfahrungen 2008 aus?

Blogistan Panoptikum KW01 2009

bewerbungDer letzte Rückblick des Jahres 2008 stand ganz im Zeichen 51 vorangegangener Sonntag respektive Wochen, die erste Blogistan-Panoptikum Ausgabe des neuen Jahres riskiert einen Seitenblick auf einige andere lesenswerte Rückblicke. Man muss ja auch mal aktiv was unternehmen gegen das Vergessen, heißt es. Obwohl ohne die gute alte Entropie, Königin unserer chaotischen Herzen, unsere Informationsverarbeitung wohl ziemlich langweilig wäre. Für mich persönlich jedenfalls hat das 2k9 mit einer äußerst erfreulichen multiplen Pagerank-Überraschung begonnen: datenschmutz hat in der deutschen Blogosphäre nicht gerade breit gestreuten Sechser bekommen, datadirt wurde von Big G zu Weihnachten mit einem Fünfer bedacht und einige weitere Pages erhielten ebenfalls kleine Päckchen. Da sag ich doch mal artig “Danke”, auch wenn das alles nicht völlig unerwartet kam :mrgreen:

Was ist ein Super-Affiliate?

Super Affiliate ist ein dummes Buzzword, das in der Affiliate-Blogging Community von Leuten verwendet wird, die dir einreden wollen, dass sie entweder mehr Geld verdienen oder auf irgendeine andere Weise besser sind als du. Als i8ch meine ersten 1000$ pro Woche mit einem sehr bekannten Affiliate-Netzwerk verdiente, sagten sie, ich sei jetzt ein “Super-Affiliate”, was mir sofort zeigte, dass dieser Begriff überhaupt nichts bedeutet. Jeder, der den Ausdruck “Super Affiliate” in einer nicht-ironischen Weise verwendet, speziell, wenn er damit sich selbst meint, ist unglaubwürdig und ein Idiot.

Sagt Nicky Cackes vom Reformed Blackhat bei Shoemoney (Übersetzung von mir), und dieser wunderschönen Definition ist schlicht und ergreifend nix mehr hinzu zu fügen.

Blicken rück und vor! Aber flott!

Jeremy blickt ordentlich auf das gesamte Jahr zurück, was übrigens auch aus seo-technischer Sicht (Stichwort: interne PR-Verteilung) ganz und gar keine blöde Idee ist. Netzwertig blickt zweifach nach vorne, die Autoren haben durchwegs gewisse Auffassungsunterschiede über die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Web 2.0 und einen Hang zu vagen Prognosen, wie Computernotizen bemerkt. Er stellt etwas konkretere Fragen, die auch Mathias Schindler beantwortete. Das Google Watchblog spekuliert naturgemäß über Big G’s Pläne für die nächsten 12 Monate, Phlow hatten eine äußerst hörenswerten, zweiteiligen Rückblick auf ein Jahr freie Musik zusammengestellt. Den grafisch reizvollsten Blick in den breiten Rückspiegel gibt’s bei Max in Form von Tagclouds und Steam-Grafiken.

TechCrunch und Twitter

Ein aktueller Artikel über ein Mash-Up, das Twitter-Messages an die eigene Mailbox schickt, evozierte eine eigenartige Diskussion auf TechCrunch. Babou fragt:

I really enjoy your blog for your insights and the posts of your team of writers but there is one thing: you really speak a lot about twitter.
Now I understand Twitter has become an important medium of communication but does it really deserve so much attention?

Nun ja… ich würd mal sagen: soviel Aufmerksamkeit, wie sich in 140 Zeichen eben unterbringen lässt – dafür aber mehrmals am Tag :mrgreen:

SEO-News der Woche

Tja, die meisten SEOs haben in den vergangenen sieben Tagen wohl ausgiebig gefeiert – anders die dünne Gesätheit aktueller Nachrichten wohl kaum zu erklären. Gerald schreibt über PR-Updates und Fehlalarme und Blogiger plagt sich mit dem Seotonie Wettbewerb. Irgendwie fasziniert mich das Business-Modell “SEO-Wettbewerb” ja ungemein – den Betreibern müssen solche Wettbewerbe, selbst bei sinnlosen Keywords, ja einiges an Linkjuice bringen. Wem es um (Geld)Preise geht, der sollte die Energie und den Zeitaufwand aber lieber anderswo investieren – beispielsweise in einen neuen Digg-Clon. Und weil der SEO-Lesestoff diese Woche so schmal ausfällt, wär vielleicht mal wieder ein Zeitungsabo angebracht: aber leicht wird einem das Bestellen ja nicht immer gemacht.

Video der Woche

Trainingsmaterial für die richtige Bewerbung gibt es genug, doch wer sich dieses Video von Ben Schwartz zu Herzen nimmt, muss nie mehr Angst haben, jemals eine Anstellung zu bekommen:

Und damit sind wir auch schon wieder an der äußersten Nordspitze des Panoptischen Kaps angekommen. Setzen Sie lieber Ihre Kapuzen auf, es bleibt weiter kühl! Im Übrigen wünsch einen chilligen Sonntag, wir lesen uns morgen.

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick – für jeden Eintrag gibt’s auf Wunsch einen Backlink! Hier geht’s zum Einreich-Formular.

Amazon und der Kundenservice: A+

switchStammleser der c’t Rubrik “Achtung Kunde” sind ja die skurrilsten Service-Odysseen gewohnt. Speziell Online-Händler mit niedrigen Margen sparen nicht selten bei der Serviceabwicklung: da gibt’s externe Callcenter mit teuren Einwahlnummern, inkompetente Berater und Verantwortungsdiffusion im Kreis – aber nicht so bei Amazon, wie ich gerade anhand meines ersten nicht angekommenen Pakets erfahren durfte. Und um kein völlig verzerrtes Bild entstehen zu lassen, hier zur Abwechslung mal ein Tatsachenbericht von einem sehr erfreulichen Service-Kontakt.

Im Zuge meines Arbeitsplatzumbaus habe ich mir unter anderem einen Digitus Combo KVM Switch 4Port PS/2+USB bestellt. Mit dieser praktischen Umschaltbox hängt man einen Monitor, eine Tastatur und eine Maus an bis zu vier Rechner, so lassen sich bequem und ohne Umstecken beispielweise zwei Rechner und zwei Laptops zentral steuern. Ich hatte eine Weile recherchiert, um ein Gerät zu finden, das ausreichend hohe VGA-Auflösungen sowie PS2 und USB Eingabegeräte unterstützt, Amazon war der günstigste Anbieter. Am 11. Dezember hatte ich bestellt, am 16. hätte die Box eintrudeln sollen – das tat sie allerdings bis dato nicht.

In meinem Konto schien die Bestellung als versendet auf, beim Versuch, E-Mail-Kontakt aufzunehmen, erhielt ich den Hinweis, dass ich mich telefonisch ans Service-Center wenden solle. Bei Amazon muss man dazu nicht selbst anrufen, sondern gibt eine Telefonnummer an, unter der man zurückgerufen werden möchte – wahlweise sofort oder innerhalb eines wählbaren Zeitfensters. Nach Aktivierung der Sofort-Option klingelte mein Handy zwei Sekunden später, eine Auswahlabfrage später ich nach insgesamt ca. 10 Sekunden mit einem Servicemitarbeiter verbunden, dem ich das Problem schilderte. Er eruierte sofort die Tracking-Nummer des Pakets und hätte auch sofort weitere Erkundigung eingeholt, allerdings schließt die österreichische Post um 18:00 Uhr. Am Montag werde ich zurückgerufen – entweder bekomme ich das Paket noch zugestellt, sollte es verloren gegangen sein, erhalte ich umgehend eine Ersatzlieferung.

Rollingpin: Koch müsste man sein…

Rolling PinEs wird unüberfühlbar kälter hierzulande: eine gute Gelegenheit für Saisonarbeiter und Gastro-Experten, einige Monate in wesentlich wärmeren Gefilden oder gleich auf einem Kreuzfahrtsschiff zu verbringen. Wer dies nicht aus urlaubstechnischen, sondern aus beruflichen Gründen macht, tut gut daran, der Nischen-Jobbörse Rollingpin einen Besuch abzustatten. Vor einigen Monaten habe ich im Rahmen eines trigami-Reviews auf ehrlichtreu.org die Seite vorgestellt, inzwischen gab es einen größeren Relaunch: fast 5.000 Berufsangebot aus dem Großraum Hotellerie und Gastronomie warten auf Köche und Servicepersonal.

Rolling Pin ist ein Printmagazin, das 14mal pro Jahr erscheint – bei Abschluss einer Premium-Mitgliedschaft erhält man das Heft zugeschickt und kann erweitere Funktionen auf der Homepage nutzen. Die einfache Benutzbarkeit täte auch manch andere Jobbörse gut: nach einmaliger Registrierung und Hinterlegung aller relevanten Daten bewirbt man sich zukünftig einfach via Mausklick für diverse Hoteljobs. Neben dem eigentlichen Stellenmarkt bietet die Seite geballte Informationen für Newcomer und Brancheninsider: von Tipps für Gehaltsverhandlungen bis hin zu arbeitsrechtlichen Fragen bei Jobs im Ausland finden zukünftige Gastro-Traveller Antworten auf viele Fragen.

In meinem Bekanntenkreis kochen überdurchschnittlich viele Leute beruflich – und mit Küchen-Profis hab ich immer einiges zu bereden :mgreen: Beruflich scheint’s, soweit die Erfahrung meiner Bekannten repräsentativ ist, nicht anders zu sein als in den meisten Branchen: mit guter Reputation und Vita fällt’s zumindest im Inland relativ leicht, einen Job zu finden. Rolling Pin ist als Job-Portal nicht zuletzt deshalb hochinteressant, weil die Stellenangebote über die ganze Welt verteilt sind – wenn ich Koch wäre, dann würde ich auf jeden Fall einen Winter-Saison-Job in wärmeren Gefilden bevorzugen… aber wer Lederhosen und Almhütten bevorzugt, findet vermutlich auch etwas Passendes.

Trainerei: Gruppendynamik und Gendersensibilisierung

TrainereiVor kurzem habe ich die Verwendung des Binnen-I auf datenschmutz zur Diskussion gestellt und seine Verwendung aufgrund des großteils negativen Feedbacks beendet. Meine Bloggerkollegen Irene, Markus und Peter von der Trainerei haben im Bereich der Gendersensibilisierung einiges an Erfahrung. Grund genug, mich mit der Trainerei zu treffen und mir anzuhören, was die Experten so zum ungeliebten Binnen-I zu sagen haben – und bei der Gelegenheit auch gleich mal nachzufragen, was die Trainerei denn eigentlich so treibt.

datenschmutz: Was ist denn eure Erfahrung mit Splitting, Binnen-I und Co. in eurer Arbeit?

Trainerei: Das ist vom Kontext abhängig. Einige AuftraggeberInnen finden es sehr wichtig und bestehen auf gendersensiblen Formulierungen, einige kommen im Zuge eines Trainings zum ersten Mal mit dem Thema in Berührung. Wirklich egal ist es aber sehr selten, da Splitting praktisch immer polarisiert. Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, gendersensibel zu sprechen und zu schreiben. Uns geht es in einschlägigen Trainings ja nicht darum, jemanden zu bekehren oder zu missionieren, sondern Argumente und Fakten zu präsentieren, andere Sichtweisen vorzustellen bzw. Erfahrungen zu ermöglichen, die blinde Flecken aufzeigen. Was die einzelnen SeminarteilnehmerInnen damit tun, bleibt in ihrer Selbstverantwortung. In dieser ganzen Binnen-I Debatte bleiben leider andere Punkte, die zum gendersensiblen Umgang miteinander gehören, vollkommen unterbelichtet.

?: Was wären diese Punkte?

Trainer!: Nicht nur bei der Sprache hängen bleiben, sondern sich die eigene Rolle, das eigene Agieren und folglich die unterschiedlichen Handlungsweisen anzusehen; Strategien zu entwickeln, um diese Unterschiede nicht zu werten, sondern in den eigenen Handlungen mitzudenken. Es geht um Bewusstseinsbildung, und da sind Gut-Böse-Schemata der falsche Ansatz. Im Idealfall können nach einem Seminar die Unterschiede wahrgenommen und als Ressourcen anerkannt und genutzt werden.

?: Was heißt das jetzt für mich als Blogger?

!: Du kannst es natürlich halten, wie du willst. Das ist ja das schöne am Bloggen, dass du deine eigenen Regeln aufstellen kannst und an kein Redaktionsstatut gebunden bist. [[Anm.: das datenschmutz Redaktionsstatut ist äußerst streng! :mrgreen] Aber Wirklichkeit wird über Sprache konstruiert, und wer in der Sprache nicht vorkommt, spielt auch weniger Rolle in der kollektiven Wirklichkeit. Das hat Markus in dem Video, das du auch verlinkt hast, deutlich gezeigt.

?: In welcher Situation wende ich mich mit Coaching-Wünschen an euch? Was sind eure Empfehlungen?

!: Immer mehr Aufgaben im beruflichen Alltag werden in Gruppen oder Teams erledigt. Diese funktionieren am besten, wenn alle vorhandenen Ressourcen bekannt sind, eingebracht und genutzt werden können. Ressourcen umfassen nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch ein Verständnis der eigenen Position und der damit verbundenen Zuschreibungen. Dabei spielt Gender eine noch oft unterschätzte Rolle. Unsere Seminare sind immer auf die Bedürfnisse unserer AuftraggeberInnen zugeschnitten. Es macht verständlicherweise einen Unterschied, ob wir es mit einer Schulklasse, Studierenden, einer KMU, NGOs oder einem Großunternehmen zu tun haben. Prinzipiell geht es uns darum herauszufinden, was die thematischen Knackpunkte und die Erwartungen der AuftraggeberInnen sind. Wir verwenden keine Seminarkonzepte von der Stange, sondern entwickeln individuelle Trainings je nach Bedürfnislage. Ob wir dabei auf Kreativmethoden, spielerische Übungen oder auf klassische Wissensvermittlung setzen. hängt genauso von der Gruppe wie der Dauer des Seminars ab.

?: Ihr macht aber nicht nur Genderkompetenz-Seminare. Wer auf eure Website schaut, findet da noch eine Reihe anderer Seminarthemen wie Leitungs- und Führungskompetenz, Moderationstechniken, Projektmanagement und einige andere.

!: Dadurch, dass wir zu neunt sind, ergibt sich eine Vielzahl unterschiedlicher Kompetenzen, Schwerpunkte und wissenschaftlicher Zugänge. Die Kombination daraus führt zu einem breiten Spektrum an Seminaren, sowohl thematisch als auch methodisch.

?: Neun Personen sind ganz schön viele – ist das ganze organisatorisch sehr aufwändig? Als EPU wünscht man sich ja manchmal Austausch und Diskussion, aber gleich neun Leute?

!: Hinter den Kulissen kann schon mal länger diskutiert werden ;-) Im Endeffekt entscheiden die AuftraggeberInnen, wen sie kontaktieren. Zu AuftraggeberInnen gibt es immer eine Ansprechperson, die die Projektverantwortung trägt. Diese Person führt das Vorgespräch, stellt das ideale Team zusammen und kümmert sich um den reibungslosen Ablauf.

?: And now to something completely different: Im April gab es eine phatte Party im Nelsons. Ist so etwas wieder geplant?

!: Sicherlich. Unser einjähriges Bestehen werden wir jedenfalls feiern.

US-Wahlkampf: Twitter kam ins Fernsehen

current.comDer österreichische Nationalratswahlkampf zeigte bereits erste Ansätze einer Integration neuer Medien. Dabei steht keineswegs die Technikverliebtheit im Vordergrund, sondern direktes Feedback, Wählfragen und -kommentare sollen integriert werden. Das Fernsehen als klassisches Einweg-Medium zieht beratende Experten hinzu, lässt Zuseher Videos auf Youtube hochladen, die dann teilweise in den Live-Sendungen abgespielt werden. Einen ganz anderen Ansatz in Sachen Realtime-Feedback wählte die aktuelle Twitter/Current-Kooperation: unter genialen Titel Hack the Debate wurden Twitter-User aufgerufen, während der Übertragung der Live-Debatte am 15. Oktober mit dem Tag #current ihre Meinung über die Konfrontation und die Argumente von Obama und McCaine zu tweeten.

Current integrierte so viele Tweets wie möglich als Laufschrift in den Live-Videocast und schafft dadurch eine Art Meta-Layer. Hier bekommen also nicht die Diskutanten direktes Feedback, sondern die Zuseher chatten live via Twitter. Simpel umzusetzen und eine nette Idee: zweifellos wird in zahlreichen Chats ohnehin diskutiert, aber kurze und knappe Meldungen auf diese Weise zu bündeln, hat einen besonderen Reiz.

Da Twitter die Aktion mit einem sehr prominenten Link direkt unter dem Hauptmenü bewarb, war die Teilnehmerzahl entsprechend hoch. Man sieht also: auch im Web 2.0 fällt die gute alte Gatekeeper-Funktion keineswegs flach. Und so sahen die Regeln in der Praxis aus:

  1. Tune in on October 15th at 9pm EST/ 6pm PST for the Live Presidential Debate. Find Current TV on your local cable/satellite provider or come here to watch the live stream of our broadcast.
  2. Make sure you’ve registered with Twitter to participate. NOTE: You’ll need to have your Twitter timeline set to public to participate.
  3. During the debates, chime in by including “#current” in your tweet. Example:
    “This discussion about universal healthcare makes me want to pop some pills! #current”
  4. We won’t be able to air every single tweet on TV, but you can see all of the #current tweets by searching #current on Twitter search.

Das wär doch mal eine Anregung für ORF, ATV oder puls4 für die nächsten Live-Debatten!

SEO-Frage: Gibt es Minus-Keywords?

minus keywordsIch arbeite als Online Consultant und SEO-Berater, es wäre also ganz schön peinlich, wenn datenschmutz bei Google nicht hervorragend gerankt wäre. Nun, it’s not black magic: regelmäßige Postings, Unique Contents, eine nicht gerade backfrische Domain, sauberes XML und ein paar Source-Code-Kniffe, das muss ja hinhauen – und tut es auch. Letztens hab ich allerdings eine interessante Beobachtung gemacht, die ich an dieser Stelle gerne mal zur SEO-Diskussion stellen möchte: alle meine statischen Gewinnspiel-Contents (aktuelle GS, Archiv) haben Pagerank Null und eine sehr schlechte Position in den SERPs, wie etwa die Suche nach datenschmutz + Gewinnspiele zeigt. Ein wenig Recherche hat mich nun auf folgende Frage gebracht: gibt es für bestimmte, häufig in “streng riechendem” Kontext auftauchende Keys wie “Gewinnspiele” sowas wie einen automatischen Malus von Big G.?

So gut wie alle meine Hauptmenüpunkte besitzen Pagerank 4, mit Ausnahme von “Themen” und “Archiv”, die aber bloß auf noindex-Seiten weiterverweise. Die statische Seite mit den Gewinnspielen allerdings ist in Google so gut wie gar nicht vorhanden, obwohl regelmäßig upgedatet und schon rund ein Jahr online.

Praktisch ist mir das vollkommen egal, wenn nicht sogar recht: schließlich sind die Gewinnspiele ja sowieso prima causa für Stammleser und Feed-Abonennten gedacht und nicht unbedingt für SERP-Besucher. Und die einzelnen Postings, bei denen häufig ein ausführliches Interview mit dem Gewinnspiel kombiniert ist (z.B. CD-Verlosungen), ranken sehr erfreulich und haben großteils auch einen relativ hohen PR: siehe z.B. d.kay oder Dubblestandart.

Nun ist mir durchaus bewusst, dass Keywords wie “Poker”, “Pornos” etc. durchaus sehr schwierig zu optimieren sind: nicht nur, weil die Konkurrenz bei diesen Themen sehr groß ist, sondern auch, weil Google darum bemüht ist, zumindest die vorderen Positionen seiner SERPs jugendfrei zu halten. So weit, so klar: allerdings frage ich mich aufgrund der Gewinnspiel Rankings, ob Google inzwischen so etwas wie eine Liste “möglicherweise dubioser Keywords” ins System implementiert hat, die das Ranking für bestimmte Begriffe eben erschweren. Oder handelt es sich um bloßen Zufall? Ich hab dazu noch keine Meinung, wär aber sehr gespannt auf ähnliche Erfahrungen/Ausreißer bzw. andere Erklärungen: die Diskussion ist eröffnet :mrgreen:


Fotocredits:
Titelbild: Goldener Schlüssel mit blau von Rainer Sturm / pixelio.de

 

EVIL-Bauweise: Digitale Spiegelreflexkameras am Ende?

lumixg1Wenn Investitionssicherheit die Priorität aller Einkäufer wäre, dann hätte noch nie irgendjemand ein Gadget verkauft: kein PDA, kein Handy, keine Digitalkamera, bei der nicht höchstens 12 Monate später ein wesentlich verbessertes Modell zum nahezu gleichen Preis erhältlich ist. Im Bereich der digitalen (semi)professionellen SLR-Fotografie zeichnet sich allerdings ein gravierender Paradigmenwandel am Pixel-Horizont ab: in Kürze verschwindet der aus analogen Zeiten stammende Spiegel aus den ersten digitalen “SLRs”. Die heißen dann nicht mehr Reflexkameras, sondern “Evil” Cams. Die Abkürzung steht für Electronic Viewfinder, Interchangable Lens.

Bei der klassischen SLR-Bauweise ermöglicht ein Klappspiegel dem Fotografen den Blick direkt durchs Objektiv: er sieht also genau das, was die Kamera aufzeichnet. Der Spiegel verdeckt dabei den Film respektive Sensor und wird im Moment des Auslösens nach oben gekippt, um den Lichtweg freizugeben. Diese Bauweise bringt im digitalen Bereich einige Probleme mit sich: zum einen erzeugt der Spiegel (wenn auch minimale) mechanische Vibrationen, die bei besonders hochauflösenden Sensoren zu Verwacklungsproblemen führen können, außerdem verhindert er völlig lautlosen Betrieb bei der Aufnahme. Zweites Problem: der Spiegel verhindert zuverlässig ein “Live-Bild” am Sucher, da der Sensor ja vor der Aufnahme kein Bild “sieht” – genau das ist auch der Grund, warum mit digitalen SLRs keine Videoaufnahmen möglich sind. Panasonic stellte kürzlich mit der Lumix G1 die erste Consumer-Kamera (angepeilter Gehäusepreis: EUR 750,-) in Evil-Bauweise vor. Das Gerät soll die Vorteile einer Sucherkamera mit Livebild und die höhere Bildqualität einer SLR dank auswechselbarer Objektive elegant kombinieren. Matthias Landau hat im Spiegel ein lesenswertes Feature über die Lumix G1 veröffentlicht.

Dabei gibt es allerdings noch einen gewaltigen Pferdefuß: selbst die besten Displays reichen nicht ansatzweise an das analoge Sucherbild heran, das ich persönlich für einen der Hauptvorteile der digitalen SLR-Bauweise halte. Gerade Profi-Fotografen werden auf die gewohnte Mattscheibe keineswegs verzichten wollen. Beides kann man allerdings nicht haben, also werden digitale SLRs in klassischer Bauweise noch ein Weilchen die unter Profis die Waffe der Wahl bleiben.

Einstieg in die SLR-Welt

Der Grund meiner Recherche ist, dass ich mir demnächst eine “richtige”
Kamera zulegen werde, mit der man als Fotograf jene Gestaltungsmöglichkeiten besitzt, die ich von meiner analogen EOS 50 gewohnt bin. Eigentlich wollte ich mir eine EOS D40 zulegen, habe aber gestern auf Amazon das in Kürze erhältliche Nachfolgermodell Canon EOS 50D entdeckt. Das neue Gehäuse weist eine Auflösung von 15 statt 10 Megapixeln auf und kommt mit dem neuen Digic4 Bildprozessor und höherer Farbauflösung, ist aber nur unwesentlich teurer.

Die EOS 400D kommt überhaupt nicht Frage, weil einer der Hauptvorteile einer SLR ein stabiles Metallgehäuse ist – die Bauweise der 400er ist mir schlichtweg zu filigran. Bin recht froh, dass ich noch abgewartet habe, es wird angesichts meiner “analogen” Objektivsammlung wohl die EOS 50D werden. (Anfang der Woche habe ich Canon Österreich geschrieben, ob Interesse bestünde, mir für einen Review ein oder mehrere Testmodelle zur Verfügung zu stellen, eine Antwort blieb bislang allerdings leider aus.) Daher wollte ich vor dem Einkauf nochmal in die Runde fragen: gibt’s datenschmutz-LeserInnen mit digitaler SLR-Erfahrung? Welche Modelle sind neben Canon noch empfehlenswert? Bin dankbar für jeden Hinweis :mrgreen:

Tagesdosis: Saufen bis nix mehr reingeht

Komatrinken hat dieser Tage einen schlechten Ruf, der wohl aufs Trinken generell abfärbt. So leidet wohl die Einnahme antialkoholischer Erfrischungen ganz gewaltig – warum müsste sonst eine nicht genannt werden sollende österreichische Versicherung gemeinsam mit einem Wasserabfüller ganzseitige Inserate mit einer eindeutigen Botschaft schalten? Die lautet übrigens: Trinkt! Mehr! (Wasser.) Wasser sei gesund und eine wichtige Basis für ein gesundes Leben. Stimmt – so ganz ohne H2O wär das Leben ratzfatz vorbei. Was mich aber maßlos wundert, ist die empfohlene “Tagesdosis”: wie die nachstehende Grafik erörtert, werden 1,5l pro Tag und Nase als ausreichend erachtet:

trink

Weiterlesen

Wahl.Qual: Politikern Löcher in Bäuche fragen…

totalwahl…ist wie Hamster nach Karnassos tragen, wie ein altes griechisches Sprichwort sagt. Die Hoffnung, dass Crowdsourcing einen Dialog zwischen “denen da oben” und dem gemeinen Fußvolk installiert, verreckt qualvoll zuletzt, aber nachhaltig [1. Wie etwa der weitere Fortgang der Grünen Crowdsourcing-Plakataktion zeigt: es geht ja überhaupt nicht um “professionellen” Look, sondern einfach nur um die Signalwirkung. Ob ein ge-photo-shoppter Van der Bellen mit Allerweltsslogan tatsächlich die Grünen hochkatapultiert, ist mehr als fraglich. Ohnehin schiene es mir in diesem Wahlkampf sehr empfehlenswert, sich etwas aus dem Fenster zu lehnen, statt bloß auf “bewährte” Strategien zu setzen: alles andere als ein großer Zuwachs wäre – let’s face it – Totalversagen. Da sind saugeile Plakate dabei, aber was hat die Abstimmung in einem Standard-Advertorial verloren? Warum können User keine Kommentare zu den Plakaten verfassen? Zuerst Web 2.0, dann halbgar: that doesn’t sparkle with me.]. Dieser unkommunikativen Ödnis wollen Markus Kienast und Georg SC-Hütz mit ihrer diese Woche gestarteten Plattform Wahltotal.at Abhilfe schaffen: jeder wissbegierige Wähler kann Videofragen aufnehmen, hochladen und hoffen, dass einer der angesprochenen Politiker im Idealfall sogar antwortet.

Gelauncht wurde Wahltotal am Montag, die ots-Presseaussendung über die Plattform gehörte zu den meistgelesenen Nachrichten des Tages – kein Wunder, denn die Idee ist simpel, schnell kommunizierbar und bietet einen ungefilterten, direkten Kommunikationskanal, der wesentlich undröger daherkommt als die symbolischen Diskussions-Schlagabtäusche im Fernsehen:

Ab heute kann sich jeder einfach und kostenlos mit seinen Anliegen direkt an die österreichischen Politiker wenden. Einfach Videos mit deinen Fragen aufnehmen (z. B. mit deiner Digital-Kamera) und auf WahlTotal.at hochladen. Mit ausreichend Votes von deinen Freunden und der Community kannst du deiner Frage genug Gewicht verschaffen, dass unsere Politiker nicht umhin kommen, sie zu beantworten.

Ich bin gespannt, ob Wahltotal genug Impact entwickelt – das sieht Max recht ähnlich.

Spreading: den Virus füttern

wahlvideoIch hab gestern mal testweise eine Frage aufgenommen und hochgeladen, allerdings scheint’s mit dem Dreier-Firefox noch zu haken, mit dem Internet Explorer ließ sich die Datei dann allerdings hochschieben und veröffentlichen. Über solche technischen Startproblemchen mag man hinwegsehen – allerdings fehlen mir einige Features, welche die Betreiber in ihrem eigenen Interesse hoffentlich noch nachreichen.

Dass sich User, die ein Video hochladen wollen, registrieren müssen, halte ich für hochgradig sinnvoll – schon allein deshalb, damit Videos später wieder gelöscht bzw. Beschreibungen bearbeitet werden können. Wahltotal verlangt allerdings auch fürs Kommentieren und sogar fürs Voten ein Log-In. Bei den Kommentaren sollte ein Captcha ausreichen, die Votes würde ich über ein Cookie mit Tagesgültigkeit überprüfen [2. Die IP-Methode hätte den Nachteil, dass nach der ersten Stimme aus einem Subnetz, z.B. einem Büro, das nach außen hin eine IP verwendet, alle anderen User im selben Netzwerk nicht mehr wählen könnten.]. Wenn sich jemand die Mühe machen möchte, mehrere Browser zu verwenden bzw. den Cookie-Cache zu löschen, dann geschieht auch kein Unheil: und mit einer Stimme pro Tag könnte man einerseits einen zeitlichen Verlauf der “drängendsten” Fragen anzeigen und andererseits für mehr Returning Visitors sorgen.

Ebenfalls extrem schmerzlich vermisse ich eine Embed-Funktion fürs Video. Ich weiß nicht, ob der eingesetzte Flow-Player diese mitbringt, aber gerade bei einer vorwiegend viral vermarkteten Plattform muss man Blogosphäre und Co. reichlich füttern.

Neues Twitter-Lieblingsspielzeug: toanswer.net

toanswerlogoContrary to popular believe gibt’s doch dumme Fragen, und zwar massig viele. Dafür keine dummen Antworten, sondern bloß kontextuell unpassende Auskünfte. Aber können 140 Zeichen wirklich erschöpfend informieren über den Status Quo aller wichtigen Fragen dieses Universums? Ei Freilich. Da passt sogar noch eine Fußnote rein zu “42”, und dieses Prinzip macht sich Toanswer ausgiebigst zunutze.

Leudde, vergesst Google Knol und Wikipedia! Toanswer ist der neue Born des Weltwissens. Echtzeitlich, unwidersprochen und todernst! Ohne unnötiges Gelaber, straight down to the point:

If you have ever used Ask MetaFilter or Yahoo Answers, you already understand the basic premise of ToAnswer. Some users ask questions, the questions are indexed, and other users respond to questions that may know the answer to. It’s a simple, efficient way to query the minds of others.

So what’s the point, if Ask Metafilter and Yahoo Answers provide the same service? ToAnswer is special in one way: it interfaces with Twitter. This provides advantages and disadvantages that gives ToAnswer a unique niche. It allows you to tap Twitter’s enormous user base. However, due to the nature of Twitter you are limited to 140-character questions and answers. This makes ToAnswer the perfect medium for making small polls or quick questions.

Die einzelnen Fragen erhalten eine Kennzahl, damit die passenden Antworten später zugeordnet werden können – damit bleiben effektiv rund 125 Zeichen für die eigentliche Antwort übrig. Eines zeigt sich allerdings schon jetzt: ein Sprachfilter wäre sehr hilfreich, derzeit herrscht auf ToAnswer.net babylonisches Sprachgewirr.

PS: Außerdem ist ToAnswer ein wirklich nettes Connection Tool. Macht irgendwie mehr Spaß als die meisten Zwischendurch-Browserspiele, die ich kenne. (Außer Travian und Duels natürlich, *g*)

Buchverlosung: Die Googlefalle

googlefallecoverLiebe Wochenend-LeserInnen, bleiben Sie entspannt – liebe mobile UserInnen, bitte halten Sie Ihr Handy gut fest, denn es folgt ein besonderes Sonntagszuckerl : ich verlose 1 Exemplar von Gerald Reischls Die Googlefalle. Der IT-Ressortleiter der österreichischen Tageszeitung Kurier rückt in seinem umfassend recherchierten Portrait die bei weitem populärste Suchmaschine der Welt allerdings in kein günstiges Licht, sondern stellt eine brisante Frage: welche datenschmutztechnischen und sonstigen Gefahren gehen von der beispiellosen Monopolstellung Big G’s aus?

Bloßes Kommentieren reicht nicht, diesmal gibt’s nämlich eine Gewinnfrage: Welche Daten überträgt Google Analytics? Der Gewinner oder die Gewinnerin bekommt von mir die Hardcover-Ausgabe zugeschickt. Eine “richtige” Antwort gibt’s natürlich nicht (was man Geralds Buch ebenfalls entnehmen kann), daher gewinnt der (völlig subjektiv) absurdeste Beitrag den Hauptpreis. Das Gewinnspiel dauert 1 Wochen, endet also am kommenden Sonntag, dem 3. August 2008, es gelten die datenschmutz Gewinnspiel Teilnahmebedingungen.

Trostpreis Eintrag im Linkverzeichnis

Jede/r, der eine (ebenfalls *extrem* subjektiv) besonders originelle Antwort gibt und sein Blog oder seine Homepage angibt, bekommt einen Platz im datenschmutz Linkverzeichnis (Pagerank 4) (ausgenommen natürlich “Bad Neighbourhood Kandidaten”).

In die Googlefalle stolpern

Über die Googlefalle: Gerald Reischl betreibt ein gleichnamiges Blog, das auch in Englisch verfügbar ist. Wer sich immer schon mal Sorgen gemacht hat über die immer beängstigendere Vormachtstellung Googles (neben dem Online-Bereich streckt die börsennotierte Firma ja schon längst ihre Finger nach (amerikanischen) “alten” Medien aus) sollte öfter mal einen Blick reinwerfen: Gerald untermalt die zentrale These seines Buches, dass Google ein supranationaler, unkontrollierbar Moloch geworden ist, der sich von keiner Kontrollinstanz in die Karten schauen lässt, mit beeindruckenden Zahlen – etwa zu Big G’s Marktanteilen in verschiedenen Ländern.

Längst ist Privacy-Schützern die Google-typische Intransparenz, die Datensammel- und Speicherwut des Marktführers, zu viel geworden. Jene genauen Nutzungsdaten, auf die diverseste Regierungen so gerne unbeschränkten Zugriff haben – Google hat sie zur freien Verfügung, und keiner weiß, was genau damit gemacht wird. Dass das Thema Datenschutz in der öffentlichen Debatte inzwischen eine gravierende Rolle spielt, zeigt etwa die Unruhe, die der deutsche “Bundestrojaner” auslöste: das Problembewusstsein sein da, Google jedoch wird von den wenigsten Usern als Bedrohung empfunden – ganz im Gegenteil: aber diese Fehleinschätzung ändert sich nach der Lektüre der Googlefalle mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit.

Affiliate Link-Cloaking und 1-Pixel-Images

pepperjamFür das Cloaking von Affiliate Links können WordPress mittlerweile auf tüchtige Plugins zurückgreifen – aber der schönste Redirect in ein noindex-Directory hilft nix, wenn immer mehr Affiliate Marketeers diese nervigen 1-Pixel Images sogar bei reinen Textlinks vorschreiben – Pepperjam hat da eine wesentlich elegantere Lösung. Außerdem böte das beliebte, aber leider sehr auf englisch-sprachige Sites fokussierte Affiliate-Netzwerk Pepperjam lukrative Quoten und einige sehr interessante Programmpartnerschaften.

Die Backend-Applikation ist ausgesprochen übersichtlich, Support erfolgt rasch und freundlich. Am besten gefällt mir allerdings in technologischer Hinsicht, dass Pepperjam zwar auch aus Tracking-Gründen die 1×1 Pixel Images verwendet, diese allerdings ebenso wie den eigentlichen Affiliate-Link standardmäßig cloaked, also verschleiert: das Zählpixel wird von einem “harmlosen” Server geladen und verhindert so allfällige SERP-Abwertungen.

Bei Amazon lässt sich das Pixel ja noch verschmerzen – ich rechne keinesfalls mit SERP-Abwertung aufgrund von Amazon-Links; auch wenn ein nofollow in solchen Fällen niemals schaden kann. Bei Zanox hat man mir auf Nachfrage zwar mal mitgeteilt, dass das Pixel nicht unbedingt eingebaut werden muss und das Cookie-Tracking auch ohne funktioniert, trotzdem finde ich die Pepperjam-Lösung wesentlich eleganter. Two thumbs up! Wenn da nicht wieder mal die böse alte Sprachbarriere wäre:

Hi Ritchie,
Thanks for reaching out. At this time, we are not allowing affiliates to promote the PJN Referral Program if their websites are not in English.

Yuck. So geht’s halt fast immer, wenn man ein auf ein gut gemachtes, interessantes Affiliate-Programm stößt…

monochroms Streichelnazi

“The Ladies like him!” Die Rede ist vom Streichelnazi, den monochrom unlängst in Wien ausstellte. Mit Affirmation hat das nix zu tun, es handelt sich vielmehr um gewohnt aktio-situationistische Aufbereitung eines der verlogensten und verlegensten Kapitel Österreichs: denn noch Jahrzehnte nach dem Krieg stellten die wenigsten Politiker (und Zivilpersonen) den schweigenden Konsens, dass Österreich das erste “Opfer” Nazideutschlands gewesen sein, nicht bloß nicht in Frage, sondern forcierten jene Betrachtungsweise, die jegliche Unterstützung für die NSDAP auf breiter Basis vollkommen leugnete.

An eine Geschichtsstunde in der Oberstufe kann ich mich noch gut erinnern: am Lehrplan stand schließlich irgendwie irgendwo auch Zeitgeschichte – aber in Lienz muss man da aufpassen; schließlich hat Tirol die Verflechtung von konservativer Politik, Kirche und staatlichen Jobs zur Meisterschaft getrieben. Unsere gesamte “Bildung” über österreichische Parteien lief dabei folgendermaßen ab: drei Personen bekamen Kopien der damals aktuellen Parteiprogramme von SPÖ, ÖVP und FPÖ und mussten Referate halten. Die drei Vorträge (ohne Zwischenfragen) nahmen fast die gesamten 50 Minuten ein. Der Kommentar unseres Geschichtelehrers in den verbleibenden zwei Minuten lautete: “Und wie ihr seht, ist das eh alles mehr oder weniger das Gleiche.” Möglicherweise hat diese Aussage sogar einen nicht unbeträchtlichen Teil dazu beigetragen, dass ich später an der Uni Politikwissenschaft als mein Nebenfach gewählt habe.

Es gab jedenfalls keinerlei Diskussion darüber, was Parteiprogramme überhaupt sind und wozu sie dienen, wie die einzelnen Parteien entstanden, wo die grundlegenden ideologischen Unterschiede zwischen links und rechts liegen… man hat uns sozusagen in einer staatlichen Institution zu potentiellen Nichtwählern erzogen. Die Nazis haben wir damals natürlich überhaupt nicht durchgenommen – vielleicht wären die nach Meinung unseres Gymnasialprofs ja “auch eh nur das gleiche” gewesen. Immerhin hat Österreich ja im Rahmen der statistischen Unschärfe seinerzeit quasi geschlossen für das Großdeutsche Reich gewählt. Fanden .at die Hakenkreuzträger damals gar süß und streichelnswert? Diese Frage stellen Johannes und Co. im folgenden Context-Hacking Video – Text und Credits gibt’s auf monochrom.at.

YouTube Preview Image