Beiträge

Blogistan Panoptikum KW08 2009

panowheelLangsam reicht’s mit der weißen Pracht dann auch wieder mal – ich hab in den letzten sieben Tagen im Gasteinertal meine jährliche Dosis Powder im Übermaß abbekommen. Dabei scheint die Wirtschaftskrise durchwegs ihre Spuren hinterlassen zu haben: der Ansturm auf die Lifte war enden wollend, die teuren Restaurants vorwiegend mit Russen besetzt. Trotzdem haben die Einheimischen schon vor Jahren kapiert, dass man die eigenen Revenue-Streams entlang der Wertschöpfungskette positionieren muss, dann klappt’s auch in Non-Boom Zeiten mit der Diversifizierung – was Online-Marketer von Tourismus-Bauern lernen könn(t)en, werde ich demnächst in einem dedizierten Posting erklären. Aber nun, without much further ado folgt die Kopfdrehung um 180 Grad:

Von Geldern, Karotten und Nasen-Eseln

Reicht Geld als Incentive in der Arbeitswelt? Mir persönlich vollauf, aber ich bin ja auch selbständiger Einzelunternehmer. In größeren, schwerfälligen Strukturen, auch bekannt als “Companys”, liegt die Sache aber wesentlich komplizierter, wie Pete in einem äußerst instruktiven Beitrag erklärt:

Ich denke ohne neuen Incentives die längerfrisitg orientiert sind, eine gewisse Sustainability ermöglichen, und nicht nur das Individuum belohnen werden wir aus der aktuellen Krise nicht herauskommen.

Tja, man kriegt eben, wofür man bezahlt – aber ich habe nicht den Eindruck, dass besonders viele Manager abseits von Konferenz-Geschwurbel und paradigmatischen Willenserklärungen einen ernsthaften Unterschied zwischen Sach- und Human-Ressourcen machen.

Identitäten affirmativ managen

Auf Helge.at stapelt sich der Lesestoff, denn der Autor hat für die kommende Ausgabe des Werbeplanung Guides 2009 einige lesenswerte Interviews geführt: zum Beispiel mit 1-2-3 People’s Bernhard Lehner und Pop-URLs Mastermind Thomas Marban. Mindestens ebenso lesenswert: ein nachdenklich machender Incident zum Thema Personalchefs und Identitätsmanagement:

Und, wie Martin es ganz gut auf den Punkt bringt, global Öffentliches ist nicht privat. Was es braucht, ist Medienkompetenz – und die beginnt beim Problembewusstsein.

In der Tat! Neu ist allerdings, dass so mancher bitterlich über verschüttete Milch weint: aber die Next Generation wird unsere Anfängerfehler gewisse vermeiden!

Werbe.Kunst.Replacements

Kunst kommt vielleicht von können. Und bekanntlich gilt ab sofort “Yes we can”. Wir können beispielsweise sämtliche Werbebanner mittels Blocker-Tools und Firefox-Plugins entfernen, aber mit den vielen Whitespaces sehen Spiegel Online, TechCrunch und Co. dann gleich viel langweiliger aus. Da gefällt mir Max’ Neuentdeckung schon wesentlich besser: Kunst statt Kommerz sozusagen:

Das Firefox-Plugin (Add-Art) funktioniert ganz einfach, im Zusammenspiel mit “Adblock Plus” werden Werbebanner auf fast allen Seiten entfernt. Aber die “Plätze” bleiben nicht leer sondern werden mit wechselnden Kunstausstellungen bespielt.

Wer also schon immer mal seine Bildungslücken in Sachen klassischer net.art auffüllen will, schlage zu: Jodi.org passt beängstigend gut in den 468x60er Rahmen :mrgeen:

SEO-News der Woche

Grandioses, unbestrittenes Highlight der vergangenen sieben Tage: die SEO-Bauernregeln auf SEO-United.de. Das klingt ungefähr so:

Kommt mehrmals am Tag der Googlebot, steigt das Ranking ziemlich flott.

Ich hab ja gerade sieben Tage in einem touristisch erschlossenen Bauernhof gewohnt, wo die Originale säuberlich gestickt an der Wand hängen – so ein Stick-Deckerl mit den SEO-Bauernregeln tät sich in meinem Office aber auch gut machen! Auch nicht schlecht: die kürzlich veröffentlichten SEO-Witze. Mein Favorit:

Wie viele SEOs braucht man um eine Glühbirne zu wechseln?
Keinen, Dunkelheit wird zum neuen Rankingfaktor erhoben.

Videos und anderen Schnickschnack einstreuen

Man mag ja kaum glauben, dass Google sich tatsächlich traut, multimediale Inhalte in die Suche einzustreuen – Multimedia statt Semantik? Aber der Linkvendor hat genauer hingeschaut und rät, Videos dringend in die SEO-Strategie mit einzubeziehen:

Die Ergebnisse sind erstaunlich und bestätigten den subjektiven Eindruck. Jeder der Videos und News (falls relevant) nicht in seine SEO-Strategie einbezieht wird 2009 echt was verschlafen. Ich werde daher ab sofort jeden Monat einmal Googles Blended Search, vornehmlich die Videos analysieren.

Selbstverständlich muss sich Big G auch im Bewegtbildbereich ein Relevant-Kriterium einfallen lassen – ich könnte mir gut vorstellen, dass die Zahl der indizierten Embeds dabei eine gravierende Rolle spielt, denn eine Video-Einbindung ist meiner Meinung nach das exakte Gegenstücke zu einem Backlink auf textuelle Informationen.

Vergleich dich unvorstellbar reich

Preisvergleiche sind die wollsaulegenden Eiermilchkartons im Waffenarsenal avancierter Affiliates. Man muss aber nicht mal unbedingt selbst Hand anlegen – Contaxe und Ecato bieten fix-fertige, live aktualisierte Vergleichs-Tools. Auf Allblogs gibt’s einen Erfahrungsbericht zu den zwei genannten Systemen. Dem Fazit des Autors kann ich mich nur anschließen:

Gerade bei recht technisch affinen Blogs finde ich diese Möglichkeit der Monetarisierung nicht die Schlechteste, da man ja doch hin und wieder einmal Produkte vorstellen und anstatt die idealos dieser Welt zu verlinken, warum nicht auf den eigenen Preisvergleich verweisen und für seine Recherchen belohnt werden? Schaden kann es sich nicht! Und so lange man es nicht übertreibt mit der Einbindung, ist es sicher ein sehr effektives Werkzeug im Marketingmix/Vermarktungsmix einer Webseite.

Daten auf den Desktop holen

Der Blogrammierer stellt zwei interessante Tools vor: der Piwik Connector und die Desktop Web Analytics For Piwik liegen als Open Source Programme vor und holen Server-Statistiken übersichtlich auf den Desktop. Beide Tools benötigen Adobe Air, die Desktop Web Analytics liefern umfangreichere und grafisch recht liebevoll aufbereitete Stats:

Viele Daten werden mit unterschiedlichem Diagramm dargestellt, was eine schnelle Erfassung der wichtigsten Daten ermöglicht. Es gibt einen Site-Manager, mit dem die eingetragenen Webseiten leicht verwaltet werden können bzw. man schnell zu anderen Projekten springen kann.

Video der Woche – die Einsamkeit des Luna Parks

Wunderschön elegische inszenierte Shots eines verlassenen Luna-Parks: was soll man dazu schon noch sagen?

Und damit wären wir auch schon wieder am panoptikalischen Ende angelangt – möge das Aufbäumen des Winters ein letztes gewesen sein für diese Saison. Mich dürstet nämlich nach Wassersport-Arten, bei denen das H2O nicht (notwendigerweise) gefroren ist! In diese Sinne wünsche ich Ihnen einen geruhsamen Rest-Sonntag, wir lesen uns am Montag.

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick – für jeden Eintrag gibt’s auf Wunsch einen Backlink! Hier geht’s zum Einreich-Formular.

Die Grünen sourcen die Crowd

gruenplakatStrategiesitzungen sind momentan in, schließlich erwarten uns in zwei Monaten Neuwahlen. Christoph Chorherr von den Grünen ruft in seinem Blog LeserInnen auf, Plakatideen einzusenden – zwei davon hat er bereits mit Helges Support selbst realisiert. Politstrategisch dürfte es schwierig sein, sich mit einer Multitude von Claims und Standpunkten nachhaltig zu positionieren, trotzdem finde ich die Idee irgendwie originell (bei der Konkurrenz aber auch nicht schwierig) und am besten gefällt mir bisher Janas Vorschlag; übrigens bin ich auch neugierig, wie Super-Fi in den nächsten Wochen für die G tätig werden – Max hat ja am Donnerstag geschrieben, dass er sich einen aktiven, unmittelbar (d.h. nicht durch Agenturen durchdramaturgisierten) WK erwartet:

Ich möchte täglich auf Youtube sehen wo die Grünen gerade unterwegs sind, was sie die Bevölkerung fragen, über welche Themen (schließlich geht’s ja um Themen und Perspektiven, einen Personenwahlkampf gegen Faymann werden die Grünen wohl nicht gewinnen) sie mit den Menschen reden, sehen wie viele Leute für die Grünen arbeiten, sehen das es da mehr als nur einen Van der Bellen, einen Pilz, eine Glawischnig und einen Chorherr gibt.
[…]
Ich möchte wenn ich auf Flickr “Wahlkampf” eintippe Fotos von Grünen PolitikerInnen sehen, ich will auf Geizhals.at mit Ihnen diskutieren wie man beim Neugerätekauf auf das Energiesparen achten kann, usw.

Naja, warum nicht – am besten mit Masterplan im öffentlichen Google-Sheet :mrgreen: Ich bin mal gespannt, was bei Chorherrs Aufruf noch so an schrägen Motiven rauskommt… ein wenig Selbstironie kann ja übrigens nie schaden. Besonders gut gefällt mir Max’ Vorschlag eines Political Friendfeeds:

Was schön wäre ist eine Seite (dessen URL kann man dann von mir aus auch auf einem Plakat bewerben kann) wo alle Aktivitäten zusammengefasst werden, siehe z. B. Platterwatch. Wirklich mutig wäre dann wenn auch die Aktivitäten der anderen Parteien dort auch einsehbar wären.

Dennoch werde ich mich nach eingehender Beratung mit Master P., dem Vorsteher des datadirt-Politbüros, jeglicher jeglicher Wahlkampf-Plakatentwürfe (außer allfälliger defätistischer Designs) zu enthalten. Letztendlich steht jede Partei des kleinen Mannes auf den Schultern von Giganten und vice versa; im Gegensatz zu überteuerten Agenturen und den PolitikerInnen selbst werde ich allerdings nicht für Propaganda-Tätigkeiten bezahlt – und wenn die lieben Genossen schon ganz locker ein paar Milliönchen verblasen, dann erscheint mir Ruhm und Ehre doch als schäbiger Preis für die gesourcte Crowd. Aber das ist ohnehin alles recht hypothetisch – trotzdem sollte ein kritischer Blick auf die Unterschiede zwischen Partizipation an der Entscheidungsfindung und Crowdsourcing á la Mechanical Turk jenseits aller Freude übers großartige Mitmachen-Dürfen nicht gänzlich ausgeblendet werden.

Blogistan Panoptikum KW26 2008

visualcompDeke McClelland, Web Evangelist, hat einen Rekordversuch gestartet: 101 Photoshop Tipps singt er in nur 5 Minuten! Baynado singt zwar (noch) nicht, er hat aber die latest SEO News gepostet und das Wochenende (netzfrei?) an der Nordsee verbracht. Währenddessen wurde Jeremys Twitter-Identität ge-hijackt und Yannick hat jahrtausendealte taoistische SEO Geheimnisse wiederentdeckt. Trotzdem besteht kein Zusammenhang zu Joey Chestnut, der den 4. Juli Hotdog Contest schon wieder haushoch gewinnen konnte. Ganz anders als im TV (im Herbst beginnt die zweite Staffel von Californication) kann also noch immer keine Rede von einem Sommerloch sein!

Á propos Hijacking: der Gedanke liegt nahe: je populärer Facebook, Twitter und Co. werden, desto mehr Spielraum bieten sie für alle möglichen defätistischen (oder auch rein profitgerichteten) Aktionen: ich warte ja nur drauf, bis die ersten Toten auf Facebook wieder auferstehen.

Twitterer visualisieren

Walters Twitter Conversations Map war diese Woche zu Gast auf Visual Complexities – zu Recht, denn die Geo-Visualisierung des Microblogging-Services Twitter rückt Meister Rafelsberger schon ganz schön weit in die Kunstecke; ich würd mir jedenfalls gerne ein Poster davon im Arbeitszimmer aufhängen.

Wiener Trinkwasser erwärmen

Helge hat einen neuen perfiden Plan zur Erlangung der Weltherrschaft gefasst: er will das Wiener Trinkwasser vorwärmen. Schnapsidee oder das Paradies für Warmduscher? Nun ja, wie ein altes chinesisches Sprichwort zu sagen pflegt: “Wenn du warmes Wasser trinken willst, dann stell dein Glas an die Sonne.”

Google muss Daten rausrücken

Und zwar an Viacom. Das wissen eh schon alle, aber das macht’s nicht weniger schlimm:

Die Logfiles umfassen 12 Terabyte. Wenn man mal großzügig von 40 Byte pro Datensatz ausgeht und als Terabyte die IEC-konforme dezimale Anzahl Bytes nimmt, kommen dabei konservativ geschätzte 25 Milliarden Datensätze raus. Da viele User bei vielen Webseiten den selben Login-Namen verwenden und dieser häufig auch mit dem echten Namen identisch ist, dürften sich da interessante Rückschlüsse auf die Interessen von recht vielen Menschen ziehen lassen.

Spannenderweise schießt Viacom dabei (vorerst) gar nicht auf die individuellen User, sondern will drauf raus, dass Youtube nur dank der vielen Copyrightverletzungen funktioniert. Google sammelt bekanntlich jeden Datenschnipsel, den man überhaupt kriegen kann: von einem ersten kleinen Supergau zu sprechen ist also keine Übertreibung. Gerald hat auf Googlefalle.com dazu einen Beitrag gepostet, in dem erst die Schizophrenie von Big G aufzeigt: denn bisher wurde ja stets behauptet, man sammle bloß anonymisierte Daten…

Aber nun wieder zurück zu etwas Erfreulicherem: in den letzten drei Wochen erlebt die deutschsprachige Social Web Szene einen (gefühlten) Turboboost von 200 Prozent: ich habe den Eindruck, dass im Gegensatz zur Blase 1.0 die Konsolidierungsphase diesmal wesentlich früher eingesetzt hat, was idealerweise zu einer nachhaltigen Etablierung einiger interessanter Services führt; nicht zuletzt deshalb, weil Yahoo und Big G auf großer Shoppingtour waren, werden Communities wie FlickR auf absehbare Zeit wohl kaum kroch’n gehen, wie man mittlerweile in Wien sagt. Und was bringt mir die ganze Friendfeederei? Eine Menge Arbeit, weil ich auch so nen schnieken Action-Feed wie Phreak hier auf ds einbauen werde und bei der Gelegenheit gleich ein paar gröbere Änderungen am Template vornehme – nicht zuletzt die Lokalisierung (allerdings ohne mo-po-Wahnsinn, sondern mit simplen php-Variablendefinitionen), denn datadirt juckt mich in den Fingern… also lassen Sie sich vom Fail-Whale nicht unterkriegen; metaphorisch betrachtet gehört das Web 2.0 ja eh uns Usern, nicht wahr? Schönen Restsonntag, und bloß nicht aufs Micro Bloggen vergessen!

Blogistan Panoptikum KW21 2008

BloggertreffenGmuendDan war letzten Samstag in der Pyramide – aber nicht um Pharaonen bei mittelmäßigen, überbewerteten Ausstellungen zu sehen, sondern Ritchie Hawtin. Warum’s eine miese Party war, lässt sich recht ausführlich und unterhaltsam auf Turnthescrew.com nachlesen. Zum Trost gewann Dan dafür jüngst einen Coypwriter-Bewerb – Gratulation!. Und um an dieser Stelle ausnahmsweise auch in die Zukunft zu blicken: wer am 27. Mai zufällig in San Fran weilt, der sollte wohl der WordPress 5-Jahres-Feier einen Besuch abstatten – ich werd’s leider nicht schaffen, dafür freu ich mich schon auf den morgigen Webmontag. Herzliche Gratulation jedenfalls an Matt und das gesamte Team! Ihr baut die besten Werkzeuge ever – für uns Blogger. Und im Gegensatz zu richtigen Bohrhämmern, Zangen und Schraubenziehern gibt’s die sogar noch gratis – thx!

Helge hatte Premiere

…am Grazer Schauspielhaus, und zwar in Form eines Theaterstücks, das Blogosphärentexte verwendete, um ein “literarisches Statement auf die digitalisierte Lebenswelt” zu montieren. Unglaublich geil ist die Beschreibung aus dem Programmheft:

Sie nennen sich Yvan, Popnutte, Schimmerschnecke und Helge und sind Bewohner der Blogosphäre. Im nie endenden Prozess des Bloggens, Postens, Updatens und Verlinkens basteln sie an ihrem Kosmos, definieren ihre Existenz, […], suchen ganz einfach: die Liebe.

Hehe… Er nannte sich Helge!. Vielleicht wird das ja der deutsche Synchro-Titel von “They called him Machete”.

Personal Rickrolling

Wer sich schon länger fragt, ob die Web 2.0 Szene ihren wirtschaftlichen Zenit überschritten hat, findet beim Command Line Idiot die 12 Signs That The Recession Has Hit The Internet. Mein Favorit ist die Nummer 5:

For $20, Rick Astley will show up to do it in person.

1. Kärntner Bloggertreffen

Am 20. September isses so. Weit. Wie ich gerade von Monika erfahren habe: die alte Burg Gmünd bildet den würdigen Rahmen fürs erste Bloggertreffen im Bundesland mit der besten Polenta Österreichs. Wär jedenfalls ein willkommener Anlass für einen längeren Motorradausflug! Trotz mittelalterlicher Gemäuerkulisse wird’s WLAN geben; ob das Mittagessen im ritchie Ritter-Stil (ohne Besteck und mit viel Sauerei) über die Tafel geht, ist derweil noch nicht bekannt; außerdem haben alle BesucherInnen die einmalige Gelegenheit zur Teilnahme an einer Gmünder Stadtführung 2.0. Nicht Kärntner und Kasnudel-Touristen ohne festen Wohnsitz in Wörtherseenähe dürften aufatmen:

Worüber Ihr bloggt ist egal und natürlich müsst Ihr nicht aus Kärnten kommen. Alle Blogger sind herzlich willkommen.

Videos der Woche

Thx Ulrich – für die Power-Uno Regeln, die fantastischen sizilianischen Melanzani in Tomatensauce (wie schnell kann man davon körperlich abhängig werden?) und für drei großartige Videos! Letztere möchte ich auch der hochverehrten LeserInnenschaft keinesfalls vorenthalten; als da wären: 1. der neueste Trend aus Saudi-Arabien: Street-Skating auf Birkenstocks sowie 2. eine unglaublich gut gelungene Kanye West Parodie und 3. der schlechteste Kampf der Fernsehgeschichte. Schönen Restsonntag!

YouTube Preview Image YouTube Preview Image YouTube Preview Image

Blogistan Panoptikum KW19 2008

krochaHelge lässt uboot vs. twitter in den Ring steigen, Max hat zwei großartige Videos ausgegraben (Wiener Charme und einen Snooker-WM-Flitzer und Pete verbreitet die frohe Botschaft: es wird eine zweite Staffel von Californication geben. Das sind in der Tat gute Nachrichten – ganz zu schweigen von all den neuen Start-Ups. Zu Tripwolf gibt’s morgen Näheres (nein, die Seite hat weder mit Drogen noch mit Darmproblemen zu tun), und einen Twitsay Account hat ohnehin schon jeder Web-Zwei-Nuller: Textkommunikation ist nämlich so 2007! Die Funktionsweise ist denkbar simpel, die Idea grandios: nach Angabe der Twitter-Account Daten und Registrierung der eigenen Nummer ruft man an, wird von Max freundlich, aber bestimmt aufgefordert, die 10-sekündige Nachricht zu hinterlassen; sofort nach dem Auflegen postet die Applikation einen Link zur Audioaufnahme als Tweet in eigenen Twitter-Feed.

Allerorten krocht’s

Wie man hört, wird wohl das erste FH-Studium für Krocharei eingerichtet, die ja schon länger ein beliebtes Forschungssubjektojbekt darstellt. Sogar Herr Ingenieur Lugner krochte letzthin auf Aufforderung von Maetz wie ein wilder, was allerdings ebenso für recht geteilte Zustimmung sorgt wie der Elmayer’s Braq-Kurs. Aber was soll’s – sogar FM4’s Robert ist unter die Krocha gegangen, die nun eigentlich schon alles haben – außer den passenden Merchandisingprodukten. Fix Oida! Bamm!

amazee wirbt smart

Dieser Tage hat amazee eine meiner Ansicht nach grenzgeniale Werbeaktion gestartet: wer sein eigenes Projekt auf der Plattform registriert und die besten Bewertungen (Project Ratings) bekommt, hat die Chance auf finanzielle Unterstützung – insgesamt 10.000 Euros werden unter den drei besten Einträgen aufgeteilt:

31. Juli 2008: Die 50 Amazee-Projekte, die an diesem Tag die besten Bewertungen (‘Project Ratings’) aufweisen, kommen in die nächste Runde. Die Projekt-Bewertungen können ausschließlich durch registrierte Amazee-Mitglieder vorgenommen werden. Lade also schon heute deine Freunde ein, Amazee-Mitglied zu werden!

31. August 2008: Aus den 50 vorselektierten Projekten kommen die 3 Projekte ins Finale, welche an diesem Tag die meisten (aktiven oder passiven) Projektmitglieder haben.

1.-5. September 2008: Im Finale werden die drei von den registrierten Amazee-Benutzern durch Rating und Beitritt auserkorenen Projekte von einer unabhängigen Jury beurteilt. Daraufhin bestimmt die Jury, wie die € 10’000 unter den drei Projekten aufgeteilt werden.

Genial finde ich diese Viral-Aktion deshalb, weil vom herbstlichen Mega-Rave bis zum Charity-Event oder einer neuen Online-Plattform so ziemlich alles reinpasst, und weil die TeilnehmerInnen tatsächlich einen guten Grund haben, ihre Kontakte zur Registrierung zu ermutigen. Bin gespannt, wie die Sache weitergeht – ich werd den Contest jedenfalls im Auge behalten.

PS: Dieser Eintrag ist das beste Beispiel dafür, dass Facebook-Marketing funkt: auf den Contest gestoßen bin ich durch eine Einladung in die betreffen Facebook Gruppe.

Interview mit David Duchovny

Die Serienjunkies haben ein sehr gelungenes Telefon-Interview mit David Duchovny zur Serie Californication geführt. Zitat:

Ich versuche bei einer neuen Rolle immer, die Person zu fühlen. Was versteht man an diesem Typen? Was kann man nachempfinden? Dann versuche ich, die Besonderheiten dieser Person zu betonen, so dass man realisiert, was diesen Charakter als Individuum bestimmt. Bösewichte laufen nicht herum und denken, sie seien böse. Alkoholiker denken nicht permanent, sie seien Alkoholiker. Sie kommen einfach zurecht und handeln in ihrem Umfeld.

Shibuya Riddim und Kaikoo Footage

Cee von Al Haca war mit seinen Jungs in Japan unterwegs – dem Video nach zu urteilen dürften die Parties dort recht ordentlich abgegangen sein:

YouTube Preview Image

In diesem Sinne bleibt mir nur mehr alle Mütter hochleben zu lassen – und fröhliche letzte 5 Muttertagsminuten zu wünschen, morgen geht der Stress wieder los! Ach ne, halt. Morgen ist ja Feiertag – also party on :mrgreen:


Titelbild: Krocha of the Week, KW 19-2008. [von www.krocha.at]

digitalks #6: die Twitter-Socke

Die Schwarmintelligenz trat bei den gestrigen Digitalks in verschärfter Form auf: den Vortrag von Thomas Fundneider hab ich leider verpasst, Werner Buhre sprach über das Gewicht von Haselnussdosen und die Crowd lag fast richtig.

Alle Präsentationen gibt’s auch online, siehe den Beitrag auf digitalks. Wir mussten allerdings nicht nur das Gewicht besagter Nüsse schätzen, sondern auch in Kleingruppen ein medialer Kleidungsstück crowdsourcen. Helge, Max, Andi, Jürgen und ich haben uns dabei ein geniales Device ausgedacht: die Twitter-Socke: mittels piezoelektrischer Kristalle lädt sie sich beim Gehen auf und verschickt mit dem eingebauten, autarken GSM-Sendeteil jedesmal ein Tweet, wenn sie genug Strom gesammelt hat – mit dem Inhalt, dass wieder genug Strom gesammelt wurde, um eine Twitter-Meldung abzusetzen; in der Version 2.0 vielleicht sogar geocodiert, obwohl wir unschlüssig darüber sind, ob dies dem selbstreferentiellen Zweck nicht eher abträglich wäre.

Allerdings tauchten leise laute Zweifel daran auf, ob wir überhaupt an einem Crowdsourcing-Experiment teilgenommen haben – oder doch bloß an einer klassischen Brainstorming-Session. In der Tag geht’s beim Crowdsourcing ja primär darum, simple Tätigkeiten an den “Kunden” auszulagern; oder wie Helge es so schön formulierte: das Wählscheibentelefon wurde anno dazumal erfunden, weil die freundlichen Damen vom Wählamt irgendwann mit den vielen Gesprächen und dem dauerenden Umstecken der Relais überfordert waren… ein spannendes Beispiel aus der Gegenwart ist etwa das Mechanical-Turk Programm von amazon. Wer Crowdsourcing falsch versteht, könnte in der Tat auf die Idee kommen, die Vorstellung, dass sich die breite Masse niemals irre, habe was faschistoides an sich – aber um dieses Rechthaben geht’s gar nicht, sondern um Error-Margins, Normalverteilungen und Kosteneffizienz. Aber wie auch immer – hier ein paar fotografische Impressionen des gestrigen Abends:

[slideshow=3,450,300]

Blogistan Panoptikum KW18 2008

Damit auch absolute Fußball-Unkenner wie ich mitreden könnten, so sie denn überhaupt wollten, veröffentlicht facts.ch dieser Tage eine unvorstellbar leicht verständliche Erklärung aller ansonsten so kryptisch scheinenden Kicker-Regeln. Mehr Faktenwissen gibt’s bei Helges Vergleich von Twitter und uBoot. Aber weil man von kurzen Messages nicht satt wird, weist Pete auf Michis feigen Anti-Chemiefood Versuch hin. Und wer immer schon mal wissen wollte, wie Facebook, Myspace und Method Man zusammengehen, liest am besten bei Dan nach – und einen feinen, brandaktuellen jazzy-flavoured Housemix gibt’s dort ebenfalls for your weekend listening pleasure.

Die Polarrose erkennt dich

Noch nie klang “beta test on the way” so bedrohlich :-) Polar Rose baut gerade eine Plugin-Technologie, die es hinkünftig erlauben soll, Personen auf öffentlichen Bildern automatisch zu erkennen. Zum Einsatz kommt dabei offensichtlich sowohl Bilderkennungstechnologien als auch Crowdsourcing Strategien:

The Polar Rose browser plugin for Firefox (Internet Explorer coming soon) lets you discover who’s in any public photo. The browser plugin is currently in private beta and we are letting in new explorers in every day. […] The plugin detects people in public photos and places our signature rose approximately where the pinhole of their shirt would be. […] As a Polar Rose explorer, you help train our engine by tagging names or verifying the data generated by Polar Rose or by your fellow explorers.

So sieht also die Zukunft des Bildertaggens aus… naja, wer weiß: wenn die Zahl der Überwachungskameras weiterhin so zunimmt, dann laufen wir womöglich eines Tages doch noch alle mit Burkas rum.

Berichte von der Web-Expo Front

Über das Wordcamp in Vancouver, das dieser Tage stattgefunden hat, sind noch keine Online-Gerüchte durchgedrungen; dafür häufen sich die Berichte über eine anscheinend recht interessante Web-Expo: Dieter hat einiges an Eindrücken zusammengetragen, speziell die Keynotes von Fake Steve Jobs und die Präsentation eine Präsentation zum Thema “Social Media Optimization and Marketing 101″ scheinen auf erhöhte Aufmerksamkeit gestoßen zu sein. Die original Powerpoints gibt’s unter den angeführten Links alle zum Nachgucken, allerdings zeigen die schriftlichen Zusammenfassungen vor allem eines: solche Konferenzen sind zum Networken da. Denn das Social Marketing für wenig Bareinsatz hervorragenden Return of Invest bringt, ist nun in der Tat keine bahn- oder sonstwas brechende neue Erkenntnis.

Blogperfume Feedanalyse

Bei Blogperfume gibt’s ein nettes Tool zur Feedanalyse, damit lässt sich vor allem die langfristige zeitliche Entwicklung der eigenen AbonnentInnen-Zahlen sehr übersichtlich darstellt; bekanntlich lassen sich Feed-Zahlen am vergleichsweise schwierigsten manipulieren und gelten daher als sehr sicherer Indikator; na dann kann ich ja mal recht zufrieden sein:

google

Ansonsten bleibt nur mehr zu erwähnen, dass ich gestern meine Akkreditierungsbestätigung für das spring08 bekommen hab – und nach zwei Jahren Abstinenz ist die Vorfreude auf das beste Elektronik-Festivals Mitteleuropas natürlich riesengroß. Einen kleinen Vorgeschmack bieten die Videos der Vorjahre; ganz besonders freue ich mich auf das Set von Techno-Miterfinder “Magic” Juan Atkins.

Was für eine Blogkette denn?

Heute habe ich wieder mal ein E-Mail bekommen. Das kommt nicht oft vor, daher widme ich Lauras Message gleich einen ganzen Beitrag – es geht nämlich um einen sogenannte “Blogkette”, die mein bescheidenes Verständnis von Blog-Aggregation ein wenig übersteigt.

Hallo, ich bin derzeit auf der Suche nach den besten Blogs Deutschlands. Denn im Rahmen unseres Projekts “Blog-Kette” wollen wir – vielleicht gemeinsam mit dir – das größte Blogprojekt der Republik aufbauen.
Bei meiner Suche bin ich nun auf deinen Blog gestoßen, der gut in unser Konzept passen würde. Deshalb würde ich dich bitten uns zu gestatten, die Artikel deines Blogs per RSS einzulesen.
Selbstverständlich kannst du deinen Blog jederzeit wieder austragen. Du gehst keine Verpflichtungen ein und die Teilnahme an dem Projekt “Blog Kette” ist kostenlos – du profitierst sogar durch die Teilnahme:
-zusätzliche Backlinks für deinen Blog
-dein Blog wird namentlich erwähnt
-Teilnahme an Blog Kette Aktionen z.B. bei Technorati
-Linktausch mit Blog Kette Blogs

Über deine Zusage freue ich mich.
Viele Grüße
Laura, www.Blog-Kette.de

Hi Laura,

ich hab mir grad die Seite angesehen und muss zugeben: ich kapier überhaupt nicht, worum’s bei der Blogkette geht. Einen About-Text, der die Idee des Projekts erklärt, hab ich nicht gefunden – unter der betreffenden URL sehe ich ein Blog mit Beiträgen über eine Münchner Reitschule, ein Fußballspiel und richtige Zahnpflege – ein Schelm könnte meinen, ihr prozessiert einfach nur eine Latte von RSS Feeds, schmeißt sie in ein Blog und fertig. Sozusagen eine Art automatisierte Social News Community mit akutem Duplicate Content Mehrwert. Vielleicht versteh ich ja was falsch – in dem Fall bitte ich um Aufklärung. Mitmachen werde ich allerdings auch aus anderen Gründen nicht können, weil ich im Eintragungsformular gerade folgenden Satz gefunden habe:

Mit dem Abschicken Deiner Informationen versicherst du, dass dein Blog keine rechtswidrigen oder expliziten Infos und Bilder beinhaltet und, dass deine Inhalte nicht gegen Rechte oder Gesetze verstoßen. Du garantierst, dass deine Texte und Bilder frei von Rechten Dritter sind und, dass deine Inhalte auf Blog Kette eingelesen und veröffentlicht werden dürfen.

Tja… weder alle meine Texte noch Fotos sind “frei von Rechten Dritter”: mein Lieblings-Portraitbild z.B. – das schwarzweiße – hat Helge gemacht. Die letzte Berlin-Gallerie ist von Bernd. Und unter dem Punkt GastautorInnen gibt’s einige komplette Beiträge, die gar nicht mal von mir geschrieben sind! Und dann zitiert ich auch noch dauernd so Zeugs… nene, keine Rede von “frei von Rechten Dritter”. Ich hab bloß die Publikationsrechte für datenschmutz.

Aber vielleicht versteh ich das auch alles einfach falsch… schaden könnte eine Überarbeitung des About-Textes zum “größten Blogprojekt der Republik” (welcher Republik eigentlich?) garantiert nicht!

PS: außerdem meint Jean Lafitte zu Blogketten: Nur Piroten is nix verboten!

Blogistan Panoptikum KW11 2008

Helge firefoxed im 3er Style, weist (und das ist schon längst fällig!) auf die frappanten Ähnlichkeiten von Charleston und Krocha hin und wird von DaddyD in den Starstatus erhoben, Marie bringt im Alleingang ihre Verfassungsbeschwerde gegen das Sicherheitspolizeigesetzt ein (toi-toi-toi! Details gibt’s auf Platterwatch), Dieter präsentiert eine spannende Jail-Art Ausstellung hin sowie die aktuelle Testimonial-Kampagne meines Lieblingsmagazins Datum – Blogosphäre-Business as unusual eben.

Datum-Interview mit Roger Köppel

Mein ehemaliger Studienkollege Klaus Stimeder, inzwischen Chefredakteur des imho bei weitem lesenswertesten österreichischen Magazins, hat mit Roger Köppel gesprochen. Der Chefredakteur und Verleger der Schweizer Weltwoche spricht über seine Vorliebe für radikalen Neoliberalismus und bringt ein wenig Außenperspektive in die Beobachtung der österreichischen Medienlandschaft – auch wenn ich persönliche die riesige Bewunderung für die Printprodukte der Fellner-Brüder noch nie teilen konnte. Das komplette Interview gibt’s am Online-Standard.

Innenminister behindert Behinderte

Erste konkrete Ergebnisse von Platterwatch.at werfen kein gutes Licht auf das Parkverhalten des Herrn Innenministers: beim Polizeiball stellte er sein Dienstauto, auch nachzulesen auf Bizeps.or.at. Zwar gilt die StVO theoretisch wohl auch für den Innenminister, der ja bekanntlich im eigenen Land keine diplomatische Immunität genießt, aber dass die zahlreich anwesenden Uniformierten ihren Oberchef zur Kasse baten, darf doch als sehr unwahrscheinlich gelten.

eiFon Tarife für .at

Georg hat recht: die österreichischen eiFon Tarife machen durchaus Sinn, mit 1000 Inklusivminuten kann man durchaus ein Weilchen schnacken und mit 3 Gigs das eine oder andere .txt-File runterladen. Der hiesige Mobilfunkmarkt ist dank seiner Überschaubarkeit, hoher Penetration und mehreren Big Players äußerst kompetitiv und die Gewinnmargen entsprechend gering, das zeigt sich auch bei diesem Tarifmodell. Wenn denn überhaupt Zeit bleibt zum telefonieren :-)

3D-Bilder nicht sehen können

Sie konnten damals in den 90ern diese 3D-Bilder nie sehen und hielten die gezielte Schielerei schön langsam für eine Verschwörung des Rests der Welt gegen Sie? Leider sind besagte kulturelle Artefakte fast gänzlich verschwunden, aber Max bietet eine erneute Gelegenheit zum Scheitern – und hat eine Anleitung für die 3D-Selbstbau-Brille parat. Übrigens: das datenschmutz-Logo ist natürlich auch ein 3D-Bild. Wer den verborgenen Text lesen kann, gewinnt 1 1/2 Trackbacks!

Und Katzen sprechen doch…

Wie dieses Video ein für allemal beweist – nur leider können wir ihre Sprache nicht verstehen:

YouTube Preview Image

Aber glücklicherweise gibt’s ja das Internet, und ein Kätzisch-Kundiger hat für alle weniger tiersprachen-talentierten Youtuber die englische Übersetzung angefertigt:

YouTube Preview Image

In diesem tiervölkerverständigenden Sinne wünsche ich unvorstellbar erfüllende restliche 60 Sonntagsminuten und absurd viel Energie, um der langsam aber sicher übermächtigen Frühjahrsmüdigkeit entgegen zu wirken :mrgreen:

Internet am USB-Stick

Die österreichische Regierung hat wohl eingesehen, dass die Sache mit der Totalüberwachung keine gute Idee war und hat nun beschlossen, zumindest für eigene Surf-Zwecke den gesamten anständigen Teil des Netzes auf einen USB-Stick herunterzuladen.

Doch selbst wenn 90% des Netzes eh nur aus (daten)Schmutz bestehen, selbst die restlichen 10 Prozent passen unmöglich auf einen handelsüblichen USB-Speicher. “Macht nix,” dachten sich Gusi und Molti, “dann lassen wir uns eben einen extra-großen Stick anfertigen!” Und jetzt hat die Regierungstruppe, der’s bei den aktuellen Querelen und Hintergrund-Diskussionen über Neuwahlen ja eigentlich ganz schön schwer fallen muss, Einigkeit zu demonstrieren, das kleinste gemeinsame Vielfache und den größten gemeinsamen Nenner in Materialunion zu finden.

Man beachte Willi Molterers leicht angestrengt wirkendes Grinsen – vermutlich gefällt ihm ganz und gar nicht, dass der Klammeraffe in Rot auf den Stick gedruckt wurde. Was dem Publikum aber verborgen blieb, ist das überdimensionale Elektronengehirn, an das die nunmehr offline gegangene und am USB-Stick gespeicherte Internetoffensive Österreich angeschlossen wird. Man braucht mindestens drei kräftige Männer, um den Einschaltknopf zu betätigen und ein schnelles Motorrad, um auf der Tastatur von A nach Ä zu fahren… finanziert wurde der neue Regierungsrechner übrigens aus den Defiziten des Eurofighter-Kaufs. Aber vorerst geht die Offensive in die Defensive:

USB-Stick

Zunächst werden sechs Arbeitskreise gebildet, die unterschiedliche Themen analysieren und diskutieren sollen. Die Vorschläge dieser Gruppen werden gesammelt und sollen dann im Herbst in Form der “Österreichischen Internetdeklaration” präsentiert werden.

Beruhigend, dass die Arbeitskreise unterschiedliche Themen bearbeiten – und auf die Deklaration bin ich hochgradig gespannt. Ob die wohl auf Pergament und handgeschrieben an die Tore des Bundeskanzleramts angeschlagen wird? Mehr zum Thema Online- und Offline-Symbolik gibt’s bei Helge, Freunde der seriösen Berichterstattung statten der FuZo oder den Digitalks (die übrigens heute Abend nicht-virtuell stattfinden) einen Besuch ab.

Gratis-Internet für 3 Euro pro Tag

“Teuer ist das neue gratis” wär vermutlich ein eher kontraproduktiver Werbeslogan. Und kostenpflichtig bedeutet bekanntlich nicht in allen Fällen dasselbe wie umsonst. Aber Fon hat anscheinend Probleme mit der guten alten Kategorienverwechslung, und das kommt so:

Helge hat vor geraumer Zeit mal eine Liste von Wiener Lokalitäten mit Gratis-WLAN Hotspots veröffentlicht – die wurde immer umfangreicher und umfasst inzwischen (Stand Februar 2008) 111 Gastronomie-Betriebe mit frei verfügbarer Netzanbindung – mit Ausnahme des 11. Bezirks sind alle 22 Wiener “Hiebe” vertreten – die Liste erfreut sich mittlerweile großer Beliebtheit: schließlich gehört der Laptop inzwischen fix zum Wiener Kaffehausbild.

Enter Fon: der deutsche Internet-Anbieter vertreibt WLAN-Router an Privatpersonen und Gastronomiebetriebe. Wer selbst “fonero” ist, kann die restlichen Hotspots gratis nutzen, alle anderen müssen 3 Euros pro Stunde bezahlen. Bei der Akquise von Neukunden ist de/at/ch Marketing-Cheffe Florian Forster nicht gerade zimperlich – und schrieb vor kurzem alle Lokale, die auf besagter Liste stehen, an. Helge schreibt dazu:

Fon (wo man sich gerne als “Movimiento” für freies Internet in der Welt darstellt und mit Mandela und Ghandi in Verbindung bringt) möchte die 125+ kostenlosen Wiener Hotspots in kostenpflichtige umwandeln.

“Gäste surfen kostenlos”.. Warum bewerben die ÖBB eigentlich Bahnfahren nicht auch als kostenlos? Schließlich zahlt man als ÖBB-Mitarbeiter ja nichts. Aber auch das zweite Argument für einen Wechsel hat es in sich: “Jede Nutzung ist bei Bedarf nachvollziehbar”. Im Mailing heißt es dazu:
Doch auch wenn es schnell und einfach für Ihre Gäste ist, so wissen Sie jedoch nie, wer bei Ihnen surft – und v.a. können Sie nicht verhindern, dass auf illegale Inhalte zugegriffen wird.

Ah, danke Señores – ihr wollt unsere Hotspots nicht nur kostenpflichtig machen, ihr wollt uns auch noch überwachen? Den Wirten nahelegen, uns zu bespitzeln – oder wie ist das zu verstehen? Und alle unsere Inhalte durch Filter laufen lassen – oder wie wollt ihr sonst “verhindern, dass auf illegale Inhalte zugegriffen wird”?

Full Akk! Solche Bottom-Up Netze funktionieren auch tatsächlich selbstorganisiert, wie Funkfeuer, Freewave und Quintessenz nachdrücklich beweisen. Aber nicht genug mit dem Listen-Hijack, die Story geht noch weiter: Fon versucht mit einem Nebelbombenteppich und dem Verbreiten von Angst und Schrecken die Wirtsleut’ von angeblichen rechtlichen Risiken des Gratis-WLAN zu überzeugen. Bodensee-Peter hat ebenfalls einen Beitrag über die Aktion geschrieben, Robert sieht im potentiellen Mitgehangen-Mitgefangen-Risiko keine grundlegenden Unterschiede zwischen eigenem WLAN und Foneros. Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang auch Max‘ Analyse der fon-AGBs, vor allem im Hinblick auf Bindungsdauer und Nachvollziehbarkeit.

Wie auch immer: dass Paranoia-Marketing auf keine Gegenliebe stößt, ist durchaus verständlich. Pfui, fon – eure Akquise-Kampagne erinnert nachhaltig an die legendären Tabletten gegen die Angriffe von Außerirdischen!

Werbeplanung 2008: erhältlich ab 3. März

Die aktuelle Leistungsschau der österreichischen Online-Marketing Szene ist soweit fertig gestellt und in Druck. Ab 29. Februar gibt’s die Online Version zum Download, am 3. März gibt’s die Printpublikation. Der Inhalt sind Zahlen-Daten-Fakten auf 150 Seiten – sowie einige Fachbeiträge.

werbeplanungIch hab über österreichspezifische Online-Werbung geschrieben, Kollege Helge ist ebenfalls mit an Bord, auf die weiteren Texte bin ich gespannt. Einige Inhalte werden sicherlich für Kontroversen sorgen, vor allem das Agenturranking – außerdem finden Einsteiger eine Übersicht über die Klickraten gängiger Werbemittel. Und in punkto SEO kann ich mich der Meinung der Experten nur anschließen:

Die Fachleute sehen übrigens Suchmaschinen-Marketing als das Thema für heuer. Dem tragen wir mit der Rubrik “Search” Rechnung. Last, but not least – unser Herz – Sie finden die Eckdaten der wichtigsten Online-Medien Österreichs ab Seite 45 und der 250 New-Media-Agenturen, sortiert nach ihren Fachgebieten.

Das Handbuch dient sozusagen als Übersichtstool für alle Werbe- und Marketing Budgetverwalter, die Geld ausgeben wollen und sich vorher einen Überblick über Effizienz und Marktangebot verschaffen wollen. Ich bin wie gesagt sehr neugierig, vor allem aufs Ranking:

Eine andere dunkle Ecke des Online-Marketings ist die Frage nach der Qualität der Umsetzungspartner. Wir haben mit Unterstützung von Integral die Auftraggeber gebeten, ihre Agenturen zu bewerten. Das Ergebnis, wer die besten Agenturen Österreichs sind, unterscheidet sich wesentlich von den Reihungen nach Größe oder Umsatz anderer Fachmedien.

Und hier für alle datenschmutz-LeserInnen ein extrem exklusives Goodie – File under Vorabdruck. Im pdf gibt’s eine Story über Web 2.0 Start-Ups aus .at, Dieter Rappold spricht im Interview über Web 2.0 Trial-and-Error und Helge erklärt, warum Viral Marketing nicht bloß aus lustigen Filmchen besteht. Et voila, enjoy!


Werbeplanung: Start-Ups aus Österreich [pdf-Format, rechte Maustaste und “speichern unter”]


Willkommen in der Bild-Ton Scherenschleiferei

Niemand auf der Welt fängt die Essenz der von ihm abgelichteten Persönlichkeiten so eindrucksvoll ein wie der weltberühmte Fotograf Helge. Umso glücklicher darf ich mich schätzen, nun schon zum zweiten Mal von ihm mittels photonischer Digitalmagie festgehalten worden zu sein.

Helge hat eine spezielle fotografische Technik erfunden, die sogenannte organische Matrizen-Typographie, eine faszinierende Verbindung aus T-Shirt Popkultur und posenhafter, aber genau geplanter doppelter Verwendung von Körperteilen. Ein Statement, ganz im Sinne von Gilles Deleuze, das unweigerlich an eine Kombination der Detailverliebtheit des späten Pieter Brueghel den Älteren mit der Abstraktionsfähigkeit eines Matt Groening gemahnt. Wie weiland Francis Bacon gewinnt der Fotograf scheinbar alltäglichen Dingen des Alltags (“Legenden sterben nicht im Bett”) eine ganz neue, nur scheinbar überraschende Dimension ab:

legenden

Außerdem war ich grade mal wieder bei Pow.lee und Radio U-Ton zu Gast – der Podcast folgt demnächst. Wir überlegen grade, den bisherigen Jahresrhytmus auf ein Monat zu verkürzen… also nicht wundern, wenn’s demnächst einen regelmäßigen Social Network Podcast, aufgenommen in perfekter ORF Funkhaus Qualität, gibt.

Barcamp Rückblick, Teil 2

barcamp2008Die Echtzeitmedien rotieren, Fotogallerien explodieren und die Trackbacks fliegen nur so durchs Netz: kein Wunder, war ja auch ein ausgesprochen intensiver Tag des Austauschs gestern. Und während die Netzavantgarde ganz gern davon spricht, dass Blogs längst wieder out wären, hab ich den Eindruck, dass die Szene in .at von Monat zu Monat spannender und vielfältiger wird. Eine kleine Rundschau auf die rückblickende Berichterstattung auf das gestrige Barcamp Vienna – to be erweitert.

Auf Startup gibt’s einen englischsprachigen Rückblick, Modeexpertin Michaela freut sich über’s lady-adäquate Shirt (ich war für “large” leider zu spät dran) und auf soup.io wurde live berichtet. Max hat völlig recht, wenn er schreibt, dass die Gespräche zwischen den Sessions ebenso spannend waren wie die Vorträge selbst. Sekantes Fazit kann ich mich nur anschließen:

Angenehm viele Leute und angenehm gestreute Themen und Interessen beim Barcamp im werkzeugH.

Update: Christian Spanring hat’s ebenfalls gut gefallen, und hier erreicht man die Blogsvision beta.

Von mir ebenfalls nochmals ein phattes thx an Helge und die anderen Organisatoren! Meinen persönlichen Rückblick hab ich gestern veröffentlicht, hier noch die ppt mit der quick-and-dirty Vergleichs-Screens zwischen myspace, StudiVZ und Facebook, die Andi für unsere Facebook-Diskussion zusammengestellt hat:


facebook.ppt (Powerpoint-Präsentation, rechte Maustaste + “speichern unter”)


Jürgen hat auf seinem Blog einen Rückblick veröffentlicht und attestiert dem Event hohe qualitative Quantität (oder umgekehrt):

aber sehr sehr interessant ist, dass die Szene in Österreich wächst :-) zwar noch nicht so groß wie in Berlin, aber die Qualität in Österreich ist quantitativ locker auf demselben Niveau.

Apropos Berlin: Norbert von trendone hat Martin und mich zum 2. Virtual Thinktank nach Berlin eingeladen – das Thema “Konvergenz von Games und Film” klingt sehr spannend, mal sehen, ob sich das ausgeht… eine kurzer Berlin-Abstecher wär eh mal wieder fällig, aber vorher geht’s nächste nach London zur Koordination der Fotografisch.at hat sehr gelungene Stimmungsbilder veröffentlicht, Peter Höflehner stellte einige Vortragspix online, weitere Pix gibt’s bei Yatil – und Gibarian hat einige gastronomische Impressionen festgehalten (Food & Drinx im Werkzeug waren deliziös wie immer.)

Absolut flashiges Highlight: das erste 360° Panorama von Vollwertmedia.at ist bereits online. Ich war ja schon sehr neugierig – und das Resultat sieht wirklich grandios aus… weitere Panoramen werden folgen.