Schon wieder Sonntag, aber das letzte Wort der Woche fehlt noch, aber keine Sorge: durch Medien-Kunstausstellungen zu mäandern hält niemanden vom Rückblicken ab, ganz im Gegenteil: zumal doch in der vergangenen Woche sich Unvorstellbares zutrug - und wir sprechen hier nicht von Dominiks neuer Aufgabe als Seitenblicke-Spielertrainer. Und diese Woche gilt: only bad news are good news! Gmail war down, das Internet gehört Google, eBook Reader sind viel zu teuer, SEO ist tot und WordPress-Installationen werden gehackt: sozusagen eine Traum-Woche für den Katastrophenjournalisten in uns. Wie immer begrüßen Sie Linzerschnitte und datenschmutz herzlichst zum Höllenritt durch sieben Tage Blogosphärenwahnsinn - dieses Panoptikum ist für Leser aller Altersstufen teilweise unbedenklich.
Unser Lieblings-Netzwerk wurde vierzig - vor vier Dekaden begannen Len Kleinrock und sein Team am UCLA mit den ersten Tests für ein Kommunikationsnetzwerk, das verschiedene Universität verbinden sollten und einen freien Informationsaustausch ermöglichen. Uneingeschränkte Partylaune will sich bei der New York Times dennoch nicht einstellen:
There's still plenty of room for innovation today, yet the openness fostering it may be eroding. While the Internet is more widely available and faster than ever, artificial barriers threaten to constrict its growth.
Call it a mid-life crisis.
Der Standard, Copycat Nr. 1 unter den österreichischen "Qualitätszeitungen", würdigt das Jubiläum mit einer würdigen Übersetzung und gibt lustigerweise als Quelle AP/APA an:
Für Innovationen ist zwar sicher immer noch genug Raum da, aber die Offenheit scheint doch zu schwinden. Vielleicht erlebt das Internet ja gerade so etwas wie seine Midlife-Crisis.
Vielleicht erlebt ja der Printjournalismus gerade seine End-of-Life Krise?
Kevin Marks' How Twitter works in theory gehört wohl zu den meist-zitierten Artikeln der Woche - bis 2007 war der Autor Head Engineer bei Technorati (und seit er für BT arbeitet, ist offensichtlich niemand mehr in der Lage, den Spider zum Arbeiten zu bewegen). Der gelernte Kommunikationswissenschaftler würde ein paar Schlagwörter samt rudimentärer Erklärung vermutlich nicht unbedingt als genuine Theorie des Micro-Blogging durchgehen lassen, aber lesenswert sind Kevins Ideen allemal:
At its heart Twitter is a flow - it doesn't present an unread count of messages, just a list of recent ones, so you don't have email's inbox problem - the implicit pressure to turn bold things plain and get that unread number down. Instead, you can dip in and out of it, when you have time, and what you see is notes from people you care about.
Okay, ich geb's zu: der rund 100 Minuten dauernde Gmail-Ausfall von letzter Woche ist mir nicht einmal aufgefallen, allerdings nutze ich Googles Kommunikationsservice auch lediglich auf meinen Homepages als relativ spam-resistente öffentliche Kontaktadresse und Durchgangsstation zu meinem "richtigen" Mailserver. Geschuldet war der eher ungewöhnliche Ausfalle laut Gmail Blog überforderten Routern:
At about 12:30 pm Pacific a few of the request routers became overloaded and in effect told the rest of the system "stop sending us traffic, we're too slow!". This transferred the load onto the remaining request routers, causing a few more of them to also become overloaded, and within minutes nearly all of the request routers were overloaded. As a result, people couldn't access Gmail via the web interface because their requests couldn't be routed to a Gmail server. IMAP/POP access and mail processing continued to work normally because these requests don't use the same routers.
Dieses Szenario wird sich laut Google nicht mehr wiederholen, veranlasste aber Joe Kissell auf Macworld.com zu einem Lob des Desktop-E-Mail Clients. Grundsätzlich teile ich ja Joes Meinung, aber dieses Argument bestätigt durchaus totgeglaubte Vorurteile gegenüber Mac-Usern:
I'll still take a desktop e-mail client (such as Apple Mail, Microsoft Entourage, or Mozilla Thunderbird) any day. Why? Well, there is the issue of outages like the one Gmail experienced this week. I like to be able to access my e-mail whenever I want.
Man fühlt sich versucht, ins Kontaktformular zu schreiben: "It's in the server, st00pid!" Im Zeitalter des mobilen E-Mail Zugangs macht Pop3 einfach keinen Sinn mehr - und wenn die Gegenstelle, spricht der Mailserver, nicht mehr will, dann hilft auch der beste lokale Client nicht weiter... aber meist ist bloß ein bisschen Geduld gefragt, also nicht gleich ausfreaken, wenn mal ein paar Minuten nix geht, meint JK:
I heard all kinds of complaints when Gmail went down. People saying that email service X would never go down like that. Or others saying that Google OWED us to keep Gmail up and running. Give me a break, stuff happens. When I was in the corporate world it was oh, so common to hear employees at some large company or another wandering down the halls claiming that "email is down again." And this is the fancy corporate Exchange Server that only has to keep their own employees working. Stuff happens.
199$ klingen nicht gerade nach Luxusgegenstand – so viel kostet Sonys neuer eBook Reader bei Amazon.us. Aber das ist den meisten potentiell digitalen Leseratten immer noch viel zu teuer, wie eine aktuelle Studie von Forrester Research belegt:
Even among frequent readers with a household income above $75,000, current prices put e-book devices firmly in the expensive luxury category. Forrester's survey of 4,700 online consumers in the U.S. found average consumers believe the value of e-book readers to be between $50 and $99, well below the cheapest reader on the market today. Only 14 percent of consumers said that prices of $199 or higher fall even within the "It’s expensive but I might consider it" range, according to Forrester.
Da liegt der Gedanke an die Preisstützung beim Handy natürlich nahe: wenn digitale Inhalte über Abos vertrieben werden sollen, dann brauchen die Lesegeräte allerdings mindestens WiFi, wenn nicht gar UMTS oder zumindest EDGE - die meisten derzeit verfügbaren Reader lassen sich allerdings bloß per USB-Kabel mit Lesestoff füttern. Wird wohl doch noch ein paar Wochen dauern, bis die Mediaprint-Druckerei völlig arbeitslos wird.
John Andrews trifft wie immer den Nagel auf den Kopf, wenn er die Markt-Dominanz von Big in G in einem aktuellen Posting thematisiert:
Eric Schmidt, the guy who thinks Wikipedia is the greatest gift to mankind ever created by man, has web publishers (and domain owners) in his cross hairs. If Google succeeds, no one needs a domain name and no one needs to create a brand. They just need to submit to Google, and then, perhaps if Google has not completely satisfied the users with "the answer", provide a way to be contacted or a server IP for a web site for further reading (perhaps through the Google Profile conduit).
Diese technologische Total-Abhängigkeit zeichnet sich schon längst am Horizont ab - das Beispiel China zeigt, wie perfekt sich Suchtechnologie und Kontrollbedürfnis vereinbaren lassen. Google gestaltet unsere Vorstellung vom Netz, das schlichte Eingabefeld wurde zu unserem Haupt-Interface bei der Informationserschließung - schon jetzt bestimmt ein einzelner Gatekeeper über Quellenrelevanz. Was John zu seinem Posting veranlasst hat, war dieses Zitat von Eric Schmidts über die Zukunft seiner Suchmaschine auf TechCrunch:
So I don't know how to characterize the next 10 years except to say that we’ll get to the point - the long-term goal is to be able to give you one answer, which is exactly the right answer over time... what I’d like to do is to get to the point where we could read his site [the definitive authority on a particular searched query] and then summarize what it says, and answer the question.
Mit anderen Worten: Eric will das Web abschaffen und alle öffentlichen Webseiten dieser Welt zu Zulieferern degradieren. Schöne Aussichten... das wär's dann mit dem Thema "Meinungsvielfalt", wenn man bedenkt, dass schon jetzt 90% aller Suchen über einen einzige Anbieter laufen.
Jeremy hat völlig Recht: wer als SEO seine Arbeit nicht klar rechtfertigen kann, hat bald keinen Job mehr. Die Aura des Mysteriösen ist verflogen, gutes Linkbuilding ist ebenso mühsam wie teuer, und mit simplen Tricks kommt man nicht mehr weit - was die Arbeit auch unglaublich öde macht, denn schlecht positioniert sind nur noch Seiten mit gravierenden technischen Fehlern oder gravierendem Fehlverständnis für den Keyword-Longtail:
SEO Agencies providing client work are a dying breed. Especially when any monkey can have wordpress or any other CMS system up and running in 5 minutes and totally SEO'd as much as needed.
Noticed a trend it what dominates most search results lately? Wikipedia and wordpress blogs. How many SEO’s do you think they hired ? =P
Tja, waren ein paar lustige Jahre, und es kann nicht schaden, zu wissen, wie man eigenen und Kundenseiten das gewisse Extra an SM-Traffic verschafft... aber warum man seinen Berufsalltag freiwillig mit Linkbuilding verbringen wollen sollte, ist mir ein Rätsel
Runde Ecken via CSS? Zukünftig alles kein Problem mehr... oder doch? Die Versionsumstellung bringt nicht nur mehr Programmier-Komfort, sondern auch einige gravierende Neuerungen, die David Eisenberg auf A List apart übersichtlich inklusive weiterführender Links zusammenfasst. Trial und Error bleibt ambitionierten Webdesignern natürlich nicht erspart:
By doing this, you'll find out what works and what doesn't. For example, I discovered that, as of this writing, Firefox 3.5 treats elements like article and section as display:inline, and I had to explicitly set them to display:block to make them work as expected.
Eine der wohl wichtigsten Änderungen sind die neuen Strukturierungselement: während man bisher mit verschiedenen div-KLassen arbeitete, bringt HTML5 diverse dezidierte Block-Elemente wie "nav" (für die Navigation), "footer" und "article" mit, die Lachlan Hunt in diesem Beitrag im Detail beschreibt. Interpretiert wird der neue Mark-Up Standard derzeit von Chrome, Firefox 3.5, Opera und Safari - Microsofts IE übt sich bislang in vornehmer Zurückhaltung, was die Verbreitung wohl ein wenig bremsen dürfte.
Unliebsame Eindringlinge gibt's nicht nur im richtigen Leben: auch virtuell mussten sich in den letzten Woche und Monaten einige Blog-Betreiber über ungebetene Gäste ärgern - die Ursachenforschung ergibt in 99% der Fälle hochgradig monokausales Verschulden: denn sobald ein sicherheitskritisches WordPress-Update auftaucht, sollte dieses so zeitnah wie möglich installiert werden: ist eine Sicherheitslücke erst einmal bekannt, dauert es in der Regel nicht lange, bis sie nach Strich und Faden ausgenützt wird. Das WordPress Blog rät aufgrund eines aktuell grassierenden Wurms nachdrücklich von Laissez-Faire Taktiken ab:
A stitch in time saves nine. Upgrading is a known quantity of work, and one that the WordPress community has tried its darndest to make as easy as possible with one-click upgrades. Fixing a hacked blog, on the other hand, is quite hard. Upgrading is taking your vitamins; fixing a hack is open heart surgery. (This is true of cost, as well.) [...] The only thing that I can promise will keep your blog secure today and in the future is upgrading.
Dem kann man nur zustimmen - es gibt zwar diverse Security-Plugins, aber Vorsicht ist besser als Nachsicht: also lieber nicht slacken und sofort den ftp-Client oder die automatische Update-Funktion anwerfen, denn Vorsicht ist in diesem Fall definitiv besser als Nachsicht. [via ma.tt]
Bei diesem hübschen Kerlchen handelt es sich um einen blauen Pfeilgiftfrosch, den Tambako im Züricher Zoo mit seiner 105er Makrolinse zu einer Modelling-Session überreden konnte. Ich glaub, ich muss demnächst mal nach Zürich. Und: ob blau, ob grün: Frösche sind einfach verdammt fotogen! Vielleicht sollte ich diese Rubrik in "Froschfoto der Woche" umbenennen.
Walter5.15 produzierte, führt Regie und schnitt diesen Kurzfilm - gedreht wurde im National Black Theatre in Harlem, das gesamte Set hat das Team selbst gebastelt: visuell ziemlich nett, vielleicht ein bisschen länger als nötig - aber insgesamt sehr stimmig:
http://www.vimeo.com/5569709Schön, wenn es einem so gut geht, dass man sich über Ernährung Gedanken machen kann. Manche von uns werden von der Kinesiologin ihres Vertrauens auf eine Beinahe-nur-Wasser-Diät gesetzt, andere lassen sich auf TCM ein und beschäftigen sich seitdem mit den wunderlichen Welten kühlenden und hitzebringenden Nahrungsmittel - die meisten von uns haben lange genug an ihrer Frustrationstoleranz gearbeitet um die Freuden verzögerter bzw. "nachhaltige" Gratifikation zu schätzen. Doch manch rebellischer Jungspund steht noch für seine Ideale (Speck!) ein und lässt sich von nichts und niemandem etwas sagen, schon gar nicht, solange er schneller als die Ernährungberaterin auf ihren "little high heels" ist.
How to increase Retweets on your TweetsDas waren unsere letzten sieben Tage im Schnelldurchlauf - wir danken für Ihre Whuffies (so nennt Tara Hunt die Währung der Aufmerksamkeit), bleiben Sie uns gewogen und schauen Sie nächste Woche wieder rein, wenn es heißt: "Artisten, Tiere, Attraktionen: alles virtuell". Wir wünschen einen schönen Restsonntag und poken uns morgen im Social Web.
Die diesjährige ars electronica wählte Human Nature als verbindende Klammer des umfangreichen Festivalprogramms, im Fokus des traditionell hochkarätig besetzten Symposiums standen Biotechnologie und Cloud Computing. Da sich Linz in diesem Jahr mit dem ehrenvollen Titel "europäische Kulturhauptstadt" schmückt, bot sich den Besuchern auch abseits der medienkünstlerischen Leistungsschau ein breites Spektrum kulturellen Fast- und Slowfoods. Außerdem glaubt man gar nicht, wie uralt die digitale Medienkunst schon ist: 2009 feierte das ars electronica Festival sein 30jähriges Jubiläum
Meine persönlichen Highlights: Niklas Roys Afrika-Hoax und Xiao Qiangs Keynote Activism without organization über die chinesische Internet-Szene.

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Immer wieder sieht man Kulturpessimisten Graffiti-Sprüche an Linzer Innenstadtwände malen á la "Twitter ist Nahrung fürs Hirn, aber satt werd ich davon nicht." Damit ist nun Schluss, denn Judith aka Linzerschnitte lässt dem Schokoladen-Hintergrund Taten folgen und verlost eine Original Linzertorte unter allen Followern:

Ich geb zu: ein wenig deplatziert kam ich mir auf der meshed #1 schon vor - aber das ist bloß das alte Problem der Innen-/Außenperspektive. Für Einsteiger in den Bereich des Social Marketing gab es allerdings mit Sicherheit einiges an Informationen zu sammeln; die Frage ist in weiterer Folge natürlich, inwieweit auch das Prozessieren und weiterführende Einsetzen dieser neu gelernten Tools und Strategien dann auch gelingt. Denn eigentlich illustrieren die von den Vortragenden gerne zitierten Beispiele feat. Dell & Co. vor allem eines: wirklich erfolgreiche Social Media Strategien sind meist best practices: wir haben noch kaum Erfahrung, wir sammeln sie gerade. Grosso Modo hat der erste Tag Einsteigern in die Materie einen guten Überblick verschafft - und die Sky Loft im Ars Center ist ein äußerst angenehmer Veranstaltungsort.
@linzerschnitte - Judith hat die meisten Fragen zuerst richtig beantwortet. Gratulation! Ich hab's den Teilnehmer bei der Twitter-Quiz-Premiere nämlich besonders schwierig gemacht: es gab jeden Tag mehrere Fragen zu nicht angekündigten Zeitpunkten, außerdem habe ich bemüht, einige Fragen zu stellen, die mit der Standard-Methode (=Google Suche) nicht so ohne weiteres zu beantworten sein sollten. Aber immerhin gibt's ja auch um eine Konferenzkarte im Wert von rund €700,-. Wer hier leer ausgegangen, hat noch eine zweite Chance: Jürgen Liechtenecker verlost auf seinem Blog ebenfalls eine Karte - und zwar nach dem Dalli-Dalli-Bilderrätselprinzip. Hier mein persönliches Fazit zum ersten datenschmutz-Twitter-Quiz:
Sich gute Fragen zu überlegen bzw. zu recherchieren ist gar nicht so einfach - im Zeitalter von Google lässt sich ein beträchtlicher Teil der Antworten ohne weiteres bereits mit der Google-Resultpage beantworten, und ausführliche Formulierungen scheiden aufgrund des 140-Zeichen Limits minus Tag sowieso aus. Die ganze Aktion hat mich stark an die Zeit erinnert, als ich bei der mobilkom für die Redaktion der Winnerzone, ein hauseigenes SMS-Quiz von A1, zuständig war. (Bei dem die Gewinnchancen auf neue Handys im Übrigen recht hoch sind - wer genügend SMS-Kontingent im Vertrag hat, dem kann ich Mitspielen nur empfehlen, es handelt sich *nicht* um eine Mehrwertnummer, derzeit ist allerdings kein Game online) Im großen und ganzen war die Aktion für mich ein voller Erfolg und - soweit ich weiß - im deuschen Sprachraum eine Premiere. Und das sind die Learnings, die ich aus meinem ersten Twitter-Quiz mitgenommen habe:
Nun bleibt mir nur mehr, gespannt drauf zu warten, welche österreichische "Viral Marketing Agentur" mir diese Idee als erste nachmacht und als ihr Konzept verkauft
Aber im Ernst: war für mich eine spannende Erfahrung, die ich sicherlich in Kürze wiederholen werde. </eigenwerbung on>Also an dieser Stelle ein kleiner Wink mit dem virtuellen Zaunpfahl an alle potentiellen Marketingpartner: attraktive Preise sind immer gern gesehen! Und da man mittlerweile mit datenschmutz als Partner in drei Tagen via Blog, Facebook, Twitter und Co. locker weit über 15.000 Personen erreicht, sind die Kontaktkosten sogar bei teuren Preisen sensationell niedrig... </eigenwerbung off>
Hier zur Nachlese nochmal alle Fragen, die ich im Lauf des meshed-Quiz über Twitter rausgeschickt habe. Übrigens: richtig beantwortet wurde jede einzelne Frage, sogar die mit dem Frosch-Traum.
11.05.2009 15:00
Frage 1: Microsoft zahlte 240 Mio $ an Facebook. Wieviele Unternehmensanteile (in Prozent) bekam MS dafür? #meshed-quiz
Antwort: 1,6 Prozent
11.05.2009 16:20
Frage 2: Wie heißt die kürzlich veröffentliche Social Network Software der WordPress-Macher? #meshed-quiz
Antwort: BuddyPress
11.05.2009 17:00
Frage 3: In welcher Kalenderwoche und welchem Jahr habe ich das erste Blogistan-Panoptikum auf datenschmutz veröffentlicht? #meshed-quiz
Antwort: 01/2007
11.05.2009 20:00
Frage 4: Wer gewann 2008 bei weblogawards.com in der Sparte "best technology blog"? #meshed-quiz
Antwort: ars technica
11.05.2009 21:30
Frage 5: Mit welchen beiden Vortragenden gemeinsam habe ich bei digitalks #10 twitter vorgestellt? #meshed-quiz
Antwort: Max Kossatz, Luca Hammer
12.05.2009, 10:00
Frage 6: Opa Ohm sagt: Fünf mal Strom ist gleich Spannung durch... #meshed-quiz
Antwort: 0,2 mal Widerstand (Ohm'sches Gesetzt: Strom/Spannung = Widerstand)
12.05.2009, 11:30
Frage 7: Tags: Louis, Flusser, Para, Recherche. Vervollständige: V*this *is #meshed-quiz
Antwort: Vampyroteuthis Infernalis (Buchtitel eines relativ unbekannten Werks von Vilém Flusser, das dieser gemeinsam mit dem Illustrator Louis Bec veröffentlichte.)
12.05.2009, 13:30
Frage 8: Der berühmteste SEO-Hund der Welt heißt ... #meshed-quiz
Antwort: Xsara
12.05.2009, 14:15
Frage 9: Wer spielt die Hauptrolle in der Solaris-Verfilmung, die Stanislaw Lem besser gefällt? #meshed-quiz
Antwort: Natalya Bondarchuk, Donatas Banionis, Jüri Jarvet (alle richtig)
12.05.2009, 15:30
Frage 10: Worauf hofft eine traditionelle Koreanerin, wenn sie einem Frosch träumt? #meshed-quiz
Antwort: Auf die Geburt eines Sohnes [Quelle: Wolfram Eberhard: Lexikon chinesischer Symbole, Hugendubel Verlag 2004 (erschienen in "Diederichs Gelbe Reihe")
12.05.2009, 17:30
Frage 11: Wie lautet das chinesische Wort für Frosch? (Standard Pinyin-Umaschrift, 2 Buchstaben) #meshed-quiz
Antwort: [qingwa] oder [Wa] [Quelle: Lexikon chinesischer Symbole]
13.05.2009, 11:30
Frage 12: Wie vielen Tweepern darf jeder neuer User auf Twitter folgen, bevor das 20%-Limit gilt? #meshed-quiz
Antwort: 2000, siehe Twitter-Nutzungsbedingungen
13.05.2009, 11:45
Frage 13: #meshed-quiz
Afro Samurai: Wer darf als einziger den Träger des "Ancient Headband #1" herausfordern? #meshed-quiz
Der Träger des Ancient Headband #2 [Afro Samurai ist eine geniale Manga-Serie bzw. ein Kinofilm mit Soundtrack von RZA]
13.05.2009, 13:30
Frage 14: #meshed-quiz
Hard drugs..., pflegte 69db von den Spirals zu sagen. #meshed-quiz
Antwort: Always fuck up the sound system
13.05.2009, 14:00
Frage 15: #meshed-quiz
Welcher Teil des CERN wird in Kürze in Betrieb gehen? #meshed-quiz
Antwort: Large Hadron Collider, LHC
13.05.2009, 14:30
Frage 16: #meshed-quiz 14:30
Wofür steht die Abkürzung RSS? #meshed-quiz
Antwort: keine einheitliche Bezeichnung vorhanden: Rich Site Summary, Really Simple Syndication, Rich Syndication Standard etc...
Ende des Monats steht das Linzer ars electronica Center, üblicherweise eher ein Gravitationspool der Medienkunst, ganz im Zeichen des Online-Marketing. Jeder will wissen, wie dieses mysteriöse Social Marketing funktioniert - die meshed #1 Konferenz am 28./29. Mai bietet Antworten, ausführlich Gelegenheit zur Diskussion und Praxis-Workshops. datenschmutz verlost ein 2-Tages-Ticket für die Konferenz im Wert von €680. Wer mitspielen möchte, muss in den nächsten drei Tagen auf unserem Lieblings-Microblogging-Service Twitter möglichst viele meshed-Quizfragen richtig beantworten, die Gewinnerin bzw. der Gewinner wird hier am Freitag bekannt gegeben. Das ist doch ein perfekter Anlass für einen Ausflug in die Kulturhauptstadt 2009!
Wer mitspielen möchte und das Gratis-Ticket (Verpflegung und eine Führung durch die aktuelle Ausstellung im ars-Center sind inkludiert) gewinnen will, braucht auf jeden Fall einen Twitter-Account - und etwas Glück bei der Beantwortung der Quizfragen:
@ritchie_tweets Ich möchte ein Konferenzticket für die meshed gewinnen, Details auf http://datadirt.net/meshed #meshed-quiz
Quiz-Tweet: Frage 1: Wie heißt das Kunstfestival, das jährlich im ars electronica Center stattfindet? #meshed-quiz
Beispielsantwort: @ritchie_tweets Frage 1: ars electronica #meshed-quiz
Die Anzahl der Fragen wird übrigens vorweg nicht bekannt gegeben, um das Ganze ein wenig spannender zu machen. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird von mir via Twitter-Reply und Direct Message kontaktiert - die genauen Teilnahmebedingungen gibt's am Ende dieses Beitrags.
Für Kurzentschlossene Konferenzbesucher habe ich ein besonderes Zuckerl anzubieten: wer bei der Kartenbestellung im Feld "Anmerkung" den Promotion-Code meshed_datenschmutz einfügt, bezahlt für das 2-Tages-Ticket statt €680 nur €520. Der Code gilt, solange Karten gekauft werden können, kann also auch problemlos nach dem Gewinnspiel noch eingelöst werden.

Unternehmen zeigen sich oft überrascht von den Erfolgen und Ergebnissen von Social Media und Online-Marketing und trauen sich kaum hier tätig zu werden - das Thema ist derzeit sehr erklärungsbedürftig und durchaus vergleichbar mit der generellen Skepsis gegenüber dem Internet in den späten 90ern. Vorteile müssen entsprechend aufgezeigt und argumentiert werden, denn vielen Unternehmen fehlen in diesem Bereich schlicht die Erfahrungen. Die meshed#1 bietet eine behutsame Einführung in dieses komplexe Thema und macht die Teilnehmer mit dem Umgang mit User Generated Content und Online Werbe-/Vertriebs-und Meinungsplattformen vertraut.
Am ersten Tag liefern Expertenvorträge und Praxisberichte Einblick in die Möglichkeiten des Social Web. Die Vortragenden Rolf Lührs, Innovationsleiter der TUTech Hamburg, Joachim Graf, Future-Evangelist, Publizist und Trendscout, Thomas Schwabl von marketagent.com, Oliver Hellriegel, Kommunikationsberater & Coach und Ralf Kammelberger von MediaAustria vermitteln Expertenwissen, berichten aus der Praxis, stellen Studien vor und zeigen den Teilnehmern, wie sie in den Bereich Social Media und Online Marketing erfolgreich Fuß fassen können, was zu beachten ist und welche Möglichkeiten es für Unternehmen gibt. Der zweite Konferenztag bietet den Teilnehmern die Möglichkeit, in Workshops zu Twitter, Youtube, Xing und Facebook unter Anleitung eines Experte selbst aktiv zu werden.
Obwohl Social Media und Online-Marketing ständig wachsende und überaus potente Bereiche sind, gibt es noch immer viele Unternehmen, die diese Kanäle nicht nutzen. Die neu gegründete Konferenz will aufklären, Wissen vermitteln, Einblicke geben, Möglichkeiten aufzeigen und Unternehmen die Entscheidungsfindung in diesen Bereichen erleichtern. Die meshed findet 2009 zum ersten Mal statt und wird von Neural Communications veranstaltet.
Das TWOdays Ticket gibt es zum Preis von 680 Euro. Das ONEday-Ticket für Donnerstag ist für 480 Euro zu haben, für Freitag um 360 Euro. In die Tickets inkludiert ist neben der Verpflegung auch eine Führung durch die aktuelle Ausstellung des AEC.
Legaler Mumbo-Jumbo zum Gewinnspiel aka Teilnahmebedingungen
Teilnahmeberechtigt sind die Followers des Twitter-Accounts ritchie_tweets. Die Barablöse von Gewinnen und der Rechtsweg sind ausgeschlossen. Über Gewinnspiele kann kein Schriftverkehr geführt werden. Die TeilnehmerInnen erklären sich einverstanden, via Twitter über zukünftige Gewinnspiele informiert zu werden und sie erklären sich damit einverstanden, dass im Falle eines Gewinns der Twitter-Username veröffentlicht wird.
Sollte innerhalb von 48 Stunden keine Rückmeldung erfolgen, verfällt der Gewinnanspruch und es kommt ein Ersatz-Sieger zum Zug. datenschmutz übernimmt keinerlei Gewähr für Fehlauswertungen, die durch Downtimes von Twitter, maschinelle und/oder menschliche Such-Irrtümer oder sonstige kleinere und größere Katastrophen verursacht werden. Sollte aus irgendwelchen Gründen der ursprünglich geplante Modus der Gewinnausschüttung nicht möglich sein (es handelt sich um meine Twitter-Gewinnspiel-Premiere), so entscheidet das Los unter allen Teilnehmern.
Selbstverständlich werden niemals persönliche Daten an Dritte weitergegeben.
Gewinnansprüche sind nicht auf andere Personen übertragbar. Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich. Die Abbildungen bzw. Beschreibungen der Gewinne dienen der Veranschaulichung und können von den tatsächlichen Gewinnen abweichen bzw. durch andere, gleichwertige Preise ersetzt werden. datenschmutz übernimmt soweit rechtlich zulässig keinerlei Haftung für Irrtümer, Tippfehler sowie mögliche bei der Inanspruchnahme von Gewinnen entstehende Schäden, es sei denn, diese Schäden sind auf Vorsatz und/oder grobe Fahrlässigkeit von datenschmutz zurück zu führen.
datenschmutz behält sich außerdem das Recht vor, Gewinnspiele ohne Angabe von Gründen vorzeitig zu beenden oder zu verlängern.
| 27. September 2007 | ||
| 22:00 | bis | 23:30 |
Morgen abend rocken Wipeout das Wiener Chelsea, laut Fadi "the best-rockin'-place in Vienna". Das würd ich ja location-technisch so nicht ganz unterschreiben, aber wo Wipeout aufdrehen, da steppt auf jeden Fall der Bär.
Obwohl seit Jahren als Musikjournalist tätig, tu ich mir schwer damit, den Sound von Wipeout zu beschreiben: manchmal melodisch, geradezu trancig, dann wieder hart und zackig, aber immer deep, wie wir Elektroniker so sagen - aber bevor ich hier Architektur vortanze, hören Sie lieber rein, auf Fadi Dorningers Blog gibt's etliche Hörbeispiele.
Ich weiß noch nicht, ob ich's rechtzeitig zum Gürtelbogen schaff morgen, denn im WerkzeugH tagt ja die pl0gbar... allerdings gibt's in den nächsten Wochen noch einige weitere Gelegenheit, den Wipeout-Effekt am eigenen Gehörgang zu verspüren:
Heute nachmittag hielt ich beim Kongress Freie Netze. Freies Wissen. in Linz einen Workshop zum Thema "peer2peer, Open Source, Creative Commons und Co." ab und nahm an der anschließenden Podiumsdiskussion teil. Für mich ein spannender Nachmittag inklusive der Erkenntis, dass in Linz weit mehr geschieht als der imposante Neubau zum Ars Electronica Center. Et voilá: hier mein persönlicher und sehr subjektiver Bericht und ein Buchtipp.
Die Konferenz im alten Rathaus am Linzer Hauptplatz markierte den Abschlussevent einer halbjährigen Kampagne. Mehrere Workshops sowie eine abschließende Podiumsdiskussion beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln - persönliches Resumée: eine spannende Veranstaltung, deren großteils unter 20-jährige TeilnehmerInnen bei schönstem Badewetter das Dictum von der Politikverdrossenheit der Jugend Lügen straften. Die SJ Linz veranstaltete den Kongress in Zusammenarbeit mit AKS und Jump (dort gibt's demnächst auch einen Podcast zur Konferenz) - der Vergleich mag unfair erscheinen, aber ich bin als Blogger ja keineswegs irgendwelchen journalistischen Sorgfaltsregeln verpflichtet und behaupte daher mal ganz frech: während die ÖVP relativ planlos Blogger auf den eigenen Parteitag einlädt, um billig ein paar (ohnehin sehr negativ ausgefallene) Berichte in der Blogosphere zu generieren (hallo Rekursion), betreibt die SJ enrst gemeinte Bewusstseinsbildung zum Thema "digitales Eigentum": ein uneingeschränkt lobenswertes Unterfangen, denn bevor überhaupt politische Entscheidungen getroffen werden können, muss erst einmal Klarheit bestehen, worüber denn entschieden wird.
Während Gusi also bislang eine imho wenig elegante Figur auf dem politischen Parkett hinlegt (Stichwort: Studiengebühren) und mit seinem Vizemolterer wohl eher für den offiziellen Merger von Neoliberalismus und Sozialdemokratie österreichischer Prägung steht als für die von Vranitzky seinerzeit so legendär diskreditierten Visionen, stellt die sozialistische Jugend jene Fragen nach dem angemessenen Umgang mit digitaler Information, die unsere zukünftige Wirtschaft und unsere Freiheit so drastisch beeinflussen werden. Freilich sind informationstechnische Regelungsprobleme ein "Luxus", der erst dann zum dringlichen Faktor wird, wenn der Grundstock der Bedürfnispyramide abgedeckt ist und sich ein zunehmend höherer Anteil der Wertschöpfung in virtuelle Gefilden verlagert. Der Digital Divide bekommt damit eine zusätzliche Bedeutungsdimension: wer ist im Netz, wer könnte drin sein und wer hat gar keine Möglichkeit dazu? Selbst innerhalb der In-Group bedeutet ein Nachdenken über das Konzept des "geistigen Eigentums" aber keineswegs bloßes Theoretisieren: wenn 14-Jährige für ihre mp3-Downloads vor Gericht gezerrt werden sollen, Musik zur Klingelton-Formatradio Stangenware verkommt, wissenschaftliche Verfahren plötzlich patentierbar werden und die Totalüberwachung längst technisch machbar ist, wäre ausführliches Nachdenken angesagt - Bewusstseinsbildung als Grundlage daraus abgeleiteter demokratisch legitimierter Entscheidungen eben anstatt Schnellschuss-Regulierung.
Auf Jump.at gibt's eine Sondersendung zum Kongress:
Die politische Praxis zeigt aber gerade in diesem dynmischen, von der normativten Kraft der Technik getriebenen Bereich, dass Gesetze schnell und unbemerkt entstehen, dass professionelle Lobbyisten aus dem Industriebereich sich problemlos gegen Captain Hausverstand und jegliche Diskussion auf breiter Basis durchsetzen: die IFPI etwa hat ihr Lehrmaterial dem österreichischen Unterrichtsministerium bereits "reingedrückt" und verdammt darin Musikpiraterie auf's schärfste, während alternative Lizenzmodell konsequent togeschwiegen werden - ein mittlerer Skandal, denn falls dieses Beispiel Schule macht, könnte demnächst wohl auch McDonalds dem Unterrichtsministerium alle Unterlagen zum Thema "richtige Ernährung" zur Verfügung stellen. Aber jede Münze hat zwei Seiten: und während John Perry Barlows legendäre Veröffentlichung der Declaration of Independance of Cyberspace seinerzeit bei uns eher Schmunzeln ob der us-amerikanischen sprichwörtlich unkritischen Haltung gegenüber neuen Technologien auslöste, erinnert mich die Nicht-Strategie der Unterhaltungsindustrie zunehmend an die Eröffnungsworte: "Governments of the Industrial World, you weary giants of flesh and steel, I come from Cyberspace, the new home of Mind. On behalf of the future, I ask you of the past to leave us alone. You are not welcome among us. You have no sovereignty where we gather." Also machen wir doch was draus!
Denn da eröffnen sich ganz offensichtlich Chancen und Möglichkeiten für eine partizipative Gesellschaft, die erst einmal erkannt werden wollen, bevor wirtschaftliche Regulationsimperative zum quasi-monopolistischen Regulativ avancieren. Petra von Projekt Wissensallmende (Der Begriff "Allmende" stand früher für eine gemeinschaftlich genutzte Weidefläche - der Konnex zum Netz dürfte somit klar sein) beschäftigte sich in ihrem Workshop mit digitalen Urheberrechten und demonstrierte, dass diese Querschnittsmaterie längst nicht nur die Produkte der Unterhaltungsindustrie, sondern auch und vor allem Aspekte wie Saatgut und Medikamentenpatente umfasst. Markus Huber informierte die TeilnehmerInnen über die Ideologie und Grundsätze der Open-Source Bewegung.
In meinem Workshop ging's um mein Lieblingsthema: mp3 und peer-2-peer Sharing. Man kann die tendenziösen Selbstdarstellungen der Musikindustrie ja nicht für immer unwidersprochen stehen lassen: dass Downloads die Musikindustrie schädigen und keineswegs das Gros der Musiker, die mit Albenverkäufen ohnehin so gut wie nichts verdienen, vergisst die IFPI gerne strategisch - und dass der primäre Reiz, Musik zu machen, auch keineswegs in monetärer Anerkennung liegen muss, ebenfalls. Doch gerade Communities wie Tonspion oder auch myspace führen eindrucksvoll vor Augen, dass die Zukunft der Musikwirtschaft nicht in den Händen der Major Labels liegt.
Im Anschluss an die Workshops wurden ein paar Kurzfilme zum Thema Creative Commons gezeigt. Die folgende Podiumsdiskussion war für mich sehr spannend - ich hoffe, den ZuhörerInnen hat's auch gefallen, obwohl sich das Podium ganz entgegen gepflegter Streitkultur in den wesentlichen Punkten sehr einig war - kurz zusammengefasst: information wants and needs to be free. Ein Audiosnippet der Podiumsdiskussion folgt in Kürze.
Christian Forsterleitner, Parteisekretär der SPÖ Linz, gab gemeinsam mit Leonhart Dobusch das ausgesprochen lesenswerte Buch "Freie Netze. Freies Wissen" heraus. Der Standard fand das Kompendium tendenziös, IT-kompetente Medien wie c't aus dem Heise-Verlag zeigten sich recht angetan von dem Werk, das neben Interviews mit Proponenten der Netzkultur zahlreiche Projektbeschreibungen enthält.
Dass dem Heise Verlag schon und dem Standard in solchen Dingen nicht unbedingt zu trauen ist, weiß die spezifisch vorgebildete Öffentlichkeit nicht erst seit der Kompressions-April-Story. (Damals hatte der heise-Verlag in der Aprilnummer traditionell eine "Ente" untergebracht: ein neues Video-Kompressionsverfahren würde angeblich Schauspieler und Setting trennen: man lädt also Arnie Schwarzenegger als Einzelfile und seine Filme extra runter. Dies bedeute eine enorme Speicherplatzeinsparung, so der c't-Artikel, der für technisch versierte Laien mit Leichtigkeit als Fake zu erkennen war, für die Standard-Redaktion jedoch nicht: am nächsten Tag erschien dort nämlich ein bierernst gemeinter Artikel über die neue Bedrohung für Hollywood; soviel zum Thema "journalistische Sorgfalt.) Nähere Details zum Buch folgen in einer dedizierten Review, mein erster Eindruck beim Querlesen ist allerdings nur der allerbeste. Zur Illustration ein Highlight aus dem Interview mit monochroms Johannes Grenzfurthner:
Ja, viele denken sich halt, es helfe des KünstlerInnen, wenn es so etwas wie ein Copyright gibt. Das ist aber zu kurz gedacht. Die Musikindustrie wählt als Beispiel natürlich das schwächste Glied in der Verwertungskette. Sie sagen: "Die Künstler werden ärmer, wenn ihr bösen Konsumenten MP3s über Peer-to-Peer Netzwerke herunterladet." Sie lagert damit ihre Verantwortung aus, denn den betreffenden KünsterlInnen oder - um es aus copyrightistisch zu sagen - den "Urhebern", wird immer noch das kleinste und dürftigste Stück vom Kuchen zugeschoben, damit sie nicht verhungern müssen. Das ist wie eim Hamburger: Am wenigsten davon hat die Kuh
Nachzulesen in: Dobusch, Leonhard / Forsterleitner Christian (Hg.): Freie Netze. Freies Wissen. echo Verlag, Wien 2007. Das gesamte Buch steht unter der Creative Commons Share Alike / Attribution Lizenz und ist in voller Länge im Netz elektronisch verfügbar.
Eleganter und kürzer als Johannes kann man die berechtigte Kritik am selbstverursachten strukturellen Dilemma der Musikindustrie wohl kaum zusammenfassen - ich bin schon gespannt auf die übrigen Beiträge der 17 beteiligten Autoren. Mehr Details zum Printkompendium gibt's hier in Form eine Review asap. Und, auf diesem Weg nochmal: danke an alle TeilnehmerInnen für die Aufmerksamkeit! Der Nachmittag in Linz hat mir großen Spaß gemacht.
| 28. April 2007 | ||
| 15:00 | bis | 20:00 |
Am 28. April lädt die Initiative für freies Wissen und freie Netze im alten Rathaus in Linz zum Kongress Freies Wissen. Freies Linz. Die Organisatoren möchten das Augenmerk der Besucher auf die ökonomischen Rahmenbedingungen des primären Rohstoffs der Informationsgesellschaft lenken. Über die Einladung, dort einen Workshop zu gestalten und im Anschluss daran an der Podiumsdiskussion teilzunehmen, hab ich mich sehr gefreut - also vielleicht sieht man sich ja Ende April im alten Linzer Rathaus.
Wissen währt am längsten, so die theoretische Hoffnung. In der Tat währen die Urheberrechte häufig länger als die Relevanz von Informationen: zu Recht, sagt der Hausverstand, denn die Besitzer geistigen Eigentums haben adäquat entlohnt zu werden - dem Hausverstand darf man aber spätestens nicht mehr uneingeschränkt trauen, seit er rollkragenbewehrt als Werbetestimonial für Supermarktketten auftritt. Natürlich spielt die Frage nach den Besitzrechten an geistigen Werken am Weg in die Informationsgesellschaft eine zunehmend dringliche Rolle: waren in der Vor-Internet-Ära materielle Datenträger wie etwa Musikkassetten oder Audio-CDs stets unabkömmlicher Bestandteil medialer Distribution, verbreitet sich im Netz Information unabhängig von materiellen Datenträgern. Diese genuin neue Distributionssituation bedeutet für Wirtschaft und Konsumenten eine Transitionsphase - die technische Entwicklung hat die Gesetzgebung längst überholt. Zugleich wird die Bedeutung des Zugangs zu Wissen immer evidenter.
Die Frage nach dem kollektiven Umgang mit diesen Themen ist alles andere als trivial: werden, wie in den USA bereits geschehen, bestimmte mathematische Lösungsverfahren patentiert, so dürfen diese nicht mehr frei an Hochschulen unterrichtet werden - und wenn die Lehre nur mehr so frei ist, wie die Wirtschaft erlaubt, kommt William Gibson'schen Zukunftsvision multinationaler Corporations als Nachfolger der Nationalstaaten ihrer Realisierung einen Schritt näher.
Man braucht allerdings nicht über den großen Teich zu springen, um die Spannungsfelder zwischen wirtschaftlicher Verwertbarkeit von Ideen einerseits und deren freier Verbreitung andererseits zu illustrieren. Die österreichische IFPI etwa (Interessenvertretung der Phonographischen Industrie) investiert hart durch Albenverkäufte verdientes Geld in eine breit angelegte Imagekampagne: bereits in den Pflichtschulen sollen, so der Wille der Musikindustrie, die AnstaltsinsassInnen mit der "richtigen" Auffassung indoktriniert werden: Bezahlmusik ist gut, Tauschbörsen sind böse - für die Produktion entsprechender Unterrichtsmaterialien lässt man gerne den Rubel rollen.
Was aus der Sicht der Contentindustrie legitime PR darstellt, bekommt spätestens dann eine schalen Beigeschmack, wenn der betreffende Standpunkt als umfassende und allein gültige Darstellung der Materie präsentiert wird: dass Musik nicht zwangsläufig Ware sein muss, dass Kulturproduktion auch ohne wirtschaftlichen Background zumindest denkbar bleibt, bleibt ausgeklammert - und das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur entblödet sich nicht, die Kampagne mit dem sprechenden Namen Ideen sind etwas wert auch noch zu unterstützen - und dies, obwohl alternative Ansätze wie "Creative Commons" systematisch ausgeblendet bleiben.
Die Warenwirtschaft der Zukunft wird sich wohl zwangsläufig umstellen müssen: wo die Exklusivität des Konsums nicht mehr gegeben ist, müssen althergebrachte ökonomische Modelle zwangsläufig scheitern. Das Internet hat eine neue Kultur des Informations-Tauschens hervorgebracht: ob diese kriminalisiert oder glorifziert wird, ist und bleibt in erster Linie eine Willens-, und keine juristische Frage. Die Konferenz Freies Wissen will die Diskussion dazu anstoßen - und lädt im Gegensatz zur Content-Industrie alle Interessierten dazu ein, sich an der Diskussion zu beteiligen.