"Alles ist eine Wurst, nur die Zwei hat ein Ende", weiß der österreichische Volksmund. Mit anderen Worten: die Twitterblogger Parade samt vertikal integriertem Gewinnspiel ist seit vergangenem Sonntag sowas von vorüber - und der Gewinner des 50-Euro-Amazon Gutscheins steht fest. Bevor die Spannung ins Unermesslich-trägliche steigt sei gesagt: die fuffzich Piepen für den größten Gemischtwarenladen des Netzes gehen an Michael "RocW" Rosenauer für seinen Beitrag auf RPG-Netzwerk.at. Herzliche Gratulation!
Vielen Dank von Michi, Lukas und mir an alle, die mitgemacht haben, und zwar: Online-Blog, Korsti.de, curiOus.net, Infopirat, Baynado und Ritman.
Auch wenn's nix mehr zu gewinnen gibt, darf natürlich weiter gerne über eigene Twitter-Erfahrungen berichtet werden; wer hier mit seinem Bericht verlinkt werden möchte so unter dem Motto "Ich bin auch ein Twitterblogger", schickt einfach einen Träckbäck und/oder sagt via Kommentar Bescheid.
Direkt neben einer Überwachungskamera und nur durch ein selbst errichtetes Baugerüst geschützt gelangt dem Londoner Sprayer Banksy am Wochenende sein bislang wagemutigster Coup.
Mit Banksy does it again betitelte katize den neuesten Streich des derzeit heißesten Graffiti-Künstlers der britischen Insel: unbeeindruckt von der direkt nebenan montierten Überwachungskamera gelang es dem Sprayer, mitten in der lückenlos durch Überwachungskameras erfassten Innenstadt ein riesige Graffiti anzubringen: ein (gesprayter) Junge mit Leiter mal "One Nation under CCTV" an die Hauswand, während er von einem (natürlich ebenfalls gemalten) Cop samt Polizeihund fotografiert wird.
Drei Stockwerke hoch war das Baugerüst, anscheinend geschah die eigentliche Spray-Action mitten in der Nacht [Fotos von Dailymail.co.uk]:

Weitere Artworks meines aktuellen Lieblings-Künstlers gibt's auf dessen Homepage. Wie kein Werbetexter dieser Welt versteht's Banksy, seine subversiven Kommentare zur üblen Weltlage so unglaublich punktuell zu verdichten... und sein Talent, bestehende Location-Elemente in seine Graffitis einzubinden, ist ohnehin einzigartig. Keep up the great work, buddy!
Die gemeinsame Twitterblogger-Aktion (manche sagen auch Karneval oder Blogparade) von Michael, Lukas und mir läuft noch bis Ende der Woche - wer am eigenen Weblog einen Beitrag über seine Erfahrungen mit, seine kuriosen Begebenheit auf und/oder seine Meinung zu Twitter veröffentlicht und uns via Kommentar oder Trackback Bescheid sagt, nimmt an der Verlosung eines 50-Eulen-Amazon Gutscheins teil.
Genauere Infos gibt's in diesem Posting - danke an alle bisherigen TeilnehmerInnen; mir hat's großen Spaß gemacht, die Beiträge zu lesen. Also los, in die Tasten gehauen - bis Sonntag, 4. Mai ist noch Zeit!
PS: Den perfekt passenden Cartoon zu unserer Aktion gibt's bei Penny Arcade!
Für die Anzeige von User-Avataren neben Kommentar-Postings existieren eine Reihe von Plugins mit diversen Vor- und Nachteilen. Mit dem neuen Identicons-System, das seit drei Tagen hier auf datenschmutz zum Einsatz kommt, erhält erstmals *jede/r UserIn* ein eindeutiges Bildchen. All Hail Identicon!
Bislang kam hier am Blog das Favatar-Plugin zum Einsatz: wenn ein User zu seinem Kommentar eine URL hinterlässt, dann checkt das Programm, ob unter der betreffenden Adresse ein sogenanntes Favicon hinterlegt ist - das sind die kleinen Grafiken, die von aktuellen Browser rechts neben der Seitenadresse angezeigt werden. Falls ja, wird dieses Icon als Avatar verwendet, ansonsten gibt's keine grafische Repräsentanz.
Eine Alternative wäre WP-Gravatar: bei Gravatar.com kann sich jeder anmelden, ein Userpic hochladen und an die eigene E-Mail Adresse knüpfen. Seitenbetreiber können die Gravatars einbinden und so Usern ermöglichen, über verschiedene Blogs hinweg denselben Avatar anzuzeigen. In der Vergangenheit hatte der Service allerdings immer wieder mal Performanceprobleme, welche die Ladezeit gravierend verlängerten - dies ist mittlerweile behoben, allerdings funktioniert die Anzeige natürlich nur dann, wenn der betreffende Kommentator auch bei Gravatar.com registriert ist - ansonsten wird ein frei wählbares Platzhalterbildchen angezeigt.
Enter WP-Idencticon! Das Plugin zeigt wahlweise das Favicon bzw. das Gravatar-Bild an, so vorhanden - und falls nicht, wird für jede/n UserIn ein eindeutiger Avatar erstellt, und zwar anhand eines Algorithmus, der aus verschiedenen Formen und Farben abstrakte Userbilder erstellt:
So what is an Identicon? It's a randomly generated assortment of shapes that is specific to a commenter's email (or if you prefer IP address). Identicons allow visual representations of commenters without requiring any external sites or user interactions. With 40 possible shapes (about 70 with inversions) in 3 possible positions, around 8000 distinguishable colors and four different rotations for each part, there should be several billion possible shape combinations which, even with the increasing chance of overlap with each additional user, should be quite enough for almost any blog.
Das ganz kann in schwarzweiß etwa so aussehen:
Die Installation ist denkbar einfach - Plugin-Folder hochladen und den darin enthaltenen Subfolder identicon Schreibrechte am Server geben (unter Linux via chmod). Konfigurieren lassen sich alle Einstellungen unter "Settings/Einstellungen -> Identicon". Hier wählt man die gewünschte Bildgröße und wahlweise eine fixe Farbe bzw. ein Farbspektrum für Vorder- und Hintergrundfarbe. Außerdem lässt sich hier bestimmen, ob die Bilder automatisch eingefügt werden sollen, oder man den Code lieber händisch ins Template integrieren möchte. (Praktisch, falls man zusätzliche CSS-Formatierungen, z.B. ein float-Attribut oder eine border einbauen will.)
Stellt man Farben bzw. Anzahl der Formen oder die Größe um, muss anschließend der Cache gelöscht werden - die Bilder legt Identicon im erwähnten Subfolder ab. Großartige Idee, denn so bekommt jeder Kommentator a Büdl, (wie man in Wien sagt) - und dank der flexiblen Farb- und Größenanpassung sollten sich die Identicons problemlos in jedes Template-Design integrieren lassen.
Selbstauferlegter Stress, explodierende Nebenkammern und generell Selbstausbeutung bis zum totalen Zusammenbruch: so geht's allen A-Bloggern, wenn man einem aktuellen Bericht von BrandEins glaubt.
Der heutige Facts Lesetipp hat meine schlechte Meinung über brandeins nachhaltig bestätigt; schlimm und traurig, dass Marc Orchant anscheinend dank zu viel Arbeit und selbstauferlegtem Stress an einem Infarkt verschied. (Wie Meth so treffend rappt: I'm a drink this whole bottle for Old Dirty - damn it hurts and I hate it, when brothers go early.) Daraus allerdings ein Plädoyer über die Gesundheitsschädlichkeit des Bloggens an sich abzuleiten, stünde jedem Boulevard-Blatt ganz hervorragend zu Gesicht:
Der Kopf des Ganzen besteht aus ein paar Tausend Blogs, auf die der Rest der Online-Welt schielt und die so zum neuen Establishment geworden sind. "Wenn man die ganze Heuchelei über die Revolution des neuen Mediums Internet einmal abzieht", giftet Keen, "regiert die Blogger letztlich alle der Wunsch nach Einfluss und finanziellem Erfolg. Das zieht eine bestimmte Sorte Mensch an - besessen, getrieben und nie zufrieden." In Anlehnung an den übermenschlichen Helden der Arbeit aus besten Sowjet-Zeiten seien Blogger "die neue Stachanow-Bewegung". Mit einem Unterschied, so Keen: "Sie schuften sich zu Tode, aber in zehn Jahren redet kein Mensch mehr von ihnen."
Glaubt zumindest Steffan Heuer. Überhaupt scheint der Autor jeden einzelnen A-Blogger (das sind übrigens laut Artikel Blogs mit mehr als 1.000 Technorati-Backlinks) sehr genau zu kennen; das folgende Pauschalurteil dürfte also das Ergebnis jahrelanger systematischer quantitativer Studien zu sein:
Trotz der beiden Unglücksfälle fahren Maliks Kollegen weiter Vollgas, ohne groß über die Risiken und Nebenwirkungen der neuen Medienwelt nachzudenken, in der Sofort-Journalismus und unternehmerischer Erfolgsdruck das Privatleben weitgehend abgeschafft haben. Bei der dünnen Oberschicht sogenannter A-List Blogger, die Hunderttausende Leser haben und sogar Angestellte bezahlen können, verbinden sich professionelle Leidenschaft, überdimensionales Ego und Profitstreben zu einem explosiven Gemisch.
[...]
Wer es als Blogger zur Marke gebracht hat, gibt ungern zu, dass er ausgebrannt ist und beim selbst angezettelten Wettlauf nicht mehr mithalten kann.
Ja, ich würd das auch ungern zugeben, wenn ich's denn zu was gebracht hätte... aber obwohl ich überhaupt nicht Heuers A-Liste angehöre, bin ich eigentlich schon längst so ausgebrannt, dass seit drei Monaten ein php Script aus den Dark Secret Technology Labs meine Texte für mich schreibt, postet und auf Kommentare antwortet.
PS: Ich glaub, es war Viktor Frankl, der den bekannten Ausspruch "Stress is the salt of life" geprägt hat. Und ich würd mir von einem "Werbe-Branchen-Magazin" erwarten, dass man zwischen verschiedenen Personen möglicherweise sogar differenziert, anstatt A-Blogger samt und sonders als selbstzerstörerische Egomanen zu betiteln...
In der Frankfurter Rundschau erschien am 28. März ein Reprint eines übersetzten Artikels von Louis Bayard über dessen aktuelle Einschätzung der politischen Position des Dalai Lama. Nix gegen Kritik am Oberhaupt der buddhistischen Religion, aber Abschied vom Dalai Lama verfolgt eine sehr seltsame Argumentationslinie:
Die tibetische Exil-Regierung wird von keiner einzigen Nation anerkannt, und nach jahrelanger Politik der Anpassung und Passivität - der Dalai Lama fordert keinen separaten tibetischen Staat mehr, sondern nur noch die friedliche Koexistenz mit den Chinesen - sind die Besatzer um keinen Millimeter zurückgewichen.
[...]
Das dürfte vor allem daran liegen, dass er (der Dalai Lama) so wenig von uns verlangt. Für das westliche Publikum gibt seine Botschaft nicht viel mehr zu verstehen als ein Benetton-Plakat: Seid nett und lebt glücklich. Es wird kein ernsthaftes Glaubensbekenntnis gefordert, ja nicht einmal ordentliche Geldgaben scheinen zu interessieren (zum Glück hat der Schauspieler Richard Gere die Badezimmer des Dalai Lama bezahlt). Es werden keine (Selbst-)Opfer gefordert, fühlen Sie sich einfach frei, Ihr "Free Tibet"-Banner vor irgendeiner chinesischen Botschaft aufzustellen. All das ist nicht gerade viel angesichts der mehr als sechs Millionen Tibeter, die unter der Gewaltknute Chinas zu leiden haben. Aber was fordern, wenn der Dalai Lama selbst der Volksrepublik verziehen hat? Das sagte er: "Unsere wirklichen Feinde sind unsere schlechten Gewohnheiten, die uns denken lassen, dass wir Feinde haben... Den Terror, den wir erleben, haben wir selbst angerichtet.
Die FR erlaubt keine Kommentare, sondern nur sogenannte "Leserbriefe" mit der Option auf Veröffentlichung... eine Frage zum Artikel konnte ich mir jedenfalls unmöglich verkneifen; denn eine Religion dafür zu verurteilen, dass sie "kein ordentliches Glaubensbekenntnis fordert", zeugt wirklich von gravierender Unkenntnis der Lehre Buddhas: im Gegensatz zu den meisten Religion gehen Buddhisten von den sogenannten "Fahrzeugen" (kleines, mittleres, großes) aus: im Wesentlich geht's darum, die Leudde dort abzuholen, wo sie stehen - und eben nicht um die ultimativ richtige Wahrheit, aber das nur am Rande. Mir stieß der suggestive Subtext des Artikels sauer auf:
Ich bin immer wieder aufs Neue überrascht, auf welche tendenziöse Interpretation die Lehren Tenzin Gyatsos im Westen stoßen. Die "Weltanschauung" der Dzog Chen Religion lässt sich nun mal, im Gegensatz zu Slogans von Firmen wie Benetton, nicht auf wenige Worter reduzieren; versucht man das trotzdem, dann kommt so ein "gut gemeinter Stuss" raus wie im vorliegenden Artikel. Ja natürlich kann man jeden Aufruf zur friedlichen Koexistenz als "Billigung" (von was auch immer verstehen)... aber das wäre eine lange Diskussion. Eine Frage interessiert mich allerdings brennend nach der Lektüre dieses Artikels: was wäre denn nach Meinung des Autors die Alternative? Dass der Dalai Lama zur Gewalt gegen die chinesischen Besatzer auffordert? Und überall verkündet, dass friedliche Koexistenz eben doch keine Option sein, weil Menschen halt ab und an ein paar aufs Maul brauchen?
Einerseits sollte man sich im Zweifelsfall seine Meinung aus einem breitestmöglichen Querschnitt an Information bilden - andererseits stellen Web 2.0 Technologien das ideale Toolset zur Aggregation von Information dar. Das gilt auch im Shopping-Bereich - testfreaks.de bastelt aus diesen beiden Maximen eine Produkt-Plattform, die zu diversen digitalen Gadgets eine breite Palette an Tests, Kommentaren und Meinungen von sowohl Profis als auch Amateurusern aggregiert.
Egal ob neue Digitalkamera, Handywechsel oder Erstanschaffung eines Navigationssystems: ein Blick in die betreffende Kategorie präsentiert die beliebtesten Produkte inklusive FreakScore: dieser errechnet sich als Querschnittswertung aus allen Test-Infos, die einbezogen werden. Im Detail wird dabei zwischen "Expertenbewertungen" und "Userbewertungen" unterschieden: zu ersteren zählen alle Testberichte in Branchenmedien wie CNET und Co., zweitere stammen von den Nutzern der Seite. Um eine eigene Bewertung abzugeben, muss man sich registrieren - der betreffende Link erscheint als Floatover-Window erst beim Klick auf "Edit" - eigentlich eine recht elegante Lösung.

Für die Bearbeitung der Seite kommt eine Wiki-Software zum Einsatz - derzeit stehen allerdings noch nicht alle Funktionen zur Verfügung. Zukünftig werden User eigene Punktebewertungen abgeben können, Videorezensionen und Fotos hochladen sowie eigene Produkte einstellen.
Eine der Hauptstärken der Seite liegt in der internationalen Ausrichtung: Testfreaks besteht aus mehreren lokalisierten Länderpages, bei jedem Produkt kann man zwischen lokalisiertem Content - in diesem Fall deutschen Bewertungen - und allen Inhalten umschalten. An manchen Stellen tut sich dabei natürlich ein wenig babylonische Sprachverwirrung auf, ein großer Teil der Rezensionen steht allerdings ohnehin auf Englisch zur Verfügung.

Ich erwäge, demnächst ein technologisches Upgrade meine Bildspeichertechnologien vorzunehmen - ein Blick in die Kategorie Digitalkameras zeigt schnell die Vorteile der übersichtlichen Benutzeroberfläche: keine unnötigen Bells-and-Whistles, dafür alle relevanten Infos auf einen Blick. Auf der Produkt-Detailseite finden kaufwillige Interessenten einen von Shopping.com syndizierten Preisvergleich - was auch die Frage nach dem Finanzierungsmodell von testfreaks.de aufwirft. Denkbar sind mehrere Möglichkeiten: Affiliate-Prämien, Premium-Placements bzw. bezahlte Werbung kommen auf jeden Fall in Frage. Hintergrundinformationen zum Projekt liefert das (allerdings sehr sporadisch upgedatete) Testfreaks Blog.
Die Wiki-basierte Oberfläche finde ich äußerst gelungen und übersichtlich - noch leidet die deutschsprachige Version an recht wenigen Einträgen und fehlenden Funktionen, das dürfte sich aber in Kürze ändern: denn durch die Konzentration aufs Wesentliche bietet testfreaks.de dem binär-technologischen Nerd sozusagen aggregativen Mehrwert... jedenfalls eine der spannenderen Produkt-Info Plattformen, die mir bislang im Web 2.0 begegnet sind.
Dominik Schneider und Mathias Tanner haben mittlerweile Abschlussarbeit und Studium abgeschlossen, die Ergebnisse ihrer quantitativen Befragung stehen nach erfolgter Benotung ab sofort im Netz.
Zahlen und Thesen haben die beiden in einer Slideshare-Präsentation zusammengefasst, eine ausführliche Zusammenfassung gibt's als pdf-Download, die komplette Arbeit kann auf Anfrage direkt über die Autoren bezogen werden. Für mich als Corporate Blogging Berater sind die Ergebnisse hochspannend - wie etwa die primären Einflussfaktoren für die Glaubwürdigkeit:
Guter Inhalt, Quellentransparenz und eine Kommentarfunktion sind primäre Einflussfaktoren für die Glaubwürdigkeit eines Corporate Blogs. [...] Zu den Nutzungsmotiven für das Lesen von Firmen-Weblogs gehören v.a. die allgemeine Informationssuche sowie die Beobachtung einer Branche. [...] Solange die inhaltlichen und formalen Aspekte erfüllt sind, ist der Autor für die Glaubwürdigkeitszuschreibung aus Sicht der Rezipienten nur nebensächlich. Trotzdem machen mehrere Autoren einen Corporate Blog glaubwürdiger, weil durch mehre Autoren auch eine breitere Themenvielfalt erreicht wird.
Ebenfalls wenig verwunderlich: eine offene Kommentarfunktion wird vorausgesetzt, selbst wenn sie für viele "Lurker", also Leser, die selbst bloß passiv rezipieren und nicht mitdiskutieren, rein symbolischen Charakter besitzt:
Für die Zuschreibung von Glaubwürdigkeit eines Corporate Blog sind in erster Linie der Inhalt sowie die Quellentransparenz ausschlaggebend. Abgesehen davon sind es vor allem die formalen Aspekte, die aus Sicht der Rezipienten für die Glaubwürdigkeit eines Corporate Blogs wichtig sind. Eine offene Kommentarfunktion ist unerlässlich für einen glaubwürdigen Corporate Blog, weil sogar jene Rezipienten, die diese nur selten benutzen, eine offene Kommentarfunktion erwarten.
Ebenfalls völlig im Einklang mit meiner qualitativ-teilnehmenden Feldforschung stehen die Beobachtungen zur Motivation für die Nutzung von (corporate) Weblogs:
Noch vor der Suche nach Informationen über ein Unternehmen steht die Unterhaltungs-Motivation. Am wenigsten sind die Rezipienten an einem sozialen Austausch interessiert.
Dass Corporate Blogs auch der "guten" alten Opinion-Leader Theorie wieder Auftrieb geben (demokratisch ist das Web 2.0 eben doch nicht, wie unlängst völlig richtig in einem c't Editorial nachzulesen war), zeigte die Studie ebenfalls. Dieser Faktor mag aber durchaus mit der relativen Neuheit des Phänomens Bloggen zu tun haben: im deutschsprachigen Internet sind die professionellen Online-Tagebücher jedenfalls erst am Weg in die schöne bunte Mainstream-Medienwelt, aber noch keinesfalls dort angekommen:
Der Grad an Meinungsführerschaft unter den Rezipienten von Corporate Blogs ist sehr hoch. Ein hoher Anteil an kommunikationswilligen Opinion Leaders unter den Rezipienten sorgt aus eigenem Antrieb für eine weitere Diffusion der Nutzung sowie den Inhalten von Corporate Blogs. Außerdem nutzen die Opinion Leaders das Informationsangebot und die Kommentarfunktion überdurchschnittlich häufig und gehören selbst zu einem großen Teil zu den Bloggern.
Das Fazit der Autoren zeigt, dass für Corporate Blogs grosso modo relativ ähnliche Regeln gelten wie für den Erfolg "herkömmlicher" digitaler Logbücher:
Im Großen und Ganzen hat sich gezeigt, dass seitens der Rezipienten die Anforderungen an Corporate Blogs von denjenigen an herkömmliche Weblogs nur wenig abweichen. So bleibt ein Corporate Blog von der Charakteristik her ein Weblog. Ein glaubwürdiger Corporate Blog zeichnet sich vor allen durch die Beachtung der Regeln von herkömmlichem Weblogs aus. Dies bedeutet, dass die Regeln der Blogosphäre größtenteils auch in der Corporate Blogosphäre gelten.
Am erfreulichsten an der ganzen Sache ist allerdings, dass Dominik aufs Bloggen "reingekippt" ist und sich entschlossen hat, das Sinnmacherblog, ursprünglich als Diplomarbeits-Begleitung vorgesehen, auch weiterhin fortzuführen - dort gibt's immer wieder exzellente Tipps, den RSS-Feed hab ich längst abonniert.
Vor einigen Tagen war ich bei Ö1 im matrix-Studio zu Gast, um meine Replik auf Armins Facebook-Kolumne zu verlesen.
Der Text steht mittlerweile auch auf oe1.orf.at und stößt dort auf geteilte Unzustimmung - bin gespannt, ob und wie die Diskussion weitergeht. Jedenfalls tat ich mir ordentlich schwer damit, meine eigenen Zeilen zu lesen - freies Sprechen ist da schon wesentlich einfacher. A propos: gestern war ich wieder bei Paul und Radio uton live zu Gast, wir schnackten wieder eine Runde über Social Networks, Fluchtgeschwindigkeiten und Musikmythen, die Sendung gibt's demnächst hier zum Nachhören.
Hier die matrix-Aufzeichnung, die ich von Franz bekommen habe - die Einleitung und Armins Teil hab ich drin gelassen, sonst wär meine Audio-Antwort zu sehr aus dem Kontext gerissen. Kommentare hochwillkommen!
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
Aus klassischen Internet-Foren kennt man die sogenannte "Threaded Ansicht" von Kommentaren: mit Einrückung bzw. Rahmen werden dabei direkte Antworten gekennzeichnet. Auf Blogs dagegen ist der "flat view" üblich, das heißt, alle Kommentare stehen untereinander ohne visuelle Kennzeichnung der verschiedenen "Ebenen". Mittels eines unfassbar leicht zu installierenden Plugins lässt sich das ändern.
Blogartikel, die viele Backlinks haben und in Google gut indiziert sind, werden häufig über einen langen Zeitraum aufgerufen. Will ein User auf einen früheren Kommentar antworten, so verwendet er in der Regel @Username, um sich auf den betreffenden Eintrag zu beziehen. Eleganter geht's mit Wordpress Thread Comment Plugin. Nicht abschrecken lassen von den asiatischen Schriftzeichen - aktivieren, Optionen einstellen und das war's. Etwas mehr Beschreibung gibt's im offiziellen Plugin-Repository, hier der direkte Download-Link.
Die Übersetzung wurde mit heißen Nadeln gestrickt, das macht aber nix: einfach entzippen, den Ordner ins Plugin-Verzeichnis hochladen und anschließend in den Optionen die gewünschten Einstellungen vornehmen. Wesentlich dabei ist die Thread Comment Depth: hier bestimmt man, wie viele Ebenen erlaubt sind, stellt also die Thread-Tiefe ein. Die Voreinstellung "3" hat sich bei mir übrigens als recht praktikabel erwiesen.
Ebenfalls relevant: die HTML- und CSS-Codes für die eingerückten Kommentare: hier lassen sich Borders, Einrückungen etc. frei verwenden, dabei kann sogar php-Code zum Einsatz kommen. Benachrichtigungsfunktionen via E-Mail integrierte der Autor ebenfalls - sinnigerweise lässt sich hier einstellen, ob eine Mail bei jeder oder nur bei direkten Antworten auf den eigenen Beitrag gesendet werden soll.
Frontend-seitig blendet das Plugin unter jedem Kommentar einen Link mit dem Namen "reply this comment" (wie gesagt - die Übersetzung ist verbesserungsbedürftig) ein, nach dem Mausklick erscheint das - via Zauberei Ajax dynamisch an der richtigen Stelle eingeblendet - Kommentarformular. Nach dem Absenden erscheint der Kommentar, so formatiert wie in den Optionen eingestellt, als direkte Antwort auf den Beitrag, dessen "direkt antworten" Link angeklickt wurde. Ist viel einfacher als es klingt... hier sieht man das Plugin am Werk.
Den Text-String "reply this comment" kann man nicht über die Optionen-Seite ändern. Wer hier ersatzweise "direkt antworten" oder ähnliches einfügen möchte, editiert die Datei wp-thread-comment.php und sucht nach dem String reply this comment, der bei der aktuellen Version in Zeile 369 zu finden ist. Diesen String ersetzt man durch die gewünschte Formulierung; hier können auch HTML-Tags zum Einsatz kommen, z.B. "small".
Ebenfalls relevant: wird das Plugin irgendwann mal aktiviert bzw. entfernt, werden keinerlei Kommentare zerschossen. Die Beiträge stehen dann einfach wieder in linearer zeitlicher Abfolge genau so da, wie vor der Installation.
Fazit: als alter Forenleser weiß ich die Vorteile der "threaded" Kommentaransicht (meines Wissens gibt's da keinen adäquaten deutschsprachigen Begriff dafür) sehr zu schätzen; es gibt andere Plugins, die jedoch sehr viel Herumpfriemeln im Template-Code erfordern, während Wordpress Thread Comment den gestressten Blogger mit One-Click Komfort erfreut. Herzlichen Dank den Autor für die tolle Arbeit!
...dann macht's auch nix. Heute morgen fand ich in meinem Briefkästlein - im richtigen, nicht in der virtuellen Box - den Bezirksnewsfolder der Wirtschaftskammer Wien für die Bezirke 2, 19, 20, 21 und 22. Gleich im Editorial begegnete mir der erste Satz mit Skepsis, ich dagegen empfing ihn mit offenen Armen, denn dort stand und steht: Sehr geehrte Unternehmerin, sehr geehrte Unternehmer, wissen ist Macht.
Ich kannte in diesem Spruch bislang bloß das objektifizierte Wissen, das mit dem großen Weh. Der paradigmatische Switch zur transitiven Variante könnte nun möglicherweise ein Erstarken des foersterianischen Flügel des WKO implizieren: kein wissen ohne Wissenden, sozusagen. Die ontologische Gleichsetzung eines performativen Knowledge-Concepts mit einem monolithischen Block irritiert den Leser und rüttelt ihn wach. Danke dafür!
Neben zahlreichen Kursen zur SEO- und Mobility-Optimierung fand ich das zweite Highlight im Gastkommentar von DDr. Herbert Pribyl. Unter dem Titel Zahlt sich Ethik aus? wird folgendermaßen argumentiert:
Von manchen wird die Meinung vertreten, dass die Rücksichtnahme auf die sozialen Belange von Kunden und Mitarbeitern sowie auf die Umwelt nur zusätzliche Kosten verursache. Verschiedene Untersuchungen haben aber gezeigt, dass sich ethisch richtiges Handeln auch rechnen kann.
Thank God! Ich hatte schon befürchtet, dass ich zur Einnahmenmaximierung datenschmutz auf unethisch-unrichtiges Handeln umstellen müsse...
Zeit für die wöchentliche Blogvorstellung - wenn man sich die Mikro-Publishing Szene in der Schweiz näher ansieht, dann könnte man als Österreicher (und Deutscher) ob der Themenvielfalt und der hohen journalistischen Qualität der diversen Fachmedien sowieso neidisch werden: oder sich freuen, dass dieselben Felder hierzulande bislang eher unbeackert blieben. Keineswegs an IT.Geek.Nerds richtet sich Thinkabout.ch: XYs Blog sammelt elegant formulierte Gedanken - von unbeschwert bis gravitätisch und stets ausgesprochen lesenswert.
Die Denkerei sei der wildeste aller Affen, hat mal jemand behauptet. Buddhisten, speziell die tibetischen, widersprächen dieser Aussage vermutlich nicht, zumal in der Dzog Chen Literatur das Hirnkasterl auch gerne mit einem unruhigen animalischen Baumkletterer verglichen wird. Der wiederum sei aber ohnehin unser nächster Verwandter, erklären die Vertreter der "wissenschaftlichen" Evolutionstheorie und streiten sich in Ami-Land ausgesprochen öffentlich darüber, welcher Mythos sich für die Schulkinder als alltagstauglicher erweist... aber egal, ob wir geschöpft wurden von einem mehreren Göttern oder doch bloß die chemischen Parameter in der Ursuppe sich als günstig erwiesen für die Entstehung von ein paar Kohlenwasserstöffchen: um sich über derlei Theorien auszutauschen (oder die eigenen Überzeugung semi-dauerhaft in die mittlerweile durchs Internet echtzeitlich verbundene Welt) hinauszuposaunen, bedienen sich Menschen mangels telepathischer Fähigkeiten in der Regel der Sprache - die eine gewandter, der andere weniger.
Wer sich kompetent und berufen fühlt zum Schönreden, darf als gerngesehener Geistschreiber für Politiker-Reden auf ein anständiges Einkommen hoffen, eine Autorenkarriere anstreben oder aber der Werbeindustrie den nächsten unvergesslichen Slogan abliefern. Wer dagegen rein aus intrinsischer Motivation was zu sagen hat, muss nicht mehr auf die Gnade ehrenamtlicher Chefredakteure ambitionierter Literaturzeitungen hoffen, sondern hat wahlweise auch die Option, sein eigenes Blog zu schreiben. Glücklicherweise hat sich der Autor der vorzustellenden Publikation für letztere Möglichkeit entschieden - er präsentiert der geneingten Leserschaft täglich so lesenswerte Miniaturen wie:
Die Kraft der Gedanken ist unerforscht. Die Macht der Worte auch. Wir sollten sie stets mit Sorgfalt wählen und nicht gering achten, selbst wenn wir damit gegen physische Gewalt angehen müssten.
Thinkabout führt auch auf twoday in Blog namens Schreibmut auf twoday, das den Untertitel "10min NUR für die rechte Gehirnhälfte" (War das schnell nochmal die rationale oder die kreative nach Irrmeinung der Kognitionsforscher?) trägt:
Die Vermutung hat keine Frage gestellt und doch schon eine Antwort geliefert. Damit fühlt sie sich nicht richtig wohl, und so ist es meist so, dass, wenn sie ausgesprochen wird, darin auch die Frage liegt.
Thinkabout.ch gehört zu vergleichsweise wenigen anonymen, gut besuchten Blogs - den Grund für den Verzicht auf die reale Identität erklärt der Schweizer Blogger auf für mich sehr nachvollziehbare Weise:
Meine Texte sind gelegentlich durchaus sehr privat. Intim vielleicht sogar. Das Pseudonym gibt mir eine Art Schutz, ein wenig Distanz zumindest, und es fördert damit die Ehrlichkeit mir selbst gegenüber sehr viel mehr, als es sie behindern würde.
Wer selber bloggt (groß, klein, jung, alt, unverzichtbares IT-Knowledge, Katzenblog, deutsch oder englisch - egal!) und Lust drauf hat, hier vorgestellt zu werden, hinterlässt einen Kommentar oder droppt mir, wie die Hip Hopper sagen, eine Message. Blogs, die ich nach - selbstverständlich rein subjektiven - Kriterien spannend und anregend finde, tauchen dann früher oder später an dieser Stelle auf.
Nachdem ich mich letztens über ein Plakat mit unglücklich gewähltem Slogan mockiert habe, darf ich mich erneut über eine auf den ersten Blick gelungene Aktion wundern: Marie Ringler und Peter Pilz haben getreu dem Motto Überwacht den Überwacher! Platterwatch ins Leben gerufen.
Ein Innenminister, der gerne *alles* über seine BürgerInnen wissen möchte (siehe Eselsohr "Nein zu Metternich 2.0" rechts oben), muss einfach etwas zu verbergen haben, so die Kernidee. Also wird der Überwacher überwacht, und das scheint ihm nicht besonders zu schmecken:
Heute war das Platterwatch Team wieder im Einsatz. Der Innenminister hat den Schlepperbericht 2007 präsentiert. Wir wollten ihn beobachten. 10 Mann und Frau hoch, in unseren schönen neongrünen Platterwatch Jacken. Und natürlich mit Kamera, Handycam und Co. Wer sich versteckte war allerdings der Innenminister. Offenbar ist ihm die Aktion gar nicht recht, denn wir durften nicht in den Pressekonferenzsaal und als er dann von Journalisten bei der Pressekonferenz nach Platterwatch gefragt wurde, blieb er wortkarg: "Kein Kommentar".
Die "Videoüberwachung" wird auf der youtube-Gruppe Platterwatch genau dokumentiert - und da kommen dann solche rührenden Szenen raus wie in diesem Kurzfilm:
(Ich war noch *nie* auf einer PK, wo irgendjemand eine Ausweis sehen wollte. Aber ich geh ja auch nie zu Minister-PKs.)
Niemand wird ernsthaft annehmen, dass "fighting fire with fire" einen gangbaren Weg darstellt - ich sehe die Platterwatch in der von mir geschätzten Traditionslinie des grünen Aktionismus. (Auhirsch!) Manche mögen sowas kindisch finden, wie aus den Kommentaren auf Maries Blog auch deutlich hervorgeht. (Aber wer weiß: wenn die NL-ÖVP eine kompetente Online-Marketingagentur hat, dann wird sie ja sicherlich so schlau sein, Poster zu bezahlen.). Ich persönliche denke, dass es momentan in .at beim Thema Überwachung noch gar nicht um Meinungsbildung, sondern um das Erzeugen von Awareness geht, denn die ist auf breiter Basis beim einfach nicht vorhanden: und dazu ist Pete heute klar gemacht hat, macht eine derartige Vereinnahmung von Themen durch eine Partei jegliches Entstehen einer zivilgesellschaftlichen Opposition so gut wie unmöglich. Ein gutes Beispiel dafür ist die Metternich 2.0 Online-Demo, die hier am Blog geschalten ist (das Eselsohr in der rechten oberen Ecke). Die Petition ist ja schön und gut, allerdings führt sich die behauptete Überparteilichkeit selbst ad absurdum, wenn die anschließende Bestätigungsmail von einer E-Mail der Domain @diegruenen.at kommt.
Nun kann man also zurecht die Fragen stellen, wieso eine Minderheitenpartei, die ja im Parlament sitzt um die mythenumwobene "Kontrollfunktion" auszuüben, nicht in erster Linie parlamentarische Maßnahmen einsetzt, auf einem Untersuchungsausschuß besteht, Gebrauch macht von den gar nicht mal sooo üblen Minderheitenrechten des österreichischen Parlaments, so Pete's Meinung. Ich bin mir da unschlüssig: einerseits schlägt mein Herz für aktionistische Aktionen, andererseits würde man sich in der Tat mehr parlamentarische Action wünschen - so machtlos, wie die Platterwatch die Grünen darstellt, sind sie nämlich laut Verfassung keineswegs.
Im neuen Jahr bislang schändlich vernachlässigt hab ich die Blogvorstellungen; aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, allerdings gibt's ein paar kleinere Änderungen: es wird jeweils nur ein Blog vorgestellt, dafür allerdings wöchentlich und zwar jeweils am Donnerstag. Alle vorgestellten Blogs werden zusätzlich ins datenschmutz Linkverzeichnis aufgenommen, dem eine kleine Generalsanierung ins Haus steht. Den Anfang macht anno domini 2008 niemand geringerer als der Wirbelwebber.
Der Wirbelwebber ist zwar stolzer Besitzer eines durchwegs bayrisch anmutenden Schnurrbartes, wohnhaft ist der Autor, der am 22.11.2010 seinen 50. Geburtstag feiern wird, allerdings in der Nähe von Kölle. Wirbelwebbers Themenspektrum macht den Termini "bunt gemischt" alle Ehre: vom rotbunten Husumer Protestschwein bis zum Radar-Encounter reicht das Themenspektrum - der Autor gewinnt dabei selbst trivialen Themen durch seine originelle Schreibweise äußerst unterhaltsame Aspekte ab. Heißer Tipp für ein bisschen Entspannung zwischen all den Web 2.0 Expertenartikeln - von denen kommt übrigens auch keiner auf so stylishem Jeans-Hintergrund daher.
Bitte vortreten! Die Liste der vorzustellenden Blogs hat zwar inzwischen bereits beträchtliche Länge erreicht, allerdings gibt's ja in diesem Jahr ja noch 50 Gelegenheiten. Potentielle InteresstInnen hinterlassen also wie gehabt einfach einen Kommentar mit der URL des vorzustellenden Blogs.
| 16. Januar 2008 | bis | 27. Januar 2008 |
Die erste datenschmutz CD-Verlosung im neuen Jahr bietet ein besonders Schmankerl für undogmatische Jazzfreunde. Der österreichische Gitarrist Wolfgang Muthspiel nahm sein aktuelles Album "Glow" gemeinsam mit dem in Frankreich lebenden Sänger (und Oud-Spieler) Dhafer Youssef auf. Dank Release haben datenschmutz LeserInnen die Möglichkeiten, zwei Stück des grandiosen Longplayers zu gewinnen.
Mit einem herkömmlichen Studioprojekt hat "Glow" wenig gemeinsam: Improvisation und zahlreiche Feedbackschleifen produzierten ein organisches Hörerlebnis, bei dem weder Youssefs Oud noch Muthspiels Gitarre im Vordergrund stehen - die beiden Musiker scheinen sich zu umkreisen, anzunähern und elegant mit Antagonismen zu spielen, wie Wolfgang Muthspiel bestätigt: "Wir kommen zwar kulturell aus verschiedenen Ecken, doch dieser Unterschied ist gar nicht so gravierend. Aber unser Ausdruck ist ganz anders. Ich liebe es, mit Dhafers Ausdruck zu musizieren. Dadurch, dass wir nicht im herkömmlichen Sinne Noten spielen, die irgendjemand aufgeschrieben hat - in dem ganzen Projekt kam kein einziges Notenblatt vor - geht alles über Hören, Probieren, Geglücktes Konservieren und Finden. Das ist das Gegenteil davon, ein fertiges Konzept umzusetzen."
Crossover ist ein vorbelasteter Begriff, Jazzpuristen werden sich möglicherweise mit dem vielschichtigen Amalgam an alten und neuen musikalischen Traditionen schwer tun, das in Form von 10 Songs präsentiert wird. Wolfgang Kampmann schreibt über "Glow":
Die beiden Musiker verbindet nicht nur eine lange gemeinsame Vita, sondern auch eine sehr ähnliche musikalische Haltung. Beide haben die musikalischen Traditionen ihres Heimatlandes verinnerlicht, sich auf eine weite Reise durch die Gefilde des Jazz und vieler verwandter Musikrichtungen begeben, um in einer Musik anzukommen, die sich von allen äußeren Vorgaben, Kategorien oder merkantilen Formaten freimacht. Genau an diesem Punkt treffen Muthspiel und Youssef wieder aufeinander und formulieren ihr gemeinsames Statement Glow.
Dem ist wenig hinzuzufügen - außer, dass Hören in dem Fall eindeutig über Lesen geht. Wer also eines der beiden Alben gewinnen möchte, folgt dem üblichen Procedere und hinterlässt einen Kommentar zu diesem Beitrag, die GewinnerInnen bestimmt KönigIn Zufall.
Extra Super Special Bonus: Wer selbst ein Blog schreibt und dort das Gewinnspielt ankündigt und verlinkt, bekommt in zweites Los für die Ziehung und verdoppelt damit seine Gewinnchance. Ein weiteres Bonuschance gibt's für alle, die sich auf der datenschmutz Facebook Page als Fan outen dieses Blogs outen (bitte im Kommentar angeben!).
Das Gewinnspiel endet am 27. Jänner 2008. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen, die Preise können nicht in bar abgelöst werden und wie immer kann die Gewinnverständigung nur dann erfolgen, wenn eine gültige E-Mailadresse angegeben wird. Im Übrigen gelten die Standard Teilnahmebedingungen für datenschmutz Gewinnspiele.