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Artikel-Schlagworte: „Longtail“

Blogistan Panoptikum KW31 2009

Schon wieder neigt sich ein Sonntag zur Neige, liegt eine ereignisreiche Woche hinter uns, ist im Social Web kein Kiesel auf dem anderen geblieben. Aber zum Glück gibt's ja das Blogistan Panoptikum von Linzerschnitte und datadirt. (Virtuelle) Weltendeutung hat in unserem Kulturkreis eine ehrenvolle Tradition und darf keinesfalls mit gewöhnlichem Hirnwichsen (Aufpolieren der grauen Zellen, vom Ausdruck "die Schuhe wichsen" = auf Hochglanz polieren. Nicht, was Sie dachten.) verwechselt werden. Doch bevor es hier zu theoretisch wird an dieser Stelle nochmal der Hinweis auf die Abschlussparty zur N97 Verlosung: Jedenfalls fröhlich und auf Wunsch auch feucht gefeiert wird ab 19:00 im Werkzeug-H, Details auf Facebook. Aber nun genug der Prognosen, wir richten unseren Blick eine Woche zurück.

Der typische Teutonen-Tweeper

Judith aka Linzerschnitte Gleich vorweg, die Ergebnisse der Twitterumfrage von Thomas Pfeiffer umfasst eigentlich die Tweeper des gesamten deutschsprachigen Raums - aber Alliterationen in Überschriften sollen ja immer besonders gut ziehen. Was man immer schon geahnt hat, wird durch die Twitterumfrage verifiziert - die deutschsprachigen Tweeper sind ein hochgradig homogenes Grüppchen, und das ist der Archetyp:

Jung (32 Jahre), männlich (74%) und gebildet (78% haben Abitur). Zwei von drei betreiben einen eigenen Blog und schreiben über Technik, Web 2.0-Themen oder Privates. Jeder zweite stammt aus der Medien- oder Marketingbranche und jeder Vierte ist Führungskraft oder Unternehmer/in.

Nicht wirklich überraschend also. Aber immerhin, einen Aspekt gibt es da, der mir bisher nicht explizit bewusst war:

Frauen, so könnte man sagen, verstecken sich eher und wählen Fantasienamen.

Hmm. True.

Rechtsstreit bedroht Skype

ritchie aka datadirt Skype könnte für eBay zum Kuckucksei werden, wie die Times Online berichtet. 2005 hatte das Auktionshaus die Online-Telefon-Firma für 2,6 Milliarden Dollar gekauft und plante in näherer Zukunft ein Spin-Off samt Börsengang. In der Auseinandersetzung mit der schwedischen Firma Joltid, einem Start-Up der Skype-Mitgründer Niklas Zennstrom und Janus Friis, geht es um Core-Technologien von Skype, bei deren Nutzung angeblich Lizenzbedingungen verletzt wurden. Die Auswirkungen könnten sich als drastisch erweisen:

EBay admitted in a regulatory filing that it might have to close down the company. It said it was trying to develop alternative software but if that did not work, or if eBay lost the right to the original software: "Skype would be severely and adversely affected and the continued operation of Skype's business as currently conducted would likely not be possible."

Zwar sieht man der Verhandlung angeblich gelassen entgegen, arbeitet aber bereits an Alternativen:

"Although Skype is confident of its legal position... Skype has begun to develop alternative software to that licensed through Joltid. However, such software development may not be successful, may result in loss of functionality or customers even if successful, and will in any event be expensive," eBay said.

Auch anderswo wird diese Woche mit gerichtlichen Bandagen gekämpft: TweetMeme-Gründer Nick Halstead bezichtigt ReTweet des Plagiarismus:

He had to look no further than the code for the retweet button itself. The code below is what he found, which he says is "an exact copy of our own retweet button code with the word 'tweetmeme' replaced with 'retweet'".

ritchie aka datadirt Blair Williams hat mit Pretty Link eines der für Pro-Blogger genialsten WordPress-Plug-Ins überhaupt geschaffen. Die Software ermöglicht die Nutzung der eigenen Domain als Short-URL-Service: äußerst nützlich für Twitter, aber auch zum Managen von Forward und zum Erstellen leicht zu merkender Adressen. Bereits die Free-Version liefert Statistiken und Cloaking-Funktionen. Aber Blair hat nochmal tief in die Trickkiste gegriffen und vor wenigen Tagen die Pro-Version veröffentlicht, die es wirklich in sich hat: detaillierte Statistiken, integrierte ReTweet-Funktion und ein ausgefeilter Cloaking- und Keyword-Replace Mechanismus (inkl. Split-Testing!) rechtfertigen die 97$ für eine Lifetime-Lizenz auf bis zu fünf Blogs auf jeden Fall. Ab September wird Pretty Links teurer, wer WordPress nutzt und twittert, sollte schnell zuschlagen - eine ausführlichere Review folgt demnächst.

I quit the iPhone

Judith aka Linzerschnitte Apfel-Anbeter sind bekanntlich prädestiniert für große Gefühle, und diese Woche schlug der Drama-Pegel bei einigen iPhone-Besitzer ziemlich heftig aus. Nachdem man bei Apple wieder mal den Möchtegern-Monopolisten raushängen ließ und die Application "Google Voice" aus dem App Store warf, gingen offensichtlich einige Liebesbeziehungen zu Ende. Einer davon wird von Michael Arrington auf Techchrunch im Rosamunde-Pilcher-Style betrauert:

I have loved the iPhone, but now I am quitting the iPhone.

This is not an easy decision. Was there in January 2007 when it was announced and I bought the first iPhone as soon as it was available. (...) But I'm not going to upgrade to the iPhone 3GS. Instead, I’m abandoning the iPhone and AT&T.

Die ganze Seifenoper gibt es auf TechCrunch.

Nach sozialer Relevanz filtern

ritchie aka datadirt Immer mehr Experten bezweifeln die baldige Marktreife semantischer Technologien - der Cuil Fehlstart in die Bedeutungslosigkeit hat dazu gewiss beigetragen. Immer mehr Bedeutung dagegen misst man dem "Social Rank" zu: denn Informationen aus dem eigenen erweiterten Freundeskreis sind vielleicht nicht unbedingt relevanter, aber in der Regel vertrauenswürdiger als "neutrale" Quellen. Dass sich daraus ein selbstverstärkender Effekt ergeben könnte, liegt auf der Hand: die Schlüsselherausforderung bei der Informationssuche liegt meiner Meinung nach nicht zuletzt im richtigen Quäntchen "Entropie" oder Zufall. Außerdem spielt der jeweilige Kontext eine wichtige Rolle - ReadWriteWeb stellt dazu ein paar spannende Überlegungen:

But each level more likely indicates degrees of social proximity than relevance per se; although in some cases closer proximity may very well indicate greater relevance. The problem is that relevance is highly contextual. It depends on many factors, such as your profession, your search query, your friends, your friends' knowledge about those topics, and the information that is publicly recorded in their activity streams.

Watercooler-Conversations von, mit und über Twitter

Judith aka Linzerschnitte So kannten wir sie, und so liebten wir sie - die alte Twitter Homepage. Diese Woche wurde das Microblogging-Web-Portal einem Relaunch unterzogen, der aus technischer Sicht so minimal war, dass es anscheinend nicht mal dem FailWale aufgefallen ist - doch bei näherem Hinsehen verbirgt sich hinter dem kleinen Relaunch ein großer Paradigmenwechsel. Der alte Selbstbeschreibungstext lautete:

Twitter, this is a service for friends, family, and co-workers to communicate and stay connected through the exchange of quick, frequent answers to one simple question: What are you doing?

Nun sieht die Sache nicht nur anders aus, sie hört sich auch anders an:

Share and discover what's happening right now, anywhere in the world.

Einen Interpretationsansatz für diese neue Strategie liefert gleich der Social Media Guide Mashable:

The Goal of Twitter’s New Homepage? Be the World's Water Cooler!

Tipps für den Social Media Workflow

ritchie aka datadirt Zuerst die richtigen Plattformen wählen, eine geeignete Strategie definieren und diese konsequent und effizient verfolgen - so einfach kann es sein. Andererseits kann man sich auch leicht übernehmen (oder "zersprageln", wie der Wiener sagt) und vor lauter neuen Social Web Services den Sinn und Zweck nicht mehr erkennen. Wichtigste Richtschnur: Wo finde ich meine Community, wo unterhalten sich Kunden, die an meinem Produkt interessiert sind? Predigerliteratur findet man allen Ecken und Enden, vom Longtail hat jeder schon mal gehört - aber gute Tipps zum Workflow sind selten, die Angst vor der Überforderung wächst. P. Morgan Brown hat eine äußerst lesenswerten Beitrag mit dem Titel Identifying a social media workflow verfasst, der einen hervorragenden Einstieg in die Frage "sollte ich mitmachen?" bietet:

Change always feels uncomfortable. And unless you're forced out of that comfort zone it’s difficult to take the steps you need to take to get out and move forward. So what I try to do when talking to people who feel overwhelmed by the prospect of social media is talk to them about email. And cell phones. Because I often speak to and work with people who are older than me I ask them "Do you remember doing your job without email and cell phones?" Invariably they say "yes," and then they smile knowing where I am going with these questions.

Foto der Woche

Extranoise hat das Treppenhaus der Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg in Berlin - Linienführung und Farbgebung des Bildes finde ich grandios gelungen:

treppenhaus

Ritchies Video der Woche

Storytelling, Dramaturgie, Framing, Lichtführung, Tiefenschärfe... alles genau geplant. Oder einfach am Heimweg vom Festival die Cam rausgeholt und ein paar spontane Aufnahmen vom Sonnenaufgang gemacht. Zitat von Regisseur Giugesco: "Sunrise is one of the greatest things in life. it’s a pity that i don’t see it very often." Geht mir auch so - und: Wow!

Linzerschnittes Video der Woche

Dass Touristen Versicherungsgebäude abfilmen, kommt sicher nicht besonders oft vor. Der Uniqua Tower in Wien an der Aspernbrücke ist allerdings eines der privilegierten Bauwerk, dank einiger Studenten der Universität für Angewandte Kunst, die sich lustige Dinge mit LED Grids ausdachten.
Nicht gar so ausgefallen wie LED Grids, dafür aber optisch noch um einiges beeindruckender ist diese Projektion auf die Hamburger Kunsthalle:

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende unseres gemeinsamen Wochenrückblicks angelangt, und somit bleibt uns nur mehr zu sagen: auf eine neues! Doch bevor wir Ihnen das nächste Panoptikum präsentieren können, müssen die nächsten sieben Tage erst vergehen. In diesem Sinne: danke für Ihre Whuffies, wir lesen uns morgen!

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KK re-publiziert ein paradigmatisches Buch

nurules KK re publiziert ein paradigmatisches BuchKevin Kelly, Ober-Schwärmer und netz-paradigmatischer Guru veröffentlicht sein legendäres Büchlein New Rules for the New Economy - Radical Strategies for a Connected World aus Anlass des 10jährigen Publikationsjubiläums erneut. Inhaltlich bleiben die einzelnen Kapitel völlig unverändert, allerdings erscheint die Neufassung Stück für Stück in Form eines Blogs. Neben Paul Anderson, seines Zeichens Erfinder des Longtail-Modells, und Timothy O'Reilly gehört KK zu den wichtigsten pragmatisch-visionären Vordenkern des Web 2.0.

Das erste Kapitel "This new Economy" ist bereits vollständig online, der Rest folgt in den nächsten Tage und Wochen unter www.kk.org/newrules/blog/. Wer seinerzeit zu geizig für den US-Import oder zu ehrlich für den illegalen eBook-Download war, kann beruhigt den Feed abonnieren: mit seinen Visionen von unsichtbarer Technologie, grundlegend veränderten Märkten, den "Swarm" bzw. die "Cloud" lag Kelly in vielen Punkten richtig, für das allseits beliebte Auf Amazon ist die deutschsprachige gebundene Ausgabe KK re publiziert ein paradigmatisches Buch um wohlfeile EUR 2,99 zu haben - das nennt man dann wohl Informationsinflation. Die Verfasser neuer Social Media Bullshit Bingo Varianten freuen sich über viele neue Buzzwords. Wenn ich auch mit Kelly's blindem Vertrauen in den Grundsatz "das statistische Mittel wird's schon richten" nach wie vor nur immens eingeschränktes Vertrauen habe:

The internet model has many lessons for the new economy but perhaps the most important is its embrace of dumb swarm power.

Ok, zugegeben - das war jetzt böse aus dem Kontext gerissen. Aber schauen Sie ruhig mal rein... ein bisschen historische Forschung kann bei all den Echtzeit-Turbulenzen ja nie schaden. Mein Lieblings-Consultant Seth Godin stellt aus dem Anlass des Re-Publishings auf seinem Blog eine spannende Frage, deren Beantwortung durchaus ärgerlich bis schmerzhaft werden kann: What do you do when you read Kevin Kelly?

The Rorschach test question is this: When you read big ideas online, do you nod your head knowingly, do you argue in favor of the status quo or do you actually do something? Kevin wrote his book ten years ago. If you had known then what you know now, what would you have done differently? Of course, you did know it then. So, what do you do when you read stuff like this?

Yup, ich geb zu, ich hab das Buch auch gelesen vor 10 Jahren. Aber damals waren Pete und ich mit medienforschenden Vereinen anstatt mit Firmengründungen befasst (vielleicht erinnert sich ja noch jemand an medianexus.net), Theorie war heilig und das Web hatte für uns mit Geldverdienen nur indirekt zu tun. Aber man muss ja nicht unbedingt den gleichen Fehler zweimal machen. :mrgreen:

Blogistan Panoptikum KW10 2009

earth2 Blogistan Panoptikum KW10 2009Xing zählt sich zu den Kristenprofiteuren, Manuel zieht nach Roatan und mir bleibt eigentlich neben der wöchentlichen Dosis Verwunderung eigentlich nur, allen Leserinnen ganz herzlich zum heutigen internationalen Frauentag zu gratulieren. Wobei an dieser Stelle natürlich schon mal gesagt werden muss, dass für uns Neue Männer natürlich jeder Tag ein Frauentag ist :mrgreen:

Oh du armes StudiVZ

"Seelig sind die geistig Armen, denn ihrer ist das Himmelreich!" So mancher Blogger vermutet dieser Tage, dass die Mannschaft von StudiVZ beste Chancen beim Einlass durch die göttliche Pforte hat, denn:

StudiVZ verklagt verschiedene Domainbetreiber die VZ im Namen haben. Wie arm ist das denn? Wie tief kann man sinken? Es sind so interessante Namen wie FussballerVZ, PokerVZ, ErstiVZ und Abitur-VZ dabei. Ein besonderes Highlight ist FickenVZ. :-). Diese Seiten wurden teilweise schon vom Netz genommen oder unter anderem Namen wieder aufgemacht.

Tja, so eine Heise-Meldung macht ganz schön Backlinks, halt leider nicht auf StudiVZ :mrgreen: Überhaupt hat das in Deutschland komischerweise immer noch beliebte Social Networks wahnsinnig viel gute Presse bekommen in den letzten Monaten: Blogbar freut sich über offenen Sexismus, das Lawblog, Netzpolitik.org und BasicThinking loben die tollen neuen Nutzungsbedingungen, fixmbr findet nette Worte für die strategische Ausrichtung... wow! Nur so weiter. Die User lassen's anscheinend ja eh mit sich machen.

Twitter: nicht mehr reziprok folgen?

Frank hat in einem ausführlichen Beitrag dargelegt, warum er die Autofollow-Function bei seinem Account abgedreht hat. Sehr nachvollziehbare Überlegungen, nur diese Stelle will ich nicht unkommentiert stehen lassen:

Für mich war es ein Weg meine neuen Follower besser kennenzulernen in dem ich ihre Nachrichten in meinem Stream lese. Diejenigen die mir nicht gefielen, hab ich dann einfach wieder rausgeworfen. Das Prinzip funktionierte auch eine Weile ganz gut, bis vor kurzem einige schlaue Marketing-Geier auf die Idee gekommen sind Listen mit Nutzern die diese Autofollower nutzen zu verbreiten. Das führt dann dazu, dass du auf einmal täglich 20 neue Follower bekommst wovon 18 irgendwelche Spammer sind, denen es nur darum geht ihre Followerzahlen so hoch wie möglich zu treiben. Irgendwann war ich mehr mit Unfollowen beschäftigt als mit sonst etwas. Das macht keinen Spaß und drum habe ich eben dieses Experiment wieder beendet.

Bartgeier, Schmutzgeier, Marketinggeier - gut zu wissen, dass nicht alle Tierrassen vom Aussterben bedroht sind! Ich betreibe ja unter datadirt.net/twitterlist/ selbst eine solche Liste, allerdings würde ich dort niemals jemanden gegen seinen Willen eintragen - User, die das möchten, hinterlassen selbst ihre Account-Adresse samt Tags. Denn wie Frank schreibt: jeder soll's mit der Twitternutzung halten, wie sie glaubt.

Auf Facebook die Ehre abschneiden

Was ist ehrliches Kundenfeedback, wo beginnt Rufschädigung? Und werden wir bald den Begriff "Blackhat Viral Marketing" verwenden? Frank Helmschrott schildert einen interessanten Fall, in dem ein negativer Kommentar über die Firma nuntio aus Wien dem betreffenden User einen Brief der Anwaltskanzlei einbrachte, denn die sah den Tatbestand der Rufschädigung erfüllt. Werden Firmen künftig negatives Feedback einfach wegklagen bzw. wegdrohen können? Der Anwaltsbrief soll über 700 Euros kosten; keine Ahnung, ob dies den in .at "marktüblichen" Preis entspricht. Aber ich schließe mich Frank an - nicht jede PR ist gute PR:

Angenommen er würde nun seinen Kommentar bei Facebook widerrufen, würde er ja eigentlich damit lügen oder? Schließlich handelt es sich ja nicht wirklich um eine unwahre Behauptung sondern um seine Erfahrung. Weird! Aber auf jeden Fall dürfte auch hier das Problem hinterher größer sein als vorher. Der Firmenname "Nuntio" könnte bei Google künftig evtl. etwas negativ besetzt sein.

SEO-News der Woche

Selten werden sieben Tag so sehr von einem Thema dominiert: die Firma Seoline mahnte Captain Sistrix ab und generiert damit in Rekordzeit über dreißig Reaktionen. Blogschrott fasst das treffend zusammen:

Statt dessen beschwören sie einen Abmahn-Linkbait ungeahnten Ausmaßes herauf, ich bin geneigt zu sagen "Denn sie wissen nicht was sie tun". Das Ganze erinnert mich an die Geschichte vom Zauberlehrling: "Die ich rief, die Geister werd ich nun nicht los". Damit ist die Sache klar, mein erster Blogschrott-Award in diesem Jahr geht an die Seoline GmbH. Dann haben die Seoliner bei dieser Sache wenigstens etwas gewonnen.

Und Fridaynite fürchtet Konsequenzen, falls die Kläger recht bekommen:

Wenn man so einfach jeden abmahnen kann, werde ich wohl irgendwann die Kommentarfunktion hier schließen müssen.

Die Liste der kompletten Reaktionen gibt's bei Johannes. Wirklich geil sind die Auswirkungen dieses PR-Supergaus: bei der Suche nach Seoline ist derzeit von der Firmenhomepage jedenfalls weit und breit keine Spur - abgesehen von der kostenpflichtig eingeblendeten Anzeige. Wundert mich ja direkt, dass noch keine zweite Agentur auf diesen Namen bietet :mrgreen:

Bist du ein Skittle?

Mit dem Begriff Website Outsourcing meint Ben nicht, dass man eine Agentur mit der Anpassung von Typo beauftragt, sondern die User sollen selbst sämtliche Inhalte generieren - Skittles kickte kürzlich die Homepage und zeigte den Twitterfeed an, bis zahlreiche User posteten "Skittles gives you Aids":

Nun hat auch der Ableger von Mars, "Skittles" sich dieses merk-würdige Online Marketing Konzept angeeignet. Das Moderne Internet wird durch Web 2.0 auch bei Brand Websites dramatisch verändert.

Aber in Wahrheit handelt sich's um ein völlig überbewertetes Schein-Gefechtlein zwischen Konsumenten und - nein, eben nicht Produzenten, sondern Marke. Brääänd. Skittles ist genauso wenig eine Firma wie Mars. Masterfoods ist eine, und hier darf halt irgendein Product Manager eine Longtail-Versuchsreihe starten - sozusagen Customer-Self-Service im Werbebereich.

InLinks startete am deutschen Markt, und Selbstaendig-im-Netz hat ein lustiges Interview zum Marktstart. Es spricht Sebastian Wenzel, der in New York bei Mediawhiz, den Machern von inLinks, arbeitet. Sehr fröhlich gestimmt hat mich dieses Zitat:

Ein Partnerprogramm gibt es und es ist wirklich ein Sahnestückchen geworden. Wir sind selbst jahrzehntelang als Affiliates und Merchants groß geworden, weshalb wir hier wirklich an die Grenzen zu dem gehen was man im Onlinemarketingbereich machen kann. Das heißt bis 15% Affiliateprovision für Publisherumsatz und das für bis zu 2 Jahre. Auch für Advertiser-Anmeldung zahlen wir überdurchschnittliche 20 Euro.

15% würd ich nicht grad als die Grenze des Affiliate-Universums bezeichnen, aber gut - jeder muss seine Nische selbst finden. Aber wie dem auch sei: die Seoux-Indianer haben getestet und zeigen sich vorerst mäßig begeistert. Für Secondary Pages vielleicht interessant, ansonsten würd ich das Risiko einer Google-Abstrafung durch mögliche Unvorsicht eines neuen Anbieters aber keinesfalls eingehen.

Video der Woche: Internet-Lifestyle

Was ist Ihre Definition von Internet-Lifestyle? Diese Umfrage auf einer einschlägigen Konferenz zeigt, dass meine Kolleginnen und Kollegen die gleichen Vorteile schätzen, die ich nicht mehr missen möchte: man kann arbeiten, wann und wo man möchte, die eigene Zeit frei einteilen und trotzdem mehr verdienen, als mit jedem anderen Job. Kurz: mehr Freedom of Choice!

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Und damit sind wir auch schon wieder am Ende dieses Wochenrückblicks angelangt - danke für Ihre Aufmerksamkeit, wir lesen uns am Montag!

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
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Glossar-Update: Weitere Web (2.0) Begriffe

glossarupdate Glossar Update: Weitere Web (2.0) BegriffeDer datenschmutz Web 2.0 , mit diversen Plug-Ins eng ins Gesamtblog integriert, hat soeben ein Update erfahren - ich habe ein paar gängige Web 2.0 Begriffe hinzugefügt, die dem einen oder anderen vielleicht geläufig, aber nicht unbedingt bekannt sind. Ob die jeweiligen Definitionen dabei auch so etwas wie ein Quäntchen Zynismus enthalten, liegt wie immer einzig und allein im Auge des Betrachters.

API (advanced Programming Interface), Bittorrent, brick-and-mortar, IRL, Geek, Longtail, Mash-Up, Microblogging, Nerd, Social Media, Torrent und Vuze sind nun neu im datenschmutz-Lexikon enthalten. Weitere Vorschläge und Ergänzungen sind natürlich gern gesehen!

Longtail

Der "Lange Schwanz" bezeichnet eine ökonomische Besonderheit, die Paul Anderson in seinem gleichnamigen Buch beschrieb: während Brick-and-Mortar Stores über begrenzte Regalmeter verfügen und sich daher in der Regel auf die Bestseller beschränken, stellte Anderson fest, dass die große Masse weniger populärer Produkte in Summe die gleich Fläche unter der Kurve, als quasi denselben Umsatz ergibt. Da sich klassischer Vertrieb auf die lukrativen 10 Prozent konzentriert, können Online-Shops, die ohne aufwändige Lagerhaltung, teure Warenbestände und Shops auskommen, durchaus mithilfe einer großen Palette an Nischenprodukten überleben.

Das Longtail-Phänomen spielt im Web 2.0, vor allem im Zusammenhang mit dem Phänomen "Crowdsourcing", auch in anderen Bereichen eine große Rolle, denn digitale Medien machen das langgezogene Ende der Kurve in vielerlei Hinsicht erschließbar.

Gratis-Poster-Druck für datenschmutz-Leser

Poster XXLVor kurzem habe ich an meiner ersten Trigami Sampling Kampagne teilgenommen. Im Gegensatz zu den bezahlten Reviews, bei denen Blogger gegen Bezahlung über eine bestimmte Seite bzw. Firma schreiben, erhält man bei den Branding-Ausschreibungen "nur" ein Testprodukt - ob er dann über schreibt oder nicht, bleibt dem Blogger selbst überlassen. Mir hat Posterxxl.de einen Gratisdruck angeboten, und da ich ohnehin einen großformatigen Logo-Frosch in meinem Büro aufhängen wollte, kam das Angebot gerade recht. Und weil ich mit Druck- und Papierqualität ausgesprochen zufrieden war, freue ich mich, allen Lesern ein Gratisposter im Format 40x30cm anbieten zu können.

Hier kann man den Druck bestellen: Gratis-Poster 40x30cm. No hooks attached, das kleinste Format gibt's ganz umsonst, es fallen lediglich Versandkosten von EUR 5,99 an. (PosterXXL verschickt die Drucke in mit Packpapier ausgestopften stabilen Kartonrohren), die Aktion gilt bis Ende des Jahres und ist auf eine Bestellung pro Person beschränkt. Als Vorlage kommen alle gängigen Grafik-Formate in ausreichender Auflösung in Frage, wer's gern etwas größer mag, bekommt unter der gleichen Adressen ein 60x45cm Poster für EUR 6,99 statt 11,99 oder ein 80x60cm Poster um EUR 9,99 statt EUR 14,99. Die Benutzeroberfläche der Seite fällt angenehm simpel und zweckmäßig aus, die Frist von der Bestellung bis zum Versand beträgt 48h.

Erfreulicherweise kommt das erweiterte Werbeportfolio von Trigami immer besser in Schwung: in den letzten Wochen erhielt ich neben den üblichen Review-Ausschreibungen auch zunehmend mehr Angebote für Bannerschaltungen, denn auch die können mittlerweile von Kunden gebucht werden. Der Auftraggeber gibt dabei Format(e) und Zeitraum vor und macht dem Blogger ein Angebot - der entscheidet, ob er das jeweilige Werbemittel einbinden möchte. Eine sehr günstige Form der Longtail-Erschließung: ich vermute mal, dass diese Form der Branding-Werbung am deutschsprachigen Markt noch eine blühende Zukunft bevorsteht.

Blogistan Panoptikum KW38 2008

Wochenrückblick #38Österreich wählt gerade jetzt (Deinetwegen!), endgültige Ergebnisse werden aufgrund der Briefwahlverzögerung erst in einer Woche feststehen - "heast, kenna de ned mit Ih-Mehl wöhn?". A propos: die von mir an dieser Stelle kürzlich erwähnten Wahlplakat-Persiflagen stammten und stammen noch immer von Raketa.at, der meiner Meinung nach schwer genial relaunchte Falter ließ mir diese Information soeben zukommen. Dass die Blogosphäre aus einer kleinen Gruppe von "Spinnern" besteht, die gerade mal für unter 20% der Bevölkerung repräsentativ sind, zeigt sich deutlich an der Aktion Endorsement 08 - die wählen ja alle grün oder gelb!

Zum Thema Grün und Kleinunternehmer fällt mir dazu noch eine kleine Anekdote ein: zur letzten Wahl ließen die Grünen auf die Schnelle von ihrer Agentur Microstars bauen, eine Plattform für Einzel- und Kleinunternehmer, die der Vernetzung dienen und einen Marktplatz schaffen sollte. Direkt nach der Wahl war das Projekt nicht mehr interessant, in den letzten Wochen ist dem einen oder anderen Grün-Funktionär dann wohl wieder eingefallen, dass die Seite existiert - und jetzt steht bei den News lauter Parteiwerbung drin, die einzigen Events sind "Grüne Tische". Das ärgert mich maßlos, denn der nachhaltige Betrieb einer solchen Plattform wäre hochgradig sinnvoll - aber ein dieses Projekt als Wahlzuckerl zu launchen und dann langsam verrecken zu lassen ist einfach nur peinlich, unwürdig und zeigt, wie ernst es den Grünen mit der Förderung kleinbetrieblicher Strukturen und dem Einsatz neuer Medien wirklich ist: aber von Wirtschaftssimulationen sollten Alexander van der Bellen als Volkswirtschaftler ja ausreichend Ahnung haben. (Ich hab mich seinerzeit sogar gleich nach dem Launch registriert und bislang beachtliche 0 Anfragen bekommen. Der besten grafische Prognosekommentar zum Ergebnis stammt jedenfalls von Meister Tex.

Web 2.0 Bailout-Plan

Wer sich über die Lehmann Brothers, den Handel mit im wesentlichen ungedeckelten Derivaten und andere Absonderlichkeiten des Finanzmarktes auch nur mehr wundert, dem sei ein aktueller Artikel auf The Drama Show 2.0 empfohlen - denn während in Europa respektive ganz besonders in .at staatliche Investments in Pleite-Unternehmen an der Tagesordnung stehen, sorgt diese Vorgehensweise bei den traditionell wesentlich liberaler orientierten Amerikanern allerorts für Kopfschütteln:

My Web 2.0 bailout plan is designed to ensure that the Web 2.0 industry remains fundamentally sound for years to come. Here are the three components: A federal-backed investment vehicle which will buy unmonetizable Web 2.0 advertising inventory. Since advertisers aren’t willing to buy enough toxic Web 2.0 advertising inventory because of concerns about ROI, the federal government will provide an investment vehicle that Web 2.0 players like Facebook and YouTube can sell their inventory to at a discount. [...]

Lassen Sie sich nicht fektern!

Der Slogan gefällt mir - auf Überwachungsstaat.at gibt's ein nettes Video, leider ohne O-Ton: Aktionismus ganz nach meinem Geschmack:

Die Innenministerin will nur unser Bestes - unsere Fingerabdrücke, Personendaten, DNA-Abstriche, Informationen über persönliche Kontakte und viel mehr. Natürlich nur zum Schutz der Bevölkerung. Um sie zu unterstützen, stellten wir uns gestern in Wien auf die Straße und sammelten unter dem Slogan "Lassen sie sich fektern!" genau diese Datensätze ein - inklusiver der Genehmigung, besagte Daten wahlweise an die Innenministerin oder gleich an die ÖVP weitergeben zu können.

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SEO News der Woche

trafficmaxx hat das Befreiphone gewonnen und Google freut sich über tausende neue Seiten, Torsten Maue erklärt die Limitationen des Backlink-Aufbaus via Blogkommentar (lustigerweise glauben viele Blogger ja nach wie vor, jeder Kommentar mit kommerziellem Hintergrund sei wertlos und verachtenswert) und Sistrix erfreut die Netzgemeinde mit einer top-aktuellen Google-Datacenter IP-Liste. Die Wiener Medienmesse hab ich diese Woche aufgrund eines spontanen Anfalls von Domain-Einkaufslust ausgelassen, aber ich vermute mal ganz stark, dass ich keinerlei SEO-Bekanntschaften verpasst hab.

Cookie.Killaz: Affiliates vor dem Aus? Nein, so tragisch ist es nicht, aber drastische Überschriften erlangen erfahrungsgemäß mehr Aufmerksamkeit. Tatsächlich aber wird die Funktion neuerer Browser, Cookies bei jedem Beenden automatisch zu löschen, für einige Einsatzeinbußen sorgen und auf mittelfristige Sicht zu einem Technologiewandel führen. Denn wenn das Cookie am nächsten Tag fehlt, dann gibt's auch keine Provision für den Einkauf. Minutenlohn beschreibt die derzeitigen Tracking-Alternativen.

Neuer Pagerank? Der deviante Matt Cutts weigert sich hartnäckig, auf Blogger.com umzusteigen. In seinem *wordpress blog* lieferte der Spekulationsfutter für ein in Kürze bevorstehendes Pagerank Update, das auch tatsächlich gerade über die Bühne geht. Tja, schade um die vieler 6er. Fünf, nicht bestanden, setzen! :mrgreen:

wpAFFI: ganz einfach Versteckspielen: Sergej Müller, Entwickler des gebenedeiten WP-SEO, stellte diese Woche sein neues Plugin vor: wpAFFI setzt auf Simple is beautiful und zeigt vor, wie man Affiliate-Links vollkommen unintrusiv, ohne Wartungsaufwand und Backend-Optionen am einfachsten verstecken kann.

Keyword-Recherche: Mitfighten bei der Riesterrente oder und privaten Krankenversicherungen, oder doch lieber auf Longtail-Keywords optimieren? Torsten hat dazu ein paar interessante Überlegungen angestellt, die sich jeder angehende Internet-Millionär unters Kopfkissen legen sollte.

Video der Woche: Es ist suboptimal!

Auf uiuiuiuiuiuiui.de veröffentlicht Manuel seit einer ganzen Weile jeden Freitag ein improvisiertes Lied, dessen Text und Melodie völlig spontan entstehen - ich bin erst vor kurzem auf die Serie gestoßen und finde den Track Es ist suboptimal (doch es ist das Internet) einfach nur großartig - viel Vergnügen!

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Damit wären wir auch schon wieder durch mit dem Wochenprogramm - ich nutze die kurze Regenpause, um mich auf mein Bike (das motorisierte) zu schwingen und eine entspannte Herbstrunde über den Exelberg zu drehen. Ladies and Gentlemen, bereuen Sie Ihre Wahlentscheidung(en) nicht - wir lesen uns am Montag!

Viral.Marketing: Interview mit UnrulyMedia CEO Scott Button

unrulylogo 1219317584 Viral.Marketing: Interview mit UnrulyMedia CEO Scott ButtonDie Viral Marketing Agentur Unruly Media ist spezialisiert auf das Seeding (=Verbreitung) von Videokampagnen. Ich wurde vor einigen Wochen von den Betreibern angeschrieben und gefragt, ob mich das Angebot interessiert - und ich kann nur sagen: Volltreffer. Vom sauber und übersichtlich programmierten Backend über den raschen und freundlichen Support bis hin zur - und das ist der wichtigste Punkt - Qualität der Video-Inhalte bin ich von dieser Werbeform ziemlich begeistert. Durchdachte und funktionierende Longtail-Werbeangebote sind in Europa nämlich beängstigend dünn gesät, daher war ich sehr daran interessiert, ein Interview mit Scott Button, CEO von Unruly Media, zu führen. Vielen Dank an Vivian Wagner (Campaign Manager Deutschland) für das Übersetzen des Videos! Die englische Originalversion des Interviews gibt's übrigens auf datadirt.

Wie funktioniert Viral Seeding?

Nach der Registrierung kann man beliebig viele Seiten eintragen - jeder Adresse wird dabei ein primäres "Zielgebiet" zugeordnet, denn Unruly Media teilt die Kampagnen nach Ländern ein. Auf Wunsch wird man via E-Mail verständigt, sobald ein passendes Video verfügbar ist, der Einbau des Players erfolgt über einen simplen JavaScript Code.

Unruly AutoUnit-Player

Jeder Kampagne ist dabei ein bestimmtes Gesamtbudget zugeordnet, die Übersichtsseite zeigt den Pay-per-View Preis des jeweiligen Videos sowie das verbleibende Guthaben als Balkengrafik - ist das Budget verbraucht, bleibt das Video zwar online, bringt jedoch kein Einkommen mehr. Manche Videos werden ausschließlich nach Clicks bezahlt, manchmal gibt's aber eine zusätzliche Einmalzahlung fürs Onlinestellen. Unruly wirbt für namhafte Kunden wie MTV, die Sony Playstation der Nokia - entsprechend aufwändig und unterhaltsam fallen die meisten Videos aus. Wer sich nicht um Kampagnen-Updates kümmern will, verwendet das "AutoUnit", in dem automatisch die aktuellsten Kampagnen bzw. ein Fallback-Inhalt, der vom User frei wählbar ist, gezeigt wird. Bei mir ist die durchschnittliche View-Rate mit 20% recht hoch - wesentlich lukrativer als Adsense sind die Videos auf jeden Fall.

Einziger Nachteil: Unruly Media betreibt (derzeit) kein Affiliate Marketing System - gerade bei Video würde aber eine Embed-Funktion im Player hochgradig Sinn machen. Und die meisten Videos zielen auf den englischen Markt ab, aber bei der derzeitigen großen Nachfrage vermute ich ganz stark, dass sich dies in Kürze ändern wird.

Das Geheimnis des Viral-Erfolgs

Unruly Media funktioniert meiner Ansicht nach deshalb so gut, weil es sich bei der "Werbung" großteils um Videos handelt, die so originell und/oder skurril sind, dass ich (und viele Blogger denken da sicherlich ähnlich) sie auch ohne Bezahlung online stellen würde. Unruly bringt seine Longtail-Werber damit gar nicht erst in den Gewissenskonflikt "nervige Werbung vs. Monetarisierung" und setzt auf Originalität - selbstverständlich kann jedes Video vor dem Publishen im Backend begutachtet werden. Der Player selbst kennzeichnet außerdem das Video als bezahlte Werbung, hier fliegt also niemand unterhalb des Legalitätsradars dahin. Soviel zum Background - und jetzt geht das Wort an Scott Button, CEO und Unruly Media.

Interview mit Scott Button: "Blogger lieben uns."

datenschmutz: Wann und mit welcher Intention wurde Unruly Media gegründet?

scottbutton 1219792582 Viral.Marketing: Interview mit UnrulyMedia CEO Scott ButtonScott Button, CEO

Scott: UnrulyMedia wurde in Januar 2006 gegründet. Wir haben erst mal damit angefangen, die coolsten Videos im Web zu sammeln und haben dann im September 2006 viralvideocharts.com ins Leben gerufen. Die Webseite verwendet eine Art Blogsuchmachine, die herausfinden kann, welche Videos am schnellsten von Bloggern verbreitet werden und wer sie verbreitet und erstellt dann daraus eine TOP 20 der populärsten Videos im Internet.

Das hat uns dann 2007 veranlasst, in den Vertrieb von Videos einzusteigen, weil es auch eine gute Möglichkeit war, das Projekt Viralvideocharts.com finanziell zu unterstützen, außerdem war die Nachfrage so riesig, dass wir eine Art Online Werbeagentur eröffnen konnten.

Heute haben wir eine Network von über 3000 Webseiten und Bloggern in ganz Europa und Nordamerika, die damit Geld verdienen können, Videos, Film- und Spieletrailer auf ihren Seiten zu zeigen.

?: Wie schätzen Sie die Zukunft des Video-Seeding ein?

!: Ich denke wir werden von den Begriffen "Viral Marketing" wegkommen. Wir sehen einen natürlichen Wechsel von 30-Sekunden Spots zu 60 bis 100-Sekunden Inhalt, damit es noch mehr Spaß macht und vor allem für Zuschauer unterhaltsamer gestalten werden kann.

Es wird der Adobe Flash Player benötigt und im Browser muss Javascript aktiviert sein..

Zuschauer mit kurzen kommerziellen und störenden Spots zu bombardieren wird jedes Jahr teurer und ist nicht mehr sehr effektiv oder attraktiv. Es wird selbstverständlicher werde, dass die Marken für Ihre Zuschauer etwas mehr bieten und etwas, was die Kunden und Fans auch wirklich sehen wollen.

Was uns angeht, wir bieten einfach eine Plattform, die qualitativ hochwertige Videos für Zuschauer anbietet, die ehrlicherweise daran interessiert sind diese zu sehen.
Natürlich werden das auch viele "klassische" Videos sein, die auf Sex und Witz setzen, aber es wird auch viele Videos geben, die außergewöhnliche Informationen bieten; etwa die so genannten "Infommercials", die spezielle Inhalte habe analog zu Filmvorschauen oder Spieletrailer.

?: Welche Reaktionen gab es bisher von Bloggern bzw. Webmastern, die als Affiliates am Netzwerk teilnehmen?

!: Wir bekommen jede Menge positives Feedback. Natürlich müssen wir das sagen! Aber im Ernst: Bloggers und Webmasters lieben wirklich unsere Model [1. Anmerkung von ritchie: Yup, kann ich mir vorstellen. Ich bin auch ziemlich angetan vom Unruly Network.].
Sie lieben es eben, ihren Lesern gute Inhalte zu bieten und keine langweilige Werbung und dafür noch bezahlt zu werden. Sie mögen es, dass die Besucher auch tatsächlich auf ihrer Seite bleiben, wenn sie Interesse an dem Video haben. Und unsere Blogger schätzen selbstverständlich die Tatsache sehr, dass Sie mehr verdienen können als bei AdSense oder anderen Anbietern.

?: Unterscheidet sich der deutschsprachige Viral-Marketing Markt vom amerikanischen. (z.B. in Bezug auf die Bereitschaft von Bloggern, bezahlte Postings online zu stellen.)

!: Wir finden, dass der deutsche Markt etwas schwerer zugänglich ist als der englische oder amerikanische Markt. Das ist aber durchaus unser Fehler. Obwohl wir deutschsprachige Mitarbeiter haben, die den diesen Markt betreuen, ist unser Network ausschließlich in englischer Sprache und mit US-Dollar als Währung verfügbar. Wir verstehen, dass das deutsche Kunden möglicherweise abschreckt, aber wir hoffen, dass wir dies in näherer Zukunft ändern und auf die jeweils nationale Sprache umstellen können.

?: Was sind Ihrer Meinung die Voraussetzungen für eine erfolgreiche virale Videokampagne?

!: Um erfolgreich zu sein, muss eine Kampagne besonders gut in einem der folgenden Features sein: Sex, Humor, Horror, Originalität, spektakuläre oder inspirierende Geschichten. Das sind die primären Gründe, warum ein Video verbreitet wird. Danach muss die Kampagne demographisch richtig vermarktet werden, meist an tausende User, für die die jeweilige Botschaft von Interesse sein könnte. Und natürlich muss das Video leicht zu verbreiten sein, besonders unter Bloggern; ein einfacher Code, der ohne besonders technisches Know-How problemlos auf jeder Seite platziert werden kann.

?: Wie wird die Zukunft aussehen und wie werden sich Ihrer Meinung nach in den nächsten 12 Monaten die Preise am Viralmarkt entwickeln?

!: Es wird viel mehr Inhalt geben, viel mehr Trubel. Die Sache ist doch, dass es immer schwieriger wird sich Gehör zu verschaffen. Ich meine, es ist schon jetzt sehr schwer, pro Tag werden alleine 30000 Video auf Video-Sharing Seiten hochgeladen. Aber wir haben noch lange nicht alles gesehen.

vivianwagner Viral.Marketing: Interview mit UnrulyMedia CEO Scott ButtonVivian Wagner, Campaign
Manager Deutschland

Auf der einen Seite wird der Bedarf für mehr Werbung die Preise in die Höhe treiben. Ich denke, dass der Fokus jetzt mehr auf die Qualität von Webseiten gerichtet wird, vor allem auf solche Seiten, die eine hohe Zahl an Besuchern aufzeigen können. Auf der anderen Seite wird ein Kunde, der aktiv an einem Video teilnimmt, weiter an Bedeutung gewinnen. Denn interessierte Kunden stellen eine lukrative Wechselwirkung zwischen Verkauf und Kundenzufriedenheit her. Das wird wiederum die hohen Preise der Werbung ausgleichen.

CPMs (Cost per 1000) sind jetzt schon in schaurige Höhen gestiegen, lassen sich aber trotzdem nicht vergleichen mit den Preisen, die etwa für Werbezeiten im Fernsehen kalkuliert werden müssen. Dazu kommt noch, dass ein Kunde, der sich entscheidet, einen 2-min Clip freiwillig anzuschauen, indem er drauf klickt, wesentlich wertvoller ist als ein Zuschauer vor dem Fernseher, der bei einem 30-Sekunden Werbespot durchaus auch gerade abgelenkt sein kann und womöglich gar nicht hinschaut. Wie gesagt: ein Kunde, der im Internet aktiv teilnimmt, ist besser als jemand, der vielleicht gerade aus dem Zimmer geht, dafür wird man dann auch in Zukunft gerne mehr zahlen.

Zusätzlich muss auch gesagt werden, dass der Werbemarkt im Internet viel ethischer und durchsichtiger werden wird. Wir sind besonders glücklich darüber, dass die EU Richtlinien für unerlaubte kommerzielle Tätigkeiten jetzt auch wirklich in fast jedem Mitgliedsstaat eingeführt hat. Das bewirkt, dass unethische und falsche Marketing Praktiken endlich unterbunden werden können. Darüber sind wir sehr froh, denn solche falschen Marketingstrategien gehen oft als "Viral Marketing" durch und ziehen damit Firmen, die ehrliches "Viral Marketing" betreiben, mit in den Dreck. Somit wird hoffentlich die Zukunft des Internets frei von Schleichwerbung, falschen Votings, geheuchelter Publicity und unlauterem Wettbewerb sein und Platz für fantastische Inhalte und durchschaubare Distributionswege bieten.

Macht sich trigami die Preise kaputt?

trigamilogo1 1217526070 Macht sich trigami die Preise kaputt? Die Kampagnen-Ausschreibungen mit zweifelhafter Honorarhöhe häufen sich: 10 Euro für 300 Wörter? Dafür gibt's ja bei Teliad nicht mal einen Backlink für ein Monat. Eine der Hautstärken trigamis bestand bisher darin, einen attraktiven und funktionierenden Marktplatz für Blogger und Werber zu schaffen: Preisdumping dagegen könnte sich auf mittelfristige Sicht für alle Beteiligten als negativ erweisen.

In letzter Zeit habe ich von trigami eine ganze Reihe von Ausschreibungen erhalten, die schlichtweg lächerlich sind: da will CEO Europe, anscheinend ein Netzwerk zur Vermittlung von Führungskräften, dass ich eine 300-Wörter-Review schreibe: und zwar für einen absurden Preis unterhalb von 20 Euros. Bitteschön, die Kurzversion gibt's auch für lau:

CEO Europe ist auf die schnelle Vermittlung von Top-Führungskräften mit internationalem Fokus spezialisiert. Dank des einzigartigen Systems können Sie weltweit bereits nach einer Woche Kandidaten für Ihre Projekte oder eine Festanstellung aussuchen und interviewen. Unsere Kunden sind sowohl Start-Ups, die zumeist sehr schnell eine erfahrene Führungskraft suchen, als auch mittelständische und große multinationale Firmen, die von unserer internationalen Ausrichtung und Flexibilität profitieren.

Also ich würde meine Führungskräfte nicht über einen Anbieter suchen, der mit Billig-Artikeln die Blogosphäre vollspammt... Qualitätsbewusstsein ist eine äußerst vertikale Materie. Ich persönlich halte die Sampling-Kampagnen für begrenzt sinnvoll, aber immerhin akzeptabel. Wenn Kunden allerdings ohne jegliche Ober- und Untergrenze selbst Angebote machen können, dann fungiert trigami nicht als Marktplatz, sondern als Preisdumping-Institution: und das kann weder im Interesse des Betreibers noch der beteiligten Blogger sein. Anfänglich bestimmte trigami den Wert eines Blogpostings anhand von Eigenangaben, später folgte das bei jeder Rezension mit eingebaute Mess-Script. Das angebotene Honorar kann der Blogger rauf- oder runter setzen, nun kann der Kunde wahlweise selbst den Preis bestimmen. Allerdings gehe ich davon aus, dass bei diesen Honorarhöhen so gut wie alle reichweitenstarken Blogger ohnehin dankend ablehnen werden. Und auf neuen und kleinen Blogs bewegte sich das trigami-Honorar auch vorher schon zwischen 10 und 20 Euros - den Kunden den Preis völlig frei vorschlagen zu lassen, halte ich für ausgesprochen kontraproduktiv.

Zumindest wünsche ich mir in meinen Profiloptionen eine Möglichkeit, eine Untergrenze für Angebote abgeben zu können - das erspart beiden Seiten unnötigen Aufwand. Wesentlich mehr Nachfrage erwartet hätte ich mir von den neu eingeführten Banner-Kampagnen: der Longtail wartet ja bloß auf die Erschließung durch lukrativere Werbeformen als affili.net und Co., aber hier scheint Adshopping die bessere Markplatz-Applikation am Start zu haben.

Neu bei trigami: Sampling, trigami-Ads

trigamilogo Neu bei trigami: Sampling, trigami Ads Bereits vor zu Beginn des Jahres hat der Schweizer Blog-Werbe Aggregator trigami sein Portfolio diversifiziert: Kunden können (kritische) Rezensionen, simple Ankündigungen oder auch Video Reviews buchen. Ich schreibe einerseits regelmäßig Reviews für trigami, andererseits habe ich bei Remo Uherek und seinem Team auch schon einige Kampagnen (etwa für fatfoogoo) gebucht. Ende Mai folgte die meiner Ansicht nach logische Ausweitung des Angebots auf zwei weitere Produkte.

trigami Display Ads

Anstatt Postings kauft der Kunde bei den trigami Display Ads Bannerwerbung ein - aufgrund der vielen registrierten Blogs (4.500, 77% aus .de, 14% aus .ch und 7% aus.at) kann der Schweizer Anbieter in diesem Bereich mittlerweile beachtliche Longtail-Kontingente anbieten - im Gegensatz zu vielen Konkurrenten schreibt trigami auch hier Transparenz groß:

In der Regel stehen pro Kampagne zwischen 1 Mio. und 10 Mio. AdImpressions pro Monat zur Verfügung. Die durchschnittliche Klickrate liegt derzeit bei 0.40%, d.h. pro Kampagne können zwischen 4000 und 40'000 Klicks pro Monat erwartet werden.

Konkrete Preisangaben habe ich auf der Homepage allerdings keine gefunden, lediglich den Hinweis, dass wahlweise monatlich via Fixpreis oder TKP abgerechnet werden kann. Empfohlen wird dabei das 125x125 Button-Format, allerdings sind auch andere Bannergrößen buchbar - die Preisdetails erfährt man auf Anfrage.

trigami Sampling

Wer von seinem Produkt überzeugt ist, möchte, dass möglichst viele potentielle Kunden davon erfahren - das Sampling ist eine kostengünstige Möglichkeit, BloggerInnen als sogenannten "Evangelisten" respektive Fans zu gewinnen. Der Kunde bezahlt dafür, dass trigami den Kontakt zwischen ihm und interessierten BloggerInnen herstellt und verschickt an diese in weiterer Folge Testprodukte oder Gutscheine. Die Teilnehmer erhalten keine gesonderte Bezahlung, sind aber auch nicht verpflichtet, etwas über das jeweilige zu schreiben. Die Ausschreibung erfolgt genau wie bei anderen Kampagnen - bei den Sampling-Angeboten, die ich bisher erhalten habe, war allerdings kein Produkt dabei, das mich zu einer Teilnahme bewogen hätte.

trigami und das nofollow

Seit der "Big-G-Pagerank-Krise" schreibt trigami in allen Rezensionen ausschließlich nofollow-Backlinks vor und kontrolliert diese Regel auch streng. Viele sprachen vom Niedergang des Businessmodells, da der hauptsächliche Mehrwert der Rezensionen im Google-Juice bestünde. Mitterlweile lässt trigami in jeden Text ein spezifisches Script einbauen, das Zugriffe und Reichweite erhöht, um sich nicht auf Eigenangaben der Blogger verlassen zu müssen. Werbekunden kann man somit trotzdem "harte Währung" anbieten, und im Gegensatz zu us-amerikanischen Pendants, die teilweise auf follow-Links bestehen, teilweise aber auch dem Schreiber die freie Wahl lassen, hält sich die Marge in Grenzen und die Qualitätskontrolle passt. Ich denke daher, dass trigami weiterhin ausreichend Kunden finden wird und halte vor allem die Ausweitung auf Banner-Ads für eine der ersten erfolgversprechenden Longtail-Pageview-Verkaufsmodelle im deutschsprachigen Raum. Wobei selbstverständlich die Plattform, an der Bernd und ich seit einem Jahr basteln, beim Launch alles andere in den Schatten stellen wird! :mrgreen:

Wolfgang Michels weckt Sehnsucht

wolfgang michelsFormal gesehen reiht sich Wolfgang Michels zwar in die Riege der deutschen Liedermacher ein; bevor allfällige Vorurteile und Stereotypen einkicken, sollte aber sofort relativiert werden: Accoustic Blues als Genrebezeichnung klingt gleich ganz anders - und den Blues hat er, der Wolfgang, auch wenn er sich bei seinen Texten an die eigene Muttersprache hält. Aus dieser Kombination resultieren sehnsüchtige, wehmütige Lieder, äußerst unprätentiös vorgetragen und bestechend brilliant produziert. Also kurz gesagt: es besteht überhaupt kein Grund für allfällige Berührungsängste jeglicher Art!
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UProm.tv: bottom-up Fernsehen aus Deutschland

upromlogoUProm.tv beschränkt sich nicht auf das bloße Aggregieren von Uservideos, sondern präsentiert sich als erster deutscher Online-Fernsehsender: ein fixes Sendeschema und tägliche Magazine auf Astra Digital und im Kabelnetz ergänzen das Angebot. UProm.tv konzentriert sich dabei ganz auf das Thema Unterhaltung und lässt die Besucher selbst entscheiden, welche Beiträge ausgestrahlt werden.
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medianet Guide 2008 in the making

"Ein Guide, sie zu instruieren, sie alle zu finden, die Conversions in die Höhe zu treiben und Kunden zu binden," oder, anders gesagt: der medianet Guide 2008 wird bald erschienen gewesen sein. Wer die Kleinigkeit von 2.4k oder 3.4k Euros übrig hat, darf sich schon mal eine Doppelseite reservieren.

Bestellt werden kann hier, ein free Placement gibt's nicht, also sind schon mal sämtliche typischen 1-Mann-Unternehmungen und Blogs völlig ausgeschlossen. Die spielen aber in der Web 2.0 Szene eine gravierende Rolle, doch im Mediaguide bleiben die - für .at Verhältnisse "big" players - garantiert unter sich:

Der umfassende Überblick über alle relevanten Branchen unserer Zielgruppen. Sie finden rasch die wichtigsten Informationen, um bei Ihrer täglichen Arbeit einen Schritt weiter zu sein. Von Experten für Profis. Das Jahresprodukt von medianet. Auch dieses Jahr erweitern wir das Informationsspektrum unseres Guides 2008 wieder um die Leading MediaBase Austria von Qualiant. Damit können Sie alle relevanten Mediadaten der wichtigsten österreichischen Print-Titel und elektronischen praktisch und einfach nach lesen und vergleichen.

Das Modell des Werbeplanung.at Guides finde ich da wesentlich sinnvoller; in die Online-Datenbank eintragen kann sich jede/r, Geld einwerfen muss man lediglich für eine Premium-Platzierung - das garantiert ein wesentlich unverzerrteres Bild und bevorzugt nicht systematisch Agenturen mit großem Auftragsvolumen:

Der Werbeplanung.at:Guide 2008 listet die 450 wichtigsten buchbaren Online-Werbeträger und die 250 relevanten New-Media-Agenturen Österreichs. Eine Themenindizierung macht schnelles Finden der gewünschten Websites oder Agenturen möglich. Weiters bringen wir einen Überblick über die buchbaren Angebote im E-Mail-Marketing und deren Dienstleister sowie Suchmaschinen- und Affiliate-Marketing.

Dort sind mittlerweile übrigens auch einige Blogs vertreten, darunter ds. Von unparteiisch kann also keine Rede sein, zumal ich im diesjährigen Werbeplanung.at Guide noch dazu einen Beitrag über österreich-spezifische Online-Werbung geschrieben habe. Aber dennoch: eine öffentliche Datenbank mit Qualitätskontrolle generiert einen starken Longtail-Mehrwert, während eine reine Premium-Publikation wohl vergleichsweise wenig Überraschungen ans grelle Tageslicht zerren dürfte.

10 Prozent mehr Blogwerbung

Gibt's diese Tage beim Schweizer Broker für bezahlte Weblog-Reviews. trigami erhielt kürzlich auf der Cebit den Innovationspreis in der Kategorie Online-Marketing und schenkt aus diesem fröhlichen Anlass allen KundInnen +10% Guthaben für sämtliche Produkte.

Wer bis Ende April sein Konto auflädt, profitiert von der einmaligen Sonderaktion, verbraucht werden kann das Guthaben auch später. Die Höhe der Summe ist dabei nicht limitiert, für 5 Tausender gibt's also 5.500 Euro in Rezensions-Credits. Natürlich kann das Guthaben nur für trigami-Dienstleistungen verwendet werden, also heute 50.000 Eulen einzahlen und sich morgen wieder 55.000 auszahlen lassen spielt's nicht :-) Also en detail:

  • Dieses Spezial-Angebot gilt bis Ende April (30.4.2008). Die 10% Gutschrift können auch nach Ende April noch verbraucht werden.
  • Die Höhe des Guthabens ist nicht limitiert. Sie dürfen soviel Guthaben aufladen, wie Sie wünschen. Für jedes Guthaben, welches Sie aufladen, erhalten Sie 10% zusätzlich gutgeschrieben.
  • Die 10% Zusatz-Gutschrift kann nicht ausbezahlt, sondern nur für Trigami-Dienstleistungen ausgegeben werden.
  • Dieses Angebot gilt für alle Trigami-Kunden und Trigami-Dienstleistungen, inkl. Consulting.

Mit Anfang des Jahres erweiterte der Anbieter sein Portfolio gravierend: Kunden haben nun auch die Möglichkeit, Video-Rezensionen zu buchen, "Freestyle" Kampagnen mit beliebigen Anforderungen zu bestellen, Content für diverse Publikationen einzukaufen und können gegen Entgelt privates Feedback von der Community einholen. Herzliche Gratulation an Remo und sein Team - ich bin ziemlich von Anfang an bei trigami dabei und nach wie vor sehr erfreut über diese zusätzliche, für beide Seiten gut funktionierende Einnahmequelle. Mittlerweile kenne ich das System ja auch "von der anderen Seite", und halte trigami für eine der effektivsten und genialsten Methoden, im deutschsprachigen Longtail nachhaltig zu werben. Mehr zum den einzelnen Innovationspreisen, die auf der Cebit verliehen wurden, gibt's auf Pressebox.de.

Ein-Kommen (und -Gehen) mit Blogs

Shitloads of money - how to bring 'em home? Ein spannendes Blogposting zu diesem Thema gibt's bei Kollege Chow, und da wünscht man sich als "good" old European in der Tat vor allem eines: das kanadische Steuersystem. Ich hätte ja nie gedacht, dass sich datenschmutz mal zu einer virtuellen Gelddruckmaschine entwickeln würde, aber erfreulicherweise nimmt mein Blogeinkommen langsam aber stetig zu.

Während ich mich nach den ersten Monaten über die Refinanzierung der Serverkosten freute, ist mittlerweile der monatliche Tausender eher die Regel als die Ausnahme... da sind zwar ein paar kleinere Nebenprojekte mit dabei, und den Großteil meines Einkommens verdien ich nach wie vor als selbständiger Berater für verschiedene Online-Projekte - aber ich bin durchaus gespannt, wie weit sich dieser Anteil in den nächsten Jahren noch verschiebt. Die Blogeinnahmen versteuere ich via Gewerbeschein, laut EU-Finanzgesetzgebung sind dabei Rechnungen aus dem EU-Ausland umsatzsteuerbefreit, so man einen eigenen Gewerbeschein und eine - in diesem Fall österreichische - Steuernummer besitzt. Das ist vor allem relevant bei diversen deutschen Ad-Netzwerken, wie's mit Einkommen aus Übersee steht, entzieht sich meiner Kenntnis, spielt für mich bis dato allerdings auch keine Rolle. Ansonsten sind sämtliche Einnahmen natürlich ganz gewöhnlicher Einkommensbestandteil - Serverrechnungen, Werbeausgaben (Offline-Printartikel, Schaltungen etc.) landen ebenso als Ausgaben in meiner Buchhaltung.

Wie erwähnt übersteigen erstere letztere in den vergangenen Monaten deutlich, und daher habe ich mir anstatt eines Karibikurlaubs am Jahresende vorgenommen, mal so richtig nett essen zu gehen. Nein, Scherz, das mach ich so auch oft genug - ich hab vielmehr den Entschluss gefasst, sämtliche Blogüberschüsse für Marketingzwecke auszugeben: Werbeschaltungen, Content-Partnerschaften, was sich halt so anbietet und mir sinnvoll erscheint. Das Blog soll meine steuerliche Bilanz quasi einstweilen nicht belasten, mir dafür aber etwas Experimentierspielraum geben. Demnächst möcht ich gern mal ein phattes Gewinnspiel veranstalten (vielleicht mit Handys) und dazu eine Trigami-Kampagne schalten und vielleicht mal testweise auch mal das eine oder andere Printsujet an passender Stelle platzieren... eben ganz dem datenschmutz-Experimental-Labor Gedanken folgend.

Beim vorhin erwähnten Posting von John geht's kurz gesagt darum, dass er sein Blog als Firma mit eigener Rechtspersönlichkeit führt und sich selbst ein in Relation zum den monatlichen Blogeinnahmen per Dividende ein vergleichsweise sehr geringes Jahresgehalt von 33.000 Dollar ausbezahlt. Bis zu diesem Betrag ist die Dividende in Kanada nämlich steuerfrei - der Großteil der 400k Dollar, die John im Jahr verdient, bleiben im Besitz der Firma. Für ein Angestelltengehalt dieser Größenordnung wären 160k an Steuern fällig, die sich der smarte Kanadier so erspart. Die teuren Essen, Hotels, Reisen und Gadgets werden aus der Firmenkasse bezahlt:

Whenever possible, I try to have the company pay my expenses. There are limits to what you can do so you need to check with your professional tax adviser first. For example, you can't have the company pay for a new set of golf clubs (unless you're a professional golfer). As long as it has something to do with company business, chances are the company can pay for it even if you draw some personal use out of it.

Jo mei. Da wünscht man sich halt direkt, in Kanada zu leben. Der deutsche Sprachraum ist eben doch sehr begrenzt (und wenn der Tag 30 Stunden dauerte, hätt' ich schon längst ein datadirt Blog *g*), und die lukrativen Longtail-Werbemöglichkeiten lassen vor allem eines: auf sich warten. Aber falls sich Deutsch-Blogistan weiterhin so prächtig entwickelt, dann wird in drei Jahren die datenschmutz Ges.m.b.H. natürlich ein 42köpfiges AutorInnenteam beschäftigen und die ohnehin viel zu niedrigen Texthonorare in Österreich in die Höhe treiben :twisted:

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