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Artikel-Schlagworte: „Masterplan“

Blogistan Panoptikum KW29 2009

Dieses Panoptikum erscheint mit Verspätung und fasst sich kurz, denn in den letzten sieben Tagen ging's Schlag auf Schlag: am Donnerstag/Freitag war ich beim Werbeplanung Summit, am Samstag bei Patti Smith in Wels und am Sonntag mit Red Bull Mobile beim XAlps Start in Salzburg. 50km/h Windböen verhinderten leider sehr effektiv unseren geplanten Paragleit-Tandemflug, die Gleitschirm-Profis Vertikal-Loopings direkt überm Mozartplatz drehen zu sehen, war allerdings definitiv beeindruckend. Mobiltechnologie hat mittlerweile auch Einzug in den Extremsport gehalten: alle Athleten, die an der 14tätigen Überquerung der Alpen per pedes und Paragleiter teilnehmen, sind mit GPS-Devices und Handys ausgerüstet, die ein Live-Tracking während des Bewerbs erlauben, das von der "Average Resting Time per Day" bis zur aktuellen Position alle Details verrät. Ich schätze, es ist nur mehr eine Frage der Zeit, bis man den Pulsschlag der Formel1-Fahrer während des Rennens live am Handy abrufen kann :mrgreen: Aber nun without much further ado zum gemeinsamen Rückblick von Linzerschnitte und datenschmutz: ab sofort sind die jeweiligen Beiträge mit Autor- bzw. Autorin-Icon gekennzeichnet.

Geekly News auf Atv.at

Judith aka Linzerschnitte ritchie aka datadirt Diese Woche fiel der Startschuß für ein weiteres Datenschmutz-Linzerschnitte-Gemeinschaftsprojekt: Geekly News, das ist ein Videochannel der Platz bietet für seriöse Technologienews, Gadget-Fetischismus bis hin zu geekigen Lifestyle-News. Die ersten Videos sind schon online, wer also noch nicht genug über Poken weiß oder sich für einen Datenschmutz-Videopodcast zum neuen Nokia N97 interessiert, möge gleich mal reinschauen! Und wer nicht weiß, was auf einer Unix-Timestamp-Party eigentlich gefeiert wird, findet auch die passende Antwort. Hier geht's zum neuen Channel: atv.at/geeklynews

Und das wichtigste: wer selbst Video-Podcasts zu den Themen Technologien / Web / Geek-Stuff dreht und veröffentlicht, ist als Gast-Video-Blogger herzlich willkommen! Als Belohnung winkt Coverage auf der ATV-Startseite.

Teenager.lesen.keine.Bezahlzeitungen

Judith aka Linzerschnitte Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Darum wird ein 15jähriger Praktikant bei Morgan Stanley nicht zum Kaffeekochen verdonnert, sondern bekommt den Auftrag, das Mediennutzungsverhalten seiner Freunde zu dokumentieren. Das Ergebnis seiner Recherche wurde von Morgan Stanley und schließlich auch von der Financial Times veröffentlicht und lässt Old Media erzittern. Ein Zitat:

No teenager that I know of regularly reads a newspaper, as most do not have the time and cannot be bothered to read pages and pages of text while they could watch the news summarized on the internet or on TV. The only newspapers that are read are tabloids and freesheets (Metro, London Lite…) mainly because of cost (...).

Sieht aus, als ginge wieder mal ein Punkt an Chris Anderson mit seiner Theorie der "Freeconomics" und als wären Zeitungsabonnenten tatsächlich vom Aussterben bedroht. Hier der Artikel von Morgan Stanley: How Teenagers Consume Media.

Blogs vs. Nachrichtenmedien: minus zweieinhalb Stunden

ritchie aka datadirt Um zweieinhalb Stunden hinken Blogs professionellen Nachrichtenmedien hinterher, berichtet Telepolis [via Philip Budka]:

Traditionelle Medien haben den Ruf langsam zu sein. Das trifft zu bei den Nachrichten, die in Printmedien veröffentlicht werden. Sie sind immer zu spät dran gegenüber dem Internet oder anderen 24-Stunden-Medien wie dem Radio oder dem Fernsehen. Aber wenn es darum geht, wer schneller ist, dann siegen weiterhin wenig erstaunlich die Online-Redaktionen der traditionellen Medien über die Blogger. Normalerweise haben sie, so eine Studie von Jure Leskovec, Lars Backstrom und Jon Kleinberg von der Cornell bzw. Stanford University über die letzten drei Monate der US-Präsidentschaftswahl vom 1. August bis zum 31. Oktober 2008, einen Vorsprung von 2,5 Stunden.

Trotzdem gäbe es flinke Ausnahmen, welche die Regel bestätigen. Ich habe mich nicht näher mit der Methodologie der Studie beschäftigt, aber dass Blogger im Durchschnitt so rasch reagieren, wundert mich - ob da wohl eine Content-Scraper Scripts die Statistik beeinflusst haben?

Mrs. Palin vs. Blogosphere

ritchie aka datadirt Die Fast-Vizekandidaten mit Alaska und Schusswaffenerfahrung geht radikal gegen Blogger vor, das mittlerweile als falsch eingestufte Gerücht verbreiten, sie habe Baumaterialien eines Sportgebäudes für ihre Privathütte verwendet. Dabei ist es laut amerikanischem Medienrecht keineswegs verboten, falsche Vermutungen zu publizieren, sofern diese als "Annahme" und nicht als Faktum deutlich gekennzeichnet sind, wie Technewsworld betont:

That didn't stop Palin's attorney from threatening to bring defamation charges against anyone who had repeated the allegation. Singled out were the The Huffington Post, The Washington Post -- and Alaskan blogger and radio host Shannyn Moore.

Moore, for her part, was not cowed -- and rightly so. She had the law on her side. It is not illegal to publicize rumors as long as statements are couched with appropriate qualifiers such as "alleged," "reportedly," etc., or clearly are written as opinions. For instance, you can say "I think so-and-so is a crook." What you can't say is "So-and-so is a crook because he is embezzling funds from his company" -- unless, of course, it's true. The law allows even greater latitude when it comes to comments made about public figures such as Palin.

Wer nun schon die Koffer packt, sei gewarnt: um einen Freifahrtsschein handelt es sich keineswegs:

There are limits to what the law permits, however. Bloggers don't receive a Get Out of Jail Free card just by strategically modifying any outlandish claim with words such as "maybe" or "I've heard."

Der Prozess ist noch im Laufen, Palin wurde aber wieder mal heftig kritisiert - von einer Politikerin erwarte man sich eine dickere Haut, so der Tenor vieler Medien. Die HuffingtonPost meint dazu:

By specifically singling out and naming Moore, Palin has done two things; she has shown herself to be a reactionary immature politician, and she has made Shannyn Moore a lot better known.

Erwartungsgemäß lässt sich Shannyn keineswegs einschüchtern und schreibt weiter unerschrocken über respektive gegen Sarah Palin - und Lachs: yummy!

Erzähl mir keine Conversion-Märchen

ritchie aka datadirt Wenn ein Online-Marketer unter geändertem Namen über Realitäten und Normen in der Welt des eCommerce schreibt, dann ist höchste Skepsis angebracht: ob "Werner Schoppelhuber" tatsächlich Konversionsraten über 10 Prozent erzielt oder nicht, ist aber im Kontext dieses Artikels völlig irrelevant - denn die hier präsentierten Überlegungen (vor allem jene zu Messbarkeit und Optimierung) sollte sich jeder, der online etwas verkaufen möchte, eingehend durch den Kopf gehen lassen:

Den meisten E-Commerce-Anbietern gehen mittlerweile die Ideen für weitere Optimierungen aus. Beinahe hilflos stochern sie im Internet-Fundus und scheuen sich nicht vor den abenteuerlichsten Experimenten. Dabei vergessen sie: Konversion passiert im Kopf des Kunden. Der Blick auf die Kauf- und Entscheidungsprozesse des Konsumenten liefert viele effektive Ideen für Optimierungen. Meist sind es nämlich nicht die kostspieligen Features sondern die kleinen Details, die für eine hohe Konversionsrate sorgen.

Twitter Daten & Strategien von Hackern an TechCrunch verkauft

Judith aka Linzerschnitte Ein Sicherheitsleck machte diese Woche Twitter das Leben schwer: ein "Hacker" hatte das Mail-Passwort einer Mitarbeiterin erraten und daraufhin Zugang zu über 300 "geheimen" Dokumenten erlangt. Inhaltlich ist die Bandbreite groß, vom Pitch für eine Twitter TV Show ist die Rede, Vereinbarungen mit AOL, Dell, Nokia und Ericson, finanzielle Ein- und Ausblicke usw. Aber auch Infos über ein strategisches Meeting waren dabei und wurden schließlich von Techcrunch (nach Rücksprache mit Twitter!) veröffentlicht:

One of the audacious goals laid out in the notes of the strategy meeting is for Twitter to become the first Web service to reach one billion users. The notes are laid out in bullet points with each one reading like a Tweet: "If we had a billion users, that will be the pulse of the planet.

Mal sehen, wohin die Reise für Twitter geht - und wann die Critical Mass erreichen wird. Diese dazu auch dieses Scribble von Wikipedia zum Pulse of the Planet.

Seit wann zählen Blogs nicht als soziale Medien?

ritchie aka datadirt Eine aktuelle Beobachtung des Copybloggers kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen: immer mehr Leute setzen Social Media mit Networking gleich, während Blogs als etwas "anderes" betrachtet werden:

Maybe the fact that "old media" has co-opted those aspects of blogs is the reason that some people no longer see blogging as social media. I think that's a bit silly.

Absolut lesenswerter Beitrag - angesichts der Masse an Diskussionen zum Thema Friendfeeden vs. Twittern vs. Bloggen tendieren viele User dazu, kommerzielle und ideelle Interessen zu verwechseln:

When you think like a media producer in this brave new social media world, it's your content that social networkers are sharing and promoting, and that translates into your cash. If you're only social networking, you're only someone's user-generated content, and even your digital overlord struggles to make money.

Digital Sky Technologies stockt Facebook Anteil auf

Judith aka Linzerschnitte Der "Application-Provider" Facebook (Quote: Andi Klinger am Werbeplanung Summit) wird im fünften Jahr seines Bestehens mit 6,5 Milliarden Dollar bewertet. Der Russische Technologiekonzern Digital Sky Technologies (mail.ru) hat weitere 200 Millionen Dollar in Facebook investiert und nun seine Anteile auf 3,5 Prozent des Unternehmens erhöht. Das hat auch einige Analysten überrascht, dennoch ist auch diese Woche wieder davon die Rede, dass Facebook das neue Google sei bzw. sein werde.

Diese Einschätzung wird Mark Zuckerberg viel Freude bereiten, anscheinend ist es ja sein Masterplan, eines Tages Google in die Tasche zu stecken.

Warum Friendfeed stagniert

ritchie aka datadirt Scobble macht sich Gedanken über das langsame Dahinsiechen seines Lieblingspatienten: der einstige Heavy-Tweeper führt seine Konversationen mittlerweile ja primär via FriendFeed. Das einzige Problem: alle finden die technischen Features toll, aber so gut wie niemand nutzt die neuen Real-Time Möglichkeiten. Aber Scobble bleibt standhaft:

Will I leave FriendFeed? Stop talking about it so much? No and no. Why? Because it lets me differentiate what I do from other bloggers and it has helped me build an innovative media platform that is paying me and Rackspace dividends. Lots of people at the TechCrunch event in Europe say they like reading me there, which demonstrates to me that I’m reaching the audience I wanted to, even if FriendFeed hasn’t reached its own potential yet.

David Gilmour, Freund der Hacker

ritchie aka datadirt David Gilmour nimmt den Rockklassiker "Chicago" neu auf, um Spenden für einen Hacker zu sammeln - und EMI veröffentlicht auf der eigenen Homepage einen Pressetext über die Aktion. Und da soll nochmal einer sagen, wir lebten nicht in einer postmodernen Wertewelt:

Unter der Mitwirkung von Chrissie Hynde, Bob Geldof und Gary McKinnon selbst wird die von Chris Thomas produzierte Coverversion als kostenfreier Download ab dem 20. Juli über die Webseite der britischen Zeitung The Daily Mail angeboten, allerdings verbunden mit der Aufforderung, eine Spende – gleich welcher Höhe – zu leisten, um damit Gary McKinnon zu unterstützen. Mit dem Einverständnis des Songkomponisten Graham Nash hat Janis Sharp, Garys Mutter, für den Song einen neuen Text geschrieben, der sich unmissverständlich an den US-Präsidenten Barack Obama wendet, damit er sich der Sache ihres Sohnes persönlich annimmt.

Foto der Woche

"aaaaaa........" nennt mamnaimie diesen äußerst gelungenen Shot einer Ringelspielfahrt... es muss zum Glück eben doch nicht *immer* HDR sein:

ringelpiez Blogistan Panoptikum KW29 2009

Linzerschnittes Video der Woche

Rache ist das Thema einer noch unveröffentlichten Dokumentation - und das sind drei Shots daraus. Mein Conclusio: Rache ist prickelnd und wird am besten kalt serviert.

ritchies Video der Woche

Ich konnte mich schon wieder nicht entscheiden - Vimeo liefert jede Woche so viel großartiges Material, dass die Auswahl wirklich schwierig fällt. Da wäre zum einen "Sportberichterstattung mal anders" von Ken Loutit: mein Interesse an Sportberichterstattung hält sich in extrem engen Grenzen, aber dieser Ästhetik-Shift ist mehr als gelungen:

A propos Ästhetik: Makoto Yabuki gelang mit seiner "White Box" eine wunderbare visuelle Metapher zum Thema Kreativität:

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende des Rückblicks angelangt - Linzerschnitte + datadirt bedanken sich artig Ihre Whuffies (ja, so heißt neuerdings die Währung der Aufmerksamkeit), wir lesen uns morgen.

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Blogistan Panoptikum KW07 2009

Blogistan PanoptikumWillkommen beim sonntäglichen Blogistan-Panoptikum, diesmal quasi live aus Dorfgastein. Coolerweise hat Kerstin, die Tochter des Hauses Kirchenwirt, endlich wieder eine Bar aufgesperrt, und zwar direkt beim Schwimmbad. Eine Alternative zur Kuh-Bar, meiner persönlichen Vorstellung von Party-Apokalypse, war sowieso längst überfällig - und ich hätte wirklich nicht damit gerechnet, in DoGa einen erstklassigen Mojito serviert zu bekommen. Morgen geht's auf den Berg, aber vorerst noch die Blogosphären-News der Woche:

Feedburner wird bei Google-Services integriert

Schon so mancher hat sich gewundert, warum Big G den vor längerer Zeit erworbenen RSS-Aggregator Feedburner als eigenständiges Service weiterleben ließ, anstatt ihn ins eigene Service-Portfolio zu integrieren. Nun denn, die Verwunderung fand letzte Woche ihr jähes Ende: die Seite wird zukünftig Teil der Google-Services. Genauere Hintergründe zur Migration und der damit einher gehenden AdSense-Integration erfährt man auf Burning Questions, dem ehemals offiziellen Feedburner-Blog:

Following on the footsteps of this account migration, FeedBurner will start to look and feel more like a set of Google services, and we will be completing much tighter integration into other Google services such as Google AdSense. (If you are a feed advertiser, don't worry: we have some happy surprises coming for you as well, and if you are an advertiser who is not yet a feed advertiser, you too shall be blessed with good fortune.)

Wer das MyBrand Feature nutzt, muss Updates an der DNS-Konfiguration vornehmen, die Infos dazu sollten dieser Tage via Mail eintrudeln. Liest man das letzte Posting der Macher, so drängt sich unweigerlich der Eindruck auf, dass die Betreiber der Plattform nicht übermäßig glücklich über die Zäsur sind - mal sehen, ob Google es schafft, FeedBurner sinnvoll weiter zu entwickeln, oder ob die Plattform vor sich hin dümpeln wird.

Tweets machen Leute

Und nicht Kleider. Aber Tweets machen jetzt auch Kleider, und zwar mit wenigen Klicks. Und das kommt so: Michi Kamleitner hat letzte Woche sein neues Mash-Up Tweetshirt gelauncht:

It’s pretty self-explanatory, just enter your Twitter-username, and choose the tweet you want printed on a shirt from your recent & favorite tweets.

Auf Fullfilment-Seite stehen Zazzle und die TShirtAG Printer bei Fuß - tja, so schnell kann's gehen und schon trägt man ein Unikat auf der Brust! Nette Idee, denn natürlich sieht das ganze gleich viel geekiger aus als ein simpler Slogan. Und notfalls kann man ja vorher noch das passende Tweet selbst rausschicken!

Newsletter-Tipp: Bruce Schneiers Crypto-Gram

Nicht, dass es sich um eine Neuigkeit handelte: wer sich mit Online-Security und Kryptographie beschäftigt, stößt unweigerlich eher früher als später auf den Namen Bruce Schneier. Der amerikanische Sicherheitsexperte veröffentlicht seit mehreren Jahren seinen Crypto-Gram Newsletter, der sich durch hochkompetenten Umgang mit einem sensiblen Thema auszeichnet. In der aktuellen Ausgabe findet sich ein hochinteressantes Editorial zum Thema "Helping the Terrorist":

Let's all stop and take a deep breath. By its very nature, communications infrastructure is general. It can be used to plan both legal and illegal activities, and it's generally impossible to tell which is which. When I send and receive e-mail, it looks exactly the same as a terrorist doing the same thing. To the mobile phone network, a call from one terrorist to another looks exactly the same as a mobile phone call from one victim to another. Any attempt to ban or limit infrastructure affects everybody. If India bans Google Earth, a future terrorist won't be able to use it to plan; nor will anybody else. Open Wi-Fi networks are useful for many reasons, the large majority of them positive, and closing them down affects all those reasons. Terrorist attacks are very rare, and it is almost always a bad trade-off to deny society the benefits of a communications technology just because the bad guys might use it too.

Ein Abo des Newsletters kann ich uneingeschränkt empfehlen - hier geht's zur Anmeldeseite.

SEO-News der Woche

Manche optimieren nach Schema F, andere vertrauen auf die Kraft der Foren und Big G straft sich in bester katholischer Tradition gleich mal partiell selbst ab, um die Sünden der SEOs auf sich zu nehmen. Aber ob hinter jeder unsinnigen Meldung wirklich ein Masterplan steckt, wage ich nicht zu beurteilen.

Ein Kanon wider die Duplizität

Nein, hier wird nicht gesungen - vielmehr soll der neue Meta-Tag "canonical" den großen Suchmaschinenanbietern helfen, die Duplicate Content Problematik(en) in den Griff zu kriegen. Alles Wissenswerte dazu findet man bei Thomas Zeithaml:

Das HTML Tag wird ähnlich wie das Tag im Bereich der Webseite definiert. Die Syntax lautet wie folgt:

<link rel="canonical" href="http://www.example.de/product_info.php" />

Hier wird also einfach die Seite ohne Parameter angegeben, die für Google als eindeutige URL gelten soll. Für Wordpress, Drupal und Magento gibt es bereits schon Plugins die dieses Tag berücksichtigen.

Bleibt wohl nur zu hoffen, dass Cpt. Canonical mehr Erfolg beschieden ist als seinem kleinen Brüderlein nofollow!

Hilfe, meine Fotos sind weg!

Was tun bei Content-Klau? Da Inspektor Columbo nur Morde untersucht und Monk anderweitig beschäftigt ist, muss man wohl oder übel selbst aktiv werden. Wie das sinnvollerweise geschehen kann, erklärt Torsten Maue in einem lesenswerten Beitrag. Im Ernstfall ist jedenfalls Kontaktaufnahme die erste Waffe der Wahl:

Da ich selbst betroffen bin zur Zeit, hab ich den Webmaster angeschrieben und um Entfernung gebeten, das ganze in Verbindung mit einer angemessenen Frist. Erst wenn da nichts geschieht werde ich das ganze meiner Anwältin überreichen. Viele werden sicher schon bei Androhung von rechtlichen Schritten der Entfernung der Inhalte Folge leisten. Man braucht also nicht sofort mit der großen Anwaltskeule loszuschlagen - kann man natürlich.

Wir und die Personalisierung

Dass ein immer größerer Anteil der Google-Nutzer eingeloggt surft und persönliche Ergebnisse serviert bekommt, wird das SEO-Business mit Sicherheit nachhaltig verändern. Und zweifellos ist die Wissenschaft von der Manipulation des Users eine komplexere als die von der Beeinflussung vergleichsweise simpler Algorithmen:

Wer zukünftig als SEO erfolgreich eine Webseite auf den vorderen Positionen etablieren will, sollte sich der Qualität der Seite sehr genau bewusst sein. SEO wie wir es heute kennen, also die Möglichkeit, beinahe jede Seite ganz nach oben bringen zu können, wird es schon bald nicht mehr geben.

Möglicherweise greift Gretus sogar eine Spur zu kurz: ich bezweifle, dass man derzeit *jede* Seite ganz nach oben bekommt.

Heftig diskutiert wird derzeit Sinn und Zweck gemieteter ausländischer Links. Und wie so oft im Leben gibt es keine klare Ja/Nein Antwort, wie SEOline.de elegant zusammenfasst:

Hat man beispielsweise einen Online Shop für Bayern und bezieht viele Backlinks aus Russland, oder Japan, dann wird sich das nur begrenzt förderlich auswirken, da Google keinen relevanten Bezug herstellen kann. [...] Betreibt man selbst allerdings einen internationalen Online Shop, dann können sich solche Links durchaus positiv auf das Ranking der Seite in den SERPs auswirken, auch wenn der Sitz in Deutschland ist. Ein Link ist nämlich eine Empfehlung – zumindest im Sinne von Google – und warum sollte jemand, der sich im Ausland befindet, einen Shop nicht empfehlen können?

Video der Woche: Twestival Vienna

Dan aka MountainDan aka The next Stephen Spielberg hat sein Video zum Twestival Wien auf Vimeo online gestellt - pure HD Goodness, und meiner Meinung nach gestaltungstechnisch äußerst gelungen. (Und das sag ich keinesfalls, weil Dan mich auch interviewt hat :mrgreen:):

Und damit geht dieses sonntägliche Panoptikum auch schon wieder rasant seinem unvermeidlichen Ende zu. Morgen schmeiß ich mich auf die Piste, idealweise mit Zigarette im Mund und ohne Helm - irgendjemand muss ja schließlich gegen den Zeitgeist schwimmen. In diesem Sinne: einen wunderschönen Restsonntag, wir lesen uns am Montag!

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Blogistan Panoptikum KW02 2009

tweetbacks Blogistan Panoptikum KW02 2009Helge blickt besucher-technisch aufs Jahr zurück, Pete formuliert eine universelle Wahrheit, die man gar nicht oft genug wiederholen kann ("Die Welt ist eine rekursive Schleife.") und ich ärgere mich drüber, dass mein gestern gekaufter höhenverstellbarer Samsung Monitor ein fiependes Geräusch macht, mit dem er sich lautstark über meine lärmdämmenden Festplattengehäuse lustig macht. Naja, wenigstens helfen diverse Dubstep-Mixes, ausreichend Ablenkung zu erzeugen, bis ich den Screen nächste Woche umtauschen kann.

Mega-Gratulation an micromusic.net!

10 Jahre Minimalismus, 10 Jahre micromusic.net: gegründet wurde die Seite, neben der die Simpsons plötzlich gar nicht mehr besonders gelb aussehen, 1999: damals saß ich im Lion.cc Büro in der Mariahilferstrasse, kurz später lernte ich die beiden Schweizer Gründer bei einer Veranstaltung in Wien kennen. micromusic.net steht für "Lo Tech Music for Hi Tech People", verschreibt sich der alten Tracker-Philosophie und der freiwilligen Selbstbeschränkung auf 8Bit. Die produziert erstaunliche Ergebnisse, die mittlerweile auch in Form der DVD Get in the Van verewigt wurden:

This greenscreen, animated, live-action, narrative will take you from Brooklyn, NYC to the far edges of the galaxy. Jump up and down to your favorite tunes by Desert Planet, Twilight Electric, Plastic Flesh, and many many more!

Reingucken, wundern und abspacen! Und wer micromusic etwas zum Geburtstag schenken müsste, der werfe einen Blick auf die Microdonations-Seite: die Hostingkosten wollen refinanziert werden. Ich gratuliere ganz herzlich und sehe gespannt dem Output der nächsten Dekade entgegen.

Einer für die Lohas

Papier ist an sich, wenn mit ausreichend wenig Chlor gebleicht, ein kompostierbares Material. Aber seine Vernichtung im Office-Kontext erfordert Shredder, die Strom brauchen - also warum nicht einfach einen Paper Shredder via Hamster Power betreiben, fragen der Londoner Design Berater Tom Ballhatchet? Nur 45 Minuten braucht der Nager, um ein Blatt Papier zu zerlegen - und die Fetzerl dienen ihm anschließend auch noch als Ruhebett.

Twitter und die Sicherheit

Gehackte Promi-Accounts, zweifelhafte Mash-Ups: sicherheitstechnisch geriet unser liebster Micro-Blogging Service in der letzten Woche ziemlich unter Beschuss. Frank bringt das Problem auf den Punkt:

Das große Problem ist, dass man bei Twitter für die Anbindung externer Dienste dort immer die kompletten Login-Daten angeben muss. So etwas wie einen API-Key oder sonstige externe Authentifizierung über Dritte gibt es bei Twitter nicht. Auch nach vielen Monaten und vielen Beschwerden. Twitter zeigt sich dort wie auch in anderen Punkten sehr unbeweglich und uneinsichtig. Warum das so ist kann man wohl nur spekulieren.

In Kombination mit den bekannten Performance-Problemen (Stichwort "Fail-Whale") drängt sich da durchaus der Gedanken nach einer Alternative auf. Casi fragt:

aus welchem Grund sollte man Twitter nutzen, wenn man woanders genauso viele oder mehr Menschen erreicht und die technischen Bedingungen/Usability zudem die von Twitter bei weitem in den Schatten stellen?

Mit anderen Worten: der Facebook-Chat funktioniert bereits sehr brauchbar, Digsby steht als Client zur Verfügung - also warum nicht zukünftig via Facebook-API "twittern"? Nun, das 5.000-Freunde-Limit könnte ein Problem sein, aber wenn FB das Thema ernsthaft angeht, dann könnte Twitter in der Tat rasch Probleme bekommen.

Erfreuliche Twitter-News

Aber es gibt auch was Positives zu berichten - dank dem Smashing Magazine ist es ab sofort möglich, Twitter-Kommentare über eigene Postings direkt am Blog darzustellen. Tweetbacks nutzt dafür nicht JavaScript, sondern die Tweets werden direkt in den Datenbank geschrieben und können dann wahlweise gemeinsam mit den "normalen" Comments oder als eigene Liste dargestellt werden:

This plugin imports tweets about your posts as comments. You can display them in between the other comments on your blog, or display them separately.

Einen Anschlag beantragen

Die Österreich und die EU haben etwas gemeinsam: beiden Institutionen unterstellt man einen gewissen Hang zur Über-Regulierung. Dieses Thema greift das Wiener Kurzfilmlabel Fairdreht im 15-Minüter "Anschlagsordnung" auf. Wer in Österreich einen Sprengsatz hochgehen lassen will, muss sich in dieser kafkaesken Miniatur erstmal die passenden Stempelmarken und Anträge besorgen. Attentäter: "Wir sind fast pleite wegen der Sache." Beamter: "Sie können ja einen Förderung beantragen: Tiroler Jungbumser Fond, Jungterroristenförderung der Stadt Wien, Franz Fuchs Stiftung..." Einbetten kann man das Video leider nicht, zum Anschauen muss der Quicktime-Codec installiert sein:
Anschlagsordnung.
Ebenfalls nicht schlecht: der 3-Minüter Schreinachten mit überraschendem Ende. Fairdreht ist ein Gemeinschaftsprojekt von Moritz Wallmüller, den ich schon seit der wilden Zeiten bei Lion.cc kenne (er war damals Sänger von Superhero Rockstar) und schreibt Scores für Burgtheater-Inszenierungen. Ich freue mich jedenfalls schon auf weitere Kurzfilme - auch im Zeitalter von you-"quick-and-dirty"-tube heben sich handwerklich gelungene Produktionen wohltuend ab.

SEO News der Woche

More risk, less fun: der Hodenkaiser lehnt sich weit aus dem Linktrading-Fenster, Roberts eBay Auktion kommt ganz wider (mein) Erwarten nicht so recht aus den Puschen und im SEO-Handbuch gibt's Tipps für die Google-Bildersuche: immerhin sind in diesem Bereich mittlerweile 10 Prozent des Gesamtvolumens beheimatet:

Auch wenn der Marktanteil des Bildersuche-Dienstes bei Google mit knapp 10% nicht ganz an die reguläre Google Suche mit ca. 85% heranreicht, so bietet auch sie durchaus eine Möglichkeit zusätzliche Besucher auf die Website zu locken.

Keyword Research á la Hans-Peter

Wer über einen SEOMoz-Pro Account oder andere kommerzielle Tools verfügt, weiß um die Wichtigkeit des Keyword Research Bescheid. Hans-Peter aka DieListe stellte diese Woche ein Tool vor, das auch Hobby-SEOs in den Genuss professionellen Trackings kommen lässt. Und das beste daran: ExactFactor ist völlig kostenlos:

ExactFactor ermöglicht es dir, dass du eine gewisse Anzahl von Keywords einträgst samt der Adresse deiner Webseite. ExactFactor wird dann automatisch für dich die jeweiligen Suchmaschinenpositionen ermitteln für die gewünschten Suchmaschinen.

Auch Offline werben

Online Marketer müssen nicht bloß um eine Ecke decken - und em Tipp, auch die gute alte Offline-Welt in den Conversion-Masterplan einzubeziehen, kann ich einiges abgewinnen:

Und hier heißt es für alle Online Marketer anzusetzen und Profit daraus zu schlagen. Wer sich heute über etwas informieren möchte, kommt um das Internet und gezielt um Google nicht mehr vorbei. Hier heißt es also Landing-Page optimieren und entweder über Suchmaschinenoptimierung möglichst weit oben listen, oder den Weg über gebuchte Anzeigen gehen.

Video der Woche: die Regeln es Netzes

Schon die "News" auf frühen mittelalterlichen Flugblättern wurden meist gesungen - musikalisch unterlegte Fakten scheinen sich eben besser einzuprägen. Dies gilt auch für das wunderschöne Lied The 3 Rules of the Internet von Jonathan Mann: "The internet is a less than physical space, containing a multitude of opinions on a wide variety of subjects... written by mostly assholes." [via monochrom]

YouTube Preview Image

Und das war's auch schon wieder für diese Woche - Weihnachts-Blähbäuche und Sylvester-Kater sind auskuriert, die Blogosphäre kommt langsam wieder auf Touren - und so lang's draußen so grau und kalt ist, gibt's weniger Gründe als im Sommer, die virtuelle gegen die reale Realität einzutauschen. In diesem Sinne wünsche ich einen wunderschönen Sonntag, wir lesen uns morgen.

Input für Wochenrückblick

Gibt's was Neues?

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Best Buy kauft Napster

napsterlogo Best Buy kauft Napster Was hab ich in den späten Neunzigern über Napster geschrieben: der Vater aller Filetrading-Services und Gottseibeiuns der Musikindustrie machte Shawn Fanning über Nacht zum Popstar der Informationsrevolution. Magere 128kBits hatten mp3s seinerzeit, die damals mühsam gehamsterten Sammlungen sind längst höherqualitativen Rips gewichen und Shawn konnte das gerichtsbedingte Aus immerhin lange genug verzögern, um Napster an die Bertelsmänner zu verscherbeln. Die waren allerdings mit der Musikdownload-Plattform ebenso glücklich wie Fanning mit seinem Nachfolgeprojekt Rupture, einem Social Network für Gamer. Zwischendurch schlug dann mal Roxio zu, heute gab Best Buy den sogenannten "Merger" bekannt.

Erworben hat man Napster um knackige 121 Millionen Dollar - denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Roxio hatte aber selbige wohl bereits aufgegeben, denn trotz einer kolportierten Userbasis von 700k Musikfans ließ sich der Abo-Service bislang nicht monetarisieren. Das bislang erfreulichste Geschäftsjahr brachte immerhin Minderung des operativen Verlusts von 16,5 Millionen Dollar (2007: 36,8 Mio. Dollar). TechCrunch drückt das folgendermaßen aus: "Best Buy just wasted $121 million." Die Geschäftsführung von Best Buy sieht dies naturgemäß anders und will vorerst mal alles beim Alten belassen:

Best Buy believes that Napster has one of the most comprehensive and easy-to-use music offerings in the industry, including streaming music, music subscriptions, the ability to purchase individual tracks, albums and mobile offers. Napster has approximately 140 employees, with its headquarters in Los Angeles. At this time, Best Buy does not plan to relocate Napster’s headquarters or to make significant changes in personnel.

Tja, traurig aber wahr: die große Zeit des Kätzchens ist längst vorüber, in Zeiten von Play-, Last-, Blip-fm, Pandora und Konsorten stinkt Napster sowohl von der extrem grottigen Streaming-Qualität als auch von der Auswahl her ab. Das Gratis-Streaming ist außerdem nur in den USA verfügbar, wer mp3s saugen will, muss den Client installieren und monatliche Abogebühren bezahlen. Die Freeloader (mit denen ohnehin kein Geschäft zu machen ist) sind längst auf Torrents und/oder Soulseek umgestiegen, der zahlende Teil der Netzbevölkerung kauft brav im iTunes Store. Aber wer weiß, vielleicht hat Best Buy ja den genialen Masterplan schon in petto: denn mit der Aufrechterhaltung des Betriebs wird Napster niemals in die schwarzen Zahlen kommen.

Die Grünen sourcen die Crowd

gruenplakatStrategiesitzungen sind momentan in, schließlich erwarten uns in zwei Monaten Neuwahlen. Christoph Chorherr von den Grünen ruft in seinem Blog LeserInnen auf, Plakatideen einzusenden - zwei davon hat er bereits mit Helges Support selbst realisiert. Politstrategisch dürfte es schwierig sein, sich mit einer Multitude von Claims und Standpunkten nachhaltig zu positionieren, trotzdem finde ich die Idee irgendwie originell (bei der Konkurrenz aber auch nicht schwierig) und am besten gefällt mir bisher Janas Vorschlag; übrigens bin ich auch neugierig, wie Super-Fi in den nächsten Wochen für die G tätig werden - Max hat ja am Donnerstag geschrieben, dass er sich einen aktiven, unmittelbar (d.h. nicht durch Agenturen durchdramaturgisierten) WK erwartet:

Ich möchte täglich auf Youtube sehen wo die Grünen gerade unterwegs sind, was sie die Bevölkerung fragen, über welche Themen (schließlich geht’s ja um Themen und Perspektiven, einen Personenwahlkampf gegen Faymann werden die Grünen wohl nicht gewinnen) sie mit den Menschen reden, sehen wie viele Leute für die Grünen arbeiten, sehen das es da mehr als nur einen Van der Bellen, einen Pilz, eine Glawischnig und einen Chorherr gibt.
[...]
Ich möchte wenn ich auf Flickr "Wahlkampf" eintippe Fotos von Grünen PolitikerInnen sehen, ich will auf Geizhals.at mit Ihnen diskutieren wie man beim Neugerätekauf auf das Energiesparen achten kann, usw.

Naja, warum nicht - am besten mit Masterplan im öffentlichen Google-Sheet :mrgreen: Ich bin mal gespannt, was bei Chorherrs Aufruf noch so an schrägen Motiven rauskommt... ein wenig Selbstironie kann ja übrigens nie schaden. Besonders gut gefällt mir Max' Vorschlag eines Political Friendfeeds:

Was schön wäre ist eine Seite (dessen URL kann man dann von mir aus auch auf einem Plakat bewerben kann) wo alle Aktivitäten zusammengefasst werden, siehe z. B. Platterwatch. Wirklich mutig wäre dann wenn auch die Aktivitäten der anderen Parteien dort auch einsehbar wären.

Dennoch werde ich mich nach eingehender Beratung mit Master P., dem Vorsteher des datadirt-Politbüros, jeglicher jeglicher Wahlkampf-Plakatentwürfe (außer allfälliger defätistischer Designs) zu enthalten. Letztendlich steht jede Partei des kleinen Mannes auf den Schultern von Giganten und vice versa; im Gegensatz zu überteuerten Agenturen und den PolitikerInnen selbst werde ich allerdings nicht für Propaganda-Tätigkeiten bezahlt - und wenn die lieben Genossen schon ganz locker ein paar Milliönchen verblasen, dann erscheint mir Ruhm und Ehre doch als schäbiger Preis für die gesourcte Crowd. Aber das ist ohnehin alles recht hypothetisch - trotzdem sollte ein kritischer Blick auf die Unterschiede zwischen Partizipation an der Entscheidungsfindung und Crowdsourcing á la Mechanical Turk jenseits aller Freude übers großartige Mitmachen-Dürfen nicht gänzlich ausgeblendet werden.

Post: wider die Briefmarkensammelei

postImmer wieder mal gebe ich Briefe auf ins benachbarte Ausland. Ist eine CD-Rom mit drin, ergibt das die Preisklasse 100-350 Gramm, Economy (Europe). Derlei Sendungen kosteten bis vor kurzem EUR 3,50, nun stieg der Preis der österreichischen Post auf EUR 3,70. Nur leider gibt's keine passenden Briefmarken mehr. Da hat jemand nicht nachgerechnet...

Die Stückelung beim alten Preis Tarif war vergleichsweise einfach: 2x EUR 1,25 + 1x EUR 1,- und schon enteilt der fleißige Briefträger bis nach Großbritannien über's weite Meer. Dass die Preise steigen, mag zwar ärgerlich, aber "verständlich" sein, was immer dies im marktwirtschaftlichen Kontext tatsächlich bedeutet.

Ganz und gar auf Unverständnis stößt allerdings die Tatsache, dass es für den neuen Preis keine passende Stückelung gibt: am nächsten kommen noch 3x EUR 1,25, aber warum jeden Sendung mit 5 Cent überfrankieren? Mag Kleinkram sein, okay - aber ich versteh das Prinzip nicht. Man muss jede Sendung auf die Post bringen, Briefkasten spielt's nicht. Ich konnte es selber nicht glauben, und die freundlichen Mitarbeiter in meinem Postamt wundern sich ebenfalls über soviel Planungsgenialität ihrer Vorgesetzten.

Wie kann man Brieftarife einführen, zu denen es keine passenden Markenwerte gibt?

Die Differenz mag ja nicht groß sein, aber die Schildbürger hätten eine helle Freude mit diesem Geniestreich. Aber weiß - vielleicht ist diese Strategie auch nur Teil eines Masterplanes zum Einsparen aller Postkästen auf längere Sicht...

Meinplatz übersetzt eigenartig

Wirklich erstaunlich, dass die tschörmännifizierte Ausgabe von myspace unter der gleichen URL erreichbar ist - naja, sowohl meinplatz.de als auch meinraum.de sind ja schon vergeben. Der Rest der Übersetzung wurde allerdings in der Tat mit den berühmten heißen Nadeln gestrickt.

Oder von einem talentierten Wort-zu-Wort Übersetzungsprogramm angefertigt - ansonsten sind solche Stilblüten wie "Ich bin hier wegen: Netzwerk" als Übersetzung von "I'm here for: networking". Rührend auch dieser "targetted ad":

! Dringend !
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Ihr AUDI A3 Gewinner-Team

Ob die Mitglieder des Audi-Gewinner Teams wohl auch alle A3s fahren? Fragen über Fragen, eines steht jedoch fest: die localized version "adds to the trash factor", wie der Amerikaner sagt. Ob hinter soviel amateurhaften Ansätzen ein mächtiger Masterplan steckt? Ich tippe ja drauf, dass Google eher früher als später für Musikanten ein Premium-Angebot launchen wird; in die Qualität der Übersetzung könnte der neue Besitzer früher oder später allerdings durchaus noch ein paar Cents investieren.

In einer Berliner Gratiszeitung Musikzeitschrift (Name schon wieder verdrängt) las ich heute eine Kolumne, die den Trashfaktor von myspace ("Nur mit CSS Monstern kann man dieses technische Ruine zähmen) gegenüber der Kommerz-Sterilität von Second Life lobte. Ob freillig oder unfreiwillig - ein bisschen datenschmutz kommt halt immer gut.

Blogdialog: 7just7, myspace aus .at?

7just7.thumbnail Blogdialog: 7just7, myspace aus .at?blogdialog - eine fiktives Gespräch zweier Blogger zu Themen, die die Welt beherrschen oder vielleicht mal werden. Thema des Premieren-Dialogs ist die erste österreichische Social-Networking Community 7just7, Europas Antwort auf mysapce & Co. Hinter A verbirgt sich Peter Balon von netzonfire, die B-Parts hat ritchie pettauer, der Autor dieses Blogs, geschrieben.
Der Text wird auf beiden Blogs publiziert - unser asynchrones Gespräch führten wir via E-Mail. Wird nicht unser letzter Blogdialog gewesen sein, viel Vergnügen mit unserem asynchronen E-Mail Chat.

A: Vor wenigen Tagen lese ich in einem Fellner-Blatt, dass es in Österreich eine Social-Networking Plattform gibt, die laut eigenen Bekunden "Europas Antwort auf myspace & co" sein will. Aha, denk ich mir, starke Ansage. Noch nie was davon gehört: 7just7? Der Gründungsmythos (sowas brauchts) besagt ja, dass der Eine gefragt hat "wie nennen wir es denn?" und der Andere geantwortet hat "7, einfach 7". Soweit so gut, fertig ist die Social Networking Plattform.

B: Gründungsmythen spielen ja eine beträchtliche Rollen - manche davon überleben ja bekanntlich die Startups... ich muss zugeben: "Österreich" macht mir Angst (die Tageszeitung immer, das Land nur fallweise). Aber was soll's, ein Login mehr wird schon niemandem schaden Also registriert man sich halt mal probehalber - obwohl ich ja eigentlich dachte, dass sich Web 2.0 Anwendungen durch klare Botschaft umd simple Präsentation auszeichnen.

A: Begibt man sich auf zu 7just7, sieht man folgendes vor sich: ein bisserl Myspace, ein bisschen Youtube, ein bisschen Flickr, ein bisschen Facebook, ein bisschen Upcoming.org, etc.. also von allem ein bisschen etwas und es scheint so, als das bisschen eigentlich zu viel des Guten ist.

B: Jedenfalls treten bei der Präsentation der Startseite Klicküberlegungen mal klar zu Tage: ganz oben stehen natürlich die "Partypics". Seiten mit Fotogallerien diverser Tanzevents scheinen sich in Österreich ja zu einem der wenigen profitablen Online-Only Geschäftsmodelle entwickelt zu haben...

A: Jetzt stellt sich mir gar nicht mal die Frage, ob ich 7just7 gut oder schlecht finden soll sondern es überkommt mich eher die Befürchtung, ob da nicht irgendwer irgendwas grundlegend falsch verstanden hat. Und da geht's dann wieder ganz schnell zur Überlegung, was eine Web 2.0 Plattform sein soll, können muss bzw. nicht sein soll.

B: Naja, Sex-Appeal haben eben... und User anziehen. 7just7 wendet da eine eigenartige Strategie an: die Hässlichkeit und Inhomogenität von myspace, kombiniert mit der Unübersichtlichkeit einer All-inclusive Eventplattform plus Videocommunity? Ein kurzes Warum-Statement auf der Startseite wär hilfreich. Oder setzen die Betreiber komplett auf den Hype per se, sodass sich die alte Frage "Was biete ich den Kunden eigentlich an?" womöglich gar nicht mehr stellt...

A: Also was macht eine Plattform der neuen Generation aus? Genügt es, wenn wir alle Buzzwords wie "user generated content", "Community", "Ajax", "Beta", etc.. in den Topf schmeissen, umrühren und dem Ergebnis einen "lustigen" Namen geben? Ist das Web 2.0? Hat das was mit Social Networking zu tun?

B: Rip-Offs sprießen - und in einigen wenigen Bereichen mag das ob der Sprachbarriere auch Sinn machen. Ein Yigg für deutschsprachige Nachrichten, Mr. Wong für deutschsprachige Bookmarks... bei solchen Social-Bookmarking/News Plattformen macht eine sprachspezifische Variante durchaus Sinn - aber der Kern einer Web 2.0 Anwendung ist die Idee für ein Service, das sich (nur) mit den typischen Web 2.0 Technologien entwickeln lässt: FlickR erlaubt komfortablen Umgang mit Fotos, myspace dient Musikern als Präsentationsplattform... all diese Projekte leben von einer gewissen Art "kritischer Masse", und von einer gut umgesetzten Idee. Aber was will 7only7 eigentlich für seine User tun? Das bleibt schleierhaft.

A: Bei 7just7 finde ich keine Antwort darauf und ob es überhaupt eine europäische Antwort auf Plattformen amerikanischer "Herkunft" braucht, bezweifle ich. Ein bisschen Cloning, würde der Sauer von Phlow dazu sagen. Ja, wenn schon Cloning, dann bitte noch halbwegs erträglich.

B: Naja, ist halt mal eine andere Interpretation des Begriffs Mashup...

A: Ja. Aber ist es nicht auch ein Problem des kollektiven "Kawumms", der einem so entgegen schießt. Wenn ich so nachdenke, nutze ich Social Bookmarking Seiten so gut wie nie. Ich geh da schon gezielt zu einer Seite und überhaupt, trau ich da dem Kollektiv nicht wirklich so. Aber wahrscheinlich ists eine Frage des Zugangs. Wenn ich Fun haben will oder irgendwas über die Hilton lesen will (ich hoff, ich komm nie in die Situation;), dann sind die Seiten wahrscheinlich ein guter Anlaufpunkt, weil: was die meisten Leute am lustigsten finden, finde ich auch lustig. Oder auch nicht. Wenn ich fundierte Infos haben will, dann vertraue ich schon lieber meiner eigenen "Intelligenz", als der Kollektiven. Weil wenn du zB yigg hernimmst, lesen die meisten User wahrscheinlich jene Artikel, die am öftesten "geyiggt" wurden. Also wie bei myspace. Je mehr Freunde du hast, desto höher dein Ranking, ja vielleicht sogar dein "realer" sozialer Status. Und da begegnet mir dann oft der Begriff, um den sich ja genauso viele Mythen ranken: Community. Ich mein, ohne Community geht's einfach nicht mehr. ZB 7just7: "Jeder kann gebührenfrei eine eigene Community gründen".

B: Das ist wirklich eine fast so gute Formulierung wie das tatsächlich in Marketingbesprechungen von Ohrenzeugen vernommene Statement "Lasst und Web 2.0 Content einkaufen - ich kenn einen guten Anbieter." Vielleicht sollte man mal ein Community-Projekt launchen, dessen Alleinstellungsmerkmal allein darin besteht, dass man nur gegen Gebühr seine eigene Community gründen kann. Wer nicht zahlt, zählt nicht. Oh. Moment. Second Life gibt's ja eh schon... Aber im Ernst: ich seh das mit der kollektiven Intelligenz ganz genauso. Vom SEO- oder Marktforscher-Standpunkt aus mögen solche Tools eine gewisse Relevanz besitzen. Doch die Versprechung, über kollektive Filterung die interessanten Perlen rauszupicken, kann nicht funktionieren - wenn dieses Prinzip sich durchgesetzt hätte, dann sähen die Hitparaden, die Kino- und Büchercharts wohl ganz anders aus. Aber eines unterscheidet Yigg und Co. schon ganz gewaltig von ihren US-Pendants: bei Yigg reichen die Mobilisierung von 30 Kollegen, um eine Nachricht kurzfristig an die Spitze zu pushen - dementsprechend minimal ist auch die Resonanz, während hinter Digg durchaus tausende Bewertungen stehen, was dem ganzen zumindest eine gewisse Repräsentativität verleiht. Und so crappy myspace technisch daher kommt: die kritische Masse macht's dann doch wieder irgendwie interessant. Aber mir ist völlig schleierhaft, warum 7just7 diese jemals erreichen sollte - naja, vielleicht rückt Medienprofi Fellner bei seiner nächsten Abo-Aktion ja einen Gutschein für Österreichs beste Gratis-Community raus.

Web 2.0 – Internet für Dummies in der neoliberalen Medienwelt? (von Werner Reiter)

Web 2.0 Diskussionthe gap feiert dieser Tage den 10. Geburtstag. Für das gestern erschienen Jubiläumsheft hat Werner Reiter wie berichtet zu einer Diskussion über das Schlagwort Web 2.0, über Copyright, partizipative Medien und neoliberale Märkte eine, wie man so schön sag, illustre Runde eingeladen. Hier nun der aus der Diskussion entstandene Artikel im Volltext. Werner ist damit auch der erste Gastautor auf datenschmutz - viel Vergnügen mit diesem multi-facettierten Text; wir sind beim Diskuttieren natürlich ganz schnell vom 100sten ins 1000ste gekommen, aber lesen Sie selbst:
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Sind Chip und Google etwa keine Vertrauensperson?

Total Google Control"Trusted Computing" bedeutet übersetzt "Vertrauenswürdiges Rechnen", oder noch besser "ehrenwerte Datenverarbeitung", das hört sich doch gut an. Marketing-Labels schmeicheln dem Ohr, das liegt in ihrer Natur. Nicht nur in diesem Fall gilt aber: süßer die Botschaft nie klang, doch das Fertigprodukt enthält keine Vitamine mehr und kann zu schweren Vertrauensstörungen führen. Wird nun "do-no-evil" Google das neue TCPA und MS in Firmenunion?

Filesharing, Contentswapping und offene Lizenzen: die Inhaltsindustrie find sich im Sog eines Malstroms, der ihr gar nicht schmeckt. Die verlorene Kontrolle will man mit Hilfe Friedrich Kittler's 8. Muse* techné rückerobern. Alle Computer inklusive PDAs, Handys, Waschmaschinen und was sonst noch König Content wiedergeben kann, sollen zukünftig ab Werk mit einem kleinen Chip geimpft werden. Dagegen regte sich schnell Widerstand - und Benjamin Stephan und Lutz Vogel drehten vor ein paar Jahren einen sehr instruktiven Lehrfilm. Mittlerweile ist die TCPA Geschichte - das Gremium erwies sich letzlich als Fehlentwicklung und tat das, was man eben in einem solchen Fall macht: es gab sich einen neuen Namen.

Aufgrund des Veto-Rechts aller 200 Mitglieder erwies sich die TCPA als nicht handlungsfähig. Als Konsequenz wurde im April 2003 die offizielle Nachfolgeorganisation Trusted Computing Group (TCG) gegründet, die die bis dahin geschaffenen Spezifikationen übernahm und ihre Weiterentwicklung fortführt. (wikipedia]

Damit konnte man immerhin die Besitzer der Domain www.againsttcpa.com überlisten und die Arbeit in Ruhe fortführen - beziehungsweise Google interferierenden Filmemachern überlassen.

Eine brandaktuelle Produktion [via Spreeblick] ortet die kontemporären Datengefahren nämlich nicht im Chip, sondern im Netzeinstieg und widmet sich einer kritischen Betrachtung des Masterplans unserer Lieblingssuchmaschine. Dabei setzt er eine recht ähnliche Visualisierung ein wie seinerzeit die Anti-TCPA Regisseure. Absolut sehenswert, wenn auch in keiner Hinsicht zurückhaltend: denn Google engangiert sich jetzt auch im Bereich der Genomforschung - was, so die rhetorische Frage am Ende des Streifens, wenn die Firma neben den ganzen übrigen Daten nun auch noch die komplette DNA eines jeden einzelnen Menschen gespeichert hätte und wir alle völlig transparent wären?

Das hätte nun wirklich nicht sein müssen - doch ob diese abschließende Suggestivfrage des Films sich ungewohnt weit von der Wirklichkeit entfernt, um besondern aufzurütteln, oder ob die Autoren Anhänger des biologischen Totaldeterminismus sind, werden wir nie erfahren. Aber selbst frei von Bio-Logismen stellt sich schon langsam die Frage, ob Google das neue Microsoft geworden ist - und in viele kleine Suchmaschinchen zerschlagen werden sollte :-) So ändern sich eben Hegemonieszenarien innerhalb weniger Jahre - nur: Windows lässt sich ja durch Linux ersetzen, aber ein Ersatz.Google ist nicht in Sicht. Fragen wir doch mal MS'ens Miss Dewey, was sie dazu meint... und wie immer kommt nach Eingabe des Begriffs "Google" ein hochphilosophischer und unbedingt passender Kommentar von der hübschesten Suchassistentin aller Zeiten:

If television was the opiate of the masses, I wonder what that makes the internet.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

--
* techné, siehe Kittler, Friedrich: "Draculas Vermächtnis"

Zu Gast bei Radio U-Ton

Radio UTONPaul Lohberger hatte mich am vergangenen Montag zu Radio U-Ton eingeladen. Im ORF Funkhaus in der Argentinierstraße plauderten wir eine halbe Stunde über das Schlagwort "Web 2.0 - Schma Fu oder die Zukunft?" Wie stets erlaubt die Natur von derlei Fragestellungen keinerlei Antwort, bietet aber willkommenen Anlass, vom 100sten ins 1000ste abzuschweifen. Insofern verging die halbe Stunde dann auch nahezu beängstigend schnell, seit heute gibt's die Sendung als mp3-Download und im U-Ton Online-Archiv.

Quasi mein erster Podcast - und dann auch noch live ausgestrahlt auf Mittelwelle. Außerdem gibt's zwischen unseren Wortkaskaden zwei meiner Lieblingstunes von Angina P und Spiral Tribe. Und das sagt U-Ton über die Sendung:

In den Jahrestrendlisten 2006 stand Myspace ganz oben, und debug, das Magazin für elektronische Lebensaspekte, widmete sich schon Ende 2005 dem Phänomen Web 2.0. Aber sind wir tatsächlich in einer Zukunft angekommen oder ist das alles eine zweite New Economy Blase, diesmal halt im Alltag und nicht an der Börse? Paul Lohberger und Gastexperte Ritchie Pettauer schweifen aus...

Über Radio U-Ton

Entstanden als Uni-Projekt ist Radio U-Ton seit 1997 im Äther vertreten - in diesem Jahr steht also die Jubiläumsfeier an. U-Ton versteht sich als Experimentiertfeld, Ausbildungsprojekt für Radiojournalismus und vor allem als offenes Forum, das allen Interessierten eine Plattform bietet:

Radio u-ton wurde von Prof. Thomas Bauer 1994 am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien als Projekt ins Leben gerufen. Seit 1997 wird auf der ORF Mittelwellenfrequenz 1476 gesendet. Im September 2001 ging das Internetradio UTON on air. Das Projekt Universitätsradio soll eine Berichterstattung liefern, welche die Bereiche Wissenschaft, Kultur, Bildung und Soziales abdeckt; es soll dem Austausch von Informationen und Wissen dienen. Grundsätzlich soll der Zugang allen offen stehen. Die Partizipation beschränkt sich nicht auf Studierende, eine aktive Hörerbeteiligung ist erwünscht.

Im mittlerweile ziemlich umfangreichen Online-Archiv finden sich auch komplette Vorlesungen, ein Newsletter informiert über aktuelle Sendungen. Und ganz ehrlich: abgesehen davon, dass U-Ton seine Sendungen im professionellen Funkhaus-Radiostudio aufnimmt, hat die Mittelwelle einfach einen viel höheren Sex-Appeal als ein simpler Podcast - wie eben schon Opus wussten: Live is live :-)

Web 2.0 - Schma Fu oder die Zukunft? bei Radio U-Ton

Studieren an der Laptopfilmakademie

LaptopfilmakademieSchon so mancher potentielle Hitchcock scheiterte an der schwierigen Aufnahme in die Filmakademie. In Zeiten von youtube sollten akademische Zugangsbarrieren allerdings niemandem jene professionelle Ausbildung verweigern, die eine unabdingare Voraussetzung für die 5-Minuten-Ruhm darstellt. Bildung ist ein hohes Gut, Zeit knapp und Kultur angeblich demokratisch: also kommt an dieser Stelle die Laptopfilmakademie ins Spiel.

Genauer gesagt: die beste Laptopfilmakademie. Denn so nennt sich Projekt, das Studenten der FH-Düsseldorf in der Lehrveranstaltung "Ruhm Online" von Dozent Stefan Scheer entwickelten. Hier wird dem Bedürfnis nach Beschleunigung und do-it-yourself vollauf Rechnung getragen: Grund- und Hauptstudium lassen sich in knappen 10 Minuten absolvieren, und dann wartet auch schon das Diplom zum Ausdrucken. Fehlt nur noch der Direktlink zum youtube-Upload. [via Visual Blog]

Digital DJ Software im Test

Michael Kamleitner hat mich auf einen Test aktueller DJ-Sotware hingewiesen: Dave Girard schreibt auf artstechnica über die Vor- und Nachteile verschiedener Simulationen des Plattendreher-Arbeitsplatzes. Neben den eigentlichen Testberichten von sechs gängigen Programmen enthält der umfangreiche Beitrag auch jede Menge nützliche Infos rund um Theorie und Praxis des digitalen DJ-ings.
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Rap, die 2.: Aries Spears Multistimme

Jay-Z, Jermaine Dupri, DMX, Snoop Dogg - er hat sie alle drauf. Denn Aries Spears ist Rap-Stimmenimitator, und mit dem Mann könnte man problemlos eine ganzes Album voll Posse-Tracks aufnehmen. Vielleicht ist das auch schon längst passiert und das gesamte Hip Hop Bizzle der letzten Jahre hat eigentlich nur eine Person zu verantworten - er:

YouTube Preview Image

[via SirDregan]

Gesprochene Sprache durchsuchen

audioclipping betaTextdateien lassen sich problemlos durchsuchen und indizieren, während Multimedia-Inhalte wie Videos und Soundfiles bloss anhand des Dateinamens und allfälliger Metadaten auffindbar sind. Daran hat sich seit der Web-Steinzeit allen neuen Technologie zum Trotz nicht viel geändert. Doch bevor sich alle User endgültig an die Textwüste gewöhnt haben, präsentiert eine kleine deutsche Firma die Technologie für den großen Lauschangriff.

Spracherkennung stellt Algorithmen vor große Herausforderungen. Der umgekehrte Weg, die Sprachsynthese, kommt bereits seit Jahren zum Einsatz, etwa in automatisierten Telefon-Auskunftssystemen. Will man jedoch gesprochenen Text erkennen, so muss die Software mit einem breiten Spektrum von verschiedenen Tonlagen, Sprechgeschwindigkeiten, verschiedenen Hintergrundgeräusch und anderen Paramentern umgehen können - ganz zu schweigen von verschiedenen Sprachen.

Die Texterkennung von Songs gestaltet sich äußerst schwierig - muss der Computer doch erst einmal Musik- und Stimmanteile unterscheiden. Podcasts und Nachrichten jedoch bestehen meistens vorwiegend aus gesprochenem Content, und genau hier tritt die Audioclipping-Technologie der Firma Com Vision aus Mecklenburg-Vorpommern auf den Plan. Bis zu 85% Erkennungsrate erreicht das System nach Auskunft des Herstellers:

Zwar könne der Computer auch heutzutage kein druckreifes Protokoll schreiben wie ein Stenograf, räumt Mainka ein. Selbst die moderne Software verstehe nur 85 Prozent der gesprochenen Sprache korrekt. Ein Kunstgriff führe aber zum richtigen Ergebnis: "Wir suchen auch nach ähnlichen Wörtern", erklärt der Cheftechniker. "Damit sind wir in der Lage, jede Textstelle wiederzufinden. [Spiegel online]

Die Analyse von 60 Minuten Sprache dauert dabei derzeit rund 8 Minuten. Auf Audioclipping.de indiziert Com Vision monatlich rund 15.000 Radiostunden und bietet eine Stichwortsuche mit kostenloser Trefferliste. Anwendungsmöglichkeiten gibt es viele: neben PR-Heinis professionellen Medienbeobachtern und Suchmaschinenbetreibern interessieren sich auch bereits Archivare und natürlich stets von der Flut der mitgeschnittenen Telefonate schier erschlagene Geheimdienste. [via Ohr kauft mit]

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