Es wird unüberfühlbar kälter hierzulande: eine gute Gelegenheit für Saisonarbeiter und Gastro-Experten, einige Monate in wesentlich wärmeren Gefilden oder gleich auf einem Kreuzfahrtsschiff zu verbringen. Wer dies nicht aus urlaubstechnischen, sondern aus beruflichen Gründen macht, tut gut daran, der Nischen-Jobbörse Rollingpin einen Besuch abzustatten. Vor einigen Monaten habe ich im Rahmen eines trigami-Reviews auf ehrlichtreu.org die Seite vorgestellt, inzwischen gab es einen größeren Relaunch: fast 5.000 Berufsangebot aus dem Großraum Hotellerie und Gastronomie warten auf Köche und Servicepersonal.
Rolling Pin ist ein Printmagazin, das 14mal pro Jahr erscheint - bei Abschluss einer Premium-Mitgliedschaft erhält man das Heft zugeschickt und kann erweitere Funktionen auf der Homepage nutzen. Die einfache Benutzbarkeit täte auch manch andere Jobbörse gut: nach einmaliger Registrierung und Hinterlegung aller relevanten Daten bewirbt man sich zukünftig einfach via Mausklick für diverse Hoteljobs. Neben dem eigentlichen Stellenmarkt bietet die Seite geballte Informationen für Newcomer und Brancheninsider: von Tipps für Gehaltsverhandlungen bis hin zu arbeitsrechtlichen Fragen bei Jobs im Ausland finden zukünftige Gastro-Traveller Antworten auf viele Fragen.
In meinem Bekanntenkreis kochen überdurchschnittlich viele Leute beruflich - und mit Küchen-Profis hab ich immer einiges zu bereden :mgreen: Beruflich scheint's, soweit die Erfahrung meiner Bekannten repräsentativ ist, nicht anders zu sein als in den meisten Branchen: mit guter Reputation und Vita fällt's zumindest im Inland relativ leicht, einen Job zu finden. Rolling Pin ist als Job-Portal nicht zuletzt deshalb hochinteressant, weil die Stellenangebote über die ganze Welt verteilt sind - wenn ich Koch wäre, dann würde ich auf jeden Fall einen Winter-Saison-Job in wärmeren Gefilden bevorzugen... aber wer Lederhosen und Almhütten bevorzugt, findet vermutlich auch etwas Passendes.
Am Wochenende gab's mal wieder ein Pagerank-Update, das einige hochinteressante Tendenzen zeigt: Google setzt noch stärker als bisher auf den Faktor Aktualität, wird bei Domains geiziger und bei Deeplinks (viel) großzügiger. Incoming Links spielen natürlich nach wie vor die größte Rolle bei den Off-Site Faktoren, aber das hat Xsara möglicherweise nicht ausreichend beachtet.

Letztens konnte - oder besser: musste - ich in den guten alten Verkehrsmitteln ein Telefonat mithören, oder zumindest zwei Drittel davon. Eine junge Dame so um die 25, offensichtlich im Marketing tätig und vorher Studentin an der WU, unterhielt sich mit einer Freundin über die persönliche Jahresplanung.
Zitat: "Ich bin gerade aus dem Urlaub in Kuba zurück und hab gestern zusammen mit meinem Freund unseren Sommerurlaub in Thailand gebucht - das sind so die Highlights meines Lebens für dieses Jahr, alles andere ist unspektakulär und fad." Das muss echt übel sein - soweit ich weiß, bekommt man als Angestellter ja grade mal 6 Wochen Urlaub im Jahr. Das heißt, 46 Wochen widerwillig arbeiten, um sich dann 6 Wochen entspannend zu können? Für mich ein unbegreifliches Missverhältnis und eine Situation, die ich nie auf Dauer akzeptieren könnte.
Klar ist die Lage am Arbeitsmarkt "schwierig" - das ist sie vermutlich immer. Und natürlich wären genug Leudde froh drüber, einfach irgendeinen Job zu haben... und selbstverständlich brauchen wir alle Kohle zum Leben, der eine mehr, die andere weniger. Und ich hab in den letzten 12 Monaten sicherlich keine sechs Wochen Urlaub gemacht - im Sinne von Gar-Nichts-Tun. Und ich hab auch nicht das geringste Bedürfnis nach mehr Freizeit: einfach deshalb, weil mir meine Arbeit unglaublich großen Spaß macht. Die Medien- und Blogberaterei ist ein hochgradig dynamischer Bereich, in dem sich ständig alles ändert - und zu je mehr Chefetagen sich das Wissen, dass eine Webseite nicht nur aus Code, sondern vor allem aus Kontext besteht, verbreitet, desto mehr Jobanfragen bekomm ich.
Meine eigene Arbeit funktioniert zu einem hohen Grad experimentell: Weblogs und Viralmarketing sind so neue Themen, dass es noch keine eingespielten Gesetze gibt, sondern eigentlich nur Best Practices. datenschmutz ist dabei meine persönliche integrierte Forschungs-, Entwicklungs- und PR-Abteilung: mein hier gewonnenes Wissen über Methoden und Praktiken, die effizient funktionieren, verkaufe ich an meine Kunden. Um erfolgreich zu sein, muss ich sozusagen immer am Ball bleiben - und das verhindert zuverlässig, dass jemals Fadesse aufkommt. Ich will keineswegs behaupten, dass für jede/n Medienfreak der Weg in die Selbständigkeit die ideale Option darstellt, aber ich bin im nachhinein sehr froh drüber, dass mich Red Bull seinerzeit beim vorzeitig eingestampften Givemewings-Projekt nicht anstellen wollte: denn das war damals der ausschlaggebende Grund für mich, mir einen steuerschonenden Gewerbeschein als Alternative zum Worst-of-both-Worlds Szenario "freier Dienstnehmer" zu holen.
Also nix gegen Urlaube in der Karibik, in Kuba und sonstwo - aber wenn's nach mir geht, lieber mit Notebook als ohne. Sonst müsst ich mich am Ende noch drüber beschweren, dass die Wochen im Freizeitparadies "unspektakulär und fad" waren... aber immer noch viel besser als umgekehrt!
Das mica (Music Information Center Austria) hat einen hochinteressanten Job ausgeschrieben - wer sich für digitale Musikdistribution und Didaktik interessiert, sollte definitiv einen näheren Blick aufs Jobprofil werfen: gesucht wird ein/e ExpertIn für digitale Musikwirtschaft. Finanziert wird die Stelle mit EU-Geldern, vorerst ist der Job auf ein Jahr befristet.
Die Bewerbungsfrist endet am 7.1.2008 - und wenn ich nicht zu 120% mit mindestens ebenso spannenden Projekten ausgelastet wäre, würd ich mich sofort dort bewerben. Mein erster Fulltime-Job war die Betreuung der (leider) längst nicht mehr existierenden österreichischen Musikplattform mp3.lion.cc, und seit damals hat das Thema meinen Interessensfokus nie mehr verlassen - Online-Musikwirtschaft ist und bleibt (auch im Web 2.0) ein hochspannender, dynamischer Bereich: und während der Diskurs der letzten Jahre vor allem geprägt war von IFPI-Panikmache und Piratenjagden, beginnen die ersten Online-Geschäftsmodelle inzwischen tatsächlich zu funktionieren. Über dieses Thema werde ich in Zukunft auch regelmäßig hier am Blog und bei SRA berichten - quasi ein Comeback meiner ersten Online-Publikation d-news.
Aber zurück zum Thema - den/die gesuchte/n ExpertIn erwartet ein vielfältiger Aufgabenbereich, hier die zugehörige Job-Description:
mica - music austria ist ein von der Republik Österreich gegründeter gemeinnütziger Kulturverein, der über alle Sparten zeitgenössischer Musik informiert und Musikschaffende und Multiplikatoren in berufspraktischen Fragen begleitet. Wir suchen im Rahmen eines von der EU geförderten Projektes ab sofort einen Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin (40 Wochenstunden, vorerst befristet auf 1 Jahr) für die Stelle:
ExpertIn für digitale Musikwirtschaft
mit folgendem Anforderungsprofil:
- Kenntnis des Musikgeschäfts und der dessen Mechanismen
- Erfahrung im Medienjournalismus, gute Ausdrucksfähigkeit in englischer
und deutscher Sprache
- Selbständiges und eigenverantwortliches Arbeiten
- Analytisches Denken, methodische Vorgangsweise
- Erfahrung im Projektmanagement, Kenntnis der gängigen Hilfsmittel
- Belastbarkeit und Teamfähigkeit
- Idealerweise: Erfahrung bei der inhaltlichen Gestaltung von Workshops
und Lehrmaterialien.
Ihr Aufgabenbereich umfasst unter anderem:
- Die Weiterentwicklung einer Wissensbasis zum digitalen Musikgeschäft:
Monitoring, Recherchen, Kommunikation mit FachexpertInnen
- Die zentrale Redaktion für ein Online-Magazin: Koordination der
Projektpartner, Lektorat, Qualitätskontrolle
- Die Durchführung von Workshops
- Die Erstellung eines Curriculums und von Lehrmaterialien für eine
Ausbildung zum digitalen Musikmanager sowie
- Die inhaltliche Unterstützung bei der Anbahnung von Kooperationen mit
Forschungs- und Bildungseinrichtungen
Neugierig geworden? Interessierte potentielle ExpertInnen richten Ihre (aussagekräftige, nona) Bewerbung bis zum 7. Jänner an:
bewerbung [at] mica.at
oder per Post an: mica - music austria, Stiftgasse 29, 1070 Wien
Vor einigen Tagen war ich mit Andi Schabus, bei Microsoft Österreich zuständig für Academic Relations, am Naschmarkt-Deli zum Mittagessen. Die dortigen Pastrami-Sandwiches (natürlich mit Roggenbrot) rocken gewaltig, und von Andi hab ich Infos bekommen über einige imho sehr interessante Praktika, für die interessierte StudentInnen gesucht werden.
Microsoft sucht PraktikatInnen, die Lust haben, neben oder nach akademischer ein nun corporate-Erfahrung zu sammeln - die Themenbereiche sind recht verschiedenen und reichen vom Marketing bis zum Mangazeichnenm, der Modus für die Bewerbung ist bei allen Praktika gleich:
Nach einem "Assessment-Tag" werden wir Ende Oktober unsere Praktikumsplätze für Februar 2008 an die besten KandidatInnen vergeben und alle Rahmenbedingungen (exakte Dauer des Praktikums, Stundenausmaß, Gehalt etc.) in Abstimmung mit der Praktikantin/dem Praktikanten festlegen.
Alle Praktika beginnen im Februar kommenden Jahres - unten sehen Kurzbeschreibungen, die vollständigen Beschreibungstexte verschicke ich auf Nachfrage gerne via E-Mail, einfach per Kommentar Bescheid sagen oder gleich direkt bei MS anfragen:
Bitte schicken Sie Ihre schriftlichen Bewerbungsunterlagen (Motivationsschreiben und CV) bis spätestens Anfang Oktober 2007 an Frau Barbara Kaindl unter: i-barbak [at] microsoft.com
(Beschreibungen laut Ausschreibungstext)
1. PraktikantIn für Customer Relationship Marketing
Im Zuge dieses Praktikums beschäftigen Sie sich mit dem Auf- und Ausbau von Customer Relationship Marketing speziell für die Zielgruppen IT-Professionals, Software-Entwickler und Geschäftsentscheider. Konkret erarbeiten Sie detaillierte Informations- und Kommunikationsanalysen pro Zielgruppe, die zu fundierten Empfehlungen für Kontaktstrategien im Bereich der Marketing Communikations führen.
PraktikantIn für Comic oder Manga Serie
Im Zuge dieses Praktikums entwerfen Sie eine Comic oder Manga Serie über die Developer und Plattform Gruppe bei Microsoft Österreich. Dadurch sollen die Highlights der Entwicklerszene festgehalten und auf humorvolle Weise an die Zielgruppe der Entwickler transportiert werden.
PraktikantIn für Academic Relations
Im Zuge dieses Praktikums sind Sie für die Ausarbeitung eines Online-Kommunikations- Konzepts verantwortlich. Dadurch sollen Microsoft Themen/Technologien der Zielgruppe Studierende zugänglich gemacht und eine Community aufgebaut werden.
PraktikantIn für die Education Abteilung
Im Zuge dieses Praktikums sind Sie für die Ausarbeitung, Entwicklung und den Launch des Microsoft Peer Coaching Programms in Österreich zuständig. Dieses Programm richtet sich an führende Lehrkräfte und stellt ein konkretes und erprobtes Maßnahmenpaket für die Professionalisierung der Lehrerschaft in innovativen Handlungsfeldern dar.
PraktikantIn zum Aufbau einer Partnerdatenbank
In Österreich arbeiten über 4000 Partner mit Microsoft zusammen. Dabei ist es wichtig, zu wissen welche Zertifizierungen, Trainingsangebote, Programme, Marketingaktionen etc. für die jeweiligen Partner relevant sind. Um unsere Partnerbetreuungs-Qualität weiterhin zu verbessern, wollen wir einige Reporting & Datenbanksysteme aktualisieren bzw. neu implementieren.
Also viel Erfolg für allfällige Bewerbung - ich denk, das ist ganz und gar nicht die schlechteste Möglichkeit, um Erfahrung zu sammeln. Auch wenn ich die Selbständigkeit keinesfalls mehr gegen eine Corporate Job eintauschen möchte: man muss ja erstmal rausfinden, was man später womöglich möchte oder auch nicht.