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Artikel-Schlagworte: „Google Maps“

Blogistan Panoptikum KW32 2009

Das große Social Media Erdbeben der letzten Woche zeigt seine Nachwirkungen: denn wenn Twitter und Facebook zur gleichen Zeit Schluckauf haben respektive nicht mehr erreichbar sind, dann bleibt Millionen Nerds weltweit nichts anderes übrig, als vor die Tür zu gehen. Die unmittelbar bedrohlichste Auswirkung allerdings spüren unsere hochverehrten Stammleserinnen und Leser am eigenen Monitor: dieses Panoptikum hat sich eiskalt um volle 2 Tage verspätet! Der Absatz von Sonnenschutz-Mitteln und After-Sun Lotions sei ums 33-fache gestiegen an jenen schicksalhaften #Fail-Tagen, ergab eine Untersuchung des abhängigen Instituts für Anti-UV Kosmetik. Sofort tauchen die wildesten Gerüche Gerüchte auf, die auch sofort willig weiter-verbreitet wurden: der KGB wars! Aber bitte, die Herren und Damen Drehbuchautoren mussten aus James Bond ja eine verweichlichte, post-feministische Figur machen - das haben wir nun davon. Siehe dazu auch unsere erste News, also auf zum Blogistan Panoptikum von Linzerschnitte und datadirt.

DoS-Attacke auf FB, Youtube & Twitter

Judith aka Linzerschnitte Die Russen kommen! Und wenn sie schon nicht kommen, dann sind sie zumindest schuld. An der zeitgleichen DOS (Denial of Service)-Attacke auf Facebook, Youtube und Twitter in der vergangenen Woche nämlich. Das meint zumindest der georgische Blogger Cyxymy. Der hat nämlich Konten auf Facebook, Youtube und Twitter, welche anscheinend das Ziel der Hackerattacke des FSB, des russischen Geheimdienstes und KGB-Nachfolgers waren.

Vielleicht wurde der Angriff nur von gewöhnlichen Hackern ausgeführt, aber ich bin mir sicher, dass der Auftrag dazu von der russischen Regierung kam.

Grund für die Attacke sollen die kritischen Äußerungen des Bloggers über die Kaukasus-Politik der Russen sein. Gut, damit wäre also alles geklärt - und nein, wir haben das nicht erfunden, siehe ZDNet.

Lehrbeispiel: Lernen vom Big Fail

ritchie aka datadirt Wenn Real Estate Companys ihre Mieter wegen Twitter-Rufschädigung verklagen, dann der Bumerang ganz plötzlich zurückkommen: die betroffene Mieterin hat zwar nur 20 Followers, was die Forderung von $50.000 nur umso absurder erscheinen lässt. Copyblogger kennt die ganze Story:

If you haven't heard the story yet, a Chicago real estate company called Horizon Realty Group filed a lawsuit against one of its tenants on Monday. She apparently made a snarky remark on Twitter, claiming that the company "didn't care" about mold in her apartment. Horizon is suing her for libel, looking for $50,000 in damages to their reputation.
She only had about 20 followers, so this looked like a pretty harsh David and Goliath story. Unfortunately, Horizon’s legal and PR teams forgot what happened to Goliath. By Tuesday afternoon, the story of Horizon's lawsuit had hit trending topics on Twitter. Which means that a peevish remark made in front of 20 people has now found its way to hundreds of thousands.

Tja... mit einer simplen Rückmeldung hätte diese PR-Katastrophe einfach abgewendet werden können. Mit dieser Story hat sich Horizon jedenfalls einen Platz im Olymp der Twitter-Marketing-Fails redlich verdient.

Friendfeed von Facebook gekauft

Judith aka Linzerschnitte Diese Meldung hat wieder mal ein wahres Twitter-Gewitter losgelassen: Facebook kauft Friendfeed. Friendfeed, der Social Media Aggregator, gilt als Vorbild für Google großangekündigte Kommunikationsrevolution Google Wave. Mit Facebook im Rücken kann Friendfeed, das alles kann, aber niemand kennt oder primär nutzt, wahrscheinlich seinen Untergang in die Bedeutungslosigkeit verhindern. Google ist damit in zweierlei Hinsicht eins ausgewischt: 1. Friendfeed existiert und funktioniert bereits jetzt. 2. Friendfeed wurde von einer Gruppe ehemaliger Google-Mitarbeiter gegründet. Im offiziellen Presse-Release auf Facebook heißt es dazu:

"Facebook and FriendFeed share a common vision of giving people tools to share and connect with their friends," said Bret Taylor, a FriendFeed co-founder and, previously, the group product manager who launched Google Maps. "We can't wait to join the team and bring many of the innovations we've developed at FriendFeed to Facebook's 250 million users around the world.

TechCrunch hat das erste Interview mit Bret Taylor (Friendfeed-Mitgründer) und Chris Cox, Vize-Präsident von Facebook. Was weiter passiert, scheint aber noch unklar zu sein, wie dieser Beitrag am FriendFeed-Blog nahelegt:

FriendFeed.com will continue to operate normally for the time being. We're still figuring out our longer-term plans for the product with the Facebook team.

Neue Spam-Welle auf Twitter

ritchie aka datadirt Twitter-Account Phishing scheint nach wie vor äußerst lukrativ zu sein. Mashable berichtet über eine neue Spam-Welle, deren Auslöser noch unbekannt ist:

Yesterday we noticed a strange occurrence on Twitter (Twitter): hundreds, if not thousands of Twitter accounts were sending out spam links, all at once. Most of these accounts weren't your usual spam accounts, but regular Twitter users with real accounts, followers, and tweets. Then, the flood suddenly stopped. We wondered if it was just a strange group of accounts or a one-time attack. Now we're fairly certain that isn't the case.

Wie immer gilt: wer auf Nummer sicher gehen will, ändert am besten wöchentlich sein und bei Verdacht auf Hi-Jacking sein Passwort. Und nicht vergessen: die Änderung muss auf allen Clients und Services nachgezogen werden, denn permanente Log-In Versuche mit einem veralteten Passwort können ebenfalls zur (temporären) Account-Sperre führen.

30 Dollar fürs Time-Coverfoto

ritchie aka datadirt Die Journalismus-Honorare sind nicht nur im deutschsprachigen Raum im Keller. Georg Holzer berichtet über ein besonders drastisches Beispiel:

Robert Lam ist Fotograf in den USA. Als er vor eineinhalb Wochen das Time Magazine sah, freute er sich ganz besonders: Die ehrwürdige Publikation wählte eines seiner Fotos, die er bei iStockPhoto anbot, für das Cover aus. [...] Das Time Magazin bezahlte für das Foto übrigens 150 Dollar (Extended License), nach Abzug der Spesen bekam Lam für sein Bild 30 Dollar. Gar nichts, wenn man bedenkt, dass Fotografen für ein Foto am Time-Cover auch 3000 bis 10.000 Dollar bekommen.

In Österreich dagegen sieht die Lage völlig anders aus, wie Georg in dem lesenswerten Beitrag beschreibt, denn der Zugang zum fotographischen Hochamt ist streng geregelt:

Fotografen sind Modernisierungs- und Digitalisierungsverlierer par excellence. Einziger Zweck einer solchen – wie gesagt: einzigartigen – Gewerbeordnung ist es, Wettbewerb mit allen Mitteln zu verhindern.

Ich hoffe nur, ich darf weiterhin Fotos für mein Blog machen :mrgreen:

Google kauft Video-Softwarefirma

Judith aka Linzerschnitte Nicht nur Facebook, auch Google war in der letzten Woche wieder mal in Kauflaune. Diesmal hat man sich den Video-Spezialisten On2 Technologies einverleibt, um damit der Online-Videoabteilung des Konzerns, manchen als "Youtube" bekannt, ein hübsches Geschenk zu machen. On2 ist übrigens spezialisiert auf Video Codecs. Wikipedia meint dazu:

Es (Anm. li schni: On2) ist Hersteller einer Reihe wichtiger Video-Codecs, wie unter anderem VP3, der Grundlage für den freien Codec Theora, dem mit Version 8 von Adobe Flash eingeführten Codec (VP6) für Flash Video und den für die chinesische Enhanced Versatile Disc (EVD) vorgesehenen Video-Codecs (VP5 und VP6).

Fassen wir zusammen: Open Source Codec Theora, VP6 für Flash Videos und noch irgendetwas chinesisches (EVD). Vielleicht bald die neuen Standard-Video Codecs.

Avancierter Export für WordPress

ritchie aka datadirt BloggingPro stellte kürzlich ein äußerst interessantes Plugin für Viel-Blogger vor: der Advanced Exporter erspart viel Mühe, wenn man beispielsweise ein Blog in mehrere aufteilen und die Kategorien einzeln exportieren möchte:

With it, you can easily export a single category of a blog to import into another. That is something many people have wanted an easy way to do for a long time. You can also use the restrictions to create multiple WXR files in case you can’t import a single large file. Also worthy of note as that this plugin was entered into the WeblogToolsCollection plugin competition for 2009.

20mal WordPress pimpen

ritchie aka datadirt Out-of-the-Box kann unser Lieblings-CMS mittlerweile schon einiges - doch wer sich von der Masse abheben möchte, muss auf Bells-and-Whistles setzen. Das Designmag stellt zwanzig Add-Ons vor, für deren Umsetzung allerdings grundlegende Web-Programmierkenntnisse erforderlich sind. Der Aufwand zahlt sich aus:

One of the reasons WordPress is so popular is because of its flexibility. Designers, developers, and bloggers have plenty of options. In this post we’ll look at a combination of tutorials for improving a WordPress-based site, and plugins that can provide added functionality that will bring new possibilities.

Alle Methoden sind ausführlich in einzelnen Tutorials beschrieben - eine gute Gelegenheit, sich näher mit Erweiterungsmöglichkeiten für WordPress zu befassen.

Ketzerisches Gespräch der Woche: Niko Alm versus Andreas Khol

Judith aka Linzerschnitte Ich war mir nicht sicher, ob der intellektuelle und feinsinnige Diskurs zwischen Gerhard Dörfler und HC Strache (Dörfler, Regent der Provinz Kärnten: "Wenn sich der Heinzl benimmt, haben wir kein Problem." Strache: "Schau, jetzt hat er den Heinzl zum österreichischen Türken erklärt.") über das Universum an sich und den Sinn des Lebens im Speziellen das Gespräch der Woche werden sollte. Dann hab mich aber aus persönlichen Gründen doch für Niko Alm versus Andreas Khol entschieden. Es wird Zeit, dass die Welt erfährt, dass alle Menschen gleich, aber christlich-konservative Politiker doch wesentlich gleicher sind:

Andreas Khol: An sich tun Sie mir ja als Atheist leid. Sie repräsentieren vier Prozent der Bevölkerung. Dass 96 Prozent sich irren, kann ich mir nicht vorstellen.

Hier das komplette Interview - und ein paar ergänzende Anmerkungen von Niko.

Foto der Woche

Achtung - hier kommt ein Vogel, der nix mit Twitter zu tun hat! Jimmy Davao hat den weißen Flieger samt Reflexion perfekt aufs Bild gebannt:

vogel klein Blogistan Panoptikum KW32 2009

Judiths Video der Woche - Flieg, Fernsehturm Berlin!

Kein Stern, der deinen Namen trägt. Aber: Ein Phallus, der mit dir zum Himmel fliegt. Stoff für so manche Flugträume!

http://www.vimeo.com/5856277

Ritchies Video der Woche

"A thousand shades of White" nennt icescapes diese grandiosen Aufnahmen aus dem Ilulissat Eis-Fjord in Grönland:

These images were filmed during the 2006 Climate Change College, during which 6 students from the UK and the Netherlands ventured into the arctic wilderness to be trained as climate change ambassadors. Based on the experiences and knowledge gathered on several locations in Greenland, they launched various initiatives raising public awareness around the topic of climate change.

Und außerdem kommen Hunde drin vor - was will man mehr? :mrgreen:

http://www.vimeo.com/4515275

Und damit sind wir auch schon am Ende des dieswöchigen Rückblicks angelangt - besten Dank für Ihre Whuffies, wir halten weiter die Augen und Ohren offen. Bis zum nächsten Panoptikum, wir lesen uns morgen!

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick - für jeden Eintrag gibt's auf Wunsch einen Backlink! Hier geht's zum Einreich-Formular.

Spam-Landing-Pages: Quod Google licet…

Google AdSense Landing PagesGoogle ist gerade kräftig dabei, neue AdSense-Einnahmequellen zu erschließen und zeigt sich dabei in punkto "Beachtung der eigenen Hausordnung" wenig zimperlich. Nach dem erfreulichen Ergebnis des dritten Quartals will man anscheinend auch in Krisenzeiten den Gewinn weiter steigen lassen. Wenig überraschend ist daher, dass seit kurzem AdSense Anzeigen auch in Flash Games geschalten werden können, Google Maps plötzlich bezahlte Links am unteren Ende aufweisen und Youtube sich neuerdings mit "Click-to-buy" Buttons schmückt. Eine wirklich Überraschung sind allerdings die neuen Syndication Pages.

Der Hinweis auf die geänderte Policy erschient zuerst bei TechCrunch. Dort wurde fälschlicherweise auch die seit über einem Jahr im Einsatzbefindliche "Ad-Suche" als Novität beschrieben - ich kann mir ja beim besten Willen nicht vorstellen, dass außer professionellen Marktbeobachtern und Usern, welche die Anzeigen-Suchbox mit einer normalen Search-Funktion verwechseln, irgend jemand gezielt nach Anzeigen sucht - aber die Wege des Surfers sind unergründlich. Eine wirkliche "Innovation" sind allerdings die Syndication Pages:

Diese Seiten werden Google selbst betrieben und sehen in etwa so aus. Man erreicht sie über spezielle GoogleAds (anscheinend befindet sich das "Feature" noch im Teststadium), die aus einzelnen Keywords bestehen, und diese sind mit solchen Seiten verlinkt. Im Zusammenhang mit der syndizierten Seitensuche bietet Google derartige Werbe-Seiten schon länger an, der Einsatz im Kontext von Ads ist vor allem deshalb skurril, weil der ganz klar Googles eigenen Richtlinien widerspricht. Und diese Regeln hat Google geschaffen, um die Qualität des Produkts sicher zu stellen und Landing-Page Spammern den Saft abzudrehen.

Denn bei AdSense bezahlt der Advertiser für den Klick auf seine Anzeige keinen fixen Preis, sondern die Kosten richten sich nach mehreren Faktoren - einer davon ist die Qualität der "Landing Page", also der Seite, auf welche die betreffende Anzeige verlinkt. Die Rankingfaktoren erklärt Google in den Guidelines, spannend wird's bei folgendem Punkt:

Provide substantial information. If your ad does link to a page consisting mostly of ads or general search results (such as a directory or catalog page), provide additional, unique content.

Naja, was soll man dazu sagen? Wer die Regeln gemacht hat, kann sie offensichtlich auch ungestraft brechen. Faszinierend jedenfalls, wie Google eine ehemalige Guerilla-Taktik zum Unterlaufen des allmächtigen Algorithmus ganz einfach ins eigene Produktportfolio integriert. Die Kombination aus Quasi-Online-Such-Monopolist und Nahezu-Anzeigen-Monopolist kommt der alten alchemistischen Formel, mit der man Dreck in Gold verwandelt, wohl näher als jedes andere Businessmodell.

Wenn der Tripwolf ruft: 33 Beta-Invites

tripwolf 150x150 Wenn der Tripwolf ruft: 33 Beta InvitesEine brandneue Community für alle, die's in die Ferne zieht, befindet sich derzeit im geschlossenen Beta-Test: Tripwolf fungiert zugleich als Social Travel Guide und Reisplaner, der es sich primär zum Ziel gesetzt hat, seinen UserInnen einen multimedialen Eindruck potentieller Destinationen zu vermitteln: Reiseberichte lassen sich mit Sound, Fotos und Videos pimpen, ein Empfehlungssystem sorgt für den Insider-Mehrwert. Die Betreiber setzen dabei konsequent auf Personalisierung: persönliche Empfehlungen von Gleichgesinnten und spezifisch auf die eigenen Wünsche abgestimmte Tipps ersetzen den gewohnten "Einer-für-alle" Reiseführer. Und das Beste daran: für datenschmutz-LeserInnen gibt's 33 exklusive Einladungen für die Beta-Phase.

Wer neugierig geworden ist und einen genauen Blick auf Tripwolf werfen möchte, klickt hier und holt sich seinen Beta-Account:

http://www.tripwolf.at/invite/datenschmutz

Die Mischung aus Wiki-Editing und Social Network fühlt sich auf Anhieb sehr "convenient" an - die Usability-Verantwortlichen des Projekts haben hervorragende Arbeit geleistet. Bereits jetzt beinhält die Datenbank über 200.000 Points of Interest, die mit Google Maps verknüpft sind. Auf der babylonischen Habenseite finden sich Deutsch und Englisch, für schnellen Aufbau des eigenen Freundes-Netzwerks sorgt eine Facebook-Importfunktion. Besonders ortskundige Mitglieder, sogenannten "Trip Gurus", stehen allen Mitgliedern über die von ihnen betreuten POIs Rede und Antwort - derzeit werden bereits 100 Destinationen von solchen Guides betreut. Wer sich nicht sicher, wohin die Reise gehen soll, bekommt vom System Vorschläge, die vom eigenen "Social Graph" abhängen - den fertigen personalisierten Travelguide kann man anschließend auch ausdrucken.

Finanziert wird Tripwolf vom Start-Up Inkubator i5invest:

Tripwolf wurde von einigen Wienern, die sich in Manhattan befinden, gegründet und initiiert. Sebastian Heinzel, CEO & Co-founder, selbst ein Weltenbummler, managt das Team in New York, Wien, Budapest und San Francisco.

Der öffentliche Launch soll im Juni erfolgen, bis dahin haben die Macher noch einige Features in Planung: so soll die fertige Version unter anderem mit einer angepassten iPhone-Version und direkter Buchungs-Integration punkten. (Hoffentlich funktioniert die Seite auf meinem HTC ebenso gut wie auf Apples Schneckenfunker!) Derzeit ist die Seite in

Selbstverständlich gibt's auch ein begleitendes Tripwolf Blog - dort wird sowohl über neue Features und Erweiterungen der Seite als auch über verschiedene Reisehighlights von MitgliederInnen berichtet. Mehr Infos und Kommentare mit ersten Eindrücken zu Tripwolf gibt's auf Techcrunch und Mashable.

Auf Reisen gehen mit dodo

dodo Auf Reisen gehen mit dodoOb der große flugunfähige, einst auf Mauritius ansässige Vogel namens Dodo ein idealer Reisebegleiter und ein gern gesehener Zimmergenosse gewesen wäre, werden wir Weltenbummler nie mehr erfahren - denn erst ist längst ausgestorben. Die Reisecommunity dodo.com dagegen hat das Licht der Globetrotter-Welt ganz frisch erblickt. Die Seite will reisebegeisterter aus und in aller Welt zusammenbringen und lockt zum Start der Beta-Phase mit einem attraktiven Gewinnspiel für Weltreisende in spe.

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Wien, hochaufgelöst

1,5 Gigabyte am Webserver, 3,3 Gigapixel: nicht gerade typische Abmessungen für ein Bild auf einer Homepage. Bei Bernhard Vogls Panorama vom Telekom-Tower handelt es sich freilich auch nicht um ein gewöhnliches Foto, sondern um eine hochaufgelöste Panoramaaufnahme.

Vor dem Betrachten muss Microsofts HD-Viewer installiert werden, der auch für Firefox erhältlich ist. Die Installation des kleinen Plugins zahlt sich auf jeden Fall aus, denn die Detail-Treue der Aufnahme, in der man mittels Maus navigieren und mit dem Scrollrad stufenlos zoomen kann, ist mehr als beeindruckend. Ähnlich wie von Google Maps gewohnt, werden die Bildinhalte beim Vergrößern progressiv nachgeladen. Die Auflösung reicht aus, um einerseits einen Blick über die gesamte Stadt zu erhalten und andererseits Personen hinter einzelnen Hausfenstern zu erkennen - schauen Sie sich das an!.

wienpanorama

Wer ebensoviel Spaß an derartigen Panoramen hat wie meine Wenigkeit, sollte unbedingt der Seite Austria-360 einen Besuch abstatten: dort gibt's, geographisch sortiert, Links zu Panoramen aus allen neun .at-Bundesländern. Weitere Panoramen findet den Fotofreaks auf dativ.at, darunter auch einige Bilder, die mittels ADR (Adaptive Dynamic Range) erstellt wurden - hierfür ist das Macromedia-Plugin erforderlich:

ADR is the "little brother" of HDR (High Dynamic Range). Instead of implementing a full HDR-workflow, ADR works with 2 different exposures, one exposed towards the highlights, one towards the shadows. The viewer then dynamically calculates the correct visual appearance based on the brightness of the visible part of the scene.

Gigapixel-Fotografie: höher aufgelöste Wirklichkeiten

Die Vermessung nicht nur der virtuellen Welt schreitet unaufhörlich voran, doch das alte Kartographengesetz hat nichts von seiner Gültigkeit eingebüßt: eine Karte, welche alle Details der von ihr dargestellten Landschaft wiedergibt, müßte genau so groß sein wie die Landschaft selbst. In Zeiten von Gigapixel-Fotografie und stufenlosen Zooms bezieht sich Größe allerdings nicht mehr auf die Ausdehnung, sondern bloß auf die zur Verfügung stehende Datenmenge.

Die Trägermedien haben sich verändert, und zwar sehr zum Vorteil jener, die das Kartenfalten schon immer zutiefst verabscheuten: bei Systemen wie Google Maps bleibt die einzige Beschränkung in der Auflösung die Verfügbarkeit passenden Bildmaterials. Dass da plötzlich bei besonders gelungenen "Schnappschüssen" in der höchsten Zoomstufe an der einen oder anderen Straßenecke plötzlich eine Person identifizierbar wird, stellt die Betreiber derartiger Dienste vor neue Privacy-Herausforderungen, zugleich machen solche virtuellen Globen die Welt auf eine Art betrachtbar, mit der kein Globus mehr mithalten kann. Möglich macht die stufenlose Betrachtung der Welt eine spezielle Image-Streaming Technologie: anstatt die gesamte Datenmenge zu übertragen, werden immer nur die momentan benötigten Ausschnitte von den Servern nachgeladen. Vereinfacht erklärt stellt Google-Maps ein riesiges, auf die Globenform montiertes Foto der Erde dar, in welches der Betrachter hinein zoomt.

Auf dem gleichen Prinzip beruht die Darstellung extrem hoch aufgelöster statischer Bilder im Browser. Eine italienische Firma hat sich auf solche Gigapixel-Schnappschüsse spezialisiert: das ehemals höchstauflösende Foto der Welt wurde im Juni diesen Jahres ins Netz gestellt und besteht aus 9,9 Gigapixeln. La Gloria di Sant'Ignazio, ein Deckenfresco des italienischen Künstlers Andrea Pozzo, entstand im Original zwischen 1685 und 1694, die finale Version wurde an einem Tag aus über 1.000 einzelnen Digitalfotos zusammengesetzt und erlaubt stufenloses Zoomen von der Gesamtansicht bis hin zur Oberflächenstruktur des Materials.

Inzwischen investieren zahlreiche Firmen einen beträchtlichen Teil ihrer Forschungsbudgets in derartige Bildtechnologien, denn die Faszination solcher Pixelwelten ist immens. Der amerikanische Fotograf Gerard Maynard stellte mit Hilfe der Software "Autopano" ein hochauflösendes Panorama des New Yorker Stadtteils Harlem zusammen: innerhalb von rund 2 Stunden entstanden die 2000 Einzelfotos, die das Ausgangsmaterial der datenintensiven Montage bilden. Von der Zentralperspektive zum einzelnen Häuserziegel und wieder zurück kann sich der Betrachter im wahrsten Sinn des Wortes "durch das Bild" bewegen. Ob potentielle Touristen per Stadtpanorama präventiv den Reinigungsgrad der Gehsteige überprüfen oder Kunsthistoriker Remote-Einblicke in Originale erhalten, die möglicherweise mehr Details enthüllen als das bloße Auge: die Gigapixel-Fotografie wird den Umgang mit digitalem Bildmaterial nachhaltig verändern.

Mehr Auflösung für Bewegtbilder

Verströmten die ersten zögerlichen Video-Streaming Versuche noch den Breitbildcharme einer Briefmarke, so schicken Internet-TV-Sender inzwischen bereits ihre Live-Sendungen bildschirmfüllend über den 01er-Äther. "Auflösung" lautet nun mal eines der magischen Sesam-öffne-Dich Stichwörter der zukünftigen Mediengesellschaft: DVDs, von der Industrie noch vor vergleichsweise sehr kurzer Zeit als Non-Plus Ultra einer heim-cineastischen Filmkultur angepriesen, verlieren ihren Status im Zuge von Nachfolgeformaten wie Blue Ray und Co. quasi in Echtzeit. Schon beklagen Jäger und Sammler das eingebaute Verfallsdatum ihrer mühevoll in Tauschbörsen raubkopierten Filmsammlungen: denn divX-codierte Filme, obwohl qualitativ deutlich besser als weiland die VHS-Kassette, wirken im Vergleich zu aktuellen Formaten am Flachbildfernseher ganz schön flau. Japanische Wissenschaftler experimentieren mit Auflösungen im Gigapixel-Bereich, die das Auflösungsvermögen des menschlichen Auges überschreiten - und damit Marschall McLuhans Theorie von heißen und kalten Medien technisch überholen. Denn das Charakteristikum der Bildröhre, so der amerikanische Medienforscher, bestehe in der geringen Menge an Bildinformation: aus einer relativ groben Pixelmatrix und den rund 25 Bildern pro Sekunde müsse der menschliche Wahrnehmungsapparat ja erst das Bewegtbild in Eigenleistung zusammensetzen. Wenn also demnächst die diversen Flimmerkisten mehr Bildinformationen liefern, als unser Wahrnehmungsapparat aufnehmen und verarbeiten kann, dann zeigt die symbolische Karte womöglich irgendwann mehr Details, als die kartographierte Landschaft je aufwies.

Blogistan-Panoptikum Woche 20 2k7

In wenigen Tagen geht der Digg API Contest zu Ende - auf die Einreichungen und allfällige daraus resultierende Digg-Innovationen darf man also gespannt sein auf die Ergebnisse, die wohl auch in die zukünftige Weiterentwicklung der News-Plattform einfließen werden. Und aus der Rubrik "sehr Erfreuliches": unsere Blogcommunity GermanBlogosphere auf BumpZee! wächst, bald werden wir fünfzig Mitglieder zählen, Tendenz steigen.

Cohnina hat einen Button gebaut zum Backlinken:
d blogosphere Blogistan Panoptikum Woche 20 2k7

Und hier gibt's einen 468x60er Banner zur freien Entnahme:
bumpzee banner01 Blogistan Panoptikum Woche 20 2k7

Der zugehörige Link lautet: http://www.bumpzee.com/germanblogosphere Schau'n Sie sich das an :cool:

Karten und Globen

Google Karten berichtet kündigt einen neuen Blog an: der Google Lat Long Blog berichtet über Gemeinsamkeiten von Google Earth und Google Maps - nicht ganz unwahrscheinlich, dass die beiden Services früher oder später zusamenwachsen.

Lesestoff über Startups

Agile Produktentwicklung heißt die Diplomarbeit von Sebastian Munz und Julia Soergel, wie Dr. Web berichtet:

Es geht um die Entwicklung eines Web 2.0 Dienstes oder Produkts. Erstaunlich was da alles in Erwägung gezogen wurde. Und zwar am Beispiel von mite, das uns Frank Rohse schon einmal kurz vorgestellte: Online Zeiterfassung für Projekte. Und weil das PDF 168 Seiten stark ist, gibt es auch gleich noch einen Abriß über Web 2.0 und was es ausmacht. Ist also einiges drin, und liest man nicht mal eben so durch.

Und Gregor Hochmuth hat eine ausführliche Bestandsaufnahme der deutschsprachigen Startup-Szene für Techcrunch veröffentlicht. [via Franztoo]

Der gebloggte ÖVP-Parteitag: Interview

Die ÖVP lud in diesem Jahr erstmals Blogger auf ihren Parteitag ein, eine Aktion, die durchwegs gemischte Reaktionen hervorrief. Markus Pirchner hat nun Michaele Mojzis, die ÖVP-Bundesgeschäftsführerin, über Social Media interviewt - nachzuhören im PRVA Newscast Nr. 11

Geballtes SEO Wissen...

...verbreitet das neue SEOigg Blog. Von Alexa über Google Analytics bis zu generellen SEO/SEM Tipps finden Webmaster hier wertvolle Ressourcen und Links zu aktuellen Anleitungen und Tipps. Spart das Abklappern vieler Einzelquellen - das S-O-S SEO Blog ist ebenfalls begeistert.

Außerdem diese Woche: Max hat beeindruckende Nudelwerbung auf Schiffen ausgemacht, und Nessy wurde unterstellt, etwas von Jura zu verstehen. Im übrigen wünsch ich allen LeserInnen einen erfreulichen Sonntag!

Blogistan-Panoptikum Woche 15 2k7

OSLoad erfreut mit übersichtlicher Gestaltung und versammelt ausschließlich Programme, deren Quelltext frei zugänglich ist. Das Directory ist relativ neu und umfasst noch keine zweihundert Programme, die üblichen Verdächtigen sind zum Großteils vertreten, von Open Office bis Audicity. Die Einträge werden anscheinend ausschließlich redaktionell angelegt, zumindest konnte ich auch auf den zweiten Blick keinen "Submit"-Button entdecken. Das gewährleister Qualitätskontrolle, könnte andererseits aber natürlich ein schnelles Wachstum bremsen.[via Contentschmiede]

Über die große Kunst der stilvollen Illustration spricht Joe Newton in der aktuellen Ausgabe des Designer-Magazins "Page" - Visualblog hat die essentiellsten Aussagen zusammengefasst. Prädikat: lesenswert:

Viele Illustratoren arbeiten hart an einem eigenen Stil. Doch die Trends kommen und gehen. Was benötigt man, um einen eigenen, natürlich modernen Stil zu entwickeln und dennoch über Jahre erfolgreich zu sein?
Das ist wirklich schwer. Viele Illustratoren haben einen guten Lauf über 5 Jahre und sind danach völlig out of fashion. Nur sehr wenige Leute haben Erfolg über 10, 20 oder gar 40 Jahre. Sie haben etwas Besonderes. Ich behaupte, es sind die besseren Ideen. Eine gute Mischung aus Intelligenz, Technik und konstanter Arbeit ist die Basis für lang anhaltenden Erfolg. Und nicht zuletzt, eine Persönlichkeit zu sein, mit der man gern zusammenarbeitet.

Weit weniger erfreulich: der Betreiber desselben Blogs wurde Opfer eines besonders frechen Online-Betrugs:

An meine Kontodaten kommt man leider leider ziemlich einfach. Ich bin Einzelhändler. Ich habe einen Onlineshop und verschicke ständig Rechnungen. [...]
Da hatte also tatsächlich jemand mit meinem Namen und den dazugehörigen Kontodaten Ware gekauft und per Abbuchung von meinem Konto bezahlen lassen. Sie konnten mir nicht definitiv sagen, was genau gekauft wurde. Sie tippte auf Musikdownload. Für über 200 Euro... Mann o mann.

Extrem ärgerliche Sache - dass man sich bei dem betreffenden Zahlungsdienstleister anscheinend ohne Verifikation mit einem deutschen Konto anmelden kann, reißt eine gravierende Sicherheitslücke auf - zumal Kontodaten im Geschäftsverkehr alles andere als geheim sind.

Gemeinsam schöner wohnen

Gute Nachrichten für WG-Lifestyler hat admartinator: die WG-Blogger suchen Blogautoren, die ihr tägliches Leben mit MitbewohnerInnen teilen. Die Registrierung ist gratis, das Finden und oder Vergeben eines neuen Schlafplatzes sind keineswegs ausgeschlossen. Noch zeigt sich die Wohnung recht leer, allerdings steht das Projekt erst in den Startlöchern - ganz neu eben. Ganz alt dagegen die Domains auf dieser Liste: es handelt sich um eine Aufstellung der ältesten, immer noch registrierten URLs. Auf Platz 1: SYMBOLICS.COM, März 1985 (!).

Nahrungsnews aus den USA

Webvan, jener Lebensmittelretailer aus den USA, der mit seiner Ankündigung, Futter innerhalb von 30 Minuten nach Online-Bestellung auszuliefern, für mediale Furore sorgte, scheint das Zeitliche gesegnet zu haben. Also haben alle "traditionellen" Lebensmittelketten ganz umsonst gebangt - die Gewinnspannen im Lebensmittelhandel machten den Betreibern wohl einen Strich durch die Rechnung.

Achtung Nichtschwimmer - nicht schwimmen!

Max warnt vor der Routenplanung mit Google Maps:

Aber jetzt kommt der Hammer unter Punkt 43: 43.Schwimmen Sie durch den Atlantik. 5.572km
An dieser Stelle distanziere ich mich und somit auch webmaster.nietzsche.at sich von Google Maps und hoffen, dass niemand auf die Idee komm, diese Strecke zu schwimmen.

Die Google-Mitarbeiter müssen ganz schön fit sein... vielleicht sollte man sicherheitshalber doch ein knallrotes Gummiboot mitführen. Dabei wird Google Maps Google Earth immer ähnlicher, wie das Google Karten Blog berichtet:

Auf den Google Maps Karten erscheinen die ersten 2.5D Gebäude des Google Earth Default 3D Layers.

Also wird's schließlich doch noch was mit der Überlagerung von Rea- und Virtualiät...

Die werbefreie Stadt

Werbeplakate, Neonanzeigen und dergleichen verschandeln das Stadtbild, befanden die politische Verantwortlichen in in Sao Paolo und verbaten kurzerhand die Konsumenteninformation auf öffentlichen Plätzen:

The law is "a rare victory of the public interest over private, of order over disorder, aesthetics over ugliness, of cleanliness over trash," Roberto Pompeu de Toledo, a columnist and author of a history of São Paulo, wrote in the weekly newsmagazine Veja. "For once in life, all that is accustomed to coming out on top in Brazil has lost." [iht.com]

Tony de Marco hat eine geradezu surrealistisch anmutende FlickR-Gallerie angelegt. Das letzte Wort im Streit darüber, ob die Stadt mit oder ohne Werbung fescher aussieht, ist indes noch nicht gesprochen:

The law, as passed, also applied to advertising banners trailed by airplanes and ads on blimps. But in the first of what promises to be a long series of legal challenges, a court ruled the clause unconstitutional on the grounds that the federal government, not the city, controls airspace. [via BoingBoing]

Gründen in Österreich

Im Blog von Wiens Wirtschaftskammerpräsidentin Brigitte Jank ist nachzulesen, dass die Neugründungsstatistik in der Donaumetropole im Vorjahr mit 8.288 Unternehmensgründungen einen neuen Höchststand erreicht hat. Wieviele der neuen Betriebe Einzelunternehmen sind, wäre im Zeitalter der "prekären Arbeitsverhältnisse" indes auch ein spannender Indikator.

Code of Conduct

Helge hat im Zuge der aktuellen Blogosphere-Affäre um Kathy Sierra einen sympathisch kurzen Code of Conduct veröffentlicht, dem man nur schwerlich widersprechen kann - sozusagen das Wort zum Sonntag für diese Woche:

  • Say Everything As If Speaking To Everyone (because you are)
  • If You Must Be A Jerk, Don't Be An Anonymous One (because that's cowardly)
  • When Others Don't Care To Abide By This Code, Ignore Them (because they're not worthy of your time)

[via Pixelgraphix]

Twittervision – fühl dich verbunden

Twittervision ScreenshotOder so. Jedenfalls hat David Troi ein witziges We-are-one-World Mashup aus Google Maps und Twitter gebaut: die Twittermap zeigt live an, wer wo gerade was sagt. Kommt einer Live-Visualisierung der guten alten Medientheorie-Formel "Who says what to whom in which channel with what effect" schon recht nahe. Abgesehen vom Kanal und vom Effekt halt.
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