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Artikel-Schlagworte: „Mahlzeit“

Rezept: Thunfischnudeln der Leiwandheit

nudelios Rezept: Thunfischnudeln der LeiwandheitAls ich letztens im On zu Gast war, stand ein neues Gericht auf der Karte: die "Renaissance der 8 Schätze". Ich musste natürlich sofort probieren und war begeistert wie immer - natürlich haben die Speisen aus Simon Xie Hongs Küche wenig gemein mit China-Restaurant Massenware. Acht frische Fleisch- und Fischsorten anstelle fader, undefinierbarer Teigklöse - es schmeckte großartig. Und nun folgt die radikale Überleitung zu den Thunfischnudeln, denn die haben einen ähnlichen Ruf wie besagte 8 schätze: man mische eine Dose Tomaten mit einer Dose Thunfisch und ausreichend Nudeln und hat das klassische Studenten-WG-Futter. Dabei müssen gar keine unangenehmen Reminiszenzen hochkommen - diese High-Brow Variante gelingt immer, ist in 10 Minuten fertig und qualifiziert sich durchaus auch für anspruchsvolle Gäste.

Wie immer entscheidet primär die Qualität der Zutaten: der Thunfisch sollte frisch sein, die Cocktailtomaten müssen intensiv schmecken (keinesfalls eine dickhäutige Sorte verwenden!), das Basilikum kommt nicht aus der Trockenanlage, sondern direkt von der Pflanze. Dazu einen ausreichend gereiften Parmesan und feine italienische Eierteigware, und die Sache ist geritzt!

Zutaten für vier Personen

  • 4 kleine, frische Thunfischsteaks (ca. 500g)
  • 300g Cocktailtomaten
  • Olivenöl zum Anbraten
  • Meersalz
  • grüner Pfeffer
  • 1 mittelgroße weiße Zwiebel
  • 5 Knoblauchzehen
  • 1 Stück (ca. 2-3cm) Ingwer
  • 1 rote Chili-Schote
  • 1 großer Bund Basilikum (oder 2 kleine)
  • 3 EL Tomatenmark
  • 200ml trockener Weißwein (z.B. Chardonnay oder Orvieto Classico)
  • 100ml Obers
  • 160g Parmesan (vorzugsweise eine lange gereifte Sorte
  • 500g italienische Nudeln (Conchiglie, Eliche, Parpadelle, Fusilli oder ähnliche "gewundene" Sorten - Spaghetti, Bandnudeln und andere "glatte" Formen eigenen sich für dieses Rezept weniger gut)
nudeln2 Rezept: Thunfischnudeln der Leiwandheit

Zubereitung

Da die eigentliche Zubereitung genau so lange dauert wie Kochzeit der Nudeln, unbedingt alle Zutaten vorher vorbereiten; Zuerst die Thunfischfilets gut abspülen (falls TK-Ware zum Einsatz kommt, diese vorher vollständig auftauen lassen), gegebenenfalls putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. Die Zwiebel schälen und sehr fein hacken. Knoblauch, Chili und Ingwer ebenfalls sehr fein wiegen, die Basilikumblätter waschen und grob hacken, Parmesan mittelfein reiben. Alle Zutaten liegen in passenden Schüsseln bereit? Noch eine kurze Zwischenbemerkung, bevor's los geht: verabschieden Sie sich unbedingt vom "Sugo trifft Nudeln am Teller" Paradigma. Das hat im Topf zu passieren, nur so kann sich die cremige Sauce optimal verteilen, oder wie Italo-Food-Poeten sagen, "an die raue Außenseite der Teigwaren schmiegen". Ergo: Zuerst die Nudeln in reichlich stark gesalzenes Wasser (1 Teelöffel pro Liter) geben. 7 Minuten vor dem Ende der Kochzeit in einer großen Pfanne, in die später auch die Nudeln passen, Olivenöl heiß werden lassen.

Zuerst die Thunfischstücke von allen Seiten scharf anbraten, anschließend die Zwiebel und circa ein bis zwei Minuten später Chili, Knoblauch und Ingwer etwa eine halbe Minute lang mitrösten. Anschließend das Tomatenmark in der heißen Pfanne verteilen, mit Weißwein ablöschen, Hitze reduzieren und kurz köcheln lassen. Zuletzt die Sahne beigeben, noch einmal vorsichtig aufkochen lassen und auf kleinste Flamme schalten.

Die Nudeln abgießen und im Sieb gut abtropfen (keinesfalls kalt abspülen!), anschließend gemeinsam mit dem Basilikum in die Pfanne zum Thunfisch geben und gut durchmischen. Auf Nudeltellern anrichten und mit dem Parmesan betreuen - vorausschauende Geister haben sich beizeiten ein Blättchen Basilikum zur Dekoration auf die Seite gelegt. Mahlzeit!


Fotocredits:
Titelfoto: Nudeln im Seiher von Sebastian Cieslik / via pixelio
2. Bild: Nudeln von Ernst Rose / via pixelio

Lokalreview: Schöne Perle – mein Wiener Lieblingslokal

Schöne PerleWarme Küche durchgehend von 12:00 bis 23:00 Uhr, flotter und freundlicher Service, konstante Spitzen-Qualität der Rohprodukte (von denen ein beträchtlicher Teil direkt vom Karmelitermarkt stammt), ambitionierte *und* äußerst talentierte Köche, ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis sowie die Lage (grade mal fünf Minuten zu Fuß von meiner Wohnung entfernt): eigentlich ist es nicht weiter verwunderlich, dass ich dauernd in die Schöne Perle essen gehe. Höchste Zeit also für einen Review auf datenschmutz.

Seit über 10 Jahren wohne ich im zweiten Bezirk. Vom relativ minimalistischen Look des Lokals hab ich mich anfänglich abhalten lassen - seit mich das erste Mal jemand mitgeschleppt hat, bin ich dort Stammgast. Die Legende erzählt, dass die Schöne Perle einst ein chinesisches Lokal typischer Couleur war und der neue Pächter Namen und die Buddha-Statuen behielt. Mit asiatischer Küche hat die Schöne Perle mittlerweile allerdings nur mehr rudimentär zu tun - trotz der äußerst empfehlenswerten hausgemachten Frühlingsrollen liegt der Schwerpunkt auf modernisierter österreichischer Hausmannskost, aber mit regelmäßigen Ausflügen in benachbarte Gefilde.

Schöne Perle am KarmelitermarktNeben der monatlich leicht changierenden Standardkarte gibt's von Mo-Fr jeden Tag zwei verschiedene Mittagsmenüs zu äußerst günstigen Preisen sowie eine Reihe von Tagesgerichten. Was mich als euphorisierten Hobbykoch seit Jahren so fasziniert, ist die gleichbleibende Qualität (das schaffen die wenigsten Lokale, die irgendwann mal ambitioniert beginnen) und die Tatsache, dass ich hier jedes Gericht bestellen kann: denn die Perle-Köche schaffen es so gut wie immer, selbst Speisen, die ich anderswo für gewöhnlich nicht ausstehen kann (rote Rübensuppe oder Hascheeknödel zum Beispiel), so perfekt zuzubereiten, dass das Ergebnis einfach nur rockt. Ein einziger Besuch reicht übrigens keinesfalls aus - auf der Standardkarte gibt's eine ganze Reihe von Gerichten, die unbedingt ausprobiert werden müssen. Da wäre einmal das perfekte Wienerschnitzel vom Strohschwein (auf der Karte mit Petersilkartoffeln, ich bevorzuge allerdings den - wie alles andere auch - hausgemachten Kartoffelsalat), die bereits erwähnten Hascheeknödel oder der Wiener Tafelspitz. Geradezu ein Muss ist die Muligatawny, eine indische Hühnersuppe. Den Klassiker Rindssuppe mit typisch österreichischen Einlagen (Frittaten, Griesnockerl, Leberknödel) kriegt man hier selbstverständlich ebenfalls in Perfektion serviert - ebenso wie die grandiosen Salatkombinationen: Kernölfans leg ich den Butterhäuplsalat mit heißen Erdäpfeln und Käferbohnen ans Herz.

Nachspeisentechnisch schlägt das Schöne-Perle-Panna-Cotta jeden mir bekannten Italiener, wer's maximal schokoladig (und nicht unbedingt diät-tauglich mag) wählt die Susi-Torte, sozusagen das ultimative Statement zum Thema Schokolade nach dem Essen*. Getränketechnisch sprechen für die Perle die umfangreiche Weinkarte mit tollen und sehr preiswerten Österreichern, die tollen naturtrüben Fruchtsäfte und - last but first - das meines Wissens nach sonst kaum wo erhältliche offene dunkle (!) Velkopopovický Kozel Bier, das nur 3,4 Prozent Alkohol hat und im Gegensatz zu herkömmlichen dunklen Hopfensäften so gut wie keine Bitterstoffe und relativ wenig Kohlensäure enthält.

Soviel zum Standardprogramm - für Abwechslung sorgen die erwähnten Tagesgerichte. Unbedingt zugreifen sollte jeder Fischfreund, wenn der Waldviertler Saibling auf der Karte steht: ausgestopft mit frischen Kräutern und zart exakt auf den Punkt gebraten würd ich dafür jedes Wiener Sushi (außer das aus dem On) sofort stehen lassen. Und vor einigen Wochen gab's auf der Tageskarte Lasagne mit Kalbsbolognese - inklusive Suppe um EUR 6,90. Es war die beste Lasagne, die ich je in einem Restaurant serviert bekommen hab: und wär ich beim Nobelitaliener gesessen und hätte 15 oder 20 Euro dafür gelohnt, hätt ich mir immer noch gedacht: "Wow, die war großartig - das war's wert." Und genau für solche kulinarischen Highlights und das hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis bin ich ein Fan der Schönen Perle! Also Mahlzeit - ich werd mal rüberschauen in die Leopoldgasse.

Schöne Perle
Ecke Leopoldgasse / Große Pfarrgasse
1020 Wien


*) Nach langer Rezeptrecherche hat Anja mal eine grandiose Susi-Torte daheim zubereitet. Das erste Stück war genial... aber die 1-Stück-Dosis reicht definitiv für mindestens 72 Stunden.

Rezept: Spezial-Hühnersuppe mit Kräuterfrittaten

suppengemuese 150x150 Rezept: Spezial Hühnersuppe mit KräuterfrittatenDer Klassiker Hühnersuppe gehört zu jener Sorte Essen, die fast niemand nicht mag. (Naja, Vegetarier ausgeschlossen.) Mit Fleischeinlage und frischem Gemüse steht die Suppe durchaus als Hauptgericht ihren Mann. Die Zubereitung ist simpel, die Einlage variabel von Nudeln über Griesnockerl bis Hühnerleberknödel. Sehr gut zum hier beschriebenen Süppchen passen Kräuterfrittaten, ebenfalls eine der leichteren Übungen für KüchenbeginnerInnen. Gutes Gelingen!

Aber wozu ein Rezept für so etwas Banales wie eine Hühnersuppe? Die Antwort auf diese philosophischste aller Fragen liefert ein schneller Such-Rundblick: bei den Google-Top-Treffern sind so gute schlaue Tipps dabei wie "zuerst Suppe kochen, dann einen Hühnersuppenwürfel auflösen (muss aber nicht sein)". Für alle Hühnersuppe-Beginner folgt hier also eine recht ausführliche Anleitung, die garantiert zum wohlschmeckenden Suppenerfolg führt. Vorsicht, Warnung: wer mal selbst Hühnersuppe gekocht hat, die/den machen in weiterer Folge sämtliche Fertigprodukte nicht mehr glücklich!

Generelles zur Hühnersuppentheorie

Da sich die Suppe ganz hervorragend einfrieren lässt und der Arbeitsaufwand bei doppelter Menge nur geringfügig mehr ist, empfiehlt es sich auf jeden Fall, gleich mehr zuzubereiten. Dafür ist allerdings ein ordentlich großer Suppentopf von Nöten - aber der gehört bekanntlich sowieso ins Haus. Man kann wahlweise die fertige Suppe mitsamt Fleisch und Gemüse portionsweise einfrieren, oder wahlweise die Hälfte der klaren Brühe noch weiter einreduzieren (etwa auf ein Drittel), abkühlen lassen und dann in Eiswürfelsäcke abfüllen: 2-3 Stück sind ein grandioser Ersatz für die besagten Suppenwürfel.

Der Geschmack der fertigen Suppe steht und fällt - wie alle Gerichte - natürlich mit der Qualität der Zutaten. Da sich mit Hühnerfilet keine Suppe kochen lässt, empfiehlt sich auf jeden Fall ein Besuch am Markt oder beim Hendlbauern: je jünger das Huhn, desto feiner das Resultat: ideal zum Auskochen sind Junghuhnkarkassen, erhältlich bei jeden Hühnertandler. Die zweitbeste Alternative (wenn auch mit weitem Abstand) sind meiner Erfahrung nach die ganzen Tiefkühl-Hühner von Aldi/Hofer.

Beim Suppengemüse sollte man die fertigen Kombis vergessen - so gut wie immer sind entweder die Karotten, die gelben Rüben oder der Sellerie schon leicht vergammelt - besser alle Zutaten einzeln und vor allem als ganze Rüben kaufen!

Zutaten

für 4-6 Personen

Suppe

    2 Junghuhnkarkassen
  • 2 große gelbe Zwiebel
  • Meersalz
  • 1 cm frische Ingwerwurzel
  • 5 Lorbeerblätter
  • 2 Schoten Kubebenpfeffer (Langpfeffer)
  • 10 schwarze Pfefferkörner
  • (optional, falls verfügbar: 1 gehäufter TL Angelikakraut)
  • 60dag Hühnerfilet
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2 Karotten
  • 2 gelbe Rüben
  • 1 Selleriewurzel
  • 1 Stangensellerie
  • 5 Jungzwiebel
  • 1/2 Bund frische Petersilie

Kräuterfrittaten

  • 2 Eier
  • 50g glattes Mehl
  • 100ml Milch
  • 1 Prise Salz
  • 1 Esslöffel gehackte, gemischte Kräuter (frisch oder TK)
  • fein gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Öl zum Ausbacken

Zubereitung

Hühnerkarkassen zerteilen, sorgfältig putzen und waschen, Innereien entfernen. (Je mehr Haut und Fettschicht man dran lässt, desto fetter wird die Suppe. Für eine kräftige, aber magere Suppe sollte man Haut und Fettschicht mit einem sehr scharfen Messer komplett ablösen und etwas mehr Karkassen verwenden.) In einem großen Topf (ca. 4l) die Karkassen in ungesalzenem Wasser leicht sprudelnd auf großer Hitze ca. 25 Minuten kochen lassen - dabei mit einem Schaumlöffel allfälligen Schaum, der sich bildet, abschöpfen. (Wenn man die Karkassen sorgfältig geputzt und die Innereien entfernt, dann schäumt's allerdings kaum.)

huehnersuppe 300x225 Rezept: Spezial Hühnersuppe mit KräuterfrittatenNach 25 Minuten die geschälten und halbierten Zwiebel sowie die gewaschenen Zwiebelschalen, die Ingwerwurzel, die Lorbeerblätter, Kubebenpfeffer und Pfeffer sowie eventuell Angelikakraut zugeben, salzen und bei reduzierter Hitze weitere 45 Minuten zugedeckt köcheln lassen. Währenddessen die Knoblauchzehen schälen und feinblättrig schneiden, die Jungzwiebel putzen, waschen und mit etwas grün in 3mm dicke Streifen hacken. Petersilienblätter abzupfen, waschen und mittelfein hacken. Das restliche Gemüse (Karotten, gelbe Rüben, Sellerie, Stangensellerie) schälen und entweder in ca. 5mm dicke Scheiben oder ein kleine Würfel schneiden.

Nach den 40 Minuten den Topf vom Feuer nehmen, Karkassen entfernen und die Brühe durch ein Sieb in einen frischen Topf seihen - sollte ca. 2 Liter Flüssigkeit ergeben. (An dieser Stelle könnte man, wenn man mehr Brühe zubereitet wie oben beschrieben einen Teil weiter einkochen und als Hühnerwürfel-Ersatz in Eiswürfelpackungen einfrieren.)

Sobald die Hühnerbrühe zu kochen beginnt die geputzten und gewaschenen Hühnerfilets im Ganzen einlegen. Etwa 10 Minuten köcheln lassen, anschließend das gesamte Gemüse zugeben und 10-15 Minuten lang weitersimmern lassen - das Gemüse soll weich, aber noch knackig sein.

In der Zwischenzeit in einem hohen Gefäß die beiden Eier mit einer Prise Salz und der Milch verquirlen, langsam und unter ständigem Rühren das Mehl sowie anschließend die gemischten Kräuter und eine Prise Pfeffer zugeben. Die Konsistenz der Frittatenmasse muss eher flüssig als fest sein.

In einer geeigneten Pfanne (perfekt sind natürlich die speziellen, beschichteten Palatschinkenpfannen) sehr wenig Fett (am besten die Pfanne mit einem ölgetränkten Küchentuch ausreiben) auf mittlere Temperatur bringen, je nach Größe der Pfanne 1/2 bis 1 Schöpflöffel Frittatenmassen eingießen und wie Palatschinken - jedoch eine Spur dicker - auf beiden Seiten ausbacken. (Wenn das Wenden bei der ersten nicht klappt: no Prob. Die erste Palatschinke geht meistens daneben, das ist irgendwie eine Art Natur-Küchengesetz.) Restliche Kräuterpalatschinken ausbacken, kurz abkühlen lassen, dann Einrollen und zu Frittaten schneiden.

Das Hühnerfilet aus der Suppe entfernen und in kleine Stücke schneiden. Die Hühner-Gemüsebrühe falls erforderlich nochmal nachsalzen. Anschließend in jedem Suppenteller etwas Hühnerfleisch und einige Frittaten verteilen, mit Suppe samt Gemüsestücken aufgießen und mit einem Blättchen Petersilie dekorieren. Guten Appetit!


Fotocredits:
Titelbild: Zutaten für Gemüsesuppe von Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de
Suppenbild: Hühnersuppe von Müllerchen / pixelio.de

Podiumsdiskussion: Der Sport und sein Sponsoring

12. März 2008
18:00bis21:00

Man muss nicht unbedingt fußballinteressiert oder gar im EM-Fieber sein, um übernächste Woche eine vom Institut für Kommunikationsmanagement veranstalte Podiumsdiskussion zu besuchen. Im Gegenteil, möglicherweise helfen negative Gefühle gegenüber dem Lederball, der die Welt bedeutet, sogar. Denn es geht um die spannungsbeladene, sexgetriebene Hassliebe zwischen der nach unten offenen Richter-Skala und ihrer werbefinanzierten Henkersmahlzeit: ohne Werbung kein Großereignis. Aber - ohne Großereignis auch keine Werbung?

Ort: Institut für Kommunikationsmanagement. FHWien - Studiengänge der WKW. Währinger Gürtel 97, 1180 Wien
Programm: 10:00-18:30 Keynote: Prof. Manfred Bruhn, Uni Basel, 19:30-18:45 Podiumsdiskussion

Fußball EM 2008

Der Ankündigungstext lautet wie folgt:

Die Fußball-Europameisterschaft 2008 naht mit großen Schritten. Egal, ob nun persönlich interessiert oder nicht, an diesem Ereignis kommen wir, die in der Kommunikationsbranche tätig sind, einfach nicht vorbei. Die Kreativen sind gebrieft - dicke Extrabudgets reserviert. Kurz: Die EURO 2008 ist ein Eldorado für KommunikationsmanagerInnen. Hier wird geklotzt und nicht gekleckert - und das in großem Stil! Doch was ist nun der wahre Sinn des Spektakels? Kämpfen die Kicker auf dem Spielfeld um Tore und Punkte oder kämpfen die Marken am Spielfeldrand um Image und Umsatz?

Hmm... ich würd mal sagen: beides. Aber man darf gespannt sein, was die ExpertInnenrunde zu diesem Thema zu sagen hat. Es diskutieren: Manfred Bruhn, Professor für Integrierte Kommunikation und Marketing (Uni Basel), Anja Richter, Presse-Sprecherin des Wiener Organisationskomitees EURO 2008, Rainer Fleckl, stellvertretender Sportchef des Kurier, Philipp Krumpel, Account Director CCP,Heye und Maximilian Mondel vom Horizont. Der Eintritt ist nicht nur frei, nein, es gibt nachher auch noch ein Buffet mit Keta-Kaviar und feinsten, frisch eingeflogenen Austern. (Naja, das mit dem Keta-Kaviar und den Austern mag leicht übertrieben sein - Sie wissen ja, Blogger nehmen es mit der journalistischen Sorgfaltspflicht ja nicht so genau wie "richtige" Reporter. Aber es gibt ein Buffet!)

Hier geht's zur Anmeldung.

Schöner Schein, entlarvt

Michael Douglas echauffierte sich in "Falling Down" seinerzeit im Fast-Food Laden fürchterlich über die Differenz zwischen Produkt und Abbildung. Ohne viel begleitende Theorie über Signifikat und Signifikant hat nun theWVSR eine immens aufschlussreiche Fotoreportage online gestellt.

Beliebte Quicklaunches bekannter Ketten gibt's jeweils in Stereo zu sehen: einmal als Werbefoto, einmal als selbstgeschossenes Digitalfoto:

Each item was purchased, taken home, and photographed immediately. Nothing was tampered with, run over by a car, or anything of the sort. It is an accurate representation in every case. Shiny, neon-orange, liquefied pump-cheese, and all.

Nun gehört die ästhetisch ansprechende Fotografie von Speisen zu den schwierigsten aller abbildnerischen Disziplinen - was appetitlich aussieht, muss nicht unbedingt schmecken: so verwenden Food-Stylisten als Eisersatz in der Regel gerne Stearinkugeln, den richtiges Eis würde unter der Hitze der Studioscheinwerfer sofort zu einem unansehnlichen Brei schmelzen. Dennoch: die Divergenz zwischen Schein und Sein ist jenseits aller Tricks gravierend groß und durchaus amüsant - auf derselben Seit gibt's auch amüsante Fast Food Reviews:

KFC is fuckin' grotesque. Hard, deep-fried grease shells, "water," snapping veins, people sucking marrow out of shiny bones, great sheets of animal skin hanging from the corner of glistening mouths... it's like something out of a Dean Koontz novel. This is a place for people not fully evolved to exercise their basic animal instincts, and indulge in a bloody feeding frenzy. It gives me the creeps just thinking about it. Oh sure, I'm a proud carnivore and everything, but I'm not a fucking dingo!

Mahlzeit!