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Artikel-Schlagworte: „Glossar“

Glossar-Update: Weitere Web (2.0) Begriffe

glossarupdate Glossar Update: Weitere Web (2.0) BegriffeDer datenschmutz Web 2.0 , mit diversen Plug-Ins eng ins Gesamtblog integriert, hat soeben ein Update erfahren - ich habe ein paar gängige Web 2.0 Begriffe hinzugefügt, die dem einen oder anderen vielleicht geläufig, aber nicht unbedingt bekannt sind. Ob die jeweiligen Definitionen dabei auch so etwas wie ein Quäntchen Zynismus enthalten, liegt wie immer einzig und allein im Auge des Betrachters.

API (advanced Programming Interface), Bittorrent, brick-and-mortar, IRL, Geek, Longtail, Mash-Up, Microblogging, Nerd, Social Media, Torrent und Vuze sind nun neu im datenschmutz-Lexikon enthalten. Weitere Vorschläge und Ergänzungen sind natürlich gern gesehen!

Vuze

Populärer Bittorrent Client, der in der aktuellen Version auch diverse Community-Features, die das Tauschen privater Video-Inhalte erleichtern sollen, enthält und via Notification-Funktion über neue Downloads, z.B. von Fernsehserien, informiert. Vuze basiert auf Java, daher sind Portierungen für die meisten Betriebssystem verfügbar. Der Client ist allerdings recht ressourcenintensiv, und wer sich bei der Konfiguration vertut, schießt dank hunderter Connections schon mal den Router.

Social Media

Sammelbegriff für die diversen Services des Web 2.0 - der vordere Wortteil nimmt darauf Bezug, dass online abgebildete Interaktionen so etwas wie ein Pendant zu unserem IRL Sozialleben seien. In beeindruckender Weise lässt sich daran der Paradigmenwechsel ablesen, den das Internet in den letzten Jahren durchmachen durfte: sprach das Gros der Soziologen in den Neunzigern noch überzeugt von "parasozialer Interaktion" und "Vereinsamung vor dem Bildschirm", so macht uns das Netz inzwischen plötzlich viel sozialer. Vorausgesetzt, wir haben genügend Facebook-Freunde und Twitter-Followers.

Microblogging

Sammelbegriffe für Twitter und Co: bei der Einführung der SMS hätte wohl keiner Ingenieure vermutet, dass sich dieses 140-Zeichen Format ohne jede technische Notwendigkeit ganz problemlos in die Web 2.0 Ära herüberretten würde. Doch dank der ungeheuren Popularität Twitters sind Geeks nach wie vor gezwungen, ihre Gedanken kurz und knapp zu formulieren - allerdings kann man die eigenen philosophischen Ergüsse ("Ich schmier mir gerade ein Butterbrot, aber die Butter schmeckt ranzig.") ganz umsonst an tausende Followers schicken, die man sich allerdings erst mal mühsam erarbeiten muss. Soziale Geselligkeitswesen schwören auf die Interaktivität, Marketing-Profis schätzen Microblogging als zusätzlichen Traffic-Stream. Neben dem Platzhirsch existieren mittlerweile auch ähnliche Services wie Identi.ca (Open Source), Blip.fm (Microblogging als DJ-Tool) und zahlreiche andere mehr oder weniger originelle Epigonen.

Nerd

Wenn man soviel Zeit vor dem Bildschirm beginnt, dass soziale und sprachliche Fähigkeiten so langsam zu verkümmern beginnen, dann ist man gerade dabei, die Schwelle zum Nerdtum zu überschreiten. Während Geeks die coolen Konferenzteilnehmer mit den lässigen Gadgets darstellen, verkriechen sich Nerds am liebsten in Serverräumen und ziehen Chats allemal jedem direkten menschlichen Kontakt vor.

Mash-Up

Unter einem Mash-Up (deutsch: "Zusammengestampftes") versteht man einen Online-Service eines Drittanbieters, der eine oder mehrere APIs (Advanced Programming Interface) bestehender Services verwendet, um einen Zusatznutzen für den User zu generieren (oder auch einfach nur aus purer Lust an der Ausnutzung vorhandener Möglichkeiten). Viele Web 2.0 Plattformen stellen derartige Schnittstellen zur Verfügung. Typische Beispiele für Mash-Ups wären etwa Zusatzdienste zum Microblogging-Service Twitter.

Longtail

Der "Lange Schwanz" bezeichnet eine ökonomische Besonderheit, die Paul Anderson in seinem gleichnamigen Buch beschrieb: während Brick-and-Mortar Stores über begrenzte Regalmeter verfügen und sich daher in der Regel auf die Bestseller beschränken, stellte Anderson fest, dass die große Masse weniger populärer Produkte in Summe die gleich Fläche unter der Kurve, als quasi denselben Umsatz ergibt. Da sich klassischer Vertrieb auf die lukrativen 10 Prozent konzentriert, können Online-Shops, die ohne aufwändige Lagerhaltung, teure Warenbestände und Shops auskommen, durchaus mithilfe einer großen Palette an Nischenprodukten überleben.

Das Longtail-Phänomen spielt im Web 2.0, vor allem im Zusammenhang mit dem Phänomen "Crowdsourcing", auch in anderen Bereichen eine große Rolle, denn digitale Medien machen das langgezogene Ende der Kurve in vielerlei Hinsicht erschließbar.

Geek

Zwei verschiedene Begriffe, die ein und derselben Sache einen positiven respektive negativen Touch verleihen, man denke bloß an "Consommée" und "Packerlsuppe". Der Geek ist sozusagen die respektvoll-komplimentierende Bezeichnung eines Nerds. Der gemeinsame Referenzboden beider Charakterklassen ist eine ausgeprägte Neigung zu digitalen Medien und Gadgets. Während der Nerd die pickelgesichtige, sozialinkompatible Version verkörpert, reiter der Geek auf dem weißen Schimmel des Computerwissens in den Sonnenuntergang.

IRL

Abkürzung für "in real life", die zufällig sogar buchstabengenau mit der deutschen Übersetzung "im richtigen Leben" einhergeht. Anders als man annehmen könnte wurden diese drei Buchstaben allerdings nicht von Adorno-Exegeten im Diplomandenseminar geprägt ("Es gibt kein richtiges Leben im falschen."), sondern werden von Geeks verwendet, explizit auf die Differenzen der Online-Existenz zum brick-and-mortar Leben hinzuweisen. Aber die wenigsten Geeks halten was von Adorno, der ja bekanntlich keinen Jazz mochte, und würden eher sagen: Es gibt keine virtuelle Existenz im richtigen Leben.

Bittorrent

Das Bittorrent Protokoll hat als populärstes peer2peer Protokoll Napster, eMule und Co. längst abgelöst. Anstatt Dateien von einem einzelnen Server herunterzuladen, nützt Bittorrent viele verteilte Quellen. Wer am Netzwerk teilnimmt, lädt nicht nur Daten herunter, sondern stellt diese zugleich anderen Netzwerkteilnehmern zur Verfügung. Internetprovider geben an, dass der sogenannten p2p Traffic inzwischen weit mehr als die Hälfte des privaten Datenvolumens ausmacht. Naturgemäß eignet sich diese Variante des verteilten Herunterladens besonders gut für große Datenmengen. Das Protokoll per se ist natürlich nicht illegal, häufig werden jedoch Torrent Dateien verwendet, um urheberrechtlich geschütztes Material, beispielsweise Filme, Alben oder Software, zu verteilen.

API

Diese Abkürzung steht für "Advanced Programming Interface" und bezeichnet eine Datenschnittstelle, auf die Dritte nach definierten (und idealerweise auch dokumentierten) Verfahrensweisen zugreifen können. APIs sind einer der technischen "Backbones" des Web 2.0, da erst durch solche Schnittstellen Mash-Up Services oder auch Abgleichs-Scripts zwischen verschiedenen Web 2.0 Services möglich werden. APIs können einfache oder komplexe Möglichkeiten zur Verfügung stellen - eines der bekanntesten Beispiele ist wohl die API von Facebook, die dazu dient, externe Drittprogramme (Applikationen) an die Plattform anzudocken. Der User muss sich dafür nicht extra einloggen, da der Datenabgleich im Hintergrund geschieht.

Social Network

Im vorigen Jahrhundert waren soziale Netzwerke noch in der realen Welt verankert, inzwischen nennt sich jede Homepage so, die ihren Usern ein Profil und diverse Möglichkeiten der Vernetzung anbietet. MySpace und Facebook waren die Vorreiter, mittlerweile hat sich die Social-Network-Metapher zu einem der wichtigsten Online-Trends entwickelt. Kurz gesagt: die imaginären Freunde treiben sich mittlerweile im Internet herum.

Torrent

Das Bittorrent Protokoll ist quasi der legitime Nachfolger von Napster und E-Mule: der User installiert einen Client und lädt von Webseiten winzige Torrent-Files (daher der Name) herunter, die Informationen zum "Tracker" des gewünschten Downloads enthalten. Dass der Großteil der so getauschten Daten copyright-technisch von fragwürdiger Herkunft ist, ändern nichts an der Genialität des distribuierten Formats: jeder Downloader fungiert zugleich als Upload-Knoten, Netzkapazitäten werden ideal ausgenutzt, die Bereitstellung einer zentralen Download-Infrastruktur ist nicht erforderlich.

Einer der beliebtesten Clients ist Vuze, der über integrierte Livestreaming-Funktionalitäten und Social Networking Funktionalitäten verfügt. Mit der zunehmenden Popularität von HD-Videostreams und den damit verbundenen Datenmengen werden distribuierte Download-Modell in Zukunft gravierend an Bedeutung gewinnen.

Netz

a) regelmäßiges Geflecht aus dünneren oder dickeren Schnüren; wird vielseitig verwendet von Strümpfen über die Fischerei bis hin zur Tarnung für militärische Zwecke.

b) gebräuchliche deutschsprachige Bezeichnung für das Internet - eine wüste Netzwerktopologie aus Servern, Clients, Hochsicherheitsnetzen uns Spamschleudern. Die Grenzen sind fließend und die derzeitigen Anwendungen dieses weltumspannenden elektrischen Kommunikationsnetzes stellen bestenfalls eine frühe Experimentalphase dar. Netzstrümpfe, militärische Tarnung und Fischerei spielen dort ebenfalls eine Rolle.

Twitter

Wird auch als Micro-Blogging-Service bezeichnet: im Prinzip ein Hybrid aus Blog und Echtzeitchat. Jeder User kann bis zu 140 Zeichen lange Mitteilungen schreiben und die Short Notices andere User abonnieren. Die Einsatzzwecke sind trotz der begrenzt aussagefähigen Texte, die SMS-Nachrichten fast wie Romane erscheinen lassen, äußerst vielfältig: Beziehungsanbahnung, Spamming, Ego-Schaufenster, Kommunikationstool und Echtzeit-Newsdienst sind nur einige der Anwendungsszenarien. Die Benutzung ist gratis, kostet aber massiv viel Zeit - insbesondere deshalb, weil zahlreiche Zusatz-Services die Twitter-Mitteilungen quer durch alle Social Networks verteilen und für reichlich Feedback sorgen.

Twitter kann man entweder im Browser verwenden, komfortabler geht die Benutzung jedoch mit Clients vonstatten, die mittlerweile für fast jedes Betriebssystem verfügbar sind. Sehr beliebt unter Windows ist etwa twhirl, ein auf Adobe Air beruhendes Twitter-Interface, das ähnlich wie ein Chat funktioniert. Die Benutzung ist gratis, allerdings braucht der Service ein wenig Eingewöhnungszeit:

twitter.com

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