Zurück aus dem hochverschneiten Lienz (nächtens fiel die Schneefallgrenze deutlich unter 2.000 Meter) sitze ich in der ersten Klasse der ÖBB und frage mich, ob man die Arbeitslosigkeit in diesem Land nicht zumindest ein wenig bekämpfen könnte, wenn man ab und an mal jemanden die Zugfenster putzen ließe. Aber genug der Besserwisserei: wenn der natürliche Weichzeichner der Landschaft ihren kargen Reiz entreißt, wird die kühle Post-Kathodenröhre des Laptops umso interessanter. Mit anderen Worten: auf zum Panoptikum, das letzte Woche einem grausamen Arbeits-Anschlag, verschuldet durch den gewissenlosen Internetrat, zum Opfer fiel!
Das sagt nicht irgendwer, sondern Blair Williams - und der hat immerhin das großartige Pretty Links for WordPress geschrieben. Wir alle wissen, dass gutes Aussehen manchmal für ein paar Stunden Spaß vollkommen ausreicht, aber wenn's um längerfristige Beziehungen geht, dann zählen auch die Werte unter der Haube - im Fall eines WordPress Templates zählen dazu solche Themen wie Kommentar-Formatierung, sauberes HTML und so weiter. In seinem Beitrag über die 10 häufig übersehene WordPress Template-Probleme erklärt Blair, worauf man bei Template-Wechsel neben der Optik noch achten sollte:
I'll think a theme looks clean, beautiful and professional — then I install it, have a look under the hood and realize that it has fatal flaws.
This really makes me wonder how many people are slaving away on their websites and blogs all the while their site is dying a slow death because of a WordPress Theme that they think is fine.
Hans-Peter Lehofers e-comm Blog gehört seit einiger Zeit zu meinen Favoriten - ich kenne niemanden, der so unterhaltsam, fundiert und hintergründig über die an sich sperrigen Themen "österreichisches und europäisches Recht der elektronischen Kommunikationsnetze und -dienste" berichtet. Im kommenden Semester möchte ich jedenfalls an Dr. Lehofers Vorlesung an der WU Wien teilnehmen. Konkreter Anlass dieser Erwähnung ist die Serie "Reise durch die Räterepublik". Da heißt es im ersten Teil etwa:
Vielleicht sollte man alle Selbstregulierungseinrichtungen um eine ausdrückliche Erklärung ersuchen, dass es sich dabei (jedenfalls nach Auffassung der Initiatoren) nicht um ein fake handelt. Mit der Frage nach der "Legitimation" kann man eine Unterscheidung nämlich nur schwer treffen. Der auch gerade neu gegründete, wunderbar schräge Österreichische Internetrat (ÖIR) etwa schreibt zu seiner Legitimation (ausdrücklich als Selbstlegitimation bezeichnet): "Der ÖIR hat sich selbst gegründet und verfügt über die Legitimation, sich als erste Institution als Österreichischer Internetrat bezeichnet zu haben ..."
Und im zweiten Teil heißt es über den großartig amüsanten PR-Ethik Rat:
"PR-Ethik-Rat fordert klare Kennzeichnung von Werbung" Da gehört wirklich Mut dazu: etwas zu fordern, was seit Jahrzehnten gesetzlich verpflichtend vorgesehen ist. Aber das wirklich Faszinierende an der Presseaussendung ist, dass weder ein einziges Beispiel (von wegen "öffentliche Rüge"), noch auch nur die geringste Andeutung einer Sanktion - und sei es nur die Namensnennung - vorkommt. Der Grund dafür ist besonders nett: es gibt einfach zu viele schwarze Schafe.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!
Last.fm kostet in den meisten Ländern mittlerweile Geld - mir persönlich hat die Seite nicht mal gefallen, als die Streams noch gratis aus dem Lautsprecher dudelten. Aber Alternativen gibt's genug - und die unterscheiden sich nicht nur in punkto Look und Repertoire - Roh.cc hat die drei "big Players" verglichen:
Drei Services werde ich hier näher beleuchten: Play.fm, Blip.fm und Hypemachine. Sie alle gibt es schon länger, und es wurde schon reichlich darüber geschrieben. Aber auch Musikplattformen machen eine Evolution durch und es bilden sich charakteristische Community-Kulturen, die sich durchaus voneinander unterscheiden können.
Wer V8-Zwölfzylinder Motoren baut, braucht sich um den Spott nicht zu kümmern, möchte man meinen, aber nix: Medien schaffen Distanz und fördern gefährliches Halbwissen, argumentiert ein erfrischen anti-trendiger Beitrag im Mashazine. Speziell bei diesem Zitat aus dem Teil "Inflation der Expertise" musste ich die fünf tapferen Pioniere denken, die vor kurzem den Österreichischen Internetrat gründeten:
Jeder ist Experte; die Vielzahl von Meinungen schafft Vertrauen – schlicht durch Präsenz: Weil es Kommunikation, Vielfalt, Widerspruch gibt wirkt der Ausschnitt, den wir wahrnehmen, für uns vertrauenswürdig – schließlich hat er sich gegen die Konkurrenz durchgesetzt.
All das sind formale Kriterien; die Diskussion zu Vertrauen in Onlinemedien und Kriterien von Vertrauenswürdigkeit in der Onlinekommunikation wird nach wie vor oft über formale Merkmale geführt. Gibt es Gütesiegel, Kommentare, Pagerank oder andere Insignien digitaler Kompetenz?
Man muss nicht alles im Browser machen - aber man kann! Aviary findet, dass Photoshop und Co. den Profis vorbehalten bleiben sollte: den Geburtstagsgruß aus Digi-Foto pappen kann Otto Normaluser schließlich auch direkt in Firefox, noch dazu ganz für lau. Aviary bietet diverse Pixel- und auch Vektor-Manipulations-Tools an, free-user müssen vor allem mit der Einschränkung leben, dass alle erstellen Werke frei zugänglich sind. Wer 25 Dollar im Jahr bezahlt, bekommt eine private Kajüte und bessere Download-Optionen. Ausnahmsweise schließe ich mich dem Spiegel an und frage mich, wer sowas braucht - schließlich gibt's neben Adobe's Platzhirsch inzwischen sehr brauchbare Freeware-Alternativen (wie etwa Gimp, das ausschließlich existiert, damit man an passender Stelle seine Existenz erwähnen kann - ob jemand tatsächlich schon mal damit gearbeitet hat, weiß ich nicht genau), und gerade Bildbearbeitung, bei der schnell mal heftige Datenmengen anfallen, möchte ich eigentlich lieber lokal erledigen.
Manche Zufälle können gar keine Zufälle sein, möchte man meinen - aber StudiVZ hat keineswegs frech Facebook plagiiert, entschied der Richter im mit Spannung erwarteten Urteil Holtzbrinck vs. Facebook:
Zum angeblichen Diebstahl von Quellcodes durch StudiVZ habe Facebook lediglich Vermutungen angestellt, urteilte das Gericht. Diese seien nicht ausreichend, um dem deutschen Online-Netzwerk "unredliche Erkenntniserlangung" vorzuwerfen. Letztlich sei auch vorstellbar, dass die StudiVZ-Gründer die Facebook-Webseiten mit Hilfe von im Netz für jedermann sichtbaren Informationen nachprogrammiert hätten. Darin liege jedoch kein Verstoß gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook, da StudiVZ nie selbst Vertragspartner des US-Unternehmens gewesen sei. Gegen das Urteil kann Facebook Berufung beim Kölner Oberlandesgericht einlegen.
Geile Begründung! "mit Hilfe von im Netz für jedermann sichtbaren Informationen"... wenn das nur mal kein Präzedenzfall wird!
Deutschland darf endlich China werden! Da muss Maria Fekter ja geradezu vor Neid erblassen ob der CDU/CSU Kampfrethorik in punkto Netzsperren:
"Wir haben die Pflicht, alle rechtsstaatlichen Mittel zur Bekämpfung von Kinderpornographie einzusetzen", begründete Martina Krogmann, parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU-Fraktion die Initiative. Es könne sich hier niemand auf die Informationsfreiheit berufen.
Dabei haben unsere Nachbaren wirklich einen erstaunlichen Murks zusammengebracht - eine Verfassungsbeschwerde wegen unrechtmäßigem Zustandekommen des Gesetzes ist keineswegs ausgeschlossen, wie Heise berichtet:
Der "Placebo"-Entwurf sei nicht verhältnismäßig und öffne das Tor zur Internetzensur, monierte Jörn Wunderlich von den Linken. Eine rechtsstaatliche Kontrolle der Sperrlisten finde nicht statt. Polizeibehörden dürften nicht darüber entscheiden, was publiziert werden dürfe. Wolfgang Wieland beklagte für die Grünen, dass "im Schweinsgalopp" allein ein "Vorhang für Verbrechen" aufgezogen werde. Es sei "schierer Missbrauch", das Vorhaben unter der Flagge des Wirtschaftsrechts durchzusetzen. Prinzipiell müsste zumindest ein verwaltungsrechtliches Widerrufsverfahren gegen die Aufnahme auf die Schwarze Liste eingeführt werden. Ein Richter habe die Anordnung zu genehmigen, kein Kontrollgremium beim Bundesbeauftragten für Informationsfreiheit.
Dass das hochemotionale Thema Kinderpornographie nicht Ziel, sondern bloß Mittel zum Zweck ist, wissen Experten längst - es geht um die Schaffung der Sperr-Infrastruktur, die China schon so lange erfolgreich einsetzt: steht die Firewall erst mal, kann man auf Knopfdruck auch jeden anderen missliebigen Inhalt ausblenden. Naja, wie der CCC in einer bemerkenswerten Aussendung schrieb: freie Funknetze werden boomen.
Kein Lack, kein Leder, keine Neunschwänzige: bloß Social Media, das sich nach Ansicht von Steven Weather problemlos für den schnellen Quickie zwischendurch eignet:
Time is money, but Weathers says it's all about how you manage it. "Previously wasted down time like sitting in taxis for 20 minutes or standing in a bank line for 10 minutes is now spent on my mobile phone, bouncing between Twitter and Facebook. It's getting easier and easier, and for branding an entrepreneur, I think it's golden."
Naja, was will man auch von einem Artikel erwarten, der einleitend die folgenden Fragen stellt:
But is social media right for your business? Could it be a free substitute for a traditional (read: expensive) advertising plan? How much time should be spent in the care and feeding of all those profiles? The answers may surprise you.
Ach ja: die Antwort lautet völlig überraschenderweise "eventuell". Oder auch "teilweise". Wow, das kam jetzt echt überraschend.
ReadWriteWeb berichtet über eine multimediales Wikipedia-Upgrade, das dank einer Partnerschaft mit Kaltura Hosting-technisch bereits unter Dach und Fach ist:
Wikipedia, the free web-based encyclopedia used worldwide, will be adding video to their online repository in a matter of months. When the new system launches, you'll find a new button labeled "Add Media" on Wikipedia articles. [...] According to news breaking at Technology Review, this video upgrade will be made available within two to three months. At launch time, Wikipedia will provide access to the following online video repositories: the Internet Archive, which contains 200,000 videos, Wikimedia Commons, a resource maintained by the Wikimedia Foundation, creators of Wikipedia, and Metavid, a source for Congressional hearings and speeches.
Auch ReadWriteWeb kann sich angesichts des jüngsten "Goodpussy" und "Gooddick" Skandals auf Twitter der Diskussion um die Notwendigkeit von Zensur entziehen:
Should there be an algorithm for trends rather than making trending topics a pure numbers game? Should the system be fixed so that #liesboystell doesn't win out over truly important, significant, or newsworthy content? Should tweets, like images and other kinds of content, be screened for "adult" material and user preferences be set accordingly? Or do trends really belong to the lowest common denominator?
Nein, nein und nochmals nein! Kommen Sie doch einfach zu SauberTweeten! Dort kontrollieren sich die User selbst
Die Social Web Community engagiert sich seit einigen Tagen in der Causa "Where is my vote?" Mit zahlreichen grün eingefärbten Avataren und speziellen Tags solidarisiert sich die Netzgemeinde mit den Protestanten im Iran. In der Sonntagsausgabe des Kurier sagte der aus Persien stammende Kabarettist Michael Niavarani bezugnehmend auf die aktuelle österreichische Wertestudie sinngemäß: "In Österreich kämpfen islamische Frauen darum, ein Kopftuch tragen zu dürfen. Im Iran kämpfen sie darum, keines trage zu müssen. 60% der Österreicher misstrauen der Demokratie und wünschen sich einen starken Führer, 60% der Iraner misstrauen dem starken Führer und wünschen sich Demokratie." Hier eine Slideshow aktueller Fotos aus Teheran von Faramarz Hashemi - Achtung, nichts für empfindsame Gemüter! [via TechCrunch]
Es ist eindeutig mal wieder Zeit für ein wenig Management-Theorie: das Peter-Prinzip, auch bekannt als die "Hierarchie der Unfähigen", wird in diesem Kurzfilm sehr anschaulich erläutert [via Linzerschnitte]:
Und damit sind wir auch schon wieder am Ende der letzten und am Beginn der aktuellen Woche angelangt: der längste Tag des Jahres ist vorüber, zumindest Sonnenlicht-technisch, trotzdem gilt wie immer: danke für Ihre Whuffies, wir lesen uns morgen.
| 9. Oktober 2008 | bis | 11. Oktober 2008 |
Nächste Woche findet in Wien ein für Cyberpunk-Historiker äußerst interessantes Symposion statt: Drei Tage lang beschäftigen sich interdisziplinäre Forscher in zahlreichen Vorträgen mit dem Thema Vor Google - Suchmaschinen im analogen Zeitalter. Beim Blick zurück sieht man bekanntlich immer ein völlig anderes Bild als seinerzeit, die Herstellung Retro-Rückbezüglichkeiten zwischen DMOZ und Metternichs Melderegister (Gemeinsamkeit: die ausführenden Organe befürworten ein strenges Regime) finde ich ein ausgesprochen spannendes Thema.
Alle Vortragenden aufzuzählen würde den Rahmen dieses Postings sprengen, dass die Fetzen nur so fliegen - organisiert haben das hochkarätige Get-Together Anton Tantner und Thomas Brandstetter, Veranstaltungsort ist die Wienbibliothek im Rathaus. Einen Timetable aller Vorträge mitsamt Abstracts bietet die Symposions-Homepage, der Zugang ist - sofern ich nix überlesen habe - ohne Anmeldung frei möglich. Ihr Thema umreißen die Veranstalter folgendermaßen:
Das Internet-Zeitalter beginnt seine Vorgeschichte zu schreiben: An Stelle der "politischen Haupt- und Staatsaktionen" rücken zunehmend Medien ins Zentrum des historischen Interesses, es werden Aufschreibesysteme, Datenverarbeitung und Übertragungstechnologien untersucht. Zu diesen Forschungen möchte das Symposion einen Beitrag leisten, indem es sich mit jenen Einrichtungen, Personen und Techniken beschäftigt, die als "Vorläufer" heutiger Suchmaschinen betrachtet werden können, seien es Staatshandbücher, Diener, Bibliothekskataloge, Fragebögen oder Zeitungskomptoire. Welche strukturellen Ähnlichkeiten gibt es zwischen diesen vergangenen und den heutigen Suchmaschinen? Welche Unterschiede lassen sich feststellen? Welche Utopien knüpften sich an die Suchmaschinen des analogen Zeitalters? Welche Formen von Kontrolle ermöglichten sie?
Auf jeden Fall ein Highlight: am Samstag spricht der ehemalige Leiter der Sonderkommission medianexus.net, Bernhard Rieder vom Département Hypermédias, Université de Paris 8, über ein nicht unsperriges Thema: "Zentralität und Sichtbarkeit. Mathematik als Hierarchisierungsinstrument am Beispiel der frühen Bibliometrie." Das klingt doch sehr nach einem Keyword-Dichten-Vortrag, bei dem SEOs noch was lernen könnten.
Ich war immer der Meinung, dass es nur eine einzige Möglichkeit gibt, so richtig zu schreiben zu lernen: und zwar durchs Schreiben. Durch Übung, Übung, Übung. Zumindest ich hab noch niemanden mit einem angeborenen Schreibtalent getroffen. Gewöhnt man sich an, aufmerksam zu lesen, auf Formulierungen zu achten und regelmäßig selbst die eigenen gedanklichen Ergüsse in Buchstabenform zu verewigen, dann stellt sich der passende Flow irgendwann ganz von selbst ein. Regeln sollte man kennen, klar - schon allein, um sie gezielt überschreiten zu können. Aber die klassischen journalistischen Textformate bzw. ihre einwandfreie Beherrschung werden im Netz grenzenlos überbewertet.
Der Beitrag Mehr Format wagen! von Klaus Jarchov auf Medienlese schlägt in eine meiner schon lange schwelenden Kerben: journalistische Schreib-Skills aus einer anderen, papiernen Welt werden hochgehalten. Anstatt neue Formate auszuprobieren, halten sich viele Onliner lieber an inadäquate Formalismen, die in keinster Weise zum neuen Medium passen:
Ob Buchdruck, Rundfunk oder TV - neue Medien brauchen neue Formate. Kaum ein Satz erscheint einleuchtender. Und kaum ein Satz wird im Falle des Web 2.0 weniger befolgt. Blogger müssen sich hier von Journalisten im Netz belehren lassen, dass sie doch - bitteschön! - erst einmal die grundlegenden journalistischen Stilformen aus der Holzhausener Schule pauken möchten, bevor sie sich in den Diskurs der Granden einzumischen wagen.
Dann folgen einige sehr gute Gegenbeispiele zu verbreiteten Schnapsideen wie dieser, die ich mir auch schon viel zu oft anhören musste: "KISS. Keep it simple stupid." Denn kein Mensch würde am Bildschirm lange Texte lesen. Das stimmt nicht, dieser persönlichen Erfahrung des Autors kann ich mich nur anschließen... zum Thema SEO habe ich naturgemäß allerdings eine diametral andere Meinung - aber es macht natürlich einen Riesenunterschied, ob man ein Blog zum Spaß oder mit finanziellen Intentionen betreibt, außerdem besteht SEO nicht bloß aus Überschriften.
Persönlich sehe ich mich aus dieser Debatte naturgemäß völlig ausgeklammert: da meine textuellen Elaboraten schon lange vor meinem Publizistikstudium jenen journalistischen Stilformen entsprachen, die österreichische Tageszeitungen als adäquat ansehen, gehe ich davon aus, dass ich diesen impliziten Regelkanon von wegen wie schreibt man eine Nachricht, eine Glosse, eine Kolumne, ein Interview pi-pa-po ausreichend verstanden habe. Das mit dem Bloggen begann dann erst 15 Jahre später, und das ist sicherlich ein Mitgrund, wieso ich mich gerade gezielte Regelverletzungen, Subjektivität und experimentelles Schreiben so sehr reizen; dazu hat Christian Jakubetz neulich ein paar sehr interessante Gedanken veröffentlicht.
Ein Blick in die Medienhistorie ist ebenfalls sehr hilfreich: wann immer ein neues Massen-Distributionskanal auftauchte, wurde er anfänglich mit der Stilistik seines Vorgänger-Leitmediums bedient: die ersten Radioreportagen waren schlichtweg vorgelesene Reportagen, und bis Fernsehmacher checkten, dass spoken words im TV anders funktionieren als im Radio, mussten auch erst einige Jahre vergehen. An diesem Wendepunkt befindet sich zurzeit das Netz: ein beträchtlicher Teil aller textlichen Inhalte unterwirft sich mehr oder weniger freiwillig (semi)journalistischen Kriterien*, während bereits eine beachtliche Latte neuer Formate in ungeschützten Biotopen ans Licht der sumpfigen Wasseroberfläche trieben. Gewiss hat die Technologie ihren beträchtlichen Anteil daran: wer weiß, ob nicht zukünftige Literaturwissenschaftler Soups oder Friendfeeds als wertvolle literarische Äußerung jener paar Blogger, die später mal berühmte Autoren gewesen sein werden, mit Begeisterung und Akribie auswerten. Schreiben im und fürs Netz ist viel mehr als "nur" Multimedialität oder Hyperlinks: in welche Richtung sich das ganze entwickeln wird, zeigt sich bereits jetzt in Ansätzen. Und Vielfalt kann nicht nur King Content, sondern Queen Stil nur gut tun.
*) 1 davon find ich übrigens völlig zeitlos: korrekte Recht-, Großschreibung und Grammatik rocken fett, weil sie Texte einfach *viel* schneller lesbar machen. Speedreading-Enabling auf Produzentenseite quasi.
Es ist schon faszinierend, dass sich das alte Paradigma von wegen Sex sells in rasender Geschwindigkeit sozusagen in Sex Clicks verwandelt. Kaum taucht irgendein privates Sexvideo von Hype-Girlie Gina Lisa im Netz auf, sind Neuwahlen, Weltklimakatastrophen und andere Banalitäten im Nu vergessen. Angeblich hat jemand einen Datenspeicher aus der Wohnung des deutschen Models gestohlen, eine andere Version lautet, dass ihr Ex das Video online gestellt hätte.
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Gemeinsam mit Thomas Broessler (Beratungsgruppe Exantis) und Anton Fricko (IBM, Programmanager Emerging Technologies) veranstalte ich am 2. und 3. Juni einen Workshop zum Thema Web 2.0 - ein Hype mit Wirkungen. Die Veranstaltung soll interessierten Unternehmen die Möglichkeit bieten, hinter die Kulissen des mysteriösen "Crowdsourcing" zu blicken und eigene Anwendungsszenarien für Kommunikationsinstrumente wie Blogs und Wikis zu entwickeln.
Der Schwerpunkt des Seminars liegt dabei auf den organisatorischen Veränderungsprozessen, technische Details und Produkte stehen *nicht* im Fokus. Wer Interesse hat, die organisationtheoretischen Fragen und Aufgabestellungen der Web 2.0 Welt mal von innen kennen zu lernen, ist hier richtig: wir werden theoretische praktische Inputs liefern und gemeinsam mit den SeminarteilnehmerInnen Fallbeispiele aus der Praxis diskutieren und gemeinsam konkrete Anwendungsszenarien erarbeiten. Zielgruppe der zweitägigen Intensiv-Schulung sind Projektleiter und Manager im Umfeld von IT, HR, Business Development und Organisation:
Social Software/Web2.0 ist ein Hype. Täglich gibt es neue Anwendungen und Milliarden-Dollar-Deals. Gleichzeitig wird der Abgesang schon wieder eingeläutet.
Das ist der richtige Zeitpunkt für Manager und Projektleiter aus Business Development, HR, IT, sich um den praktischen Nutzen für die eigene Organisation zu kümmern und die Erfahrung aus Public Communities auf den praktischen Nutzen Organisationen zu übertragen. Dieser kann im z.B. Vertrieb, in der Produktentwicklung und in der internen Kommunikation liegen.
Wie bilden und nutzen wir also neue Corporate Communities, seien diese intern oder extern? Neue Geschäftsformen und interne Veränderungen werden jedenfalls Hand in Hand gehen. Es wird notwendig, Neue Medien und das Veränderungsmanagement aufeinander abzustimmen. Wir möchten Sie herzlich einladen, das Potenzial von "Social Ware" in Ihren Organisationen zu untersuchen und kennenzulernen.
Ihr Nutzen: Sie gewinnen Einblicke in aktuelle Fallbeispiele und bringen Ihre konkreten Fragestellungen und Projekte mit. Es erwarten Sie Fachinputs und gemeinsame Arbeit an diesen spannenden Fragen, wobei wir auf Technologiediskussionen oder Produktpräsentationen verzichten.
Wann: 2.-3. Juni 2008, 09:00-17:00 Uhr
Wo: Gartenhotel Altmannsdorf, 1230 Wien
Preis: Euro 990,- zuzüglich 20% MwSt. inkl. Seminargetränke und Mittagessen.
Anmeldung bis: 20.4.2008 unter www.exantis.at/Seminare.htm
pdf-Download: Web 2.0 für Unternehmen - ein Hype mit Wirkungen
Englischsprachige Blogs mit zweifelhaften Download-Angeboten sind dick gesät, und auch so manches netlabel unterrichtet die Netzöffentlichkeit regelmäßig von den eigenen Vorhaben. Wirklich rar allerdings sind top-aktuelle, gut recherchierte und aufbereitete News über das Musikbusiness als solches. Aber glücklicherweise gibt's ja den Hypebot.
Die Tagline music. technology. the new music business beschreibt die Mission sehr treffend: ob Majorlabel oder Web 2.0 Unternehmen: Hypebot weiß Bescheid. Spannende Marktanalysen wie The Amazon Effect, Briefings und Roundups machen das Blog für Branchenangehörige zur Pflichtlektüre und lassen interessierte Hörer, die sich schon lange auf die DRM-freie Zukunft und mehr Vielfalt im Musikbiz freuen, immer wieder zufrieden schmunzeln.
Leider bietet das auf Typepad-Blog zwar eine Kategorienavigation, aber kein Archiv an, aber dafür gibt' glücklicherweise eine Suchfunktion. Ebenfalls unbedingt einen Klick wert: die Hypebot-Linksammlung mit Music 2.0 Ressources: grandiose Tipp- und Tricksammlung für alle potentiellen net-Artists und Labelgründer, die über Online-Promotion und Vertriebsmodell nachdenken.
Uri Geller, der Esoteriker ohne Ablaufdatum, bewegt Löffel, Tische und Massen. Die Frage, wozu Esswerkzeuge unbedingt mit Gedankenkraft verbiegen muss, wenn man dazu auch seine Hände benutzen könnte, wollte man sie denn überhaupt verbiegen, stellt zum Glück niemand. Und auch die Motivation eines so begabten Superheroes, sich immer wieder aufs Neue der Skepsis des Publikums zu stellen, nicht.
Aber Pro7 wird dem generationenverbindenden Stammtischliebling sicherlich einen ordentlichen Gehaltsscheck ausstellen, daran dürfte ausnahmsweise niemand zweifeln. Aber könnte Uri mit seiner Gedankenkraft nicht mal was Vernünftigeres machen? Ja, kann er. Denken sich einige BloggerInnen und starteten ein faszinierendes Experiment, das jeden Skeptiker schnell von den unvorstellbaren medialen (nein, das ist nicht doppeldeutig gemeint) Fähigkeiten des genialen Selbstvermarkters überzeugt. Aber sehen Sie sich selbst vom Unerklärlichen:
Denn dank der aktuellen Show avancierte Uri Geller sogar zum aktuellen Fast-Win Hype #1 im Deutsch-Blogistan. Eigentlich wollte ich mich einmal der Traffic-Hurerei entziehen, aber The Next Uri Geller zwingt mich, das beste Löffelverbieger-Gedicht des 21. Jahrhunderts hier zu zitieren. Originalquelle leider unbekannt!
Ziehtôs euch beim Brunch die Wurst vom Teller,
ist schuld daran der Uri Geller.
Wirdôs am frühen Morgen heller,
Klare Sache... Uri Geller
Gehtôs in der Aldi-Schlange schneller
zaubert wieder Uri Geller.
Dem möchte ich allerhöchstens noch hinzufügen:
Wenn Blogtraffic vorne juckt und hinten beißt,
nimm Klosterfrau Melissengeist!
Doch juckt er hinten, beißt er vorne,
rotiert Analytics wie ein Propeller:
spürst du im Log die Voodoo-Dorne...
dann hilft dir sicher Uri Geller,
er holt die Zahlen aus im Keller.
Ach ja, wer tatsächlich "unbegreiflicherweise" an der Geschichte des Phänomens Geller interessiert ist, der/dem sei dieser großartige Spiegel-Artikel ans Herz gelegt, Zitat:
Der Magier James Randi etwas liefert sich seit Jahrzehnten eine Privatfehde, nachdem Geller ihn für die Behauptung verklagt hatte, dass einer seiner Tricks von einer Cornflakes-Packung stammen würde. Die Packung konnte tatsächlich aufgetrieben werden, und Geller verlor den Prozess.
[...]
Kürzlich wehrte er (Uri Geller) sich erfolglos gegen die Veröffentlichung eines Videos, in dem deutlich zu sehen ist, wie er sich beim israelischen Original von "The next Uri Geller" einen Magneten über den Finger schiebt, bevor er auf scheinbar wundersame Weise eine Kompassnadel zum Ausschlag bringt.
[...]
Doch all dies konnte bis heute seine Popularität nicht brechen - darin besteht das eigentliche Phänomen Uri Geller. Trotz aller Entzauberung hat er es immer geschafft, im Gespräch zu bleiben: sei es als Teilnehmer der englischen Variante des Dschungel-Camps (Geller wurde als erster rausgewählt), oder mit der dreisten Behauptung, er habe unmittelbar am Ende des Kalten Krieges mitgearbeitet, da er einem russischen Unterhändler mit positiver Energie bombardiert habe, damit dieser dem Abrüstungsvertrag zustimmt.
Wer's ausführlicher erklärt haben möchte, bekommt die genauen Hintergründe bei der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V.. Ich persönlich bin ja wirklich ein riesiger Fan von Zauberkünstlern, und wie schon Meister Foerster, der ja selbst im Umfeld bekannter Salonzauberer aufwuchs, schon mal sinngemäß so treffend bemerkte: es geht um eine gezielte Täuschung der Wahrnehmung - ob dabei Magie im Spiel ist, macht für den Betrachter, der ein bestimmtes Phänomen (ob eben aufgrund "magischer" Einflüsse oder bloß nicht bekannter Faktoren) einfach nicht in sein oder ihr Weltbild einordnen kann! Oder, wie Heinz von Foerster in einem Vortrag von 1990 in seiner unnachahmlich eleganten Art sagte:
Mag sich der Naive einbilden, Magie erklären zu können. Magie kann nicht erklärt werden, Magie kann nur praktiziert werden, wie Ihnen bekannt ist.
Im Fall von Geller wundert nur auf den ersten Blick, dass er ein derart unsportlicher Verlierer ist und nach so unwiderlegbarer "Entzauberung" immer noch fest und steif behauptet, übersinnliche Kräfte zu haben, anstatt sich als kompetenten Salonzauberer zu präsentieren: nur so bleibt er im Gespräch.
Der Gründungsmythos des Wortes Blog splittet sich in mehrere Submythen auf (Logbuch?). Wired gibt Jorn Barger dafür Credits - der Betreiber von Robotwisdom, seines Zeichens Blog-Urgestein, verwendete den Begriff erstmals am 17. Dezember 1997 - also vor genau einer Dekade. [via Frank]
Die Intention des Amerikaners war damals eine völlig andere als die der meisten kontemporären Weblog-Autoren heute: in Jorns Welt sollen kurze Bookmarktrails die eigenen Wege durchs Netz für andere nachvollziehbar machen, originärer redaktioneller Content dagegen ist weit weniger gefragt:
My intent for weblogs in 1997 was to make the web as a whole more transparent, via a sort of "mesh network," where each weblog amplifies just those signals (or links) its author likes best. 1998-1999 was for me the Golden Age of Weblogs, when the following principles were widely understood.
Blogging versteht Barger also als eine Art persönliches Social Bookmarking - eine Meta-Informationsebene fürs Web, die Google Konkurrenz macht. Das ist natürlich auch eine Meinung, und wer auf freiwillige Selbstbeschränkung steht, wird mit den folgenden 10 Geboten, die ich mal auf die Schnelle ins Deutsche übersetzt hab, gut leben bloggen können.
Andererseits finde ich's faszinierend, wohin sich Blogging in diesen wenigen Jahren entwickelt hat: ich denke, das angesprochene Amplifying ist inzwischen die Aufgabe von mehr oder weniger smarten Algorithmen: Technorati und Google können das in großem Stil, del.icio.us und Co. ebenfalls. Die redaktionelle Aufgabe des Bloggers auf Pinpointers zu beschränken, mag für manche okay sein - mich haben aber Blogs, die einfach nur Links mit dem Kommentar "great site!" posten schon immer gelangweilt. Aber urteilen Sie selbst, ich stelle die Thesen hier einfach mal übersetzt zur Diskussion (englischer Originaltext):
Mehr Infos und ganz unterschiedliche Meinungen zu den 10 Tipps des "Original Bloggers" gibt's unter anderem bei Sobleizer, Susan Mernit, J-Walk, Mark Ghosh, Technocult und Blogissues.
Motiviert durch das rasche Wachstum von Xing, Myspace, FlickR und Co. versuchen fast täglich neue Social Networks, eine breitenwirksame Community aufzubauen. Doch während der Mehrzahl der "Copycats" der Erfolg verwehrt bleibt, freut sich derzeit vor allem ein Anbieter über steigende Userzahlen. Facebook punktet durch in erster Linie durch seine flexible Erweiterbarkeit und hat von den Vorgängern einiges gelernt. [Ö1 Netzkulturkolumne, zuerst veröffentlicht auf oe1.orf.at]
Dabei wirkt die amerikanische Plattform auf den ersten Blick eher unspektakulär: weder kann der User das Design seines Profils anpassen, noch stechen auf den ersten Blick irgendwelche besonderen Features ins Auge. Die Standardfunktionen wie Kontakt-, Termin- und Fotoverwaltung bieten ebenfalls wenige Überraschungen, und so fragen sich viele Neulinge, worauf der Hype eigentliche zurückzuführen ist. In der Tat erschließen sich die Stärken der Plattform frühestens auf den zweiten Blick.
Das Erstellen der eigenen Kontaktliste erleichtert Facebook Neueinsteigern durch verschiedene Import-Filter für die Adressbücher beliebter E-Mail Clients und Webmail-Services. Ein zentraler Punkt, denn neben der geographischen Herkunft dient das eigene Freundesnetzwerk als Basis für alle weiteren Funktionen. Was Usability und Benutzerführung betrifft, verlässt sich die Plattform nämlich ganz auf die angeborene Neugier des gemeinen Internetnutzers: ein Klick auf den Hauptmenüpunkt "Photos" etwa führt keineswegs auf Anhieb zu den selbst hochgeladenen Bildern, sondern zu einer Übersichtsseite, auf der die neuesten Alben der eigenen Kontakte präsentiert werden. Das verleitet natürlich schnell mal zum Durchklicken - und diesen Ansatz verfolgt Facebook konsequent quer über die gesamte Plattform. Zusätzlich unterteilen Ländernetworks und Geo-Matching die riesige Userbasis in Subgruppen und erleichtern die Suche nach Veranstaltungen und Kontakten in unmittelbarer Nähe.
Die Betreiber von Facebook haben verstanden, dass in Zeiten des Rapid Web Development kein noch so motiviertes Programmiererteam produktiver sein kann als der ganze Rest der Welt und bezieht seine User aktiv in die Weiterentwicklung ein: dank der umfassend dokumentierten Schnittstellen kann jeder eigene Facebook-Applikationen programmieren und im zugehörigen Verzeichnis veröffentlichen. Diese je nach Aufgabengebiet kleineren oder größeren Plugins erweitern den Funktionsumfang um eine inzwischen riesige Zahl nützlicher und nutzloser Features: von diversen Computerspielen über ein Plugin, das anhand der Facebook-Kontakte die "Small World Theory" überprüft bis hin zu diversen virtuellen Geschenk-Services, Informationsdiensten und Kommunikationstools reicht das Spektrum. Die Seite selbst stellt bloß das grundlegende Framework zur Verfügung, erst die Zusatz-Programme sorgen für den unschlagbaren Funktionsumfang - und haben bereits zahlreichen talentierten Programmierern ein beachtliches Einkommen verschafft, denn Ruhm und Ehre sind nicht die einzige Motivation, selbst Erweiterungen zu entwickeln: jeder Applikationsprogrammierer hat die Möglichkeit, Werbung in seine Software zu integrieren und damit ein attraktives Zusatzeinkommen zu lukrieren.
Facebook fungiert somit auch als zentraler Hub, denn zahlreiche andere Web 2.0 Services lassen sich mittels Software-Erweiterung ins eigenen Profil integrieren: anstatt die User zu zwingen, eigenen Services zu benutzen, versteht sich Facebook als Meta-Plattform und setzt Paradigmen des Web 2.0 konsequenter um als jedes andere Netzwerk: die ursprüngliche US-College Nische hat Facebook jedenfalls längst verlassen.
Je höher die Datenqualität einer Social Media Plattform, desto einfacher lassen sich die damit generierten Daten für alle möglichen Zwecke missbrauchen: zielgruppengenaue Werbeschaltung stehen am harmloseren Ende der Skala, geheimdienstliche Begehrlichkeiten wurden Facebook nicht zuletzt aufgrund der finanziellen Verflechtung mit US-regierungsnahen Investoren nachgesagt. In der Tat scheint die Datenqualität auf Facebook sehr hoch zu sein, und trotz der feingliedrig konfigurierbaren Profil-Privatsphäre sollte jedem Facebook-Nutzer klar sein, dass sowohl Profildaten als auch das Nutzerverhalten im Zweifelsfall eben nicht nur für "Freunde" einsehbar sind.
Ein rasantes Wachstum steht der amerikanischen Plattform in Europa dennoch bevor: obwohl Facebook bislang so gut wie keine Anstrengungen unternommen hat, um auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen, entscheiden sich immer mehr User für den Full-Service Provider Facebook. Gratisnutzung, unbegrenzter Speicherplatz für Fotos und der beschriebenen Funktionsumfang scheinen weit mehr Anziehungskraft zu haben als lokalisierte Sprachvarianten: denn bisher ist die Seite ausschließlich in Englisch verfügbar - spätestens im nächsten Jahr allerdings wollen die Betreiber Dependancen in der EU eröffnen.
Facebook
Small World Theory - Six Degrees of Separation
Facebook-Profil des Authors
Die Woche der Gewinnspiele: Yannick vergibt Festplatten, Bücher und weitere Sachpreise, bei Mathias kann man ein Nintendo Wii abstauben. Weihnachten rückt eindeutig mit Riesenschritten näher, allerorten lauern bereits tückische Punsch- und Glühweinstände auf den unschuldig-wehrlose Passanten.
Aber bei aller Wein- und Feierseeligkeit sollte man nicht vergessen, dass der Hype derzeit nicht am Christkindlmarkt spazieren geht, sondern auf Facebook. Morgen zum Beispiel findet der Blue Beanie Day statt. Motto: Show your support for web standards and accessibility. Wie Waffe der Wahl: eine blaue Wollmütze!
It's easy to show your support for web design done right. Don a Blue Beanie and snap a photo. Then on November 26, switch your profile picture in Facebook and post your photo to the Blue Beanie Day group at Flickr.
Anja und ich haben unsere Headshots soeben angefertigt - das Facebook-Profil wird dann morgen upgedatet:

Spielefreaks, aufgepasst: Mathias hat sein Weihnachtsgewinnspiel gestartet, wer teilnehmen möchte, kündigt die Action am eigenen Blog an und setzt einen simplen Backlink z.B. auf den Beitrag Apple-Gutschein. Lohn der Mühe? Die Chance auf eine Nintendo Wii inkl. Wii Sports. Spread the word, denn falls mehr als 50 Blogger sich um die Wii kloppen, legt Mathias nochmal einen oben drauf und spendiert als zweiten Preis den ganz neuen Ipod Touch mit 8GB Speicher. Der Weihnachtsmann besucht auch die bloglosen Gesellen: unter allen neuen Newsletterabonenten wird ein ortskundiges Tom Tom XL Europe Navigationsgerät verlost.
Herzlichen Dank an das Bloggeramt für den Blog der Woche Eintrag - hat mich sehr gefreut, dankeschön. Es wird ja viel geschrieben über Motivation fürs Bloggen und so: und ich muss sagen, es geht ja nix über das Lob von Kollegen
Ich hab letztens darüber geschrieben, wie man seine Kontakte von Xing nach Facebook transferiert. Der Infpirat hat als perfekte Ergänzung ein Tool gefunden, mit dem sich wiederum die Facebook-Kontakte exportieren lassen, denn auch dies ist mit Bordmitteln nicht ohne weiteres möglich. FriendsCSV generiert ein *.csv (= comma separated values) File, das problemlos mit Outlook und Co. gelesen werden kann. Einziges Problem dabei: die E-Mailadressen werden leider nicht mit übertragen. Dies funktioniert nur indirekt mit Gmail-Adressen:
Ok you can now use CSV to match your friends with your gmail contacts list. If the program finds a match, it will include the e-mail address in the export.
Pete weiß als TV-Serien Guru natürlich alles über die Auswirkungen der Streiks auf laufenden Serien. Die zweite Staffel von Heroes etwa wird anders enden als geplant. Momentan sieht's ja leider nicht so aus, als würden die Drehbuchschreiber mit ihrem Protest etwas erreichen: stattdessen hagelte es bereits Kündigungen in großem Ausmaß.
"I'm Darth Vader, everyone challenges me to a fight to the death. This is the fucking death star, I run it!" Trotzdem lautet jene Frage, die sich Star Wars Fans schon immer gestellt haben: wie war das eigentlich damals in der Katine des Todessterns? (thx Natalie!)
Oder: andertags bei Max: Hannes, Heinz, der Gastgeber und ich begaben uns auf die Kossatz'sche Couch - ganz ohne Therapeut, dafür mit Kamera. Projektname: Club 2.0. Mission: ein Videopodcast zu unseren Lieblingsthemen.
Unsere erste Unterhaltung spannte den Bogen von Hasstiraden für und wider Apple über Xing-Absonderlichkeiten bis hin zum Facebook Hype. Die erste Sendung geht demnächst Online - und während normalerweise das Making Of erst nach dem Release folgt, machen wir's Web 2.0 Style umgekehrt und Bottom Up: hier also erstmal die zeit-geraffte Entstehung unseres ersten Club 2.0, minütlich festgehalten von einer Webcam.
PS: Nein, ich hab's nicht mehr rechtzeitig zum Friseur geschafft.
Die Kolumne erscheint regelmäßig in the gap.
Diesmal: des Teufels Dampfer evangelisiert am falschen Holzweg.
"Es wäre wieder an der Zeit, die Schlittenhunde aus dem Keller zu holen", erinnerte mich Brigitte. "Wie du weißt, sind Segways mit Schneeketten ein Gadget für die Unterschicht. Ich bevorzuge ganz klar den klassischen Schlitten mit 33 vorgespannten Sony Aibos."
Supershirt haben ihr Debutalbum veröffentlicht - ich war von der Vorab-Single "Teitmaschine" bereits so geflasht, dass ich die Teitness gern mit meinen LeserInnen teilen möchte: et voilá, datenschmutz verlost einmal das komplette Album, ABER: bei diesem Gewinnspiel gibt's keine VerliererInnen. Denn Jede/r, die/der mitspielt, gewinnt einen Download-Code für die erste Single Teitmaschine. Und die rockt ganz gewaltig! Außerdem inside: ein Interview mit der Band sowie eine Reihe von Live-Videos - viel Vergnügen mit poppigem Konsumkritikwahnsinn á la Supershirt! Crazy abgefahrn eben!
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"Kauf weniger ein - dann brauchst du weniger Geld - dann musst du weniger arbeiten geh'n - und hast mehr Zeit für dich selbst." Wer solche Texte schreibt, der hat offensichtlich eine enge Beziehung zur Sprache: in der Tat kommen das Duo aus der Hip Hop-Ecke, kreuzt aber wild Elektro, Technobeats und Punkrock-Attitude mit den originellsten deutschsprachigen Texten, die mir seit langem zu Ohren gekommen ist. Zitat aus dem Pressetext, dem ich nur vollinhaltlich zustimmen kann:
Aber was tun, wenn man so teit ist? Die gute Erziehung von Faxe System und Tim Brenner ließ nur eine Antwort zu: Sie wollten die Teitness gerecht unter allen Menschen auf der Welt verteilen. Und es funktionierte: Die Menschen wurden teit und teiter. Sie waren schön, fröhlich und sexuell unersättlich.
In der Praxis klingt das ganze ungefähr so:
Kauf weniger ein:
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Wie es funktioniert
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Mehr Infos über die Band gibt's am obligatorischen myspace-Profil, und statt einer old-school Homepage betreibt die Band ihre eigenes Weblog.
Wer das liebevoll gestaltete Album auf CD sein eigen nennen möchte, muss wie gewohnt lediglich einen Kommentar zu dieser Story hinterlassen. Mitmachen lohnt sich diesmal aber in jedem Fall, denn jede/r TeilnehmerIn bekommt einen Downloadcode für die erste Single-Auskopplung "Teitmaschine" - die digitale Musikdistribution lässt grüßen! Also wie immer bitte unbedingt eine korrekte E-Mail Adresse eintragen, sonst wird's nix mit der Gewinnverständigung. Das Gewinnspiel endet am 11. November.
Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen, die Preise können nicht in bar abgelöst werden. Im übrigen gelten die Standard Teilnahmebedingungen für datenschmutz Gewinnspiele.
datenschmutz: Der Titel "Teitmaschine" lässt irgendwie drauf schließen, dass Hip Hop in eurer Vergangenheit durchwegs eine gewissen Rolle spielt. Musikalisch allerdings sitzt das Album auf originelle Art zwischen Elektro-, Techno- und Rock-Stühlen. Wie würdest du euren Sound beschreiben?
Hendrik: Das stimmt - wir waren mal eine HipHop-Band und haben uns auch sehr viel mit der Musik beschäftigt - wir kennen wohl jeden Deutschen Rap-Song, der bis 2001 erschienen ist. Der Hype hatte sich aber damals totgelaufen, die Musik wurde langweilig, die Szene unangenehm und wir langsam erwachsen. Natürlich haben wir zu dem Zeitpunkt schon viel andere Musik gehört. Tim eher Rock und Pop - Faxe eher Techno und Elektro. Und als dieses Mashup- Electroclash-Zeug langsam hochkam haben wir uns wieder in der Mitte getroffen. Unser Sound heißt AlkoPop - das passt ganz gut, obwohl es natürlich ein schnöder Gag ist.
? Wie produziert ihr und welche Hard- bzw. Software benutzt ihr dabei?
! Hardware benutzen wir kaum noch. Wir produzieren eigentlich alles am PC. Naja, Gitarren sind ja auch Hardware - die nehmen wir dann aber auch auf und verwursten sie in Cubase oder Cakewalk Sonar. Manchmal ist es etwas kompliziert das wir unterschiedliche Software benutzen, aber unsere Ansprüche sind einfach anders. Außerdem will auch keiner zugeben "Okay, Dein Programm ist besser"
? Du betreibst mit Kasabi Tunez selbst ein netlabel - was hat euch dazu bewogen, "Du bist Super" auch als Offline-Album rauszubringen?
! KasabiTunez ist ja kein Netlabel. Das war immer als "normales" Label gedacht. Und wir haben auch fast alle Veröffentlichungen physisch rausgebracht. Ich bin einfach ein Fan von schönen Produkten, Verpackungen und so - und ich kenne auch viele Leute, die eine mp3-Datei einfach nicht als wertvolles Etwas ansehen. Für diese Leute mit gutem Musikgeschmack bringen wir Platten raus.
? Welche Bands bzw. Produzenten (aktuell und/oder old school) findet man so auf euren persönlichen Playlists?

! Mal die aktuelleren Sachen: Timbaland, Justice (sowieso der ganze Ed Banger-Kram), The Knife, Familjen (und die ganzen upcoming schwedischen Superbands), ach es ist soviel - da fällt mir adhoc kaum was ein. * Wie war euer persönlicher Weg zur Musik? Ist Supershirt eure erste Band? Jein. Wie gesagt waren wir vorher "Halbe Hemden", aber fast in derselben Besetzung. Wir haben als Teenies angefangen zu rappen, immer mehr Musik gehört, Platten gekauft, gesampelt, angefangen zu produzieren. Wie das halt so läuft.
? Wie steht's mit der Arbeitsteilung im Studio, und mit welchem Setup tretet ihr live auf?
! Im Studio mache ich (Tim) schon das meiste. Ich übernehme das Aufnehmen und Mischen. Mastern lassen wir in dann woanders. Man muss dann auch mal Abstand vom eigenen Kram schaffen und jemand anderen ranlassen. Live passiert noch viel Playback, da wir mit dem Singen und Rappen schon recht ausgelastet sind. Außerdem ist es oft albern 2-3 Knöpfe in Ableton zu drücken, da kann man's auch sein lassen. Wir haben auch schon mal Gitarren live probiert, aber das sitzt noch nicht teit genug. Unsere tollste Live-Erfindung ist die Beat-Tanz-Matte. Da haben wir eine Tanzmatte von einem Konsolen-Tanz-Spiel für den PC umgebaut und nutzen das quasi als Midi Controller. Wir können also einen Sampler mit den Füßen ansteuern und so den Beat tanzen. Das hat (soweit ich weiß) noch niemand gebracht.

? Wie sehen die näheren Zukunftspläne von Supershirt aus?
! Wir wollen möglichst viel Live spielen und Leute von uns überzeugen. Am 19.10. erschien/erscheint unser erstes Album "Du Bist Super" auf KasabiTunez. Wir hoffen auf gute Presse und viele Interessierte. Wir wissen, dass die Platte gut ist, aber als Newcomer ist es schwer reinzukommen.
In diesem Jahr stehen noch einige Live-Auftritte am Programm. In folgenden Städten gibt's die Gelegenheit, die Band live zu erleben:
Wie's dabei so zugeht, verraten die kürzlich produzierten Live-Videos von Fortschritt.tv:
Teitmaschine live
Kauf weniger ein
Teiter, teiter
Altweibersommerliche Spätsonnenstrahlen weichen über das Land kriechender Winterkälte, jeder Windstoß treibt einen flüchtigen Schwarm gelber Blätter quer über die Landstraße. Die Saison neigt sich dem Ende zu - und ich liebe diese letzten Ausfahrten, die letzten Gelegenheiten, den Motor meiner Hornet aufheulen zu lassen und die magische rote Nadel jenseits der 100km/h zu treiben... ein wenig.
Herbst heißt für Biker: feuchte Landstraßen, klamme Brücken, früh schlechte Sichtverhältnisse. Bedeutet auch: unerwartete Regengüsse, abgefahrene Pneus (wer wechselt schon vor der Winterpause?), verstärkter Wildwechsel und Laub auf besagter wasserbenetzter Fahrbahn: also zirkelt, wer nicht unfreiwillig absteigen will, besser doppelt so vorsichtig um die Kurve wie gewöhnlich. Auf der anderen Seite sind da diese letzten Ausflüge in die nähere Umgebung, dick eingepackt in alles, was das Unterwäsche- und Gore-Tex-Arsenal so hergibt - wehmütige Touren im Herbstlicht, mitten durch eine Kulisse, die ans Ende einer Party erinnert, so á la: wir hatten viel Spaß im Sommer, was liegengeblieben ist, wird jetzt erstmal weggeräumt - und dann legen sich alle schlafen und kurieren ihren Kater aus. Bekanntlicherweise dauert der deutlich von meinen persönlichen Vorstellungen abweichende Idealwinter in unseren Breitengraden unverschämterweise länger als der übelste Kater.
Wenn du am späteren Nachmittag aus der Stadt rausfährst, die Sonne nur mehr wenig Kraft hat und die wärmende Wirkung der Megatonnen von Beton wegfallen, dann arbeitet sich die Kälte früher oder später auch durch die dicken Handschuhe. Gesichtsmaske unterm Helm, zwei Pullover - das reicht grade mal für eine 60er Runde, einmal über den Exelberg nach Tulln und wieder zurück bevor diverse Extremitäten, denen man dies nicht wünscht, zunehmend steifer und das Kuppeln mühsamer werden. Wenig Verkehr um drei Uhr nachmittags, das einzige Fahrzeug, das ich aufwärts bei einer der wenigen Überholmöglichkeiten hinter mir lasse, ist ein gemütlich dahintuckernder riesiger Traktor. Diesmal bin ich der einzige Motorradfahrer im Scheiblingssteiner Tennisstüberl - ein Ehepaar weit jenseits der 80, das gerade sein Mittagessen einnimmt, lächelt mir unisono freundlich zu, während ich meine Melange bestelle.
Als ich wieder aufs Bike steige, bin ich mir ganz sicher, dass der dicke Pullover eine hervorragende Wahl war... und die Route ebenfalls. Denn nach kurzer Zeit stehe ich am Parkplatz vor der Gloriahütte und genieße den weitreichenden Blick über ein gerade das Tullner Becken: Nebelschwaden hängen über der Landschaft, Sonnenstrahlen bahnen sich ihren Weg bis zum Boden, der die Permafrost-Phase kaum mehr erwarten kann - ein Bild wie aus der Antidepressiva-Werbung. Notorischen Kamera-Vergessern wie mir bleibt nur die illustrative Wortwahl: semitransparente Zuckerwatte, ein Herbstszenario wie aus der Antidepressiva-Werbung.
Erst am Rückweg erlebe ich die um diese Jahreszeit obligatorische "Hero-Szene", jenes Herbsterlebnis, das exklusiv für Zweiradfahrer reserviert bleibt: Bei der Rückfahrt tragen Windstöße die welken Blätter fort, der Mischwald bietet reichlich Rohstoff für eine Szenario, von dem ich nicht weiß, ob hyperrealistisch oder surrealistisch der zutreffendere Begriffist. Bei jeder kleinen Windböe fahre ich durch eine unwirkliche 3D-Landschaft aus wirbelnden Blättern in allen Gelbschattierungen, die sich für kurze Zeit wie eine improvisierte Bauarbeiterschürze an meinen schwarze Motorradmontur anlegen, bevor sie ihre Transformationsreise bis zum späteren Dünger für neue Blätter windgetrieben fortsetzen. Als ich die erste Hügelkuppe erreiche, liegt eine lange Gerade vor mir. Ich durchfahre langsamer als sonst den Korridor der gelben Blätter und denke wehmütig daran, dass in demnächst vier Monate zweirad-motorisierte Zwangspause folgen... aber demnächst eine ganz frische, unverbrauchte neue Saison folgt. Wenn's nach mir ginge, lieber heute als morgen.
Dekan Maurer wird dieser Tage heftiges Spottobjekt verschiedener Blogger, aber das hat er sich nun in der Tat ganz allein zuzuschreiben. Kollege Rafelsberger zieht zum Vergleich einen meiner Lieblingsautoren heran:
Einwerfen möchte ich nur, dass uns Herr Maurer auch im Rahmen der Triple-I aufgefallen ist, nämlich als jemand, der den Spagat zwischen Wissenschaftler und Philip K. Dick einfach nicht hinbekommt.
Dunkel erinnere ich mich an eigene Verwunderung über die immer wiederkehrende Behauptung, der Grazer Informatiker habe "Hypertext erfunden"... Smi findet auch, dass Aufhören vor der totalen Posse manchmal eine ernsthafter zu überlegende Exit-Strategy wäre. Der Preis für den besten Realsatire-Beitrag geht meiner Meinung eindeutig an Helge:
Richtig abstrus wird es, wenn er die jährlichen Aprilscherze aus Mountain View für bare Münze nimmt und allen Ernstes gegen Gmail Paper und Google TiSP ("Toilet Internet Services Provider") zu Felde zieht. Die Firma P1 Privat GmbH bezeichnet er dabei als Googles Partner in der Umsetzung von Gmail Paper, diese ist aber lediglich Sieger im Markenrechtsstreit um gmail.de und damit Gegner, nicht Partner. Maurer, der immer wieder moniert, dass zur Recherche nur noch Google und Wikipedia herangezogen würden, schafft offenbar nicht einmal das.
Der Text des Anstoßes unterbietet in punkto Sachkenntnis und Recherchequalität in der Tat locker viele Blogbeiträge, wobei der Wissenschaftler anscheinend ganz gerne über die mangelnde Seriosität Blogistans herzieht. Die Science Fiction Erzählung der Xperten-Bände sind mir nie untergekommen, obwohl ich weiter Teile meiner frühen Jugend mit dem Studium dieser unterschätzten Literaturgattung verbracht habe
Doch so sehr die eigenartige Ungenauigkeit Anlass zur Kritik geben mag, mit seiner prinzipiellen Stoßrichtung trifft Maurer imho schon einige der vielen Kerne des Pudels: gegen die datenschutzrechtlichen Bedenken, die bei Googles Monopolstellung auftreten, sind die seinerzeitigen M$-Internet-Explorer Diskussionen, die letztlich zum Kartellrechtsprozess führten, ein Lercherlschaas. (für die deutschen Leser: der Darmwind eines Waldvogels, österr. Synonym für diminuierende Bedeutungslosigkeit.)