Das alte Jahr ist wohl zerronnen
und jedes Tweet ist archiviert.
Das neue hat noch nicht begonnen,
doch Speicherplatz ist reserviert.
Apache Server schicken heute Pings,
die ungehört im Netz verhallen:
Überall diese Schweizer-Dings -
ich geb's ja zu: ich mag das Knallen.
Facebook-Terror, Twitter-Schrecken
sind passé ab 1. Jänner.
24 Stunden keine E-Mails checken,
den ganzen Tag nicht ärgern über Spammer.
Stattdessen neue Torrent-Releases,
Online-Poker, youporn.com:
Denn, erinner dich, wie hieß es:
RAM ist flüchtig, ewig währt ROM.
Zumindest bis lähmende Langeweile
und Unterhaltungs-Überdruss
uns wieder an die Tasten zwingen:
Status Update, ich will, ich muss!
Das ist durchwegs kein Seitenhieb
auf pessimistische Manieren:
Wie Vilém Flusser einst so treffend schrieb
heißt in-for-mieren, wir gravieren
Kultur in das, was uns umgibt.
Oder um es anders zu formulieren: Rezipieren
hilft dabei, den Neujahrs-Kater zu kurieren.
Aber spätestens am 2. Jänner
werden wir wieder Lust verspüren
uns als Blogosphärenkenner
erneut im Netz zu inszenieren!
Prosit Neujahr!
Und vielen vielen Dank für Ihr anhaltendes Interesse an diesem Weblog, für Ihre Kommentare und Ihr Feedback. Ich wünsche uns allen ein tolles 2010. 2009 war für mich persönlich großartig, und ich bin sicher, 2010 wird großartig plus 1!
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Briefe von der SVA bedeuten normalerweise nix Gutes, und da machte der Schrieb mit dem ominösen Titel "Einleitung des Zuweisungsverfahrens einer Betrieblichen Vorsorgekasse gemäß § 27a BMSVG" keinen Unterschied. Nach einem Telefonat mit der freundlichen Dame von der Niederösterreichischen Vorsorgekasse wurde mir allerdings schnell klar: die Förderung von Klein- und Mittelunternehmen ist in Österreich nicht mal ein Wahlslogan.
Sinn und Zweck der neuen Pflichtversicherung: Betriebe sollten verpflichtet werden, für ihre Mitarbeiter zu sorgen: das Geld sei für die Abfertigung bestimmt. Dass nicht einmal Einzelunternehmen davon ausgenommen sind, zeigt in voller Deutlichkeit, dass hier jemand wirklich lange und eingehend nach gedacht hat: 1,50% von der SV-Bemessungsgrundlage beträgt die neue Deppensteuer, die hierzulande wohl für "mehr soziale Wärme" (Reibung macht heiß) sorgen soll. Ich darf also eineinhalb Prozent Sozialversicherung mehr bezahlen - für nix und wieder nix.
Während also an anderer Stelle über die Abschaffung der gesetzlichen Pflichtversicherung diskutiert wird, bastelt diese jämmerliche Scheiter-Regierung in Österreich noch schnell einen weiteren undurchdachten Pfusch: ein weiterer Zusatzvertrag, mehr Bürokratie, mehr Verwaltungsaufwand: jeder SVA-Pflichtversicherte hat die Wahl, mit einer der gelisteten Kassen einen betrieblichen Vorsorgevertrag abzuschließen, geschieht dies nicht, so erfolgt innerhalb von drei Monaten die Zwangszuweisung, welche "auch ohne Unterschrift Gültigkeit erlangt". Eingehoben werden die paar Zusatzhunderter pro Jahr von der SVA, und wer an einen Schnellschuss zur Krankenkassenfinanzierung denkt, mag zwar ein Schelm sein, aber durchwegs recht haben. Bezeichnend auch, dass man auf der Homepage der SVA bei der Suche nach "Betriebliche Gesundheitsvorsorge" keinen Treffer zur neuen Sonderschröpfabgabe bekommt. Gratulation zu diesem Schnellschuss! Dass ich weder SPÖ noch ÖVP wählen kann, steht für mich nun eindeutig fest - danke für diese "Wahlhilfe".
PS: Allerdings wird's schwierig: die Grünen wissen nicht mal, ob sie eigentlich überhaupt Wahlplakate wollen und ob da etwas - und wenn ja, was - draufstehen sollte, weil man kann ja als Partei nicht einfach was wollen, da muss man schon zuerst die Basis fragen, was die eigentlich will, damit man dann dasselbe will. (So denken weite Teile der FPÖ-Strategen übrigens auch.) Hardcore-Strache grinst seit Dr. Jörgls BZÖ-Kandidaturkrise im ZIB-Studio noch unentspannter und verzweifelter in die Kamera und das BZÖ will plötzlich nix mehr gegen Ausländer haben, so sie denn keine sind und einer schlagenden Studentverbindung beitreten - von wegen rechts und Ordnung! Wofür aber Fritz Dinkhauser (außer für eine larmoyant-undefinierte Trutzhaltung gegenüber irgend etwas stehen) soll, konnte ich noch nicht herausfinden, und Hans-Peter Martin hat eigentlich gar kein Talent zum spoken-word Märchenonkel und macht außerdem kleinen und großen Kindern Angst. Da muss man sich doch langsam ernsthaft fragen: ist Nichtwählen oder ungültig Wählen das demokratiepolitisch bedenklichere Statement?
Die Gesundheit gehört zu den sensibelsten aller Themen: der Gesetzgeber gibt hier besonders strenge Kontroll-Richtlinien vor, die für erhöhtes Patientenvertrauen sorgen sollen. Doch Medizinstudium hin oder her: jeder, der schon mal wegen ein und desselben Gebrechens eine Odyssee durch verschiedene Arztpraxen erlebt hat, weiß ein Lied davon zu singen, dass die Unterschiede ganz beträchtlich sein können. Da wäre es doch praktisch, Informationen von "LeidensgenossInnen" direkt aus erster Hand zu erhalten! Exakt diese Idee verfolgt DocInsider, die größte Ärztebewertungscommunity Deutschland.
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Versicherungstechnisch kann man manchmal ganz schön dumm dastehen. Zum Beispiel dann, wenn sich eine scheinbar gute Idee in der Realität als Kostenfalls entpuppt. Typisches Beispiel in Deutschland ist die sogenannten Altersrückstellung: was viele Versicherer als Vorteil anpreisen, erweist sich laut CSS (in diesem Fall ausnahmsweise nicht Cascading Style Sheets, sondern eine gleichnamige Schweizer Versicherung) für gut drei Viertel der Versicherten als äußerst nachteilig. Als erste Versicherung überhaupt bietet die CSS in Deutschland Krankenzusatztarife ohne Altersrückstellung an.
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Ein besonders bakterienverseuchtes, also probiotisches, Yoghurt respektive dessen Hersteller wirbt aktuell mit großformatigen Plakaten für die günstige Wirkung des Produkts auf die gute alte Gesundheit. Testimonials sind in der Welt der Konsumenteninformation in der Tat nichts Neues, wie jeder aufmerksame Verfolger des Werbefernsehens aus zweiter Hand weiß - allerdings finde ich die Formulierung des Textes wirklich besonders gelungen: man mag ja glauben, dass Ärzte eine gewissen Kompetenz in der Einschätzung gesundheitsfördernder Speiseneffekte besitzen - aber dass die DoktorInnen auch das letzte Wort in punkto Deliziösität haben, ist zumindest mir neu:
Über die Hälfte aller österreichischen Ärzte bestätigen: XY ist gut für den Körper und schmeckt.
Selbstauferlegter Stress, explodierende Nebenkammern und generell Selbstausbeutung bis zum totalen Zusammenbruch: so geht's allen A-Bloggern, wenn man einem aktuellen Bericht von BrandEins glaubt.
Der heutige Facts Lesetipp hat meine schlechte Meinung über brandeins nachhaltig bestätigt; schlimm und traurig, dass Marc Orchant anscheinend dank zu viel Arbeit und selbstauferlegtem Stress an einem Infarkt verschied. (Wie Meth so treffend rappt: I'm a drink this whole bottle for Old Dirty - damn it hurts and I hate it, when brothers go early.) Daraus allerdings ein Plädoyer über die Gesundheitsschädlichkeit des Bloggens an sich abzuleiten, stünde jedem Boulevard-Blatt ganz hervorragend zu Gesicht:
Der Kopf des Ganzen besteht aus ein paar Tausend Blogs, auf die der Rest der Online-Welt schielt und die so zum neuen Establishment geworden sind. "Wenn man die ganze Heuchelei über die Revolution des neuen Mediums Internet einmal abzieht", giftet Keen, "regiert die Blogger letztlich alle der Wunsch nach Einfluss und finanziellem Erfolg. Das zieht eine bestimmte Sorte Mensch an - besessen, getrieben und nie zufrieden." In Anlehnung an den übermenschlichen Helden der Arbeit aus besten Sowjet-Zeiten seien Blogger "die neue Stachanow-Bewegung". Mit einem Unterschied, so Keen: "Sie schuften sich zu Tode, aber in zehn Jahren redet kein Mensch mehr von ihnen."
Glaubt zumindest Steffan Heuer. Überhaupt scheint der Autor jeden einzelnen A-Blogger (das sind übrigens laut Artikel Blogs mit mehr als 1.000 Technorati-Backlinks) sehr genau zu kennen; das folgende Pauschalurteil dürfte also das Ergebnis jahrelanger systematischer quantitativer Studien zu sein:
Trotz der beiden Unglücksfälle fahren Maliks Kollegen weiter Vollgas, ohne groß über die Risiken und Nebenwirkungen der neuen Medienwelt nachzudenken, in der Sofort-Journalismus und unternehmerischer Erfolgsdruck das Privatleben weitgehend abgeschafft haben. Bei der dünnen Oberschicht sogenannter A-List Blogger, die Hunderttausende Leser haben und sogar Angestellte bezahlen können, verbinden sich professionelle Leidenschaft, überdimensionales Ego und Profitstreben zu einem explosiven Gemisch.
[...]
Wer es als Blogger zur Marke gebracht hat, gibt ungern zu, dass er ausgebrannt ist und beim selbst angezettelten Wettlauf nicht mehr mithalten kann.
Ja, ich würd das auch ungern zugeben, wenn ich's denn zu was gebracht hätte... aber obwohl ich überhaupt nicht Heuers A-Liste angehöre, bin ich eigentlich schon längst so ausgebrannt, dass seit drei Monaten ein php Script aus den Dark Secret Technology Labs meine Texte für mich schreibt, postet und auf Kommentare antwortet.
PS: Ich glaub, es war Viktor Frankl, der den bekannten Ausspruch "Stress is the salt of life" geprägt hat. Und ich würd mir von einem "Werbe-Branchen-Magazin" erwarten, dass man zwischen verschiedenen Personen möglicherweise sogar differenziert, anstatt A-Blogger samt und sonders als selbstzerstörerische Egomanen zu betiteln...
Mike Huckabee war bis 2006 Gouverneur von Arkansas und gründete zu Beginn dieses Jahres einen Förderausschuss anlässlich seiner geplanten Kandidatur für die US-Präsidentschaftswahlen, Wikipedia weiß mehr. Über großartige Differenzierungskriterien verfügt MH keineswegs... Südstaaten-Durchschnitts Konservativismus mit der vollen Bullshit-Breitseite eben.
Gegen strengere Waffengesetze, für Ausbau von Guantanamo, gegen Homoehe, für Todesstrafe, für Irakkrieg usw... auf der Wirtschaftsseite dagegen ist Huckabee eher links-liberal orientiert, tritt für Fair Tax und höhere Besteuerung von Besserverdienern ein. Teil der Wahlkampf-Homepage ist ein Blog, und dort veröffentlichte sein Team ein Video, das man getrost für eine Parodie halten könnte - allerdings meint der gute Mann sein "Chuck Norris approved" Siegel völlig ernst. Wie man unter solchen Umständen bei geistiger Gesundheit für einen solchen konservativen Möchtegern-Komiker abstimmen kann, wird sich mir wohl nie erschließen. Und so gern ich Kampfsport passiv konsumiere: Chucky Boy war immer schon ein lächerliches Windei.
Willkommen zur aktuellen Blogvorstellungs-Runde: im Themenfokus stehen Grüne Smilies und ein Schweizer Satiremagazin: auch wenn es sich bei beiden Blogs keineswegs zum todernste Machwerke handelt, so steckt doch ernsthaft viel Arbeit dahinter.
Und wie immer gilt: wer hier mit seinem/ihrem Blog vorstellt werden möchte, sagt via Kommentar oder Kontaktformular Bescheid: kann ein bisschen dauern, da bereits einige Review-KandidatInnen auf der Warteliste stehen. Im Übrigen gilt der gute alte Stehsatz aus der Bezirkszeitung: "Unverlangt eingesandte Manuskripte können nicht retourniert werden. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung."
Zumeist gelb ist bloß das mittlere Licht an der Ampel. Wer jedoch glaubt, dass die guten alten Smilies immer in dieser Farbe daherkommen, kennt Michaels Blog noch nicht. Auf GreenSmilies.com spielt mehrmals wöchentlich großes grünes Kino im Mikroformat. Aber Schreiben ist in dem Fall Silber und Gucken Gold - hier einer meiner vielen Favorites:
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Ob Geschichte der grünen Smilies oder ein Smilie-Lexikon, bei Michael gibt's massig Hintergrundinfos - vor allem aber die Einwohnerschaft des Blogs selbst, und die ist mittlerweile auf beachtliche Größe angewachsen. Überblick verschafft das Smilie-Album.
Ebenfalls sehr praktisch für die Fans der Grünlinge: Michael packt immer wieder mal ein paar seiner Kreationen zu Packs für andere Software, aktuell zum Beispiel bietet er ein fertiges Package für Miranda an. Auch WordPress lässt sich ohne weiteres umrüsten - bei mir steht der Totalumstieg auf grüne Smilies jedenfalls ganz oben auf der Liste. Für verschiedene Sonderwünschen und "Spezialanfertigungen" hat der Blogbetreiber immer ein offenes Ohr - ich habe vom Maestro diesen wunderbaren Gesellen bekommen: ![]()
"UNTERNEUNTUPFING Aktuell ist ein länderübergreifendes non-kommerzielles Satireprojekt für den karitativen Zweck, wenn es mal groß ist soll es eine Menge Gutes tun," sagen die Betreiber, und dem kann man ja nun wirklich nicht widersprechen. Den humorvollen Leser erwarten schräge Beiträge aus Rubriken wie Politik, Gesellschaft, Gesundheit und Web 2.0. Getreu dem Motto "viel Wahnsinn muss gerecht verteilt werden" richtet sich die Seite an den gesamten deutschen Sprachraum. Selbstredend möchte Unterneuntupfing auch etwas über seine LeserInnen erfahren - sehr zu empfehlen als Einstiegslektüre ist die Umfrage Wer sind unsere werten Leser?.
Den bisherigen Ergebnissen nach zu urteilen ist die Quote an Selbstausbeutern besonders hoch - wer also nicht CEO einer fiktiven Visitkartenfirma ist und täglich sein Xing-Profil pflegt, der darf darauf hoffen, hier Gleichgesinnte zu treffen. Auch gleich ordentlich zur Sache gehen die Tipps zur Profi-PC-Entschlackung.
Die Gesundheits-Plattform imedo vertraut auf die Kraft des Crowdsourcing - und zwar in einem ganz besonders sensiblen Bereich: es geht um den längerfristigen wartungsfreien Betrieb unseres Körpers. Gleichgesinnte finden und Erfahrungen zum Thema Gesundheit auszutauschen ist das Ziel der Plattform, Services wie ein kostenloser SMS-Reminder zur Medikamenteneinnahme und eine detaillierte Suchfunktion nach Krankheiten und passenden Ärzten ergänzen das Portfolio.
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| 25. September 2007 | ||
| 20:00 | bis | 22:00 |
Zum vierten Mal lädt die q/uintessenz zur monatlichen Fachvortragsreihe q/talk. Dieses mal im Fokus des Gastredners Dr. Christian Husek: Der gläserne Patient - gefangen zwischen der Pharmaindustrie und den Versicherungskonzernen.
Datum: Dienstag, 25. September 2007, 20.00 (Einlaß ab 19.00)
Wie immer findet der Vortrag im MuQa Wien statt, genauer gesagt im QDK-Vortragsraum in der Electric Avenue im Quartier 21. Wow, lange Adressenangabe - hier ist der Übersichtsplan. Und es dürfte auf jeden Fall spannend werden, wenn die Schattenseiten der e-card und des ELGA (Elektronischer lebenslanger Gesundheitsakt) präsentiert:
Durch vermeintliche Zuckerln versucht die Politik die Einführung der e-card und des ELGA (*) durchzusetzen. Was nach außen hin als Vorteil dargestellt wird, wie die zentrale Erfassung von Rezepten und Befunden, entpuppt sich bei genauem Hinsehen als trojanisches Pferd zur totalen
Bürgerüberwachung.Durch die lebenslange personenbezogene Erfassung von allen Untersuchungsergebnisse, Rezepten und Krankenständen von allen entsteht ein an Orwell erinnerndes Schreckensszenario. Karrierechancen,
Versicherungsprämien und zukünftige Behandlungen könnten in Zukunft von den über die e-card gespeicherten Daten abhängig gemacht werden. Das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patienten beruht im wesentlichen auf der Verschwiegenheitspflicht des Arztes. Diese vertraulichen Informationen werden durch ELGA allen im Gesundheitsprozess involvierten Behörden, Konzernen und Institutionen bekannt.
Im Anschluss an den Vortrag gibt's sowohl kühle Getränke als auch die Möglichkeit zur Diskussion - Eintritt nur mit e-card. (Nein, natürlich nicht. Just jokin'.)