So einfach kann sich ein Föderalstaat von einzelnen Bundesländern nicht trennen: so hielt Restösterreich der Backhendl-Hochburg Steiermark auch während der Hühnergrippe-Hochblüte die Treue, wollte Vorarlberg partout nicht den Helvetiern als Danaergeschenk überlassen und nie war die Rede davon, im Zuge diverser niederösterreichischer Kellerbesichtigungen die Pröll'schen Ländereien zu einem selbständigen Lehensgut zu machen. Doch kaum überzieht ein ohnehin schon weit (rechts) außen stehendes, "armes" Bundesland sein Budget ums Neunfache, fordern Spötter den Verkauf Kärntens um einen symbolischen Euro an Slowenien.
Man erschlüge gleich mehrere Delinquenten mit einer großen Klappe, KF dürfte endlich wieder Zloz heißen, der Ortstafelstreit wäre schlagartig beendet und die Prölls müssten kein weiteres Schwinden politischen Kapitals befürchten. Allein Slowenien wird nicht wollen mögen: so ein 18-Milliarden-Defizit kann sich nur ein sehr reicher Staat leisten.
Für Nicht-Österreicher ein paar Fakten: die Hypo-Alpen-Adria-Bank hat unter anderem viele viele Yachten und Jets finanziert. Weder die Leasing-Papiere noch die Fahrzeuge sind auffindbar. Fest steht: irgendwie haben der Haider Jörgl und seine Kärntnerbuberl das Unmögliche vollbracht und ihre Hausbank mit der 9fachen Summe des Kärntner Landesbudgets verschuldet. Darob hub kürzlich ein großes Heulen und Zähneknirschen an, denn die "Zukunftsfond-Finanzpolitik" kostet, dank "unvermeidlicher" Bankenrettung, jeden steuerpflichtigen Österreicher mindestens €1.500,-.
Wir sind anscheinend ausreichend sozio-kommunistisch geprägt, um jedes noch so marode Unternehmen um jeden noch so absurden Preis retten zu müssen. Wäre es mir gelungen, mit derselben Kreativität, die Kärntner Finanzpolitik an den Tag legte, die datadirt media group in den letzten 10 Jahren um 20 Milliarden zu verschulden, müsste ich in diesem Land wohl nie mehr Angst vor Banken, Finanzamt und Co. haben: der Staat täte sich beeilen, mich zu retten, um meinen Arbeitsplatz zu sichern. Diesen Beitrag weiterlesen »
Großartig war's auf der Leonhardhütte - dank der großartigen Leistung des Organisationsteams Monika Meurer, Achim Meurer und Alex Kühnel verbrachten wir ein unvergessliches Wochenende auf der Leonhardhütte. Dass Barcamper und digitales Foto-Equipment in Symbiose leben, dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein - auf FlickR findet bereits rund 250 Bilder unserer Alpin-Konferenz, ich hab meine endlich auch sortiert. Et voilá: Menschen und Tiere in friedlicher Koexistenz auf 1.600 Metern Seehöhe:
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Seit heute Morgen ist die Mannschaft der HMS Leonhard Hütte komplett - pünktlich um 10:00 Uhr eröffnete Captain Achim die illustre Runde mit einer Metadiskussion über die An-und-für-Sichs des Formats Barcamp. Die vergangen Stunden flogen in üblicher Barcamp-Lichtgeschwindigkeit vorüber, und das lag nicht zuletzt am recht hohen Level der Sessions; für mich ist das Almcamp 09 jedenfalls schon zur Halbzeit *das* Veranstaltungshighlight des Jahres.
Weiter ging es vormittags mit einer von mir angestoßenen Diskussion über Twitter-Anwendungs-Szenarien, anschließend präsentierte Achim seine neuesten SoIsses-Streich: eine customized Landing Page für Facebook Fan Pages, sprich: wer noch nicht Fan ist und auf die Page gelangt, sieht eine alternative Startseite. Die darf zwar nur statische bzw. FBML-Inhalte enthalten, ist ansonsten aber frei gestaltbar - das Ergebnis sieht dann zum Beispiel so aus. Sehr spannende Möglichkeit, wenn FB nicht die primär-Destination darstellt, sondern man die User lieber auf die eigene Domain ziehen möchte und wohl einiges der wenigen Schlupflöcher aus dem "walled garden" ins Freie; ich werd meine datenschmutz-Landing Page jedenfallls gleich am Montag umgestalten.
In der folgenden Session demonstrierte Peter Höflehner den Status Quo mobiler Augmented Reality Systeme: dabei werden beispielsweise Fotos oder Videos mit zusätzlich Informationslayer überlagert - sozusagen die Verwandlung des Mobiltelefons in den altbekannten Star Trek Tricorder. Georg Holzer sprach über die Veränderung der Fotografie durch zusätzliche Kamerasensoren: aus der Kombination von GPS-Daten und Raumlage der Kamera könnten beispielsweise ganz neue "Panorama-Techniken" entstehen.
Sehr intensiv gestaltete sich die von Achim angeregte "Skittles/Oberstaufen" Sessions. Reine Aggregations-Portale, die ohne eigene Inhalte lediglich Social Web Content zu einem bestimmen Schlagwort (siehe oberstaufen-plus.de) aggregieren, sind definitiv nicht der Weisheit letzter Schluss, aber eine sinnvolle Erweiterung bestehender Homepages. Mit ReTweet-Automatiken sollte man im Übrigen äußerst vorsichtig sein - nicht nur, dass mein "Skittles AND Oberstaufen gives you AIDS" Tweet sofort auf der Seite auftauche, die braven Oberstaufener Social Marketer haben ihn sogar re-tweetet - danke!
Zum Thema Aggregation hier ein Plugin, das sich auf datenschmutz und datadirt.net bewährt hat: Self-hosted WordPress Nutzer richten ihren Lifestreams übrigens sehr komfortabel mit WP-Lifestream ein.
Völlig neu war für mich Benjamins Vorstellung von CouchDB - dabei handelt es sich keineswegs um ein Couch-Surfing Portal, sondern um einen dokumenten-orientierte (im Gegensatz zu einer relationalen) Datenbank, die vollkommen auf Schemata komplett verzichtet. Auf großes Interesse stießen auch die gar nicht so neuen, aber endlich implementierten Feed-Realtime-Technologien PubsubHubbub (für Atom) und RSSCloud (für RSS): hier schlummert massives Potential für distribuierte Realtime-Systeme á la Google Wave. Einen gemütlichen Hands-On Ausklang fand der ersten Tag mit den Foto-Sessions: Werner Ranner erklärte Digi-Foto Basics, und Karola Riegler wies den Weg zum perfekten Portrait-Foto. Und jetzt gibt's dann gleich Abendessen.
Vorläufiges Fazit: rund 50 Barcamper, circa 30 Kühe, genau 3 Ziegen, geschätzte 150 Schafe (heute war Almabtrieb), mehrere tausend Höhenmeter mit dem Auto und per pedes - und seit längerem endlich wieder mal ein Barcamp, dass meiner Meinung nach für Einsteiger *und* Pros viel zu bieten hat. Almcamp for the win! Ich freu mich schon auf Tag 2.
Ein Stein des Anstoßes: die üblichen Last-Minute Absagen, die auf einem (im Übrigen perfekt organisierten) Barcamp auf einer Almhütte mit begrenzten Schlafplätzen natürlich stärker ins Gewicht fallen als etwa bei einem Wiener Corporate-Barcamp. Achim (Almstudio.at, Monika und Lexxi (Lexi.at haben sich mächtig ins Zeug gelegt, um uns hier auf 1.600 Metern jeden erdenklichen Geek-Komfort zu bieten - von der 8Mbit Funk-Richtstrecke bis zur hervorragenden Gratis-Verpflegung.
Last Minute Absagen sind den Veranstaltern einer Camp-Veranstaltung gegenüber schlichtweg respektlos. Ganz besonders dann, wenn die Entschuldigung "Zeitnot" lautet und die betreffende Person sich am selben Wochenende für ein anderes Camp anmeldet... you know who you are. Camp-Konferenzen funktionieren auf Dauer nur dann, wenn jeder Teilnehmer selbst bereit ist, Verantwortung fürs Gelingen zu übernehmen. Kleiner Tipp: Wiki-Anmeldelisten sind nicht in Stein gemeißelt, man kann sich auch wieder austragen. Und zwar nicht nachträglich.
Lichterketten und Unterschriftenaktionen können Frau Fekter offensichtlich nicht erweichen, und die Zeiten, in denen offiziell noch Platz im Boot war, sind dank FPÖ schon lange vorbei, wie Max schreibt:
Das merkt man daran das die Frau Innenministerin Fekter eine Art "Wettrennen" um ein Asylzentrum ("Erstaufnahmezentrum Süd") ausgerufen hat (SIC!), bei dem sich Gemeinden aus Kärnten gemeldet haben, die aber sofort vom Kärntner Landeshauptmann zurück gepfiffen wurden, da dies ja dem Fremdenverkehr schaden könnte.
Soeben lief auf ATV eine nicht nur in Kärnten gespannt verfolgte Doku über Jörg Haider. Die ließ relativ wenig Fragen zur Methodik und Vorgehensweise des österreichischen Rechtsaußen-Politiker Popstars offen. Wirklich gut gemacht - Respekt ans Redaktionsteam! Was noch zu sagen wäre: mir drängen sich Vergleiche mit Felix Mitterer auf, wenngleich nach rein formalen Kriterien.
Denn als seinerzeit die großartige mehrteilige Piefke-Saga besagten Autors erstausgestrahlt wurde, brachte der ORF im Anschluss an den finalen Teil eine Live-Diskussion zwischen Politikern, Grünen, Tiroler Schützen und anderen Weirdos - besagte Sendung galt fortan als informeller fünfter Teil des legendären Fernsehdramas. Und gerade eben diskutieren die grandiose Anneliese Rohrer, der Kabarettist Florian Scheuba und der Unbeschreibliche (und das ist, nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, in *keinster* Weise positiv gemeint) Ewald Stadler mit Silvia Saringer über Werk und Wirken des Kärntner Polittalents. Herr Stadler ließ sich in Replik auf eine scharfzüngige Analyse von Frau Rohrer, die es traurig fand, dass der Jörgl, ginge nicht gerade jetzt der Kärntner Wahlkampf über die Bühne, kaum eine Erwähnung fände, zu folgender Aussage hinreißen: "In Deutschland haben wir sensationelle Verkaufszahlen." Er referenzierte mit seiner Wortmeldung eine CD des verunfallten Landeshauptmannes, auf der jener Kärntner Volkslieder intoniert. Ein Schelm, wer Parallelitäten zu Starmania "Mastermind" und Universal Österreich "Managing" Director Hannes Eder sieht.
Ja. Wirklich. Man ist Österreicher, in meinem Fall seit 32 Jahren. Man weiß, dass man in den Outskirts Europas lebt, quasi in einer irgendwie Deutschland zugehörigen Übersee-Kolonie, bloß ohne See. Man hat so einiges an Sado-Maso Staatskultur internalisiert, ist daran gewöhnt, dass hierzulande Provinzialität als Originalität hochstilisiert wird und glaubt am Ende irgendwann sogar noch, dass all die Scheiße ganz normal riecht - denn olfaktorisch nehmen wir bloß Differenzen wahr, Gnade der Evolution oder Gottes, je nach persönlicher Präferenz. Aber in kurzen Momenten weht dann ein frischer Wind, der wieder ungewollte Wahrnehmung ermöglicht. Danke Ewald. You gave me a bitter laugh.
Dan war letzten Samstag in der Pyramide - aber nicht um Pharaonen bei mittelmäßigen, überbewerteten Ausstellungen zu sehen, sondern Ritchie Hawtin. Warum's eine miese Party war, lässt sich recht ausführlich und unterhaltsam auf Turnthescrew.com nachlesen. Zum Trost gewann Dan dafür jüngst einen Coypwriter-Bewerb - Gratulation!. Und um an dieser Stelle ausnahmsweise auch in die Zukunft zu blicken: wer am 27. Mai zufällig in San Fran weilt, der sollte wohl der Wordpress 5-Jahres-Feier einen Besuch abstatten - ich werd's leider nicht schaffen, dafür freu ich mich schon auf den morgigen Webmontag. Herzliche Gratulation jedenfalls an Matt und das gesamte Team! Ihr baut die besten Werkzeuge ever - für uns Blogger. Und im Gegensatz zu richtigen Bohrhämmern, Zangen und Schraubenziehern gibt's die sogar noch gratis - thx!
...am Grazer Schauspielhaus, und zwar in Form eines Theaterstücks, das Blogosphärentexte verwendete, um ein "literarisches Statement auf die digitalisierte Lebenswelt" zu montieren. Unglaublich geil ist die Beschreibung aus dem Programmheft:
Sie nennen sich Yvan, Popnutte, Schimmerschnecke und Helge und sind Bewohner der Blogosphäre. Im nie endenden Prozess des Bloggens, Postens, Updatens und Verlinkens basteln sie an ihrem Kosmos, definieren ihre Existenz, [...], suchen ganz einfach: die Liebe.
Hehe... Er nannte sich Helge!. Vielleicht wird das ja der deutsche Synchro-Titel von "They called him Machete".
Wer sich schon länger fragt, ob die Web 2.0 Szene ihren wirtschaftlichen Zenit überschritten hat, findet beim Command Line Idiot die 12 Signs That The Recession Has Hit The Internet. Mein Favorit ist die Nummer 5:
For $20, Rick Astley will show up to do it in person.
Am 20. September isses so. Weit. Wie ich gerade von Monika erfahren habe: die alte Burg Gmünd bildet den würdigen Rahmen fürs erste Bloggertreffen im Bundesland mit der besten Polenta Österreichs. Wär jedenfalls ein willkommener Anlass für einen längeren Motorradausflug! Trotz mittelalterlicher Gemäuerkulisse wird's WLAN geben; ob das Mittagessen im ritchie Ritter-Stil (ohne Besteck und mit viel Sauerei) über die Tafel geht, ist derweil noch nicht bekannt; außerdem haben alle BesucherInnen die einmalige Gelegenheit zur Teilnahme an einer Gmünder Stadtführung 2.0. Nicht Kärntner und Kasnudel-Touristen ohne festen Wohnsitz in Wörtherseenähe dürften aufatmen:
Worüber Ihr bloggt ist egal und natürlich müsst Ihr nicht aus Kärnten kommen. Alle Blogger sind herzlich willkommen.
Thx Ulrich - für die Power-Uno Regeln, die fantastischen sizilianischen Melanzani in Tomatensauce (wie schnell kann man davon körperlich abhängig werden?) und für drei großartige Videos! Letztere möchte ich auch der hochverehrten LeserInnenschaft keinesfalls vorenthalten; als da wären: 1. der neueste Trend aus Saudi-Arabien: Street-Skating auf Birkenstocks sowie 2. eine unglaublich gut gelungene Kanye West Parodie und 3. der schlechteste Kampf der Fernsehgeschichte. Schönen Restsonntag!
...ist eine fließende. Und das schönste an Kärnten in bekanntlich der Blick auf Osttirol, auch wenn Oberkärntner den Witz unbegreiflicherweise immer andersrum erzählen. Den Iselsberg lässt das ziemlich kalt - Urlauber und Einheimische, die von Winklern her kommend mit dem Auto, Motor- oder Fahrrad anreisen, begrüßt er seit 30 Jahren mit dem gleichen freundlichen Willkommens-Holzschild.
Am vergangenen Montag, als für diese Jahreszeit auf 1.000 Metern geradezu beängstigend milde Temperaturen herrschten, war ich im Wald unterwegs (ich sag nur: Küchenschellen) und hab von dort zwei weitere fotografische Impressionen mitgebracht. Die erste Hütte (ein namenloser Stadel am Wegesrand) steht vermutlich nicht mehr, die zweite (der nach dem Brand neu errichtete Berggasthof "Schöne Aussicht") noch nicht lang - kein Wunder, dass der Grenzkogel zwischen Osttirol und Kärnten ein Berg der radikalen Gegensätze ist