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Gerlinde Hinterleitner (Der Standard, ÖWA) Berlin 2007 img_4533.jpg Helge Fahrnberger Die ars feierte in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag.
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Artikel-Schlagworte: „Landing Page“

Blogistan Panoptikum KW11 2009

stadtsilu Blogistan Panoptikum KW11 2009So langsam scheint's ja doch was zu werden mit dem Frühlingsbeginn - zumindest fällt statt Schnee nur mehr Regen. Das könnte der Optimist, der mit dem halbvollen Cuba Libre da drüben in der Ecke steht, doch durchaus für ein gutes Zeichen halten. Wobei Optimismus in Zeiten von Amokläufen an Schulen zumindest in Mainstream-Medien derzeit eher dünn gesät ist. Da sind Computerspiele als Schuldige natürlich schnell zur Hand - denn im Zweifelsfall wird das einfache Ursache-Wirkungs-Prinzip gegenüber komplizierten Erklärungsversuchen bevorzugt: das nennt man der Publizistik-Wissenschaftler dann wohl die "Komplexitäts-Reduktions-Leistung" der Massenmedien.

Calli steht Rede und Antwort

Reiner Calmunds Kommentare in der Kocharena sind einfach nur legendär. Aber der kürzlich 60 gewordene Fußballexperte hat nicht nur ein großes Herz für gutes Essen, sondern auch fürs Web - sein Twitter Account @Calmund ist - eine Rarität dieser Tage - echt. Dort schreibt auch kein Personal Assistant, sondern der Big Boss himself:

Kaum zu glauben, aber ein Leben ohne Internet ist auch für mich "alten Sack" inzwischen schwer vorstellbar. Ich bin zwar gerade 60 geworden, aber dennoch ein großer Verfechter des Internets, was ja nicht immer so ist in meiner Generation. Das Schlagwort Web 2.0 ist mir natürlich seit der Gründung meiner Präsenz "Calli Island" in der virtuellen 3D-Welt Second Life, Anfang 2007, ein Begriff, und Youtube begeistert mich schon mindestens genauso lange. Oft sitze ich mit Freunden vor dem PC und amüsiere mich über die Parodien, die über mich im Netz veröffentlicht sind. Soziale Netzwerke erfahren einen enormen Zuspruch, manchmal wundert mich die Offenheit der Leute, aber im Prinzip handele ich ja genauso.

Das Zitat stammt aus einem aktuellen Interview, das Metty mit Reiner geführt hat - den Rest des Gesprächs gibt's auf Twitter-Log nachzulesen.

Games do not Kill. Guns Do.

Tim K. versetzt ein Land in Schrecken. Obwohl Deutschland eines der strengsten Jugendschutz-Gesetze hat, entflammt der Amoklauf in Winnenden erneut die Diskussion über die potentielle Gefährlichkeit von Computerspielen. Während unter Bloggern weitgehende Einigkeit herrscht, dass kein noch so strenges Gesetz die Gesellschaft vor solch unfassbaren Einzelfällen schützen kann, herrschen in den Mainstream-Medien geteilte Ansichten - und die Kanäle beginnen sich zu vermischen: so berichtet medienlesen, dass Bild.de 150 Tweets mit allen Details des Amoklaufs über den Newsticker schickte. Von einer völlig anderen Seite geht der Beitrag am Graubrotblog das Thema an - mit sehr persönlichem Zugang. Die Schule, so der Autor, werde von vielen Schülern als Terror und Unterdrückung erlebt, Mobbing stehe an der Tagesordnung. Solange Eltern ihre eigenen Erlebnisse verdrängen und nach vergleichsweise einfachen Erklärungsmustern suchen, werde sich an der Situation nichts ändern - absolut lesenswerter Beitrag!

Wer ebenfalls der Meinung ist, dass nicht Computerspiele das Problem sind, dem empfehle ich die FlickR-Gruppe Games don't Kill. Jana und Harald haben die Sache ins Rollen gebracht:

My standard response to the argument "Guns do not kill. People do.": Yes, that’s right and that is true with any technology. The a-bomb wouldn’t be fatal if it weren't launched. The biggest tragedies have been caused by humans. Homo hominem lupus est. The point to bring across here is: You have games, you have guns. The possession of which do you think is lethal? Schäuble thinks it’s games, and I say: Can we talk about gun possession instead? Please? Guns are the real problem.

Wie kann man mitmachen? Bild anfertigen, zur FlickR-Gruppe hinzufügen!

fallgame Blogistan Panoptikum KW11 2009

SEO-News der Woche

Laut Feedback muss die erste SEO-Campix ein voller Erfolg gewesen sein - wenn's 2010 eine Neuauflage geben sollte, werd ich mich wohl auch auf den Weg machen, in diesem Jahr ging sich's leider nicht aus. Ich würd die mir großteils nur virtuell bekannten üblichen Verdächtigen ja gern mal Face-2-Face sehen.

LPO, Baby!

Der SEO Evangelist predigt Landing Page Optimization - dazu gibt's einige lesenswerte Beiträge, die jeder SEO verinnerlichen sollte - private Seiten sind eine Sache, aber der beste Traffic ist wertlos, wenn die Seite durch unklare Strukturierung Besucher verwirrt und Conversions verhindert. In der Tat eine Thema, das gerne im deutschen Sprachraum nicht selten durch den Analyse Rost fällt...

Google startet mit Behavioral Targetting

Es war in der Tat nur eine Frage der Zeit - jetzt macht Big G ernst mit personalisierter Werbung:

Bislang war es so, dass Google seine Werbung lediglich am Inhalt der Webseite bzw. des jeweiligen Onlineangebots ausgerichtet hat. Zukünftig wird durch Google eingeblendete Werbung zudem auch an den Besucher einer Webseite angepasst, an jeden einzelnen und zwar rückwirkend. In der Praxis sieht das Ganze dann so aus, dass man in seinem Google-Profil Vorlieben für bestimmte Themen angeben bzw. bestimmte Themenbereiche ausschließen kann, zum anderen aber möglicherweise interessante Themen auch von Google selbst evaluiert und in Werbeeinblendungen angezeigt werden.

Inzwischen dürfte sich also eine hinreichende Menge von Analytics-, Chrome- und sonstigen Daten angesammelt haben. SEO Handbuch veröffentlichte einige interessante Überlegungen zu praktischen Problemen, die sich aus derartiger angepasster Werbung für User, aber auch Webmaster ergeben:

Durch diese interessenbezogene Werbung ergeben sich - wie Google selbst geschrieben hat - ggf. Probleme mit den Datenschutzbestimmungen. Eine Vorformulierung bzw. ein Muster wie diese rechtssicher formuliert werden kann, wird nicht angeboten ("Da Publisher-Websites und gesetzliche Vorschriften von Land zu Land unterschiedlich sind, können wir leider keine bestimmte Formulierung für die Datenschutzbestimmungen vorschlagen"). Man ist also auf seine eigene Weisheit angewiesen.

Da bin ich doch direkt froh, dass ich AdSense nicht verwende...

Rückblicke auf die SEO-Campixx

Die Rückmeldungen zur SEO-Campixx fielen durchwegs positiv aus - SEO-Radio.de gefiel vor allem der Networking-Aspekt. Ich war ja nicht vor Ort, dürfte aber einiges versäumt haben - zumindest legt mein Lieblingszitat dies nahe:

Am Abend ging es dann mit Bullriding und Party weiter, hier kann ich nicht viel zu sagen da ich ab dann aufgehört habe mitzuschreiben. Zu essen gab es Breuler mit unterschiedlichen Salaten.

Eine Frage nur: was genau ist Breuler? Google spuck "männliches, gebratenes Federvieh" aus. Sumaphil sprach den Veranstaltern ebenfalls ein Kompliment aus:

Tolle Vorträge, toller Event-Teil (hey, ich fand sogar die Crackhuren cool), tolle Organisation (Hut ab), schade nur, daß der eigentliche Barcamp-Teil nicht so intensiv genutzt wurde.
Ich hoffe daß Marco trotz des vielen Stresses es sich nochmals überlegt, und es auch eine SEO-Campixx 2010 geben wird.

Den Podcast-Rückblick für audiophile Informationsverarbeiter gibt's bei Radio4SEO.

Video der Woche: Nostalgia

Von den Clubs auf den Computermonitor: das Genre "Wand-Videotapete" kommt nicht zuletzt dank Vimeo zu ungeahnter Popularität: Tilt, Shift, Burn! Nostalgia von Edgar Maguyon:

Und das war's auch schon wieder mit dem aktuellen Wochenrückblick - aber oder trotzdem bleibt alles spannend. Nächste Woche bin ich gleich zum Auftakt um Markting-Montalk auf Hans-Peters Couch zu Gast (es geht um das Thema Inhouse vs. Outhouse SEO/SMO), am Dienstag halte ich auf Einladung von Dieter bei HP einen Vortrag. Außerdem gibt's ab nächster Woche wieder frische u-ton Sendungen - wir lesen uns morgen!

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Spam-Landing-Pages: Quod Google licet…

Google AdSense Landing PagesGoogle ist gerade kräftig dabei, neue AdSense-Einnahmequellen zu erschließen und zeigt sich dabei in punkto "Beachtung der eigenen Hausordnung" wenig zimperlich. Nach dem erfreulichen Ergebnis des dritten Quartals will man anscheinend auch in Krisenzeiten den Gewinn weiter steigen lassen. Wenig überraschend ist daher, dass seit kurzem AdSense Anzeigen auch in Flash Games geschalten werden können, Google Maps plötzlich bezahlte Links am unteren Ende aufweisen und Youtube sich neuerdings mit "Click-to-buy" Buttons schmückt. Eine wirklich Überraschung sind allerdings die neuen Syndication Pages.

Der Hinweis auf die geänderte Policy erschient zuerst bei TechCrunch. Dort wurde fälschlicherweise auch die seit über einem Jahr im Einsatzbefindliche "Ad-Suche" als Novität beschrieben - ich kann mir ja beim besten Willen nicht vorstellen, dass außer professionellen Marktbeobachtern und Usern, welche die Anzeigen-Suchbox mit einer normalen Search-Funktion verwechseln, irgend jemand gezielt nach Anzeigen sucht - aber die Wege des Surfers sind unergründlich. Eine wirkliche "Innovation" sind allerdings die Syndication Pages:

Diese Seiten werden Google selbst betrieben und sehen in etwa so aus. Man erreicht sie über spezielle GoogleAds (anscheinend befindet sich das "Feature" noch im Teststadium), die aus einzelnen Keywords bestehen, und diese sind mit solchen Seiten verlinkt. Im Zusammenhang mit der syndizierten Seitensuche bietet Google derartige Werbe-Seiten schon länger an, der Einsatz im Kontext von Ads ist vor allem deshalb skurril, weil der ganz klar Googles eigenen Richtlinien widerspricht. Und diese Regeln hat Google geschaffen, um die Qualität des Produkts sicher zu stellen und Landing-Page Spammern den Saft abzudrehen.

Denn bei AdSense bezahlt der Advertiser für den Klick auf seine Anzeige keinen fixen Preis, sondern die Kosten richten sich nach mehreren Faktoren - einer davon ist die Qualität der "Landing Page", also der Seite, auf welche die betreffende Anzeige verlinkt. Die Rankingfaktoren erklärt Google in den Guidelines, spannend wird's bei folgendem Punkt:

Provide substantial information. If your ad does link to a page consisting mostly of ads or general search results (such as a directory or catalog page), provide additional, unique content.

Naja, was soll man dazu sagen? Wer die Regeln gemacht hat, kann sie offensichtlich auch ungestraft brechen. Faszinierend jedenfalls, wie Google eine ehemalige Guerilla-Taktik zum Unterlaufen des allmächtigen Algorithmus ganz einfach ins eigene Produktportfolio integriert. Die Kombination aus Quasi-Online-Such-Monopolist und Nahezu-Anzeigen-Monopolist kommt der alten alchemistischen Formel, mit der man Dreck in Gold verwandelt, wohl näher als jedes andere Businessmodell.