Steve Rogers ist Europadirektor von Google - Europadirektor mag gut klingen, realiter dürfte Stevie allerdings bloß ein besserer Laufbursche von Larry, Marissa, Matt + Co sein, anders kann ich mir seine Antworten auf Georg Holzers Fragen beim besten Willen nicht erklären. Der wollte nämlich für die Kleine Zeitung (Ausgabe vom 9.2., S.29) von ihm wissen, warum Big G den Ruf der Datenkrake nicht los wird. Says Rogers:
Das wird schwer werden, diesen Ruf los zu werden. Wenn eine Firma größer wird, wird sie als undurchsichtig gesehen. Wir versuchen, aber so transparent wie möglich zu sein.
Wie diese "Transparenz nach Möglichkeit" in der Praxis aussieht, führt Steve dann auch direkt bei der nächsten Frage vor, die sich auf Datensicherheit gegenüber Dritten bezieht. Seine lakonische Antwort: "Bitte um Verständnis, dazu darf ich nichts sagen." Zur China-Situation übrigens auch nicht: "Es war wirklich etwas, aber ich darf das nicht weiter kommentieren." Diesen Beitrag weiterlesen »
Das große Social Media Erdbeben der letzten Woche zeigt seine Nachwirkungen: denn wenn Twitter und Facebook zur gleichen Zeit Schluckauf haben respektive nicht mehr erreichbar sind, dann bleibt Millionen Nerds weltweit nichts anderes übrig, als vor die Tür zu gehen. Die unmittelbar bedrohlichste Auswirkung allerdings spüren unsere hochverehrten Stammleserinnen und Leser am eigenen Monitor: dieses Panoptikum hat sich eiskalt um volle 2 Tage verspätet! Der Absatz von Sonnenschutz-Mitteln und After-Sun Lotions sei ums 33-fache gestiegen an jenen schicksalhaften #Fail-Tagen, ergab eine Untersuchung des abhängigen Instituts für Anti-UV Kosmetik. Sofort tauchen die wildesten Gerüche Gerüchte auf, die auch sofort willig weiter-verbreitet wurden: der KGB wars! Aber bitte, die Herren und Damen Drehbuchautoren mussten aus James Bond ja eine verweichlichte, post-feministische Figur machen - das haben wir nun davon. Siehe dazu auch unsere erste News, also auf zum Blogistan Panoptikum von Linzerschnitte und datadirt.
Die Russen kommen! Und wenn sie schon nicht kommen, dann sind sie zumindest schuld. An der zeitgleichen DOS (Denial of Service)-Attacke auf Facebook, Youtube und Twitter in der vergangenen Woche nämlich. Das meint zumindest der georgische Blogger Cyxymy. Der hat nämlich Konten auf Facebook, Youtube und Twitter, welche anscheinend das Ziel der Hackerattacke des FSB, des russischen Geheimdienstes und KGB-Nachfolgers waren.
Vielleicht wurde der Angriff nur von gewöhnlichen Hackern ausgeführt, aber ich bin mir sicher, dass der Auftrag dazu von der russischen Regierung kam.
Grund für die Attacke sollen die kritischen Äußerungen des Bloggers über die Kaukasus-Politik der Russen sein. Gut, damit wäre also alles geklärt - und nein, wir haben das nicht erfunden, siehe ZDNet.
Wenn Real Estate Companys ihre Mieter wegen Twitter-Rufschädigung verklagen, dann der Bumerang ganz plötzlich zurückkommen: die betroffene Mieterin hat zwar nur 20 Followers, was die Forderung von $50.000 nur umso absurder erscheinen lässt. Copyblogger kennt die ganze Story:
If you haven't heard the story yet, a Chicago real estate company called Horizon Realty Group filed a lawsuit against one of its tenants on Monday. She apparently made a snarky remark on Twitter, claiming that the company "didn't care" about mold in her apartment. Horizon is suing her for libel, looking for $50,000 in damages to their reputation.
She only had about 20 followers, so this looked like a pretty harsh David and Goliath story. Unfortunately, Horizon’s legal and PR teams forgot what happened to Goliath. By Tuesday afternoon, the story of Horizon's lawsuit had hit trending topics on Twitter. Which means that a peevish remark made in front of 20 people has now found its way to hundreds of thousands.
Tja... mit einer simplen Rückmeldung hätte diese PR-Katastrophe einfach abgewendet werden können. Mit dieser Story hat sich Horizon jedenfalls einen Platz im Olymp der Twitter-Marketing-Fails redlich verdient.
Diese Meldung hat wieder mal ein wahres Twitter-Gewitter losgelassen: Facebook kauft Friendfeed. Friendfeed, der Social Media Aggregator, gilt als Vorbild für Google großangekündigte Kommunikationsrevolution Google Wave. Mit Facebook im Rücken kann Friendfeed, das alles kann, aber niemand kennt oder primär nutzt, wahrscheinlich seinen Untergang in die Bedeutungslosigkeit verhindern. Google ist damit in zweierlei Hinsicht eins ausgewischt: 1. Friendfeed existiert und funktioniert bereits jetzt. 2. Friendfeed wurde von einer Gruppe ehemaliger Google-Mitarbeiter gegründet. Im offiziellen Presse-Release auf Facebook heißt es dazu:
"Facebook and FriendFeed share a common vision of giving people tools to share and connect with their friends," said Bret Taylor, a FriendFeed co-founder and, previously, the group product manager who launched Google Maps. "We can't wait to join the team and bring many of the innovations we've developed at FriendFeed to Facebook's 250 million users around the world.
TechCrunch hat das erste Interview mit Bret Taylor (Friendfeed-Mitgründer) und Chris Cox, Vize-Präsident von Facebook. Was weiter passiert, scheint aber noch unklar zu sein, wie dieser Beitrag am FriendFeed-Blog nahelegt:
FriendFeed.com will continue to operate normally for the time being. We're still figuring out our longer-term plans for the product with the Facebook team.
Twitter-Account Phishing scheint nach wie vor äußerst lukrativ zu sein. Mashable berichtet über eine neue Spam-Welle, deren Auslöser noch unbekannt ist:
Yesterday we noticed a strange occurrence on Twitter (Twitter): hundreds, if not thousands of Twitter accounts were sending out spam links, all at once. Most of these accounts weren't your usual spam accounts, but regular Twitter users with real accounts, followers, and tweets. Then, the flood suddenly stopped. We wondered if it was just a strange group of accounts or a one-time attack. Now we're fairly certain that isn't the case.
Wie immer gilt: wer auf Nummer sicher gehen will, ändert am besten wöchentlich sein und bei Verdacht auf Hi-Jacking sein Passwort. Und nicht vergessen: die Änderung muss auf allen Clients und Services nachgezogen werden, denn permanente Log-In Versuche mit einem veralteten Passwort können ebenfalls zur (temporären) Account-Sperre führen.
Die Journalismus-Honorare sind nicht nur im deutschsprachigen Raum im Keller. Georg Holzer berichtet über ein besonders drastisches Beispiel:
Robert Lam ist Fotograf in den USA. Als er vor eineinhalb Wochen das Time Magazine sah, freute er sich ganz besonders: Die ehrwürdige Publikation wählte eines seiner Fotos, die er bei iStockPhoto anbot, für das Cover aus. [...] Das Time Magazin bezahlte für das Foto übrigens 150 Dollar (Extended License), nach Abzug der Spesen bekam Lam für sein Bild 30 Dollar. Gar nichts, wenn man bedenkt, dass Fotografen für ein Foto am Time-Cover auch 3000 bis 10.000 Dollar bekommen.
In Österreich dagegen sieht die Lage völlig anders aus, wie Georg in dem lesenswerten Beitrag beschreibt, denn der Zugang zum fotographischen Hochamt ist streng geregelt:
Fotografen sind Modernisierungs- und Digitalisierungsverlierer par excellence. Einziger Zweck einer solchen – wie gesagt: einzigartigen – Gewerbeordnung ist es, Wettbewerb mit allen Mitteln zu verhindern.
Ich hoffe nur, ich darf weiterhin Fotos für mein Blog machen
Nicht nur Facebook, auch Google war in der letzten Woche wieder mal in Kauflaune. Diesmal hat man sich den Video-Spezialisten On2 Technologies einverleibt, um damit der Online-Videoabteilung des Konzerns, manchen als "Youtube" bekannt, ein hübsches Geschenk zu machen. On2 ist übrigens spezialisiert auf Video Codecs. Wikipedia meint dazu:
Es (Anm. li schni: On2) ist Hersteller einer Reihe wichtiger Video-Codecs, wie unter anderem VP3, der Grundlage für den freien Codec Theora, dem mit Version 8 von Adobe Flash eingeführten Codec (VP6) für Flash Video und den für die chinesische Enhanced Versatile Disc (EVD) vorgesehenen Video-Codecs (VP5 und VP6).
Fassen wir zusammen: Open Source Codec Theora, VP6 für Flash Videos und noch irgendetwas chinesisches (EVD). Vielleicht bald die neuen Standard-Video Codecs.
BloggingPro stellte kürzlich ein äußerst interessantes Plugin für Viel-Blogger vor: der Advanced Exporter erspart viel Mühe, wenn man beispielsweise ein Blog in mehrere aufteilen und die Kategorien einzeln exportieren möchte:
With it, you can easily export a single category of a blog to import into another. That is something many people have wanted an easy way to do for a long time. You can also use the restrictions to create multiple WXR files in case you can’t import a single large file. Also worthy of note as that this plugin was entered into the WeblogToolsCollection plugin competition for 2009.
Out-of-the-Box kann unser Lieblings-CMS mittlerweile schon einiges - doch wer sich von der Masse abheben möchte, muss auf Bells-and-Whistles setzen. Das Designmag stellt zwanzig Add-Ons vor, für deren Umsetzung allerdings grundlegende Web-Programmierkenntnisse erforderlich sind. Der Aufwand zahlt sich aus:
One of the reasons WordPress is so popular is because of its flexibility. Designers, developers, and bloggers have plenty of options. In this post we’ll look at a combination of tutorials for improving a WordPress-based site, and plugins that can provide added functionality that will bring new possibilities.
Alle Methoden sind ausführlich in einzelnen Tutorials beschrieben - eine gute Gelegenheit, sich näher mit Erweiterungsmöglichkeiten für WordPress zu befassen.
Ich war mir nicht sicher, ob der intellektuelle und feinsinnige Diskurs zwischen Gerhard Dörfler und HC Strache (Dörfler, Regent der Provinz Kärnten: "Wenn sich der Heinzl benimmt, haben wir kein Problem." Strache: "Schau, jetzt hat er den Heinzl zum österreichischen Türken erklärt.") über das Universum an sich und den Sinn des Lebens im Speziellen das Gespräch der Woche werden sollte. Dann hab mich aber aus persönlichen Gründen doch für Niko Alm versus Andreas Khol entschieden. Es wird Zeit, dass die Welt erfährt, dass alle Menschen gleich, aber christlich-konservative Politiker doch wesentlich gleicher sind:
Andreas Khol: An sich tun Sie mir ja als Atheist leid. Sie repräsentieren vier Prozent der Bevölkerung. Dass 96 Prozent sich irren, kann ich mir nicht vorstellen.
Hier das komplette Interview - und ein paar ergänzende Anmerkungen von Niko.
Achtung - hier kommt ein Vogel, der nix mit Twitter zu tun hat! Jimmy Davao hat den weißen Flieger samt Reflexion perfekt aufs Bild gebannt:
Kein Stern, der deinen Namen trägt. Aber: Ein Phallus, der mit dir zum Himmel fliegt. Stoff für so manche Flugträume!
http://www.vimeo.com/5856277"A thousand shades of White" nennt icescapes diese grandiosen Aufnahmen aus dem Ilulissat Eis-Fjord in Grönland:
These images were filmed during the 2006 Climate Change College, during which 6 students from the UK and the Netherlands ventured into the arctic wilderness to be trained as climate change ambassadors. Based on the experiences and knowledge gathered on several locations in Greenland, they launched various initiatives raising public awareness around the topic of climate change.
Und außerdem kommen Hunde drin vor - was will man mehr?
Und damit sind wir auch schon am Ende des dieswöchigen Rückblicks angelangt - besten Dank für Ihre Whuffies, wir halten weiter die Augen und Ohren offen. Bis zum nächsten Panoptikum, wir lesen uns morgen!
"Ich werbe auch aus Lust am Experiment" lautet der Untertitel des Interviews, das Georg Holzer für die Multimedia-Beilage der Kleinen Zeitung mit mir geführt hat. Im Fokus stand zum 10. Mal das Web, ich freu mich natürlich, in der "Jubiläumsausgabe" mit dabei zu sein. Übrigens gibt's auch lässige Faceball-Fotos und aufschlussreiche Statistiken über die Online-Faulheit der ÖsterreicherInnen.
?: Auch Blogger sollten Werbung machen. Sind Social Networks dafür der richtige Ort?
!: Sicher. Grundsätzlich sollte man seine Inhalte dorthin bringen, wo viele Nutzer sind. Statt etwa Videos am eigenen Server zu hosten, ist es besser, man stellt sie auf YouTube und große deutsche Plattformen. Durch den generellen Traffic dort bekommt man schneller Zuseher.
? Warum schaltest du Werbung für deinen Blog?
! Ich mache das mit relativ kleinen Beträgen und auch aus Lust am Experiment. Ich will wissen, wo es am günstigsten und effizientesten ist. Die Preise und Klickraten verändern sich ständig. Spannend ist die Möglichkeit, Social Actions mit Ads zu verknüpfen. So sehen Nutzer, welche ihrer Freunde auch eine Werbung geklickt oder ein Produkt gekauft haben. Das bringt extreme Aufmerksamkeit, weil die Leute sich kennen und vertrauen.
? Welche Möglichkeiten bieten Social Networks noch?
! Bei Facebook kann man Gruppen und Seiten für ein Produkt oder einen Blog erstellen. Normale Nutzer können sich dann als Fan ausweisen. Bessere Werbung gibt es wohl nicht. Statt Werbung kann man auf Facebook auch Anwendungen anbieten.
? Wie groß ist der Aufwand?
! Im Prinzip ist es einfache PHP-Programmierung. Der Aufwand ist extrem unterschiedlich - je nach Komplexität von ein paar Stunden bis zu Wochen.

Der Sonntag neigt sich dem Ende Zug und Europa bejubelt seinen neuen (und zugleich den allerersten) Faceball Meister. Martin hat jahrelang hart für diesen Erfolg trainiert - dass für die neue Trendsportart aus den USA noch keinerlei Doping-Einschränkungen gelten, dürfte die ganze Sache allerdings durchaus erleichtert haben. Spannung, sportliche Höchstleistungen und Ballakrobatik vom allerfeinsten - mit einem Barcamp Senza Confini kann eben keine Fußball-EM mithalten
Meine Aufstiegschancen hat Max zunichte gemacht... die Revanche folgt im nächsten Jahr. Das Barcamp ging mit der erwähnten Meisterschaft am Sonntag zu Ende (Fotomaterial wird's massig geben), wir hängten dann noch eine letzte 4stündige Session im Intercity nach Wien dran - ohne Strom und Netz und ganz analog. Grosso Modo war das Klagenfurter Barcamp etwas intimer als die Wiener Ausgabe und thematisch nicht ganz so intensiv, dafür aber ausgesprochen chillig. Gemeinsam mit Max hab ich am Nachmittag eine kleine Session zum Facebook Advertising und Naymz gehalten - sehr spaßig: die FB Ad-Applikation gibt tiefe Einblicke in die derzeitige demographische Struktur der schnellst wachsenden Social Networks. In Zahlen ausgedrückt: knapp über 80k Ösis treiben sich derzeit im Netzwerk Austria rum - wider Erwarten ist die Marktdurchdringung eine ganze Latte höher als in .de: nur knapp 1/2 Million Deutsche haben bisher Profilpages angelegt, das entspricht unter rund 0,7% der Gesamtbevölkerung im Vergleich zu einem Prozent in Österreich. Über das Thema "Facebook-Marketing" werd ich demnächst einen Beitrag schreiben... die Preise sind derzeit einfach so dermaßen konkurrenzlos günstig, dass ich sofort eine neue datenschmutz-Kampagne geschalten habe: besagte 80.000 Österreicher zu erreichen kostet gerade mal ein paar Euros - fascinating stuff, Details asap. Harte Zeiten jedenfalls für Schaltagenturen...
Am Vormittag sammelte Heinz Wittenbrink Ideen fürs kommenden Politcamp in Graz, das ich auf jeden Fall besuchen möchte - dürfte eine spannende und vor allem hitzige Veranstaltung werden, vor allem dann, wenn's tatsächlich gelingt, dass ÖVP-Baseheads auf grüne Idealisten treffen. Übrigens war jede Menge Action auf der Uni - keine Ahnung, was die Klagenfurter StudentInnen während der Semesterferien und dann sogar nach am Sonntag in den Hörsaal treibt... Berichte online gestellt haben bisher Achim vom Almstudio, Stefan, Martin, Horst, EolRuin und Max. Christian widmete sich der kulinarischen Seite (hm, die Pizza war in der Tat *sehr* lecker) und selbstverständlich hab's auch einen Twitter-Feed. Mittlerweile sind auf FlickR auch schon jede Menge Fotos online, und dChris hat seinen Panorama-Shot veröffentlicht.
Herzlichen jedenfalls an Georg Holzer und Ed Wohlfahrt für die Organisation von Senza Confini - für einen Badeausflug an den Wörther See fehlten zwar noch einige Grade, aber abgesehen davon war's ein sehr entspanntes und nettes Camp. Die Kamera hab ich leider vergessen, aber dafür gibt's einen ganz spezielle Screenshot aus FB

Yup. In einer aktuellen Aussendung informieren die Grünen über ihre Initiative SOS-Überwachung. Auch wenn ich mir einen überparteilicheren Ansatz gewünscht hätte: zum Glück unternimmt wenigstens überhaupt jemand was gegen diese enorm übertriebenen Allmachtsphantasien eines Staatsapparats, der seine BürgerInnen konsequent nicht als selbständig denkende Subjekte, sondern als Rohmaterial für Intimsphären-verletzende Zwangs-Sozialforschung betrachtet und behandelt; im Fall mancher ÖVP-Hardliner nicht direkt überraschend, aber die SPÖ, die sich immer noch zu Unrecht für eine Linkspartei hält, hat hier auf ganzer Linie grandios versagt.
Ein sehr lesenswertes Interview hat Georg Holzer zu diesem Thema mit Helge geführt - der fasst kurz und prägnant das Kernproblem zusammen:
Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten. Doch wir alle haben etwas zu verbergen: Unsere Privatsphäre und unsere Beziehungen. Man arbeitet, ganz im Stil George Bushs, mit Angst. Angst vor Terror, Angst vor Kriminalität. Dabei ist Österreich sicher wie nie zuvor. Niemand käme auf die Idee, private Autofahrten zu verbieten, trotz tausender Verkehrstoter. So wie hier Mobilität über Sicherheit gestellt wird, sollten wir die Privatsphäre des Einzelnen nicht am Altar der Angst opfern.
Die vom Autor dieses Zitats initiierte Online-Demo (siehe Eselsohr hier in der oberen rechten Ecke) läuft weiterhin, alle Webmaster und -mistressen sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen. 20.000 Unterschriften konnten mit der Online-Petition gegen den Überwachungsstaat bereits gesammelt werden. In einer aktuellen Aussendung informierten die Initiatoren über die nächsten Schritte:
- SOS-Überwachung geht jetzt auf die Straße. Wir werden in der zweiten Phase Unterstützungen mit Listen sammeln, in möglichst vielen Städten und Gemeinden.
- Eine Reihe von Initiativen unterstützt SOS-Überwachung. Mehr als 140 Blogs haben sich als "Online Demo" zusammen getan, um Unterschriften zu sammeln. Platterwatch, die von den Grünen initiierte Plattform zur "Überwachung der Überwacher", unterstützt mit Links und mit Sammeln auf der Straße.
- Von Providern wird derzeit die Möglichkeit einer Verfassungsklage geprüft. Verfassungsrechtler wie Univ. Prof. Funk und Univ.Prof. Mayer geben diesen Klagen ebenso gute Chancen wie Klagen der betroffenen User/Innen. Rund um Platterwatch ist eine Sammelklage der betroffenen User/Innen in Vorbereitung.
- Am 3. März 2008 tagt voraussichtlich der Petitionsausschuss. Das ist der erste Termin, zu dem die Petition im Nationalrat eingebracht werden kann. Von dort soll sie dem Innenausschuss zugewiesen werden, der Anfang Mai zu einer Sitzung zusammenkommen wird.
WAS KÖNNEN SIE JETZT TUN?
Vor allem eines: weiter Unterstützungen sammeln - über das Internet und mit Listen. Die Listen können Sie bei den Grünen anfordern oder sich hier ausdrucken und kopieren.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Univ. Prof. Dr. Gerald Futschek
Dr. Barbara Helige
Dr. Peter Pilz
Univ. Prof. Dr. A Min Tjoa
Univ. Prof. Dr. Hannes Werthner