datenschmutz - Social Marketing, Pro-Blogging und medien.kultur.technik
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Viceparty: gelungenes Viral-Konzept

viceparty Viceparty: gelungenes Viral KonzeptNiko, frisch von der Novarock-Müll-Famiglia um 5 Euro gerippt, hat mich zur von Vice mit veranstalteten Rudi Dassler Night in den Volksgarten eingeladen - dort galoppiert am Montag der New Young Pony Club live, die Gang Bang Deejays von Modular, Munk und Marflow bedienen die 1210er. Sicher eine feine Party; Vice hat bislang in dieser Hinsicht noch nie enttäuscht. Extra-spannend find ich in diesem Fall allerdings die Viral-Kampagne zur Kartenvergabe.

Man muss dazu nämlich wissen: Vice-Partys kosten keinen Eintritt. Dafür gibt's häufig Gratis-Wodka & Co. in semi-tödlichen Mengen und dazu üblicherweise grandiose Soundtracks. (Wären wir 14, müssten sich unsere Eltern tatsächlich Gedanken über fallweises Komatrinken machen.) Und weil sich das mittlerweile herumgesprochen hat, sind die Ressourcen - naturgemäß begrenzt durch die jeweilige Location - immer schnell aufgebraucht. Also keine künstliche, sondern eine tatsächliche Verknappung.

Wozu also etwas bewerben, das ohnehin gut läuft? Die Partys sind Bestandteil des Vice'schen* Marketingkonzepts - dazu hat sich Mastermind Häckl eine lustige Facebook-Kampagne ausgedacht:

Dieses Mal funktioniert die Gästeliste so, dass man sich hier auf der Microsite anmeldet. Das gibt einen Gästelistenplatz. Willst du mehr Freunde mitnehmen, so musst du die zu deinen Groupies machen. Das geht über Facebook. Ihr kennt das ja. Wer am Ende die meisten Groupies hat bekommt tatsächlich noch weitere Tickets in die Hand

Spannend find ich das in mehrfacher Hinsicht, weil das Konzept wesentlich komplexer ist als das altbekannte Seeden irgendeines Videos, das sowieso alle sehen wollen. Vice nutzt ein etabliertes Produkt, nach dem große Nachfrage besteht - die Party - um seine potentiellen LeserInnen zu Brand-Evangelists zu machen: die Kids sind mittlerweile die dauernden Invitations und Schwanzlängenvergleiche (hehe, ich fahr bei OneTrack schon lang das Hellbike) mehr als gewohnt.) Mit anderen Worten: die Mechanik ist gelernt, jeder nutzt seine Freundeslisten, trägt die Botschaft in die Welt heraus und hat am Ende, wenn er oder sie erfolgreicher Groupie-Sammler war, auch noch was davon. Endlich mal ein originelles Event-Marketingkonzept, das sich auf die klassischen Stärken einer guten Party statt auf schwurbelige Marketingtexte ("diese Party ist ein Kunstevent") verlässt. Big up! Hier geht's zur Gästelisten-Anmeldung.

Shirts designen

Ah ja, da war noch was: Vice hat aufgerufen, die Ö-Nationaltrikots neu zu designen:

Einfach die Vorlage des roten oder schwarzen Österreich Trikots runterladen, im Programm deiner Wahl mit Design versehen, wieder raufladen und sich dem User Voting stellen - Das beste Design wird 11 Mal als Trikot produziert. Damit nicht genug, du steckst 10 deiner besten Freunde in die Trikots und ihr kommt als Mannschaft ins PUMA-Haus. Dort wartet eine gediegene, TV-Lounge auf euch, samt riesigen Flatscreens, Getränken ohne Ende und allem, was zu einem VIP-Treatment dazu gehört. In dieser exklusiven Atmosphäre seht ihr euch das Finalspiel der UEFA EURO 2008 an, das am 29.06.2008 steigt.

Ebenfalls sehr steile Idee - ich hab die Aktion zu spät bemerkt, leider ist am 23. schon Schluss, wird also knapp mit der Einreichung... auf jeden Fall lohnt sich ein Blick auf die bisherigen Designs: in der Gallerie finden sich einige sehr phatte Shirts.


*) Über das Heft an sich hatte ich mit gap-CR Thomas Weber auf unserer letzten Redaktionssitzung eine längere Diskussion. Des einen Affirmation, des andern Subversion, sozusagen: naja, ich les Vice sehr gern. Man lernt.

Von Wunschszenarien und harten Realitäten

residentmag 150x150 Von Wunschszenarien und harten RealitätenEine weitere Diskussionsrunde zum Thema Online-Musikvertrieb - die Redaktion des resident drum'n'bass mag lud eine illustre Runde zu wilden Spekulationen ein - ich hatte die Ehre und das Vergnügen, den Round Table aus Musikern, Labelmanagern und Distributionsexperten zu moderieren. Der Text erscheint in der kommenden resident-Ausgabe, datenschmutz LeserInnen sind natürlich wie immer früher informiert...
Die Zeiten waren immer schon hart, und wir waren stets härter. Doch während die ehemaligen Piraten der Weltmeere kein Königreich zu Fall brachten, sondern lediglich den Staatssäckel lästig piesackten, tun die modernen digitalen Musik-Kopieranten der von ihnen angeblich so geschätzten Kunstform ein Übel an - oder versetzen ihr gar den Todesstoß, darf man den drastischsten Ausführungen der Major Labels glauben.
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Gratis Rest-Tickets für die Fußball-EM

Ich bin ja alles andere als ein großer Fußballfanatiker, daher hab ich die angebotenen Resttickets zur Europameisterschaft dankend abgelehnt. Wer aber das eine oder andere Spiel live erleben möchte, wird vielleicht hier oder hier noch fündig. Viel Glück!

d-vision: Berauscht von Farben

16. Mai 2008
19:30bis22:30

debris by farbrausch 150x150 d vision: Berauscht von FarbenDemoscene. Mit Farbrausch. Diesen Freitag. Mehr muss man eigentlich nicht schreiben, um jeden Liebhaber digital animierter 3D Welten diese Woche ins Wiener werkzeugH in die Schönbrunnerstraße 61 zu locken. Außer vielleicht: der Eintritt ist noch dazu gratis, wenn die Weltklasse Animationskünstler Dierk Ohlerich und Tammo Hinrichs, IDL (in digital life) also known as Farbrausch über ihre Kunst, ihre Werkzeuge und ihre Motivation sprechen - und selbstverständlich jede Menge - vermutlich wohl auch brandneues - Anschauungsmaterial über die Beamerleinwand flimmern lassen.

Die beiden Deutschen sind innerhalb der Demo-Culture längst lebende Legenden, erregten mit ihren Hi-End Animationen aber auch außerhalb einiges Aufsehen:

Ihre Computer-Demos wurden bei Festivals wie Siggraph in den USA oder FMX in Stuttgart gezeigt und beim Deutschen Entwicklerpreis 2006 doppelt ausgezeichnet. [...] Dierk 'chaos' Ohlerich veröffentlicht seit den frühen neunziger Jahren Demos und programmiert heute State of the Art Animationen für Farbrausch. Tammo 'kb' Hinrichs ist Gründungsmitglied und war zuletzt bei Musik bzw. Programmcode der Demos "Debris" und "Masagin" beteiligt.

demoscenemeeting0111 d vision: Berauscht von Farben

Und wo die Demoscene-Meetings herkommen, da gibt's noch mehr: der Main-Event des Jahres steigt vom 4. bis 20. Juli im Metalab, WerkzeugH und Museumsquartier Wien und vermischt Ausstellung, Open Air Kino und natürlich Partys zu einer wilden Melange mit dem vielsagenden Titel realtime generation - aber dazu folgt natürlich bei Gelegenheit noch eine gesonderte Ankündigung und idealerweise auch ein Interview mit den D-Visionären, das ist ohnehin längst schon mal überfällig.

MacBook Air gewinnen

Wer eine eigene Homepage betreibt - egal ob Blog, Forum oder Online-Münzsammlung - kann mit einem MacBook Air vermutlich so einiges anfangen. Wär da nicht der hohe Preis, den man für das niedrige Gewicht löhnen muss... Für lau an ein solches Notebook kommt ein glücklicher Teilnehmer des MacBook Air Gewinnspiels. Aber auch falls es mit dem Hauptgewinn nix wird, wartet auf mindestens jeden 20. Teilnehmer ein 100 Euro Amazon Einkaufsgutschein.
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Blogbeiträge bebildern mit Pixelio

pixeliologo Blogbeiträge bebildern mit PixelioNeben FlickR existieren mittlerweile zahlreiche Online-Bilddatenbanken - und vermutlich hat so ziemlich jeder Blogger seine Vorlieben. Ein altes chinesisches Sprichwort aber sagt: "Wer spätere Abmahn-Kosten will vermeiden, sollte bei reprofreiem Bildmaterial bleiben." Und genau dafür hat sich bei mir Pixelio bisher bestens bewährt.

pixeliosucheWer hat schon das passende eigene Digitalfoto für jede Situation bereit? Da ein Bild bekanntlich mehr sagt als tausend Worte und bunte Pixel Abwechslung in digitalen Bleiwüsten verschaffen, gilt für Blogs das gleiche wie für jede Zeitung: Bilder verschaffen Aufmerksamkeit und regen zum Lesen des Artikels an. Die Zeit, als man für Pressefotos Bares bei Agenturen einwerfen musste, ist glücklicherweise weitgehend vorüber, denn viele Online-Gallerien bieten die Möglichkeit, gezielt nach sogenannten "reprofreien", also kommerziell verwendbaren, Fotos zu suchen. Ich bin seit längerem großer Fan der deutschen Foto-Community Pixelio. Das hat mehrere Gründe, in erster Linie finde ich allerdings die Profi-Suche sehr gelungen - denn sie erlaubt nicht nur thematische Anfragen, sondern auch die Suche nach bestimmten Größen und Farben.

Weiters finden sich auf Pixelio kaum Amateurfotos aus der Liga "privates Album" - der Profi-Bildanteil ist ausgesprochen hoch. Die erwähnte Profi-Suche erlaubt neben der Eingabe von Schlagwörtern zudem auch die Wahl einer bestimmten Farbe inklusive einer Toleranzschwelle: äußerst praktisch für Designer und Illustratoren, die passende Fotos zu einer bestehenden Farbwelt suchen. Der "Leuchtkasten" fungiert als persönliches Album, die Detailseiten der einzelnen Fotos enthalten neben Informationen über Fotograf, Bildgröße und Lizenztyp auch jeweils das zugehörige EXIF-Histogramm.

Zwar lässt sich die gesamte Sammlung frei durchstöbern, wer Pixelio allerdings ernsthaft nutzen möchte, kommt um die Gratis-Registrierung nicht herum - denn die ist erforderlich, um Fotos in hoher Auflösung herunterladen zu können.

Kommerzielle Nutzung?

Pixelio unterscheidet zwischen der Freigabe für redaktionelle oder kommerzielle Nutzung. Bei Publikationen, die rechtlich den Status eines (Massen)Mediums genießen, ist die Sache eindeutig - im Fall von Blogs allerdings bezweifle ich, dass die redaktionelle Freigabe in allen Fällen ausreicht, denn die Grenzen zwischen Berichterstattung und Werbung sind Online noch fließender als am Papier.

Ebenfalls zu beachten gilt das sogenannte "erweiterte Bearbeitungsrecht" - gemeint sind damit Bildmanipulationen sinnverändernder Art. Im Gegensatz zu normalen Bildoptimierungsmaßnahmen (z.B. Kontras-Einstellung, Farbbalance etc.) dürfen erweiterte Veränderungen nur bei expliziter Erlaubnis vorgenommen werden:

Das erweiterte Bearbeitungsrecht ist das Recht, das Bildmaterial unter Verwendung analoger, digitaler oder sonstiger Bildbearbeitungsmethoden zu bearbeiten, umzugestalten, zu kürzen, zu teilen, auszuschneiden, mit anderen Produktionen oder Produktionsstellen oder sonstigen Werken und Leistungen zu verbinden.

Mit der Profi-Suche kann das Ergebnis auf die beiden Parameter "kommerzielle Nutzung" und "erweitertes Bearbeitungsrecht" angeben, zusätzlich verlangt Pixelio einen Verweis auf Herkunft und Fotografen-Name:

Der Nutzer hat in für die jeweilige Verwendung üblichen Weise und soweit technisch möglich am Bild selbst oder am Seitenende PIXELIO und den Urheber mit seinem beim Upload des Bildes genannten Fotografennamen bei PIXELIO in folgender Form zu nennen: © Fotografenname / PIXELIO
Bei Nutzung im Internet oder digitalen Medien muss zudem der Hinweis auf PIXELIO in Form eines Links zu www.pixelio.de erfolgen.

Sollte für Blogger kein Problem sein - ob man die Fotocredits direkt unters Bild schreibt oder in einer Fußnote am Ende des Artikels unterbringt, spielt keine Rolle. Wer bei der Bildsuche auf reprofreie Fotos achtet, findet bei Pixelio dennoch eine riesige Auswahl an professionellen Motiven aus allen erdenklichen Themengebieten - und befindet sich in punkto Urheberrecht auf der sicheren Seite.

Red Bulletin #6: Mehr Dosigkeit geht nicht

Früher mal hat so ziemlich alles, was der österreichische Energiegetränk-Hersteller angefasst hat, Flügel bekommen. Im Formel- und Fußball-Sektor musste die Firma samt ihrem charismatischen Österreich-Geschäftsführer erstmals erleben, dass im Mainstream-Sportbereich andere kommunikative Gesetze gelten als in der extremen Nische. In .at soll das Renommierhefterl Red Bulletin dick auftragen und die printkommunikativen-Bedürfnisse elegant abdecken. Allein: die sechste Ausgabe des permanent relaunchten Druckwerks nähert sich der herkömmlichen An-einen-Haushalt-Postwurfsendung beängstigend weit an.

Doch während bei Aldi zumindest verschiedene Produkte für rudimentäre Abwechslung sorgen, geht's im RB auf 100 Seiten immer nur um das eigenartig schmeckende Zuckerwasser - sogar New York Times Autor Simon van Booy, verantwortlich für den literarischen Beitrag "Kein besseres Geschenk", hat in seinen suboptimal übersetzten, aber ansonsten sehr erfrischenden Zeilen, eine Getränkedose misplatziert. Und das ist symptomatisch für das ganze Heft: hier wird unglaublich viel Geld in die Hand genommen, aber irgendwo hakt's ganz gewaltig: denn gerade die teuren Fotos und Texte funktionieren überhaupt nicht als Verschleierungstaktik für die Überdosis Marktkommunikation. Da engagiert man einerseits Edelfedern wie die exzellenten Food-Journos Christian Grünwaldt oder Christian Seiler (deren Witzigmann-Risotto respektive Modena-Stories sind fast die einzigen, einigermaßen unpenetranten, flockigen Stories) und ist gleichzeitig zu feig - oder zu sehr in den 80ern verhaftet - um auch nur einen einzige Beitrag ohne Product Placement zu riskieren.

Natürlich steht auch bei den Waxos ganz zufällig eine Dose am Tisch; Simon Schreyer hat mit dem Interview übrigens einen recht guten Job gemacht, halt leider ein paar Jahre zu spät - aber als wir anno dunnemal Felix, Buzz und Zuzee am gap-Cover hatten, gab's ja noch kein Red Bulletin. Ich halte diese Strategie insgesamt für extrem kontraproduktiv. Denn jeder weiß, wo RB herkommt und worum's geht - man muss die LeserInnen nicht alle 20 Zeilen dran erinnern, wer Druck und Inhalte bezahlt hat. Wenn man ein Suchspiel draus machen könnte, das eine Foto zu finden, auf dem sich kein Red Bull Logo und keine Brand-Erwähnung in der Bildunterschrift findet, dann ist wohl irgend jemand bei der Idee, ein cooles Magazin mit fetten Placement-Möglichkeiten zu machen, weit übers Ziel hinausgeschossen. Somit bleibt mir für diese Mini-Blattkritik eigentlich nur ein Verbesserungsvorschlag: die Nummer sieben würd ich 200 Seiten dicken machen und alle Inhalte nur auf die linken, geraden Seiten drucken. Dann wär noch Platz für 100 großartige Red Bull Getränkedosen, am besten mit Preisangabe. Oder einfach nur 100 Seiten lang "All content and no Red Bull makes Jack an unhappy fool."

Dass nicht nur RB in den letzten Jahren verstärkt Schwierigkeiten mit der Fernseh-Distribution der eigenen Events hatte, weil sich immer mehr Networks weigern, Sportclips, in denen die Protagonisten aussehen wie visual Testimonials, während jede freie Bande mit dem gleiche Logo zugepflastert ist, als Gratis-Werbeclips abzuspielen, ist eine Sache - dass man am B2C Printsektor voll und ganz auf Overbranding setzt, eine andere; so verspielt Red Bulletin jegliche Möglichkeit, anders als eine Werbebroschüre wahrgenommen zu werden. Aber mit dieser Meinung steh ich sicherlich ganz allein: denn die Leserbriefe suggerieren immerhin eine unvorstellbar enthusiasmierte Fangemeinde. Aber es geht bekanntlich nix über Meinungsforschung: was meinen Sie, werte datenschmutz LeserInnen, zur sechsten Ausgabe des Red Bulletin?

Veranstaltungstipp: Flexible Cities

16. April 2008
19:30bis21:30

flexiblecities1 150x150 Veranstaltungstipp: Flexible CitiesArchitekten und Baumeister bauen gemeinhin unsere Städte, und die wiederum produzieren ein charakteristisches Klangbild. Beim aktuellen Sound/Visualisierungs/Konzept von Wolfgang "Fadi" Dorninger und Dr. Dietmar Bruckmayr geht's allerdings um eine Umdrehung des klassischen Kausalverhältnisses: Sound wird zum Konstrukteur und Baumeister virtueller, vielschichtiger Pixel-Stadtlandschaften. Wer die Klang/Bildräume live durchschreiten möchte, sollte am kommenden Mittwoch in der Klosterneuburger Essl Museum besuchen.

Konzeptionell gehen die beiden Linzer Multimedia-Künstler damit ein ganzes Stück weiter als jene net.artists, die in den späten 90er Jahren die 3D-Welten von Spielen wie Unreal als virtuelle Ausstellungsräume nutzten. Die virtuellen Städte werden zwar innerhalb eines dreidimensionalen Koordinaten-Referenzsystems dargestellt, "Taktgeber" und vierte Dimension allerdings ist die Musik: manifeste und latente Komponente werden umgekehrt, anstatt statisch determinierter Environments lässt Musik die Städte nicht nur pulsieren, sondern überhaupt erst entstehen: Geräusche kreieren und bebildern die künstlichen Stadträume. In der Ankündigung zur Performance schreiben Bruckmayr (Musik) und Dorninger (Visualisierung):

In den Flexible Cities herrschen verschiedene Gravitationszustände, Tektoniken und Lichtverhältnisse gesteuert von Klängen. Durch neue Gravitationszustände oder das völlige Fehlen von Gravitation tritt die Tektonik als ästhetischer Ausdruck der Gravitation in den Hintergrund. Ihre Aufgabe ist nunmehr die Sichtbarmachung von Licht in seinen vielfältigen Erscheinungsformen von Licht, Schatten, Schattierungen, Gradienten und Transparenzen. Unterschiedliche Lichtquellen, die in Form und Position wechseln, illuminieren, erzeugen und manipulieren Räume und Sektoren. Mehrere künstliche Sonnen ziehen ihre Bahnen und erhellen eine Dunkelheit, die Strukturen beständig ausspuckt und wieder verschluckt.

flexible citiesMit der Revolution der "Technischen Bilder", die der Kommunikationsphilosoph und Foto-Theoretiker Vilém Flusser bereits vor Jahrzehnten so treffend voraussagte, entstehen völlig neue bildgebende Verfahren: im technische-medizinischen Bereich steht längst nicht mehr die Abbildungsfunktion, sondern die Konstruktion visuell-virtueller Realitäten im Vordergrund. Die "Flexible Cities" orientieren sich an derartigen neuen bildgebenden Verfahren wie Mehrperspektivenprojektion und Schichtröntgen: es handelt sich nicht um Landschaften, in den sich "Spielfiguren" orientieren: eben keine klar definierten, abgegrenzten Formen, sondern Dichteverteilungen, Transformationsvektoren und Skalierungen im beständigen autogenerativen Fluss.

Zum mathematischen Grundgerüst tritt weißes Rausches Zufallsmatrizen als "Störfaktor" hinzu - aber natürlich sind Zufallszahlen aus dem Hauptprozessor ebenso formel-determiniert, bloß komplexer, oder wie die Künstler schreiben

Korrekterweise muss in Zusammenhang mit dem Computer als deterministisches System von Pseudozufallszahlen gesprochen werden. Entwürfe als absichtsvolles, zweckgerichtetes Tun werden durch aleatorische Prozesse in Form von ganzen Serien formaler Transformationen ersetzt, aus denen der Programmierer und Künstler nach ästhetischen Kriterien auswählt. Er lässt die Maschine rechnen und ist dabei wachsam genug, die eigenen Zwecke zu erkennen, wenn sie ihm im Fluss der Formen begegnen.

Für die Errechnung pseudo-organischer Funktionen tritt im Konzept die Superformula des belgischen Mathematikers Johan Gielis sozusagen als Antipode der Zufallsgeneratoren auf: mittels dieser spezifisch erweiterten Kreisformel lassen sich eine Vielzahl in der Natur vorkommender Formen berechnen:

superformular Veranstaltungstipp: Flexible Cities

Bei den Sounds handelt es sich einerseits um binaurale Tonaufnahmen aus München und andererseits um komponierte Teile. Um die komplexe Klangwelt für die Besucher der Installation erlebbar zu machen, kommen zwei verschiedene Tonanlagen mit unterschiedlichem Schall-Abstrahlverhalten zum Einsatz. Das insgesamt 6-kanalige System erlaubt den Besuchern, die Klangkonstruktion zu durchschreiten und sich selbst akustisch im Raum zu verorten.

Die Multimedia-Performance "Flexible Cities" beginnt am 16. April pünktlich um 19:30 im Museum Essl, der Eintritt ist gratis.

Anfahrtsinfo

Die Performance findet ihm Rahmen der Serie KlangRausch statt; von Wien aus muss man um diese Uhrzeit je nach Verkehrslage zwischen 25 und 45 Minuten für die Fahrt nach K-Neuburg einplanen. [Ich werd, wenn's nicht regnet, über die Kahlenberg-Höhenstraße mit dem Bike hinfahren. Wird eh Zeit für die 2008er Erstbefahrung.]

Adresse: Essl Museum - An der Donau-Au 1, Klosterneuburg bei Wien [Anfahrtsplan] Weitere Infos zur Performance gibt's auf Fadis Blog und beim SRA.

Morgigentags: Metaday #12 mit Franz Xaver

4. April 2008
19:30bis22:30

Franz Xaver, ehemaliger Student von Grand Doyen Peter Weibel, wird beim morgigen Metaday die Wiener Nerd/Geek/Hackerszene mit seinen Erfahrungen aus dem weiten Feld Medienkunst schockieren, verwirren und vor allem inspirieren. Ort des Geschehens ist das Metalab in der Wiener Rathausstraße 6.

Franz Xaver, geb. 1956, ist bildender Künstler und gibt mit einem Überblick seiner umfangreichen Arbeiten im Spannungsfeld von Kunst & Technik ("Medienkunst") Inspirationen für die junge Hackerszene. Womöglich werden dabei auch Berührungsängste mit dem Kunstbegriff abgebaut.

Die Biographie des Gasts lässt einen ausgesprochen spannenden Spagat zwischen Hochkultur und Computerkreativen erwarten - Franz Xaver bewegt sich seit über 20 Jahren zwischen Kunsttheorie und Computerpraxis:

  • 1987-1991 Hochschule für angewandte Kunst in Wien, Meisterklasse für visuelle Mediengestaltung (Prof. Weibel): Lehrtätigkeit: Computergrafik, Programmiersprachen, Audiovisuelle Produktion, Elektronik und Elektrotechnik.
  • 1989-1992 Labor für visuelle Medien an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien.
  • 1993-1996 Lehrauftrag an der Technischen Universtät Graz, Institut für Baukunst: Kommunikationstheorie
  • 1997-2000 Silverserver: Aufbau autonomer Netze
  • 2003-2006 Medienkunstlabor im Kunsthaus Graz - Kuratorische Tätigkeit

Im Anschluss gibt's die gewohnten 5-Minuten "Lightning Talks", bei denen aktuelle Works in Progress und/oder ad hoc Geistesblitze vorgestellt werden. Bis jetzt stehen ein Kurzvortrag von Chris Hager (Social Source Code Collaboration) und eine Präsentation über "Hacking Fonera for Fun & Profit" am Programm - Besucher mit gesteigertem Mitteilungsbedürfnis können sich natürlich auch vor Ort noch anmelden; der Eintritt ist wie immer gratis, im Anschluss gibt's Wein, Weib und Gesang Buffet, Wein und Ambient Music - mehr Infos gibt's auf der Metalab Seite. Wär sicher interessant, aber die puls4 Launchparty morgen Abend werd ich mit Sicherheit nicht auslassen.

MMO-Szene: neue Community für Gamer

mmologo1Der Computerspieljournalismus ging in den letzten 10 Jahren schneller den Bach runter als eine Gebirgsforelle zur Paarungszeit, dafür tun sich online immer mehr Longtail-Alternativen auf... nur gut, dass der Niedergang des "bewährten" Printsystems von sovielen engangierten Amateur-Journalisten aufgefangen wird... so gleich sich eben alles aus. Die erwähnte brandneue Community/Newspage widmet sich ganz dem Genre Online-Multiplayer Games und erfreut die LeserInnenherzen mit objektiver und aktueller Berichterstattung: willkommen bei MMOSzene.de.

Als ich noch Teilzeit-Student war und ausreichend Zeit zum Gamblen hatte, gab's so ziemlich kein Singleplayer-Rollenspiel, dessen Endsequenz ich nicht gesehen hab. Von Genre-Schwergewichten wie Ultima Underworld 2, der Might-and-Magic Serie oder Daggerfall - The Elder Scrolls pt. 1 war ich damals extrem angetan, vor einigen Jahren hab ich dann das Gamblen zugunsten von Coden, Video-Editing und Bloggen irgendwann aufgegeben... bis zu jenem schicksalsschweren Tag anno domini 2007, als ich mir dachte: ich kann unmöglich bei fatfoogoo mein Marketing-Unwesen treiben und Multiplayer RPGs nur aus zweiter Hand kennen. Seitdem durchstreift Nachtelfen-Hexenmeister Noxukao Azeroth am Frostmourne-Server - zwar casual und erst bei Level 30 angelangt, aber äußerst aufschlussreich: in punkto Komplexität setzen die Multiplayer-Rollenspiele neue Standards.

Und weil, ganz wie im richtigen Leben, Informationsvorsprung häufig den entscheidenden Vorteil bietet, machen sich so gut wie alle Spieler im Internet über die beste Ausrüstung, Kampfstrategien und Co. schlau - ganz zu schweigen von Patches, die immer wieder kleinere und größere Details von Gameplay und Balancings verändern. Genau diese essentiellen Infos für Gamer bietet die MMOSzene.

mmoszene

Wenn Druckerpressen versagen

Anno Domini Prä-Internet waren mal Computerzeitschriften die Primärquelle für Game-Infos. Aus professionellem Interesse hab ich in den letzten Monaten immer wieder mal die größeren deutschsprachigen Titel gelesen und war schockiert über den Abstieg eines Genres: die "Werbekooperationen" zwischen Publishern und Redaktionen sind mittlerweile so weit gediehen, dass negative Bewertungen so gut wie ausgestorben sind. Grade mal irgendwelche Exoten mit Viertelseiten-Testbericht bekommen unter 70 Punkte, der Großteil der Inhalte sind Previews, die wenigen ausführlichen Tests gleichen Pressetexten. Schad' ums Geld - ein Kollege der schreibenden Zunft bestätigte übrigens unlängst diverse Anekdoten von nach oben korrigierten Wertungen ("Die haben doch noch eine Doppelseite bei uns gebucht" und Co.) Aber zum Glück gibt's ja das Internet, und der gemeine Longtailer wird bis dato noch nicht bestochen mit Werbe-Angeboten zur Kooperation überredet.

News, Tutorials und Video-Podcast

Im Fokus der MMOSzene stehen World of Warcraft, Age of Conan und Lord of the Ring. News, Guides, Downloads und Forum sind in Full Effect, die geplante Radioshow und ein Video-Podcast werden in Kürze starten. Als besonderes Zuckerl bieten die Betreiber allen Gilden eine gratis Teamspeak Channel. Webmaster Joe und Patrick haben ganz Arbeit geleistet - und für die nähere Zukunft noch einiges vor. Wer auf objektive Berichterstattung Bock hat, sollte der Seite definitiv einen Besuch abstatten.

PS: seit gestern bin ich nur mehr 8 Levels von einem WoW-Reittier entfernt... wobei das Leveln anständig nervt, eigentlich will ich ja nur PvP machen. Gute Idee, dass Blizzard demnächst einen dedizierten Arena-Server einführt, indem jeder mit Level 70 beginnt und alle epischen Ausrüstungsgegenstände frei verfügbar sind. Sozusagen Hardcore Duels in 3D...

Mit dem Auto magnetisch und günstig werben

Werbeflächen sind gut. Fahrende Werbeflächen sind noch besser, sagen strategische Evaluatoren von KonsumentInnen-Aufmerksamkeit. Wer eine Firma / ein Blog / einen Verein etc. betreibt und weder über die nötige Konsequenz noch das Kleingeld verfügt, um seinen fahrbaren Untersatz umspritzen zu lassen, findet in den brandneuen autowerbungAutotürmagneten von Vistaprint eine günstige und äußerst brauchbare Alternative.

auto-werbungDie via Vorlage oder auch völlig frei gestaltbaren Automagneten gibt's in zwei Größen. Praktischerweise liegt's ja in der Natur eines Magneten, dass er sich befestigen und dann wieder rückstandsfrei entfernen lässt - auch ein Zusatzfeature für die berühmten neuen Selbständigen, die vormittags im Benz zum Workshop fahren und abends ihr Supermodel mit der gleichen Karre zum Date abholen :-)

Multi Produkt Page 300x250Niki Lauda hat ja vor einiger Zeit diesen Smart-Autoverleih gegründet, bei dem man die Wägelchen für einen Euro am Tag erhalten sollte - finanziert durch Werbung außen auf der Karosserie. Keine Ahnung, ob das Konzept gut läuft - allzu oft sehe ich die Fahrzeuge in Wien nicht auf der Straße... andererseits sind die besagten Magnete so billig, dass sich niemand für ein wenig Exposure finanziell ruinieren muss: die kleine Version (ca. 30x20cm) gibt's bei der ersten Bestellung gratis, die große (45x30cm) kommt auf EUR 9,72 bei Erstbestellung bzw. regulär 20 Euros. Leider dürfte die kleine Variante immer noch zu große sein für meinen Motorradtank - aber falls ich einen vierrädrigen fahrbaren Untersatz hätte, würd ich sofort links und rechts ein datenschmutz-Logo anbringen - aber ein Gratismagnet für den heimischen Kühlschrank würde zwar keinen Werbezweck erfüllen, mach sich aber sicherlich recht nett :-)

Mit den Visitenkarten, Shirts, Post-Its, Stickern und Co., die ich bisher bei VP bestellt habe, bin ich qualitativ und preislich übrigens ausgesprochen zufrieden. Klassische Merchandising-Händler sind pro Stück zwar billiger, dafür muss man für Bloggerverhältnisse riesige Stückzahlen bestellen - wo soll ich denn biddeschön 500 T-Shirts lagern? Für Kleinserien ist Vistaprint optimal - das sehen die mittlerweile 12 Millionen Kunden der Netz-Druckerei ebenso - hier geht's zu den  Mit dem Auto magnetisch und günstig werbenAutotürmagneten.

Gratis-Internet für 3 Euro pro Tag

"Teuer ist das neue gratis" wär vermutlich ein eher kontraproduktiver Werbeslogan. Und kostenpflichtig bedeutet bekanntlich nicht in allen Fällen dasselbe wie umsonst. Aber Fon hat anscheinend Probleme mit der guten alten Kategorienverwechslung, und das kommt so:

Helge hat vor geraumer Zeit mal eine Liste von Wiener Lokalitäten mit Gratis-WLAN Hotspots veröffentlicht - die wurde immer umfangreicher und umfasst inzwischen (Stand Februar 2008) 111 Gastronomie-Betriebe mit frei verfügbarer Netzanbindung - mit Ausnahme des 11. Bezirks sind alle 22 Wiener "Hiebe" vertreten - die Liste erfreut sich mittlerweile großer Beliebtheit: schließlich gehört der Laptop inzwischen fix zum Wiener Kaffehausbild.

Enter Fon: der deutsche Internet-Anbieter vertreibt WLAN-Router an Privatpersonen und Gastronomiebetriebe. Wer selbst "fonero" ist, kann die restlichen Hotspots gratis nutzen, alle anderen müssen 3 Euros pro Stunde bezahlen. Bei der Akquise von Neukunden ist de/at/ch Marketing-Cheffe Florian Forster nicht gerade zimperlich - und schrieb vor kurzem alle Lokale, die auf besagter Liste stehen, an. Helge schreibt dazu:

Fon (wo man sich gerne als "Movimiento" für freies Internet in der Welt darstellt und mit Mandela und Ghandi in Verbindung bringt) möchte die 125+ kostenlosen Wiener Hotspots in kostenpflichtige umwandeln.

"Gäste surfen kostenlos".. Warum bewerben die ÖBB eigentlich Bahnfahren nicht auch als kostenlos? Schließlich zahlt man als ÖBB-Mitarbeiter ja nichts. Aber auch das zweite Argument für einen Wechsel hat es in sich: "Jede Nutzung ist bei Bedarf nachvollziehbar". Im Mailing heißt es dazu:
Doch auch wenn es schnell und einfach für Ihre Gäste ist, so wissen Sie jedoch nie, wer bei Ihnen surft - und v.a. können Sie nicht verhindern, dass auf illegale Inhalte zugegriffen wird.

Ah, danke Señores - ihr wollt unsere Hotspots nicht nur kostenpflichtig machen, ihr wollt uns auch noch überwachen? Den Wirten nahelegen, uns zu bespitzeln - oder wie ist das zu verstehen? Und alle unsere Inhalte durch Filter laufen lassen - oder wie wollt ihr sonst "verhindern, dass auf illegale Inhalte zugegriffen wird"?

Full Akk! Solche Bottom-Up Netze funktionieren auch tatsächlich selbstorganisiert, wie Funkfeuer, Freewave und Quintessenz nachdrücklich beweisen. Aber nicht genug mit dem Listen-Hijack, die Story geht noch weiter: Fon versucht mit einem Nebelbombenteppich und dem Verbreiten von Angst und Schrecken die Wirtsleut' von angeblichen rechtlichen Risiken des Gratis-WLAN zu überzeugen. Bodensee-Peter hat ebenfalls einen Beitrag über die Aktion geschrieben, Robert sieht im potentiellen Mitgehangen-Mitgefangen-Risiko keine grundlegenden Unterschiede zwischen eigenem WLAN und Foneros. Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang auch Max‘ Analyse der fon-AGBs, vor allem im Hinblick auf Bindungsdauer und Nachvollziehbarkeit.

Wie auch immer: dass Paranoia-Marketing auf keine Gegenliebe stößt, ist durchaus verständlich. Pfui, fon - eure Akquise-Kampagne erinnert nachhaltig an die legendären Tabletten gegen die Angriffe von Außerirdischen!

Gratis Visitenkarten und Stempel

 

Gratis-Visitenkarten

Vistaprint verschenkt Visitenkarten, Stempel und andere Drucksorten - bei er ersten Bestellung bezahlt man lediglich die Versandkosten. Ich hab's ausprobiert und bin sehr zufrieden mit meinen Drucksorten - so billig bekommen ICH-AGs nirgendwo sonst ihren CI-Bedarf :mrgreen:

 

Gratis-Visitenkarten Visitenkarten gratis bei VistaPrint

Gutes tun mit der E-Mail-Signatur

Mit E-Mail Signaturen kann man die tollsten Selbstdarstellungs-Späße treiben, seitenweise sinnlose Disclaimer* einfügen oder zur Abwexlung auch mal was Sinnvolles zur Teilberuhigung des sozialen Gewissens tun - indem man die letzten paar Zentimeter als Gratis-Werbefläche für soziale Organisationen zur Verfügung stellt.

Möglich macht's Email Charity. Von der Seite erfahren habe ich durch Lukas, der im Team mitarbeitet. Ein einfach zu bedienender - aber recht mächtiger - Signatur-Generator ermöglicht die Erstellung hübscher E-Mail Unterschriften mit umfangreichen Einstelloptionen. Nach Auswahl eines Templates lassen sich Farbe und Schriftart wählen - und dazu eines von mehrere Logos samt Link zu sozialen Organisationen. Derzeit haben User die freie Wahl zwischen Licht ins Dunkel, den Roten Nasen, der Caritas, Licht für die Welt, Armut tut weh sowie Ärzte ohne Grenzen.

Wer Webmail verwendet oder HTML-Mails abgrundtief hasst (zu diesen Oldschoolern zähle ich mich), kann auch eine Plaintext-Version erstellen - das ist im Nu erledigt. Gegründet wurde das Start-Up im Umfeld von i5invest, früher oder später soll sich die Seite selbst finanzieren, eventuell durch die Einbindung von Fremdwerbung. Einer meiner ehemaligen Vorgesetzter aus früheren Jobjahren pflegte immer zu sagen: "Tue Gutes und rede darüber!" Er war zwar kein PR-affiner Missionar, sondern nur Marketing-Chef einer mit lautem Knall geplatzten am Ende der ersten Blase geplatzten Marketingfirma, was seinem Ausspruch (ohne, dass er es bemerkt hätte) eine gewisse zynische Komponente verlieht. In der Theorie finde ich die Idee von emailcharity.com sehr nett, in der Praxis würde ich niemals meine E-Mails mit Werbung verunstalten - das nervt mich schon bei Freemailern ausreichend. Da spend ich lieber mal ab und an was direkt bzw. schalte Gratis-Banner hier am Blog; aber wen die Vermarktung der letzten privaten Spaces in der Online-Kommunikation nicht stört, der sollte sich die Seite definitiv mal näher ansehen.


*) Übrigens, mein absoluter Lieblings-Disclaimer-Satz aus der persönlichen Sammlung:

[...] Personen oder Organisationen, für die diese Information nicht bestimmt ist, ist es nicht gestattet, diese zu lesen, erneut zu übertragen, zu verbreiten, anderweitig zu verwenden oder sich durch sie veranlasst zu sehen, Maßnahmen irgendeiner Art zu ergreifen

Hehe... ergreifen nicht ständig alle Maßnahmen irgendwelcher Art? Sehr geil auch das Leseverbot am Ende der Nachricht, das den Rezipienten in eine ähnliche Zwickmühle (die im 1796er Lexikon übrigen wahlweise noch Fickmühle hieß - vor real!! Hat nix zu tun mit dem gleichnamigen Ortsteil von Emtmannsberg, der sicherlich überdurchschnittlich häufig Tafeln nachdrucken muss.) wie jenen Kreter, der sagt, dass alle Kreter lügen. Dann doch lieber ein wenig Support für die Roten Nasen & Co.!

digitalks #4: den Pod casten

4. März 2008
19:00bis22:00

digitalksZum vierten Mal lädt Meral ins Museumsquartier zum Digitalk. Diesmal dreht sich alles um die home-made Internet-Radiostationen aka Podcasts. Die Veranstaltungsreihe richtet sich an interessierte EinsteigerInnen, enzyklopädisches Vorwissen ist explizit nicht erforderlich.

Allerdings darf man auch hinkommen, wenn man das Wort Podcasting schon mal verwendet oder gar einen selbigen gehört hat, schließlich geht's nicht nur um die Konsumentensicht, sondern es soll auch kurz erklärt werden, wie man den eigenen Podcast online bringt:

Das Wort setzt sich aus den beiden Wörtern iPod und Broadcasting zusammen. Ein einzelner Podcast (ein Hörstück bzw. eine Hördatei) ist somit eine Serie von Medienbeiträgen (Episoden), die über einen Feed (meistens RSS) automatisch bezogen werden können. Somit kann man Podcasts als Radio- oder Fernsehsendungen auffassen, die sich unabhängig von Sendezeiten konsumieren lassen.

Im Anschluss an die Vorträge gibt's musikalische Gustostückerl vom SIGMAjazztrio und ausreichend Gelegenheit zur Verhaberung (bzw. zum Networking, wie man heutzutage sagt.) Ich bin schon gespannt, wer vorträgt - bei der fünften Ausgabe zum Thema Social Networking Tools werd ich die Ehre haben, ein paar Facebook-Schweinereien aus nächster Nähe zu beleuchten - darauf freu ich mich jetzt schon.

Aufgrund der beschränken Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung erforderlich - der Eintritt zu den Digitalks ist immer gratis.