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Artikel-Schlagworte: „Keyworddichte“

SEO-Wissen: von richtigen Keyword-Dichten

KeyworddichteDie sogenannten Keyworddichte spielt für die SERP (Search Engine Result Pages) Optimierung eine nicht unbeträchtliche Rolle. Ideal funktioniert ein Suchalgorithmus bekanntlich dann, wenn er Informationen respektive Texte möglichst ähnlich wie ein menschlicher Leser bewertet - aber von einer Annäherung der maximalen Keyworddichte an natürlichsprachliche Bedingungen kann noch lange keine Rede sein. SEO-Profis können übrigens getrost direkt bis zum letzten Teil dieses Postings springen - wer den Begriff Keyworddichte schon mal gehört hat, aber nix damit anfangen kann, findet im ersten Teil eine Erklärung dieses wichtigen Webseiten-Parameters.

Zum besseren Verständnis ist ein Blick in die frühe Webgeschichte hilfreich: als die Suchmaschinen-Algorithmen noch jung und dumm waren und Larry Page das nach ihm benannte Ranking-System noch nicht erfunden hatte, gingen Suchmaschinenbetreiber davon aus, dass eine Seite umso relevanter sein müsste, je häufiger das gesuchte Keyword respektive die betreffende Keywordkombination im jeweiligen Text vorkommt. Dieser allzu simple quantitative Ansatz evozierte in weiterer Folge das sogenannten "Keywordstuffing": eine Seite, auf der einfach nur 10.000 Mal das Wort "Keyworddichte" stand, hätte viel besser gerankt als beispielsweise ein Text, der erklärt, was Keyworddichte ist. Googles Pagerank-Verfahren löste dieses Problem zumindest teilweise: den die Anzahl der Backlinks als Ranking-Kriterium lässt sich nicht durch simples Keywordstuffing überlisten. Aber erstens gab's und gibt's - man glaubt es kaum - neben Big G noch andere Suchmaschinenbetreiber, und zweitens verlässt man sich ungern auf ein einzelnes Kriterium; denn der Pagerank lässt sich ja wiederum durch gekaufte Backlinks und/oder Linknetzwerke immer noch sehr gut "überlisten". Also spielt die Keyworddichte auch weiterhin eine beträchtliche Rolle, wenn auch unter völlig verändern Vorzeichen.

Denn anstatt die bloße Quantität zu werten, gehen Algorithmen von statistischen natürlichen Keyworddichten aus - selbstverständlich werden dabei nur die Inhalte ohne HTML-Tags etc. gezählt. Die zugrunde liegenden Zahlen resultieren aus quantitativen Analysen riesiger Textmengen, die sich bekanntlich problemlos automatisiert durchführen lassen. Weiß man also beispielsweise, dass in statistisch durchschnittlichen Artikel über Winston Churchill dessen Name beispielsweise zweimal pro hundert Wörtern vorkommt, so bedeutet dies eine Keyworddichte von 2%. Natürlich lässt sich dieses Verfahren mittels zusätzlicher (semantischer) Kriterien verfeinern, aber grosso modo kann man durchaus sagen, dass die Keyworddichten-Analyse in erster Linie ein Mittel gegen Keywordstuffing darstellt. Wie stark die einzelnen Suchmaschinen diesen Faktor in ihrer Gesamtbewertung nun tatsächlich gewichten, ist im Detail nicht bekannt - dass er eine Rolle spielt, allerdings schon.

Die tatsächliche optimale Dichte...

...liegt immer noch, und das ist das Problem, weit über der "natursprachlichen" oder semantischen Dichte. Jedem Journalismus-Studenten wird beigebracht, Wortwiederholungen zu vermeiden, skurrilerweise allerdings sehen SM-Scripts immer noch liebend gerne eine Keyworddichte von drei bis zu fünfzehn (!) Prozent. Das muss man sich mal auf der Stil-Zunge zergehen lassen: in einem mittel-langen Posting von 300 Worten über das Thema Keyworddichte müsste besagter Begriff bei einer Keyworddichte von 10 Prozent nicht weniger als 30 Mal vorkommen! Für SEOs bedeutet das natürlich, bei der Optimierung der Webseiten-Texte auf ausreichende Keyworddichte zu achten - was in der Regel der flockigen Lesbarkeit von Texten nicht gerade zuträglich ist. Ein paar kleinere Experimente meinerseits haben allerdings zweifelsfrei ergeben, dass man sozusagen die Wahl hat zwischen Fokus aus lesefreundlichem Stil oder eben auf optimale Keyworddichte - irgendwie hab ich ganz und gar nicht das Gefühl, dass die vorgegebenen optimalen Keyworddichten auch nur annähernd auf elaborierten semantischen Kriterien beruhen. Zum Glück ist die Keyworddichte allerdings nur ein Faktor unter vielen - also besser nicht übertreiben, aber auch nicht unterhalb der Wahrnehmungsgrenze dahinsurfen: die Minimalhürde von 2% sollte jeder auf Besucher bedachte Web-Publisher sehr wohl überspringen. Weitere Meinungen dazu interessieren mich natürlich brennend.

Die Keyworddichte analysieren

Online findet man zahlreiche Keyword-Analyse-Tools. Die meisten davon liefern unsinnige und fehlerhafte Ergebnisse oder funktionieren erst gar nicht - uneingeschränkt empfehlen kann ich allerdings das Keyword-Density Tool von Sistrix - es liefert valide Ergebnisse, auf die sich der besorgte Webmaster durchwegs verlassen kann. Wer mehr Parameter checken möchte, muss auf die kostenpflichtigen SEOmoz SEO Wissen: von richtigen Keyword Dichten Profi-Tools zurückgreifen: mit dem Term Target Tool und dem Keyword Difficulty Checker gelingt so manches Kunststück.

PS: Selbstverständlich ist auch dieser Artikel über Keyworddichte nicht bloß ein Posting, sondern ein teilnehmendes Experiment. Aufmerksamen LeserInnen dürfte durchwegs nicht entgangen sein, dass dieser Beitrag den Begriff Keyworddichte wesentlich öfter enthält als üblich :mrgreen:


Fotocredits: Schlüssel von Name Gabi Schoenemann / Pixelio