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	<title>datenschmutz &#187; Kopierschutz</title>
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		<title>Blogistan Panoptikum KW13 2009</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Mar 2009 19:45:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Stunde weniger schlafen und noch immer kein Frühling: irgendwie war das kein guter Deal an diesem Wochenende. Doch trotz des schlechten Wetters verharrt die Blogosphäre regungslos in hektischer Aufbruchsstimmung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2009/03/termi.jpg" alt="termi Blogistan Panoptikum KW13 2009" title="termi" width="250" height="135" class="alignnone size-full wp-image-3363" />Tim Berners-Lee beginnt zu forschen, <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/playfm/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with play.fm">Play.fm</a> beginnt Geld zu verdienen, Webmaster beginnen damit, Personensuchmaschinen auszusperren. Oh Hebdomada, oh mores! Tja, der Frühlingsbeginn stiehlt uns allen eben nicht nur auf grausame Weise jene Woche Schlaf, die uns der Herbstbeginn so großzügig überließ — es wird auch auf magische Weise plötzlich früher hell und alle beginnen sofort damit, anzufangen. Nur ich fühle mich ein momentan eher entspannt als in Start-Up Laune — das könnte aber natürlich auch am ausklingenden Sonntag liegen. Also lassen Sie uns nicht länger zögern, kopfüber ins kalte Wasser des <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/blogistan/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with blogistan">Blogistan</a>–Panoptikums zu springen!</p>
<div class="toc">
<ol>
<li><a href="http://blog.datenschmutz.net/2009-03/blogistan-panoptikum-kw13-2009/#toc-personensuchmaschinen-aussperren" class="liinternal">Personensuchmaschinen aussperren</a></li>
<li><a href="http://blog.datenschmutz.net/2009-03/blogistan-panoptikum-kw13-2009/#toc-tim-bemerkt-forschungsnotwendigkeit" class="liinternal">Tim bemerkt Forschungsnotwendigkeit</a></li>
<li><a href="http://blog.datenschmutz.net/2009-03/blogistan-panoptikum-kw13-2009/#toc-play-fm-wird-wirtschaftlich" class="liinternal">Play.fm wird wirtschaftlich</a></li>
<li><a href="http://blog.datenschmutz.net/2009-03/blogistan-panoptikum-kw13-2009/#toc-attac-kopiert-die-zeit" class="liinternal">Attac kopiert die Zeit</a></li>
<li><a href="http://blog.datenschmutz.net/2009-03/blogistan-panoptikum-kw13-2009/#toc-ruhig-mal-wen-empfehlen" class="liinternal">Ruhig mal wen empfehlen</a></li>
<li><a href="http://blog.datenschmutz.net/2009-03/blogistan-panoptikum-kw13-2009/#toc-zeit-fr-den-frhjahrs-blogputz" class="liinternal">Zeit für den Frühjahrs-Blogputz!</a></li>
<li><a href="http://blog.datenschmutz.net/2009-03/blogistan-panoptikum-kw13-2009/#toc-seo-news-der-woche" class="liinternal">SEO-News der Woche</a>
<ol>
<li><a href="http://blog.datenschmutz.net/2009-03/blogistan-panoptikum-kw13-2009/#toc-baynado-ruft-an" class="liinternal">Baynado ruft an</a></li>
<li><a href="http://blog.datenschmutz.net/2009-03/blogistan-panoptikum-kw13-2009/#toc-link-tracking-in-e-mail-newslettern" class="liinternal">Link Tracking in E-Mail Newslettern</a></li>
</ol>
</li>
<li><a href="http://blog.datenschmutz.net/2009-03/blogistan-panoptikum-kw13-2009/#toc-video-der-woche" class="liinternal">Video der Woche</a></li>
</ol>
</div>
<h2 id="toc-personensuchmaschinen-aussperren">Personensuchmaschinen aussperren</h2>
<p>Die gute alte htaccess-Datei hält im Fall der Fälle nicht bloß den braven Google-Bot von Verzeichnissen fern, die er nicht indexieren soll, sondern wehrt auch ungeliebte Personensuchmaschinen ab. <a href="http://korsti.de/blog/2009-03-29/besucher-von-personenbezogenen-suchmaschinen-ausschliessen/" class="liexternal">Korsti</a> beschreibt, wie’s geht:</p>
<blockquote><p>Klar, wer nicht will, dass die und die Daten im Internet zu finden sind, sollte sie auch nicht veröffentlichen. Trotzdem sind 123people, yasni &amp; Co. lästig. Wenigstens über die eigene Website kann man ein wenig Kontrolle bekommen, und von personenbezogenen Suchmaschinen kommende Besucher aussperren oder umleiten.</p></blockquote>
<p>Korsti schickt die Bots übrigens auf <a href="http://korsti.de/noway/" class="liexternal">diese Seite</a> — ich teile seine großen Ressentiments gegenüber Personensuchmaschinen nicht. Die mögen zwar lästig wirken, sind aber im Endeffekt nur ein weiterer Spam-Katalog mit so vielen Fehl-Zuordnungen, dass eh kein Mensch ernst nimmt, was da drin steht: sozusagen eine Art Google-Personensuche für Arme.</p>
<h2 id="toc-tim-bemerkt-forschungsnotwendigkeit">Tim bemerkt Forschungsnotwendigkeit</h2>
<p>Tim Berners-Lee ist draufgekommen, dass man das Web ganz schön komplex geworden ist und man endlich damit beginnen sollte, es im Rahmen einer dedizierten Disziplin erforschen sollte — die hat er gemeinsam mit Kollegen gegründet und Web Science genannt. Das ist der <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1503602/" rel="nofollow" class="liexternal">Futurezone</a> einen großartigen Beitrag mit unglaublich fundierten Background-Infos wert:</p>
<blockquote><p>Das Web ist ein unglaublich komplexes Gebilde und im Prinzip sehr robust. Wenn die wichtigsten Websites, auf die viele andere Sites verlinken, jedoch plötzlich abgeschnitten würden, könnte es zusammenbrechen oder zumindest nicht mehr richtig funktionieren. Es könnte aber auch von gesetzlichen Regulierungen, von wirtschaftlichen Interessen oder anderen Entwicklungen fragmentiert und bedroht werden.</p></blockquote>
<p>Wow — man stelle sich nur vor, China würde plötzlich <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/datenverkehr/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Datenverkehr">Datenverkehr</a> filtern. Oder Deutschland DSL-Nutzer bespitzeln. Gut, dass Berners-Lee rechtzeitig das Superhelden-Team zur Rettung gerufen hat!</p>
<h2 id="toc-play-fm-wird-wirtschaftlich">Play.fm wird wirtschaftlich</h2>
<p>Barbara Wimmer aka Shroombab hat Play.fm Geschäftsführer Georg Hitzenberger zu den weiteren Plänen nach dem Relaunch <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1503262/" rel="nofollow" class="liexternal">befragt</a> und ein paar interessante Antworten zu Monetarisierungsideen nach Departure erhalten:</p>
<blockquote><p>Mit neuen Ideen, einem starken Fokus auf Web-2.0-Anwendungen und einer strategischen Umsetzung der gesetzten Ziele will das Projekt den Sprung von einem nichtkommerziellen Verein zu einem gewinnbringenden Unternehmen schaffen. Die Ende 2007 erlangte, rund 178.000 Euro umfassende Fördersumme der städtischen Wiener Kreativagentur departure ist für das fünfköpfige Kernteam von Play.fm wichtig. Das Geld macht rund 57 Prozent des auf zwei Jahre geplanten Gesamtbudgets aus. Spätestens mit Jahresende wird es aufgebraucht sein.</p></blockquote>
<p>Play.fm will jedenfalls vom Wiener Nischen-Angebot zum Global Player werden — und ich sehe da recht realistische Chancen für den Metashop, den (Hobby)DJs geben im Gegensatz zum Mainstream-Publikum durchaus Geld für einzelne Tracks aus:</p>
<blockquote><p>Das neu eingeführte Metashop-System bringt Nutzer, sofern sie sich für ein in einer Tracklist aufscheinendes Musikstück interessieren, direkt zu einer Auswahl an Shops, die dieses Stück in ihrem Online-Store als MP3 oder WAV-Audiofile anbieten — ohne <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/kopierschutz/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kopierschutz">Kopierschutz</a>. Derzeit sind Kooperationen mit vier Shops und Dienstleistern abgeschlossen: Discogs, SoulSeduction, DJTunes und Finetunes.</p></blockquote>
<h2 id="toc-attac-kopiert-die-zeit">Attac kopiert die Zeit</h2>
<p><a href="http://www.die-zeit.net/" class="liexternal">Die-Zeit.net</a> ist natürlich gar nicht die echte Zeit, wie die echte Zeit einem echten <a href="http://blog.zeit.de/zeitansage/2009/03/21/attac-kopiert-zeit-online-und-die-zeit_160" class="liexternal">Zeit-Blog</a> berichtet. Aber was ist im Zeitalter der Bits und Bytes schon noch täuschen echt?</p>
<blockquote><p>Die globalisierungskritische Organisation Attac hat eine täuschend ähnliche Kopie von ZEIT ONLINE und DIE ZEIT erstellt, um auf sich aufmerksam zu machen. An diesem Wochenende will Attac 150.000 Exemplare der gefälschten Wochenzeitung in deutschen Städten verteilen. Am Montag wird das Plagiat auch der Zeitung “taz” beiliegen.</p></blockquote>
<p>Die echte Zeit bleibt dagegen echt cool und lässt keine juristischen Schritte folgen. Was für journalistische Grandezza, also echt!</p>
<h2 id="toc-ruhig-mal-wen-empfehlen">Ruhig mal wen empfehlen</h2>
<p>Mit <a href="http://www.twibes.com/" class="liexternal">Twibes</a> geht ein recht neuer Twitter-Durchlauferhitzer an den Start, der User ermuntert, Empfehlungen rauszuschicken. Mindesten zehn Fellow Tweepers gilt es auszuwählen, aus den Gesamtdaten erstellt Twibes ein (nicht gecachtes) Ranking. Mir persönlich gefällt <a href="http://mrtweet.com" class="liexternal">Mr. Tweet</a> zwar besser, aber ein wenig Follow-Love kann bekanntlich nie schaden.</p>
<h2 id="toc-zeit-fr-den-frhjahrs-blogputz">Zeit für den Frühjahrs-Blogputz!</h2>
<p>Der ist zum Glück kürzer und schmerzloser als das Real-World Äquivalent, aber wer sein Blog nicht ohnehin regelmäßig sicher und updatet, sollte sich diese <a href="http://www.wordpreneur.com/2009/03/blog-spring-cleaning-tips-and-tools-part-1/" class="liexternal">Tipps auf WordPreneur</a> zu Herzen nehmen. </p>
<blockquote><p>If you publish a blog, it’s a good time to do some basic blog spring cleaning. Good thing is that it should be a lot easier (and a whole lot less filthier) than that annual top-to-bottom house cleaning thing that many of us winter climate survivors have ritualized.</p></blockquote>
<p>Ach ja: das Checking der Broken Links kann bei umfangreichen Blogs ganz schön mühsam werden…</p>
<h2 id="toc-seo-news-der-woche">SEO-News der Woche</h2>
<p>Der SEO-Evangelist hat die <a href="http://seo-evangelist.de/aktuelles/nofollow-links-bringen-doch-was-oder-nicht.htm" class="liexternal">nofollow-Sache</a> ein für allemal geklärt (oder war da doch was mit der Wikipedia? :mrgreen:), <a href="http://www.seo-united.de/blog/shortcuts/karte-fuer-die-smx-zu-gewinnen.htm" class="liexternal">SEO-United</a> verlost 1 Karte für die SMX und im SEO-Handbuch wird über die Nützlichkeit von <a href="http://www.seo-handbuch.de/suchmaschinen-suchmaschinenoptimierung/sind-die-neuen-tel-domains-doch-fuer-seo-geeignet" class="liexternal">Tel-Domains</a> spekuliert.</p>
<h3 id="toc-baynado-ruft-an">Baynado ruft an</h3>
<p>Die aktuelle Ausgabe von der SM.Show (es handelt sich um die numinöse #13) finde ich inhaltlich und musikalisch sehr gelungen — Moderator Baynado spricht in <a href="http://www.radio4seo.de/webwelt-dies-und-das" class="liexternal">Webwelt — Dies und Das</a> unter anderem über StudiVZ, die unbeliebteste Web–<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/community/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Community">Community</a>, das SEO-Meter, Automagic und einige Themen mehr. Hat alles toll geklappt, nur mit den vormittäglichen Anrufen bei SEOs war’s uhrzeittechnisch etwas schwierig <img src='http://blog.datenschmutz.net/wp-content/plugins/smilies-themer/datadirtblue2/frog6.gif' alt="frog6 Blogistan Panoptikum KW13 2009" class='wp-smiley' title="Blogistan Panoptikum KW13 2009" /> Unbedingt anhören!</p>
<h3 id="toc-link-tracking-in-e-mail-newslettern">Link Tracking in E-Mail Newslettern</h3>
<p>Julia von G-Lock Software hat einen interessanten <a href="http://www.glockeasymail.com/tracking-links-reduce-click-rate/" class="liexternal">Split-Test</a> durchgeführt um herauszufinden, ob die Form eines Links in Newslettern (Tracking Link, verlinktes Keyword, komplette Domain) eine Auswirkung auf die Klickrate hat. Ihr Fazit fällt sehr eindeutig aus:</p>
<blockquote><p>The way you show the URLs in the email does matter and has impact on the click-through rate. People are more willing to click on clear and trustworthy links. A generic domain and a combination of generic characters are not the things that instill trust. They may be confusing for many people so they do not dare to click.</p></blockquote>
<h2 id="toc-video-der-woche">Video der Woche</h2>
<p>Warum kommen die Terminator-Killermaschinen aus der Zukunft eigentlich immer nackt bei uns an? College Humor ging dieser alles entscheidenden Frage nach und stieß auf verblüffende Antworten [via <a href="http://laughingsquid.com/the-real-reason-terminators-are-sent-back-in-time-naked/" class="liexternal">LaugingSquid</a>]:</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.collegehumor.com/moogaloop/moogaloop.swf?clip_id=1902124&#038;fullscreen=1" width="520" height="293" ><param name="allowfullscreen" value="true"/><param name="wmode" value="transparent"/><param name="AllowScriptAccess" value="true"/><param name="movie" quality="best" value="http://www.collegehumor.com/moogaloop/moogaloop.swf?clip_id=1902124&#038;fullscreen=1"/><embed src="http://www.collegehumor.com/moogaloop/moogaloop.swf?clip_id=1902124&#038;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent"  width="640" height="360"  allowScriptAccess="always"></embed></object></p>
<p>Und damit geht diese Woche auch schon wieder zu Ende — die Hoffnung, dass sich der Frühling von der Zeitumstellung doch noch erweichen lässt, bleibt uns. Und falls nicht, dann sind zumindest die <a href="http://www.panoramablick.com/index.php?nav_id=1869&#038;kat_id=1872&#038;cam_id=1491&#038;lang=&#038;action=showkat" class="liexternal">Karibik-Webcams</a> nur ein paar Klicks entfernt! Angenehmen Restsonntag, wir lesen uns morgen.</p>
<div style="padding:6px;border:2px dotted #ffffff;background-color:#4a748a;"><a href="http://blog.datenschmutz.net/kontakt/panoptikum/" class="liimagelink"><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2008/10/icon-input.png" alt="icon input Blogistan Panoptikum KW13 2009" title="icon-input" width="90" height="90" style="float:left;margin-top:5px;margin-right:15px;" /></a><span style="color:white;">Haben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?<br />Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?<br />
<strong>Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick — für jeden Eintrag gibt’s auf Wunsch einen Backlink!</strong> Hier geht’s zum <a href="http://blog.datenschmutz.net/kontakt/panoptikum/" style="color:orange;text-decoration:underline;" class="liinternal">Einreich-Formular</a>.</span></div>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
Wenn Sie diese Meldung auf einer Homepage sehen, wurde der betreffende Beitrag widerrechtlich und ohne die Zustimmung des Autors veröffentlicht.<br /><em>Digitaler Fingerabdruck / digital Fingerprint: c1d7d6ed6691c7c25dbb043c9a689294</em></small>]]></content:encoded>
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		<title>Naughty America launcht Porno-iTunes</title>
		<link>http://blog.datenschmutz.net/2008-10/naughty-america-launcht-porno-itunes/</link>
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		<pubDate>Thu, 09 Oct 2008 08:01:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Naughty America launcht dieser Tage einen auf Adobe Air basierenden Downloadshop, der wohl so etwas eine Art iTunes für Pornofilmen respektive einzelne Szenen darstellt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2008/10/naughtyam-1223508383.jpg" alt="naughtyam 1223508383 Naughty America launcht Porno iTunes " title="naughtyam" width="250" height="109" style="float:left;margin-top:5px;margin-right:15px;border:1px solid gray;" />Wie Jason Kincaid auf TechCrunch gestern <a href="http://www.techcrunch.com/2008/10/08/come-and-get-it-naughty-america-is-building-an-itunes-for-porn/" class="liexternal">berichtete</a>, arbeitet das amerikanische <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/porno/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Porno">Porno</a>–Label Naughty America mit Hochdruck an einem auf Adobe Air basierenden <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/shop/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Shop">Shop</a>, der sehr stark an Apples beliebten Musikstore erinnert. Allerdings werden hier keine verschlungenen Noten, sondern verschlungene Körper runtergeladen, und zwar für $1.99 pro Szene.</p>
<p>Praktischerweise kommen die Schweinereien für unterwegs gleich in iPod und <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/iphone/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with iPhone">iPhone</a> kompatiblen Formaten daher und verzichten auf <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/kopierschutz/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kopierschutz">Kopierschutz</a>. Eine Registrierung ist angeblich nicht erforderlich, wie das mit allfälligen Jugendschutzbestimmungen im Einklang steht, ist eine andere Frage. Der TechCrunch-Editor zeigt sich auf den ersten Blick durchaus angetan vom Angebot:</p>
<blockquote><p>Naughty America Express doesn’t have the recurring fees of a subscription, and while it may cost a couple of dollars, it isn’t riddled with the advertisements and popups that plague free sites (or so I’m told).</p></blockquote>
<p>Die diversen freizügigen Inhalte werden von verschiedenen “Special Interest” Communities, die Naughty America im Web betreibt, aggregiert. Diese Seiten tragen übrigens so großartige Namen wie “Naughty Bookworms” (<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/bildung/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Bildung">Bildung</a> kommt also nicht zu kurz) oder “Diary of a Nanny” (Die ganze Wahrheit über nicht allein erziehende Mütter) — da kommen sofort Erinnerungen an die legendäre Szene aus “Clerks” auf, bei der Randall am Telefon eine lange Liste von Porno-Filmtiteln aufzählt. Derzeit befindet sich <strong>Naughty America Direct</strong> in der privaten Beta-Phase, mit dem Code <strong>TechCrunch</strong> kann man sich <a href="http://www.nadirect.com/" class="liexternal">hier</a> eine Einladung holen. Abogebühren entstehen keine, das <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/business/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Business">Business</a> Modell beruht einzig und allein auf “Pay-per–<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/download/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Download">Download</a>”: in dieser Form tatsächlich eine Novität im Online-Rotlichtviertel (habe ich von Leuten gehört, die sich auskennen).</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
Wenn Sie diese Meldung auf einer Homepage sehen, wurde der betreffende Beitrag widerrechtlich und ohne die Zustimmung des Autors veröffentlicht.<br /><em>Digitaler Fingerabdruck / digital Fingerprint: c1d7d6ed6691c7c25dbb043c9a689294</em></small>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Akuma — mp3s ohne Einschränkungen</title>
		<link>http://blog.datenschmutz.net/2007-09/akuma-mp3s-ohne-einschraenkungen/</link>
		<comments>http://blog.datenschmutz.net/2007-09/akuma-mp3s-ohne-einschraenkungen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 09 Sep 2007 10:30:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das deutsche Musikportal Akuma verkauft Tracks von Indie-Labels als Standard mp3s: frei von Kopierschutz und in hoher Qualität.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="float:left;margin-top:3px;margin-right:9px;margin-bottom:2px;padding:3px;background-color:#ededed;font-size:11px;border:1px solid #dddddd;">[<a href="http://www.trigami.com?blog=http://blog.datenschmutz.net" rel="nofollow" target="_blank" class="liexternal">Trigami-Review</a>]</div>
<p><img src='http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2007/09/akuma.gif' alt="akuma Akuma   mp3s ohne Einschränkungen" style="float:right;margin-left:9px;margin-top:3px;margin-bottom:2px;border:1px solid gray;" title="Akuma   mp3s ohne Einschränkungen" />Kann ein Online-Musikanbieter profitabel funktionieren, ohne auf nervige Kopierschutztechnologien zu setzen? Diese Frage hat die Major Industrie in den letzten Jahren in einer immens kundenunfreundlichen Weise beantwortet. Der Online-Musikdienst <a href="http://www.akuma.de/" rel="nofollow" class="liexternal">Akuma</a> macht’s besser und setzt auf unverschlüsselte <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/mp3/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with mp3">mp3</a>–Files in hoher Qualität sowie auf Crowdsourcing bei Bewertung und Empfehlungen.<br />
<span id="more-1132"></span><br />
Um die volle Funktionalität der Seite nutzen zu können, ist ein Login unbedingt erforderlich — man kann sich zwar als Gast durchs Repertoire klicken, allerdings bleibt dann die Vorhörfunktion verwehrt, und die ist eine der Stärken Akumas: jeder einzelne Track steht zur Verfügung, und zwar in sehr passabler Qualität: so muss niemand die sprichwörtliche Katze im Sack kaufen. Alle Files werden als ungeschützte mp3s verkauft, ein Drittel des Repertoires enthält <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digitales_Wasserzeichen" rel="nofollow" class="liwikipedia">Wasserzeichen</a>, die von unerlaubter Weitergaben abhalten sollen. Das Recht auf Privatkopie dürfte, zumindest laut meinen juristischen Kenntnissen, in .at davon unbenommen bleiben. Auch in Deutschland ist nach meinem Wissensstand lediglich die Überwindung technischer Kopierhürden verboten, nicht jedoch die private Weitergabe an sich. Verhindern sollen die Wasserzeichen in erster Linie also die Verbreitung via peer2peer Tauschsysteme ÃÂ¡ la e-mule.</p>
<h2 id="toc-repertoire-und-genres">Repertoire und Genres</h2>
<p>Wie erwähnt setzt Akuma stark auf Social Media — bei der Genre-Tagcloud offenbaren sich allerdings schnell die Schwächen des Crowdsourcing: dass bei “Digital Hardcore” ein Sampler mit US-Billboard-Charts auftaucht, hat einen gewissen Charme, ist der erfolgreichen Suche allerdings ebenso wenig behilflich wie der Tag “Drum and Bass”, welcher alles mögliche, nur keine Breaks auf 180 zu Tage fördert. Zum Glück muss man sich aber nicht auf die Schlagwortwolke verlassen, eine alphabetische Auflistung aller Künstler, Labels und Alben sowie ein redaktionell gepflegter Genrebaum bieten strukturiertere Zugänge. Und wer bereits ganz genau weiß, was will, wird mit der flexiblen und gut durchdachten Ajax-Suche schnell fündig, so denn sein Objekt der Begierde im Repertoire vertreten ist. Mit anderen Worten: alles gibt’s nirgendwo, aber die Chancen, fündig zu werden, stehen bei Akuma aufgrund der mittlerweile sehr umfangreichen Labelpartner-Liste nicht schlecht, sofern der gesuchte Artist bei einem Independent-Label veröffentlicht.</p>
<h2 id="toc-angebot-und-preise">Angebot und Preise</h2>
<p>600.000 Songs umfasst die Datenbank derzeit, eine Million sollen es bis Ende des Jahres werden. Überall kann reingehört werden, Länge und Bitrate stehen in der Beschreibung. Wie im unten stehenden <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/interview/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Interview">Interview</a> zu lesen ist, plant die Geschäftsführung eine gravierende Erweiterung des Systems: zukünftig sollen auch Independent-Musiker direkt ihre Tracks verkaufen können, also ganz ohne Labelvertrag einen Vertriebskanal finden. Das könnte die Attraktivität der Plattform gehörig pushen — und das alte Problem der Qualitätskontrolle lässt sich vermutlich sehr gut durch Userfeedback in den Griff bekommen. </p>
<div align="center"><img src='http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2007/09/akumastart.gif' alt="akumastart Akuma   mp3s ohne Einschränkungen" style="border:1px solid gray;" title="Akuma   mp3s ohne Einschränkungen" /></div>
<p>Die Preise einzelner Songs pendeln zwischen 89 Cent und knapp über einen Euro, Alben kosten rund 10 Euro. Bei EPs stimmt allerdings die Summenberechnung nicht: so kostet jeder der 5 Songs von Jan Delays “Vergiftet EP” EUR 1,09 — doch für die komplette Scheiben werden EUR 9,49 fällig — so verhält sich’s beim Großteil der EPs, also besser einzeln kaufen.</p>
<h2 id="toc-userinteraktion-technische-umsetzung">Userinteraktion, technische Umsetzung</h2>
<blockquote><p>Akuma unterscheidet sich von anderen Musikdiensten, weil es interaktiv ist. Nutzer können Songs anhören, taggen, bewerten, rezensieren und kommentieren.</p></blockquote>
<p>So der Claim der Plattform — umgesetzt wurde er durch Integration des bereits erwähnten Tagging, durch umfassende Kommentar– und Bewertungsfunktionen und schließlich durch die Integration der Empfehlungen und Verknüpfungsrelationen von einem, der’s wissen muss: last.fm liefert die Daten für die gute alte “das könnte dir auch gefallen” Funktion.</p>
<p>Im Userprofil finden sich neben den Stammdaten und Übersicht über bisherige Käufe auch ein Gästebuch, die obligatorische Merkliste, eine Freudesverwaltung, ein Private Messaging System sowie ein Covergenerator für heruntergeladene Alben:</p>
<div align="center"><img src='http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2007/09/akuma-userprofil.gif' alt="akuma userprofil Akuma   mp3s ohne Einschränkungen" style="border:1px solid gray;" title="Akuma   mp3s ohne Einschränkungen" /></div>
<p>Die Optik ist stets eine Geschmacksfrage, technisch hat Akuma das Pflichtenheft sauber abgearbeitet: übersichtliche Bedienung ohne unnötigen Schnickschnack und sinnvoller Einsatz von Ajax sorgen für flotte Bedienung — aber genug der Theorie, wie sieht’s aus mit dem…</p>
<h2 id="toc-einkaufserlebnis-ein-erfahrungsbericht">Einkaufserlebnis. Ein Erfahrungsbericht.</h2>
<p>Als DJ noxukao lege im Kreise der gaposlovakia-Banditen schon längst nur mehr digital auf — den Großteil der Tracks, die ich spiele, <strike>digitaliere</strike> (Vertipper, aber ein guter!) digitalisiere ich selbst von Rezensionsalben, die über <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/the-gap/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with the gap">the gap</a> bekomme, die restlichen Nummern krieg ich teilweise direkt von den Produzenten, teilweise bediene ich mich bei Free Labels. Diverse Kopierschutzsysteme haben mich bisher vom Online-Kauf recht effektiv abgehalten — diese Trigami-Rezension ist ein willkommener Anlass, für einen kleinen Praxistest der Plattform.</p>
<p>Wer einkaufen will, muss zuerst Guthaben aufladen. Bezahlt wird via <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/paypal/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with PayPal">PayPal</a>, Clickandbuy oder durch eine Online-Überweisung. Die so erworbenen Credits können anschließend für einzelnen Nummern oder komplette Alben verwendet werden:</p>
<div align="center"><img src='http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2007/09/akuma-paypal.jpg' alt="akuma paypal Akuma   mp3s ohne Einschränkungen" style="border:1px solid gray;" title="Akuma   mp3s ohne Einschränkungen" /></div>
<p>Ich habe mal testweise 10 Euro aufgeladen — einen Warenkorb mit fünf Tracks zusammen zu stellen, die mich interessieren, war eine Sache von fünf Minuten — dank der umfassenden Verlinkung und der praktischen Vorhörfunktion hantelt man sich mit einer sympathischen Portion Zufallsfaktor durch das Repertoire.</p>
<div align="center"><img src='http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2007/09/akuma-warenkorb.gif' alt="akuma warenkorb Akuma   mp3s ohne Einschränkungen" style="border:1px solid gray;" title="Akuma   mp3s ohne Einschränkungen" /></div>
<p>Nach dem Abschließen des Bestellvorgangs wird man weitergeleitet zur <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/download/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Download">Download</a>–Seite, wo die Tracks bereitstehen. Der <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/download/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Download">Download</a> kann dabei sofort oder zu einem beliebigen Zeitpunkt erfolgen, die Geschwindigkeit der Server lässt nichts zu wünschen übrig. Ein erfreuliches Shopping-Erlebnis: so macht Online-Musikkauf-Spaß: ohne proprietäre Codecs, ohne Bindung an bestimmte <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/hardware/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Hardware">Hardware</a> — Akuma hat den Praxistest bestanden.</p>
<h2 id="toc-sascha-hottes-ber-akuma">Sascha Hottes über Akuma</h2>
<p>Sascha Hottes ist der Geschäftsführer von <a href="http://www.netzwelt" rel="nofollow" class="liexternal">Netzwelt.de</a> und <a href="http://www.akuma.de" rel="nofollow" class="liexternal">Akuma</a>. Via E-Mail hat er einige Fragen zu Akuma selbst beantwortet. Weitere News zu aktuellen Entwicklungen finden Interessierte auch im <a href="http://akumadev.blogspot.com/" rel="nofollow" class="liexternal">akuma Entwicklerblog</a>.</p>
<p><strong>datenschmutz:</strong> Die Motivation für Akuma waren Diskussionen über Online-Musik auf Netzwelt. Daraus entstand das Akuma-Projekt. Welches Features halten Sie für die drei wichtigsten?</p>
<p><strong>Sascha Hottes:</strong> Ganz klar im Vordergrund stand bei uns das MP3-Format: Kompatibles Musikformat ohne <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/kopierschutz/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kopierschutz">Kopierschutz</a> (DRM) in hoher Qualität (bis zu 320 kBit/s Bitrate). Genauso wichtig war uns eine Kompatibilität zu allen Browsern und Betriebssystemen. Und als drittwichtigsten Punkt erachten wir die Möglichkeit einen Shop als Kunde mitzugestalten.</p>
<p><strong>?: </strong> Wie sehen Ihre bisherigen Erfahrungen mit Genres aus? Gibt es bei den Usern klare Präferenzen für bestimmte Richtungen?</p>
<p><strong>!: </strong>Ja und Nein. Am meisten wird sicher aus dem Bereich Dance/Electronic heruntergeladen, das hat damit zu tun, dass wir hier am meisten Vertriebspartner haben. Interessant ist, dass immer mal wieder kleine Nischen wie Filmmusik oder Country aufblitzen und im Verhältnis zu den eigentlichen Charts sehr viele Downloads haben.</p>
<p><strong>?: </strong>Wie beliebt ist Ihr Angebot an <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/gratis/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with gratis">Gratis</a>–mp3s?</p>
<p><strong>!: </strong>Die Gratis-MP3 werden rege genutzt. Geschenke werden immer gerne angenommen. Da die heutigen DSL-Geschwindigkeiten das auch schnell runterladen lassen, hören die meisten Nutzer gerne mal rein.</p>
<p><strong>?: </strong>Wie sind die Reaktionen der User auf die Wasserzeichen-Technologie?</p>
<p><strong>!: </strong>Dazu muss man sagen: Nur rund ein Drittel unserer Titel sind mit Wasserzeichen versehen, die meisten neuen Titel gar nicht. Bisher habe ich keine negativen Meldungen bekommen. Sicher fragt mal der ein oder andere, was wir da eigentlich speichern. Dann beantworten wir das, etwa im Entwicklerblog. Ansonsten ist es aus unserer Sicht ein fairer Schritt. Im Gegensatz zum DRM das im Prinzip unterstellt, dass jeder Nutzer erst einmal illegal handelt und deshalb beschränkt werden muss, vertrauen wir und unsere Labelpartner dem Kunden, bis wir das Gegenteil beweisen können. Klagen gab es übrigens noch keine, das ist nach so vielen Monaten sicher ein Erfolg und trägt dazu bei, dass skeptische Labels umdenken werden.</p>
<p><strong>?: </strong>Wie sehen die zukünftigen Pläne für die Weiterentwicklung von Akuma aus?</p>
<p><strong>!: </strong>Der Fokus lag in den letzten Monaten auf den Katalogausbau. Da haben wir mittlerweile Routine drin. Sicher werden wir noch den oder anderen Major auf unsere Plattform integrieren. In den nächsten Wochen wollen wir uns aber auf die <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/community/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Community">Community</a> als solches konzentrieren und hier weitere Funktionen einführen. Zudem wollen wir enger mit Künstlern ohne Vertrag arbeiten. Dazu aber dann mehr, wenn es soweit ist.</p>
<p><strong>Fazit:</strong> Akuma ist ein ernst gemeinter und meiner Ansicht nach gut konzipierter Versuch, im schwierigen Businessfeld Online-Musik ein Produkt zu entwerfen, das User-Convenience und faire Preise verbindet. Dank Einzeltitelverkauf und Vorhörfunktion lässt sich hier um wenig Geld eine völlig legale Musikbibliothek zusammenklicken. Gratisdownloads und umfangreiche Social Funktionen runden das Portfolio ab. Auf der Wunschliste stehen natürlich die permanente Erweiterung des Repertoires und ein verzweigterer, redaktionell gepflegter Genre-Baum mit Subgenres, denn die Tagwolke entspricht derzeit eher einer Random–<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/navigation/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Navigation">Navigation</a>.</p>
<p><a href="http://www.akuma.de/" rel="nofollow" class="liexternal">akuma — Online Musikdienst</a></p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>Die zwei ungleichen Teile der Musik (von Werner Reiter)</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Jun 2007 07:29:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner Reiter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Werner Reiter lud erneut zur Diskussionsrunde: DJs, Labelbesitzer und Musiker sprachen über das Thema Kopierschutz und digitale Musik. Fazit: Die Majors produzieren an den Konsumenten vorbei. mp3, net.labels und digitale Musik sind für die Kunden komfortabel: dieser Vorteil darf nicht durch unpraktikable Kopierschutzsystem zunichte gemacht werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src='http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2007/05/musikheader.jpg' alt="musikheader Die zwei ungleichen Teile der Musik (von Werner Reiter)" style="float:left;border:1px solid gray;margin-top:3px;margin-right:6px;margin-bottom:2px;" title="Die zwei ungleichen Teile der Musik (von Werner Reiter)" />Am 2. April erklärte EMI nach einem Rückzieher im Februar, endlich doch Musikdownloadservices mit Song-Files ohne Kopierschutz zu beliefern. Dieser von einer Major-Plattenfirma gesetzte Schritt lindert immerhin ein Symptom einer tief greifenden Krise der Musikindustrie. the gap hat zur Expertendiskussion geladen, um das gesamte Ausmaß der Krise zu beleuchten und mögliche Auswege zu skizzieren. Daraus resultierte die folgende Zusammenfassung von zwei Stunden angeregter Unterhaltung in den heiligen Hallen des monopol-Medienimperiums. Erstmalig erschienen in: <a href="http://www.thegap.at" class="liexternal">the gap</a> #76, Mai 2007. </p>
<p>Wie bereits zum Thema <a href="http://blog.datenschmutz.net/2007-02/web-20-internet-fuer-dummies-in-der-neoliberalen-medienwelt-von-werner-reiter/" class="liinternal">Web 2.0</a> hat Werner Reiter zur Exploration der komplexen Materie “Die Musik und der Kopierschutz” eine illustre Runde eingeladen — leider wollte partout kein Vertreter eines Major Labels auftauchen —  alle wesentlichen Aspekte des Themaskamen dennoch zur Sprache. Et voilÃÂ  — für datenschmutz Leser hier der Artikel aus the gap im Volltext. Demnächst ereignet sich übrigens das gleich grausame Spiel nach demselben Muster — wobei die Themen Web 2.0, <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/google/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Google">Google</a> und Informationsmonopole in den Fokus der nächsten Runde rücken.</p>
<blockquote><h3 id="toc-die-diskussionsrunde">Die Diskussionsrunde</h3>
<p><strong>Niko Alm</strong><br />
Herausgeber the gap<br />
<a href="http://www.thegap.at" class="liexternal">www.thegap.at</a></p>
<p><strong>Roland Alton-Scheidl</strong><br />
Vorsitzender creativ wirtschaft austria, Fachhochschule Vorarlberg, OSalliance<br />
<a href="http://www.alton.at/roland" class="liexternal">www.alton.at/roland</a></p>
<p><strong>Philipp Dorfmeister</strong><br />
G-Stone Recordings Vertreter Online, Ordis — Soulseduction Digital Distribution, Soulseduction.com<br />
<a href="http://www.soulseduction.com " class="liexternal">www.soulseduction.com</a> und <a href="http://www.g-stoned.com" class="liexternal">www.g-stoned.com</a></p>
<p><strong>Florian Hufsky</strong><br />
Bundessprecher der Piratenpartei Österreichs<br />
<a href="http://www.ppoe.or.at" class="liexternal">www.ppoe.or.at</a></p>
<p><strong>Ritchie Pettauer</strong><br />
Journalist und Medienwissenschaftler<br />
<a href="http://blog.datenschmutz.net" class="liinternal">blog.datenschmutz.net</a></p>
<p><strong>Ravissa </strong><br />
DJane und Produzentin<br />
<a href="http://www.doorbitch.nu" class="liexternal">www.doorbitch.nu</a></p>
<p><strong>K. Flo Schneider</strong><br />
Geschäftsführer McShark, Betreiber des eingestellten <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/radio/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Radio">radio</a>:))mcshark<br />
www.mcshark.at</p>
<p><strong>Christian Untersteiner</strong><br />
Head of Product Management ONE<br />
www.onelovesmusic.at</p></blockquote>
<p>Die Musikindustrie klagt seit Jahren über rückläufige Umsätze. Die Erlöse aus Downloads sind 2006 zwar weiter gestiegen, machen aber verglichen mit den 85% des Hauptumsatzträgers CD noch immer einen verschwindend geringen Anteil aus. Die big 4 (Universal, SonyBMG, Warner und EMI) halten 70% des Marktes und bestimmen damit die Regeln des <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/business/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Business">Business</a>. Und die waren in den letzten Jahren geprägt von einem sklavischen Festhalten an technischen Hürden, die das Kopieren von Files erschweren, einer Hetzkampagne gegen Tauschbörsenbenutzer, die in weltweit 30.000 Verfahren gemündet ist und von Versuchen klassische Distributionsmodelle auf das Internet zu übertragen.</p>
<p>Apple hat es mit iTunes als einziges Online Angebot geschafft auch wirtschaftliche Relevanz zu erlangen. In den letzten Monaten kam Apple immer mehr unter Beschuss. Einerseits weil das angewandte DRM Verfahren nur erlaubt, dass gekaufte Musikstücke ausschließlich am iPod bzw. auf PCs abgespielt werden können und andererseits weil Apple die regionalisierte Preispolitik der Labels auch im Internet umsetzte.</p>
<p>Steve Jobs ergriff die Flucht nach vorne und publizierte im Februar einen offenen Brief, in dem er Apple als Opfer dieser Entwicklungen darstellte und sich ganz klar gegen DRM aussprach. Das dürfte letztlich dazu geführt haben, dass EMI nach langem Zögern jetzt doch Musik ohne DRM anbieten wird — wenngleich zu einem höheren Preis. Dass die DRM freien Stücke auch in einer besseren Qualität vorliegen, mag als Verkaufsargument durchgehen, die Masse der Konsumenten wird den Unterschied aber kaum hören.</p>
<h2 id="toc-die-ungleichen-seiten-der-medaille">Die ungleichen Seiten der Medaille</h2>
<p>In seinem Eröffnungsstatement meint Christian Untersteiner, Head of Product Management bei ONE, dass Musik emotionalisiert wie sonst kaum etwas. So wird die Diskussion in den Redaktionsräumen des gap sehr emotional geführt, und vor allem die ungleichen Teile des Gesamtsystems Musik werden mit Leidenschaft diskutiert. Da gibt es nicht nur ein Ungleichgewicht zwischen den recht unbeweglichen Majors und den Indies, die ums Überleben kämpfen und ihre erfolgreichen Acts nach jahrelanger Aufbauarbeit nicht selten an die Großen abgeben müssen.</p>
<p>Auch die Nutzer lassen sich einteilen in die Massen, die nur das kaufen, wo Ö3 sie hinführt und die Afficionados, die sich intensiv mit Musik beschäftigen. Dass klassisches Marketing immer auf die Masse abzielt, liegt in der Natur der Sache. Philipp Dorfmeister von G-Stone und Soulseduction meint auch, dass DRM geschützte Musik, die mit etwas PC Kenntnissen relativ leicht (und für private Zwecke auch legal) vom Kopierschutz befreit werden kann, die 95% davon abhält das zu tun, weil es ihnen zu mühsam ist. Und schließlich die Musiker, die zum größten Teil ihre Nutzungsrechte an Labels und Verwertungsgesellschaften abgeben anstatt sich selbst mit alternativen Vertriebsformen oder mit Lizenzierungsmodellen wie etwa Creative Commons auseinanderzusetzen.   </p>
<blockquote><h2 id="toc-zitate-aus-der-diskussion">Zitate aus der Diskussion</h2>
<p>DRM ist nur dazu gedacht die 95% der Leute, die sich nicht damit beschäftigen wollen, davon abzuhalten ihre Files sofort zu kopieren. <em>Philipp Dorfmeister über die relative Nutzlosigkeit von Kopierschutz</em></p>
<p>Die Verwertungsgesellschaften sind noch nicht in diesem Jahrtausend angekommen. <em>Roland Alton-Scheidl über Zeitlöcher</em></p>
<p>Beim Online Musikbusiness stehen einfach zu viele in der Value Chain. So kommen die absurden Marktpreise zustande. <em>Christian Untersteiner über die Komplexität des Business</em></p>
<p>Die Vorselektion die Labels für den Konsumenten machen ist absolut wichtig. <em>Flo Schneider über die Notwendigkeit von Labels als Identitätsstifter</em></p>
<p>Die Angst, dass es keine Musik mehr gibt wenn alle Majors pleite gehen, kann ich nicht teilen. <em>Ritchie Pettauer über den kulturellen Wert von Musik</em></p>
<p>Endlich ist Musik dort angelangt, wo andere Produkte schon sind. Was zählt ist die Verpackung. <em>Niko Alm über ein neues Verständnis der Revenuemodelle</em></p>
<p>Das schnelle Finden und Konsumieren von Musik und die <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/social-networking/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Social Networking">Social Networking</a> Möglichkeiten machen das Wesen von Musik im Internet aus. <em>Florian Hufsky über das Primat der Convenience</em></p>
<p>Selbst wenn ich große Releases hätte und massiv verkaufen würde, ich würde DRM nicht für nötig halten. <em>Ravissa über Dinge, von denen sie wenig hält</em></p></blockquote>
<h2 id="toc-astronomische-preise-und-unntig-hohe-komplexitt">Astronomische Preise und unnötig hohe Komplexität</h2>
<p>Die landläufige Meinung besagt, dass Online Vertrieb immaterieller Güter wie Musikfiles bedeutend günstiger sein müsste als die Produktion und der Vertrieb von CDs. Wer sich aber damit auseinandersetzen muss, merkt schnell, dass das Gegenteil der Fall ist. Aufgrund der mangelnden Standardisierung der Musikplattformen, der unterschiedlichen Fileformate und der Vielzahl an DRM Systemen hat sich die Komplexität in der Produktion und der Logistikaufwand im Vergleich zum physischen Vertrieb nicht verringert.</p>
<p>Soulseduction etwa liefert 22 Formate für Pre-Listening und 24 Formate der eigentlichen Files an unterschiedlichste Plattformen. Die logistische Herausforderung besteht dann darin, einen Track zum Releasezeitpunkt auf allen Plattformen online zu haben. Vor allem für kleinere Labels oder gar für Künstler selbst ist das nicht zu bewerkstelligen und die Plattformbetreiber weigern sich, Verträge mit Kleinstanbietern abzuschließen. Damit werden Aggregatoren als zusätzliches Glied in die Kette gefügt und schon gibt es wieder einen Player mehr, der am Kuchen mitnaschen will.</p>
<h2 id="toc-drm-abschaffen-oder-bessere-alternativen-finden">DRM abschaffen oder bessere Alternativen finden?</h2>
<p>In der Diskussion will sich niemand lange damit aufhalten, die Argumente gegen die Vielzahl an DRM Lösungen erneut aufzuwärmen. Interessanterweise zeigen zumindest manche Verständnis für die Notwendigkeit des Kopierschutzes. Dass die mangelnde Standardisierung und die damit verbundene Inkompatibilität nicht unbedingt zum Glück der Konsumenten beiträgt, ist allerdings Common Sense. Roland Alton-Scheidl, der sich um die Einführung von Creative Commons in Österreich verdient gemacht hat, skizziert zwei mögliche Ansätze.</p>
<p>Ersterer ist eigentlich nur eine Vorstufe zu DRM: Das von ihm mitentwickelte System Registered Commons ist ein digitaler Zeitstempel, der einerseits das Veröffentlichungsdatum von Inhalten und andererseits gesicherte Informationen über den Urheber liefern kann. Dieser kann für Creative Commons Lizenzen aber auch andere angewendet werden. Die zweite Lösung weist etwas weiter in die Zukunft: Ein DRM System auf Open Source Basis soll die erhoffte Standardisierung bringen und gleichzeitig auch den Rechteinhabern die Möglichkeit eröffnen, selbst die Nutzungsbedingungen und die Businessmodelle festzulegen. Bis dahin ist es mit <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/sicherheit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Sicherheit">Sicherheit</a> noch ein weiter Weg. Selbst wenn das System den Durchbruch nicht schafft, wird die Industrie viel davon lernen können.</p>
<h2 id="toc-musik-genieen-oder-besitzen">Musik genießen oder besitzen?</h2>
<p>Die etablierte Diskussion um Musik im Internet dreht sich meist um den Kauf von Dateien und die mehr oder weniger eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten. Dabei drängen längst Services wie etwa Last.fm auf den Markt, die den individuellen Musikgeschmack bedienen, indem sie die Musik als Streams anbieten. Andere wie phling! setzen darauf, die Musiksammlung auf der eigenen Festplatte via Streams auf connected Devices zu bringen. Hinter den meisten der neueren Modelle steht eine Flatrate, die den Kunden die Convenience bietet, Musik zu kontrollierbaren Kosten zu konsumieren, ohne sich um Kompatibilität und DRM Gedanken machen zu müssen. Insgesamt findet die Runde Gefallen an Flat-Rate Modellen wie auch immer der Service dahinter genau aussieht.</p>
<p>Die Möglichkeiten sind vielfältig. Flo Schneider von McShark bringt die Kernforderung auf den Punkt: Gerecht kann das nur sein, wenn diejenigen das Geld bekommen, deren Musik er konsumiert hat. Florian Hufsky sieht den Besitzbegriff noch unter einem anderen Aspekt: SellABand etwa ermöglicht Nutzern, Anteile an jungen Bands oder Musikern zu kaufen. Übersteigen die gekauften Anteile $50.000 erhalten die Musiker eine Studioaufnahme und werden von einem erfahrenen A&amp;R begleitet.</p>
<h2 id="toc-rechteverwerter-mit-der-giekanne">Rechteverwerter mit der Gießkanne</h2>
<p>Ob Fairsharing, Leermedienabgabe oder Content-Flatrate: Es braucht Institutionen, die sich darum kümmern, dass die Einnahmen wieder an die Kreativschaffenden zurückfließen. Die nennen sich Verwertungsgesellschaften und haben die aktuellen Entwicklungen noch gründlicher verschlafen als die Musikindustrie. Der Löwenanteil ihrer Einnahmen fließt an Künstler, die in den klassischen Kanälen hohe Verkaufszahlen oder gutes Airplay haben.</p>
<p>Der Verteilungsschlüssel ist zum größten Teil aber intransparent und in Österreich wird anders als etwa in Frankreich nur ein kleiner Prozentsatz für Kulturförderung oder die Forschung ausgegeben. So sehr sich die Diskussionsteilnehmer hier eine Erneuerung wünschen, so skeptisch sind sie, dass die in absehbarer Zeit kommt. Vor allem die, die wie Ritchie Pettauer bei lion.cc schon Online Musikservices mit Verwertern abgerechnet haben.</p>
<h2 id="toc-wofr-zahlen-wir">Wofür zahlen wir?</h2>
<p>Zu Ende der Diskussion bringt Niko Alm die These, dass die Kunden ohnehin schon lange nicht mehr für die Musik zahlen, sondern für die Convenience, ein Album in der Hand zu halten, oder sie bequem im Internet zu finden und einfach konsumieren zu können. Noch weiter: Auch die Einnahmequellen der Musiker sind nur zu einem geringen Teil die Verkäufe von Files, Platten oder CDs, sondern aus Konzerten, Merchandising oder aus Werbeverträgen, wie etwa der von Madonna bei H&amp;M. Musik ist zwar der Kristallisationspunkt und Inhalt, die Revenuemodelle sind aber andere. Ravissa kann das nur bestätigen. Sie ist hauptberuflich Künstlerin, lebt allerdings von Auftritten, Veranstaltungen und DJ Workshops. Bei den großen Acts ist das nicht viel anders. Vielleicht sollten etliche Player im System ihre Welt neu denken.</p>
<blockquote><h3 id="toc-ausgewhlte-internet-musikdienste-die-in-der-diskussion-erwhnt-wurden">Ausgewählte Internet Musikdienste, die in der Diskussion erwähnt wurden</h3>
<p><strong>Amie Street</strong><br />
Musiker können hier selbst Musik einstellen. Der Kaufpreispreis erhöht sich mit der Anzahl der Downloads bis zu 98 Cents.<br />
<a href="http://amie.st" class="liexternal">amie.st</a></p>
<p><strong>eMusic</strong><br />
Amerikanischer Music Store, der das Subscriptionmodell recht erfolgreich umgesetzt hat. Stand März: 250.000 Subscriber und ein Katalog von 2 Millionen Tracks.<br />
<a href="http://www.emusic.com" class="liexternal">www.emusic.com</a></p>
<p><strong>Jamendo</strong><br />
Offene Musikplattform für Musik unter Creative Commons Lizenzen. Die Downloads sind kostenlos.<br />
<a href="http://www.jamendo.com" class="liexternal">www.jamendo.com</a></p>
<p><strong>Last.fm</strong><br />
In seinem Selbstverständnis eine “personalized online radio station”. Das Erfolgsrezept besteht in dem Matching von Userprofilen und den daraus generierten Wiedergabelisten.<br />
<a href="http://www.last.fm" class="liexternal">www.last.fm</a> bzw. <a href="http://www.lastfm.de" class="liexternal">www.lastfm.de</a></p>
<p><strong>phling!</strong><br />
Eine Anwendung für Handys, die den online Zugriff auf Files auf der Festplatte zu Hause erlaubt.<br />
<a href="http://www.phling.com" class="liexternal">www.phling.com</a></p>
<p><strong>SellABand</strong><br />
Promotionplattform für unbekannte Musiker. Die <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/community/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Community">Community</a> erwirbt Anteile. Wenn $50.000 erreicht sind, bekommt die Band ihre erste Aufnahme samt CD.<br />
<a href="http://www.sellaband.com" class="liexternal">www.sellaband.com</a>
</p></blockquote>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>matrix-Kolumne: Der vermaledeite Dekodierschlüssel</title>
		<link>http://blog.datenschmutz.net/2007-05/matrix-kolumne-der-vermaledeite-dekodierschluessel/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 May 2007 08:45:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Immer Ärger mit den Kopierschutzsystemen - der geheime Schlüssel der neuen HD-Generation wurde geknackt und kursiert im Netz.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>erschienen auf <a href="http://oe1.orf.at/highlights/103111.html" rel="nofollow" class="liexternal">oe1.orf.at</a>, Mai 2007</p>
<p>Mathematische Verfahren zur Verschlüsselung und Kodierung kamen schon längst vor dem Digitalzeitalter zum Einsatz: so gut wie jeder historische Universalgelehrte beschäftigte sich zumindest einmal im Verlauf seiner Karriere mit Chiffrier-Techniken. Geheimcodes üben seit jeher beträchtliche Faszination aus, dienen sie doch der Übertragung militärischer Nachrichten ebenso wie der Sicherung der Privatsphäre in der Kommunikation zwischen Liebenden.<br />
<span id="more-714"></span></p>
<p>Eines hatten alle Verfahren gemeinsam: Sender wie Empfänger mussten den Geheimcode kennen, die Handlungsanleitung, um die Botschaft zuerst ver– und dann wieder zu entschlüsseln. Dies änderte sich dank delegativ genutzer Algorithmen, denn die Entschlüsselung lässt sich in die Black Box verlegen — und schon kümmert sich die vergessene Muse techné um den Dechiffriervorgang. Die Nachfolger der im 2. Weltkrieg so berühmt gewordenen Enigma-Maschine stehen längst nicht mehr nur auf den Schreibtischen der Generäle, sondern wurden längst fester Bestandteil digitaler Distributionsformate — jeder DVD-Player musst die Bits und Bytes, die er von der Silberscheibe abliest, erst einmal mittels eines speziellen, im Gerät gespeicherten Schlüssels, dekodieren. Die Unterhaltungsindustrie, immer noch teilparalysiert von fröhlich auf den Meeren des Peer-2-Peer Sharings segelnden Musikpiraten, sieht im <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/kopierschutz/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kopierschutz">Kopierschutz</a> einen gangbaren Weg, den Konsumenten effektiv an der Weiterverbreitung der erworbenen Waren zu hindern.</p>
<p>Denn die Nicht-Ausschließlichkeit des Konsums macht Probleme im Vertrieb nicht-materieller Güter: während die Existenz des sprichtwörtlichen Würstchen nach dem Verzehr ein für allemal beendet ist, lässt sich jede Audio-CD nicht nur nahezu beliebig oft abspielen, sondern auch ohne weiteres kopieren. Die DVD sollte von vornherein besser geschützt sein, was für kurze Zeit auch gelang — doch bald schon <a href="http://www.quintessenz.at/d/000100000983" class="liexternal">drangen Hacker in die Black Box ein</a> und stellen seither Tools bereit, mit denen sich DVDs ohne weitere technische Kenntnisse kopieren, oder wie’s im Hackerjargon heißt, “rippen” lassen. Doch die DVD ist nach dem Willen der großen Distributoren Schnee von gestern. Für die nächsten paar Jahre werden nur Blue-Ray bzw. HD-DVD dem Heimcineasten die aktuell unübertreffliche Bildqualität bieten.</p>
<p>Und wieder sorgt ein Kopierschutzsystem für <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/sicherheit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Sicherheit">Sicherheit</a>, doch bereits knapp nach der Markteinführung wurde der entsprechende Schlüssel gehackt — es handelt sich dabei um eine auf den ersten Blick so harmlos wie die meisten ihrer Artgenosinnen wirkende <a href="http://netzpolitik.org/2007/die-verbotene-zahl/" class="liexternal">mehrstellige Zahl</a>. Dezimal angeschrieben besteht sie aus 38 Zeichen, hexadezimal (zur Basis 16) aus 32. Genauso gut lässt sich die besagte Ziffernkombination in jedem anderen Code abbilden: als RGB-Farbkombination, in Braille-Schrift, als Midi-Sequenz… die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt: und von denen machen weltweit Gegner des Kopierschutzsystems ausgiebigen Gebrauch.</p>
<p>Bald gelanget der inkriminierte Code auch auf die Startseite der amerikanischen News-Bewertungsplattform <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/digg/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Digg">Digg</a>. Auf Basis des DMCA (Digital Millenium Copyright Act, vergleichsweise restriktives us-amerikanisches Urheberrechtsgesetz) wollte das DVD-Konsortium zugleich die Zahl mittels Cease-and-Desist Briefen aus dem Netz verbannen. <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/digg/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Digg">Digg</a> reagiert mit Sperrung der betreffenden News, provozierte damit jedoch derart heftige Proteste seiner Mitglieder, dass der Firmengründer schließlich <a href="http://blog.digg.com/?p=74?" class="liexternal">nachgab</a> und auf die Zensur verzichtete — selbst auf die Gefahr eines langwierigen Rechtsstreits hin.</p>
<p>Für zukünftige Blue Ray und HD-DVD wird ein anderer Schlüssel zum Einsatz kommen — ob der früher oder später wieder durchsickert, wird erst die Zukunft zeigen. Dass eine simple Zahl plötzlich illegal und zensurwürdig werden kann, bleibt jedenfalls ein völlig neuartiges und durchwegs skurriles Phänomen. Der Webserver der MPAA selbst zeigte bis vor kurzem übrigens bei der Eingabe nicht existierende Adressen wie üblich als Fehlermeldung in der Form “Ihre Adresse xy wurde nicht gefunden” an — enthielt die nicht existierende Adresse die betreffende Zahl, so war diese also auch in der Fehlermeldung enthalten. Die Adresse einer solchen mpaa-Subpage schickte ein Scherzbold an die Music Association mit der Aufforderung, die Seite sofort vom Netz zu nehmen. Ob die von “Schlüsselpiraten” gebeutelte MPAA darüber lachen konnte, ist leider nicht bekannt.</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>Hex me, Baby: Ist keine Zahl illegal?</title>
		<link>http://blog.datenschmutz.net/2007-05/keine-zahl-illegal-09_f9_11_02_9d_74_e3_5b_d8_41/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2007 20:17:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Veröffentlichung des HD-DVD Schlüssels 09:F9:11:02:9D:74:E3:5B:D8:41:56:C5:63:56:88:C0 versuchte die MPAA mit allen Mitteln zu verhindern - doch zu spät, die Information verbreitet sich wie das sprichwörtliche Lauffeuer.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine schon, wenn’s nach dem Willen der MPAA geht. Jene Zahl ist nämlich der Schlüssel zur Dechiffrierung des HD-DVD Formats. Den Grundsatz “Information wants to be free” hat die Hollywood-Lobbytruppe noch immer nicht verstanden: allerorten schießen 09:F9:11:02:9D:74:E3:5B (und so weiter) Fanclubs aus dem Boden, könnte man sagen.</p>
<p>Denn gerade der Versuch, die Veröffentlichung der Zahl zu verhindern, führte zu großer <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/aufmerksamkeit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Aufmerksamkeit">Aufmerksamkeit</a> in der Netsphere, wie <a href="http://de.theinquirer.net/2007/05/02/09_f9_11_02_9d_74_e3_5b_d8_41.html" class="liexternal">The Inquirer</a> schreibt:</p>
<blockquote><p>Die Hex-Zahl 09 f9 11 02 9d 74 e3 5b d8 41 56 c5 63 56 88 c0 wurde vor Monaten entdeckt und verbreitete sich seither wie ein Lauffeuer unter den Netzbürgern der Welt. Geschichten, in denen dieser Key erwähnt wird, erregten jedoch die Aufrmerksamkeit von MPAA-Schnüfflern. Unter Berufung auf den “Digital Millennium Copyright Act” (DMCA) forderten sie Sites wie Spooky Action at a Distance und <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/digg/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Digg">Digg</a> ultimativ auf, die Zahl zu entfernen.</p></blockquote>
<p>Zuerst kooperierte Digg, doch nach Userprotesten mutierte Gründer Kevin Rose zum Anti MPAA-Lobbyisten, wobei er der Unterhaltungsindustrie allerdings durchaus die Power zutraut, Digg wie weiland <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/napster/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Napster">Napster</a> zuzudrehen (<a href="http://blog.digg.com/?p=74?" class="liexternal">Originalposting am Digg Blog</a>):</p>
<blockquote><p>Nachdem wir Hunderte von Geschichten und Tausende von Kommentaren gelesen haben, ist die Sache klar. Ihr wollt Digg lieber untergehen sehen als sich einer größeren Firma zu beugen. Wir haben verstanden. Ab sofort werden wir keine Beiträge oder Kommentare löschen, die den Code enthalten, und werden uns mit den Konsequenzen abgeben, wie immer die aussehen mögen.<br />
Wenn wir verlieren, ist das auch egal. Dann haben wir wenigstens gekämpft, bevor wir untergingen.</p></blockquote>
<p><a href="http://netzpolitik.org/2007/die-verbotene-zahl/" class="liexternal">Netzpolitik</a> berichtet, dass der Schlüssel für neuere Produktionen bereits ausgetauscht wurde und präsentiert die Zahl in diversen Codes, etwa als Rechenaufgabe:</p>
<blockquote><p>41425871524967055159433955941880327 * 320 = HD-DVD</p></blockquote>
<p>Die ganze Sache erinnert natürlich an den damaligen DVD-Hack… <a href="http://sebastiankippe.de/weblog/2007/05/02/geheim-weitersagen/" class="liexternal">Sebastian</a>, <a href="http://zappi.wordpress.com/2007/05/02/bitte-niemals-unter-keinen-umstanden-weitergeben/" class="liexternal">Zappi</a>, <a href="http://churchi.mine.nu/blog/?p=17" class="liexternal">Churchi</a> und <a href="http://23byte.de/blog/2007/05/02/hd-dvd-key-anyone/" class="liexternal">23 Byte</a> sorgen jedenfalls für Verbreitung in der deutschen Blogosphere — für eine “Forced Revocation” ist’s ohenhin eindeutig schon zu spät.</p>
<p>Auf <a href="http://www.boingboing.net/2007/05/03/secret_aacs_numbers_.html" class="liexternal">BoingBoing</a> gibt’s neben grafischer Umsetzung und Tatoos auch folgenden besonders reizvollen Vorschlag zur Publikation des Keys:</p>
<blockquote><p>Jordan sez, “If you put the illegal numbers in a query on the MPAA’s search page it prints them on their page. Let’s all <a href="http://www.mpaa.org/search_resultIndexServer.asp?query=09F911029D74E35BD84156C5635688C0" class="liexternal">link to this</a> and then issue them a DMCA takedown notice! Give them a taste of their own medicine.</p></blockquote>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>Sind Chip und Google etwa keine Vertrauensperson?</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Feb 2007 10:01:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[“Trusted Computing” bedeutet übersetzt “Vertrauenswürdiges Rechnen”, oder noch besser “ehrenwerte Datenverarbeitung”, das hört sich doch gut an. Marketing-Labels schmeicheln dem Ohr, das liegt in ihrer Natur. Nicht nur in diesem Fall gilt aber: süßer die Botschaft nie klang, doch das Fertigprodukt enthält keine Vitamine mehr und kann zu schweren Vertrauensstörungen führen. Wird nun “do-no-evil” Google [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img id="image373" src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2007/02/control.jpg" alt="control Sind Chip und Google etwa keine Vertrauensperson?" style="float:right;margin-left:6px;margin-bottom:2px;" title="Sind Chip und Google etwa keine Vertrauensperson?" />“Trusted Computing” bedeutet übersetzt “Vertrauenswürdiges Rechnen”, oder noch besser “ehrenwerte Datenverarbeitung”, das hört sich doch gut an. Marketing-Labels schmeicheln dem Ohr, das liegt in ihrer Natur. Nicht nur in diesem Fall gilt aber: süßer die Botschaft nie klang, doch das Fertigprodukt enthält keine Vitamine mehr und kann zu schweren Vertrauensstörungen führen. Wird nun “do-no-evil” <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/google/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Google">Google</a> das neue TCPA und MS in Firmenunion?</p>
<p>Filesharing, Contentswapping und offene <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/lizenzen/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Lizenzen">Lizenzen</a>: die Inhaltsindustrie find sich im Sog eines Malstroms, der ihr gar nicht schmeckt. Die verlorene Kontrolle will man mit Hilfe Friedrich Kittler’s 8. Muse* techné rückerobern. Alle Computer inklusive PDAs, Handys, <strike>Waschmaschinen</strike> und was sonst noch König Content wiedergeben kann, sollen zukünftig ab Werk mit einem kleinen Chip geimpft werden.  Dagegen regte sich schnell Widerstand — und Benjamin Stephan und Lutz Vogel drehten vor ein paar Jahren einen sehr instruktiven <a href="http://www.lafkon.net/tc/" class="liexternal">Lehrfilm</a>. Mittlerweile ist die TCPA Geschichte — das Gremium erwies sich letzlich als Fehlentwicklung und tat das, was man eben in einem solchen Fall macht: es gab sich einen neuen Namen.</p>
<blockquote><p>Aufgrund des Veto-Rechts aller 200 Mitglieder erwies sich die TCPA als nicht handlungsfähig. Als Konsequenz wurde im April 2003 die offizielle Nachfolgeorganisation Trusted Computing Group (TCG) gegründet, die die bis dahin geschaffenen Spezifikationen übernahm und ihre Weiterentwicklung fortführt. (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Trusted_Computing_Group" rel="nofollow" class="liwikipedia">wikipedia</a>]</p></blockquote>
<p>Damit konnte man immerhin die Besitzer der Domain <a href="http://www.againsttcpa.com/" class="liexternal">www.againsttcpa.com</a> überlisten und die Arbeit in Ruhe fortführen — beziehungsweise Google interferierenden Filmemachern überlassen.</p>
<p>Eine brandaktuelle <a href="http://masterplanthemovie.com/" class="liexternal">Produktion</a> [via <a href="http://www.spreeblick.com/2007/02/02/google-masterplan/" class="liexternal">Spreeblick</a>] ortet die kontemporären Datengefahren nämlich nicht im Chip, sondern im Netzeinstieg und widmet sich einer kritischen Betrachtung des Masterplans unserer Lieblingssuchmaschine. Dabei setzt er eine recht ähnliche  <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/visualisierung/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Visualisierung">Visualisierung</a> ein wie seinerzeit die Anti-TCPA Regisseure. Absolut sehenswert, wenn auch in keiner Hinsicht zurückhaltend: denn Google engangiert sich jetzt auch im Bereich der Genomforschung — was, so die rhetorische Frage am Ende des Streifens, wenn die Firma neben den ganzen übrigen Daten nun auch noch die komplette DNA eines jeden einzelnen Menschen gespeichert hätte und wir alle völlig transparent wären? </p>
<p>Das hätte nun wirklich nicht sein müssen — doch ob diese abschließende Suggestivfrage des Films sich ungewohnt weit von der Wirklichkeit entfernt, um besondern aufzurütteln, oder ob die Autoren Anhänger des biologischen Totaldeterminismus sind, werden wir nie erfahren. Aber selbst frei von Bio-Logismen stellt sich schon langsam die Frage, ob Google das neue Microsoft geworden ist — und in viele kleine Suchmaschinchen zerschlagen werden sollte <img src='http://blog.datenschmutz.net/wp-content/plugins/smilies-themer/datadirtblue2/elk.gif' alt="elk Sind Chip und Google etwa keine Vertrauensperson?" class='wp-smiley' title="Sind Chip und Google etwa keine Vertrauensperson?" /> So ändern sich eben Hegemonieszenarien innerhalb weniger Jahre — nur: Windows lässt sich ja durch Linux ersetzen, aber ein Ersatz.Google ist nicht in Sicht. Fragen wir doch mal MS’ens <a href="http://www.msdewey.com/" class="liexternal">Miss Dewey</a>, was sie dazu meint… und wie immer kommt nach Eingabe des Begriffs “Google” ein hochphilosophischer und unbedingt passender Kommentar von der hübschesten Suchassistentin aller Zeiten: </p>
<blockquote><p>If television was the opiate of the masses, I wonder what that makes the internet.</p></blockquote>
<p>Dem ist nichts hinzuzufügen.</p>
<p>–<br />
* techné, siehe Kittler, Friedrich: “Draculas Vermächtnis”</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
Wenn Sie diese Meldung auf einer Homepage sehen, wurde der betreffende Beitrag widerrechtlich und ohne die Zustimmung des Autors veröffentlicht.<br /><em>Digitaler Fingerabdruck / digital Fingerprint: c1d7d6ed6691c7c25dbb043c9a689294</em></small>]]></content:encoded>
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		<title>Die Indie-Rückkehr der Vinylsingle</title>
		<link>http://blog.datenschmutz.net/2006-12/die-indie-rueckkehr-der-vinylsingle/</link>
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		<pubDate>Thu, 14 Dec 2006 10:24:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zwei News von netzonfire scheinen positiv zu korrelieren: einerseits verdient itunes so gut wie nichts, andererseits kommt ein alter Bekannter zurück: die hochgeschätzte Vinylsingle.
Die Zahlen des Hollywoodreporter gelten allerdings nur für Großbritannien — und der Musikmarkt des United Kingdoms hat ja bekanntlich so einige Besonderheiten, dennoch ist die Steigerung auf jeden Fall bemerkenswert: waren es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2006/12/319347334_85ffba8e71.jpg" class="imagelink" rel="lightbox" title="Turntable-Casio"><img id="image239" src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2006/12/319347334_85ffba8e71.thumbnail.jpg" alt="319347334 85ffba8e71.thumbnail Die Indie Rückkehr der Vinylsingle" style="float:right;margin-left:6px;margin-bottom:3px;" title="Die Indie Rückkehr der Vinylsingle" /></a>Zwei News von netzonfire scheinen positiv zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Korrelation" rel="nofollow" class="liwikipedia">korrelieren</a>: einerseits <a href="http://netzonfire.wordpress.com/2006/12/13/itunes-verdient-so-gut-wie-gar-nichts/" class="liexternal">verdient itunes</a> so gut wie nichts, andererseits kommt ein alter Bekannter zurück: die hochgeschätzte <a href="http://netzonfire.wordpress.com/2006/12/13/comeback-der-vinyl-single/" class="liexternal">Vinylsingle</a>.</p>
<p>Die Zahlen des <a href="http://www.hollywoodreporter.com" rel="nofollow" class="liexternal">Hollywoodreporter</a> gelten allerdings nur für Großbritannien — und der Musikmarkt des United Kingdoms hat ja bekanntlich so einige Besonderheiten, dennoch ist die Steigerung auf jeden Fall bemerkenswert: waren es 1979 noch 89 Millionen Vinylsingles, so sanken die Verkaufszahlen dank Vormarsch von CD und Kassetten bis 2001 auf das All-Time-Low von gerade mal rund 180.000 Stück. <span id="more-237"></span></p>
<p>Die folgenden Jahr allerdings markierten die Trendumkehr, und 2005 wurden in GB wiederum fast 2 Mio Singles verkauft — ein neuer Dekadenrekord. Erstaunlicherweise trägt anscheinend gar nicht mal die Hobby-DJ-Fraktion die Verantwortung für diesen gravierenden Anstieg — ohnehin greifen immer mehr Plattenverleger zu <strike>brachialen</strike> digitalen Mitteln. Nein, die Indie-, Rock– und Alternativefraktion hat den Statussymbol-Wert des Vinyls entdeckt:</p>
<blockquote><p>In recent years, labels have increasingly added limited edition versions of 7-inch singles to their armory, which are targeted at “indie” rock consumers as trendy collectibles.</p></blockquote>
<p>So ist das also mit den Indierockern — die wollen also plötzlich auch wieder “etwas zum Anfassen”. Ob diese Gruppe also auch die Hauptverantwortung trägt für die von Forrester Research behauptete <a href="http://www.forrester.com/Research/Document/Excerpt/0,7211,40858,00.html" class="liexternal">Wackelfüßigkeit</a> des Apple’schen Businessmodells?</p>
<blockquote><p>Since the introduction of the iTunes Music Store, Apple has been steadily selling just 20 iTunes tracks for each iPod sold, suggesting that even at $0.99, most consumers still aren’t sold on the value of digital music.</p></blockquote>
<p>Einen statistisch zwar kaum zu erfassenden Beitrag zu den steigenden Absätzen der 45er Schreiben leistet dieses Plattenspieler-gesteuerte <a href="http://www.makezine.com/blog/archive/2006/12/turntable_casio.html?CMP=OTC-0D6B48984890" class="liexternal">Casio-Keyboard</a> — der Styleindikator auf der nach oben offenen Retro-Coolness-Skala dagegen steigt:</p>
<blockquote><p>Latest keyboard… thing. Controlled by a record player. In the arm of the turntable there are 3 photo cells (light sensors) that are wired into the circuitry of the casio. The record on the player has three red leds mounted on it… when the leds pass under the photo cells, it causes a glitch in the keyboard, making some stange noises…</p></blockquote>
<p>Ein Video zweifelhafter Qualität gibt’s auf Youtube — eigentlich müsste man nur den Motor ein wenig schneller drehen lassen, und fertig ist die Instant-Noisecore–<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/party/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Party">Party</a>!</p>
<p><a href="http://blog.datenschmutz.net/2006-12/die-indie-rueckkehr-der-vinylsingle/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Das wär nun mit itunes-Digitalfiles in der Tat nicht möglich… womit anhand eines einzigen, wenig aussagekräftigen Beispiels einmal mehr der unwiderstehliche Charme der Schallplatte <strike>bewiesen</strike> aufgezeigt wurde. q.e.d.</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
Wenn Sie diese Meldung auf einer Homepage sehen, wurde der betreffende Beitrag widerrechtlich und ohne die Zustimmung des Autors veröffentlicht.<br /><em>Digitaler Fingerabdruck / digital Fingerprint: c1d7d6ed6691c7c25dbb043c9a689294</em></small>]]></content:encoded>
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		<title>Amazon Noir — Interview mit Hans Bernhard</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Nov 2006 12:16:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In ihrer aktuellen Aktion verwendeten die bekannten Netzkünstler UBERMORGEN.COM die “Search-Inside-the-Book” Funktion von Amazon.com, um komplette Bücher von der Webseite des Online-Händlers zu spidern und “in ihr traditionelles Interface zu überführen”. Verpackt in einen klassischen Krimiplot der vierziger Jahr trägt die Aktion den Titel Amazon Noir.

Im Interview (für telepolis, erschienen am 22.11.2006) erklärt Netzkunstaktivist Hans [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img id="image185" src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2006/11/amazonnoirteaser.jpg" alt="amazonnoirteaser Amazon Noir   Interview mit Hans Bernhard" style="float:right;padding-left:6px;padding-bottom:2px;" title="Amazon Noir   Interview mit Hans Bernhard" />In ihrer aktuellen Aktion verwendeten die bekannten Netzkünstler <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/ubermorgencom/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with ubermorgen.com">UBERMORGEN.COM</a> die “Search-Inside-the-Book” Funktion von Amazon.com, um komplette Bücher von der Webseite des Online-Händlers zu spidern und “in ihr traditionelles Interface zu überführen”. Verpackt in einen klassischen Krimiplot der vierziger Jahr trägt die Aktion den Titel <a href="http://www.amazon-noir.com" class="liexternal">Amazon Noir</a>.<br />
<span id="more-183"></span></p>
<p>Im <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/interview/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Interview">Interview</a> (für <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24034/1.html" class="liexternal">telepolis</a>, erschienen am 22.11.2006) erklärt Netzkunstaktivist <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/hans-bernhard/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Hans Bernhard">Hans Bernhard</a>, warum die Künstlergruppe ihre Coup als Freestyle-Forschung und durchaus nicht als Angriff auf das Konzept des  Copyright sieht — und versichert, dass die gesamte Aktion tatsächlich stattgefunden hat, denn nachprüfbar ist dies für die interessierte Öffentlichkeit letztendlich nicht. Dissimumlierte Netzkunst, Underground-Coup und/oder Media Hacking? Interview zu einem teilfiktiven Krimi mit <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/hans-bernhard/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Hans Bernhard">Hans Bernhard</a>, Lizvlx, Paolo Cirio und Alessandro Ludovico in den Hauptrollen.</p>
<p> </p>
<h1 id="toc-geistiges-eigentum-rekombinieren">Geistiges Eigentum rekombinieren.</h1>
<h4 id="toc-interview-mit-hans-bernhard-zu-amazon-noir">Interview mit Hans Bernhard zu “Amazon Noir”</h4>
<p><i>Wie kam’s zur Idee von Amazon Noir?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> 2003 hat Amazon begonnen, ca. 120.000 Buchtitel via “Search Inside the Book” durchsuchbar anzubieten. Die Idee, die Bücher zu klauen, ist schon älter: Sie kommt aus dem Umfeld der italienischen Software–<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/kunst/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunst">Kunst</a>–Gruppe <a href="http://epidemic.ws" class="liexternal">[EpidemiC]</a> und des Netzaktivisten &lt; href=“http://www.paolocirio.info”&gt;Paolo Cirio, einer unserer Kooperationspartner, hat mit [EpidemiC] vor ein paar Jahren gearbeitet; Wir klauen eigentlich gerne Ideen von anderen. Es ist eine unserer Spezialitäten, dass wir einfach etwas nehmen und weiterentwickeln. Anfang 2006 begannen wir, die Technologie auszuloten und uns zu überlegen, was man mit diesem System machen kann. Dabei ist uns folgendes aufgefallen: wenn man mit verschiedenen Robots Queries (Suchanfragen) absetzt an das “<a href="http://www.amazon.com/Search-Inside-Book-Books/b?ie=UTF8&#038;node=10197021" class="liexternal">Search Inside the Book Tool</a>” und dazu sehr häufige Wörter verwendet wie “ist” oder “und”, dann erhält man eine ganz Liste von Treffern.<br />
Allerdings bekommt man ja nie ganze Seiten oder das komplette Buch, sondern immer nur einen einzelnen Paragraphen. Von dem nimmt man die ersten und die letzten vier, fünf Wörter, die in der Regel “unique” sind, also nur einmal im Buch vorkommen, und startet mit denen die nächste Suche — so erhält man den folgenden bzw. den vorigen Absatz.<br />
Das so lange zu machen, bis man ein komplettes Buch zusammengesetzt hat, ist natürlich eine unheimlich mühsame und anstrengende Arbeit, die ein Mensch zwar prinzipiell erledigen könnte. Aber durch Software lässt sich der Prozess stark verkürzen. Für ein komplettes Buch braucht man ca. fünf– bis zehntausend Anfragen. Unsere Software hat das zu Beginn in etwa 30 Stunden erledigt, später konnten wir den Prozess auf rund eine Stunde verkürzen.</p>
<p align="center"><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2006/11/diagram.jpg" class="imagelink" rel="lightbox" title="Ablaufdiagramm Amazon Noir"><img id="image184" src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2006/11/diagram.thumbnail.jpg" alt="diagram.thumbnail Amazon Noir   Interview mit Hans Bernhard"  title="Amazon Noir   Interview mit Hans Bernhard" /></a><br />
<small>Ablaufdiagramm der Amazon Noir Software</small></p>
<p><i>Amazon bietet natürlich keine “offizielle” Schnittstelle für diese Suchfunktion an; das heißt, eure Software simuliert einen normalen Besucher bzw. Benutzt genau jenes Interface, das jedem Amazon-User zur Verfügung steht. Die Entwicklungszeit für diese Software war relativ kurz — wann habt ihr begonnen?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Anfang 2006 — es dauerte 3 Monate, das Tool zu entwickeln; nach einigen Probeläufen haben wir Tuningmaßnahmen getroffen, Libraries ausgetauscht und das Programm verbessert. Dann kam uns Amazon <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/usa/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with USA">USA</a> auf die Schliche und begann, auf technischer Ebene Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Paolo Cirio hat die Software programmiert — ich kenne mich technisch nicht im Detail aus; jedenfalls hat Amazon die Texte so umgestaltet, dass unsere Roboter sie nicht mehr korrekt zusammensetzen konnte.<br />
Wir trafen aber wiederum Gegenmaßnahmen und konnten weiterhin Bücher — wenn auch in niedrigerer Qualität — rausfischen. Das war aber schon ziemlich gegen Ende des Projekts. Zugleich hat uns Amazon sogenannte “Cease-and-Desist-Letters” zugestellt. Das sind keine Gerichtsurteile, sondern reine Anwaltsbriefe, die gerichtliche Maßnahmen androhen. Wir nahmen daraufhin Kontakt auf und trafen eine Vereinbarung — soweit ich mich erinnere, haben unsere Anwälte am 30. Oktober mit den Anwälten von Amazon gesprochen. Wir einigten uns darauf, die Software an Amazon zu verkaufen und haben anschließend sofort aufgehört, Bücher von der Seite zu ziehen. Denn bei unseren Projekten geht’s rein ums Experimentieren: Amazon Noir ist kein Statement zum Copyright und schon gar kein Angriff auf den Online-Händler. Da ist keine spezifische Zielsetzung dahinter, das Thema hat sich einfach angeboten. Ich bezeichne das als  Freestyle-Grundlagenforschung. Wir bauen ein Setting und beobachten dann, was passiert soziologisch, medial und technologisch. Dabei hatten wir keinen festen Plan für den Ausgang. Der Verkauf hat sich als neue Lösung angeboten, und so haben wir uns zur Einigung mit Amazon entschlossen.<br />
In userer Arbeitsweise sind wir ja absichtlich sehr offen: im whois-Eintrag unserer Domains stehen immer der richtige Namen und die richtige Adresse drin, damit man uns auch problemlos kontaktieren kann, wenn man das möchte. An dieser Stelle ist es wichtig zu erwaehnen das “Amazon Noir“ein Projekt von <a href="http://ubermorgen.com" class="liexternal">UBERMORGEN.COM</a> (Lizvlx/Hans Bernhard), Paolo Cirio und Alessandro Ludovico ist. Gefördert wurde Amazon-Noir vom <a href="http://www.edith-russ-haus.de/" class="liexternal">Edith Russ Haus</a>, von der Sektion Unst des österreichischen Bundeskanzleramtes von der Stadt Wien. </p>
<p><i>Was habt ihr im konkreten Fall mit den gespiderten Büchern gemacht?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Die wurden über Peer-2-Peer Netzwerke wie Gnutella und Bittorrent weiterbreitet, existieren jetzt irgendwo da draußen und sind auch nicht mehr rückholbar.</p>
<p><i>Habt ihr die Dateien markiert?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Nein, wir haben uns das lange überlegt, ob wir Werbung für uns inkludieren sollten oder eine Kennzeichnung, entschieden uns dann aber ganz klar dagegen. Weiters haben wir die Bücher auch in verschiedenen Formaten angeboten, damit sie nicht auf uns rückverfolgbar sind. Das Problem ist: juristisch gesehen macht man sich durch die Verbreitung komplett angreifbar. Wir haben die Bücher nicht gestohlen, sondern nur genommen, aber nach der geltenden Gesetzeslage dürfte man sie nicht massenhaft weiterverbreiten. Das haben wir gemacht, wollen uns aber nicht festnageln lassen dafür.</p>
<p><i>Wurde Amazon über die massenhaft abgesetzten Suchanfragen auf euch aufmerksam?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Ich weiß nicht genau, was ausschlaggebend war. Das Projekt wurde bis zum 15. November nie offiziell veröffentlicht; es wurde technisch durchgeführt, und es fand in den Massenmedien statt: der Spiegel berichtete darüber, es gab einen Artikel am <a href="http://www.we-make-money-not-art.com/archives/008920.php" class="liexternal">we-make-money-not-art Blog</a>… und dadurch entstand eine schizophrene Situation. Einerseits totale Underground-Technologie, andererseites “Overground”-Presse. Dazwischen gab’s überhaupt nichts. Wir haben keinerlei Informationen nach außen gegeben und waren wie in einem Vakuum. Und Amazon hat sehr wahrscheinlich über die Presse, möglicherweise aber auch über die Suchanfragen bemerkt, dass jemand versucht, ihr System anzugreifen; wobei das natürlich keine Hackerangriffe waren: sie haben das System ja angeboten, wir haben uns die Bücher nicht durch die Hintertür erschlichen und irgendwelche Systeme “gecrackt”, wir haben mit einem Hack die Bücher wieder in ein anderes — nämlich in das klassische — Interface überführt. </p>
<p><i>Wie würdest du “Hack” definieren?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Wir sprechen gern vom media hacking — damit ist ganz spezifisch gemeint: das Eindringen in massenmediale Kanäle mittels Niedrigtechnologie, mittels Technologie, die jedem zur Verfügung steht: wie etwa E-Mail und Web, Mobiltelefone, GPS-Geräten usw. Und damit loten wir die Grenzen die Legalität aus. Wir prüfen vorher, ob es Gesetze gibt, die unser Vorhaben verbieten. Falls ja, kann man manchmal Gesetze übertreten, wenn man das mit sicher selber verantworten kann. Gesetze müssen manchmal auch “angegangen” werden, weil das Recht keine fixe Sache ist, sondern sich ändert, wenn sich Gesellschaft und Technologie ändern. Die “Freiheit der Kunst” ist bei uns ein sehr hoch angesiedeltes Gut, genauso wie die Redefreiheit in den USA: und da kann man andere Gesetze auch darunter ansiedeln, das ist eine Möglichkeit der Rechtfertigung juristischer Twilight-Zones.<br />
Wenn uns dieses Eindringen in die Massenmedien gelingt, dann erreichen wir riesengroße Verbreitung und Frequenz. Das wäre also der Media Hack. Beim “technischen Hack” geht’s, allgemein gesagt, um das Auffinden von Schwachstellen im System bzw. um alternative Benutzung von Interfaces. </p>
<p><i>Spielte das Projekt <a href="http://www.textz.com" class="liexternal">textz.com</a> eine Vorbildrolle für Amazon Noir?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Ich kenne Sebastian Lütgow seit sieben oder acht Jahren und finde seine Tätigkeit großartig. Vor einigen Tagen traf ich ihn in Kopenhagen, dort stellte er eine wunderbare Arbeit vor: einen Screenshot und ein Script, und wenn man das Script ausführt, wird aus dem Bild das komplette “Cryptonomicon” von Neal Stephenson dechiffriert — der Text ist steganographisch im Buch kodiert, das ist zugleich die Zukunft von Textz.com und diese Verschlüsselung wird auch auf juristischer Ebene eine ganz neue Herausforderung. Sebastians aktuelle These ist, dass Copyright bei konvergenten digitalen Medien einfach nicht mehr funktioniert.<br />
Aber wir waren nicht beeinflusst von ihm; wir wollten keine weitere Plattform sein, die Bücher distribuiert, sondern eine aggressive Technologie entwickeln und beobachten, was passiert, wenn wir diese Technologie in den Raum stellen und die ganze Geschichte in eine Handlung verpacken. Dieser Noir-Plot bezieht sich auf die Kriminalautoren der vierziger Jahre wie Raymond Chandler und auf die typischen Gangsterfilme aus dieser Zeit.<br />
Durch solche Inszenierungen versuchen wir, der ganzen Aktion eine weitere Dimension zu geben. Wir möchten das Thema nicht als trockene Copyright-Aktion darzustellen, sondern durch den Transfer bekannter Metaphern in den digitalen Raum eine leicht verständliche Erklärung zu liefern.<br />
Ein anderes Beispiel dafür wäre etwa der <a href="http://www.hijack.org/" class="liexternal">digital Hijack</a> von etoy. Wir haben die ganze Aktion als Flugzeugentführung gescriptet, damit die Wahrnehmung von außen auch wirklich funktioniert. Damit man etwas hat, was man erzählen kann, damit die ganze zugehörige Ästhetik die Geschichte stützt. Das andere Beispiel ist <a href="http://www.vote-auction.net" class="liexternal">Vote-Auction</a>, wo wir im Prinzip auch eine relativ einfache Idee — nämlich Wahlkampfstimmen während der Präsidentschaftswahl 2000 zu kaufen und zu verkaufen — erweiterten. Wir behaupten, dass wir eben nicht Künstler sind, sondern radikale osteuropäische Businessmen, die der Meinung sind, dass man Kapitalismus und Demokratie zusammenbringen müsse. Das war ein wesentlicher Grund für die ausgedehnte Berichterstattung in den Massenmedien.</p>
<p align="center"><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2006/11/amazon-noir1.jpg" class="imagelink" rel="lightbox" title="Amazon Noir"><img id="image186" src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2006/11/amazon-noir1.thumbnail.jpg" alt="amazon noir1.thumbnail Amazon Noir   Interview mit Hans Bernhard"  title="Amazon Noir   Interview mit Hans Bernhard" /></a><br />
<small>Amazon Noir Artwork</small></p>
<p><i>Spielte eure Bekanntheit als net artists für das Zustandekommen des Amazon-Deals eine Rolle?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Ich glaube nicht; ich denke, die werden schon recherchiert haben, wer da dahinter steckt, um rauszufinden, ob wir das auch durchziehen können. Sie haben ja quasi die Katze im Sack gekauft und wussen nicht genau, was wir in petto haben. Da ging’s dann auch um den Preis, um die Einschätzung der tatsächlichen Bedrohung.</p>
<p><i>Eure Software als solche ist ja für Amazon völlig wertlos, abgesehen davon, dass sie nicht weiter verbreitet wird.</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Ja, das auf jeden Fall; wir haben auf der Seite noch das Ablauf-Diagramm und wir haben uns das Recht eingeräumt, die Funktionalität schematisch darzustellen — das müssen wir tun, um die Software zu erklären, sonst existiert die ja gar nicht und ist nur ein Geist. Die Scripts selbst werden wir natürlich nicht publizieren.</p>
<p><i>“Geist” ist ein gutes Stichwort — es gibt von Amazon keinerlei Stellungnahme zu dem angeblichen Kauf der Software. De facto könnte die gesamte Aktion auch nicht statt gefunden haben und bloße Inszenierung sein; war das eure Absicht?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Ich habe letzte Woche mit Cornelia Sollfrank gesprochen, die einen Text für unseren UBERMORGEN.COM Katalog verfasst hat. Sie hat mich dann auch in Bezug auf Amazon Noir gefragt, inwieweit unsere Aktionen auch real statt finden. Meine Antwort darauf: Sie finden definitiv statt, weil es für uns von substanzieller Wichtigkeit ist, das Experiment auch tatsächlich durchzuführen.</p>
<p><i>Diese Antwort erstaunt. Wäre das nicht der “next Level” im media hacking: Berichterstattung über Aktionen, die überhaupt nie passierten?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Wir haben das natürlich schon gemacht und experimentieren damit; aber bei unseren großen Projekten wie <a href="http://www.gwei.org/index.php" class="liexternal">Google Will Eat Itself</a> und Amazon Noir ist es wichtig, dass der technologische Teil funktioniert. Inwieweit dies tatsächlich der Fall ist, variiert, und natürlich gibt’s gewisse Verzerrungen in der Darstellung. Aber das Experiment soll auf jeden Fall statt finden. Sonst ist es eine reine mediale Blase, und die ist für uns nicht so interessant, weil sie keine Verbindung in die Realität hat, und dadurch die Geschichte unglaublich mühsam wird: wir sind ein relativ faules Pack, und es ist sehr mühsam, wenn man alles erfinden muss!<br />
Bei Vote-Auction etwa haben wir die Idee von einem amerikanischen Studenten gekauft; wir mussten bloss noch die Story von den osteuropäischen Geschäftsleuten basteln und ertragen, dass wir jeden Tag Klageschriften bekamen und CIA und die österreichische Staatspolizei hinter uns her waren, dass wir vierzig Interviews pro Tag gaben — das mussten wir alles ertragen, aber wir mussten nichts erfinden.<br />
Wenn du also fragst, ob wir Projekte machen, wo’s gar keine Substanz gibt: Vote-Auction war das ultimative Beispiel dafür. Da gab es gar nichts: nicht einmal die auctioning Software, nur ein Formular, das aus Sicherheitsgründen keine Userdaten gespeichert hat und eine kleine, hässliche Website. Unser Weg war vielleicht umgekehrt: über die Blase zum realen Experiment. </p>
<p><i>A propos reales Experiment: <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/google/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Google">Google</a> will eat itself läuft nun schon eine ganze Weile — und der Konzern zeigt wenig Freude über eure Aktion und hat euch kontaktiert?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Google hat zu uns gesagt, sie verstünden schon, dass sich um Kunst handle, aber wir sollen trotzdem aufhören. </p>
<p><i>Als Shareholder kann man sich nicht mehr registrieren?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Wir haben nur ein technisches Problem mit der Anmeldung; die Technologie läuft, Geld kommt rein, und man wird sich in Kürze wieder anmelden können. Wir stehen derzeit bei über 80.000 Dollar, das ist nicht wenig Geld für ein Kunstprojekt. Wir sind sehr zufrieden damit. Mal schauen, wie sich das weiterentwickelt.</p>
<p><i>Ist die Amazon noir Aktion mit dem Verkauf der Software für euch nun beendet?</i></p>
<p><strong>Hans Bernhard:</strong> Wir sind erstmal froh, dass wir einen Deal mit Amazon machen konnten — die Zeit seit Februar war sehr anstrengend, wir durften einerseits nicht über die Aktion sprechen, andererseits wurde viel berichtet… wir werden demnächst im Kunstbereich die Aktion weiterentwickeln und museale Präsentation und Installationen für Gallerien machen; das sind geplante Erweiterungen, von der Technologieseite her ist Amazon Noir abgeschlossen.</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
Wenn Sie diese Meldung auf einer Homepage sehen, wurde der betreffende Beitrag widerrechtlich und ohne die Zustimmung des Autors veröffentlicht.<br /><em>Digitaler Fingerabdruck / digital Fingerprint: c1d7d6ed6691c7c25dbb043c9a689294</em></small>]]></content:encoded>
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		<title>Die Kolumne #48 (Juni 2003)</title>
		<link>http://blog.datenschmutz.net/2006-09/die-kolumne-48-juni-2003/</link>
		<comments>http://blog.datenschmutz.net/2006-09/die-kolumne-48-juni-2003/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 22 Sep 2006 14:06:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die übliche Urlaubsfrage: Gen_Italien?

Aufgrund der Hitze ohne viel Umschweife gleich zum Wesentlichen — es gibt diesmal drei Punkte zu klären, aber lies selbst:
1.) Ein gutes Wort: Sympathieoffensive. Gehört in einer News-Sendung, gebraucht vom Kommentator im Zusammenhang mit der Öffnung der zypriotischen Grenzbalken, der nun in beide Richtungen passierbar ist. Ein “Volksgruppenführer” wolle so die Leute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die übliche Urlaubsfrage: Gen_Italien?<br />
<span id="more-511"></span><br />
Aufgrund der Hitze ohne viel Umschweife gleich zum Wesentlichen — es gibt diesmal drei Punkte zu klären, aber lies selbst:</p>
<p>1.) Ein gutes Wort: Sympathieoffensive. Gehört in einer News-Sendung, gebraucht vom Kommentator im Zusammenhang mit der Öffnung der zypriotischen Grenzbalken, der nun in beide Richtungen passierbar ist. Ein “Volksgruppenführer” wolle so die Leute für sich einnehmen, heißt es. Volksgruppenführer: Da muss man gleich an hiesige Verhältnisse denken. Da steckt doch von allem etwas drin: Volkstümlichkeit, Kulturgruppen, Volkspartei, Gruppendruck, Führer!</p>
<p>Stellen wir uns vor, die Gewerkschaft verharrt weiter auf ihrem verständlichen Standpunkt. Wir haben Sommer, und gut gezielte Guerilla-Streiktaktiken führten der Konsumgesellschaft in Windeseile vor Augen, wie weit die Spezialisierung in der Großstadt fortgeschritten ist, etwa wenn bei dreißig Grad der Hausmüll drei Wochen lang im Container vor sich hin rottet — Teile der Tierwelt freuen sich, dem Menschen graut. Nehmen wir also keinen Kompromiss an, und die Regierung wird gesprengt. Der finanzministernde Popstar fühlt sich in seiner neuen Mutterpartei nicht mehr adäquat aufgehoben und gründet die GPÖ, werbend mit dem Slogan: “Karl-Heinz — die Sympathieoffensive des Volksgruppenführers”. Selbstverständlich nur eine der vielen Möglichkeiten, aber eine, mit der man rechnen muss wie Abakus.</p>
<p>2.) Eine Fügung, oder wie andere plädieren, Fuge, der ihr Platz in dem Band “Redewendungen der deutschen Sprache für Eloquente. Sprechen wie die Profis und dabei mit natürlich wirkenden Redewendungen das Gegenüber mit Charme für sich einnehmen” sicher sein sollte: “Knittelfelder Beschlüsse”. Ein zwanghafter, schmerzlich geborener Einschnitt, der im Nachhinein noch viel Aufregung verursacht. Dann hätte der sympathische Ort mit dem etwas brutalen Namen endlich auch seinen poetischen place on the map neben der sprichwörtlichen Kremser Suppe, dem Villacher Fasching oder der offiziell so gern verschwiegenen Fetischneigung des südlichen Horitschon im Burgenland.</p>
<p>3.) CD–<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/kopierschutz/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kopierschutz">Kopierschutz</a>: Es muss an dieser Stelle einmal klar ausgesprochen werden, um ein altes Missverständnis auszuräumen: Wir von <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/the-gap/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with the gap">the gap</a> sind klar dagegen, dass <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/musik/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Musik">Musik</a> in jeglicher Form kopiert wird. Wir wären auch in unserer späten Jugend niemals auf die pubertäre Idee gekommen, Udo-Huber-Sprachfetzen-verseuchte Chartbreaker auf Kassette zu verewigen. Ohne zahllose Rechtewahrungsverträge, Copyright-Gesetze und wirkungsvolle Verfolgung krimineller CD-Weitergaben, speziell auch online, wird es in wenigen Wochen ein kulturelles Schaffen, keinen Fortschritt mehr geben können, sondern nur noch bloße Stagnation. Sollen Menschen etwa aus Spaß <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/musik/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Musik">Musik</a> machen? Eben.</p>
<p>Wir von the gap, zumindest der Großteil der Redaktion, sind daher wirklich vorbehaltlos gegen das Kopieren von Musik, selbst mit dem Einverständnis des Musikers ist das nicht okay, so viel Konsequenz muss sein. Wo das mal klar gesagt wäre, möchte ich nur eines anmerken: Ich bin froh über die neuen Kopierschutzsysteme, die es unmöglich machen, eine legal erworbene CD auf die Festplatte zu grabben, um sie z. B. auf die Uhr mit eingebautem <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/mp3/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with mp3">MP3</a>–Player zu überspielen, wie wir das alle ja täglich tun. Es ist endlich völlig unmöglich, solche CDs zu kopieren. Gott sei Dank!</p>
<p>Da müsste man schon einen Audio-CD-Player mit optischem Digitalausgang mit dem optischen Digitaleingang der Soundkarte verbinden (passende SPDIF-Kabel hat der Fachhandel) und mit entsprechender Software, z. B. WaveLab, digital mitschneiden, wenn die CD läuft. Oder man müsste statt Windows Linux verwenden. Aber das tut bekanntlich niemand, und darum danken wir dafür, dass viele unserer CD-Player die kopiergeschützten CDs nicht mehr abspielen können, denn das ist ein kleiner Nachteil angesichts der vielen Vorteile, die der Kopierschutz dem Konsumenten bringt! Ja genau, zahllose Vorteile, wie z. B. der, dass man mit kopiergeschützten CDs der King auf jeder Kopierschutzparty ist. In diesem Sinne: Zerreibt diese <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/kolumne/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kolumne">Kolumne</a> und verteilt sie zusammen mit euren ungeschützen, kopierverseuchten Old-School-CDs unter den Armen!</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>Unbotmäßigkeit, die (f.)</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Sep 2006 09:53:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kopierschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[Von der Wichtigkeit der Nachhaltigkeit der finanziellen Schutzmaßnahmen der Invetstitionssicherheit in geistige Güter nach der Vorstellung von Meinungsforschern

Es überrascht nicht weiter, wenn Vertreter von Firmen wie M$ in Podiumsdiskussionen argumentieren, dass nur ausreichender Schutz geistigen Eigentums Investitionssicherheit und somit Investitionsanreize in der Informationsgesellschaft bieten.
Das europäische Center für eCommerce bietet solchen besorgniserregenden Umtrieben auch noch eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von der Wichtigkeit der Nachhaltigkeit der finanziellen Schutzmaßnahmen der Invetstitionssicherheit in geistige Güter nach der Vorstellung von Meinungsforschern<br />
</em></p>
<p>Es überrascht nicht weiter, wenn Vertreter von Firmen wie M$ in Podiumsdiskussionen argumentieren, dass nur ausreichender Schutz geistigen Eigentums Investitionssicherheit und somit Investitionsanreize in der Informationsgesellschaft bieten.</p>
<p>Das europäische Center für eCommerce bietet solchen besorgniserregenden Umtrieben auch noch eine Plattform — zumal “2 kürzlich durchgeführte Studien” (wie wir diese Formulierung lieben!) stichhaltig beweisen, dass private Kopien den unausweichlichen wirtschftlichen Bankrott der EU innerhalb weniger Stunden bedeuten.</p>
<p><strong>Wesentlich mehr Komfort für den Konsumenten</strong></p>
<blockquote><p>Auf möglicherweise bahnbrechende Neuerungen durch Digital Rights Management (<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/drm/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with DRM">DRM</a>) beziehungsweise durch neue Technologien macht schließlich Alexander Schnider von Wolf Theiss Rechtsanwälte aufmerksam “Durch die HDCP-Verschlüsselung, welche bei <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/hdtv/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with HDTV">HDTV</a>–Fernsehgeräten flächendeckend zum Einsatz kommen soll, wird es in Zukunft nicht mehr möglich sein, TV-Sendungen einfach aufzuzeichnen.”</p></blockquote>
<p>ergänze: für Otto Normaluser.</p>
<p><strong>Grenzen verschwimmen</strong></p>
<blockquote><p>Als ein Beispiel für “DRM für jedermann” stellte Microsoft-Unternehmenssprecher Lutz ein neues Tool seines Unternehmens vor. Damit soll in Microsoft Office die Lizenzierung kreativer Arbeiten nach <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/creative-commons/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Creative Commons">Creative Commons</a> möglich gemacht werden.</p></blockquote>
<p>Wir raten mal keck, was dieses Tool tut… hmmm… einen automatisierten Button zum Einfügen eines Links zu CC in Word integrieren? Ich seh schon die nächste Wired-Schlagzeile:<br />
“M$ embraces CC”.</p>
<p>Der Ziegelstein der Erkenntnis lässt dann allerdings nicht lange auf seine Niederkunft warten:</p>
<blockquote><p>In den allgemeinen Ergebnissen der Veranstaltung kamen die Experten zum Schluss, dass “Digital Rights Management” rechtlich verankert, aber trotzdem immer wieder Gegenstand der Kritik sei.</p></blockquote>
<p>Wie gut, dass es nicht nur Datenschmutzer, sondern auch Experten gibt.</p>
<p>Quelle:<br />
<a href="http://derstandard.at/?url=/?id=2489695" class="liexternal">derstandard.at</a></p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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