Schon wieder ist eine Woche verflogen - und während sich der Spätsommer langsam aber merklich in den Frühherbst verwandelt, wird im Social Web gemessen, gewogen und begutachtet, dass Kulturpessimisten bereits vor dem drohenden Aussterben von Forschungsfragen warnt. So gut wie kein Land halte sich nicht an die internationalen Fangverbote für gefährdete Untersuchungsarten, erzählte mir letztens im Vertrauen ein Mitglied des Internetrats. Das hält Linzerschnitte und mich aber keineswegs vom Rückblicken ab, denn in der Zweitauflage des Web 1.0 passiert so viel, dass der Nachdruck wohl auch bald vergriffen sein wird.
Die letzten paar Spam-Wellen haben in den USA einen neuen Twitter-Trend ausgelöst: einige populäre Tweeter haben sich zu einem Clean Cut entschlossen und *alle* User entfollowed, um ganz von vorne zu beginnen. SocialToo bietet diese Funktion neuerdings sogar für harte Dollars an, Mutuality bietet die gleiche Funktion für laut, allerdings insgesamt nur 3mal für Accounts mit mehr als 1.800 Kontakten. Man muss nicht gleich ganz so radikal vorgehen, um die "Followed"-Zahl zu reduzieren: zwei sehr nützliche Services sind Twitoria (das allerdings ab den ersten 10k nicht mehr funktioniert) und das von mir präferierte Untweeps. Beide Mash-Ups dienen dazu, Accounts, die seit einem gewissen, einstellbaren Zeitraum (bei Twitoria zwischen einer Woche und 6 Monaten, bei Untweeps frei nach Tagen einstellbar) inaktiv sind, zu entfollowen. Twitoria benötigt dazu überhaupt nur den Usernamen, das Unfollowing geschieht händisch. Bei Untweep loggt man sich mit TwitterAuth ein, kann auf Wunsch eine Whitelist von zu schützenden Accounts erstellen und massen-entfolgt bequem via Mausklick. 3 Benutzungen pro Monat sind kostenlos, wer häufiger Untweepen möchte, muss via PayPal $1,37 für 3 Tage unlimited Access oder 5 Dollar pro Monat bezahlen. Für professionelle Twitter-Nutzer ein großartiges Tool, das bei meinen Tests aber ebenfalls Probleme hatte, die komplette Liste von Twitter zu fetchen - allerdings ist die im Fall von @datadirt mittlerweile auch schon ziemlich lang. Außerdem bietet Untweet die Option, eine Liste aller Accounts anzuzeigen, die man im Lauf der Zeit geblockt hat. Gute Gründe, warum man inaktive Accounts überhaupt loswerden will, nennt dieser Artikel von John Samuel.
Während manch ein Vertreter der Old Media Sektion noch hofft, dass Social Media nichts anderes ist als eine Seifenblase, die bald zerplatzen wird, sieht Arianna Huffington, Mitbegründerin des Weblogs bzw. Onlinemagazins Huffington Post die Sache naturgemäß etwas anders. Anlässlich des Launches von "HuffPost SocialNews", einer Facebook Integration auf Huffingtonpost.com via Facebook Connect schrieb Arianna Huffington einen Gastbeitrag auf dem Facebook Blog:
News has become an important element of community—something around which we gather, connect and converse. We all are part of the evolution of a story now—expanding it with comments and links to relevant information, adding facts and differing points of view. In short, the news has become social.
Facebook geht damit eine seiner wenigen Partnerschaften ein; ungewöhnlich deshalb, weil eine Application auf Facebook durch die offenen APIs der Plattform keine Partnerschaft im gewöhnlichen Sinn erfordert. Mal sehen, ob sich die Kooperation mit der Huffington Post eines Tages noch mal als strategische Partnerschaft herausstellt.
Gerald Bäcks Liste zwitschernder Journalisten erfreut sich großer Beliebtheit und die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass Gerald an einem elaborierten Twitter-Ranking arbeitet. Zuvor gekommen sind ihm einstweilen die Microblogosphären-Vermesser von Twop. "Wer misst, misst Mist", lernt bekanntlich jeder Studiosus der Naturwissenschaften, da machen natürlich auch Rankings keine Ausnahme. Die Erklärung klingt aber durchwegs plausibel:
The Global Twopcharts are tracking the most followed Tweeters in the German language. We are taking into account the follow behavior of tweeters and filtering out tweeters who are excessively following, in order to avoid noise from "if you follow me, I will follow you back" behavior. Unfortunately there are many tools which are just encouraging mass following, and we are trying to determine which tweeters have appealing content, and can attract followers without tools and tricks.
The tweet chart is a subset of the twop-chart, so it is not trying to find the most active tweeter in the Universe, but is ranking the tweet frequency of the twop-1000.
Wenn allerdings die Tweet-1000 bloß eine umsortierte Ansicht der Twop-1000 darstellen, dann verstehe ich nicht, warum ich mit meinem deutschsprachigen Account ritchie_tweets in der einen Liste auf Platz 928 und in der anderen gar nicht vertreten bin.
Die Austria Presse Agentur schickt pro Woche wohl ca. 200 Meldungen über die Ergebnisse mehr oder weniger relevanter Studien aus. Eine dieser Meldungen wurde diese Woche fleißig von diversen Old-Media-Plattformen veröffentlicht. Inhalt: Eine Marketing-Agentur aus Texas hat eine Studie veröffentlicht, der Conclusio lautet: 40 Prozent aller Twitter-Nachrichten sind "nichtiges Geschwätz". Die Tatsache überrascht an sich nicht wirklich, zeigt aber, dass manche Marketing-Agenturen das "Social" in "Social Media" wohl immer noch nicht ganz deuten können. Achja, ebenfalls Ergebnis der Studie: Unternehmenswerbung und Spam machten nur 5,85 beziehungsweise 3,75 Prozent der Kurznachrichten aus.
Anm. von ritchie: Nur 40%? Da wurde wohl ein systematischer Messfehler verbrochen. Ich würd eher meinen: 98 Prozen!
Allfacebook.com verrät Tipps und Tricks für Facebook-Contests, mit denen sich Traffic und Fanbase von Pages beträchtlich steigern lassen:
Facebook currently has no limitation on the number of fans users can invite to a public profile which makes invitations one of the most important components of generating fans. So how on earth do you get users to invite their friends? Contests of course! Contests are probably the single best tool for driving more users to your public profile if you encourage fans to invite their friends.
Ganz billig wird die Sache dann allerdings doch nicht, denn Nick O'Neill empfiehlt "Cash Prizes" für die Contest-Gewinner. Aber im Vergleich zu anderen Formen der FB-Lead-Generierung denke ich ebenfalls, dass für Social-Media werbende Firmen Gewinnspiele in Form von Wettbewerben die Waffe der Wahl darstellen.
"Because catching up is the new looking ahead" lautet das Motto von Dani Terbus druck- bzw. pixelfrisch gestartetem Weblog Coolhunting.at. Ich finde das Design mit dem 9er-Grid auf der Startseite sehr gelungen, die Themen sind unter der gemeinsamen Klammer "Trends" breit gestreut. Unter anderem geht's darum, dass the gap Facebook mag, fußfreie Strumpfhosen und Guy Kawasakis Vortrag im September:
Guy Kawasaki ist im September in Wien und hält einen Vortrag. Und coolhunting ist nicht nur dabei, sondern natürlich mittendrin und wird voraussichtlich als Live-Bloggerin vom Event berichten.
Ich freu mich schon auf den Vortrag am 10. September - und vor allem auf mein Video-Interview mit dem Meister; hier geht's zur Anmeldung.
...mit dem Playboy. Was Mixen angeht, sind des Meisters Bücher für mich sowieso der Maßstab aller Cocktail-Theorie, aber dass der Wegbereiter der Cocktailkultur ein so cooler Hund, wusste ich bisher nicht. Hier zwei Zitate aus dem Interview:
Playboy: Erklären Sie uns: Was ist eine Bar?
Schumann: Eine Bar ist ein Ort, den man als Wohnzimmer betrachtet. Wo man zu Hause ist und trotzdem gehen kann, wann man will.
Playboy: Was unterscheidet eine gute Bar von einer schlechten?
Schumann: Dass man als Gast nicht merkt, dass Geld verdient werden muss. Wenn die Bar überschaubar ist, kann man mit dem Barkeeper reden, muss aber nicht. Eine gute Bar ist sicher nicht Cocktails mixen. Das steht für mich nicht einmal an zweiter Stelle.
[...]
Playboy: Wie wichtig sind Cocktail-Moden? Nehmen wir Caipirinha, eigentlich doch ein widerliches Zeug, oder?
Schumann: Stimmt nicht, Caipirinha ist kein widerliches Zeug! Das ist ein klassisches brasilianisches Getränk. Nein, vorsichtig sein muss man mit Gemüse und Obst und Kräutern. Wenn eine Bar nur noch Gemüsestand ist, kann man gleich zum Viktualienmarkt gehen.
Übrigens: demnächst startet auf ATV.at und Cocktail-Blog.com unsere Cocktail-Mixing Videoserie, mehr dazu in Kürze. Ich sag nur: wir lüften alle Geheimnisse um Malcolm Lowry, Black Russian, Daiquiri und Co.
Dieses Foto fällt eindeutig in die Kategorie "gelungener Schnappschuss". Fotograf moriza sagt dazu:
It was a lucky shot. I saw the moment and the camera worked.

"Signs" heißt dieses wunderbare und für ein Online-Video fast biblisch lange 12-Minuten-Lehrstück über The thing that keeps you going - drauf gestoßen bin ich bei Neelaa.
"We all wanna be Prince" - dieser Botschaft ist an sich schon nicht mehr viel hinzuzufügen, aber wenn sie von Felix Da Housecat ist, ein basslastig und mit einem Party-Prince-Poser-Video daherkommt, mutiert das Ganze zu einem sehr stimmungsvollen Wochenendausklangs-Video.
Felix Da Housecat - We All Wanna Be Prince
Und schon nähern sich rasant die letzten Buchstaben dieses Blogistan-Panoptikums. Aber keine Sorge: mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit beginnt morgen eine neue Woche und in sieben Tage werden wir erneut zurückgeblickt haben. In diesem Sinne: danke für Ihre Aufmerksamkeit, wir lesen uns morgen.
Nein, ich verkaufe hier keinen 2-Meter-datenschmutz-Fanstick mit konischer, aber ungefährlicher Plastikspitze, den man Unbekannten in der U-Bahn in die Bauchgegen rammen kann ("Real world Poke"). Gegenstand dieses aktuellen ATV-Beitrags von Marian Kallinger (@merrymarian auf Twitter) sind die lustigen kleinen Plastikfiguren, auf denen wir unsere IDs speichern, um das lästigen Visitenkarten-Abtippen zu ersparen - kurz aneinandergehalten, und schon kennt man die Web CI des Gesprächspartner. Und diese Dinger heißen Poken:
...den man aufmachen muss, bevor der Kragen platzt! Mein Interviewpartner und Keynote-Sprecher auf der Identitat09 ist Facharzt für Innere Medizin, Mitgründer österreichischen Cliniclowns, Vortragender, Seminarleiter, Humorspezialist und Gründer der Eventagentur Happy&Ness. Er sprach in seinem überaus witzigen Vortrag über die Wichtigkeit des Faktors Humor in allen Lebenslagen - und wenn ein Arzt behauptet, dass Lachen gesund ist, dann kann ja wohl nicht bloß die metaphorische Dimension gemeint sein!
Interviewer: "Wenn ich Sie richtig verstehe, muss man dieses Paradigma, salopp gesagt, über den Haufen werfen, weil schon die Idee, dass der Beobachter, der Forscher, außen steht und etwas von außen anblickt, nicht zu halten ist. Versteh ich Sie da richtig?" Ernst von Glasersfeld: "Keine Frage!" Unbedingt sehenswertes Interview mit einem der beiden Großmeister des radikalen Konstruktivismus.
Übrigens: der Radikale Konstruktivismus existiert lediglich in der Vorstellung von Chuck Norris. Und da Chuck Norris unbesiegbar ist, kann man sich den gar nicht so komplizierten, sondern genau genommen bloß ehrlichen Erkenntnistheorie schwerlich entziehen, finde ich. Zur Einführung empfehle ich Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners: Gespräche für Skeptiker - dieses Protokoll mehrere Unterhaltungen zwischen dem Wissenschaftsjournalisten Bernd Pörksen und Heinz von Foerster, der mich immer wieder aufs Neue nicht nur als brillianter Denker und wegweisender Forscher, sondern auch als einer der begnadetsten Didaktiker des 20. Jahrhunderts beeindruckt.
Dominik Gubi und seine Kollegen haben mich für die Publizistik-Lehrveranstaltung "MultiMediaBerufsfelder" interviewt - die exzellente Bild- und Tonqualität resultiert übrigens daher, dass die Digital Natives mit Canon-EOS SLR aufgezeichnet und den Ton extra aufgenommen haben... im Übrigen hab ich natürlich wieder mal wesentlich länger gequatscht als geplant, allerdings habe ich versucht zu erklären, warum ich beruflich im Internet und nicht - beispielsweise - auf der Bohrinsel oder im Fotolabor gelandet bin. Erstmals recherchiert: Frösche, Playboys, Keywords alles, was Sie nie über datenschmutz wissen wollten - wider die Objektivität!
Vor einigen Monaten hat mir Wolfgang Dorninger das neue Smiling-Buddhas-Album "Lo" geschickt. Diese faszinierende Mischung aus akustischen Reise-Impressionen und gekonnter Produktion entstand als Resultat einer Reise ins Königreich Mustang an der Grenze zwischen Tibet und Indien. Vergangene Woche trat Fadi im Wiener rhiz live auf, ich habe die Gelegenheit genutzt, um ihm im Anschluss ans Konzert einige Fragen zu stellen. Außerdem gibt's ein paar Bilder zum Konzert sowie 2 Tracks des Album in voller Länge und Qualität zum Anhören. WARNUNG: Die Konsumation dieses Videos kann Ferneh evozieren!
Das zweite Video aus der Serie von "In-the-field"-Podcasts, die ich im Rahmen der Identitat09 Konferenz aufgenommen habe, beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Markenwerten und Mitarbeitern. In Ihrer Keynote betonte Sonja Sackmann die Wichtigkeit des Dialogs mit den Mitarbeitern. Prof. Sonja Sackmann ist Vorstand des Instituts für Personal- und Organisationsforschung an der Universität der Bundeswehr München. Ihre Keynote trug den Titel Unternehmenskultur und ihre Rolle beim internen Branding - selbstverständlich habe ich die Gelegenheit benutzt und die Expertin nach der Rolle von Web 2.0 Tools (z.B. firmeninternen Wikis) bei diesen Prozessen befragt:
Am Freitag war ich mit Judith in der ATV-Küche mixend und filmend tätig - die ersten Rohaufnahmen für unsere Cocktail-Serie, eine Koproduktion von ATV, datenschmutz und cocktail-blog.com, sind Kasten. Oder besser gesagt auf Solid State... watch out for Daiquiri Madness, demnächst mehr dazu. Ansonsten habe ich in der vergangenen Woche wieder mal, wie Pete zu sagen pflegt, "viel gelacht, viel geweint, viel gelernt". Trotz aller Social Media Schnickschnackerein können auch Diskussionen auf den guten alten Mailingliste ganz schön hitzig werden. Und wie auf Twitter kann man Personen unfollowen, allerdings nur allen auf einmal ("Bitte nehmt mich von der Liste! Diese Spamflut! Mami, ich muss Bäuerchen machen.") oder sie sogar blocken (if sender = datenschmutz -> move to trash). Tja, "new media contains old media" - da hätte Mac schon recht.
Ich bin Vorwählerin, weil ich an Märchen und Heilsversprechungen glaube
Ich bin Vorwählerin, weil ich die linken Fundis bei den Grünen loswerden möchte
Ich bin Vorwähler, weil ich den ganzen Tag vorm Internet sitze und keine Freunde habe
Ich bin Vorwähler, weil ich von der ÖVP dafür bezahlt werde
Diese und ähnliche Sprüche wurden innerhalb eines verdächtig kurzen Zeitraums in Max' Bannergenerator eingetippt. Mit dem kann man personalisierte Banner erstellen, um Support für die Aktion Grüne Vorwahlen kundzutun. Die ganze Sache hat eine längere Vorgeschichte: im Gegensatz zu allen anderen Parteien erlauben die Grünen "Unterstützern" bei der Erstellung der Kandidatenlisten mitzustimmen, ohne aber Parteimitglied zu sein. Helge und einige weitere unzufriedene potentiell-Grün-Wähler nutzten diesen Passus auf smarte Weise aus und riefen besagte Vorwahlen ins Leben, mehr zu diesem Stück partizipative Demokratie gibt's bei Helge nachzulesen. Und jetzt kommt der Hammer: die obenstehenden Banner haben sich die Grünen, die mittlerweile wohl ebenso viel Angst vorm Internet zu haben scheinen wie der ORF Programmdirektor, selbst gebastelt! Ich sag nur: a) Eisenhintern. b) Don't mess with Karli's toys!
Clear - Concise - Compelling. Das empfiehlt zumindest der Copyblogger:
Writing for the web is a minimalist affair. Your words, sentences and paragraphs are short. Precise. Lean. Tight. Web writing trades in sheering off useless words. Cutting flabby paragraphs…
Even shedding entire pages.
Think that's harsh? Jakob Nielson recommends you cut up to half of the words for every print page you plan to put on the web.
Ich bin ja kein großer Nielsen-Fan - aber die grausame Wahrheit ist: man muss den persönlichen Trade-Off finden. Ich zum Beispiel schreib nicht immer nur für meine Leser (pardon), sondern auch für mich, weil ich gerne mit Sprache rumspiele. Das macht manche Sätze komplizierter und missverständlicher als nötig... aber wenn ich keinen Spaß am Schreiben hätte, dann gäb's dieses Blog überhaupt nicht. Insofern muss man, da Schreiben nun mal eine der Haupttätigkeiten jedes Bloggers ist (wenn auch bei weitem nicht die einzige), einen persönlichen Mittelweg finden. Und ganz ehrlich: wenn sich alle an clear-concise-compelling hielten, dann wären einige meiner Lieblingsblogs mit einem Schlag nur mehr halb so lesenswert. Wie sehen Sie das?
Während sich altgediente SEOs über die mittlerweile doch schon recht raschen Index-Update-Zeiten von Google freuen, wächst und gedeiht derweilen anderswo die Echtzeit-Suche - Scoopler etwa verwirft die Idee eines starren Index völlig und präsentiert aktuelle Ergebnisse aus mehreren Quellen als Live-Stream:
Scoopler is indexing live streams from Twitter (Twitter reviews), Digg (Digg reviews), Delicious (Delicious reviews), Flickr (Flickr reviews) and Identica in real-time, and not only that; it’s also indexing links, videos and photos from these data sources, which is similar to what Twitter has been planning to do. As a result, Scoopler doesn’t feel so much as a search engine, more like a news site with a constant stream of live updates in the middle (paused when you mouseover, a nice touch), list of hot topics on the left, and most popular results on the right.
Details zum neuen Suchservice kennt Mashable - Reviewer Stan Schroeder freut sich einerseits über die elegant aufbereiteten Ergebnisse und die integrierte Relevanzwertung, hält diese jedoch für verbesserungswürdig: im Fall von Twitter etwa berücksichtigt Scoopler nur den nackten retweet-Rank, lässt sich also mit anderen Worten sehr leicht manipulieren.
Mashable hat eine Reihe von Statistik-Tools für Twitter zusammengetragen und spricht relativ hochtrabend von "Research Tools":
Fortunately, there are several tools out there that can help analyze Twitter data, understand user behavior, and graph it for analysis and presenting to others. Today, we’ve picked out five great tools to get you started.
Die meisten kennt man als 140-Zeichen-Junkie ohnehin schon, aber zumindest die hübschen Xefer Charts waren neue für mich.
Wir arbeiten an der großen Zerstreuungs- und Ablenkungsmaschine Computer, was so manches Problemchen mit sich bring. Lifehack hat vier Tipps für außergewöhnlich gestresste Mitarbeiter. E-Mails nur zu bestimmten Zeitpunkten checken und so - Prokrastinierer sollten mittlerweile ohnehin wissen, dass sämtliche Alert-Pop-Ups ihre natürlichen Feinde sind, die es zu deaktivieren gilt. Hilariös fand ich allerdings diesen Satz:
In times past, when training budgets were somewhat normal the solution was easy. Sign up for a class in New Jersey, make sure that the boss is involved in the planning, offer a one page post-course “summary,” and email a thank-you for the life-changing opportunity.
Tja... vom Angestellten 2.0 wird eben erwartet, dass er sich selbst fortbildet. Da kann man sich doch auch gleich selbständig machen!
Bottom Feeder können sogar bei Xing ein paar Backlinks abgreifen (als ich dort noch ein Profil hatte, war die About-Seite quasi ein vollgestopftes Kontext-Link-Directory). Mehr als PR1-2 wird's zwar nicht, aber einem Free-Account schaut man bekanntlich nur dann ins Maul, wenn mal das Kind im Brunnen liegt. Oder so. Yannick hat da sicherlich andere Tricks an Lager - er startet gerade mit seiner neugegründeten Agentur durch - Gratulation und guten Start! Ich sag ja nur: David gegen Goliath!
Was tun mit expired content? Rand Fishkin empfiehlt die von den Seonauten auf deutsch erklärte "Hybridmethode":
Der schlechteste Weg ist, die Seite einfach zu entfernen. Die Suchanfrage gibt ein 404 aus und aus ist die Maus. Zumindest wenn du die 404 im Standard behältst.
Der zweit-schlechteste Weg ist die Seite so zu lassen wie sie ist. Sicherlich werden noch ein paar Leute nach dem alten Zeug suchen, aber macht das einen Sinn ?
Besser ist es die Seite gänzlich zu redirecten per 301 und damit dauerhaft umzuleiten auf eine Seite, die am besten themenrelevant ist zu dem alten Thema. Beispiel : iPhone zu IPhone 3G oder ähnliches
Was nach meiner Meinung aber eine noch bessere Methode sein kann (auch wenn sie nicht immer passt) ist die Teil-Trust-Übergabe an eine neue URL durch Verlinkung mit passenden Anchor Texten oder der Teil-Trust Übertrag an eine URL einer neuen Domain.
Oder sei einer, aber dann bitte richtig - im Matthias Süß erklärt dem Netten SEO im Interview nämlich die Unterschiede zwischen URL-Händlern und URL-Optimierern:
Aus der Sicht eines Suchmaschinenoptimierers interessieren mit an einer Domain andere Faktoren als einem Domainer. Einem Domainer sind die eingehenden Links beispielsweise völlig egal, da sind der Domainnamen und die Top Level Domain viel wichtiger. Bindestrichdomains würde eine Domainer i.d.R. nie anfassen. Und dann gibt es noch die Projektentwickler, die wiederum andere Ansichten mitbringen.
Auf Suchmaschinentricks.de gibt's eine interessante Statistik zu bewundern - und zwar die numerische Beantwortung der Frage, wer in Google am häufigsten (also mit den meisten populären Keywords) auf Platz 1 steht:
Um diese Frage zu beantworten, habe ich einen kleinen Blick in meine Datenbank geworfen und mir die Websites herausgefischt, die die meisten Top-Platzierungen in Google erreichen. Als Suchbegriffe habe ich die zehntausend häufigsten Suchanfragen der letzten Jahre (Quelle: meine Keyword-Datenbank) zugrunde gelegt. Diese Liste geht von Google bis Planetarium und sollte den "Short Head" der deutschen Suchanfragen umfassen.
Die Zahlen gelten für Deutschland, wenig überraschend landete die Wikipedia auf Platz eins und zwei (de und en), Bronze geht am Amazon. Chip und Focus sind mit Platz 5 respektive 9 auch sehr gut vertreten - die komplette Top-100-Liste gibt's als Excel-Download.
Das Video der Woche ist in dieser Woche kein Video, nicht mal im weiteren Sinn - sondern ein Panorama, sogar ein unendliches. Und definitiv eines meiner kontemporären 10 Lieblingskunstwerke:
Das Unendliche Panorama ist eine Endloszeichnung der Filmemacherin und Autorin Andrea Maria Dusl. Es erscheint seit Herbst 2008 - in kontinuierliche wöchentliche Folgen unterteilt - in der Wiener Stadtzeitung Falter. Das Unendliche Panorama ist die kolorierte Fassung jenes legendären Projekts, das Dusl zwischen 1985 und 1995 im legendären österreichischen Diskurs-Organ FORVM publizierte.
Man kann also auf legalen und dubiosen Wegen versuchen, sämtliche Falter-Ausgaben seit Herbst 2008 zu ergattern und sich anschließend mit einer Schachtel Buntstifte unverzagt an die Arbeit machen. Oder man nutzt einfach den Webbrowser der Wahl und geht nach http://bureau.comandantina.com/panorama/ (Embedding spielt's leider nicht). Und das beste dran: man setzt das Panorama via onMouseOver in Bewegung, und es läuft und läuft - also irgendwie doch quasi ein Video. Den Link hab ich übrigens gerade frisch von @Matthias_Cremer bekommen, besten Dank dafür!
Und zum Drüberstreuen gibt's noch das neue Oeuvre der Fibro Twins (das sind die Jungs, die auch für das Skatevideo "Fire Pit Hunt" von letzter Woche verantwortlich zeichnen - imho sehr gelungene Bild-Text-Collage mit Effekten satt:
Und das war sie auch schon wieder, die Rückschau auf die vergangenen sieben Tag. Nächste Woche wird's hier give-away technisch wieder äußerst spannend, denn dank Susanne Holzer verlose ich ein Ticket für die meshed #1 Konferenz am 28./29. Mai in Linz im Wert von €680,-. Und weil das bisher der teuerste Preis ist, den ich je auf datenschmutz verschenkt habe, müssen sich alle, die gewinnen wollen, auch richtig anstrengen
Ich werde ab Montag für drei Tage lang ein Twitter-Quiz starten, und wer die meisten Fragen richtig beantwortet, hat freien Eintritt bei dieser spannenden Online-Marketing Konferenz - ich werde übrigens auf vor Ort sein und Ende Mai live berichten. Nähere Details zur Verlosung gibt's ab Montag. Ich wünsche einen schönen Sonntagabend, wir lesen uns morgen.
Wie bereits vorige Woche angekündigt habe ich am 1. Mai ein Interview mit Hannes Swoboda geführt - vor der malerischen Kulisse der Feiern zum Tag der Arbeit. Seit der Gründung der sozialistischen Parteien hat sich die "Arbeiterschaft", klassische Klientel dieser Partei, drastisch verringert. Trotzdem erleben sozialdemokratische Ideen in Zeiten des Zusammenbruchs eines überliberalisierten Finanzmarkts neuen Aufwind, und genau diesen will die SPÖ nutzen, um im Zuge einer für österreichische Verhältnisse recht groß angelegten Online-Kampagne nach dem Vorbild Barack Obamas für ihren EU-Spitzenkandidaten zu werben.
Ganz und gar keine schlechte Idee, denn die ohnehin unbeliebten und innen-macht-politisch nicht sonderlich wichtige EU-Wahl eignet sich gut als Testballon, und wer weiß: vielleicht pumpt die SPÖ bei der nächsten Nationalratswahl mehr Geld ins Social Web als in Wahlplakate
Im Interview habe ich Hannes Swoboda nach den Inhalten der SPÖ-Europapolitik und dem Aufbau der Kampagne gefragt - und ich wollte von ihm wissen, was die SPÖ dem modernen Arbeitsorganisations-Typus "Einzelunternehmer" so anzubieten hat, aber sehen Sie selbst:
Disclaimer: Ich stehe der SPÖ weder ideologisch noch wirtschaftlich nahe (genauso wenig wie der ÖVP, den Grünen und der FPÖ und dem BZÖ schon gar nicht). Knallgrau, die für die Umsetzung der Online-Kampagne verantwortlich zeichnen, haben mich gefragt, ob ich Interesse hätte, das obenstehende Interview zu führen - aber klar doch! Diese Plattform stelle ich aber auch froidig allen anderen Spitzenkandidaten zur Verfügung. Speziell den Herrn Strache würd ich ganz gern fragen, was (und ob überhaupt) die FPÖ so denkt, wenn sie "Abendland in Christenhand" plakatiert; vielleicht will HC ja der neue österreichische Papstkaiser werden und eine Kreuzzug ins wilde Kurdistan starten?
Die Wahlen zum EU-Parlament stehen bevor - im Juni entscheidet Österreich über das politische Spektrum seiner Vertreter in Brüssel. Als Spitzenkandidat für die SPÖ tritt Hannes Swoboda an. Bei seiner Online-Kampagne setzt er, unterstützt von Knallgrau, auf die Kraft des Social Web, und zwar ganz nach dem Vorbild Barrack Obamas: statt Bannerschaltungen und konventioneller Medien-Kooperationen sollen die freiwilligen Online-Wahlkämpfer die Botschaft des sozialen Europas in die Communities tragen. Auf Vermittlung von Dieter Rappold habe ich heute vor der passenden Kulisse der 1.-Mai-Feier ein exklusives Video-Interview mit dem Spitzenkandidaten aufgenommen, das Anfang nächster Woche hier auf datenschmutz publiziert wird - hier ein kurzer Preview-Clip mit einigen Eindrücken von der Feier:
Stefan Wurmitzer hat mich heute vormittag im Auftrag von Vienna.at besucht, um ein Videoportrait für die Rubrik "Wiener der Woche" zu drehen. Tja, das hätt' ich mir als Exil-Osttiroler vor 10 Jahren ja nie träumen lassen
Muchos gracias! Ich finde das Resultat sehr gelungen - da sieht man halt, dass ein Profi am Werk war!
In anderen Ländern mit vergleichbarer Struktur wäre von einem Medienskandal gröberen Ausmaßes die Rede, in .at dagegen rauscht die Ankündigung von ATV-Eigentümer Herbert Kloiber, die Hälfte der 130 Mitarbeiter zu entlassen und künftige Produktionsaufträge nicht mehr in Österreich zu vergeben, relativ ungehört durch den Blätterwald. Diese Maßnahmen wolle er umsetzen, sofern die "Medienförderung für private Sender in der Budgetrede am 21. April nicht einmal im Subtext vorkomme," so Kloiber. Ich habe aus aktuellem Anlass ein Interview mit Alexander Millecker, Leiter der aktuellen Redaktion von ATV (aka Nachrichtenchef), geführt.
"Vergleicht man heute ORF1 und ATV, dann läuft bei uns mehr selbst und in Österreich produziertes Programm - ORF1 sehe ich daher längst nicht mehr als öffentlich-rechtlichen Sender," so Alexander Millecker. Die Stimmung unter den Mitarbeitern befindet sich verständlicherweise nicht gerade am Höhepunkt, trotzdem verstehen die meisten die Beweggründe ihres Chefs - denn ohne Druck der EU gäbe es in Österreich vermutlich heute noch kein duales System.
Dem Standard ist die Meldung gerade mal 11 Zeilen wert, die Diskutanten finden die Ansage Kloibers großteils zynisch und menschenverachtend. Dass die Ansage keineswegs aus heiterem Himmeln kommt, sondern letztendlich das Resultat einer konsequenten Medienversäumnis-Politik darstellt, wird dabei natürlich mit keinem Wort erwähnt. Doch wir erinnern uns: vor nicht allzu vielen Jahren war die Alpenrepublik mit Ausnahme Albaniens das einzige europäische Land ohne privaten Rundfunkanstalten. Nicht zuletzt im Zuge des EU-Beitritts entstand Handlungszwang, entstanden Privatradios und Fernsehsender. In einem so kleinen Land wie Österreich gelten aber einige Spezifika, die Nationalökonomen unter dem Begriff "Economies of Scale" zusammenfassen. Bei knapp 8 Millionen Einwohner ist eben jede Sparte in absoluten Zahlen weitaus kleiner als in größeren Ländern.
Sieht man Fernsehen trotzdem als öffentliches Gut an, muss eben der Staat angreifen und die Versorgung sicherstellen - und das hat er in immensem Umfang auch getan, aber eben nur für den staatlichen Rundfunk. Anders als ZDF und ARD in Deutschland beschränkt der ORF sein Angebot keinesfalls großteils auf Non-Unterhaltung, ganz zu schweigen von einem abendlichen Werbeverbot. Die Mischfinanzierung aus Zwangsgebühren und Werbeeinahmen reichte bislang sogar aus, um eine ganze Armada "weißer Elefanten" durchzufüttern, denn selbstverständlich muss die ORF-Führungsriege von jeder neuen Regierung ausgetauscht werden. Da bleibt für die beiden Privatsender ATV und PULS4, die schon lange eine Beteiligung an den RF-Gebühren fordern, nix mehr vom Kuchen übrig, schließlich lässt sich staatliches Fernsehen viel besser mit der Politik verzahnen.
Vor diesem Hintergrund wird der "Erpressungsversuch" Kloibers durchwegs verständlich. Was mich allerdings wirklich überrascht hat, ist die nicht bloß strategische, sondern faktische Inkompetenz der handelnden politischen Personen, die man mit etwas gutem Willen auch als Desinteresse bezeichnen könnte. Hier ein gekürzte Form des Interviews - das komplette Gespräch gibt's als Stream zu Anhören:
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ritchie: Das Statement des ATV-Besitzers, die halbe Belegschaft entlassen zu wollen, sorgt für weniger Aufregung als man erwarten könnte - ist die Drohung ernst zu nehmen?
Alexander Millecker: Herbert Kloiber hat diese Ankündigung schon vor längerer Zeit in Cannes gemacht. Ich glaube, dass er sich die Sache sehr genau überlegt hat; eine solche Ankündigung macht man nicht leichtfertig. Es handelt sich um den traurigen Höhepunkt einer langen Geschichte der Ignoranz in der österreichischen Medienpolitik. Bereits zwei Vorgängerregierungen haben diese Förderung für privaten Rundfunkbetreiber versprochen und sogar in der Koalitionsvereinbarung verankert. Obwohl diese Ankündigung - ein paar dürre Zeilen - fast unverändert übernommen wurde, haben Gespräche gezeigt, dass offensichtlich kein Interesse besteht, diese Förderung auszuschütten.
In der aktuellen Situation, in der quasi jedes Medium mit Werberückgängen rechnen muss, kann das natürlich durchwegs existenzbedrohend sein. Die Verantwortung trägt aus meiner Sicht ganz klar die österreichische Medienpolitik.
?: Wäre die Auszahlung eines Teils der ORF-Gebühren an private Rundfunksender ein gangbarer Weg?
!: Natürlich könnte man von Seiten des Gesetzgebers her Rundfunk als "Public Value" ansehen und dann sagen, jeder, der Public Value anbietet, hat ein Recht auf öffentliche Förderung; das ist eine Möglichkeit, aber gar nicht unbedingt jene, die wir haben wollen. Wir bestehen auch gar nicht konkret auf einer speziellen Medienförderung. Was wir wollen, sind faire Marktbedingungen. Der ORF finanziert sich zu zwei Drittel durch Gebühren und zu einem Drittel über Werbung. Wenn der Herr Wrabetz - das muss man ganz offen sagen - aufgrund seiner nicht sehr glücklichen Programmpolitik und einiger anderer Faktoren jetzt einen höheren Finanzbedarf hat, dann ist das eine Sache. Aber in keinem anderen Land wird der Werbemarkt derart vom staatlichen Rundfunk dominiert; und wenn der ORF nun zusätzliche Ausweitung der Werbezeiten möchte, weil die Finanzierung in Krisenzeiten schwieriger fällt, dann muss man bedenken, dass sich privates Fernsehen nicht zu einem Drittel, sondern zu 100 Prozent aus Werbeeinnahmen finanziert; die Situation ist damit, wenn man so will, dreimal so schwierig.
Wir hängen nicht an dem einen oder anderen Modell, sondern wir wollen faire Marktbedingungen und wir wünschen uns, dass die Regierung dem altbekannten Lippenbekenntnis zum dualen System endlich Taten folgen lässt - sei es in Form der versprochenen Medienförderung oder in anderer Art und Weise.
?: Hat die Politik denn überhaupt ein Interesse an einer Veränderung der Situation?
!: Erstaunlicherweise nicht, und zwar vollkommen unabhängig von der Parteifarbe. Man möchte meinen, dass in einem demokratischen Staat des 21. Jahrhunderts Medienvielfalt per se einen Wert darstellt, sonst wäre ja eine Presseförderung ebenfalls sinnlos. Niemand käme auf die Idee, den Standard oder Die Presse abzuschaffen, weil diese Zeitungen ohne staatliche Förderung nicht überlebensfähig wären. Dabei dominiert der ORF den Fernsehmarkt ja nicht nur Werbebereich, sondern auch den Einkauf - und überbietet trotz der angeblichen Finanzkrise Privatsender beim Einkauf von Serien und Filmen. Aber der Politik scheint die Situation kein echtes Anliegen zu sein.
?: Ich find's ja unglaublich ignorant von SPÖ-Spitzenkandidat Faymann, den Diskussionsrunden im Privat-TV fernzubleiben - eigentlich ein deutliches Signal.
!: Ich kann mir schon vorstellen, dass für Parteien bzw. Parteisekretariate der Umgang mit privaten Medien nicht so einfach ist. Sie haben hier weder Einfluss auf die Besetzung in meiner Redaktion, noch kümmert es mich, wenn irgend jemand anruft und glaubt, er könne sich bei einer Sendung rein- oder rausreklamieren. Das ist bei den Kollegen vom ORF wahrscheinlich nicht immer so, aber darin besteht auch unser Vorteil. Zuständige Politiker - ich möchte keine Namen nennen - wussten, wie sich in Gesprächen zeigte, nicht einmal, wie viele Mitarbeiter ATV hat. Da war die Rede von 50 Personen, dabei arbeiten allein am Standort Wien 120 Personen, dazu kommen natürlich noch die freien Mitarbeiter sowie sämtliche Produktionsfirmen und Dienstleister, die von ATV abhängen. Das sind insgesamt 400 bis 500 Arbeitsplätze, und insofern finde ich diese Einstellung der Politiker wirklich kurzsichtig: wenn irgendwo 100 Leute in Kurzarbeit geschickt werden, ist schnell mal ein Politiker zur Stelle, um eine Wortspende vor den Kameras abzugeben. Doch obwohl in diesem Fall mehrere 100 hochqualifizierte Arbeitsplätze gefährdet sind, gab es bislang überhaupt keine Reaktion.
Das komplette Interview anhören:
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
Wilde Zeiten erfordern wüste Maßnahmen oder so ähnlich - ich werd mich jedenfalls als stiller Teilhaber an Petes Wealth Therapy Imperium beteiligen! Und hoffen, dass dies kein guter Vorsatz ist, denn sonst scheitert er spektakulärer als der volltrunkener Matrose an einer Doppelglas-Drehtür - es sei denn, die Belohnung ist größer als das Straußenei des Kolumbus, denn nur wer Rootrechte erlangt, hat die volle Kontrolle - und blickt entspannt zurück auf eine Woche voller Wochentage.
Helge hat eine Liste österreichischer Web 2.0 Projekte zusammengestellt - von T wie Twoday bis T bis Tunesbag. Und U wie Urgestein bis H wie Hacker, trotzdem ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Und weil das Land relativ klein, muss man sich nicht mal eine Woche frei nehmen, um sämtliche Services ausprobieren!
Man könnte fast in Versuchung geraten zu vergessen, dass der DAB-Standard, also digitales Radio, überhaupt existiert. Digitales Radio - sind damit nicht Podcasts und net.radios gemeint? Nicht notwendigerweise! Denn irgendwo geistert in den Köpfen schließlich noch die Idee der Vollversorgung herum, trotz Vegetieren des Formats:
Ob wir alle solchermaßen noch mal auf das Kürzel DAB eingeschworen werden, darf nun allmählich doch bezweifelt werden. Trotz einiger hundert Millionen Euro, die seitens der EU in eine technokratische Idee gesteckt wurden. Und eventuell noch werden. Mindestens gleichviele, omnipräsente und klaglos funktionierende UKW-Empfänger sprechen dagegen.
Der Radio-Enthusiast hat längst ein anderes Lieblingsspielzeug erkoren: Webradio. (Fast) jedes Handy kann das heutzutage, jeder PC und Laptop, von Spielkonsolen, Streaming Clients und HiFi-Anlagen mit Netzanschluss ganz zu schweigen.
Aber, wie Walter völlig richtig schreibt: im Auto geht halt noch recht wenig, und der Verkehrsfunk wär immerhin ein gutes Argument - wobei die in moderne Navis eingeblendeten Stau-Infos einen recht brauchbaren Ersatz bieten: letztendlich geht eben doch nix über Playlists on Demand.
Jedes Wort wurde penibelst für die Nachwelt dokumentiert, vom Aufzug bis zum Auszuck, Stichwort Scheiss-Internet - und seit letzter sind die Videos vom 2008er Elevate-Festival online und bequem auf blip.tv abrufbar - das hilft, die Zeit bis zum nächsten Schlossberg-Abshaken zu überbrücken, denn das Elevate war definitiv mein Party-Highlight des vergangenen Jahres:
Yannick relativiert die Sagen- und Legenden-umwobene 3.000 Euro Aussage im neuen Interview, und noch wichtiger: er verdient mittlerweile eine Latte mehr. Gratulation - mit einem so frühen Kickstart im Web kann's ja nur mehr rasant aufwärts gehen! Und a propos Qualität:
Verlagshäuser sollten nicht blindlings jeden Ratschlag ihrer betreuenden Marketingagentur folgen und ihre mühsam gewachsene Stammleserschaft auf Kosten einiger über Google und Co. generierter Leser aufs Spiel setzen.
Yup. Da kann ich SEO-United auch nicht widersprechen. Und, ein für allemal: Tippfehlern sind Online-Lesern keines egaler als Papierkonsumenten.
Der zweite Teil der umfangreichen SEOmoz DVD-Reihe ist dieser Tage erschienen - bis zum 6. März gibt's die 12 DVDs umfassende Advanced SEO Training Edition noch zum Early-Bird Preis, mein Exemplar ist schon am Postweg unterwegs - bin gespannt, was Rand Fishkin, Danny Sullivan & Co aktuell so zu erzählen haben:
Warum nicht einfach besser ranken bei Google-News? Und wenn Krishna (Bharat, nicht der Hindu-Gott) noch so freundlich: ein Algorithmus ist kein Frosch und damit relativ leicht zu "überlisten". Wobei überlisten in dem Fall dann tatsächlich zu einem Synonym für "sich an die Regeln halten" mutiert!
Erschöpft aber überglücklich lehnte sich der Autor zurück. Im Kamin verglomm langsam das letzte Holzscheit, die Hühner waren schon vor Stunden schlafen gegangen und das Licht des Mondes brach sich auf der schimmernden Schneefläche. "Möge der letzte Teil der Trilogie über Duplicate Content Segen bringen", seufzte der St. Whitehat. Doch er hatte noch nicht mal sein Computer runtergefahren, als auch schon die erste Kopie im Netz auftauchte.
Wenn man sich fragt wie die anderen glauben, dass man sich selbst sieht, wenn man sich vorstellt, wie die anderen einen sehen sollten, und man dann ein Video dreht, das einen selber so zeigt, wie einen die anderen der eigenen Meinung nach sehen sollten, dann hat das nix mit Realitätsfindung zu tun. Nein, es handelt sich entweder um ein Tourismusvideo oder um Kunst. Welches ist welches? Wer richtig rät, gewinnt einen kostenpflichtigen Anruf von einer 0900er Nummer.
Was soll man dazu noch sagen? Außer: Österreich liegt nicht in China. In diesem Sinne wünsche ich einen wunderschönen Restsonntag, wir lesen uns morgen!
Der britische Schriftsteller James Graham Ballard fühlt sich in unterschiedlichen Genres zuhause. Unter anderem stammt auch die Romanvorlage zu David Cronenbergs "Crash" aus der Feder des Kultschreibers, dessen Bücher auf Deutsch in den letzten Jahren quasi nur antiquarisch erhältlich waren. Anlässlich der Neuübersetzung von "The Atrocity Exhibition" führte Radio u-ton ein Gespräch mit Editor T. Ballhausen.
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Vor kurzem gab's bei der Wiener Stadtzeitung einen äußerst gelungenen Relaunch mit optischer Auffrischung und neuer Klammerung. Meine persönliche Meinung dazu: noch nie habe ich in Österreich einen derart gelungenen Printmedien-Relaunch erlebt. Auf meiner völlig subjektiven "Les-ich-gern-Skala" stieg die letzte brauchbare Wochenzeitung dieses Landes locker um zwei Stufen. Die Digitalia-Kolumne der letzten Ausgabe motivierte mich allerdings ob der hanebüchenen Darstellung der Causa PsykoMaN zu meinem ersten Leserbrief, und zwar als Reaktion auf diese Kolumne (Falter #44/2008, 29.10.2008, S. 23):
