Ich stehle frech aus dem aktuellen Titanic-Heft Nr. 7/2009 - denn heute ist ein guter Freitag, ich hab das neue Ausgabe beim Trafikanten mitgenommen und kam nicht mal über Seite sechs - "Briefe an die Leser" - hinaus, ohne diesen diabolischen Diebstahl geistigen Eigentums begehen zu müssen. In diesem Sinne also hier der Beitrag Schlimm, deutsche Zeitungsverleger. Nicht mal OCR-gescannt, sondern ganz Oldschool abgetippt:
Schlimm, deutsche Zeitungsverleger, dass Euch das böseböse Internet Eure Top-Qualitätszeitungen kaputtmacht: "Zahlreiche Anbieter verwenden die Arbeit von Autoren, Verlagen und Sendern, ohne dafür zu bezahlen." Weswegen Ihr in einem gemeinsamen Appell von Springer, Spiegel, Bauer, Gruner + Jahr und anderen Bastionen der journalistischen Seriosität fordert, dass die "ungenehmigte Nutzung fremden geistigen Eigentums verboten bleiben" müsse. Schön und gut, Verleger. Nur- wo bekommen Eure Angestellten denn dann demnächst ihre "Hintergrundinformationen" her, wenn sie nicht einfach bei Wikipedia abpinnnen dürfen? Und woher nehmen sie nach dem nächsten Flugzeugabsturz/Amoklauf die Bilder der Opfer, wenn sie nicht mehr nach Blieben StudiVZ, Facebook oder die Homepages von Sport- und Freizeitvereinen plündern dürfen? Das dürfen die schon jetzt nicht? Und Ihr schert Euch aber einen Dreck drum? Weil's ja eben um "die Erstellung von Qualitätsinhalten und von unabhängigem Journalismus" geht? Und nicht etwa ums liebe Geld?
I wo; Ihr wollt ja nicht mal Subventionen: "Gerade weil wir keine Subventionen wollen, benötigen wir Unterstützung beim Schutz des geistigen Eigentums." Die könnt Ihr gerne haben: Behaltet Euer geistiges Eigentum mal schön für Euch!
Nimmt's nicht mal geschenkt:
Titanic
Danke! Dem hab ich nix hinzuzufügen. Außer: ich hab mir gerade ein Abo bestellt, denn ich möchte nicht riskieren, zukünftig eine Ausgabe zu verpassen
In anderen Ländern mit vergleichbarer Struktur wäre von einem Medienskandal gröberen Ausmaßes die Rede, in .at dagegen rauscht die Ankündigung von ATV-Eigentümer Herbert Kloiber, die Hälfte der 130 Mitarbeiter zu entlassen und künftige Produktionsaufträge nicht mehr in Österreich zu vergeben, relativ ungehört durch den Blätterwald. Diese Maßnahmen wolle er umsetzen, sofern die "Medienförderung für private Sender in der Budgetrede am 21. April nicht einmal im Subtext vorkomme," so Kloiber. Ich habe aus aktuellem Anlass ein Interview mit Alexander Millecker, Leiter der aktuellen Redaktion von ATV (aka Nachrichtenchef), geführt.
"Vergleicht man heute ORF1 und ATV, dann läuft bei uns mehr selbst und in Österreich produziertes Programm - ORF1 sehe ich daher längst nicht mehr als öffentlich-rechtlichen Sender," so Alexander Millecker. Die Stimmung unter den Mitarbeitern befindet sich verständlicherweise nicht gerade am Höhepunkt, trotzdem verstehen die meisten die Beweggründe ihres Chefs - denn ohne Druck der EU gäbe es in Österreich vermutlich heute noch kein duales System.
Dem Standard ist die Meldung gerade mal 11 Zeilen wert, die Diskutanten finden die Ansage Kloibers großteils zynisch und menschenverachtend. Dass die Ansage keineswegs aus heiterem Himmeln kommt, sondern letztendlich das Resultat einer konsequenten Medienversäumnis-Politik darstellt, wird dabei natürlich mit keinem Wort erwähnt. Doch wir erinnern uns: vor nicht allzu vielen Jahren war die Alpenrepublik mit Ausnahme Albaniens das einzige europäische Land ohne privaten Rundfunkanstalten. Nicht zuletzt im Zuge des EU-Beitritts entstand Handlungszwang, entstanden Privatradios und Fernsehsender. In einem so kleinen Land wie Österreich gelten aber einige Spezifika, die Nationalökonomen unter dem Begriff "Economies of Scale" zusammenfassen. Bei knapp 8 Millionen Einwohner ist eben jede Sparte in absoluten Zahlen weitaus kleiner als in größeren Ländern.
Sieht man Fernsehen trotzdem als öffentliches Gut an, muss eben der Staat angreifen und die Versorgung sicherstellen - und das hat er in immensem Umfang auch getan, aber eben nur für den staatlichen Rundfunk. Anders als ZDF und ARD in Deutschland beschränkt der ORF sein Angebot keinesfalls großteils auf Non-Unterhaltung, ganz zu schweigen von einem abendlichen Werbeverbot. Die Mischfinanzierung aus Zwangsgebühren und Werbeeinahmen reichte bislang sogar aus, um eine ganze Armada "weißer Elefanten" durchzufüttern, denn selbstverständlich muss die ORF-Führungsriege von jeder neuen Regierung ausgetauscht werden. Da bleibt für die beiden Privatsender ATV und PULS4, die schon lange eine Beteiligung an den RF-Gebühren fordern, nix mehr vom Kuchen übrig, schließlich lässt sich staatliches Fernsehen viel besser mit der Politik verzahnen.
Vor diesem Hintergrund wird der "Erpressungsversuch" Kloibers durchwegs verständlich. Was mich allerdings wirklich überrascht hat, ist die nicht bloß strategische, sondern faktische Inkompetenz der handelnden politischen Personen, die man mit etwas gutem Willen auch als Desinteresse bezeichnen könnte. Hier ein gekürzte Form des Interviews - das komplette Gespräch gibt's als Stream zu Anhören:
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ritchie: Das Statement des ATV-Besitzers, die halbe Belegschaft entlassen zu wollen, sorgt für weniger Aufregung als man erwarten könnte - ist die Drohung ernst zu nehmen?
Alexander Millecker: Herbert Kloiber hat diese Ankündigung schon vor längerer Zeit in Cannes gemacht. Ich glaube, dass er sich die Sache sehr genau überlegt hat; eine solche Ankündigung macht man nicht leichtfertig. Es handelt sich um den traurigen Höhepunkt einer langen Geschichte der Ignoranz in der österreichischen Medienpolitik. Bereits zwei Vorgängerregierungen haben diese Förderung für privaten Rundfunkbetreiber versprochen und sogar in der Koalitionsvereinbarung verankert. Obwohl diese Ankündigung - ein paar dürre Zeilen - fast unverändert übernommen wurde, haben Gespräche gezeigt, dass offensichtlich kein Interesse besteht, diese Förderung auszuschütten.
In der aktuellen Situation, in der quasi jedes Medium mit Werberückgängen rechnen muss, kann das natürlich durchwegs existenzbedrohend sein. Die Verantwortung trägt aus meiner Sicht ganz klar die österreichische Medienpolitik.
?: Wäre die Auszahlung eines Teils der ORF-Gebühren an private Rundfunksender ein gangbarer Weg?
!: Natürlich könnte man von Seiten des Gesetzgebers her Rundfunk als "Public Value" ansehen und dann sagen, jeder, der Public Value anbietet, hat ein Recht auf öffentliche Förderung; das ist eine Möglichkeit, aber gar nicht unbedingt jene, die wir haben wollen. Wir bestehen auch gar nicht konkret auf einer speziellen Medienförderung. Was wir wollen, sind faire Marktbedingungen. Der ORF finanziert sich zu zwei Drittel durch Gebühren und zu einem Drittel über Werbung. Wenn der Herr Wrabetz - das muss man ganz offen sagen - aufgrund seiner nicht sehr glücklichen Programmpolitik und einiger anderer Faktoren jetzt einen höheren Finanzbedarf hat, dann ist das eine Sache. Aber in keinem anderen Land wird der Werbemarkt derart vom staatlichen Rundfunk dominiert; und wenn der ORF nun zusätzliche Ausweitung der Werbezeiten möchte, weil die Finanzierung in Krisenzeiten schwieriger fällt, dann muss man bedenken, dass sich privates Fernsehen nicht zu einem Drittel, sondern zu 100 Prozent aus Werbeeinnahmen finanziert; die Situation ist damit, wenn man so will, dreimal so schwierig.
Wir hängen nicht an dem einen oder anderen Modell, sondern wir wollen faire Marktbedingungen und wir wünschen uns, dass die Regierung dem altbekannten Lippenbekenntnis zum dualen System endlich Taten folgen lässt - sei es in Form der versprochenen Medienförderung oder in anderer Art und Weise.
?: Hat die Politik denn überhaupt ein Interesse an einer Veränderung der Situation?
!: Erstaunlicherweise nicht, und zwar vollkommen unabhängig von der Parteifarbe. Man möchte meinen, dass in einem demokratischen Staat des 21. Jahrhunderts Medienvielfalt per se einen Wert darstellt, sonst wäre ja eine Presseförderung ebenfalls sinnlos. Niemand käme auf die Idee, den Standard oder Die Presse abzuschaffen, weil diese Zeitungen ohne staatliche Förderung nicht überlebensfähig wären. Dabei dominiert der ORF den Fernsehmarkt ja nicht nur Werbebereich, sondern auch den Einkauf - und überbietet trotz der angeblichen Finanzkrise Privatsender beim Einkauf von Serien und Filmen. Aber der Politik scheint die Situation kein echtes Anliegen zu sein.
?: Ich find's ja unglaublich ignorant von SPÖ-Spitzenkandidat Faymann, den Diskussionsrunden im Privat-TV fernzubleiben - eigentlich ein deutliches Signal.
!: Ich kann mir schon vorstellen, dass für Parteien bzw. Parteisekretariate der Umgang mit privaten Medien nicht so einfach ist. Sie haben hier weder Einfluss auf die Besetzung in meiner Redaktion, noch kümmert es mich, wenn irgend jemand anruft und glaubt, er könne sich bei einer Sendung rein- oder rausreklamieren. Das ist bei den Kollegen vom ORF wahrscheinlich nicht immer so, aber darin besteht auch unser Vorteil. Zuständige Politiker - ich möchte keine Namen nennen - wussten, wie sich in Gesprächen zeigte, nicht einmal, wie viele Mitarbeiter ATV hat. Da war die Rede von 50 Personen, dabei arbeiten allein am Standort Wien 120 Personen, dazu kommen natürlich noch die freien Mitarbeiter sowie sämtliche Produktionsfirmen und Dienstleister, die von ATV abhängen. Das sind insgesamt 400 bis 500 Arbeitsplätze, und insofern finde ich diese Einstellung der Politiker wirklich kurzsichtig: wenn irgendwo 100 Leute in Kurzarbeit geschickt werden, ist schnell mal ein Politiker zur Stelle, um eine Wortspende vor den Kameras abzugeben. Doch obwohl in diesem Fall mehrere 100 hochqualifizierte Arbeitsplätze gefährdet sind, gab es bislang überhaupt keine Reaktion.
Das komplette Interview anhören:
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| 12. Februar 2009 | ||
| 18:00 | bis | 23:00 |
Twitterer sind, das wissen wir von diversen Barcamps, Grillereien und Microblogging-Mittwochen, gesellige Leutchen, und so kann man nur hoffen, dass die Wiener Crowd recht zahlreich erscheint. Denn der lokale Ableger der weltweiten Charity Aktion lässt sich am besten in den Worten des Organisators erklären: Tweet. Meet. Give. Und beim Treffen für den guten Zweck reinen Wassers schmeckt das Bierchen gleich doppelt so fresh. Oder ausführlicher:
On 12 February 2009 175+ cities around the world will be hosting Twestivals which bring together Twitter communities for an evening of fun and to raise money and awareness for charity: water.
Im September 2008 entstand die Idee, seit diesem Zeitpunkt werkeln hinter den Kulissen unzählige Freiwillige - mehr Hintergrundinfos bietet die offizielle Homepage. Wer in Wien lebt, ist in punkto Leitungswasser ganz besonders verwöhnt. Da vergisst man schnell mal, dass immer noch 1,1 Milliarden Menschen weltweit kein sauberes Wasser zur Verfügung steht, was wiederum den Hauptgrund für Seuchen und Epidemien in den betroffenen Gebieten darstellt. Es geht am 12. Februar also nicht nur darum, Spendengelder einzusammeln, mit denen nachhaltige Trinkwasser-Lösungen finanziert werden sollen, sondern auch um Awareness für ein dringendes Problem.
Am Twestival Wien Blog kann man direkt Spenden, die am Donnerstag freiwillig zu erwerbenden Eintrittskarten kosten 5 Euros. Sämtliche Einnahmen gehen zu 100% an Hilfsorganisationen, die sich um den Brunnenbau kümmern. Ab $4.000 ist eine "Brunnenpatenschaft" drin:
Twestival cities might consider setting a goal to raise enough money from their event to fund a well project in a developing country, starting at $4,000 USD.
Selbstverständlich werden alle Events live im Netz gestreamt, @MountainDan wird für Techfluff live aus Wien berichten und den einen oder anderen Besucher interviewen. Aber keine Angst: Dan ist New Yorker, er spricht zwar gut deutsch, aber feine Bosheiten und gemeine Fragen muss niemand fürchten
Stattdessen wird DJ Smartula einen sauber gewaschenen musikalischen Klangteppich quer durch's WerkzeugH verlegen, außerdem werden ein Nintendo Wii sowie eine Logitech Boombox unter der spendenwilligen Besucherschar verlost. Loki freut sich auch schon aufs Twitter Get-Together: man sieht sich am Donnerstag!
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Im Web 2.0 werden nicht nur Homepages tapeziert, sondern auch alle möglichen Profile. Bei Youtube, Twitter und vielen anderen Social Networks lässt sich die eigene Page mit einem beliebigen Hintergrundbild ausstatten, meist hat der User dabei die Wahl zwischen Einzelbildern in fixer Größe oder einer sogenannten Tile (Kacheln): dabei handelt es sich um ein verhältnismäßig kleines Bild, dessen Motiv wiederholt wird. Der große Vorteil eines wiederholenden Muster liegt nicht nur in der geringen Ladezeit, sondern auch in Unabhängigkeit von der Bildschirmauflösung: egal ob 800x600 oder 1920x1280 aufwärts, das wiederholende Hintergrund-Muster sieht immer gleich aus, zum Beispiel so.
Mit BgPatterns.com wird die Online-Erstellung derartiger Hintergrund-Patterns zum Kinderspiel. Zwar existiert eine ganze Reihe solcher Background-Generators, doch BgPatterns hebt sich meiner Meinung nach durch den äußerst gelungenen Kompromiss aus Flexibilität und einfacher Bedienung von anderen Lösungen ab. In einem simplen dreistufigen Prozess werden Farbe, Textur (und Symbol ausgewählt, optional lässt das Bild rotieren und es gibt die Möglichkeit, die gewählte Kachel nicht vollflächig, sondern nur in den vier Ecken des Bildschirm anzuzeigen. Die Live-Previews ("apply this pattern") zeigt sofort, ob der eigene Entwurf gelungen ist, via "Download Image" holt man sich die neu erstellte "Kachel" zur weiteren Verwendung auf den eigenen Rechner. Registrierte User können ihre Patterns auch online abspeichern, erforderlich ist ein Benutzerkonto allerdings nicht, da auch unregistrierten Usern alle Funktionen zugänglich sind.

Die genannten Features reichen locker aus, um abwechslungsreiche Pattern zu mit minimalem Zeitaufwand zu erzeugen. Einziger Nachteil von BgPatterns: man kann keine eigenen Patterns und Texturen verwenden.
Wer sich mit den (subjektiv) potthässlichen Web 2.0igen Streifenmustern begnügen möchte, findet im Stripe Generator das Tools seiner Wahl. Farben und Spacings sind frei einstellbar, dafür gibt's keine freie Auswahl des Patterns. Ähnlich funktioniert der Background Image Maker, der sich vor allem für feingliedrige Hintergrund-Muster eignet - die sind der Lesbarkeit kleinerer Schriften allerdings nicht gerade zuträglich.
Damit bleibt BgPatterns mein Favorit für den Hintergrund-Quickie zwischendurch. Natürlich gilt aber auch hier: wer ein einzigartiges, wiedererkennbares Design will, kommt um Handarbeit natürlich nicht herum. Aber gerade für die erwähnten Profilseiten eignen sich solche Online-Generators sehr gut. Über weitere Link-Tipps zu Tiling-Tools freu ich mich natürlich - welche Online-Werkzeuge leisten Ihnen beim Designen die besten Dienste?
Österreich wählt gerade jetzt (Deinetwegen!), endgültige Ergebnisse werden aufgrund der Briefwahlverzögerung erst in einer Woche feststehen - "heast, kenna de ned mit Ih-Mehl wöhn?". A propos: die von mir an dieser Stelle kürzlich erwähnten Wahlplakat-Persiflagen stammten und stammen noch immer von Raketa.at, der meiner Meinung nach schwer genial relaunchte Falter ließ mir diese Information soeben zukommen. Dass die Blogosphäre aus einer kleinen Gruppe von "Spinnern" besteht, die gerade mal für unter 20% der Bevölkerung repräsentativ sind, zeigt sich deutlich an der Aktion Endorsement 08 - die wählen ja alle grün oder gelb!
Zum Thema Grün und Kleinunternehmer fällt mir dazu noch eine kleine Anekdote ein: zur letzten Wahl ließen die Grünen auf die Schnelle von ihrer Agentur Microstars bauen, eine Plattform für Einzel- und Kleinunternehmer, die der Vernetzung dienen und einen Marktplatz schaffen sollte. Direkt nach der Wahl war das Projekt nicht mehr interessant, in den letzten Wochen ist dem einen oder anderen Grün-Funktionär dann wohl wieder eingefallen, dass die Seite existiert - und jetzt steht bei den News lauter Parteiwerbung drin, die einzigen Events sind "Grüne Tische". Das ärgert mich maßlos, denn der nachhaltige Betrieb einer solchen Plattform wäre hochgradig sinnvoll - aber ein dieses Projekt als Wahlzuckerl zu launchen und dann langsam verrecken zu lassen ist einfach nur peinlich, unwürdig und zeigt, wie ernst es den Grünen mit der Förderung kleinbetrieblicher Strukturen und dem Einsatz neuer Medien wirklich ist: aber von Wirtschaftssimulationen sollten Alexander van der Bellen als Volkswirtschaftler ja ausreichend Ahnung haben. (Ich hab mich seinerzeit sogar gleich nach dem Launch registriert und bislang beachtliche 0 Anfragen bekommen. Der besten grafische Prognosekommentar zum Ergebnis stammt jedenfalls von Meister Tex.
Wer sich über die Lehmann Brothers, den Handel mit im wesentlichen ungedeckelten Derivaten und andere Absonderlichkeiten des Finanzmarktes auch nur mehr wundert, dem sei ein aktueller Artikel auf The Drama Show 2.0 empfohlen - denn während in Europa respektive ganz besonders in .at staatliche Investments in Pleite-Unternehmen an der Tagesordnung stehen, sorgt diese Vorgehensweise bei den traditionell wesentlich liberaler orientierten Amerikanern allerorts für Kopfschütteln:
My Web 2.0 bailout plan is designed to ensure that the Web 2.0 industry remains fundamentally sound for years to come. Here are the three components: A federal-backed investment vehicle which will buy unmonetizable Web 2.0 advertising inventory. Since advertisers aren’t willing to buy enough toxic Web 2.0 advertising inventory because of concerns about ROI, the federal government will provide an investment vehicle that Web 2.0 players like Facebook and YouTube can sell their inventory to at a discount. [...]
Der Slogan gefällt mir - auf Überwachungsstaat.at gibt's ein nettes Video, leider ohne O-Ton: Aktionismus ganz nach meinem Geschmack:
Die Innenministerin will nur unser Bestes - unsere Fingerabdrücke, Personendaten, DNA-Abstriche, Informationen über persönliche Kontakte und viel mehr. Natürlich nur zum Schutz der Bevölkerung. Um sie zu unterstützen, stellten wir uns gestern in Wien auf die Straße und sammelten unter dem Slogan "Lassen sie sich fektern!" genau diese Datensätze ein - inklusiver der Genehmigung, besagte Daten wahlweise an die Innenministerin oder gleich an die ÖVP weitergeben zu können.
trafficmaxx hat das Befreiphone gewonnen und Google freut sich über tausende neue Seiten, Torsten Maue erklärt die Limitationen des Backlink-Aufbaus via Blogkommentar (lustigerweise glauben viele Blogger ja nach wie vor, jeder Kommentar mit kommerziellem Hintergrund sei wertlos und verachtenswert) und Sistrix erfreut die Netzgemeinde mit einer top-aktuellen Google-Datacenter IP-Liste. Die Wiener Medienmesse hab ich diese Woche aufgrund eines spontanen Anfalls von Domain-Einkaufslust ausgelassen, aber ich vermute mal ganz stark, dass ich keinerlei SEO-Bekanntschaften verpasst hab.
Cookie.Killaz: Affiliates vor dem Aus? Nein, so tragisch ist es nicht, aber drastische Überschriften erlangen erfahrungsgemäß mehr Aufmerksamkeit. Tatsächlich aber wird die Funktion neuerer Browser, Cookies bei jedem Beenden automatisch zu löschen, für einige Einsatzeinbußen sorgen und auf mittelfristige Sicht zu einem Technologiewandel führen. Denn wenn das Cookie am nächsten Tag fehlt, dann gibt's auch keine Provision für den Einkauf. Minutenlohn beschreibt die derzeitigen Tracking-Alternativen.
Neuer Pagerank? Der deviante Matt Cutts weigert sich hartnäckig, auf Blogger.com umzusteigen. In seinem *wordpress blog* lieferte der Spekulationsfutter für ein in Kürze bevorstehendes Pagerank Update, das auch tatsächlich gerade über die Bühne geht. Tja, schade um die vieler 6er. Fünf, nicht bestanden, setzen!
wpAFFI: ganz einfach Versteckspielen: Sergej Müller, Entwickler des gebenedeiten WP-SEO, stellte diese Woche sein neues Plugin vor: wpAFFI setzt auf Simple is beautiful und zeigt vor, wie man Affiliate-Links vollkommen unintrusiv, ohne Wartungsaufwand und Backend-Optionen am einfachsten verstecken kann.
Keyword-Recherche: Mitfighten bei der Riesterrente oder und privaten Krankenversicherungen, oder doch lieber auf Longtail-Keywords optimieren? Torsten hat dazu ein paar interessante Überlegungen angestellt, die sich jeder angehende Internet-Millionär unters Kopfkissen legen sollte.
Auf uiuiuiuiuiuiui.de veröffentlicht Manuel seit einer ganzen Weile jeden Freitag ein improvisiertes Lied, dessen Text und Melodie völlig spontan entstehen - ich bin erst vor kurzem auf die Serie gestoßen und finde den Track Es ist suboptimal (doch es ist das Internet) einfach nur großartig - viel Vergnügen!
Damit wären wir auch schon wieder durch mit dem Wochenprogramm - ich nutze die kurze Regenpause, um mich auf mein Bike (das motorisierte) zu schwingen und eine entspannte Herbstrunde über den Exelberg zu drehen. Ladies and Gentlemen, bereuen Sie Ihre Wahlentscheidung(en) nicht - wir lesen uns am Montag!
Für die Anzeige von User-Avataren neben Kommentar-Postings existieren eine Reihe von Plugins mit diversen Vor- und Nachteilen. Mit dem neuen Identicons-System, das seit drei Tagen hier auf datenschmutz zum Einsatz kommt, erhält erstmals *jede/r UserIn* ein eindeutiges Bildchen. All Hail Identicon!
Bislang kam hier am Blog das Favatar-Plugin zum Einsatz: wenn ein User zu seinem Kommentar eine URL hinterlässt, dann checkt das Programm, ob unter der betreffenden Adresse ein sogenanntes Favicon hinterlegt ist - das sind die kleinen Grafiken, die von aktuellen Browser rechts neben der Seitenadresse angezeigt werden. Falls ja, wird dieses Icon als Avatar verwendet, ansonsten gibt's keine grafische Repräsentanz.
Eine Alternative wäre WP-Gravatar: bei Gravatar.com kann sich jeder anmelden, ein Userpic hochladen und an die eigene E-Mail Adresse knüpfen. Seitenbetreiber können die Gravatars einbinden und so Usern ermöglichen, über verschiedene Blogs hinweg denselben Avatar anzuzeigen. In der Vergangenheit hatte der Service allerdings immer wieder mal Performanceprobleme, welche die Ladezeit gravierend verlängerten - dies ist mittlerweile behoben, allerdings funktioniert die Anzeige natürlich nur dann, wenn der betreffende Kommentator auch bei Gravatar.com registriert ist - ansonsten wird ein frei wählbares Platzhalterbildchen angezeigt.
Enter WP-Idencticon! Das Plugin zeigt wahlweise das Favicon bzw. das Gravatar-Bild an, so vorhanden - und falls nicht, wird für jede/n UserIn ein eindeutiger Avatar erstellt, und zwar anhand eines Algorithmus, der aus verschiedenen Formen und Farben abstrakte Userbilder erstellt:
So what is an Identicon? It's a randomly generated assortment of shapes that is specific to a commenter's email (or if you prefer IP address). Identicons allow visual representations of commenters without requiring any external sites or user interactions. With 40 possible shapes (about 70 with inversions) in 3 possible positions, around 8000 distinguishable colors and four different rotations for each part, there should be several billion possible shape combinations which, even with the increasing chance of overlap with each additional user, should be quite enough for almost any blog.
Das ganz kann in schwarzweiß etwa so aussehen:
Die Installation ist denkbar einfach - Plugin-Folder hochladen und den darin enthaltenen Subfolder identicon Schreibrechte am Server geben (unter Linux via chmod). Konfigurieren lassen sich alle Einstellungen unter "Settings/Einstellungen -> Identicon". Hier wählt man die gewünschte Bildgröße und wahlweise eine fixe Farbe bzw. ein Farbspektrum für Vorder- und Hintergrundfarbe. Außerdem lässt sich hier bestimmen, ob die Bilder automatisch eingefügt werden sollen, oder man den Code lieber händisch ins Template integrieren möchte. (Praktisch, falls man zusätzliche CSS-Formatierungen, z.B. ein float-Attribut oder eine border einbauen will.)
Stellt man Farben bzw. Anzahl der Formen oder die Größe um, muss anschließend der Cache gelöscht werden - die Bilder legt Identicon im erwähnten Subfolder ab. Großartige Idee, denn so bekommt jeder Kommentator a Büdl, (wie man in Wien sagt) - und dank der flexiblen Farb- und Größenanpassung sollten sich die Identicons problemlos in jedes Template-Design integrieren lassen.
Godot lässt grüßen - die von den Grünen instrumentalisierte Angst vor einem totalen Überwachungsstaat stieß bei den Regierungsparteien auf keinerlei Gegenliebe. Trotz aller aktuellen Uneinigkeiten der Koalitionspartner war man sich einig, dass erstmal Oberüberwacher Platter ein Statement abgeben soll.
Wer, wenn nicht er? Nun ja, jeder andere. Der größte Hardliner der Regierung wird wohl kaum freudig das eigene Gesetzt diskutieren. Dass die SPÖ bei soviel Krankenkassen-Hickhack, Hintergrundzwist und Neuwahldiskussionen nicht versucht, zumindest politisches Kurzfrist-Potential aus der Affäre SOS zu schlagen, verwundert dann aber doch. Konkret schreiben Peter Pilz und Co.:
Die Petition wurde am 5. März im Petitionsausschuss behandelt. Anstatt die Petition dem Innenausschuss zuzuteilen, beschlossen ÖVP und SPÖ aber eine Stellungnahme des Innenministers einzuholen. Diese offensichtliche Verzögerungsmaßnahme von Seiten der Regierungsparteien und gleichzeitige Missachtung Wunsches der UnterzeichnerInnen nach einer Diskussion des Sicherheitspolizeigesetz im Innenausschuss wurde von den Grünen scharf kritisiert.
Man könne Mails schreiben, beispielsweise an Gisela Wurm (SPÖ-Sprecherin für Petitionen und Bürgerinitiativen und Vorsitzende des Petitionsausschusses); die wird sich übrigens sehr über die Veröffentlichung ihrer E-Mail-Adresse im Klartext freuen, hoffentlich gibt's in der Löwelgasse anständige Spamfilter.
Diese Aufforderung zeigt deutlich das Dilemma der ganzen Aktion: das Thema ist viel zu wichtig, um von einer Kleinpartei instrumentalisiert zu werden. "Yeah, it's a dirty job, but I just love doin't it" könnte man DMX reimen, aber selbst Rap täuscht über eines nicht hinweg: eine überparteiliche Aktion hätte vielleicht auch die Selbstdenker innerhalb der Großparteien mobilisieren können. Mittlerweile ist Widerstand gegen Überwachung aber grün, und das hält eine ganze Latte von ParteisoldatInnen sehr effektiv davon ab, ihre diesbezügliche Meinung laut zu artikulieren... oder alle SP und VP Parteibuchbesitzer haben ohnehin nix zu verbergen und damit keinerlei Angst vor Totalüberwachung. Aber wer das glaubt, wird höchstens selig und irgendwann mitten in einem totalitären Regime mit Demokratie-Feigenblatt aufwachen. Die Abwehr des Überwachungsstaates scheint jedenfalls vorerst/endgültig (nicht zutreffenden Begriff bitte mental streichen) gescheitert zu sein.
Die österreichische Regierung hat wohl eingesehen, dass die Sache mit der Totalüberwachung keine gute Idee war und hat nun beschlossen, zumindest für eigene Surf-Zwecke den gesamten anständigen Teil des Netzes auf einen USB-Stick herunterzuladen.
Doch selbst wenn 90% des Netzes eh nur aus (daten)Schmutz bestehen, selbst die restlichen 10 Prozent passen unmöglich auf einen handelsüblichen USB-Speicher. "Macht nix," dachten sich Gusi und Molti, "dann lassen wir uns eben einen extra-großen Stick anfertigen!" Und jetzt hat die Regierungstruppe, der's bei den aktuellen Querelen und Hintergrund-Diskussionen über Neuwahlen ja eigentlich ganz schön schwer fallen muss, Einigkeit zu demonstrieren, das kleinste gemeinsame Vielfache und den größten gemeinsamen Nenner in Materialunion zu finden.
Man beachte Willi Molterers leicht angestrengt wirkendes Grinsen - vermutlich gefällt ihm ganz und gar nicht, dass der Klammeraffe in Rot auf den Stick gedruckt wurde. Was dem Publikum aber verborgen blieb, ist das überdimensionale Elektronengehirn, an das die nunmehr offline gegangene und am USB-Stick gespeicherte Internetoffensive Österreich angeschlossen wird. Man braucht mindestens drei kräftige Männer, um den Einschaltknopf zu betätigen und ein schnelles Motorrad, um auf der Tastatur von A nach Ä zu fahren... finanziert wurde der neue Regierungsrechner übrigens aus den Defiziten des Eurofighter-Kaufs. Aber vorerst geht die Offensive in die Defensive:

Zunächst werden sechs Arbeitskreise gebildet, die unterschiedliche Themen analysieren und diskutieren sollen. Die Vorschläge dieser Gruppen werden gesammelt und sollen dann im Herbst in Form der "Österreichischen Internetdeklaration" präsentiert werden.
Beruhigend, dass die Arbeitskreise unterschiedliche Themen bearbeiten - und auf die Deklaration bin ich hochgradig gespannt. Ob die wohl auf Pergament und handgeschrieben an die Tore des Bundeskanzleramts angeschlagen wird? Mehr zum Thema Online- und Offline-Symbolik gibt's bei Helge, Freunde der seriösen Berichterstattung statten der FuZo oder den Digitalks (die übrigens heute Abend nicht-virtuell stattfinden) einen Besuch ab.
Im neuen Jahr bislang schändlich vernachlässigt hab ich die Blogvorstellungen; aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, allerdings gibt's ein paar kleinere Änderungen: es wird jeweils nur ein Blog vorgestellt, dafür allerdings wöchentlich und zwar jeweils am Donnerstag. Alle vorgestellten Blogs werden zusätzlich ins datenschmutz Linkverzeichnis aufgenommen, dem eine kleine Generalsanierung ins Haus steht. Den Anfang macht anno domini 2008 niemand geringerer als der Wirbelwebber.
Der Wirbelwebber ist zwar stolzer Besitzer eines durchwegs bayrisch anmutenden Schnurrbartes, wohnhaft ist der Autor, der am 22.11.2010 seinen 50. Geburtstag feiern wird, allerdings in der Nähe von Kölle. Wirbelwebbers Themenspektrum macht den Termini "bunt gemischt" alle Ehre: vom rotbunten Husumer Protestschwein bis zum Radar-Encounter reicht das Themenspektrum - der Autor gewinnt dabei selbst trivialen Themen durch seine originelle Schreibweise äußerst unterhaltsame Aspekte ab. Heißer Tipp für ein bisschen Entspannung zwischen all den Web 2.0 Expertenartikeln - von denen kommt übrigens auch keiner auf so stylishem Jeans-Hintergrund daher.
Bitte vortreten! Die Liste der vorzustellenden Blogs hat zwar inzwischen bereits beträchtliche Länge erreicht, allerdings gibt's ja in diesem Jahr ja noch 50 Gelegenheiten. Potentielle InteresstInnen hinterlassen also wie gehabt einfach einen Kommentar mit der URL des vorzustellenden Blogs.
| 13. Dezember 2007 | ||
| 17:00 | bis | 23:00 |
On Short Notice: am Donnerstag steigt im Wiener Aera im ersten Bezirk ein rauschendes Fest, das sich nicht allein die Feierei, sondern auch und vor allem informativen Austausch auf die Fahnen schreibt. Organisiert wird das Fest der kapverdischen Kultur vom Verein Delta Cultura, und neben den immateriell-informativen Attraktionen erwarten die Besucher auch musikalische und gastronomische Highlights, wie mir Francis gerade geschrieben hat:
Der Keller im Aera wird umgewandelt in einen Treffpunkt der Kultur, für musikalischen, wie auch informativen Austausch, unterstützt durch afrikanische Percussiongruppen und Capoeira-Performance, DJ-Line und kapverdianischem Buffet, Infostände über die Kapverden, sowie die Arbeit des Vereins Delta Cultura, und einen Chill-out Bereich mit Chai-Station.
Das nenn' ich doch gelungene Abwechslung zu den ganz glühwein- und lebkuchenseligen Weihnachtsfeiern, und das mit gutem Gewissen und absolut unterstützenswertem Hintergrund: der Verein Delta Cultura betreut und unterstützt Jugendliche, sämtliche Einnahmen des Abends kommen dem Kinder- und Jugendzentrum in Tarrafal, Santiago (auf den Kapverden) zugute.
Termine kulminieren zwar: ich bin am Do zu einer matrix-Weihnachtssendung eingeladen, außerdem ist Open Coffee Club #4 im WerkzeugH, aber die Capoeira-Vorführung kann ich mir keineswegs entgehen lassen.
Adonomics™ ist ein Must-Read für alle Facebook-Applikationsentwickler. Die Seite dokumentiert die "Facebook Economy" anhand des Wachstums der populärsten Applikationen. Die Topliste gibt dabei Auskunft über die Anzahl der Installationen, aktiven User und den "Marktwert" der jeweiligen Erweiterung:
Adonomics™, formerly Appaholic, is your source for Facebook analytics. By providing a stock-market-style analysis of the Facebook platform we enable developers and investors to track application growth, activity, and valuation.
Die Seite beschränkt sich dabei aber keineswegs auf die bloße Statistik, sondern fungiert als realer Marktplatz für Applikationsentwickler:
Adonomics helps Facebook developers and owners take their applications through the three key phases of Growth, Engagement, and Monetization (GEM).
In the Apps For Sale section, we provide a listing of Facebook Apps which have hired Adonomics to sell their application (as well as Facebook apps that are being offered for sale on eBay).
Am zugehörigen Blog findet man spannende Hintergrundanalysen, etwa über die grundlegenden Unterschiede in den Businessmodellen von Google und FB:
One of the narratives shaping up around Google vs. Facebook is that Google is about turning intent into dollars and Facebook's model will be about turning relevance into dollars. Google makes the money they do because they advertise at the point of intent. [...] Intent still matters, but where Google capitalizes on people's existing intent Facebook actually has the opportunity to manufacture the intent.
Für klassische Shoppinganwendungen scheint sich Facebook dagegen weniger zu eignen, wie Get Elastic berichtet. [via Exciting Commerce] Viel zu viele Apps ohne Mehrwert verderben den Brei - wer aus der Masse herausragen will, muss jedenfalls die virale Klaviatur jedenfalls virtuos beherrschen.
Ganz nach dem Vorbild des amerikanischen Blogrush-Widgets will BLOGspeed deutschsprachigen Seiten zu mehr Besuchern verhelfen. Zum Start des Besucher-Boosters vor wenigen Tagen habe ich auf BLOGspeed hingewiesen, und siehe da: mittlerweile befinden sich 16 Mitglieder in meiner "Downline".
Man möchte meinen, dass diese Besucher meinem Punktekonto gut tun, doch mit jedem neuen geworbenen Mitglied sank meine Punktezahl, inzwischen auf heiße 0,00 Punkte:
Ihre Credits
Für die Bewerbung Ihres Feeds:
http://feeds.feedburner.com/Datenschmutznet
stehen Ihnen derzeit 0.00 Credits zur Verfügung.
Kurz nach der Registrierung waren's noch rund 90 Punkte; vielleicht führt BLOGspeed ja das Prinzip der "reverse affilation" ein: je mehr Mitglieder man wirbt, desto schlechter für's eigene Punktekonto... aber im Ernst: ich vermute mal, dass die Betreiber noch stark am Algorithmus tunen. BLOGspeed trackt Affiliates im übrigen bis zur zehnten Ebene, und so sieht's derzeit aus bei mir:
Ihre Downline
Sie haben 11 Mitglieder in der 1. Ebene.
Sie haben 4 Mitglieder in der 2. Ebene.
Sie haben 1 Mitglieder in der 3. Ebene.
Sie haben 0 Mitglieder in der 4. Ebene.
Sie haben 0 Mitglieder in der 5. Ebene.
Sie haben 0 Mitglieder in der 6. Ebene.
Sie haben 0 Mitglieder in der 7. Ebene.
Sie haben 0 Mitglieder in der 8. Ebene.
Sie haben 0 Mitglieder in der 9. Ebene.
Sie haben 0 Mitglieder in der 10. Ebene.
Mit anderen Worten: bei BLOGspeed ist das "beta" im Namen nicht bloßer Web 2.0 Zierrat, das Service befindet sich tatsächlich in einer sehr frühen Phase - optische Anpassungen spielt's vorerst nicht. Aus der FAQ-Section:
Im Widget erscheinen derzeit hin und wieder Einträge von einem Nutzer namens "blogspeed"...?
Richtig, in der Anfangsphase haben wir hier interessante Feeds von Focus und Chip-online eingebaut. Diese Einträge werden jedoch mit steigender Anzahl von BLOGspeed-Nutzern wieder verschwinden.Läßt sich das Widget mit einer eigenen Hintergrundfarbe anpassen?
BLOGspeed wird kontunierlich weiter ausgebaut. Neben einem Feed-Wechsel in eine andere Kategorie wird auch mittelfristig eine Farbanpassung möglich sein.
Das Geschäftsmodell der Betreiber kann meiner Meinung nach nur auf den Verkauf bezahlter Anzeigenplätze im Widget rauslaufen, vielleicht sind Focus und Chip ja auch nicht bloß mit interesselosem Wohlgefallen beteiligt. Würde ich auch okay finden, so sich der Anteil bezahlter Links in Grenzen hält, aber das wird wohl die Zukunft zeigen.
Was ich dagegen bereits jetzt schmerzlich vermisst, sind mehr Infos und vor allem detailliertere Statistiken: ich wüsste zu gern, warum mein Credit-Saldo derzeit bei Null liegt.
Während für viele Hobby-DJs Drumandbass nicht mehr als eine flüchtige Affäre bleibt, geht die mittlerweile zehnjährige Beziehung des Wiener Produzenten und DJs d.kay wesentlich tiefer: rechtzeitig zum Dekaden-Jubiläum veröffentlichte der einzige Full-Time Breakbeat Producer dieses Landes sein Debut-Soloalbum "Individual Soul" - der richtige Anlass für eine Titelstory in the gap, die ich für die aktuelle Ausgabe geschrieben habe. Und weil das Internet im Gegensatz zu Print keine Zeichenbeschränkung kennt, gibt's hier die Vollversion der im Heft leicht gekürzten Geschichte des Wiener Breakbeat Producers. Aber damit nicht genug der digitalen Vorzüge: David hat mir die unten eingebauten Snippets zur Verfügung gestellt - und die sagen mehr als tausend Worte. Hier erstmal ein Snippet aus meiner Lieblingsnummer, dem Opener des Albums - Golden Hands:
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Österreich wurde früher gerne mal als Medienalbanien bezeichnet - zumal hierzulande die Etablierung eines sogenannten "dualen" Rundfunksystems an die dreißig, vierzig Jahre länger dauerte als im übrigen nicht-kommunistischen Post-WK2 Europa. Mit ATV ist ein landesweiter Privat-Fernsehsender on air, der sich nach Kräften bemüht, der Marktdominanz des ORF mit hochwertigem Filmangebot und originellen Eigenproduktionen entgegen zu treten - quotentechnisch bislang mit eher bescheidenem Erfolg. Und am UKW-Band bedrängen seit einigen Jahre Energy und Co. Ö3, Ö1 und FM4.
Für regionale Privatradios gibt's meist mehr Interessenten als Lizenzen. Besonders begehrt sind die 98,3 MHz verständlicherweise im Ballungsraum Wien, für die sich ursprünglich 25 Anbieter bewarben. Am 18. Juni erteilte der Bundeskommunikationssenat Matthias Kamp, Betreiber des Sunshine Radio Projekts, in zweiter Instanz den Zuschlag; die Eigentümer betreiben seit einigen Jahren die Wiener Eventlocation Passage sowie ein Musiklabel. Das Mission Statement von Radio Sunshine ist recht eindeutig - Soul Muzak mit Hintergrundqualitäten:
Sunshine Radio - der neue Radiosender für Soul und Black Music, der den tristen Wiener Radioalltag durch seine konsequent positive Grundstimmung aufhellen soll. [...] Sunshine Radio wird also eine ausgewogene Balance zwischen Mainstream und Nische, zwischen Begleit- und aktiv wahrgenommenem Medium bieten.
Doch nun ist fraglich, ob der Sender wie geplant online gehen kann. Martin Zimper von der Inforadio Betriebs GmbH, der sich mit seinem "Inforadio 98,3" ebenfalls bewarb, erhob dieser Tage Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof, wie medianet berichtet:
Martin Zimper, Inforadio Betriebs GmbH-GF, der sich mit dem Projekt Inforadio 98,3 um die Lizenz für die Wiener Übertragungskapazität bewarb, erhebt Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof und beantragt, den BKS-Bescheid seinem gesamten Umfang nach aufzuheben sowie eine aufschiebende Wirkung zu bewilligen. Nun obliegt es dem Verfassungsgerichtshof, zu entscheiden, ob und wann Sunshine Radio starten kann. Matthias Kamp zeigte sich vorerst zuversichtlich: "Wir rechnen nicht mit der Bewilligung einer aufschiebenden Wirkung."
Konkret wirft der Antragsteller der Behörde eine Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes vor, wie die Tageszeitung der Standard, die sich im Übrigen mit 51% an Inforadio beteiligt hätte, näher ausführt:
Die Behörde lehnte Inforadio ab, weil die Projektgesellschaft nicht realisierbare technische Pläne für den Sender vorgelegt habe. Mit dem eigentlichen Konzept des Radioprogramms habe sie sich dann nicht mehr beschäftigt, beklagt Zimper. Zugleich aber habe ein weiterer Bewerber um die Frequenz zunächst gar kein technisches Konzept abgegeben. Er habe die entsprechenden Unterlagen aber im weiteren Verlauf des Verfahrens nachreichen können.
Weiteren Bewerbern wiederum habe die Behörde gestattet, ihre technischen Konzepte nachzukorrigieren. Damit habe das Verfahren den Gleichheitsgrundsatz der Verfassung verletzt, heißt es in der Beschwerde.
In der Vergangenheit bestimmte das Höchstgericht nur selten eine aufschiebende Wirkung. Sollte Zimpers Antrag Ablehnung finden, so wird Sunshine Radio noch vor Ende des Jahres on Air gehen.
Über das Vistaprint-Angebot für 250 kostenlose Visitenkarten habe ich vor kurzem berichtet. Obwohl ich mich für die billigste Versandvariante entschieden habe, bei der die Karten nach 6 bis 8 Wochen eintreffen sollten, hat's gerade mal 14 Tage gedauert, bis das Päckchen im Briefkasten lag. Mit Look und Feel der Karten bin ich zufriedener als erwartet.
Ich entschied mich für die billigst mögliche Variante ohne Vistaprint-Logo und habe für die 250 Visitenkarten und einen Post-It Block im passenden Design rund 7 Euro bezahlt - da kann man eigentlich keine übertrieben hohen Ansprüche stellen. Insofern war ich sehr überrascht von der Druck- und Papierqualität: zweifellos existieren massenhaft edlere Papiersorten, aber das Schriftbild der Karten ist klar und der Karton gerade ausreichend dick, der zweiseitige Druck mit URL und Claim auf der Rückseite rockt. Ausgesprochen gut gefällt mit der Post-It Notizblock, den ich testweise mitbestellt habe; das wäre ein nettes Marketing-Give Away für Blogs; da werd ich mir wohl bald ein paar Blöcklein mit datenschmutz-Logo nachbestellen.
Für meine nächsten Visitenkarten werde ich die teurere Papierqualität wählen, ansonsten kann ich Vistaprint nur uneingeschränkt weiterempfehlen. Die Betreiber der Seite setzen zwar massiv auf Upselling-Angebote, wer sich die Bestellung passender Suppenlöffelhalter und Wolldeckchen verkneifen kann, der erhält allerdings unschlagbar günstige, professionell wirkende Visitenkarten. Und der Vorteil an Vistaprints aggressiver Marktdurchdringungsstrategie ist ganz einfach, dass ständig irgendwelche Sonderangebote verfügbar sind - derzeit lockt die Online-Druckerei etwa mit kostenlos beigelegtem Metall-Etui für Visitenkarten, einem Gratis-Stempel, einer 25%-Rabatt-Aktion, gratis Foto-Tischkalendern und T-Shirts - hier die Links zu den entsprechenden Landing Pages: