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Artikel-Schlagworte: „Magie“

Blogistan Panoptikum KW36 2008

lhctube Blogistan Panoptikum KW36 2008Gerald hat (genau wie ich) keinen Bock auf Chrome, Marcel und Helge glauben an den Erfolg von G's jüngstem Spross. Die Zeit wird's weisen, denn Monopol-Bedenken haben im Zeitalter grenzenloser Web 2.0 Euphorie scheinbar für immer ausgedient. Da wünscht man sich doch direkt die gute alte M$-Dominanz zurück, denn IE war im Vergleich zum Evil Empire ja ein reiner Ausbund an Harmlosigkeit... aber zurück zu erfreulicheren Themen. Must-Read der Woche: der ars electronica Rückblick von Max. Mich hat mein Kroatienurlaub vom Besuch in Linz abgehalten, und ich muss sagen, frisch gegrillter Branzino ist mir ohnehin lieber als ein Aspik-Kuchen aus den Resten von Schönheits-OPs, aber es sieht ganz so aus, als wär wieder ein wenig Radikalität ins Festival eingezogen - gut so! Die letzten Jahre hatten ja immer sowas unfreiwillig Retrospektives an sich.

They call him the large Collider

Georg outet sich als Fan des Large Hadron Collider - kein Wunder, denn die Welt der kleinsten Teilchen grenzt an Magie. Die Kosten des CERN werden ja vielfach kritisiert, aber ich bin da ganz Georgs Meinung: wer schon genau weiß, was er finden will, kann sich die Suche gleich sparen - und der Kollateralnutzen ist keineswegs zu unterschätzen:

Zudem hat extreme Forschung immer wieder Erkenntnisse gebracht, die anderweitig zum Einsatz gekommen sind. Computertomographen, das Web sind nur zwei Beispiele, was bislang als "Nebenprodukt" am Cern erfunden wurde. Was dieses Mal heraus kommen wird, weiß man noch nicht. Außerdem: Wenn man das vorher schon wüsste, bräuchte man den ganzen Zirkus nicht aufführen.

Georg hat dazu einen sehr sehenswertes Video-Interview mit einem Experten für unvorstellbar große Datenmengen geführt:

Wer tiefer ins Thema eintauchen möchte, dem lege ich Anton Zeilingers Einsteins Spuk: Teleportation und weitere Mysterien der Quantenphysik Blogistan Panoptikum KW36 2008 ans Herz: der Wiener Teilchenphysiker erklärt in bester Richard-Feynman-Tradition, warum Teilchen heutzutage nicht mehr entdeckt werden: in der Tat scheinen sie häufig erst dann zu existieren, wenn sie vorher "berechnet" wurden - pure magic eben!

Von Kot- und Code-Beurteilungen

Ernährungsberaterin Sascha Walleczek beurteilt gerne Kot und hat dafür eine standardisierte Vergleichstafel. ("Ist die Wurst eher hell- oder dunkelbraun?") IT-Menschen beurteilen lieber Code, und dafür gab's bislang keinerlei standardisiertes Verfahren, doch das ist Geschichte. Hinkünftig einzig valides Kriterium: WTFMs, die "What the fucks per minute" - danke Focus Shift! Überhaupt sind die neuen Cartoons schwer zu empfehlen: thx an Dan für den Hinweis:

wtfm Blogistan Panoptikum KW36 2008

Twitter-News der Woche

Der Wegfall sämtlicher Gratis-SMS-Features scheint der Popularität Twitters bislang wenig Abbruch getan zu haben - der Microblogging-Service erfreut sich ungebrochener Wachstumsraten, während identi.ca trotz überlegender distribuierter Netzwerk-Architektur nicht so richtig aus den Startlöchern zu kommen scheint.

Das wär übrigens *die* Chance für Bleeper, den kürzlich gestarteten deutschsprachigen Twitter-Clon: OpenID und OpenSource sind nice-to-have, werden aber keineswegs über den Markterfolg des Service entscheiden. Ich frag mich ja, warum es so freaking schwierig ist, einen Partner im MoFu-Bereich zu finden: das Relaying von ein paar 100k SMSen kann für T-Mobile doch keine Problem sein... und brächte innerhalb der Opinion-Leader Web 2.0 Community einen wesentlich besseren Image-Turnaround als 20 gesponserte Elektronik-Festival, und das noch dazu ganz ohne unsympathisches Over-Branding.

Ich hab übrigens heute mal wieder aufgeräumt - wie Max schon mal so treffend bemerkt hat, ist Twitter eine wunderbare Traffic-Quelle, allerdings bin ich ein Freund der Reziprozität: you tweet, I follow und vice versa. Direct Messages kann man ja bekanntlich nur an eigene Followers verschicken, und das kann manchmal ganz schön nerven - ich sehr Twitter eher als Kommunikations- denn als Informationstool, und wenn ich auf ein interessantes Tweet nicht reagieren kann, dann will ich's erst gar nicht lesen... also "folge" ich in Zukunft ausschließlich den Usern, die mir auch folgen. Und wer meine Updates lesen möchte, die/der bekommt selbstverständlich ein Follow zurück.

SEO-News der Woche

Die Preise für SEO-related Domains befinden sich im ungebremsten Höhenflug - wie Gerald Steffens auf Seo.de (die URL war für die neuen Besitzer auch nicht grade eine Okkasion) berichtet, hat die Artaxo AG für Suchmaschinenoptimierung.de flockige 84.000 Euro hingelegt - das klingt nach einer Menge Kohle, erscheint mir persönlich allerdings als lohnende Investition: denn sogar in Österreich kommen immer mehr große Unternehmen so nach und nach drauf, dass AdWords-Schaltungen im Vergleich zu SEO-Maßnahmen ein teurer und relativ unnötiger Spaß (mit Ausnahme von Kurzzeit-Kampagnen) sind.

Befreiphone gewinnen: Ein iPhone mit Simlock hat den schalen Geschmack von lauwarmem alkfreiem-Bier. Wer sein kühles Blondes lieber klassisch mag, hat noch einige Tage Zeit, beim Befreiphone-SEO-Contest von Blogschrott 2.0 mit zu machen: wer mit dem Keyword Befreiphone am 17. September auf Platz 1 steht, darf künftig mit Apfelgeschmack datafonieren.

TLDs: Torsten spekuliert über Domainendungen und kommt zu einem keineswegs zutreffenden Ergebnis:

Der etwaige Bonus den manche Suchmaschinen für bestimmte Endungen vergeben ist eigentlich marginal, sprich man kann ihn durch andere Komponenten recht gut ausgleichen.

Oink... so simpel ist's keineswegs, denn die angeführten "Gegenbeispiele" sind im jeweiligen Index aufgrund der Geo-IP-Lokalisierung so gut vertreten. Also ein klein Wink mit dem TLD-Zaunpfahl: die Endung in Kombination mit dem länderspezifischen IP-Subnet macht das Kraut fett! Und Ausgleichen kann man SEO-Nachteile generell nicht, es sei denn, die Konkurrenz schläft und das Keyword wohnt in der berühmten Nische...

Vermischtes: Reiffix unterstellt RottenNeighbor einen genialen Marketingfeldzug (ich muss gestehen, der Gedanke kam mir ebenfalls), das SEO-Handbuch fragt, ob Big womöglich seine Kernkompetenz Suche vernachlässigt (dabei ist die KK doch längst die Vermarktung von Adwords/-sense) und am abgefahrn Satire Blog findet Möchtegern John-Chows endlich die ultimative Anleitung zum Reichwerden "mit dem längsten". Schlechte News übrigens für SEO-Twitterer: ab sofort gibt's am Profil bloß noch einen nofollow-Link - das wird Spammer allerdings ebensowenig von der Registrierung ihrer Accounts abhalten wie das standardmäßige nofollow von WordPress-Kommentaren.

Video der Woche

Völlig wieder Erwarten gibt es doch Personen, die Werner Faymann wählen - und zwar die St. Pöltner Krocha. So hat eben jeder Möchtegern-Bundeskanzler die Fans, die ihn verdienen. Ob sich die Jungs alle fünf Punkte des Programms merken können, steht indes auf einem anderen glatten Blatt.

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PS: Wer noch nicht weiß, was Krocha sind, sollte sich den Text dieses instruktiven Lehrvideos "reinziehen":

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So denn... das war's auch schon wieder. Ich werd jetzt mal beginnen, meine 500 Kroatien-Fotos zu sortieren (Wie sind wir früher bloß mit einem 24er Film ausgekommen?) . Der frische, gegrillte Branzino fehlt mir übrigens schon jetzt! Bleibt mir also nur mehr, Ihnen, hochverehrte Leserin, einen erfreulichen Restsonntag zu wünschen: wir lesen uns morgen.

Sind gekaufte Lügenbeutel kontraproduktiv?

blog pr Sind gekaufte Lügenbeutel kontraproduktiv?"Das Drama des begabten Kindes" heißt ein Buch von Alice Miller. "Das Drama des unbegabten Blogosphären PR-Heinis" dagegen scheint das Leben zu schreiben, und selbiges straft bekanntlich je nach Kontext jene, die zu spät, falsch oder gar nicht kommen. Um allzu eskalativer Kontraproduktion hinkünftig entgegen zu wirken, soll eine Umfrage, die der Grenzposten zusammengestellt hat, Licht ins Dunkel einer komplexen Fragestellung zu bringen: Wie möchten Blogger von PR-Agenturen serviciert werden?" Denn erstere reagieren gerne zickig auf Spamartige News, und zweitere wissen häufig nur ungefähr, was Blog eigentlich sind.

In der Vergangenheit gab's ja immer wieder mal eher nicht direkt begeistertes Feedback auf diverse PR-Aktionen (auch hier), also stellt Florian einige berechtigte Fragen:

Es gibt zwar arrivierte und größtenteils akzeptierte Methoden zum Umgang mit Journalisten, aber eben nicht mit Bloggern. Oder andersherum: Wir PR-ler wissen eigentlich gar nicht, wie und mit was wir die Blogger ansprechen sollen, um denen auch einen wirklichen Mehrwert bieten zu können. D. h. eine erfolgreiche Ansprache ist mehr oder minder Zufall oder beruht auf einem guten persönlichen Draht zum Blogger.

Robert hat letztens zu diesem Thema was gepostet; seiner Meinung, dass Blogger die Lautstärke ihrer (kollektiven) Stimme im Medienverbund gewaltig unter-, anstatt überschätzen, kann ich mich nur vorbehaltlos anschließen. Und da ich selbst dank datenschmutz auch schon recht massiv mit Post-, E-Mail und sonstigen PR-Attacken zugeschüttet werden, hab ich mir natürlich einige Gedanken zum Thema gemacht, die da lauten: ich persönlich bin schon recht lange Teilzeit-Musikjournalist. In dem Bereich liegt die Sache ganz einfach: Text-Zusendungen können mir gestohlen bleiben, neue CDs hör ich mir immer gern an - wenn mir die Musik besonders gut oder schlecht gefällt, dann schreib ich drüber, und wenn ich die Pladde ganz toll finde, dann versuch ich, ein paar Exemplare für eine Verlosung zu bekommen. Mittlerweile kennen die Label-Leute, die mir Alben zusenden, meinen Musikgeschmack ganz gut - und verschonen mich mit Hansi Hinterseer und Ähnlichem. Das hat aber nix mit PR zu tun, das ist klassische Labelarbeit: wer bei einem Musikproduzenten arbeitet und mit Sound nix anfangen kann, hat sowieso den falschen Job.

Recht anders, aber ebenso themengetrieben sieht die Sache in punkto Web 2.0 Start-Ups und Companies aus: da passieren die meisten Infos auf persönlichen Kontakten via Facebook und Co. oder durch direkte Kommentare auf meinem Blog. Trotz aller RSS-Feeds übersieht man ständig spannende Projekte, und pro-aktive PR-Arbeit erleichtert dem Blogger das Leben - allerdings halte ich rein gar nix von Massenaussendungen. Wer erfolgreich seine Informationsbomben auf Blogistan niederprasseln lassen möchte (Martialischer Vergleich. Gefällt mir.), sollte zwei Dinge beachten: erstens immer den Weg der persönlichen Ansprache wählen, auch wenn die Sache mit dem E-Mail Verteiler viel weniger Arbeit macht... und zweites *unbedingt* das jeweilige Blog lesen, bevor man dessen Betreiber zuschüttet. Quasi ein Human Adwords Setup: immer brav passende Themenblogs finden, dann klappt's auch mit dem Anbeißen. Und da sind wir auch schon beim Problem: dafür sind PR-Agenturen kontraproduktiv. Wenn man dafür bezahlt wird, jemand anderem reinzudrücken, warum Produkt XY super ist, dann besteht immer die gravierende Gefahr, dass man selber keine Ahnung hat und bei genauerer Nachfrage plötzlich aufgeschmissen ist; speziell, wenn dann noch eine der legendären AnjaTanjas am anderen Ende der Leitung sitzt, sollte sich jedes werbende Unternehmen fragen: will ich eigentlich professionelle "Kommunikatoren" gravierend überbezahlen? Oder lieber Leute aus dem eigenen Haus, die nicht auf den Mund gefallen sind, mit Bloggern reden lassen? Bei mir fragen immer wieder mal diverse PR-Firmen und Werbeagenturen, die ihren Kunden "Web 2.0 Konzepte" verkaufen, an, wie denn diese komischen Blogs eigentlich so funktionieren...

Die Magie des verbotenen Ortes funktioniert allerdings auch in diesem Bereich ganz wunderbar: gib einem Blogger das Gefühl, er bekäme ganz tolle und exklusive Infos - und die Wahrscheinlichkeit, dass er drüber schreibt, steigt exponentiell. Allerdings sollten die Infos dann auch tatsächlich exklusiven Charakter haben, sonst gibt's am Ende vor allem eins: verbal eine auf den Deckel. Das mag zwar allen Anhänger der Theorie "Jede Werbung ist gute Werbung" wie ein großer strategischer Erfolg erscheinen, bleibt aber sozusagen weit unter den Möglichkeiten. Also wäre auch hier direkter Kontakt, ganz ohne Zwischenpuffer, meist viel produktiver. Im übrigen bin ich der Meinung, dass in Relation zum Zeitaufwand der gute "alte" trigami Marktplatz für beide Seiten eine der effektivsten Möglichkeiten darstellt, Blog PR erfolgreich abzuwickeln; ansonsten geht eben, wie erwähnt, nix über persönliche Kontakte. Mit anderen Worten: reges Rumtreiben auf Social Networks gehört wohl zukünftig zum Berufsbild des PR-HeinisExperten.

Okay, so weit wollte ich eigentlich gar nicht abschweifen - der Punkt ist, dass Florian die gesammelten Daten veröffentlichen wird. Je mehr BloggerInnen mitmachen, desto repräsentativer wird die Umfrage; also los, lasset uns Daten sammeln - hier geht's direkt zum Fragebogen.

Ebenfalls interessiert an den Ergebnissen: Admartinator, im PR Kloster und bei PR-Consulting.at. Und wie sieht's mit dem bloggenden Teil der Leserschaft aus? Klebt bei Ihnen/euch ein virtueller Sticker mit "bitte keine unadressierten Postwurfsendungen" am WordPress oder warten Sie/wartet ihr jeden Tag gespannt auf die neuesten PR-Meldungen?

WordPress um OpenID Funktionalitäten erweitern

Vor wenigen habe ich meinen neuen Lieblings-Open-ID Provider meinguter.name vorgestellt. Der passende Anbieter samt Delegation-Funktion wär also gefunden, nun stellt sich die Frage: wie kann man das OpenID System am einfachsten ins eigenen WordPress Blog einbinden?

Auslöser für meine Beschäftigung mit diesem Thema war natürlich der Kommentar von Co-Pirat Francis; wenn man sich beim Infopirat neuerdings via OpenID einloggen darf, dann darf datenschmutz natürlich nicht zurückstehen :-)

Grundsätzlich muss man zwischen zwei Anwendungsfällen unterscheiden unterscheiden: einerseits kann man die eigene Blog-URL als OpenID verwenden, andererseits könnte man Usern, die bereits über eine OpenID verfügen, erlauben, diese als Blog-Login respektive zum Kommentieren zu verwenden.

Meine WordPress-URL, meine OpenID

Meinguter.name bietet die Delegation-Funktion jedem User an:

Es ist möglich eine beliebige Homepage, z.B. den eigenen Blog als OpenID zu nutzen. Anfragen werden ganz einfach auf MeinGuter.Name weitergeleitet.

Zu diesem Behufe müsst man zwei Codezeilen im Header unterbringen - einfacher und vor allem Template-Wechsel resistent funkt's mit WP-Yadis: das Plugin muss lediglich hochgeladen und aktiviert werden, anschließend kann man unter dem Punkt "Optionen" beliebig viele OpenIDs verwalten; die Einstellungen für Yahoo, WP.com etc. sind bereits vorkonfiguriert, wer Meinguter.name verwenden möchte, wählt im Dropdown-Menü "Add a new OpenID provider" die unterste Option "Other". Das Feld "Username" ist recht selbsterklärend, bei OpenID Server wird folgende Adresse eingetragen:

https://meinguter.name/index.php/serve

Und als OpenID Delegate kommt die eigene Meinguter.name Page zum Einsatz, also:

https://username.meinguter.name

Das war's auch schon - ab sofort kann die eigene Blog-URL dank der Magie der Delegation als OpenID angegeben werden; so bleibt alles in der (Domain)Familie :mrgreen:

Bitte nicht nochmal registrieren dürfen müssen!

Einer der Hauptvorteile der OpenID besteht in ihrer Funktion als Multi-Login; die wenigsten BlogleserInnen registrieren sich, um sich beim Kommentieren die Captcha-Funktion zu ersparen; ansonsten gibt es aber eigentlich wenig Grund für das Anlegen eines Accounts. Wenn OpenID unterstützt wird, kann jede/r KommentatorIn das eigene OpenID Login verwenden - und so nicht nur ohne Capture Comments verfassen, sondern zugleich seine/ihre Identität verifizieren.

Das notwendige Framework für diese Aufgabe stellt WP-OpenID bereit. Nach Installation und Aktivierung überprüft das Plugin, ob serverseitig alle Anforderungen erfüllt sein - wer alle Funktionen nutzen will und auf hohe Performance wert legt, sollte darauf achten, dass PHP libcurl unterstützt und nativ mit GMP kompiliert wurde.

Die Optionen gestalten sich relativ simpel: einmal wird ausgewählt, ob OpenID Kommentar generell freigeschalten werden sollen, anstatt in der Moderation Queue zu landen (derzeit verwenden Spammer noch keine OpenIDs, aber sobald sich das System ein wenig verbreitet, wird das rasant ändern.), zum zweiten wählt man, ob der Code im comments.php Template automatisch eingefügt werden soll - oder ob man lieber ein Extra-Feld händisch definieren möchte; die dazu nötigen Infos findet man in der readme-Datei.

Standardmäßig verwendet WP-OpenID das Homepage-Feld. Wer hier seine OpenID einträgt, braucht die anderen Felder nicht auszufüllen, da E-Mail und Username vom OpenID Provider übernommen werden. In der Praxis erfolgt beim Kommentieren ein Redirect, der User wird von seinem jeweiligen OpenID Provider gefragt, ob er die Daten einmal oder zukünftig automatisch ans betreffende Blog übermitteln soll - und das war's auch schon.

Eigentlich simpel und elegant - für mich in der Form aber leider nicht verwendbar, da sich WP-OpenID nicht mit Math Comments Anti Spam verträgt. Als langfristiger Spamschutz macht OpenID sowieso nur dann Sinn, wenn Whitelists und Trust Authorities bereits etabliert sind, eine Antispam-Strategie ersetzen wird das System nie können. In der Praxis tritt das Problem auf, dass die Math Comment Antispam - also die Antwort auf die Rechenaufgabe, die auf datenschmutz ein grafisches Capture ersetzt - nicht mit-referred wird, sodass nach Nutzung der OpenID Option in jedem Fall die Meldung "Sie haben die Rechenaufgabe nicht gelöst" erscheint. Math Comment Anti Spam hat mir aber in der Vergangenheit so gute Dienste erwiesen, dass mir derzeit die simple Kommentarmöglichkeit für unregistrierte User wichtiger ist - also werd ich mit der OpenID-Integration beim Kommentieren noch ein wenig zuwarten... ideal wär's, wenn der Autor sein Plugin so umbaut, dass bei Verwendung der optionalen OpenID-Angabe die Rechenaufgabe unberücksichtigt bleibt.

Willkommen Österreich: Jan Becker liest Stermanns Gedanken

Grissemann und Stermann, Moderatoren-Duo Infernale der hiesigen Fernseh- und Radiolandschaft, würde man nicht unbedingt zutrauen, Pro Siebens Uri Geller Show zu konkurrenzieren. Aber gestern Nacht war Jan Becker, deutscher Mentalist, bei den beiden zu Gast - und im Gegensatz zum erfolgreichen Trixxer Uri basieren Jans Tricks zwar nicht auf übersinnlichen (oder doch, je nachdem, was man denn nun als "übersinnlich" betrachten möchte) Fähigkeiten, sondern auf hartem Training und - soviel steht fest - einem ganz besonderen Talent zur Beobachtung von Menschen.

Über Jan Beckers eigenes Leben verrät die Homepage relativ wenig - der Mann, der die Gedanken anderer mit erstaunlicher Präzision lesen kann, verrät verständlicherweise nicht besonders viel über sich selbst. Live erleben kann man ihn derzeit in Berlin mit seinem aktuellen Programm Think Grotesque in Berlin, gegen Ende des Jahres sind Auftritt in Österreich geplant. Über sich selbst sagt Becker:

Es geht darum den Zuschauer im Theater vergessen zu lassen, dass er im Theater sitzt. Wenn du Traumhaftes und Realität verschmelzen lässt, schaffst du eine Surrealität. Mir geht es um den Umgang mit irrationalem Wissen. Die Möglichkeiten des Unmöglichen interessieren mich. [oe1.orf.at

Nun gut, was hat mich denn gestern nun eigentlich so dermaßen beeindruckt? In erster Linie personal trust: ich denk nicht, dass Grissemann und Stermann bei einem Schwindel mitmachen würden. Stermann musste vor der Sendung in seiner Garderobe eine einfache Zeichnung anfertigen und diese in einen Umschlag stecken. Am Ende der Sendung forderte Becker sein "Opfer" auf, an die betreffende Zeichnung zu denken und brachte anschließend zu Papier, was er "empfangen" hatte. Seine Zeichnung stimmte haargenau mit dem Original überein - zu Stermanns sichtlicher Verblüffung. Gezeichnet hat Stermann übrigens ein Strichmännchen hinter einer Mauer, das ungefähr so aussah:

maennchen

Grissemanns Instant-Theorie, dass Becker mit einer Kamera im Zeichenstift mitgefilmt habe, scheiterte an der Tatsache, dass Stermann seinen eigenen Stift verwendet hatte - Jans Erklärung lautete schlicht und einfach, dass er jahrelang Menschen beobachtet habe und er beim Gedankenlesen einfach "dahin phantasiere".

Ich glaube, dass wir alle ab und an die Gedanken anderer Menschen "lesen" können, wenn auch meistens ungewollt und unerwartet - und dass diese Fähigkeit schon immer eine ganz beträchtliche Rolle im sozialen Leben gespielt hat. Und ich habe den Eindruck, dass, sobald bewusstes Denken mitschwingt, dieses fallweise empfangen von Stimmungen, Gedanken und Bildern kaum funktioniert. Mit anderen Worten: blickt man einen Menschen an, dann denkt man sich unweigerlich etwas über ihn: Aussehen, Kleidung, Körpersprache etc. lassen sofort ein Bild im Kopf entstehen, das natürlich einerseits auf Erfahrung beruht, andererseits aber ein klassisches Vorurteil darstellt. Je weniger man "spekuliert" und je entspannter und lockerer man an die Sache rangeht, desto besser funktioniert's, denke ich - weil jede "Preconception", wie's im Englischen heißt, eine möglichst objektive, unbeeinflusste Interpretation diverser körpersprachlicher und sonstiger Informationen erschwert, wenn nicht verunmöglicht.

Aber dies zu üben und zu meistern ist eine Kunst, die unglaublich schwierig zu erlernen ist, und so verstehe ich Beckers "Phantasieren". Mir fällt dazu eine körperliche Analogie ein: bestimmte Muskelgruppen gezielt anzuspannen, ist vergleichsweise einfach. Muskeln gezielt zu entspannen, fällt wesentlich schwieriger. Ich kenn zwar keine guten Bücher über "Mentalismus", aber in der buddhistischen Literatur, speziell im tibetischen Dzog Chen, gibt's ein paar sehr aufschlussreiche Texte zu diesem Thema.

Jan Becker wählte anschließend noch einen Zuseher aus, der sich im Nachhinein als Mühlviertler entpuppte, und verpasste ihm auf der Bühne eine unglaublich schnelle Instant-Hypnose. "Ich berühre dich an der Schulter und du bist wach und kannst ganz normal spreche, doch sobald ich deine Stirn berühre, fällst du in einen tiefen, angenehmen Zustand und schläfst," sagte er einige Male, nachdem er sein Versuchsobjekt zuerst mittels Suggestion nach hinten hatte kippen lassen. Und so war's dann auch! Im anschließenden Interview beschrieb der Zuseher seine Erfahrung als extrem angenehm, Zitat: "Das muss ich heute abend zuhause nochmal ausprobieren."

Zum besseren Verständnis hier ein Video über das, was Jan Becker so tut - und vor allem wie:

YouTube Preview Image

War eine beeindruckende Vorführung, nach der ich fest davon überzeugt bin, dass Jan Becker keine Tricks im klassischen Sinn vorführt, sondern ein paar Eigenheiten der conditio humana wesentlich besser studiert hat als die meisten Zeitgenossen. Ihn würd ich gern mal im Magier-Duell mit Uri Geller erleben :twisted: Seine diesbezügliches Wissen präsentiert er auf eine äußerst professionelle und sympathische Weise, kurzum: bei nächster Gelegenheit möchte ich mir diese Think Grotesque Show unbedingt mal live ansehen - kennt die vielleicht schon jemand aus der p.t. Leserschaft?

Der nächste Uri Geller wird immer crappiger

Die Löffelverbiegen-auf-unerklärliche-Weise Diskussion mal beiseite gelassen, kann man sich von einer zeitgenössischen Bühnenmagieshow doch zumindest erwarten, dass die besten ihres Fachs sich vor Publikum messen. Doch bei "The Next Uri Geller" werden die Tricks laufend schlechter statt besser - was Raven und dieser angeblich kreative Gedankenleser da heute abgeliefert haben, war performance-technisch wirklich schwachbrüstig.

Ich hab nur die zwei genannten Tricks verfolgt - dass die Arbeit auf der Fernsehbühne wesentlich schwieriger ist als vor Live-Publikum, hab ich an anderer Stelle schon mal erklärt: The next Uri Geller. Statt nur eines Betrachtungswinkels gibt's viele Kameras, was die klassischen Taschenspielertricks wesentlich erschwert, wenn man nicht genau weiß, welche Kamera gerade filmt - so ließ vor kurzem Uri persönlich recht elegant einen Löffel in seiner Arschbackenhosentasche verschwinden, nur leider schaltete just in diesem Moment die Regie auf die Von-Hinten-Ansicht... sowas passiert schon mal.

Aber die Sache mit den Papierschnipseln und der vorhergesagten Schlagzeile roch wirklich streng nach Online-Zauberladen. Der präparierte Umschlag, der vorbereitete Schnipsel und dann noch der peinliche Fehler beim Buchstabieren, der selbst dem größten Einfaltspinsel nachdrücklich demonstrierte, dass die Wörter am Zettel von vornherein feststanden. Aber woher wusste der Mentalist, wer welches Wort gewählt hatte? Ganz einfach: beim Schreiben der Buchstaben muss er auf die Reaktionen der Promis achten, aka Cold Reading.

Und dann noch Ravens ausgesprochen peinliche Voodoo-Fluch Performance... zuerst tippt er auf den rechten Oberschenkel, als die blonde Schmerzathletin die Nadel in den linken Unterschenkel rammt, dann die herzig präparierte Jacke mit dem gefakten Herzstich, und am Ende "errät" er dann noch die richtige Box im Zufallsverfahren - bravo! Wirklich eine Schande für alle ehrenwerten Vertreter der Zauberzunft. Dass Uri Geller und Publikum dabei die Fassung bewahrt haben, ist das wahrhaft Übernatürliche an der Sendung.

Willkommen in der Bild-Ton Scherenschleiferei

Niemand auf der Welt fängt die Essenz der von ihm abgelichteten Persönlichkeiten so eindrucksvoll ein wie der weltberühmte Fotograf Helge. Umso glücklicher darf ich mich schätzen, nun schon zum zweiten Mal von ihm mittels photonischer Digitalmagie festgehalten worden zu sein.

Helge hat eine spezielle fotografische Technik erfunden, die sogenannte organische Matrizen-Typographie, eine faszinierende Verbindung aus T-Shirt Popkultur und posenhafter, aber genau geplanter doppelter Verwendung von Körperteilen. Ein Statement, ganz im Sinne von Gilles Deleuze, das unweigerlich an eine Kombination der Detailverliebtheit des späten Pieter Brueghel den Älteren mit der Abstraktionsfähigkeit eines Matt Groening gemahnt. Wie weiland Francis Bacon gewinnt der Fotograf scheinbar alltäglichen Dingen des Alltags ("Legenden sterben nicht im Bett") eine ganz neue, nur scheinbar überraschende Dimension ab:

legenden

Außerdem war ich grade mal wieder bei Pow.lee und Radio U-Ton zu Gast - der Podcast folgt demnächst. Wir überlegen grade, den bisherigen Jahresrhytmus auf ein Monat zu verkürzen... also nicht wundern, wenn's demnächst einen regelmäßigen Social Network Podcast, aufgenommen in perfekter ORF Funkhaus Qualität, gibt.

The Next Uri Geller: wie funktionieren die Tricks?

In der heutigen Ausgabe der "Next Uri Geller Show" auf Pro7 gab's wieder eine ausgesprochen abwechslungsreiche Trickparade zu sehen: sowohl Komplexität als auch Darbietungsniveau der einzelnen Tricks schwankten stark - meiner Meinung nach hat Vincent Raven mit seiner Inszenierung und Dramaturgie am meisten überzeugt.

Den ersten Teil mit dem fehlenden Stück zum Mona Lisa Puzzle hab ich leider versäumt. Das zweite Kandidatenpaar dagegen wurde soeben zu Recht raus gewählt: ihr Trick war allzu leicht durchschaubar. In einer Abwandlung des bekannten russischen Roulettes wurde einer von vier sechsschüssigen Revolvern voll geladen (mit Übungsmunition, die aus nächster Nähe allerdings auch äußerst unangenehmen Effekt verursacht). Anschließend verband der Magier seiner Partnerin die Augen und zielte jeweils mit einem zufällig ausgewählten Revolver auf ihre Schläfen. Sie musste dann entscheiden, ob ihr Partner abdrücken sollte. Der Schmäh, wie die Wiener sagen, ist bei diesem Trick die Verwendung eines Revolvers mit freiliegender Trommel. Denn anders als bei einer Pistole sieht der "Magier" beim Aufheben der Waffe ja, ob Patronen in der Trommel stecken, wenn er (zum Beispiel, während er die Waffe nimmt) kurz von oben auf den Lauf blickt. In weiterer Folge reicht dann ein ausgemachtes Codewort in der Frage "Soll ich abdrücken?", um die Partnerin über den Status der Waffe zu informieren, sodass diese dann angemessen reagieren kann.

Der Trick mit der inneren Angst

Beim dritten Trick der Show kam Christina Plate zum Zug - sie durfte ihre größte Angst auf einen Zettel schreiben, der dann zerknüllt unter einem Blatt Papier in Flammen aufgehen sollte - ein Unterfangen, das ursprünglich nicht glückte, aber, wie Host Uri Geller treffend bemerkte: der Kandidat wand sich aufs Eleganteste aus der Misere. Man darf nie vergessen, dass die Schwierigkeit solcher Zaubertricks im Fernsehen um eine Potenz höher ist als auf der klassischen Bühne: während bei ersterer der Zauberer bloß den Blickwinkel des Publikums sowie allenfalls den eines auf der Bühne anwesenden nicht-eingeweihten Assistenten berücksichtigen muss, schwirren im FS-Studio zahlreiche Kameras durch die Gegend - übrigens mit ein Grund, warum sich Uri Geller ganz gern so hektisch und unvorhersehbar durch die Gegend bewegt. (Bei einer Einstellung erwischte ihn heute eine der Kameras von hinten - gerade als er die Stufen ins Publikum hochging, ließ er blitzschnell einen präparierten Löffel aus seinem Sakko-Ärmel in seine Hand gleiten). Aber zurück zum Gedankenleser: der Zettel wollte partout nicht verbrennen, also änderte das Improvisationstalent kurzerhand seine Dramaturgie und schrieb sich die Urangst Christinas ("Wasser, das mir über die Schulter läuft") mit dem Finger selbst auf den Unterarm.

Auch hier braucht man für die Erklärung keinen Paramentalisten zu beeindrucken: der Zauberer hatte ausreichend Gelegenheit, den fraglichen Zettel auszutauschen, zu lesen und im weiteren Verlauf adäquat zu reagieren. Trotzdem: viel beeindruckender als David Copperfields Totalinszenierungen, bei denen praktischerweise Regie und Kamera mitspielen, was die Erzielung des gewünschten Effekts natürlich wesentlich erleichtert.

Vincent Raven rockte

Der letzte Kandidat des Abends fiel für mich stark aus dem Rahmen, weil Vincent und sein Rabe eine Nummer präsentierten, die nicht so leicht durchschaubar ist wie die Vorgängertricks: aus einer Schachtel mit fünf Urnen, die je einen seiner persönlichen Gegenstände enthielten, ließ der "Auraseher" drei Prominente jeweils eine auswählen und mitnehmen - um anschließend zu verkünden, welches Stück aus seiner Sammlung die jeweilige Person denn in der (noch fest verschlossenen Urne) gewählt hatte. Ein Detail hat mich besonders beeindruckt: Vincent öffnete den Behälter mit den Urnen und stand anschließend *die gesamte Zeitspanne über* weit vor dem Kasten, hatte also keinerlei Möglichkeit, Einsicht zu nehmen. Die Urnen waren außerdem eindeutig zu klein, um mittels einer eindeutigen Markierung aus der Ferne erkannt werden zu können. Die einzige Erklärung, die mir ad hoc einfällt, und die auch ganz gut zur Inszenierung des Low-Tech Magiers passen würde, wären elektronische Gadgets (z.B. Gewichtssensoren in der Kiste, die via Vibra-Sensor oder dergleichen mitteilen, welche Urne jeweils herausgenommen wurde). Doch selbst derlei technische Hilfsmittel erklären nicht unbedingt, warum Vincent denn genau wusste, dass Katharina Witt Probleme mit ihrem Schlüsselbein hat... hm, vielleicht hat der das ja in einem Interview gelesen, allerdings schien die ehemalige Eisprinzessin über seine diesbezüglichen Erkenntnisse durchwegs selbst erstaunt.

Der langen Schreibe kurzer Sinn: eine der drei Nummern, die ich heute zufällig gesehen habe, hat mich wirklich beeindruckt - Vincent Ravens Gesamtinszenierung und seine eingestreuten Rabendialoge hatten für mich den bei weitem höchsten Unterhaltungswert. Uri Geller selbst verlieh dem dritten Kandidaten seinen Immunitätsbonus, da der auf beeindruckende Weise mit unerwartet aufgetretenen Schwierigkeiten umgegangen sei, das Publikum wählte dann telefonisch die Revolver-Nummer raus - durchwegs zu Recht, wie ich finde. Den nächsten Auftritt von Vincent Raven werd ich mir wohl wieder anschauen, der Mann hat definitiv mehr Ahnung von unseren Wahrnehmungsgewohnheiten als der Durchschnitts-Salonmagier...

Übrigens: brauchbare Bücher über Magietricks sind so dünn gesät wie selbige Tricks... über die theoretische Seite der Magie hat mein großer Kybernethik-Held Heinz von Foerster alles Wissenswerte geschrieben, wer mehr an praktischen Anleitungen interessiert ist, möge einen näheren Blick auf folgende empfehlenswerte Büchlein werfen:

Das Uri Geller Prinzip und 2 Gedichte

Uri Geller, der Esoteriker ohne Ablaufdatum, bewegt Löffel, Tische und Massen. Die Frage, wozu Esswerkzeuge unbedingt mit Gedankenkraft verbiegen muss, wenn man dazu auch seine Hände benutzen könnte, wollte man sie denn überhaupt verbiegen, stellt zum Glück niemand. Und auch die Motivation eines so begabten Superheroes, sich immer wieder aufs Neue der Skepsis des Publikums zu stellen, nicht.

Aber Pro7 wird dem generationenverbindenden Stammtischliebling sicherlich einen ordentlichen Gehaltsscheck ausstellen, daran dürfte ausnahmsweise niemand zweifeln. Aber könnte Uri mit seiner Gedankenkraft nicht mal was Vernünftigeres machen? Ja, kann er. Denken sich einige BloggerInnen und starteten ein faszinierendes Experiment, das jeden Skeptiker schnell von den unvorstellbaren medialen (nein, das ist nicht doppeldeutig gemeint) Fähigkeiten des genialen Selbstvermarkters überzeugt. Aber sehen Sie sich selbst vom Unerklärlichen:

URI   GELLER   RULED.

Denn dank der aktuellen Show avancierte Uri Geller sogar zum aktuellen Fast-Win Hype #1 im Deutsch-Blogistan. Eigentlich wollte ich mich einmal der Traffic-Hurerei entziehen, aber The Next Uri Geller zwingt mich, das beste Löffelverbieger-Gedicht des 21. Jahrhunderts hier zu zitieren. Originalquelle leider unbekannt!

Zieht´s euch beim Brunch die Wurst vom Teller,
ist schuld daran der Uri Geller.
Wird´s am frühen Morgen heller,
Klare Sache... Uri Geller
Geht´s in der Aldi-Schlange schneller
zaubert wieder Uri Geller.

Dem möchte ich allerhöchstens noch hinzufügen:

Wenn Blogtraffic vorne juckt und hinten beißt,
nimm Klosterfrau Melissengeist!
Doch juckt er hinten, beißt er vorne,
rotiert Analytics wie ein Propeller:
spürst du im Log die Voodoo-Dorne...
dann hilft dir sicher Uri Geller,
er holt die Zahlen aus im Keller.

Ach ja, wer tatsächlich "unbegreiflicherweise" an der Geschichte des Phänomens Geller interessiert ist, der/dem sei dieser großartige Spiegel-Artikel ans Herz gelegt, Zitat:

Der Magier James Randi etwas liefert sich seit Jahrzehnten eine Privatfehde, nachdem Geller ihn für die Behauptung verklagt hatte, dass einer seiner Tricks von einer Cornflakes-Packung stammen würde. Die Packung konnte tatsächlich aufgetrieben werden, und Geller verlor den Prozess.
[...]
Kürzlich wehrte er (Uri Geller) sich erfolglos gegen die Veröffentlichung eines Videos, in dem deutlich zu sehen ist, wie er sich beim israelischen Original von "The next Uri Geller" einen Magneten über den Finger schiebt, bevor er auf scheinbar wundersame Weise eine Kompassnadel zum Ausschlag bringt.
[...]
Doch all dies konnte bis heute seine Popularität nicht brechen - darin besteht das eigentliche Phänomen Uri Geller. Trotz aller Entzauberung hat er es immer geschafft, im Gespräch zu bleiben: sei es als Teilnehmer der englischen Variante des Dschungel-Camps (Geller wurde als erster rausgewählt), oder mit der dreisten Behauptung, er habe unmittelbar am Ende des Kalten Krieges mitgearbeitet, da er einem russischen Unterhändler mit positiver Energie bombardiert habe, damit dieser dem Abrüstungsvertrag zustimmt.

Wer's ausführlicher erklärt haben möchte, bekommt die genauen Hintergründe bei der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V.. Ich persönlich bin ja wirklich ein riesiger Fan von Zauberkünstlern, und wie schon Meister Foerster, der ja selbst im Umfeld bekannter Salonzauberer aufwuchs, schon mal sinngemäß so treffend bemerkte: es geht um eine gezielte Täuschung der Wahrnehmung - ob dabei Magie im Spiel ist, macht für den Betrachter, der ein bestimmtes Phänomen (ob eben aufgrund "magischer" Einflüsse oder bloß nicht bekannter Faktoren) einfach nicht in sein oder ihr Weltbild einordnen kann! Oder, wie Heinz von Foerster in einem Vortrag von 1990 in seiner unnachahmlich eleganten Art sagte:

Mag sich der Naive einbilden, Magie erklären zu können. Magie kann nicht erklärt werden, Magie kann nur praktiziert werden, wie Ihnen bekannt ist.

Im Fall von Geller wundert nur auf den ersten Blick, dass er ein derart unsportlicher Verlierer ist und nach so unwiderlegbarer "Entzauberung" immer noch fest und steif behauptet, übersinnliche Kräfte zu haben, anstatt sich als kompetenten Salonzauberer zu präsentieren: nur so bleibt er im Gespräch.

Kenichi Ebinas Magische Bewegungen

Mein Respekt vor den Leistungen von Breakdancern war immer schon riesengroß. Ein TED Talk Video zeigt allerdings deutlich, dass die Hip Hop Bewegungsvariante noch eine ganze Spur unglaublicher wird, wenn man sie mit ein wenig Magie vermischt.

Kenichi Ebina heißt der asiatische Zauberer, der hier Bewegungen vorzeigt, die nicht nur eine schier unglaubliche Körperbeherrschung erfordern, sondern auch auf sorgfältig komponierte Weise mit unseren gelernten Wahrnehmungsmustern spielen - echte Magie eben!