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Artikel-Schlagworte: „interaktiv“

Fallout 3: Ich falle aus, muss spielen

Fallout 3Aber ausfällig werde ich nur, wenn mich einer dieser Zonenzombies blöd anpöbelt. Oder versucht, mir mit dem Flammenwerfer (in-game Name der Waffe: Shishkebab) eine neue Kurzhaarfrisur zu verpassen. Ich bin Eusebio, habe vor wenigen Stunden erstmals in meinem Leben Tageslicht gesehen und auf der Suche nach meinem Vater. Er hat Vault 101, den Bunker, in dem ich aufgewachsen bin, ohne Erlaubnis verlassen. Das machte den Ober-Bunker-Fascho vom Dienst so wütend, dass er mich auch umgelegt hätte - wäre ich nicht ein klein wenig schneller gewesen. Und nun? Nun stehe ich hier, inmitten einer schier endlosen postatomaren Wüste, bis zu den Zähnen bewaffnet und bereit, die Welt zu erkunden.

Meine Mutter starb bei meiner Geburt, meine gesamte Jugend lang wurde ich von einer Bunker-Gang terrorisiert: ich sag Ihnen, da hat sich einiges aufgestaut - und das bringt das Spiel in ziemlicher genialer Art und Weise beim Einstiegstutorial rüber. Den Schnelldurchlauf durchs Leben der Spielfigur nutzen die Gamedesigner zugleich für die Festlegung der Charakterattribute und Boni - es handelt sich um ein reinrassiges Rollenspiel, auch wenn weit und breit weder Orks noch Dungeons in Sicht sind. Postnukleare Settings kann man zwar auch in Stalker bzw. Clear Skies erkunden, der Reiz von Fallout liegt aber im schrägen Twist, den die Entwickler ihrer unwirtlichen Welt gönnen: überzeichneter US-Lifestyle, Comic-Visuals inmitten der hyper-realistischen Spielwelt und originelle Dialoge sind jene Ingredienzien, aus denen ein Cocktail entstand, der sich auf die einzige Spieltugend konzentriert, die mich überhaupt noch zu Ausflügen in virtuelle Welten animiert: grandioses interaktives Storytelling. Die Umwelt, so das Versprechen des Publishers, reagiert auf die Aktionen des Spielers: ob man als sanftmütiger Engel über die verstrahlte Erde schreitet oder den bösen Schrotflinten-Gangster raushängen lässt, die verschiedenen Lösungswege der einzelnen Quests sollen die Wiederspielbarkeit gravierend erhöhen. Darüber kann ich natürlich (noch) kein Urteil abgeben, immerhin habe ich gerade mal die ersten drei Stunden in der Spielwelt verbracht, aber laut diversen Tests in Spielmagazin dürfte es turbulent weitergehen. Massive Multiplaying hin oder her, ich pfeif auf Jagd- und Sammeltriebe: und eine sorgfältig inszenierte Story in einem ungewöhnlichen Settings ganz ohne Fantasy-Klischees trifft genau meinen Geschmack.

fallscreen 1229381108 Fallout 3: Ich falle aus, muss spielen

Ich bin übrigens froh, dass ich mir die original englischsprachige Version besorgt habe: denn das Singleplayer-Rollenspiel Fallout 3 lässt Blut spritzen, Köpfe im Kugelhagel zerplatzen und zerlegt gemäß den ästhetischen Regeln modernen Actionkinos schnelle Actionsequenzen auf Wunsch in Zeitlupen-Szenarien. In der deutschsprachigen Version fehlen die nach außen gekehrten Eingeweide, und alle Einwohner sind vollkommen anämisch unterwegs - wenn ich Zeit mit einem Spiel verbringen, dann möchte ich allerdings das sehen, was sich die Artwork-Abteilung ausgedacht hat: Horrorfilme schau ich mir ja auch nicht in der geschnittenen Fassung an.

Das Fallout 3 Kampfsystem

Anders als Echtzeit-Shooter erlaubt Fallout drei die Umschaltung auf das sogenannten V.A.T.S., ein alternatives Zielsystem, bei dem bei angehaltener Zeit bestimmte Körperteile anvisiert werden können bis die eigenen Action-Punkte aufgebraucht sind - wer jemals Jagged Alliance gezockt hat, wird sich sofort zuhause fühlen. Diese freie Wahl zwischen Echtzeitballerei und unstressiger Pausenplanung macht das Spiel auch für Nicht-eSportler attraktiv, wer sparsam mit Patronen umgehen möchte, wird sowieso vorwiegend vom V.A.T.S. Gebrauch machen. Bin gespannt, ob die Story-Ideen für Langzeitmotivation ausreichen: wenn die Geschichte derart spannend, charmant und schräg weitergeht, dann kann ja nix mehr schiefgehen. So, und jetzt muss ich mich mal auf den Weg nach Megaton machen - und vorher noch die Grundschule von Springvale säubern.

Kleiner Tipp: da Fallout in .de und .at bei Retailern quasi nur auf deutsch erhältlich ist, empfiehlt sich eine Bestellung bei Amazon - Achtung auf die richtige Version: es gibt die "geschnittene" deutsche, eine Uncut German Version und die englische Originalversion, die über diverse Marktplace-Händler erhältlich ist. Ob man einen Händler erwischt, der nach Österreich liefert, ist allerdings mehr oder weniger Glückssache; auf jeden Fall muss man damit rechnen, dass ein Altersnachweis verlangt wird (ich musste einen Reisepass-Scan einschicken) - da kennen die deutschen Moralwächter kein Pardon! Diese Version habe ich geordert: Fallout 3 (Uncut Englisch) Fallout 3: Ich falle aus, muss spielen

Falls unter den hochverehrten Lesern Fallout-Spieler anzutreffen sind, freu ich mich natürlich über Erfahrungsaustausch!

PS: Gestern bin ich nach Megaton gekommen - in den einzelnen Dialogszenen steckt soviel Wortwitz, dass man die recht ausgedehnten Gespräche gerne mitliest. Die Radiosender, die Grafik, die Kämpfe: äußerst atmosphärisch und mehr als vielversprechend!

UProm.tv: bottom-up Fernsehen aus Deutschland

upromlogoUProm.tv beschränkt sich nicht auf das bloße Aggregieren von Uservideos, sondern präsentiert sich als erster deutscher Online-Fernsehsender: ein fixes Sendeschema und tägliche Magazine auf Astra Digital und im Kabelnetz ergänzen das Angebot. UProm.tv konzentriert sich dabei ganz auf das Thema Unterhaltung und lässt die Besucher selbst entscheiden, welche Beiträge ausgestrahlt werden.
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Blogistan Panoptikum KW12 2008

Das Bloggeramt hat diskursiven Zuwaxx bekommen: in der Bloggerstadt darf ausgiebig diskutiert werden über die kleinen und großen Problemchen des Online-Tagebuchschreibens. WordPress, s9y, Webspace, News, SEO - you name it. Noch sind einige Unterforen recht spärlich gefüllt, aber diverse alte Bekannte sind bereits registriert - könnte eine nette Plauderecke für den deutschsprachigen Longtail werden! Versteckte Ostereier habe ich im Forum allerdings bislang noch keine gefunden.

Tibet-Krise: man weiß nix

Wenig erfreuliches Thema zu den Feiertagen: im Spiegel online gibt's ein kurzes Interview mit Georg Blume, seines Zeichens einer der letzten unabhängigen (westlichen) Beobachter in Tibet. Direkt nach dem Interview wurde auch er ausgewiesen - seine Beobachtungen und die von ihm gesammelten Augenzeugenberichte bestätigen vor allem eines: man weiß nix, nicht mal, warum es Tote gibt. Sind Chinesen in ihren Shops verbrannt? Wurde auf die einheimische Bevölkerung geschossen? Soviel zum Thema "Echtzeitkommunikation" und "Welt in der Hosentasche"... jedenfalls ein trauriges Lehrstück in punkto Informationsfreiheit.

Mitmachen ist nicht gleich mitmachen

"Gewinnen kann nur der, der mitmacht," sagt die Sales Abteilung des ORF und requiriert Kartenspielvideos:

Zeigen Sie uns, wie Sie mit ORF.at für Bewegung sorgen Schicken Sie uns ein Video mit Ihrem ganz persönlichen ORF.at "Kartenspiel" und gewinnen Sie eine Sitebar auf der ORF.at Frontpage! Videos (als .mpg oder .wmv) bitte bis 01. April 2008 per Mail an: online.marketing ät orf.at

Die Sidebar hätt ich gerne für datenschmutz, aber wtf ist ein persönliches ORF.at "Kartenspiel"? Das nenn ich mal Freestyle-Kampagne...

Badges, schnell angefertigt

Für alle Photoshop-Kundigen hat Pixelpetrus ein feines Tutorial zur Herstellung von Badges mit 3D-Effekten: wer einen webzweinulligen Stern auf sein Blog pappen möchte - wahlweise mit der Aufschrift "fresh" oder "gammlig", findet hier schnell zum Ziel.

Reality Mining

Für die einen eine Bedrohung, für den anderen die Chance auf Verbesserung des Gemeinwesens: Professor Sandy Petland, Professor für Media Arts und Sciences am MIT, sieht in den allgegenwärtigen Datenspuren grandiose Chancen:

In fact, the MIT professor of media arts and sciences would like to see phones collect even more information about their users, recording everything from their physical activity to their conversational cadences. With the aid of some algorithms, he posits, that information could help us identify things to do or new people to meet.

Tja, so scheiden sich die Geister - mehr davon auf technologyreview.com.

Blogwerkstatt: Agentur für Weblogs

Heinz hat vor kurzem ganz offiziell die Blogwerkstatt gegründet; der Geschäftsführer ist ja alles anderer als ein Unbekannter in der Szene - wer einen kompetenten Berater sucht, dem/der kann ich Heinz jedenfalls sehr ans Herz legen (Werbung für die "Konkurrenz", sozusagen :-)

Die BlogWerkstatt ist ein Geschäftsfeld der Ideenagentur Mehrblick und ist spezialisiert auf das Konzipieren und Erstellen von sogenannten Weblogs - kurz Blogs.
Das sind im Grunde kompakte Websites, die sich durch ihre einfache Wartung, Interaktivität und Suchmaschinenoptimierung, perfekt als kompakte Websites für Projekte, KMUs, Selbstständige und Organisationen anbieten. Auch die Website der BlogWerkstatt ist z.B. ein Blog.

Besonders interessant sind dabei die Fixpreise: ab knapp 2 Taus gibt's ein customized Theme, für 5 Lappen ein eigenes Template mit zahlreichen Bells and Whistles - da kann keine große Agentur mithalten, würd ich mal sagen.

In diesem Sinne wünsch ich einen entspannten Sonntagsausklang und einen je nach persönlicher Präferenz erholsamen oder anstrengenden Ostermontag - wir lesen uns nächste Woche.

Was konvergiert wie? Von Spielfilmen und Filmspielen.

Gestern war ich in der Berliner Oranienburgerstraße zu Gast bei TrendONE: die deutsche Agentur, die sich auf die Beforschung von Mikrotrends spezialisiert, veranstaltete einen Workshop, der sich der Verschmelzung zweier popkultureller Genres widmete: Spiele - oder allgemeiner ausgedrückt "virtuelle Welten" - und Filme rücken immer näher zusammen.

Martin und ich hatten Norbert, Analyst bei TrendONE, am Wiener Barcamp im Jänner kennen gelernt. Er lud uns zu besagtem Workshop ein - denn bei fatfoogoo haben wir natürlich permanent mit dem Themen "Valorisierung virtueller Environments" und "Trend im Multiplayer Gaming" zu tun. Dank Tragflächenvereisung in Schwechat und extralanger Wartezeit aufs Gepäck hab ich die ersten Keynote Speech versäumt, der Rest des Vormittags gestaltete sich dafür umso intensiver. Mein persönliches Highlight: André Sonders von IGA (Dynamic ingame Advertising) sprach über dynamische, in Spiele-Environments eingeblendete Werbung. Dass Geotargetting bis auf PLZ-Ebene aufgrund der IP-Adressen kein Problem darstellt, war mir bekannt - völlig neu allerdings die Modalitäten des Abrechnungsmodells: bezahlt wird auf TKP-Basis mittels eines sehr elaborierten Measurement-Modells: die Werbefläche muss einen bestimmten Prozentsatz des Screens einnehmen, der Blickwinkel muss stimmen und die minimale Betrachtungszeit ist ebenfalls definiert. Erst wenn alle Parameter erfüllt sind, wird das Äquivalent zum Pageview generiert, die Auslieferung erfolgt via Adserver - mit anderen Worten: das System erlaubt mehr Kontrolle traditionelle Systeme, die Grafik der jpegs wird dynamisch angepasst (wenn's im Spiel regnet, schaut auch die Plakatwand entsprechend nass aus etc.) Molto impressivo! Wird höchste Zeit, dass ich anfange, in Unreal & Co. Werbung für ds zu schalten :-)

Außerdem gab's lehrreiche Vorträge über gelungenes Virtual Marketing, Stichwort "augmented reality": ich würd auch mal gern ungefragt eine Pizza samt USB-Stick geliefert bekommen, die mich in ein spannendes Viral-Spiel reinzieht. Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen des Brainstormings: in zwei Kleingruppen versuchten wir, auf einem "Zeittrichter" mögliche positive und weniger wünschenswerte Entwicklungen der kommenden 15 Jahre zu verorten - vom ersten durch augmented reality verursachen bis zu individualisierten, interaktiven Filmen und 3D-Kinos - Holodecks werden wohl leider noch ein Weilchen länger brauchen. Andererseits benutzen EiPod'ler vermutlich in einigen Jährchen Geräte mit so leistungsfähigen Festplatten, dass ein einziges Leben nicht mal ausreicht, um alle darauf gespeicherten Filme anzugucken... Dieses Beispiel stammte übrigens von Professor Clemens Cap, den ich auf einer Konferenz in Wien vor einigen Monaten kennen gelernt habe und heute unerwartet wieder traf: der von ihm initiierte Workshop Digitale Soziale Netze nimmt immer konkretere Formen ein, ich werd ein Paper zum Thema "Was ist neu an Social Networks?" einreichen, wird ein Pflichttermin für alle Web-Akademiker - mehr dazu in Kürze!

Die abschließende Gesamtdiskussion zeigte dann nochmals sehr deutlich, dass die Konvergenz von Games und Filmen keine Zukunftsmusik, sondern die Entwicklung in vollem Gange ist. Die Technologie macht rasend schnelle Schritte, offen bleibt indes die Frage, ob nicht die eigentliche Leistungs des Mediums Film - quasi in Abgrenzung zu Spielen - gerade in der passiven Konsumation liegt. Generalaussagen sollte man hier tunlichst vermeiden - wie sehr interaktive Elemente in Frage kommen, hängt stark von Thematik und Zielgruppe ab. Doch bis zum nächsten Fußball-Großereignis wird sich's mit den 3D Screens wohl nicht ganz ausgehen - aber vielleicht gibt's demnächst schon die Uhr von Intels Roadmap, die ein Leben lang jedes einzelne Wort aufzeichnet. Abgesehen von den weitreichenden rechtlichen Folgen wären wir Männer dann endlich in der Lage, uns auch dran zu erinnern, was wir vor 10 Jahren - oder vorgestern - eigentlich wirklich gesagt haben.

Cooler Nebeneffekt des Workshops: ich krieg ein Beta-Login für Twinity, die gerade in Entstehung befindliche 3D Welt aus Deutschland. Im Gegensatz zum leicht absehbaren SL-Flop stecken in Twinity viele innovative Ansätze: elaborierte Gesichtsmodellierung, virtuelle Wohnung und eine äußerst detailreiche Grafik warten auf die zukünftigen Bewohner der virtuellen Welt - mehr Info gibt's zum Launch der Public Beta, die voraussichtlich in Q2/2008 erfolgen wird; der Client wird übrigens gratis verfügbar sein.

Fazit: danke für die Einladung - war für mich ein sehr lehrreicher und spannender Tag, jederzeit gerne wieder. Aber jetzt ist (sozusagen als Ausgleich zum leckeren gesunden Veggie Mittagessen) erstmal eine Berliner Currywurst und dann ein Berlinale-Ausflug angesagt!

Frische Ausstellung im net.culture.space: E-MOTION

29. Januar 2008
19:00bis21:00

netculturespaceWas geht? Was geht? Ich zeig's euch ganz konkret! könnte gut das Motto der nächsten Ausstellung im net.culture.space lauten. Die Gemeinschaftsproduktion von Sponsor Telekom Austria und Ars Electronica präsentiert Interfaces, die mit herkömmlichen Joysticks, Mäuschen und Tastaturen fast gar nix mehr zu tun haben.

Ort: net.culture.space im quartier21/MQ (transeuropa) - Museumsplatz 1, 1070 Wien, www.netculturespace.at

"We bring your body in!" versprechen heute alle angesagten Spiel-Konsolen. Was GameentwicklerInnen zurzeit beschäftigt, ist den MedienkünstlerInnen schon länger ein Anliegen: intuitive Interfaces, die statt Maus und Tastatur unsere Körper und Sinne mit einbeziehen. Mit "E-MOTION" präsentiert der net.culture.space Arbeiten, die Gedanken und Gefühle zur Steuerung interaktiver Arbeiten heranziehen. So bewegen die User von "Brainball" mittels ihrer Gehirnströme eine Kugel über den Tisch. Das Netzprojekt "Colors" wiederum filtert Gefühlsäußerungen aus tausenden Blogs und visualisiert den "Gefühlszustand" unserer Welt.

Zur Eröffnung am 29. Jänner sprechen Martin Bredl, Leiter Kommunikation der TA, und Gerfried Stocker, Künstlerischer Leiter der ars electronica. Zu sehen ist die Ausstellung - bei freiem Eintritt - dann von 30. Jänner bis 11. März 2008 und zwar täglich von 10:00 bis 20:00 Uhr. Am 19. Februar sprechen die beteiligten KünstlerInnen um 19:00 Uhr mit interessierten MultiplikatorInnen über ihre Werke. Mehr Infos gibt's am net.culture.space.blog.

PS: Ein kleiner Tipp an Hochegger bezüglich PAs - auch in PDFs kann man Internetadressen verlinken und Bilder sollten idealerweise sowohl in brauchbarer Qualität verfügbar als auch noch frei verwendbar sein (und auch deutlich als Rechte-frei gekennzeichnet.)


Foto: Interactive Institute Smart Studio

Facebook-Kontakte visualisieren: Rad und Wolke

Die Friend Wheel Applikation von Thomas Fletcher visualisiert das eigene Facebook-Kontaktnetzwerk: alle eigenen Kontakte sind im Kreis gruppiert und unterschiedlich eingefärbt, Linien visualisieren direkte Verbindungen zwischen zwei Personen.

Nach Auswahl der gewünschten Farb- und Größeneinstellungen wird nicht nur ein statisches Bild generiert, sondern auf Wunsch auch ein interaktives Java-Wheel, das nicht nur Zoomen ermöglicht, sondern die freie Positionierung der eigenen Kontakte. Schon bei meinen knapp zweihundert Facebook-Bekanntschaften wird die Visualisierung leicht unübersichtlich - aber dafür umso farbenfroher.

Statische Friend Clous

friendwheel

Screenshot der Flash-Version

friend wheel

Allerdings stellt sich generell die Frage, wie man auf Social Networks mit steigender Kontaktzahl am besten umgeht. Die Facebook-Entwickler vor kurzem reagiert und ein neues Feature eingeführt, mit dem das Kontaktmanagement wesentlich leichter fallen sollte: mittels Listen lassen sich die eigenen Bekanntschaften in Untergruppen einteilen. Die meisten Applikationen machen natürlich noch keinen Gebrauch von dieser neuen Möglichkeit, das dürfte sich aber wohl bald ändern.

Eine ebenfalls interessante Alternative zum Friend Wheel ist die Applikation Connection Cloud:

The connections and positions on your Connection Cloud will chaotically change with the changes in your social network. Individuals are placed in a circle, then dynamically moved with attractive forces (via friends) and repulsive forces (non-friends). After simulating a number of steps, the application outputs a PNG for your personal use or to post on Facebook via the included widget.

connection cloudVerschiedene Parameter des repetitiven Algorithmus, von der Anzahl der Wiederholungen bis zum Dämpfungsfaktor, lassen sich verändern. Das Ergebnis eines Durchlaufes ist die Visualisierung der Endkonfiguration als "Kontakt-Landkarte" - ein wenig Tuning an den Parametern kann recht witzige Ergebnisse produzieren. Ich nehme mal stark an, dass sich Geheimdienste und Co. seit Jahrhunderten mit solchen Beziehungsdiagrammen auseinandersetzen, ebenso wie Soziologen und Beziehungsforscher. Social Networks und das Internet generell erlauben Datamining in bisher ungekannten Ausmaßen - wird also wohl höchste Zeit für ein paar fiktive KollegInnen von Billy.

Connection Cloud, Versuch Nr. 23

connection cloud

Die feige Blogsau durchs Dorf treiben

Zum alten Reizthema Sind BloggerInnen feige Schweine? hat Robert anlässlich eines Beitrags auf Indiskretion Ehrensache ein paar sehr spannende Gedanken zusammengefasst. Der große Vorsitzende des deutschen Journo-Verbandes spricht uns "virtuellen Stammtischen" nämlich jegliche Relevanz ab, im Gegensatz zu den Pros der schreibenden Zunft.

Konkretes Schwein des Anstoßes war dabei folgende Passage aus Captain Konkens Elaborat:

Blogs sind meines Erachtens nur in ganz wenigen Ausnahmefällen journalistische Erzeugnisse. Sie sind eher der Tummelplatz für Menschen, die zu feige sind, ihre Meinung frei und unter ihrem Namen zu veröffentlichen.

Ähnlichen Schmonzes gab vor längerer Zeit Konkes Vorgänger Dr. Siegfried Weischenberg von sich - dabei wurde uns der Herr Kollege während des Publizistikstudiums noch als leuchtendes Beispiel der in Unwürde veralteten deutschen Zeitungswissenschaft genannt. Besagter Professor verbreitete nämlich im Radio "akademische Fakten", wie ebenfalls bei Thomas Knüwer nachzulesen ist:

Man muss wissen: Mit 450 Zugriffen im Monat kommt man unter die 100 erfolgreichsten Blogs in Deutschland.

Im Gegensatz zu den laut Meinung des DVI moralisch verwahrlosten Bloggern sind Papiermedientheoretiker anscheinend zu einem interaktiven Diskurs bloß im Anschluss an Podiumsdiskussionen fällig. Zwar sind 450 Honks pro Tag auch nicht die Welt, aber der Unterschied liegt doch weit außerhalb der statistischen Unschärfe einer solchen Untersuchung - oder Professor Weischenberg wollte auf ironisch-subversive Weise die quantitativen Methoden seiner Wissenschaft in Frage stellen - doch dies ist wohl Wunschdenken, ein simpler Irrtum dürfte in diesem Fall der Vater des Gedanken gewesen sein.
Robert und Thomas haben eigentlich alles zum Thema geschrieben, eine Sache gäb's da aber noch, die mir in den Sinn kommt: wie sieht's eigentlich aus mit Bloggern und Journalisten in Personalunion? Ich bin schon wesentlich länger journalistisch tätig (bei the gap, telepolis, ORF), als ich dieses Blog schreibe. Und wie ist das eigentlich so mit der textimmanenten Qualitätsessenz? Wird ein Interview, das ich für the gap gemacht habe, automatisch schlechter, wenn ich's online stelle? Oder ein Twoday-Posting besser, wenn Klaus den betreffenden Text im Datum abdruckt? Verändert eine Veröffentlichung in der Presse-Blogrubrik die Ausschnitte datenschmutz-Beiträge, die dort abgedruckt werden? Und: unterliegt journalistische Verantwortung primär einem Regelkodex oder der Verantwortung des einzelnen, der publiziert? Sollten Blogger überhaupt journalistische Verantwortung tragen? Wie steht der freie Markt zu Qualitätsmedien? (In Österreich haben die beiden ein angespanntes Verhältnis: die Kronenzeitung liegt weit in Führung, afaik ist Deutschland auch ganz gerne im Bild.) Wär's nicht geschickt, den Konsumenten generell einen kritischen Umgang mit Medien anzugewöhnen, anstatt die ohnehin wirtschaftlichen Gesichtspunkten gehorchenden klassischen Massenmedien in eine sakrosankte Stellung zu heben? Ich weiß es nicht genau... was meinen Sie?

Welche Themen Themen sollten auf datenschmutz verstärkt behandelt werden?

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Zeit für interaktives Daumenkino

14. September 2007
18:00bis21:00

Im Rahmen des Festes 5 Jahre Quartier21 im MQ haben Freunde analoger Medien erneut Gelegenheit, ihren persönlichen 10-Sekunden Auftritt auf geduldiges Papier anstatt nervöse Magnete zu bannen - it's Fliptime again!

Wie jeder Volksschüler weiß, zählt die veredelte Zellulose nämlich keineswegs zu den statischen Medien: das gute alte Fingerkino macht sich die - im Vergleich zu zahlreichen Insekten - Trägheit unseres Sehapparats zu Nutze: kaum folgen ein paar Bilder in schnellem Wechsel aufeinander, beginnt unser Gehirn auch schon, Bewegungsabläufe zu konstruieren.

Eines sind solche Fingerkinos normalerweise allerdings nicht: interaktiv. Höchstens insofern, als der Schnippende die Filmgeschwindigkeit selbst bestimmen kann. Doch Fliptime nutzt die Kombination von new und old media:

Das Prinzip ist schnell erklärt: In unserem mobilen Echtzeit-Daumenkinostudio, hast du die Möglichkeit auf einer Mini-Bühne eine auf 10 sec limitierte Performance aufs Parkett zu legen. Die Aktion wird mit einer Digitalvideokamera gefilmt und aus diesem kurzen Film wird direkt im Anschluss an deinen Auftritt ein Daumenkino erstellt, das du als Souvenir mitnehmen kannst.

Filmische Beispiele gibt's auf der Homepage - umgesetzt wurde das Projekt mit Unterstützung von q/uintessenz und mingo.tv.

Kunst als Zielscheibe

Screenshot Everything I Do is ArtDas in der Überschrift skizzierte Konzept ist nicht wirklich neu - eine ganze Legion von Hobbymalern etwa ist in den ländlichen Gefilden Österreichs damit beschäftigt, sogenannte "Ehrenscheiben" für diverse Hobbyschützen-Bewerbe zu bemalen. Medienkünstler Chris Reilly hat die Idee quasi für die digitale Welt weiterentwickelt - nachzulesen im we make money not art blog.

Everything I Do is Art, But Nothing I Do Makes Any Difference stellt eine Reaktion auf die jüngste Aktion "Everything I do is Art" von Pat Rios dar: der hatte einen New Yorker Gallerieraum mit einem Sammelsurium aus sperrmüllartigen Gegenständen gefüllt. Reilly transferierte den Gallerieraum in die virtuelle Welt von Half-Life: während der Live-Videoperformance "interagierte" der Künstler mit seiner virtuellen Umgebung, indem er Rios' Installationen mit dem Raketenwerfer sprengte und mittels Maschinenpistole "Chris" an die Wand schrieb. Reilly dazu:

After all, if everything you do is art, that's kind of like saying nothing you do is art; everything's on the same level. That condition goes along well with a video game, where everything is basically without consequence. If you die, just start over and everything's back to the way it was.

In einer weiterentwickelten Version, deren Titel sich an meine absoluten Lieblings-Kubrick anlehnt, durften die Besucher selbst eine nachgebaute Gallerie erkunden - allerdings waren sie dabei ständigen Angriffen der Original-Monster aus dem Spiel ausgesetzt; wüste Zerstörung von Kunstwerken brachte dabei Extrapunkte ein. Everything I Do is Art, But Nothing I Do Makes Any Difference, Part II Or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Gallery

Everything I Do is Art

The entire 50,000+ square foot gallery has been meticulously modeled, along with some of the artwork from the show [mostly that of my friends and classmates].
The sophisticated Ai systems of the Source engine have been utilized in this version to unleash attacks of monsters, aliens, robots and zombies on unwitting virtual gallery attendants. Luckily, health points and extra ammo can be earned by destroying the artwork. Players/performers are also given more options for expressive destruction of the gallery walls, including cans of brightly colored paint, in addition to sawblades and harpoons.

1995 zeigte Orhan Kipcak auf der Ars Electronica eine Installation namens ARSDOOM - basierend auf der Doom-Engine metzelte sich der Spieler durch's Linzer Bruckernhaus:

In the agony of a hermetic world, the visitor, armed with color gun and water hose, slips on the character masks of Beuys, Rainer, Baselitz or Koons. The desperate efforts of a misguided will to create - trapped in a loop of desperate creativity, tapping the aesthetic arsenal - and at the same time, destruction.

Nicht nur die bloße Darstellung visuell und akustisch immer realistischerer 3D-Welten beschäftigt also Künstler - sondern auch der inhärente Faktor Gewalt. Die avanciertesten und besten 3D-Simulationen für handelsübliche Rechner wurden erst mal programmiert, um darin exzessiven Waffengebrauch zu üben. Allerdings besagt das Gesetz der Entropie, dass destruktive Interaktion schlicht leichter umzusetzen ist als konstruktive: ein Maschinengewehr stellt sozusagen das naehzu primitivstmögliche Interface in einer 3D-Welt dar. Erst mit avancierteren Modellen, Programmiertechniken und mehr Erfahrung mit 3D-Simulationen werden sozusagen "konstruktive" Prinzipien tragfähig - Second Life wird noch viele Nachfolger finden.

Kontext/Switch:
Solche Installationen sind ein spannender Beitrag zur momentan wieder verstärkt aufflammenden Diskussion um "Killerspiele" - natürlich werden wohl auch in diesem Jahr unter zahlreichen Weihnachtsbäumen Konsolen und Games liegen. Die Frage nach dem kausalen Zusammenhang von medialer Gewalt und realen Gewaltausbrüchen ist indes ja keine neue. Einigermaßen überrascht im pessimistischen Chor der Massenmedien hat mich das Editorial der aktuellen c't Ausgabe: eine äußerst lesenswerte satirische Stellungnahme gegen überzogene und einseitige Reaktionen.

Die Kolumne #72 (Nov/Dez 2006)

Ein gapheft (nicht "gafeft" lesen, sondern gap-heft) erscheint noch im Dezember diesen Jahres. Darin wird sich angeblich diese Kolumne befinden. Und im Jan/Feb nächsten Jahres feiern wir unser 10-Jahres-Jubiläum. Hier wie immer der Vorabdruck - n'joy!

Die Kolumne
Hitzewallungen im Spätherbst stützen und stürzen noch einen Klimawandel

"Früher hieß das Viertel nämlich Sackstadt, aber seit der Arenabesetzung hat sich eingebürgert, das Attribut der Heiligkeit mit dem Theoriepatron des Kommunismus in ein Namensschild zu werfen - et voilá: St. Marx," wollte mir Tante Brigitte neuerdings einreden. Das konnte und musste ich so nicht stehen lassen. Zumal Sackstadt St. Marx heißt, weil der einheimische Kirchenschutzpatron, seiner Zeichens Heiliger Markus, gerne im Endlaut verschliffen wird. Die Bezeichnung des Ortsteil rekurriert also durchaus auf sakrale und nicht auf politische Gebäude.

Dennoch obsiegt stets die Neugier, obskure Information will ja bloß verbreitet und frei sein, sondern in unserer post-aufklärerischen Zeit bis an ihren simulierten Ursprung zurückverfolgt werden. "Hat dir das einer deiner Punk-Ex-Lover erzählt, als du noch..." "Hör auf zu tippen, das gehört hier nicht in die Kolumne. Nein, ich hab dieses ungeprüfte Wissen von jemandem, der sich über 10 Ecken kennt. Dich übrigens auch, und mich über neun."

Wüsste ich nicht um Brigittchens Vorliebe für die rein digitale Auswahl ihrer Beischlafpartner, hätte ich natürlich nicht sofort erraten, dass meine Tante über Social Networking Plattformen sprach. ("Ich hab schon Businesskasperl auf Open BC getroffen, da wird's feucht im Mund! Und stell dir erstmal vor, diese ganzen leckeren Asiaten via Xing, völlig unvorbereitet auf Flirts mit Wiener Vamps! Wenn die doch endlich den Button ‚alle gutaussehenden Männer zu meiner Kontaktliste hinzufügen' einbauen würden...")

Aller Affirmation zum trotz schienen mir die zehn Ecken dennoch übertrieben, zumal doch Stanley Milgram mit seiner Small World Theory behauptet, jeder Mensch auf dieser unserer Erde kenne sich über sechs Ecken selbst. Oder jeder kenne alle sechs Ecken mindestens eines anderen Menschen, oder dass man mindestens sechs Menschen braucht, um eine Ecke zu überqueren. Derselbe Psychologe hat in einem noch viel berühmteren Experiment später dann auch paarweise elektrische Schläge an Teilnehmer ausgeteilt: und zwar solange, bis diese endlich zugaben, sich über höchstens sechs Ecken zu kennen. Damit galt er als Wegbereiter der modernen Psychologie. Später dann konnte ein gewisser Freud zwar nachweisen, dass die Stromkabel gar nicht richtig angeschlossen und die meisten Teilnehmer des Experiments arbeitslose Schauspieler waren, aber da hatte die Idee sich die Idee von der kleinen Welt bereits nachhaltig im Kleinhirn aller PM-Leser und gap-Leserinnen festgefressen.

"Jetzt hör endlich auf mit deinen Sexecken," unterbrach Brigitte abrupt, "diverse Erlösungslehren behaupten, dass sich die meisten Menschen nämlich überhaupt gar nicht kennen. Da bringen die neuen Medien also schon unglaubliche Fortschritte in punkto Selbstkenntnis, auch wenn sie vorwiegend zur Hervorrufung und anschließenden Befriedigung unserer animalischen Bedürfnisse mißwendet werden." "Deine Scharmoyanz übertrifft einmal mehr den Gipfel des Vorstellbaren," seufzte ich hingerissen. "Charme, ok. Aber Scham und Larmoyanz?" hakte (huk?) sie erfreut nach. "Dass du mir missbilligendes Reflexionsvermögen und ein bildungssprachliches Lehnwort für sentimentale Rührseligkeit zutraust, ehrt meine Weiblichkeit."

Achtung, Vegetarier: Experten erwarten für das nächste Sommerloch den Gammeltofuskandal. Diverse asiatische und vegetarische Lokale proben bereits für die große Welle der Empörung - nicht, dass ihr denkt, ihr kommt völlig ungeschoren davon!

Langschwanz Content? Longtail was?

Longtail-Content wird grade zum Buzzword des Monats, und jetzt führt Mark Cuban auch noch die Bezeichnung "Vert Ramp" ein: gemeint ist damit der Sprung vom Tail in die Steilzone. Zu schnell? Okay, ich hab vor wenigen Stunden auch noch nicht gewusst, was genau gemeint ist. Die ausführliche Erklärung gibt's auf Wikipedia, hier die kurze Story: die Bezeichnung leitet sich von Kurvenverläufen her, die mit einem hohen Wert beginnen und sich dann langsam verflachen - die typische "Strebt-Gegen-Null-Kurve" aus dem Mathematikunterricht eben, der "Longtail" ist hier der gelb eingefärbte Teil:

Longtail-Kurve

Diese Kurve symbolisiert einen speziellen Aspekt des Web 2.0: zigtausende Weblogs werden betrieben, ein Bruchteil davon bekommt einen großen Teil der Aufmerksamkeit, die breite Masse befindet sich irgendwo im "Tail" der Grafik. Ähnlich verhält sich's mit Viral Videos. Marketingexperten stellen nun die Frage, ob sich Werbung im Tail-Bereich rentiert, oder ob man lieber auf die relativ wenigen großen Anbieten setzen sollte. So offensichtlich, wie der klassichen geschulte WU-Absolvent glaubt, ist die Situation indes nämlich nicht: denn abhängig vom Produkt, von seinen Lagerungs- und Distributionskosten, kann es sehr wohl lohnen, auf breite Streuung und auf die Nische zu setzen. Web-Guru Marc Cuban erklärt Micropersuasion in einem lesenswerten Interview seine Sicht der Longtail-Kurve: auf längere Sicht profitieren die Content-Aggregatoren von der breiten Masse wenig besuchter Blogs, während nur die Alpha-Angebote genügend Interesse auf sich ziehen können, um veritabel von ihrer Tätigkeit zu profitieren: also wieder nix mit der digitalen Boheme für alle:

Marc Cuban: They will work with aggregators. Those who host the Long Tailers will get paid, those who create for the Long Tail rarely will. The big risk to all will be the inevitable saturation of ad inventory. For the reasons you mention, everyone wants their slice of the advertising pie. Right now there is more ad money than inventory. That will change quickly over the next 12 to 24 months. The advantage may go to the diversified salesforce that can bundle multiple platforms. TV, search, net video, VOD, mobile. [...]

Da wird vollkommen klar, warum Cuban selbst ganz auf Aggregation setzt: die von ihm mitgegründete Firma HDnet bietet ihren Kunden digitales Fernsehen in bestmöglicher Qualität - sobald HD-Videorecorder erschwinglich werden und weit verbreitet sind, sollen sich Teile des Programms aus Amateur-Material rekrutieren.

WP-Plugin: Ultimate Tag Warrior von Christine Davis

Wordpress Plugin: Ultimate Tag Warrior | Download
Funktion: Beschlagwortung von Beiträgen mit umfangreichen Optionen zur Ausgabe und Formattierung der sog. "Tags"
"It's multi-headed hydra of a plugin," warnt die Anleitung gleich zu Beginn. Und in der Tat: Programmiererin Christine Davis hat so viele Features in ihren ultimativen Stichwort-Krieger gepackt, das die übliche Upload-Activate-Plugin Strategie bei der Installation nicht ganz ausreicht - ein klein wenig Aufwand ist schon nötig, um das eigene WordPress Blog mit einer Reihe gut durchdachter Zusatzfunktionen zu versehen.

Das Grundlegende zuerst: Ultimate Tag Warrior erlaubt es, jedes Posting mit Stichwörtern, engl. "tags", zu versehen. Dies geschieht direkt in der Eingabemaske, bereits vergebene Tags stehen in einer Auswahlliste bereite. So entsteht im Lauf der Zeit ein spezifisches "tagset" zum jeweiligen Blog, das UTW auf vielfältige Weise benutzt, um Look und Usability des Weblogs aufzupeppen.

Im Administrationsbereich installiert UTW zwei neue Menüpunkte: die Seite "Einstellungen/Tags" versammelt die umfangreichen Optionen zum Plug-In, unter Verwalten/Tags gibt's alle Tools zur Pflege des eigenen Sets (Tags löschen, umbenennen etc.)

UTW-Einstellungen

Die Stichwörter lassen sich anschließend auf vielfältige Weise in die Seite einbauen: Für die Anzeige der Tags zum aktuellen Beitrag sind keinerlei Anpassungen an den Templatefiles nötig, denn über das Admin-Interface lassen sich bequem diverse Listenformate wählen.

Um eine der Hauptstärken des Plug-Ins zu nutzen, ist aber ein wenig Handarbeit erforderlich. Die Tags fungieren nämlich zugleich als zusätzliche Navigatonsebene. Der Klick auf ein Stichwort öffnet dabei eine Seite mit allen Beiträgen, denen der betreffende Begriff zugeorndet wurde. Für diese Ansicht bringt der UTW ein eigenes Seiten-Template-File mit, und das will ans eigene Design angepasst werden - diese Lösung erfordert wie gesagt Handarbeit am php-Template File, sorgt jedoch für größmögliche Flexibilität.

Viele Blogs verwenden inzwischen die beliebte "weighted tag cloud" (deutsch: gewichtete Stichwort-Wolke). Diese Darstellung des Tagsets verwendet die Parameter Farbe und Größe, um die Häufigkeit eines Stichworts zu signalisieren: die Begriffe mit der größen Frequenz erscheinen dunkel und fett, selten gebrauchte Wörter blass und kleinformatig - auf Datenschmutz zu beobachten im Header bzw. in der rechten Spalte auf der Startseite. Der UTW erlaubt eine weitreichende Konfiguration dieser eleganten stochastischen Darstellung.

In seiner ganzen Pracht und Komplexität bringt der Ultimate Tag Warrior schlicht zu viele Funktionen mit, um alle ausführlich zu beschreiben - hier einige weitere Hightlights:

  • Metatags: Die Tags eines Beitrags können automatisch als html-Metatags in die betreffende Seite eingefügt werden. Somit erhält jeder Eintrag spezifische Keywords für Suchmaschinen.
  • Tag Archive: auf einer Page mit angepasstem Template-File wird das gesamte Tagset dargestellt. Hier am Blog findet man diese Funktion unter dem Menüpunkt "Stichwortarchiv". Die Optionen zur Darstellung sind vielfältig.
  • Technorati-Integration: Suche nach jeweiligem Tag auf technorati
  • "Suggest Tags" Funktion: passende Tags für aktuellen Beitrag werden vorgeschlagen

Ob sich das Blogautor bei der Beschlagwortung auf wenige allgemeine Begriffe konzentriert oder fein granuliert jedem Beitrag möglichst viele Tags zuweist, bleibt ganz seinem Geschmack überlassen. Die technische Seite der Stichwort-Integration löst UTW jedenfalls elegant und umfassend - erfahrene WP-Template-Bastler sollten für den kompletten Einbau nicht länger als eine Stunde benötigen. Und wer nicht weiter weiß, den informiert die Online-Hilfe über alle möglichen und unmöglichen Anwendungsfälle samt Nebenwirkungen.

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Blogistan-Rückblick KW44

Für diese Jahreszeit kletterte die Quecksilbersäule die letzten Tage ungewöhnlich hoch. Über 20 Grad Ende Oktober - wer denkt da nicht an Klimawandel? A propos: wider die vorherrschende Meinung lassen sich Rechenknechte auch bei sehr hohen Temperaturen betreiben. Wir sprechen hier allerdings nicht von der Workstation im semi-ariden Wüstengebiet, sondern von richtig vielen Celsius mitten in der Fritteuse: Deep Fry Computer Cooling.

Wenn in Graz ein Baum umfällt, und niemand hat's gebloggt, liegt der Baum dann überhaupt am Jakominiplatz? Diese Frage wird ab sofort obsolet, denn die steirische Landeshauptstadt hat ab jetzt auch ein Metroblog. Ob Second Life Bewohner auch bald mit dem Stadt-Blogging beginnen? Steve Rubel hat jedenfalls einige impressive Zahlen zum rasanten Wachstum der digitalen 3D-Online-Welt. Über deren virtuelle Kriminalitätsstatistik ist noch nichts bekannt, gibt In der realen Welt zumindest ist nicht einmal ein Feuerwehrauto sicher, wie der Rettungstrupp-Blogger berichtet.

Synergien geschaffen werden in der Schweiz, wo swissblogpress gerade beginnt, die gemeinsamen Interessen bekannter Blogger zu vertreten. Das kommt gut an und sollte vielleicht auch für At-Land ein Vorbild sein:

Swissblogpress (sbp) ist ein Netzwerk von etablierten und unabhängigen Blogs. Alle Blogs publizieren regelmässig Beiträge zu einem bestimmten Themengebiet (z.B. Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Kultur, traditionelle und neue Medien etc.). Das als Verein organisierte Netzwerk unterstützt seine Mitglieder in technischen Belangen, Rechtsfragen, Vermarktung, etc. Swissblogpress fördert die publizistische Qualität und damit auch die Glaubwürdigkeit von Blogs. Ein wichtiges Ziel von sbp ist die Steigerung der öffentlichen Aufmerksamkeit für Blogs. Dazu wirkt sbp als Anlaufstelle für alle Belange rund ums Bloggen in der Schweiz.

Auf wenig Gegenliebe in der Blogosphere stößt dagegen der Blogjungle - wer arbeitet schon gern unbezahlt für andere? Oder schaut so vielleicht das Web 2.0 Businessmodell der Zukunft aus?

Sicherheitsguru Bruce Schneier versorgt die Community seit Jahren mit High-Level Infos zum Thema (Daten)Sicherheit - per Newsletter und regem Blogging. In dieser Woche Woche brachte er einen lang geplanten Deal unter Dach und Fach und verkaufte seine Firma "Counterpane Security" an die British Telecom. Neben zahlreichen Congratulations gibt's bei den Kommentaren einen fiktiven Dialog, den Bruce selbst als "Best Blog Comment ever" bezeichnete. Geek-Humorfaktor: hoch!

CEO: He's [Bruce Schneier] after my elevator too, isn't he?
FLUNKY: Well, he says it's bad security to create a privileged low-security
channel for a lucky few.
CEO: He isn't a socialist, is he?
FLUNKY: He's a very wealthy one if he is.

So weit hergeholt ist das Thema "gravierende Sicherheitslücken" jedenfalls nicht: Mit dem NWA Boarding Pass Generator kann man ohne weiteres falsche Boarding-Pässe für besagte Airline erstellen - ein faszinierende Lücke aus der Rubrik "Sinn und Unsinn der Flughafensicherung". Er erspart zwar nicht das Flugticket, ermöglicht aber ein Upgrade und ein relativ einfaches Passieren der Passagierkontrolle. So sieht das dann aus, wenn der Böse Terrorist fliegt:

Fake Boarding Pass

EDIT: Der Programmierer des Boarding-Pass Generators hat bereits Schwierigkeiten mit dem FBI - sein Rechner wurde beschlagnahmt. [via Lummerland]

Außerdem wäre da noch das Thema "Expired Domains" - denn wenn eine Domain ausläuft und ein Dritter sie kauft, kann er problemlos via catch-all sämtliche E-Mails mitlesen... also gut aufs Ablaufdatum achten! Denn da tun sich ganz neue Formen der Industriespionage auf.

Doch nun zu Erfreulicherem: Thorsten Ulme berichtet im Bloglevel 21 über den Stuttgarter Webmontag Nr. 3, wo neben anderne Vortragenden Prof. Rafael Capurro (Professor an der HDM) über Hermeneutik und Semantik sprach und generell Wissen und Updates aus der Blogosphere ausgetauscht wurde. WP als CMS wird auch bei Musikern beliebt - die deutsche Band Tomte verwenden WordPress als neue CMS-Software für ihre Homepage, berichtet das deutschsprachige WordPress Blog. Thorsten Bentrup, der deutsche Taxiblogger, durfte diese Woche seinen 500.000sten Besucher begrüßen. Ich gratuliere, nenne das ganz im publizistikwissenschaftlichen Slang "neue Formen der Öffentlichkeit" und darf mich ebenfalls freuen über die datenschmutz Blog-Review auf the gap - danke Werner!

Drahtgitter & Stoßdämpfer. Ein Frauenthema.

Natürlich sind wir dankbar dafür, dass sich die gute 3D-Visualisierung in vielen Bereichen nützlich macht: doch nicht nur Autokarroserien und Maschinenteile lassen derart physikalisch getreulich simulieren. Die Stichworte hiezu wären Sport, Visualisierung, Interaktivität, Brüste, Sport-BH.

Wireframe

Aha. Jetzt dämmert also dem Leser, was da bei sportlicher Betätigung ideal gesundheitsverträglich am Bouncen gehindert werden soll. Aber der Shock Absorbert ist nicht irgendein Sport-BH - okay, vielleicht ist er irgendein Sport-BH, doch die zugehörige Website bietet eine Web 2.0 Applikation, auf die die Männerwelt gewartet hat - file under: "generating nude".

http://www.shockabsorber.co.uk/bounceometer/shock.html