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Österreichs Budget: Aus Breitbandoffensive wird Schmalspurdefensive

Heute vormittag hielt Finanzminister Michael Spindelegger seine erste Budgetrede. Da war die Rede von vielen grundlegenden, längst überfälligen Reformen, die einmal mehr aufgeschoben werden, vom Sparzwang, vom Rekord-Defizit dank Hypo und ein wenig auch vom strukturellen Defizit dank Reformunwilligkeit. Der erwartbarere Tenor: wir reparieren den Staatshaushalt und senken die Schuldenquote. Aber wie üblich nicht ausgerechnet jetzt, sondern in zwei oder drei Jahren. Wäre hier keine Extra-Erwähung wert, hätte nicht der Herr Finanzminister ausgerechnet bei der sogenannten “Internetoffensive” den Sparstift angesetzt.

Die sollte den Ausbau schneller Internetleitungen in ländlichen Gebieten voranbringen. Was in Finnland seit Jahren Grundrecht eines jeden Bürger ist, hat hierzulande wenig überraschend geringste Priorität. Dem rotweißroten Internet fehlt offenbar die Lobby. Wissensgesellschaft, Basisinfrastruktur, Netzneutralität? Kompliziert, das alles, und gewiss kein Stimmenfänger-Thema. Dass der Ausbau ob unserer weitläufig gebirgigen Landschaft weit teurer und aufwendiger ist als etwa in Holland, hätte die ursprünglich eingeplante Breitband-Milliarde umso notwendiger gemacht. Zumal die Erlöse längst durch die jüngste Frequenz-Auktion auf der Habenseite verbucht werden konnten:

Ursprünglich war paktiert worden, dass die Hälfte der aus der Auktion der Mobilfunklizenzen stammenden zwei Milliarden Euro vom Verkehrsministerium verwendet werden kann. Laut Bures wollte das Finanzministerium nun den gesamten Erlös ins allgemeine Budget abzweigen, was die Ministerin aber laut eigenen Angaben verweigerte. Jetzt bleibt die Milliarde zwar als Rücklage im Verkehrsministerium, sie darf aber im heurigen Budget nicht angezapft werden, um das Defizit nicht nach oben zu treiben.

Noch ein kleines Detail am Rande: wir versuchen nicht mal mehr, am geduldigen Budget-Papier Reformwillen zu demonstrieren und hoffen bereits vorab auf Milde aus Brüssel:

Gleichzeitig wiederholte der Vizekanzler seine Erwartung, dass die EU-Kommission Österreich eine “Rüge” erteilen könnte, da die Regierung das strukturelle Nulldefizit (maximal 0,45 Prozent) nicht schon 2015 einplant, sondern erst für 2016. Er hoffe aber nicht, dass man an Österreich ein “Exempel” statuieren werde, sagte er hinsichtlich möglicher finanzieller Sanktionen.

Fromme Hoffnung statt Verwaltungsreform und Vereinheitlichung des Krankenkassensystems ist auch eine Art Bankrotterklärung – nicht des Staatshaushalts, sondern der Politik. Dass anno 2006 die damalige Bundesregierung im Rahmen der Internet-Offensive die Alpenrepublik “unter den führenden IKT-Nationen positionieren” wollte, gipfelte erst nach zwei Jahren intensiven Nachdenkens in einem unverbindlich-schwammigen Thesenpapier. Dass sich nun geplante Basis-Infrastruktur in Luft auflöst, wiegt weitaus schwerer und ist der Standort-Attraktivität alles andere als zuträglich. Da erscheint im Nachhinein die zu Unrecht vielkritisierte Aussage über den “abgesandelten Wirtschaftsschaft Österreich” von WK-Präsident Christoph Leitl keineswegs übertrieben.

Foto: ÖVP Medienservice

DISCONNECT – Privater surfen und Bandbreite sparen

DISCONNECT ist eine Browser-App, die das tägliche Surfen im Web privater, schneller und nicht zuletzt unterhaltsamer macht. Die gegen eine freiwillige Spende erhältliche Proxy-Software filtert nicht nur die gängisten Tracking-Sites, sondern zeigt platzsparend in einem kleinen Pop-Out, wer da gerade etwas über den Surfer in Erfahrung bringen möchte. Die durch die geblockten Werbe-Agenten eingesparten Requests und die geringere Bandbreite visualisiert das Browser-Plugin ebenfalls – besonders bei mobilen Verbindung mäßiger Qualität ein echtes Killer-Feature.

Nach der Installation der Chrome- respektive Firefox-Version sitzt DISCONNECT als platzsparender Button in der rechten Ecke des Browser und zeigt lediglich die Anzahl der gefilterten Tracking-Requests. Erst nach dem Mausklick offebaren sich genauere Details:

Disconnect

 

Auf datenschmutz tracken die gleichen Services mit, die in den meisten Blogs eingebunden sein dürften: Twitter, Facebook, dazu diverse Google-Dienste wie das Font-API, Auttomatic (via Akismet und demnächst auch Jetpack) und in meinem Fall anstatt Analytics Clicky für die Besucherstatistik sowie derzeit Livefyre für die Kommentare (hier läuft nämlich gerade der “große 2013er WordPress-Kommentar-Services Test vor Ihren Augen ab). In der Standardkonfiguration blockt DISCONNECT Facebook und Twitter-Request sowie zahlreiche Ad-Netzwerke. Jede geblockte Seite lässt sich wahlweise auch einzeln entblocken. Ein nettes Gadget ist der Visualisierungsmodus:

Disconnect Datenschutz

Disconnect im Visualisierungs-Modus.

 

Raschen Überblick über Funktionsweise und die (einfache) Bedienung des kleinen grünen Datenwächters zeigt das Einführungsvideo:

Fazit: Auf der einen Seite lebt das Social Web zu einem hohen Teil von den ganzen mitgetrackten Daten, auf der anderen Seite fühlen sich viele Surfer bei dem Gedanken unwohl, permanent ihr Nutzungsprotokoll an unbekannte Server auf diversen Kontinten zu schicken. DISCONNECT stellt keineswegs den einzigen Lösungsansatz dar: alle modernen Browser bieten “privates Surfen”, Anonymisierungs-Netzwerke wie TOR gehen noch einen Schritt weiter und obfuskieren die IP-Adresse. DISCONNECT qualififziert sich für mich in erster Linie als Tool bei der mobilen Nutzung – denn ab HSDPA abwärts ist jeder Request ein Request zuviel :frog:

disconnect.me

PS: Außerdem liefert Inspektor AdRequest-Gadget in spezialisierten Fällen auch geballtes Branchenwissen – wer sich beispielsweise schon mal die Frage gestellt hat, welche österreichischen Online-Medien mittels welcher Werbenetzwerke tracken, der werfe DISCONNECT an und staune oder nicke wissend:

Disconnect als Monitoring-Tool

TVienna – Neues vom Fernsehen

Zum vierten Mal beschäftigen sich in Wien einen lang Experten im Rahmen des TVienna Symposions mit der Zukunft des Fernsehens. 2010 stehen bei der von Julia Wippersberg organisierten Fachkonferenz die Fragen nach neuen Formaten und Diensten im Zentrum – und in diesem Jahr auch neue Hardware, denn das längst digitalisierte und hochaufgelöste Fernsehen wagt gerade mit rasender Geschwindigkeit den Sprung in die 3. Dimension, ganz nach dem Motto: eben noch auf James Camerons Kinoleiwand, schon in Kürze in Ihrem Wohnzimmer.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist völlig kostenfrei, eine Anmeldung unter TVienna2010 [at] univie.ac.at aber zwingend erforderlich. Und darum geht’s im Detail: Weiterlesen

Wie man PDF-Dateien gratis auf den Kindle 2 lädt

usaDieser Beitrag ist auch auf Englisch verfügbar.

Nach Max’ recht euphorischem Bericht habe ich mir ohne vorher viel zu recherchieren ebenfalls einen Kindle eBook-Reader bei Amazon.com bestellt. Die Hardware gefällt, das DRM nahm ich zähneknirschend für den günstigen Preis (rund €200) in Kauf. Heute lieferte UPS mein Device, und die anfängliche Freude über die Hardware war recht groß – bis ich feststellen musste, dass es out-of-the-box *keine* Möglichkeit gibt, ganz gewöhnliche PDFs auf den Kindle hochzuladen. Nach etwas Recherche bin ich dann doch noch auf eine akzeptable Möglichkeit gestoßen, eBooks aus meiner Sammlung auf den Kindle zu transferieren: der MobiPocket Creator, eine frei verfügbare eBook-Conversion Software, macht’s möglich.

Amazon Kindle

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Blogistan Panoptikum KW12 2009

failweekIch kann kaum schreiben, so geblendet bin ich von den strahlend weißen Wänden meines Büros. Dank massivem Abdeckfolien-Einsatz haben alle elektronischen Devices die Streichaktion farbkleks-frei überstanden. Wer auch demnächst mal die Silhouetten einstigen Wandschmucks in die ewigen Jagdgründe schicken will, dem kann ich die Innenraum-Dispersionsfarbe, die Hornbach als Eigenmarke verkauft, nur empfehlen: tolle Deckkraft und hohe Ergiebigkeit – was ich wieder zurück bringt zum dieswöchigen Panoptikum, denn dasselbe kann man mit Fug und Recht von Filesharing respektive Torrent-Downloads behaupten.

Interview: Bittorrent bleibt!

Naja, zugegeben – vielleicht nicht Deckkraft und Ergiebigkeit, sondern Marktdurchdringung und Geschwindigkeit, und genau deshalb werden Torrent-Pages auch nicht so schnell verschwinden, so Erik Dubbelboer und Niek van der Mass im Futurezone-Interview. Die Namen der beiden Herren lassen fraglos auf niederländische Herkunft schließen, aber was sie darüberhinaus zu dieser Aussage qualifiziert ist ihr Job: das Duo betreibt Mininova, laut eigenen Aussagen die populärste Torrent-Suchmaschine. Zwar kommt bald ein Prozess auf die Firma zu, aber dem sieht das Duo recht gelassen entgegen: [via phlow]

Wir denken, dass die klassischen Medien wie das Fernsehen nicht mehr funktionieren. Der freie Informationsfluss im Internet ermöglicht viel bessere Distributionswege. Ich selbst sehe kaum noch fern. Ich möchte Inhalte sehen, wenn ich Zeit dafür habe – und nicht dann, wenn sie gerade von einem Sender ausgestrahlt werden. Manche Unternehmen beginnen schon umzudenken und fragen uns etwa, wie sie von unserem “Content Distribution”-Modell profitieren können. Sie erkennen, dass der Kampf gegen Filesharing aussichtslos ist.

Twittiquette: den Microblogging Buhmann-Award abwenden

Man kann auf Twitter gar nicht öffentlich rülpsen – also was sollen schon für Benimmregeln gelten, fragt sich der Unbedarfte Neoblogger! Und zwar genau 20 Stück, glaubt man dem PR-Blogger. Und weil journalistische Reduktionsleistung und Fakten richtig wiedergeben Bloggern nicht liegt, wie Armin Durnher in Falter-Editorials dauernd schreibt, hier ein exklusiver Remix der Regeln 12. und 16. für datenschmutz-Leser:

Unerwünscht Twitter-Betteln ohne jeglichen Kontext ist “Gute Idee!” Und Zusammenhang nervt nur. Deshalb verzichten Sie auf Freiwilligkeit. Es funktioniert ebenso bei Tweets: jeder folgt Ihren Twitter-Gesprächen. Antworten irritieren. Ein wirrer Tweet für jeden, der das Prinzip “Klick mich” nicht kennt.

Alles Gute, Twitter!

Drei Jahre alt wurde Microblogging-Service gestern, und sprechen hat er auch schon längst gelernt! Als Spätzünder kann man das Baby mittlerweile wirklich nicht mehr bezeichnen – es wird immer schwieriger, Personen zu finden, die nicht auf Twitter vertreten sind :mrgreen: TechCrunch hat aus jubilativen Gründen das Gründungslogo noch mal ausgepackt. Herzliche Gratulation!

Agenten in Not?

Nicht Geheimagenten, um die muss man sich im Zeitalter der Constant Paranoia nun wirklich keine Sorgen machen. Aber Travel Agents, Stock Agents und so weiter… Seth Godin bringt’s auf den Punkt:

The problem with being a helpful, efficient but largely anonymous middleman is pretty obvious. Someone can come along who is cheaper, faster and more efficient. And that someone might be the customer aided by a computer.

Und wie immer hat Seth auch die passende Antwort bereit – die liegt seiner Meinung in der vielbeschworenen Nische. Mit anderen Worten: die Paradigmen des Online-Marketing greifen langsam auf die “echte” Welt über:

To thrive in a world of self-service, agents have to hyperspecialize, have to stand for something, have to have the guts to say no far more than they say yes. No, you can’t publish this book. No I won’t represent you. No, don’t take that flight. No, I won’t sell this house, it’s overpriced, list it yourself.

Social Marketing Round-Up

Eine eigene Rubrik zu diesem Thema bietet sich mittlerweile definitiv an – schließlich erscheinen jede Woche spannende Artikel zu den vielen Facetten des Zusammenbruchs klassischer Marketing-Modelle. Futurelab hat eine kurze Definition des Begriffsfeldes für Neueinsteiger:

Social media is part of the same “sharing” meme that has brought us the open-source movement, open APIs, Wikipedia and other examples of mass collaboration. An opportunity exists for “sharing” to penetrate into new areas of society and business via new innovations in social media. Opportunities also exist in the creation of new business models in which companies “outsource” tasks (i.e. marketing, R&D) to consumers.

Wer lesefaul ist, muss dagegen mit solchen Videos vorlieb nehmen. Aber der Wagen der rollt, und das Interesse steigt, weiß die Statistik. Und wie eine solche Social/Viral Kampagne im Bereich Soziales aussehen kann, zeigt ein aktueller Beitrag im Weburbanist.

SEO-News der Woche

Die Rückblicke auf die SEO-Campixx nehmen kein Ende: die SEOnauten haben ein Video mit den obligatorischen Crackhuren und Carlos hat 12 Teilnehmer vor seine Kamera gebeten, um sie zu Traffic-Tipps & Co. zu befragen [via SEOnauten].

Die Krümeln aufsammeln

Es soll ja SEOs geben, die aus abgelaufenen Domains ganze Satellitenstädte errichtet haben. Die SEOuxindianer stellt mehr und weniger empfehlenswerte Services zur rechtzeitigen Identifikation von Kaufkandidaten vor. Was mich doch einigermaßen überrascht, ist der die Tatsache, dass dieser Markt mittlerweile auch in .de sehr umkämpft scheint, schenkt man diesem Zitat Glauben:

Zonespy aktualisiert ein paar Mal in der Minute und ist damit sehr aktuell. Neben der Echtzeitsuche gibt es auch ein Archiv, mit den Domains der letzten 30 Tage. Dort findet man aber so gut wie nie etwas, da die Daten meistens nicht mehr stimmen und gute Domains nie länger als eine viertel Stunde frei bleiben. Trotzdem ganz interessant.

Die Öko-Nische bewohnen

Das SEO-Handbuch empfiehlt Rücksichtnahme auf die stetig steigende Gruppe der Lohas – und in der Tat frisst der frühe Vogel den Wurm, denn eines steht fest: “ungespritztes Gemüse” ist ein weit weniger stark umkämpftes Keyword als “Klingelton”:

Zugegeben, schaut man sich auf diversen Affiliate-Marketing Plattformen um, so muss man Öko-Produkte teilweise noch mit der Lupe suchen. Aber es gibt sie – auch außerhalb der etablierten Anbieter! Man muss nur etwas Suchen.

Ein Hoch auf SEOigg

Themenspezifische Social News Portale bringen beträchtliche Vorteile gegenüber Generalisten – anlässlich dieser Tatsache preist Carlec-Webdesign die Vorzüge von SEOigg gegenüber Yigg:

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass es mir in diesem Mini-Test nicht darum ging, wie viel Besucher ich direkt über Yigg oder SEOigg bekommen kann. Das wird die Statistik erst in einiger Zeit hergeben, sondern lediglich über den positiven Effekt eines themenspezifischen, vertrauensvollen Links in den Suchergebnissen.

In der Tag – SEOigg rockt und ist so gut wie spamfrei… kein Wunder, dass Big G der Seite hohen Trust ausspricht.

Video der Woche

Tja, blöd gelaufen: da rennt man dem saftigen, riesigen Knochen hinterher, und dann ist da diese blöde Wand dazwischen! Moment mal, wo bin ich hier überhaupt? Legendärer Sleepwalking-Fail von Wuffi – entnommen übrigens aus dem grandiosen Failblog, dessen RSS-Feed in keinem zynischen Newsreader-Portfolio fehlen darf.)

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Und das war’s auch schon wieder mit dieser Woche: besten Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Und ein besonderes Shout-Out an RowC, der mich bei Mr. Tweet mit folgender Begründung empfohlen hat: “because he invented the Blogistan Panoptikum.” Das freut mich natürlich – besten Dank und schönen Restsonntag, wir lesen uns morgen!

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick – für jeden Eintrag gibt’s auf Wunsch einen Backlink! Hier geht’s zum Einreich-Formular.

Gewinnspiel: 10 Lizenzen für die ESET Smart Security

ESET Smart SecurityVor 20 Jahren wurden Viren bloß über Datenträger verbreitet, inzwischen reicht ein unbedachter Klick beim Surfen, um sich lästige oder sogar gefährliche Malware einzufangen. Ein einmal infiziertes System von Schädlingen zu befreien wird rasch zur Sysiphus-Arbeit. Auf der vergleichsweise sicheren Seite steht nur, wer sich proaktiv schützt und Vorsicht walten lässt. Eines der ausgereiftesten und ressourcen-schonendsten Produkte aus dem Bereich Computersicherheit ist die ESET Smart Security, inklusive ESET NOD32 Antivirus, die seit Jahren bei Test unabhängiger Labors hervorragend abschneidet. datenschmutz verlost 10 1-Jahres Lizenzen für die ESET Smart Security Suite – wer teilnehmen möchte, hinterlässt einfach einen Kommentar zu diesem Artikel. Außerdem habe ich mit Martin Penzes von ESET Österreich ein Interview über aktuelle (Anti)-Viren-Trends geführt. Viel Glück!

Gewinnspiel: 10x ESET Smart Security

Smart SecurityMartin Penzes von ESET Österreich hat mir freundlicherweise die 10 Lizenzen zur Verfügung gestellt – herzlichen Dank! Das Gewinnspiel beginnt am Montag, 13.10.2008, und endet am 31.10.2008 um 00:00 Uhr. Es gelten die üblichen Teilnahmebedingungen: die 10 Lizenzen werden unter allen Kommentatoren verlost, wer selbst ein Blog betreibt und das Gewinnspiel ankündigt, erhält ein zweites Los, wer datenschmutz-Fan auf Facebook ist (hier geht’s zur Fanpage), ebenfalls. Bitte im Kommentar vermerkten bzw. einen Trackback schicken!

Zum Prozedere: die Gewinner erhalten ihre elektronischen Seriennummern im Anschluss an das Gewinnspiel via E-Mail zugesandt. Mit dieser Seriennummer kann man sich anschließend bei ESET registrieren. Nach der Registrierung erhält der Gewinner einen elektronischen Lizenzbrief an die angegebene E-Mail Adresse mit Benutzername und Passwort. Mit diesen Benutzerdaten können die Gewinner ESET Smart Security für 1 Jahr herunterladen. Mit einer ESS Lizenz ist der Anwender ebenfalls berechtigt ESET NOD32 Antivirus herunterzuladen.

Interview: Die aktuelle Situation am Virensektor

datenschmutz: Früher wurden Viren über Datenträger verbreitet, mittlerweile bietet das Internet und speziell E-Mail Schädlingen einen viel “günstigeren” Nährboden. Was sind aktuell die größten Gefahren für “Neuinfektionen”?

Martin Penzes: Nun, zu sagen, Viren würden sich heute nicht mehr über Datenträger verbreiten, wäre falsch. Unser Virenlabor verzeichnet den klassischen USB-Stick als eine der momentan häufigsten Verbreitungsformen für Viren. Malware missbraucht dabei die Autorun.INF Datei um Schädlinge von auswechselbaren Medien (USB-Sticks) nach der Verbindung mit einem PC automatisch zum Laufen zu bringen. Um dieser Gefahr vollständig zu entgehen könnte man die Autorun Funktion deaktivieren. Ein weiterer Trend für “Neuinfektionen” sind Exploits und Drive by Downloads. Dabei werden Besucher völlig legitimer Webseiten nur durch das gewöhnliche Surfen auf diese Seiten mit einem bösartigen Schädling infiziert. Um sich gegen Drive by Downloads zu schützen, muss der Browser ständig aktualisiert sein. Außerdem hilft es, nicht die meistverbreiteten Browser zu verwenden, bei diesen ist die Gefahr infiziert zu werden noch größer! Feiertage und Events wie z.B.: Weihnachten, 4. Juli, Valentinstag, Olympiade, Superbowl etc. … bringen eine erhöhte Infektionsgefahr mit sich, da Hacker-Gangs – allem voran die Storm-Gang – versuchen, Internet-User mittels E-Mail und Social Engineering zu überzeugen, bestimmte Seiten zu besuchen oder Programme herunterzuladen. Dabei fängt sich der gutgläubige Anwender dann einen bösartigen Schädling ein.

?: Welche Schutzaufgaben kann ein Virenscanner leisten, welche nicht?

!: Ein guter Virenscanner bietet in einem hohen Maß Schutz gegen technische bzw. digitale Gefahren sowie Malware. Die Produkte der besten Antivirenhersteller arbeiten heutzutage bereits mit künstlicher Intelligenz – Heuristik – um neue Schädlinge, die den Herstellern noch nicht bekannt sind, proaktiv zu erkennen und den Anwender zu schützen. Hier gehört ESET zu den führenden Unternehmen am Markt. Signaturdatenbanken helfen bei der schnellen und sauberen Erkennung und Entfernung bereits bekannter, älterer Schädlinge. Security Suiten wie zum Beispiel die ESET Smart Security verfügen auch über Spywareschutz, Spamfilter und Firewall – so wird auch Spam herausgefiltert und Versuche, in das System einzudringen, werden abgewehrt.
Was Virenscanner aber nicht können und auch in Zukunft niemals können werden, ist, das Verhalten der User zu beeinflussen. Im Endeffekt entscheidet immer noch der Mensch hinter dem Computer, ob er sich einen Schädling einfängt oder nicht. Defensives und bewusstes Surfen im Internet minimiert die Gefahr infiziert zu werden um ein Vielfaches. Unsere Statistiken von ThreatSense.Net zeigen aber, dass Österreicher recht unvorsichtig beim Surfen im Internet sind – Österreich ist nämlich mit Malware überschwemmt. Der Schluss liegt nahe, dass Anwender alles anklicken, wo es etwas zu gewinnen gibt.

?: Viele User verwenden weder Firewall noch Virenscanner – auf Nachfrage erklären sie dann häufig, dass die speicherresidente Virensoftware False Positives produziert oder zu Systemproblemen führt. Wie schneidet ESET Ihrer Meinung nach in dieser Disziplin ab?

!: Einige Virenprogramme verbrauchen leider immer noch enorm viele Systemressourcen und verlangsamen dadurch den Computer teilweise sehr. Zum Glück hat ESET bzw. ESET NOD32 Antivirus nie zu diesen Programmen gehört. Die in Assembler programmierte NOD32 Engine hat immer schon zu den schnellsten gehört, das System kaum verlangsamt und auch sehr hohe Scangeschwindigkeiten zugelassen. Über diese Eigenschaften verfügen auch die heutigen 3.0er Versionen von ESET. Es ist enorm wichtig, so wenige False Positives wie möglich zu “produzieren”, diese können in einer großen Menge fast so nervig sein wie Viren selbst, auch hier gehört ESET NOD32 Antivirus zu den besten am Markt erhältlichen Lösungen. Interessante Vergleichstests zu Geschwindigkeit und False Positives können Sie hier finden und nachlesen.
Keine Firewall und keinen Virenscanner zu verwenden ist heutzutage “tödlich”!

?: In meinem Bekanntenkreis ist die Open Source Software Clamwin sehr beliebt, obwohl diese bei Virentests in punkto Aktualität und Vollständigkeit nicht unbedingt gut abschneidet. Worin liegen die Stärken der ESET Security Suite im Vergleich zu Freeware á la Clamwin?

!: Ich bin zwar mit Clamwin nicht so vertraut, aber so weit ich weiß, basiert die Software auf der Clamav Engine. Diese Engine verfügt meines Wissens über keinen On Access Schutz, das Programm bietet also keinen Echtzeitschutz – es werden nur manuelle Scans durchgeführt. Bei der heutigen Bedrohungslage darf man nicht auf Echtzeitschutz verzichten! Genauso wenig darf man auf eine ausgereifte Heuristik verzichten!
ESET NOD32 Antivirus ist nicht nur ein Virenscanner, sondern ein Antivirenprogramm mit Echtzeitschutz, welches über eine ausgereifte Heuristik und Signaturdatenbank verfügt.

?: Wesentliches Merkmale einer Sicherheitssoftware ist die Häufigkeit der Signatur-Updates und die Heuristik-Engine – welche Lösungen bietet ESET in diesem Bereich?

!: ESET verfügt über die ThreatSense-Technologie mit dem Report- und Analyse-System ThreatSense.Net. Dieses Reporting-Tool ist in jeder NOD32 Workstation integriert. Wenn also ein Programm von der Heuristik als potentieller Schädling eingestuft wird, schickt NOD32 mit Einverständnis des Users ein Sample dieses Schädlings in unser Virenlabor. Dort wird der Code analysiert und es kann ein Update der Signaturdatenbank erstellt werden. Täglich erhält ESET mittels ThreatSense.Net ca. 100.000 Schädlinge aus der gesamten Welt, Millionen Computer nehmen an ThreatSense.Net teil. Signatur-Updates werden also je nach dem aktuellen Gefahrenlevel erstellt, je höher dieser Indikator, desto häufiger wird ein Update erstellt. Im Normalfall erfolgen die Updates aber ca. 5 x pro Tag. ESET verfügt über eine der am weitesten entwickelten Heuristik-Engines auf dem Markt. Die proaktive Erkennung von Schädlingen ist bei der enorm steigenden Zahl von bösartiger Software in Zukunft unerlässlich und ist gleichzeitig die effektivste “Waffe im Kampf gegen Hacker”.

ESET ausprobieren: Wer Smart Security 30 Tagen lang kostenlos ausprobieren möchte, kann eine Testversion herunterladen.

Meine erste Canyoning-Tour

canyoningpicVergangenen Samstag war ich mit fatfoogoo in der Nähe von Eschau unterwegs – und zwar um meine erste Canyoning Tour zu erleben. Als gebürtiger Osttiroler sind mir sowohl bizarre Felsformationen als auch wegloses Gelände als auch hohe Abseilpassagen eng vertraut – beste Voraussetzungen also für eine Tour durch die Wasserfallschlucht. Eines war allerdings ganz neu für mich: Aufwärtsmarschieren in voller Neopren-Montur ist nicht gerade… nun, ich mal kinderkriegenfreundlich :mrgreen:

Das war’s aber auch schon mit der Meckerei – die Tour fand ich ganz, ganz großartig. Dass sich direkt vor unserer Gruppe gerade eine Unglücks-Rabin das Knöchelband gerissen hat, hob nicht gerade die Stimmung: aber sowas kann natürlich an jeder Gehsteigkante passieren. Aufgrund der starken voran gegangenen Wasserfälle war die Tour mit hohen Sprüngen nicht machbar und wir mussten auf die von Freelife angebotenen Gelati-Tour ausweichen: keine Sprünge den Wasserfall runter, dafür zahlreiche Rutschpassagen und sich von oben nach unten immer weiter in der Höhe steigernde Abseil-Wände. Solche Wasserfallfelsen können ganz schön glatt sein… aber nach den ersten vorsichtigen Tests gab’s keinerlei Probleme mehr mit dem Selbstabseilen. Im Gegensatz zum Klettern führt man die Schlaufe beim Canyoning nur einfach durch den Achter – so erreicht man ganz ordentliche vertikale Geschwindigkeit.

Leider ging ein Großteil der Fotos verloren, nur die letzte Passage mit “Seilbahn” blieb der Nachwelt erhalten. Thanx für dieses großartige Erlebnis – und den anderen Canyon mit Sprungpassagen möcht ich unbedingt noch diesen Sommer nachholen:

canyoning2

Blogistan Panoptikum KW14 2008

Eric aka Yatil zeigte sich wenig angetan von Ciscos ThinkAloud Unkonferenz und auf gammelfleisch.at gibt’s ein exklusives Originalrezept für Smörebröd: was will man mehr von einer wetterlaunigen ersten Aprilwoche?

No more Smart Space

Der One Smart Space schloss seine Pforten, wie ich heute via Mailzusendung erfahren habe. Auf der zugehörigen Homepage allerdings werden noch TeilnehmerInnen für zukünftige (virtuelle?) Workshops gesucht:

Sollten Sie Interesse haben an einem der zukünftigen Workshops teilzunehmen senden Sie uns doch ein Mail mit Ihrem Alter und ein paar Zeilen zu ihrer Person an smartspace [at] one.at.

Die Arbeit schaft mich!

Sie springen nicht über Hürden, trotzdem ist der Blick am Ende einfach priceless. Ich freue mich außerordentlich, in Kooperation mit der berühmten österreichischen Filmemacherin Pam das erste Full-Length Feature Movie der datadirt Hollywood Ventures vorzustellen:

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Lambi vs. Torni

Der Lamborghini Reventon hat vier, ein Tornado aber nur drei Reifen. Dafür aber zwei Flügelchen; unter den Wolken / muss die Geschwindigkeit wohl grenzenlos sein”, wie das folgende Hase-Igel-Wettrenn-Video demonstriert:

Es geht allerdings auch spektakulärer: bei Max hab ich dieses Video eines unglaublichen Autounfalls (mit weitgehend unverletztem Fahrer) gefunden:

YouTube Preview Image

In diesem Sinne wünsch ich einen produktiven und durchaus ein klein wenig unspektakuläreren Wochenbeginn – wir lesen uns morgen.

Facebook besser gar nicht benutzen?

Vor einigen Tagen war ich bei Ö1 im matrix-Studio zu Gast, um meine Replik auf Armins Facebook-Kolumne zu verlesen.

Der Text steht mittlerweile auch auf oe1.orf.at und stößt dort auf geteilte Unzustimmung – bin gespannt, ob und wie die Diskussion weitergeht. Jedenfalls tat ich mir ordentlich schwer damit, meine eigenen Zeilen zu lesen – freies Sprechen ist da schon wesentlich einfacher. A propos: gestern war ich wieder bei Paul und Radio uton live zu Gast, wir schnackten wieder eine Runde über Social Networks, Fluchtgeschwindigkeiten und Musikmythen, die Sendung gibt’s demnächst hier zum Nachhören.

Hier die matrix-Aufzeichnung, die ich von Franz bekommen habe – die Einleitung und Armins Teil hab ich drin gelassen, sonst wär meine Audio-Antwort zu sehr aus dem Kontext gerissen. Kommentare hochwillkommen!

DSL-Zugänge: Preiskampf in Deutschland

dsl zugänge in DeutschlandAuch in Deutschland werden DSL-Zugänge immer billiger: die klassischen Anbieter geraten nicht zuletzt aufgrund der starken Konkurrenz durch UMTS-Karten in Bedrängnis. Versatel schenkt allen NeukundInnen nun sogar einen iPod Nano zu jeder DSL-Bestellung. Verstärkter Wettbewerb lässt die Preise purzeln und sorgt für Diversifizierung: ob DSL samt eigenem Server, ob Standleitung ohne Vertragsbindung oder DSL-Telefonie-Pakete: privat permanent online zu sein, kostet auch in Deutschland kein Vermögen mehr.

DSL-Angebote in Deutschland

Strato bietet eine breite Palette von Einsteigerzugang bis zur fetten Maxi-Standleitung. Der Preiskampf hinterlässt seine Spuren: Strato, der auch als Server-Hoster agiert, bietet laufend Rabatte und hat eine ordentlich schnelle DSL-Flatrate bereits für unter 30 Euro im Programm:

STRATO DSL - Hier klicken!

Bei Congstar bekommt man zwar ebenfalls “pure” Anschlüsse, besonders attraktiv sind derzeit allerdings die Pakete samt Hardware: und zwar wahlweise mit Modem (für Single PCs) oder mit Router, und zwar jeweils in verschiedenen Leitungsgeschwindigkeit und optional samt Telefon. Ein Hauptvorteil ist sicherlich, dass keine Vertragsbindung nötig ist – viele Angebote können auf monatlicher Basis gebucht werden:

congstar DSL

Versatel bietet sowohl DSL-Anschlüsse einzeln als auch im Paket mit Telefonie als Doppel-Flatrate an. Der Anbieter setzt dabei auf das Baukastensystem und lässt die Kunden selbst entscheiden, welche Services benötigt werden – und das Beste daran: wer bis Ende Februar einen DSL-Zugang bestellt, erhält einen iPod Nano gratis dazu:


Alternative zu DSL: Datenkarten

Inzwischen stellen vor allem für mobile Nutzer UMTS-Karten eine brauchbare Alternative dar. In größeren Städten wird die Free-WLAN Abdeckung immer besser, aber wer mag schon sensible Daten über häufig unverschlüsselte Netze schicken? In Deutschland bietet Vodafone Business-Laptopkarten an und wirbt mit hoher Netzabdeckung und einem Full-Service Mobilportal. T-Mobile hat in Deutschland ebenfalls diverse Pricing-Modelle für mobiles Internet am Start, bietet ähnliche Features und eine ebenfalls hohe Netzabdeckung mit UMTS. Der Vergleich fällt sehr schwer, weil sich die Tarife aufgrund der dynamischen Marktentwicklung sehr häufig verändern.

R-361 Datenkarten 468x60 Banner

Mein erstes Internet

Mein erstes Analogmodem hatte ich in Graz. Noch vorher war die allererste Webpage, die mir jemand gezeigt hat, die damalige Playboy-Homepage: bestehend aus dem aktuellen Cover und einem Inhaltsverzeichnis im Listenformat, aber spektakulär no the less. In Wien war ich dann gleich mal Testkunde für Internet via Telekabel, nach den Anfangsschwierigkeiten der ersten Jahre funkt’s mittlerweile äußerst reibungslos und flott. Obwohl Österreich so klein und gebirgig ist – eigentlich nicht die besten Voraussetzungen für schnellen Netzausbau – sorgte der frühe Markteintritt von UPC zumindest in Wien für einen massiven Preiskampf: sowohl bei Internetzugängen als auch am Handy-Sektor. Hierzulande bezahlte man noch bis vor kurzem für vergleichbare Mobiltelefonie-Tarife die Hälfte der deutschen Preise. Dementsprechend günstig wird auch mobiles Internet via UMTS angeboten. In den letzten Monaten allerdings kam, soweit ich die Berichterstattung in der c’t verfolgt habe, einige Bewegung in den Markt und die Schlacht um die verbleibenden DSL-Kunden wird härter – und Standleitungen immer erschwinglicher. Ich hab zuhause immer noch meinen Chello-Anschluss und mittlerweile zusätzliche eine T-Mobile UMTS-Ei für unterwegs – so langsam wird’s ja doch was mit dem mobile lifestyle :cool:


Fotocredit: Oleg Rosental, pixelio.de

resident entert das 3. Jahr

residentDie residents sind das eigentliche Rückgrat jeder Drumandbass Party: nur mit den Mainacts und ohne die heimischen Plattendreher würde die durchschnittliche Breakbeat-Zelebration wohl kaum bis in die frühen Morgenstunden dauern. Von diesen hat sich vor zwei Jahren ein heimisches Musikmag den Namen geliehen: resident widmet sich allen Facetten der internationalen Breakbeatkultur. Vor zwei Jahren präsentierte das Redaktionsteam die allererste Ausgabe. Die war, wie sich’s gehört, mit einer ordentlichen Portion Fan-Charme durchdrungen, doch in den vergangenen 24 Monaten entwickelte sich das einzige deutschsprachige DnB Magazin zum ernstzunehmenden Verlautbarungsorgan der Breakbeat-Szene.

resident erscheint viermal im Jahr, für günstige EUR 3,50 gibt’s zu jeder Ausgabe eine Mix-CD mit aktuellen Tracks. In der Oktoberausgabe richtet die Redaktion den Scheinwerfer aufs Thema “Blood Death and Gore – muss guter DnB böse sein?” (Anm. des Autors: nein, aber es hilft. Oder anders gesagt: hängt ganz von der momentanen Hörstimmung ab.) Die Antwort wird gewiss recht differenziert ausfallen, außerdem standen Friction, Young Ax und andere für das kommende Mag Rede und Antwort.

Dass ein Spartenmagazin in einem Land, dessen Economies of Scale sogar das Überleben allgemeiner Popmagazine nicht gerade leicht machen, so schnell zu seiner Leserschaft findet, mag durchwegs mit der Vorliebe österreichischer Raver für Geschwindigkeiten jenseits der 180bpm zusammenhängen – und die wird beim 2-Jahres-Geburtstagsfest am 13. Oktober im Wiener Zoo ausgiebig zelebriert. Am Mainfloor rocken die Holländer Black Sun Empire back2back mit Noisia, unterstützt werden sie von den resident residents der Wiener Redaktion, nämlich Combo, Intoxicated, Makeedo, Res und MC Daxta, für visuelle Entrückung sorgt DEF. Am zweiten Floor bleibt die Geschwindigkeit etwas niedriger, Monsta aus UK und die locals Shroombab, Defekta, Menace und Se.Vero werden mit dem Publikum ihre Begeisterung für Dubstep und Nu:Breakz teilen. the gap gratuliert ganz herzlich und wünscht viele weitere erfolgreiche Jahre mit mindestens 180 Lesern pro Minute.

Video: Mountainbiken mit 210 km/h

Seinerzeit mit 15 waren wir tierisch stolz drauf, dass wir uns trauten, auf der Pustertaler Hochalpenstraße in Osttirol mit dem Mountainbike mit 100km/h abwärts zu fahren. Damit waren wir nicht mal halb so schnell wie der derzeitige Weltrekordhalter.

Ab etwa 80km/h vermitteln die groben Stollenreifen auf Asphalt soviel Bodenführung wie Pudding; beim ersten Versuch hat’s nicht geklappt, also mussten beim zweiten Mal die ausgesprochen un-windschlüpfrigen Jacken weg. Als unsere Radcomputer knapp über 100 anzeigten, war die Sache erledigt, und wir konnten unsere persönliche kleine Mutprobe, inspiriert von einem Editorial eines Mountainbike-Magazins, abhaken.

So schnell war ich später nie mehr auf einem unmotorisierten Zweirad unterwegs… dem Extremsportler Markus Stöckl reicht das aber noch lange nicht: kürzlich stellte er einen neuen MTB-Highspeed-Weltrekord auf. Mit 210,4km/h raste der Österreicher in den chilenischen Alpen auf einer Schneepiste zu Tal. Gratulation! Das muss sich sehr heftig anfühlen… [via Chaoszone]

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Zeit für interaktives Daumenkino

Im Rahmen des Festes 5 Jahre Quartier21 im MQ haben Freunde analoger Medien erneut Gelegenheit, ihren persönlichen 10-Sekunden Auftritt auf geduldiges Papier anstatt nervöse Magnete zu bannen – it’s Fliptime again!

Wie jeder Volksschüler weiß, zählt die veredelte Zellulose nämlich keineswegs zu den statischen Medien: das gute alte Fingerkino macht sich die – im Vergleich zu zahlreichen Insekten – Trägheit unseres Sehapparats zu Nutze: kaum folgen ein paar Bilder in schnellem Wechsel aufeinander, beginnt unser Gehirn auch schon, Bewegungsabläufe zu konstruieren.

Eines sind solche Fingerkinos normalerweise allerdings nicht: interaktiv. Höchstens insofern, als der Schnippende die Filmgeschwindigkeit selbst bestimmen kann. Doch Fliptime nutzt die Kombination von new und old media:

Das Prinzip ist schnell erklärt: In unserem mobilen Echtzeit-Daumenkinostudio, hast du die Möglichkeit auf einer Mini-Bühne eine auf 10 sec limitierte Performance aufs Parkett zu legen. Die Aktion wird mit einer Digitalvideokamera gefilmt und aus diesem kurzen Film wird direkt im Anschluss an deinen Auftritt ein Daumenkino erstellt, das du als Souvenir mitnehmen kannst.

Filmische Beispiele gibt’s auf der Homepage – umgesetzt wurde das Projekt mit Unterstützung von q/uintessenz und mingo.tv.

Domingo platzt das Ohr

Auf der allerletzten Seite der steirischen Kleinen Zeitung (Nr. 219 vom 11. August 2007), Haus-und-Hof Organ des Styria-Verlags, kommt auf der beliebten “Leute” Seite heutigentags Placido Domingo zu Wort, um seine erstaunlichen Erkenntnisse über Psychoakustik zu verbreiten.

Der Titel “Er hat ein Ohr für Gehörlose” legt den Schluss nahe, dass Herr Domingo sich für jene einsetzt, die seine eigene Kunst aufgrund beeinträchtiger Hörfähigkeiten nicht genießen können – und in der Tat ist das eine Drittel der drei Tenöre als “Botschafter” der Initiative “Hear the World” unterwegs, die eine Reise durch die Klangwelt Salzburgs vermittelt und von der Hörgerätefirma Phonak gesponsert wird. (Ich vermute, dass die Installation auch für Menschen mit beeinträchtigen Hörvermögen geeignet ist, aber das geht aus dem Text nicht wirklich hervor.)

Dass die Welt der Opernsänger voller lärmender Restaurants ist, war mir allerdings neu:

“Wir leben”, sorgt er (Domingo) sich, “in einer soundüberfluteten Welt und mehr denn je sind Menschen gefährdet, taub zu werden.” Etwa durch Restaurants, in denen laute Musik gespielt wird: “Ich will gut essen, mich mit Freunden unterhalten und schon jault es aus den Lautsprechern, dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht.”

In welche Restaurants geht der Mann essen? In die Dorfstube, wo die Kapelle gerade ein Indoor-Platzkonzert spielt? Oder haben Opersänger generell empfindlichere Ohren? Aber wie ertragen sie dann das Volumen ihrer eigenen Stimmen? Fragen über Fragen, doch Placido ist nebenbei auch noch Hobby-Psychoakustiker:

Discos? “Es geht nicht nur um die Ohren. Haben Sie gemerkt, wie sich laute Bässe auf Ihren Herzrhythmus auswirken?”

Yup. Ich habe das durchaus gemerkt. Nicht nur der Herzrhythmus, das ganze Zwerchfell und eigentlich jede Zelle im gesamten Körper spürt die Basslines im Club. Das ist ja auch der Grund, warum wir dorthin gehen. Das ist auch der Grund, warum unterschiedliche Menschen unterschiedliche Musiken und Geschwindigkeiten bevorzugen. Und ich spreche nicht von Landdiscos mit gräßlich übersteuerten Höhen und Mitten, ich rede von rollenden Basslines, donnerenden Bassdrums und jenen PA-Boxen, die, richtig eingesetzt, eben nicht die Ohren zerstören, sondern Musik, die sonst bloss hörbar ist, fühlbar machen. Dub(Step), Grime, vor allem Drumandbass beruhen auf einer synästhetischen Verbindung verschiedenster Sinneseindrücke. Domingos Argumentation erinnert mich an skurrile Texte aus dem Unterstufen-Religionsunterricht, in denen von “satanischer Metalmusik”, die mit ihren tiefen Bässen das Sexualverhalten gottesungefällig stimuliert, die Rede war… man sollte eben nur Dinge verdammen, die man nicht bloss vom Hörensagen kennt…

So rechnen Sie doch um!

umrechnung.org - praktische Tools zum Konvertieren von EinheitenIch verlose ein Elixier des ewigen Glücks – um zu gewinnen, muss man nur folgende, ganz simple zwei Fragen beantworten: wie viele Liter sind 34,7 PS? Und: wie viel Zentimeter sind 13 Candela? Zugegeben: darauf wird auch Umrechnung.org keine Antworten wissen. Aber bei so gut wie allen SI-Einheiten und sonstigen gebräuchlichen Maße für Länge, Gewicht, Druck, Geschwindigkeit und Co. springen die verschiedenen Umrechnungs-Tools hilfreich in die Bresche.

Die Oberfläche verströmt funktionalen Charme – simpel, aber sofort verständlich. Anstatt den User vorweg eine Auswahl der Einheiten treffen zu lassen, wird der jeweilige Bereich – z.B. Energie – in einer Gesamttabelle mit leeren Feldern dargestellt. Trägt man bei einer der angegebenen Einheiten einen Zahlenwert ein, aktualisiert die Applikation die übrigen Felder in Echtzeit. Manchmal sind die einfachsten Lösungen Usability-technisch eben doch die besten.

 

Screen

 

Unter anderem erfahren wir wenig überraschende Fakten (“99 Joule sind 0.099 Kilojoule und 0.000099 Megajoule”), aber auch Werte, die man nicht so ohne weiteres im Hinterkopf bereitbehält. (“99 Joule sind 2,270773 Einheiten Hartree-Energie bzw. 23,661 Kalorien”). Folgende Messgrößen sind bei Umrechnung.org derzeit vertreten:

  • Beschleunigung
  • Druck
  • Energie
  • Fläche
  • Geschwindigkeit
  • Gewicht und Masse
  • Länge
  • Kraft
  • Leistung
  • Präfixe (Vorsilben)
  • Radioaktivität
  • Radioaktivitäts Energie-Dosis
  • Temperatur
  • Volumen
  • Datenmenge / Datengröße
  • Datentransfer-Raten
  • Zeit

Der durchschnittlichen Nicht-Physiker muss ja nun nicht gerade jeden Tag Pascal in Torr (Druckeinheiten – 99 Pascal sind übrigens 0,74 Torr) oder Yard pro Quadratsekunde in Galileo (beides Maßeinheiten für Beschleunigung) umrechnen; für die gelegentlichen Transformationen etwa von Yards in Ellen, Meter oder sonstiges ist die Seite hervorragend geeignet.

Umrechnung.org beschränkt sich dabei nicht nur auf physikalische Maßeinheiten, sondern bietet auch diverse andere Rubriken, bei denen eindeutig Zahlen im Spiel sind. So gibt werdenden Müttern ein Schwangerschaftskalender Auskunft über den voraussichtlichen Verlauf der einzelnen Phasen, Unerschrockene testen ihre (nur sehr grob geschätzten) Blutalkoholwerte mit dem zugehörigen Rechner, daneben gibt’s zahlreiche Kalender-Tools, die Berechnung des eigenen Alters in Sekunden, Währungskurse, Umrechnungen zwischen Zahlensystemen… kurz gesagt: ein Paradies für Zahlenliebhaber!

Sogar an den bedürftigen SEO wurde gedacht: in der Webmaster-Tools Bereich finden sich nicht etwa Affiliate-Banner und Partnerprogramme, sondern nützliche Tools wie Metatag-Interpreter, ein Speed-Check, ein gut gemachtes Keyword-Tool und einige Netzwerk-Spielereien mehr.

CD-Review: Officer Fishdumplings – Finds your way home

officer fishdumplings coverManchmal klingt Polizist Fischklöschen ein wenig nach Venetian Snares auf Drittelgeschwindigkeit gepitcht minus der resultierenden Tonhöhenänderung. In wieder anderen Tracks verbreitet der Minimal-Trash-Break-Lo-Fi Ästhet wunderschöne Ambiencen aus dreckigen Geräuschen, um kurz darauf wunderschöne Ambiencen in dreckige Holperrhythmen zu transferieren.

Aber das tut er stets mit dem richtigen Ohrenmaß für passend portionierte Destruktion als kreative Strategie. Trotz (oder besser: unabhängig davon) klingt OF’s Oeuvre weder hart noch extrem leicht zugänglich. Grand Groove kam jedenfalls bei den Aufnahmen zu Besuch ins Homestudio. Ohnehin kann man der bestechenden Logik des Pressetext-Intros keinesfalls widersprechen:

If the road to hell is paved with good intentions, and all roads lead to Rome, then either Rome is hell, or hell is on the way to Rome. But Rome is not officerfishdumplings’ proposed final destination.

Hatim Belyamani stammt aus Marokko, sein Gespür für komplexe Takt-Strukturen dürfte er sich bei ausgedehnten Reisen angeeignet haben – elektro-akustische, weirde Weltmusik, die’s derzeit nur im Direktvertrieb über das Label Notenuf käuflich zu erwerben gibt.

WordPress 2.2 “Getz” verfügbar

Ursprünglich hätte die aktuelle Version bereits am 22. April erscheinen und WordPress um Tagging-Funktionen erweitern sollen. Stattdessen wurde der geplante Funktionsumfang abgespeckt. WordPress 2.2 folgt der Jazzer-Namenstradition und wurde nach dem Nachnamen des berühmten Saxophonisten Stan Getz benannt.

Version 2.3 soll dann spätestens am 16.9. veröffentlicht werden. Frank Helmschrott listet die Features der 2.2er “Getz” Version:

  • Widgets jetzt ohne Plugin möglich
  • Support für Atom 1.0
  • Neuer Importer für Blogger.com blogs
  • Aktivierungsschutz für Plugins die das Blog zerstören könnten
  • Diverse Geschwindigkeitsoptimierungen
  • WYSIWYG support für zukünftige Safari-Versionen

Daneben gibt’s etliche Updates für Entwickler, die WordPress’ens Flexibilität erhöhen – mehr Infos dazu finden Plugin-Autoren am offiziellen WordPress Blog. Den aktuellen Release gibt’s auf WordPress.org, die lokalisierte deutsche Version wird auf WordPress-Deutschland.org in Kürze erhältlich sein.

Die französische Postmoderne und das Digitalfernsehen

[Der folgende Text entstand für die Ö1 matrix Homepage, wo ich eine monatliche Kolumne schreibe. N'joy.] Am 6. März verstarb der französische Philosoph Jean Baudrillard. Als einer der prominentesten Vertreter postmodernen Denkens provozierte der Franzose die Öffentlichkeit mit seinen Thesen zu Simulation, Dissimulation und Gleichzeitigkeit. Dass gerade das digitale Fernsehen die medial Live-Übertragung verunmöglicht, hätte er vermutlich nicht vorausgesagt.

Das mediale Ereignis, das die sedimentierte Realität überdeckt und schließlich überlagert, stand im Fokus von Baudrillards kulturphilosophischen Betrachtungen. Gelten Flusser und Virilio als Philosophen der Geschwindigkeit, so beschäftigt er sich mit den Bildern, die der mit seinen unkonventionellen Thesen angeblich “stürmen” wollte, wie seine Kritiker nie müde wurden anzumerken.

In der Selbstwahrnehmung sah sich JB dennoch nie als Kulturpessimist, ja nicht einmal als Theoretiker. Beweisversuche kann man ihm nun wirklich keine nachsagen, seine radikalen “Denkanschläge” sollten den Leser auf Entdeckungsreise mitnehmen. So gelangte er zu seinem geflügelten Dictum von der “Ermordung der Realität”: Wenn ich sage, die Realität ist verschwunden, dann meine ich damit das Prinzip der Realität samt dem ganzen damit verbundenen Wertesystem. Schon der Begriff des Realen setzt einen Anfang voraus, Zweckbestimmtheit, Vergangenheit, Zukunft, Kontinuität, Ursachen und Wirkungen, kurz gesagt, Rationalität. All das verschwindet bei der Vernichtung des Realen. Das ist das perfekte Verbrechen. (aus: Das perfekte Verbrechen)

Anders formuliert: in Baudrillards Konzeption der Scheinrealität geht die mediale Berichterstattung als Symptom ihrer Ursache voran – eine ähnliche Umkehrung, wie Jaques Lacan sie in der Psychoanalyse vorschlug. Ein dritter Franzose, Paul Virilio, definierte und begründete zugleich die Wissenschaft der Dromologie: dieser Metaforschungsbereich untersucht die Zusammenhänge von “Geschwindigkeit und Politik”, nachzulesen in der gleichnamigen Publikation von 1977. Die Mediengeschichte und die Physik werden zu Hilfswissenschaften der Dromologie – Virilio füllt später enige Bände seiner Bibliographie mit Betrachtungen über die (Kriegs-)Relevanz echtzeitlicher Nachrichtenübertragung. The Speed of light does not merely transform the world. It becomes the world. Globalisation is the speed of light. (Paul Virilio im Interview auf ctheory)

Beide Autoren, und nach ihnen eine ganze Reihe von Epigonen, zentrieren ihre medientheoretischen Konstruktionen wesentlich rund um das Phänomen der sogenannten Echtzeit. Der Physiker widerspräche an dieser Stelle zwar vehement, zumal es genau betrachtet keine “Echtzeit” gibt – nicht mal in unserer unmittelbaren Wahrnehmung, und schon gar nicht in den Medien. Information reist, und sie tut das beileibe nicht körperlos: nur sind die materiellen Aspekte, im Fall der elektronischen Kommunikation also die Elektronen, winzig und bewegen sich mit so hoher Geschwindigkeit, dass in unsere menschlichen Wahrnehmung Ereignis und Übertragung etwa bei jeder TV-Liveübertragung zusammenfallen – “beide kollabieren im temporalen Nullpunkt,” um in der Terminologie der französischen Postmoderne zu bleiben. Dieser Nullpunkt ist demnach eben als philosophisches Konstrukt, nicht als physikalische Realität zu begreifen: unsere körperinternes Informationsverarbeitungsnetzwerk, das Nervensystem , arbeitet ebenfalls nicht schneller als mit “Stromgeschwindigkeit”.

Zumindest was TV-Liveübertragungen betrifft, geht die Ära der Real-Time Media indes schneller zu Ende als die Kulturtheorie vermutet hätte, und vor allem anders: denn mit der Umstellung des ORF auf digitales Fernsehprogramm und auf neue Hardware für alle terrestrischen Empfänger wird die Zeitverzögerung, wie üblich beim Nachfolgeformat des erfolgreichsten Massenmediums aller Zeiten, circa 1000 Millisekunden betragen. Beim Angebot der telekom, die das Fernsehsignal ebenfalls digital durch ihre Leitungen jagt, beträgt der “Time Lag” gar bis zu 8 Sekunden – das klassische multimediale Song-Content Nutzungsszenario “Bild vom Fernseher, Ton übers Radio” dürfte dann unter Synchronisationsproblemen leiden, ganz zu schweigen von all den Fußballfans, die erst Äonen später vom Tor ihres Lieblingsvereins erfahren.

Time Lag also statt echtzeitlicher Kommunikationskanäle – so haben sich das die Theoretiker dann auch wieder nicht vorgestellt. Ob das Digitalfernsehen wohl zu einem Paradigmenwechsel in der Dromologie führen wird?