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Artikel-Schlagworte: „medienkultur“

Fotogalerie: Medienwelten im Technischen Museum Wien

Im vergangenen Semester machte ich mit meinen FH-Studenten eine Exkursion ins Technische Museum Wien. Obwohl Direktorin Dr. Gabriele Zuna-Kratky sowohl museumsdidaktisch als auch PR-technisch einen hervorragenden Job macht, stattet nur ein Bruchteil der Wiener Medien-Studentenschaft dem imposanten Bau in der Mariahilferstraße 212 einen Besuch ab. Dabei hält die fixe Sonderausstellung Medienwelten eine ganze Serie von Aha-Erlebnissen bereit. Sie zeigt die Geschichte der technischen Medien anhand zweier Entwicklungsstränge:

Auf der einen Seite ist die Entfaltung von Post-, Telegrafen-, Telefon-, Funk- und Rundfunknetzwerken zu sehen, auf der anderen die Entwicklung von Bild-, Ton- und Druckmedien sowie Medien der Datenverarbeitung.

Auf insgesamt 2500m2 Ausstellungsfläche findet sich ein faszinierendes Spektrum historischer Gerätschaften: von den ersten "Bewegtbildern" in Form mechanisch-optischer Täuschungen über die Daguerreotypie, frühe Kameras, Fernschreiber bis hin zu Smartphones spannt die Ausstellung den Bogen der Geschichte der Informationsvermittlung. Am Sonntag war ich wieder in Ausstellung - diesmal mit SLR-Kamera. Diesen Beitrag weiterlesen »

Fotoalbum: Medienwelten im Technischen Museum Wien

Über das Neue der Medien

Der folgende Beitrag ist ein Auszug aus Frank Hartmanns Einführungsband Multimedia (UTB, Wien 2008 UTB Profile). Frank Hartmann ist Professor für Visuelle Kommunikation an der Bauhaus Universität in Weimar. Ich freue mich sehr über diesen Gastbeitrag und wünsche viel Spaß bei der Lektüre!

Mit Computer und Netzwerken wurden die Medien innerhalb von zwei Jahrzehnten plötzlich zu "neuen Medien". Unsere Medienkultur ist vielfältig wie nie – wohin geht ihre Entwicklung? Am Anspruch, diese Fragen zu beantworten, scheitern regelmäßig die Bemühungen der Experten. Denn sie nehmen in ihrer Fixiertheit auf die technischen Möglichkeiten nicht in Betracht, worauf es dabei ankommt: auf dich und mich, also die Nutzer, die Anwendungen akzeptieren oder diese gleich neu erfinden. Man müsste also danach fragen, wie die multimediale Nutzerkultur von morgen aussehen könnte. Diesen Beitrag weiterlesen »

Der Tag der lebenden freien Medien

9. Dezember 2008 16:00bis10. Dezember 2008 4:00

Der Tag der freien MedienSoll kein Horrorfilm werden, sondern eine informative Veranstaltung, bei der sich Insider vernetzen und Außenstehende Einblick bekommen in die Vielfalt an Alternativen zu Fellnerpress und DichandNews. Zu diesem Behufe lädt der österreichische Medienverband morgigentags ab 16:00 Uhr in die Wiener FLUC Wanne, wo zuerst ausgiebig geschnackt und anscheinend noch ausgiebiger gefeiert werden soll.

Mit an Bord sind unter anderem Skug, The Message, fm5, Der Bagger, Datum und dérive, um 19:30 diskutieren die üblichen Verdächtigen die postulierte "Schieflage Freier Medien in Österreich". Am Podium: Andi Klinger (Ex-Resident), Niko Alm (the gap), Michael Fleischhacker (Die Presse), Peter Fuchs (Freies Plakat), ein Vertreter der SPÖ und Moderatorin Karin Resetarits. Ab 21:30 geigen dann Petsch Moser unplugged sowie ein Surprise Act auf, ab der Geisterstunde weichen die Instrumente den Turntables, bedient von Makeedo, Se.Vero, Intoxicated und fry, die ein weites Spektrum von Funk über Dubstep bis Breaks präsentieren werden.

Der österreichische Medienverband hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die sogenannten "freie" Medienszene zu fördern. Allein dieser Begriff sorgt allerdings für Verwirrung: wann ist ein Magazin "frei"? Wenn es rein von Förderungen lebt und keine Werbung enthält? Wenn der Chefredakteur gratis zuhause bei der Mutter wohnt? Wenn es in der U-Bahn umsonst verteilt wird? Wenn alle Layouter den Freimaurern angehören? Wenn der Großteil der Redaktion Publizistik studiert? Wenn das Heft kein Geld einbringt? Martin hat dazu eine eindeutige Meinung:

"Österreichs freie Medien sind unabhängig, gesellschaftlich relevant, arbeiten höchst professionell und vor allem politisch unabhängig", so Aschauer. "Medienvielfalt braucht individuelle Förderungsmaßnahmen, die sowohl finanziell als auch ideell erfolgen. Eine Anlaufstelle für junge, aufstrebende Medien muss geschaffen werden. Information über Förderstellen und Förderanträge, Abrechnung und Rechtsberatung muss leicht zugänglich werden, tragende Strukturen, Softwarelizenzen und auch Rechtsschutz müssen finanziell abgesichert werden", so Vizepräsidentin Birgit Pestal über die Ziele des Österreichischen Medienverbands. Freie Medien sind weit mehr als nur die Ausbildungsstätten der Journalisten der Zukunft. Sie seien, so Aschauer "Garant des medienkulturellen Pluralismus in Österreich und sollten in einer funktionierenden Demokratie erkannt und wertgeschätzt werden."

In der Tat spielen in einem so kleinen Land wie Österreich, dessen Economies of Scale für blühende Medienpluralität wahrlich nicht geschaffen sind, freie Medien eine beträchtliche Rolle. Trotzdem bin ich strikt gegen ein Fördersystem nach dem Gießkannenprinzip - eine gemeinsame Infrastruktur zu schaffen den infrastrukturellen, juristischen und informations-technischen Nachteil auszugleichen, sollte allerdings in der Tat Ziel einer nachhaltigen Medienpolitik sein: denn eine sinnvoll angelegte strukturelle Förderung schafft Synergien, von denen letztendlich alle nur profitieren können. Mehr dazu auf der Homepage des Österreichischen Medienverbands.

Ort: FLUC Wanne am Praterstern
Eintritt: freie Spende

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Buchverlosung: 3x Medien und Kommunikation von Frank Hartmann

frankhartmann 150x150 Buchverlosung: 3x Medien und Kommunikation von Frank Hartmann Über dieses Gewinnspiel freue ich mich ganz besonders, denn ich darf der geschätzten Leserschaft nicht nur ein top-aktuelles Buch zu einem meiner Lieblingsthemen dreimal offerieren, sondern ich habe mit Autor Frank Hartmann (der übrigens hier auch schon Gastautor war) auch ein Interview über seinen Einführungsband "Medien und Kommunikation" geführt. Diese Thematik beginnt immer mehr Fächer zu interessieren, denn in der Mediengesellschaft wird die Beschäftigung mit diesem komischen Konglomerat aus Technik, Symbolen und Übertragungswegen zu einer zentralen Wissenschaft.

Die Zeiten, in denen "Irgendwas mit Medien" ein exklusives Forschungsgebiet der Publizistik war, sind lange vorüber. Ein grundlegendes Verständnis von Medien, die Kenntnis gängiger Theorien und Modelle zählen mittlerweile zum Basiswissen zahlreicher Wissenschaften: in einer Informationsgesellschaft ist Medienwissenschaft nicht mehr als Forschungsobjekt-zentriertes Fach, sondern nur als ein Set interdisziplinärer Forschungs-Praktiken sinnvoll institutionalisierbar. "Medien und Kommunikation", erschienen in der neuen UTB-Reihe "Profile", beschränkt sich auf knappe hundert Seiten: zentrale Konzepte der Kulturkritik, Kybernetik und des Konstruktivismus werden umrissen, wer tiefer ein bestimmtes Gebiet einsteigen möchte, findet natürlich weiterführende Literaturverweise. Die klassische Lehrbuch-Gliederung (inklusive Merksätze) hilft vor allem Neueinsteigern, sich rasch einen Überblick zu verschaffen. Wer's genauer wissen möchte, greift besser zu Franks Medienphilosophiepixel, ebenfalls im UTV-Verlag erschienen. Weitere Texte, Vorträge und Biographische Infos findet man auf Frank Hartmanns Homepage Medienphilosophie.net.

Verlosung: 3x "Medien und Kommunikation"

StammleserInnen wissen bereits bescheid, denn es ist immer wieder dasselbe Prozedere: wer eines der drei Bücher gewinnen möchte, hinterlässt ganz einfach einen Kommentar zu diesem Beitrag. Besonders interessiert bin ich natürlich an der Meinung meiner hochverehrten Leserschaft zum Thema "Braucht man Theorie zum Verständnis von Medien?", aber eine bloße Willensbekundung zur Teilnahme tut's natürlich auch. Hier geht's zu den genauen Teilnahmebedinungen, eine Registrierung ist *nicht* erforderlich. Wie üblich gibt's für alle, die datenschmutz-Fans auf Facebook sind sowie für jede Verlinkung und Ankündigung dieses Gewinnspiels ein Extra-Los. Die Verlosung endet am Sonntag, 17. August um 00:00 Uhr - ich wünsche allen TeilnehmerInnen viel Glück.

Interview mit Frank Hartmann

datenschmutz: Dein neues Buch ist eine knappe, aber doch sehr facettenreiche Einführung in das Begriffsfeld "Medien und Kommunikation". An wen richtet sich das Lehrbuch?

Frank Hartmann: An alle, die mit Medien zu tun haben. Mir gefiel, wie der Verlag das Thema vorgab: Klar und knapp das, was man zum Thema wissen sollte. Wenn das nicht eine Herausforderung für jemanden ist, der aus den Geisteswissenschaften kommt ...

?: Wer da heutzutage 'irgendwas mit Medien' macht, liegt offenbar im Trend?

!: Ja, und man glaubt es kaum, aber Medien und Kommunikation waren bei uns bis in die 1960er Jahre Fremdworte, die niemand verwendet hat - heute hingegen "kommunizieren" alle und alles. Neben Jeans und Kaugummi, Sex und Drogen ist Kommunikation einer der prägenden Begriffe des 20 Jahrhunderts geworden.

Von Marshall McLuhan stammt der bekannte Spruch "the medium is the message". Wie siehst du im Internet-Zeitalter das Verhältnis von Technik und Medien? Ich denke nicht, dass die Menschen früher, ohne all die Technik, irgendwie besser kommuniziert haben.

Jeder hatte seinen Platz in der Gesellschaft, niemand hatte eine Meinung, und hinter diesen Strukturen der Macht und den Formeln von Höflichkeit und Etikette gab es kaum individuellen Ausdruck. Das hat sich heute völlig umgekehrt, das Private dringt an die Öffentlichkeit und breitet sich dort oft unangenehm aus. Auf dem Weg in diesen Zustand wirkten die Massenmedien - sie öffneten das Fenster der Wahrnehmung und zeigten andere Wirklichkeiten als die, denen man alltäglich ausgesetzt war. Das ist übrigens immer noch so, ich ziehe jede gut gemachte TV-Reportage über fremde Lebenswelten den neuen Medienangeboten vor, denn asiatische, afrikanische oder hispanische Webseiten und Blogs erschließen sich uns ja nur im Ausnahmefall.

Aber zurück zur Frage nach der Entwicklung - das Recht auf Publizität war einst natürlich ein politisch hart erkämpftes. Als es durchgesetzt wurde, entstand ein kultureller Bedarf, der nur durch fortgeschrittene Technik (ein Beispiel ist die Massenpresse) gedeckt werden konnte. Keine Technik, für die es diesen gesellschaftlichen Bedarf nicht gab, konnte sich je durchsetzen. Setzt sie sich aber durch, dann erzeugt sich auch eine eigene Form der Nachfrage, welche dann auch die mit hineinzieht, die diese Technik gar nicht wollten. Das kann zum Problem für ganze Generationen werden. Ich halte letztlich nicht nur Theorieansätze für falsch, die Technik ausblenden und lieber auf die Menschen und ihre Absichten setzen, sondern auch solche, die Technik zur alleinigen Triebfeder der Geschichte machen.

?: Du bist - formal betrachtet - kein Kommunikationswissenschaftler, sondern ein Medienphilosoph, bearbeitest also ein Teilgebiet der Philosophie. Hat genuine Medientheorie oder Medienwissenschaft, wie sie in Form zahlreicher Institute im universitären Curriculum verankert wurde, überhaupt eine Daseinsberechtigung?

!: Richtig, ich bin ein promovierter Philosoph. Nach Hegel besteht die Aufgabe der Philosophie darin, das, was an der Zeit ist, in Gedanken zu erfassen. Was liegt dann näher als der Versuch, sich heutzutage mit Medien zu beschäftigen? Medienwissenschaft ist natürlich wichtig, denn Medien lassen unsere Gesellschaft funktionieren, sie sind zur wichtigsten Produktivkraft unserer Kultur geworden. Man könnte aber mit einigem Recht auch sagen: Medien funktionieren in der Praxis recht gut, wozu also Theorie? Tatsächlich kreist so manche Medientheorie nur um diffuse Begrifflichkeiten, vor allem an deutschen Universitäten - das ist dann auch nicht gerade das Gelbe vom Ei. Die Berechtigung von Medientheorie kann man damit begründen, dass es hier eben nicht nur um kommunizierende Menschen geht, sondern um Informationsverarbeitung, technische Schaltungen und Datenströme. Es gehört eigens diskutiert, was das für unsere Kultur bedeutet.

?: "Medien und Kommunikation" skizziert einen weiten Horizont und bietet Überblick über die Entwicklung einer ganzen Disziplin, der du ja selbst auch angehörst. Gerade ein solches einführendes Werk soll einerseits Orientierung verschaffen, andererseits ist Objektivität ein fragwürdiges Konstrukt der Moderne. Wie geht man als Autor eines Medien-Lehrbuchs mit dieser Situation um?

!: Sicher gibt es keine definitiv objektive Darstellung, aber das ist eher eine politische Frage. Man übersieht leicht, dass Theorien sehr oft verdeckte Verpflichtungen - auf eine Schule, bestimmte Autoren, Begrifflichkeiten und Ideologien - in sich tragen. Ihre Durchsetzungskämpfe bestimmen den Sachbuchmarkt. Ich halte mich aus Glaubensfragen strikt heraus, schreibe also nicht als "Marxist" oder so, obwohl das oft leichter wäre. Jetzt wird natürlich ein marxistischer Leser beispielsweise seine Helden in meinem Buch vermissen, aber damit kann ich leben. Problematisch ist eher die Beschränkung im Umfang, die man mit einer Produktion wie der vorliegenden eben hat. Bestimmte Aspekte von Multimedia etwa, und fast alles, was mit computermediatisierter Kommunikation und Interfaces zu tun hat, musste ich weglassen - aber nicht wegstreichen, denn dazu entsteht gerade eine weitere Einführung. Übrigens ist es Teil des Konzepts dieser Reihe (UTB Profile), dass die einzelnen Bände wie Module eines größeren Ganzen funktionieren. Eine gewisse Objektivität ist damit schon zu erreichen. Es gibt dann nämlich eine Einführung zu Marx, der ich auch viele Leserinnen wünsche.

?: In deiner vorigen Publikation "Globale Medienkultur" hast du dich anhand der drei Übertragungswege Kabel, Wireless und Online mit dem Wandel der Industrie- zur Mediengesellschaft befasst. Welche technologischen und theoretischen Entwicklungen haben unser Verständnis von Medien am nachhaltigsten beeinflusst?

!: Menschen existieren in einem biologisch recht eng begrenzten Fenster, das sie immer schon zu erweitern suchten. Sensationell finde ich hier die Entwicklung der Telekommunikation auf Grundlage der Elektrizität. Die meisten denken bei diesem Thema an das künstliche Licht, aber das kam erst viel später. Die erste Anwendung von Elektrizität war der Telegraph, und mit den telegraphischen Netzen ging die Welt ab ca. 1850 online und ist es seither geblieben - und zwar auf denselben Leitungsstrecken bis ins Internet-Zeitalter! Im Nachhinein betrachtet sieht es so aus, dass die Wurzeln der Informationsgesellschaft schon in der Frühphase der Industrialisierung erkennbar sind. Ich zweifle da an dem radikalen Bruch, den manche Theorien mit der Computerisierung setzen.

?: Jede Untersuchung der Medien befindet sich in der paradoxen Situation, dass sie das eigene Forschungsobjekt zugleich als Werkzeug benutzen muss, weil ja wiederum jegliche Meta-Kommunikation über Medien notwendigerweise durch selbige vermittelt wird. Meiner Meinung nach ist die Kybernethik - zumindest in jener Ausprägung, wie sie Heinz von Foerster geprägt hat - die einzige Metatheorie, die diese Tatsache nicht nur ernst genommen hat, sondern auch produktiv zu nutzen wusste. Besitzt die Kybernethik deiner Ansicht nach immer noch Erklärungspotential?

!: Einer der produktivsten Ansätze war Gregory Bateson, der kybernetisches Denken in die Psychologie eingebracht und etwa Beziehungsprobleme als Kommunikationsprobleme betrachtet hat. Ab 1950 begann eine ganze Generation, sich vom linearen Denken in Kausalitäten ab- und systemischem Denken zuzuwenden. Ob von Foerster da wirklich so produktiv zu sehen ist? Generell ziehe ich die Ethik ein wenig in Zweifel - das hat so etwas Unverbindliches, ist ein Religionsersatz. Aber natürlich darf man die sich verändernden Werte nicht vergessen. Unsere Zeit unterwirft alles dem Profitinteresse, jede Kreativität und auch Sozialbeziehungen haben nach Aspekten der Verwertbarkeit zu funktionieren. Dieser universale Imperativ des Marketings ist völlig pervers. Mir scheint es definitiv so zu sein, dass die Ethik gegenwärtig eher bei Hackern und bei Betreibern von Torrent-Seiten zuhause ist, die in der öffentlichen Wahrnehmung jedoch eher nicht so gut dastehen. Heinz von Foerster hätte aber genau das gefallen!

?: Dein früheres Buch "Medienphilosophie" erschien soeben auch in koreanischer Übersetzung; als Medienphilosoph beschäftigst du dich ja schon seit Jahren auch mit dem Thema "Codesysteme" - was ist das für ein Gefühl, sein eigenes Buch in der Hand zu halten und die Schriftzeichen bloß nach ästhetischen Kriterien beurteilen zu können?

!: Überall auf der Welt werden verschiedene Sprachen gesprochen, aber alle sitzen an den gleichen Apparaten, die mit identischen Betriebssystemen laufen. Das ist schon interessant. Die Technik standardisiert, während die Menschen immer darauf aus sind zu differenzieren. Korea ist ein High-Tech Land, das alles Neue aufsaugt, so kam es auch zu der Übersetzung, aus dem dortigen Interesse am Neuen. Die koreanische Fassung meiner Medienphilosophie ist wunderschön produziert, ein Objekt der Freude für jeden Bibliophilen: Hardcover, Lesebändchen, hervorragende Papier- und Druckqualität. So schöne Bücher gibt es bei uns wirklich kaum mehr. Als ich mein Exemplar aus dem Postkasten nahm, da wollte ich mir vor lauter Ehrfurcht gleich meine Krawatte zurechtrücken (nach einer Beobachtung, die Walter Benjamin gegenüber dem gedruckten Buch einst festgehalten hat). Nur kann ich mich gar nicht mehr daran erinnern, wann ich zuletzt so ein Ding getragen hätte... soviel zum Codesystem, das sich in ständiger Metamorphose befindet.

Neues Medienkultur-Magazin: mediatropes

Ein neues peer-reviewed Journal wird in den nächsten Tage online gehen ist seit gestern online. Die erste Ausgabe von MediaTropes beschäftigt sich mit McLuhans berühmten Dictum vom Medium, das die Botschaft (oder doch Massage) sei. Die Texte muss ich mir erst in Ruhe zu Gemüte führen, das gesamte Setup des Journals finde ich allerdings bereits jetzt hochgradig erfreulich: die HerausgeberInnen setzen auf Creative Commons und nehmen den Topos des freien Wissens offensichtlich ernst

We will be launching in mid-March 2008 with our first issue, "Marshall McLuhan's 'Medium is the Message': Information Literacy in a Multimedia Age." Please sign up as a reader (at the right) and you will be notified as soon as we are online. Thank you!

Sehr sympathisch: die Publikation steht unter einer Creative Commons Lizenz, sämtliche AutorInnen werden gebeten (aber nicht gezwungen), dieser Nutzungsvereinbarung zuzustimmen:

As a complete work, MediaTropes is licensed under a Creative Commons by-nc-nd Attribution-NonCommercial-NoDerivativeWorks. When an author submits a work for publication, s/he is asked to agree to licensing that work under a similar license, that grants any user the non-exclusive right to download, print, copy, archive, distribute for non-commercial purposes only, so long as appropriate attribution is given to the author of the work. For more information, please read the details of the Creative Commons by-nc-nd license. While agreement to a Creative Commons (or similar) license is not mandatory for a work to be accepted, it is strongly encouraged by the editorial board.

Die im wissenschaftlichen Curriculum dringende Notwendigkeit zur Publikationstätigkeit hat zu einem eng verzahnten System von akademischen Verlagen geführt, dabei bietet das Netz fantastische Möglichkeiten für extrem kostensparende öffentliche Publikation und Archivierung: ich gehe davon aus, dass in den nächsten Jahren sehr viele peer-reviewed Journals dem Beispiel von MediaTropes folgen werden und bin ausgesprochen gespannt auf die Beiträge der ersten Ausgabe.

Als technologische Basis kommt übrigens Open Journal Systems 2.1.1.0 zum Einsatz, das einen sehr detaillierte Ausgestaltung des peer-review Workflows ermöglicht. Registrieren kann man sich übrigens als Leser, Autor und/oder potentieller Peer-Reviewer.

Barcamp Vienna im WerkzeugH

26. Januar 2008
9:30bis22:00

barcamp viennaBevor es am 2./3. Februar gen Westen zum Senza Confini geht, laden Helge und Michael ins Wiener WerkzeugH zur eintägigen Unkonferenz. Knapp 60 Participants - bei Barcamps sind Lurker bekanntlich unerwünscht, stattdessen sind alle Besucher aufgefordert, sich selbst möglich aktiv ins Geschehen einzubringen - umfasst die Anmeldeliste bisher.

Soweit ich sehe, gibt sich die Wiener Bloggerszene nahezu geschlossen ein Stelldichein, von Hannes über Dani bis zu O. Nitz im Doppelpack (Oliver und Olaf). Die Themenliste verspricht einige interessante Vorträge, wie gewohnt deckt die Veranstaltung ein breites Spektrum zwischen Nerdcore und Kommerzutopien ab: unter anderem spricht Valerie Hackl über Social Entrepreneurship, Hannes promoted Blögger und Jana Herwig widmet sich dem Digital Storytelling. Wer immer schon mal stolzer Zertifikat-Early Adopter sein wollte, registriert sich bei CAcert und hat dann die Möglichkeit, sich vor Ort mit Lichtbildausweis bestätigen zu lassen, dass Schein und Sein zu einem hohen Grad deckungsgleich sind. Oder der zumindest der Ausweis gut gefälscht ist.

Das WerkzeugH befindet sich noch immer in der Schönbrunnerstraße 61 im 5. Bezirk, unser Essen und unsere T-Shirts bezahlen System One und freewave, muchos gracias.

33 Tipps für mehr Blog-Erfolg

blogerfolgEin neues Blogosphärenjahr hat begonnen - und spätestens seit Tex Rubinowitz "Listen, die die Welt bedeuten" (Die sexuellen Phantasien der Kohlmeisen) hat das gute alte Aufzählungsformat-Format wieder immens an Kultstatus zugelegt. Also höchste Zeit für eine weitere bedeutungsvolle Liste, die allerdings ganz und gar ernst gemeint ist. datenschmutz presents: 33 Tipps für mehr Blogtraffic. Von SEO über Plugin-Tipps bis Viral Marketing - da sollte für jede/n BloggerIn was Passendes dabei sein.

Eine Bitte vorweg: wenn Sie diesen Artikel hilfreich finden, dann wär ein nettes Dankeschön zum Beispiel, vom Link "Feed abonnieren, Beitrag emailen oder bookmarken..." direkt unter dem Artikel Gebrauch zu machen und den Beitrag bei Digg, SEOigg, Yigg, Webnews, Del.icio.us oder ihrem Lieblings-Social Bookmark Dienst abzuspeichern. Dankeschön!

Die Reihenfolge der Tipps soll keinerlei Wertung implizieren - ich habe einfach zusammengeschrieben, was ich aus persönlicher Erfahrung für deutschsprachige Blogs als sinnvolle Maßnahmen erachte. In diesem Sinne wünsche ich allen "alten" Bloggern ein erfolgreiches ein erfolgreiches Jahr und den Neueinsteigern 2008 einen guten Start! Ältere Hasen werden die meisten Tipps bereits kennen, aber die eine oder andere bisher unter dem Fokus der Wahrnehmung gebliebene Perle könnte ja doch dabei sein - oder fehlen, und in diesem Fall bitte ich um Ergänzung, denn: idealerweise sollte diese Liste im Laufe des Jahres erweitert werden und irgendwann vielleicht auf 66 oder gar 99 Tipps anwachsen - daher freue ich mich über Ergänzungen und/oder Berichtigungen in den Kommentaren oder via Kontaktformular. Zusätzliche Tipps werde ich natürlich ausprobieren und in die Sammlung aufnehmen, außerdem möchte ich zu diesem Thema weitere Artikel veröffentlichen.

Eine technische Anmerkung: die diversen Plugin-Tipps gelten immer für WordPress-User; für Serendipity und Co. existieren vermutlich ähnliche Lösungen.

  1. Social Bookmark Sites sind nicht zu unterschätzen: neue Domains bzw. Blogs sollten dort unbedingt eingetragen werden, wichtige und traffic-versprechende Einzelbeiträge ebenfalls. Einen guten Ausgangspunkt für die Auswahl der relevanten Services für das englischsprachige Internet liefert der Beitrag 20 Top Social Bookmarking Sites. deutschsprachige Blogger sollten auf jeden Fall Yigg.de, Mister Wong und Webnews zusätzlich berücksichtigen.
  2. Ein im Template integrierter del.icio.us Button ermuntert die Besucher, das Blog dort abzuspeichern. Bei deutschsprachigen Seiten kommen auch Wong und Yigg Buttons in Frage - das Share This Plugin hat sich dafür hervorragend bewährt.
  3. Technorati und FeedBurner sind die "großen zwei" beim Thema Blog-Syndizierung. Registrieren Sie sich auf Technorati, um Ihr Blog zu "claimen" und wählen Sie passende Keywords und eine gut überlegte Beschreibung aus. Ihren Feed sollten Sie bei Feedburner eintragen, um von den diversen Statistik-Features und Komfortfunktionen Gebrauch machen zu können. Dazu empfiehlt sich auch der Einsatz des FeedBurner FeedSmith Plugins, das alle Feedzugriffe auf FB umleitet.
  4. Auch wenn myspace am absteigenden Ast ist: Legen Sie trotzdem einen myspace-Account an, der einzig und allein dazu dient, Ihre Seite zu promoten, und füllen Sie Profil mit einem kurzen Text und Backlinks mit den passenden Keywords auf. Im einfachsten Fall könnte so ein Profil etwa so aussehen.
  5. Noch besser: registrieren Sie bei Facebook eine Page mit dem Namen Ihres Blogs. WordPress-User können alle Beiträge komfortabel und automatisch mittels des Wordbook Plugins einbinden. Eine solche Page könnte etwa so aussehen.
  6. Die Zeit der Linkkataloge ist endgültig vorüber - außer einem möglichen Spam-Malus bringen automatisierte Suchmaschineneinträge rein gar nichts mehr. Wesentlich empfehlenswerter sind da schon Eintragungen in sogenannte Artikelverzeichnisse: der Einreicher stellt einen eigenes verfassten Text zur Verfügung, in dem er seine Links platzieren darf. Fast fünfhundert einzeln bewertete, suchmaschinenfreundliche und fast ausschließlich englischsprachige Verzeichnisse finden Webmaster mit viel Zeit bei Vilesilencer.
    Empfehlenswerte Adressen für deutschsprachige Seiten sind unter anderem:
    www.artikel4free.com/
    www.wickedpedia.de
    www.artikelverzeichnis.at
    www.torzumweb.de
    www.artikelmix.de/
    www.web-artikel.de
    www.helloarticle.com
    www.2on2.info
  7. Ebenfalls immer gut für einen schnelle Link zwischendurch: das Gratis-Anzeigenverzeichnis Gumtree. Bringt auf die Schnell ein wenig Linkjuice, allerdings müssen die Anzeigen regelmäßig erneuert werden, da die Laufzeit begrenzt ist.
  8. Erstellen Sie unbedingt eine angepasste 404er Seite, sodass Besucher nicht bloß ein lakonisches "Seite existiert nicht" bekommen, sondern zum Beispiel eine Suchmaske. Auf datenschmutz sieht die 404er Seite soaus - WordPress User erstellen einfach eine Layout-Datei mit den Namen 404.php und platzieren diese im Ordner des aktuellen Templates.
  9. Posten Sie manchmal in Foren? Dann sollten Sie sich angewöhnen, den Link zu Ihrem Blog in die Signatur mit aufzunehmen - und dazu gleich die wichtigsten Schlagwörter.
  10. Nicht auf die Räccthschraybkorectuur vergessen! Ein gelegentlicher Tippfehler stört niemanden, aber aus vielen Vertippern werden allzu leicht sinnstörende Fehler. Gewöhnen Sie sich an, vor der Veröffentlichung jeden Text mit einem Rechtschreibprogramm zu überprüfen - gegenüber eigenen Vertippern sind die meisten Schreiben (including me) völlig betriebsblind.
  11. Testen Sie Ihre Seite nicht nur in einem Browser, sondern werfen Sie mindesten mit Firefox, IE und Opera einen Blick drauf - viele Blogger haben sich schon gewundert, warum denn niemand außer Ihnen selbst den schönen neuen Sidebar sieht...
  12. Reichen Sie Ihre Seite beim Open Directory DMOZ ein. Das dauert zwar eine Weile, zahlt sich aber definitiv aus. (Außer Sie betreiben ein deutschsprachiges Blog zum Thema Design. Dann geht's recht flott mit der Eintragung, für diese Unterkategorie bin editorisch nämlich ich zuständig.)
  13. Benutzen Sie den Validator des W3 Konsortiums, um Ihren Template-Code auf allfällige Formattierungsfehler zu untersuchen. Valider, fehlerfreier HTML-Code sollte ein Muss für jeden Webmaster sein.
  14. Erstellen Sie eine XML-Sitemap und legen Sie ein Google-Webmaster Konto an - dort reichen Sie die Adresse Ihrer Sitemap ein: dies beschleunigt die Indizierung ungemein. Für WordPress gibt's ein Plugin, das diese Aufgabe automatisiert.
  15. Recherchieren Sie, welche Blogs über ähnliche Themen berichten - besuchen Sie diese regelmäßig und beteiligen Sie sich mit sinnvollen Beiträgen an Diskussionen und hinterlassen Sie dabei Ihren Link. Niemand mag Spammer, aber so gut wie jeder Blogger freut sich über "echte" Kommentare zu seinen Artikeln.
  16. Verzichten Sie auf proprietäre Technologie wie ActiveX oder Java - ein Stammpublikum aufzubauen ist schwierig genug, und es gibt keinen Grund, die potentielle Leserschaft künstlich durch technische Hürden einzuschränken.
  17. Falls Sie Downloads anbieten (Videos, mp3s etc.), verwenden Sie verbreitete, herstellerunabhängige Formate. (Also besser mp3 als wma oder quicktime. Und vergewissern Sie sich unbedingt, dass Sie auch alle Rechte am angebotenen Material haben - sonst folgt womöglich ein böses Erwachen.)
  18. Achten Sie auf "sprechende" URLs - weder Google noch menschliche Besucher mögen kryptische Zahlenkombinationen. WordPress beherrscht htaccess URL-Rewriting, das in den Optionen aktiviert werden kann. (Menüpunkt: Einstellungen - Permalinks)
  19. Starten Sie gemeinsame Aktionen mit anderen Bloggern - gegenseitige "Gastbeiträge" oder die Teilnahme an Karnevals sind immer zu empfehlen.
  20. Beginnen Sie, an Wikipedia-Artikeln mitzuarbeiten, die Ihr Fachgebiet betreffen. Und falls Sie Links zu Ihrer eigenen Seite einschmuggeln wollen, dann achten Sie darauf, dass es sich um relevante Informationen handelt, sonst werden nachfolgende Editoren Ihr Machwerk ganz schnell wieder entfernen. Theoretisch erlaubt Wikipedia zwar keine Links auf Blogbeiträge, die Praxis sieht allerdings recht anders aus. Und nofollow hin oder her: viele Bewertungsservices vergeben für Wikipedia-Links einen Bonus.
  21. Falls Sie Wettbewerbe oder Gewinnspiele veranstalten, dann wählen Sie ein Thema, das gerade stark in den Medien präsent ist - der beste Moment für die Verlosung eines Madonna-Albums ist genau dann, gekommen wenn alle Medien über selbiges berichten. Old School Buzz Generation eben.
  22. Achten Sie auf Ihre Metatags! Für WordPress existieren hervorragende Plugins, die jedem Posting geeignete Metatags verpassen und auch mit bestehenden Tagging-Lösungen harmonieren - ich bin diesbezüglich ein Fan von wpseo.
  23. Halten Sie stets Ausschau nach günstigen Offline-Werbemöglichkeiten: vom Sponsoring des lokalen Fußballvereins für ein Banner am Übungsplatz über Sticker, Auto-Lackierungen und ungewöhnlichen Werbepartnern wie etwa kostenlose Browsergames, bietet sich eine große Bandbreite an Werbemöglichkeiten abseits gewohnter Kanäle an. Wer unkonventionell denkt, der findet immer wieder äußerst kosteneffektive und kontaktintensive Werbemöglichkeiten.
  24. Überprüfen Sie Ihr Blog regelmäßig mit SEO-Tools, um Schwächen und Stärken zu erkennen. Für einen ersten Überblick hat sich im deutschsprachigen Raum Seitwert.de" gut bewährt.
  25. Erstellen Sie eine Favicon-Datei. Dazu wandeln Sie Ihr Logo in ein 16x16 Pixel Grafikfile namens favicon.ico und laden dieses ins Rootverzeichnis. Die Grafik wird anschließend von modernen Browsern in der Adresszeile angezeigt und mitgespeichert, wenn ein User Ihre Seite als Bookmark speichert. Ausführliche Informationen dazu hat die Wikipedia.
  26. Veröffentlichen Sie ab und an sogenannte "Linkbait"-Beiträge, also interessante Inhalte, auf die viele andere Blogger verlinken. Gut eigenen sich dazu etwa Listen wie "33 Tipps für mehr Blog-Erfolg" :mrgreen:
  27. Wenn Sie über ein Werbebudget verfügen, geben Sie Pay-per-Click Modellen den Vorzug. View-basierte Bannerwerbung hat meist schlechte Conversions und empfiehlt sich eigentlich nur für Imagekampagnen.
  28. Wenn Ihre Seite technisch einwandfrei aufgebaut ist und Sie einige der oben stehenden Tipps beherzigen, dann werden Sie garantiert von Suchmaschinen gefunden; verzichten Sie also auf bezahlte "Eintragungsservices" - es handelt sich um bloße Geldverschwendung.
  29. Achten Sie beim Layout (egal ob selbsterstelltes oder gefundenes Template) auf saubere Dokumentenstruktur: das Layout sollte in CSS erfolgen, Hauptüberschriften mit h1 formatiert sein etc. Das gewährleistet zugleich Suchmaschinentauglichkeit und ist ein wichtiger Teil der Barrierefreiheit von Websites.
  30. Antworten Sie auf Kontaktanfragen zügig - niemand wartet gerne mehrere Tage auf eine E-Mail Antwort. Wenn das zwischenzeitlich nicht möglich ist, richten Sie zumindest einen Autoresponder ein.
  31. Achten Sie auf die regelmäßige Veröffentlichung neuer Texte. Ein ständiger Flow an neuen Beiträgen ist viel effektiver als alle paar Wochen 10 Texte auf einmal zu veröffentlichen.
  32. Seien Sie keinesfalls geizig mit Links zu anderen Seiten. Die Blogosphäre lebt von der gegenseitigen Verlinkung, aber irgendjemand muss mal damit anfangen.
  33. Letzter, wichtigster und vermutlich am schwierigsten umzusetzender Tipp: Werden Sie zur führenden Internet-Autorität auf Ihrem Gebiet! Dann klappt's garantiert auch mit dem Traffic :mrgreen:

So, das wär's fürs erste mit den 33 Tipps. Über Ergänzungen freue ich mich und wie eingangs angekündigt, wird die Sammlung im Lauf der Zeit noch anwachsen. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche maximalen Erfolg mit allen eigenen Blogprojekten. :mrgreen:


Bildnachweise:
Titelfoto: rhys400d, Itchen Bridge Side View HDR
Some rights reserved. | Quelle: www.piqs.de

ritchie’s Kolumnen

Auf dieser Seite finden Sie ein Archiv meiner Kolumnen und Glossen. Meine Texte erscheinen regelmäßig in verschiedenen Print- und Online-Medien. Regelmäßige Kolumnen schreibe ich für the gap, Ö1 und SRA.

 

Die Kolumne

diekolumneTodernste Betrachtungen aus dem Alltag, liebevoll illustriert anhand von mir persönlich verifizierter biographischer Tatsachen. Dies hier sind weder der Ort noch die Zeit für Satire. Es gibt nichts auf der Welt, das ernster gemeint wäre als der Spasz - das esszett sagt schon alles! [erscheint in the gap]

 

Ö1 Medienkultur Kolumnen

oe1 kolumnenFür die Ö1 Mediensendung "matrix" schreibe ich abwechselnd mit verschiedenen KollegInnnen aus der matrix-Redaktion die Medien-Kultur Kolumne, des ORF, die zweimal in der Woche auf der Homepage von Ö1 veröffentlicht wird. [erscheint auf oe1.orf.at]

 

d-news SRA Kolumne

sraAuf SRA veröffentliche ich eine monatliche Kolumne zum Thema Musik online - sie trägt in Anlehnung an meine erste Online-Publikation, einen Newsletter über mp3 und die Folgen, den Namen d-news und beschäftigt sich mit Internet-Musikvertrieb, netlabels und verwandten Themen. [erscheint auf sra.at]

Gib mir eine Mission für die Ewigkeit

Der Telekom-Riese Telefonica rettet mit dem wichtigsten spanischen Medienkunstpreis die etoy.CORPORATION laut deren Presse-Aussendung einmal mehr vor dem Bankrott - und stellt mit dem Preisgeld die Fortsetzung der Mission Eternity sicher.

mission eternity

Das komplette Jury-Statement können überdurchschnittlich Kunstinteressierte am etoy Blog nachlesen. Gestern wurde die Netz.Kunst.Gruppe, die in den ersten Goldgräberjahren des Internet durch Ihre Armdrücken mit dem Spielzeug-Start-Up Etoys Aufsehen erregte (das lief damals unter dem Label toywar, ich war Agent sullen_choirboy und mir gehören immer noch ein paar Promille der etoy Corp. Theoretisch.), von Francisco Serrano, Rohschinkenproduzent Präsident der Telefonica Foundation, ausgezeichnet. Die Containerskulptur, über die ich hier schon mal geschrieben habe, beherbergt die sterblichen Überreste von Pionieren des Informationszeitalter und erschließt multimedial das Vermächtnis dieser Menschen:

Auf einem begehbaren 3-dimensionalen Screen, bestehend aus 17'000 Leucht-Dioden, erscheinen dem Ausstellungs-Besucher Ahnen der heutigen Medienkultur: Bilder aus ihrem Leben, ihre Stimmen, Videosequenzen, und mehr. Die elektronischen Geister können per Webterminal und Mobiltelefon aufgerufen und lokal, zum Beispiel auf dem eigenen Laptop, gespeichert werden. So entsteht mit der Hilfe einer ausgeklügelten Software ein soziales Netzwerk bestehend aus vielen Tausenden von "Angels", welche die Aufgabe haben die Daten der Verstorbenen für immer zu erhalten: das digitale Erbe wird von Generation zu Generation weitergereicht und tritt damit eine unendliche
Reise durch Raum und Zeit an.

Die Idee hat für mich eine ausgesprochen romantische Komponente. Und in der Tat ziehen sich Anti-Vanitas Bestrebungen im Großen und im Kleinen nicht erst seit den Pyramiden wie ein toter Faden durch die Menschheitsgeschichte:

Die bekannte Kunstgruppe thematisiert mit dem neusten Werk Vergänglichkeit, Konservierung, Datenspeicherung, Tod und Afterlife. MISSION ETERNITY ist ein technisches Experiment, hinterfragt die Konsequenzen der totalen Datenerfassung und skizziert die Vision eines zeitgemäßen Totenkults.

Herzliche Gratulation - und ich hoffe, mit dem Preis steigt auch der Wert meiner etoy-Aktien ins Ermessliche :cool:

Blog des Monats: datenschmutz auf Stimmenfang

3. Dezember 2007bis31. Dezember 2007

bloggeramtVor zwei Wochen hatte ich die Ehre und das Vergnügen, beim Bloggeramt mit datenschmutz Blog der Woche zu sein. Aber das dicke Ende des Hundes biegt erst um die Ecke! Besagte Tatsache qualifiziert mich nämlich, bei der Wahl zum Blog des Monats mit auf der Bühne der Eitelkeiten zu stehen - und hierfür bitte ich um die Unterstützung der p.t. LeserInnenschaft! Bitte einfach auf Bloggeramt klicken und für datenschmutz abstimmen: Registrierung oder sonstige Dateneingaben sind nicht erforderlich, das Voten geht schneller und schmerzloser von statten als die gute alte Schluckimpfung.

Im Gegenzug erwarten mich nämlich nicht nur Ruhm und Ehre, sondern auch eine kleine Überraschung, wie's in der Beschreibung heißt. Zeit zu wählen bleibt bis zum letzten Tag des Jahres - mit anderen Worten: wer noch nach Programmpunkten für seine Sylvesterparty sucht, kann ja alle Gäste zum kollektiven Abstimmen auffordern. Allerdings dürfte es bei diesem extrem starken Konkurrenzfeld sehr schwierig werden, mit den meisten Stimmen über die 2008er Ziellinie zu gehen: Kollege Yannick ist mit dabei, ebenso die Blogwiese, die Hüttenhilfe, Ronni und das Bundesliga Blog. Wie gesagt also harte Konkurrenz und absolut kein Wunder, dass ich so weit hinten liege. Mal sehen, ob sich Blogschrotts Vorsprung noch aufhalten lässt - an genau dieser kämen Sie, hochverehrte/r LeserIn, ins Spiel: wenn ich um einen Klick Ihrer kostbaren Zeit bitten dürfte: hier geht's zur Abstimmung.

bloggeramt - blog des monats

Open Coffee Club Vienna + Demoscene Meeting im Doppelpack

15. November 2007
18:00bis23:00

demosceneMedienkultur und -ökonomie Interessierte erdrosseln am kommenden Donnerstag gleich zwei Nashörner mit einer Wäscheleine, so sie sich ins Werkzeug-H begeben. (Natürlich nur metaphorisch, aber warum immer nur Fliegen mit Klappen (er)schlagen?) Um 18:00 nimmt dort der Open Coffee Club Vienna kollektiv sein Lieblingsgetränk zu sich, ab 20:00 Uhr steht der Abend dann ganz im Zeichen der Demo-Scene. Nähere Details zu ersterem Programmpunkt gibt's auf Facebook:

A special evening edition of OpenCoffee! OpenCoffee is an initiative to bring together like-minded people interested in internet start-ups and technology in an informal setting.

Aber das ist erst das Warm-Up, anschließend entlocken Experten berechneter digitaler Grafiken ihrer Hardware unglaubliches: beim Demoscene Meeting 001 gibt's aktuelle Demos (die Artform entstand ursprünglich aus kurzen Intros, die gecrackter Software beigelegt wurden) am großen Screen zu sehen, und Regina kündigt einen Special Guest an:

Es ist uns gelungen, einen der Heros aus der internationalen PC-Demoscene nach Wien zu holen: Kostas 'navis' Pataridis - Gründer und Coder der Demogruppe ASD - Andromeda Software Development (siehe unten).

Also wie gesagt: Businessgründer-Kaffee und Nerd-Grafix im Doppelpack, wer da am Donnerstag nicht vorbeischaut, darf nie mehr einen Button mit dem Aufdruck "Mein zweiter Vorname ist Medienkultur" tragen... zumindest nicht für die nächsten zwei Wochen.

Blogvorstellungen: Webkompetenz und PCMasters

Willkommen zu Runde fünf meiner im letzten Monat gestarteten unregelmäßigen Serie montäglicher Blog-Vorstellungen! Wer ein deutschsprachiges Blog schreibt - egal ob neu, alt, groß, klein - und Lust auf eine Vorstellung mit Backlink hier hat, die/der bringt mit der Schubkarre einfach 30 Barren Gold zu meinem Geldspeicher in der Lobau. Oder hinterlässt hier zu diesem Beitrag einen Kommentar mit Backlink und Aufforderung zum Review! Diese Woche: HTML-Legende Stefan Münz mit seinem Blog Webkompetenz Blog bzw. Wiki und Eugen Bunens PCMasters.

Webkompetenz-Wiki

webkompetenzIn der Einleitung zu seinem Blog schreibt Stefan über den titelgebenden Begriff: "Webkompetenz bedeutet... die Hypertextualität des Webs zu begreifen und durch eigene Webaktivität zu unterstützen." Treffender könnte man es wohl nicht formulieren, und wenn jemand über diese Themen ganz genau Bescheid weiß, dann wohl der Gründer der legendären Do-it-Yourself Tutorialsammlung SelfHTML. Genau wie tausende Webmaster im deutschsprachigen Raum habe ich in meiner Anfangszeit so gut wie alles, was ich über Webseitenprogrammierung wissen musste, diesem großartigen Projekt entnommen.

Stefan Münz hat das Projekt vor einiger Zeit verlassen, publiziert aber rege wie eh und je zu Themen des modernen Web: seine Einführungen zu Ajax, HTML 5 und Co. sind großartige Ressourcen - einziger Wermutstropfen des Blogs: es schloss am 2. Oktober. Aber halb so wild, denn der Autor hat sich bloß entschlossen, zukünftige Artikel bevorzugt im Webkompetenz-Wiki zu posten:

Auch in der Art, wie sie am liebsten publizieren, unterscheiden sich Menschen. Die einen publizieren gerne chronologisch, wie in einem Blog. Andere publizieren lieber systematisch an einem Gesamtwerk, so wie es in einem Wiki der Fall ist. Nach gründlicher Introspektion habe ich festgestellt, dass ich weniger der Blog-Typ bin, sondern eher der Wiki-Typ. Deshalb habe ich nun vor, das Blog aufzugeben und stattdessen lieber das hiesige Webkompetenz-Wiki auszubauen.

Ich persönlich glaube, dass für die Art der Inhalte, die ja zum größten Teil von längerfristiger Relevanz sind, ein Wiki hervorragend geeignet ist - und vor allem von der Einstiegsseite her die bessere Übersicht bietet. Übrigens, Stefan: falls dich mal wieder temporär die Blogging-Lust erwischt, dann tät ich mich jederzeit außerordentlich über einen Gastbeitrag von dir freuen!

Overclocking und Hardware News

pcmastersPimp my Hardware! Die PCMasters verschreiben sich voll und ganz der Ausreizung moderner Informationstechnologien. Mit anderen Worten: wer wissen möchte, welcher Speicherriegel sich mit welchen Kniffen und Tricks am besten übertakten lässt und wie dick die Metallrippchen sein sollten, damit auch bei voller Last ausreichende Kühlung gewährleistet bleibt, sollte der Seite unbedingt einen Besuch abstatten.

Natürlicher berichtet das Autorenteam nicht nur von Prozessoren und schnellen Grafikkarten, sondern publiziert auch News über jene Software, mit der man das neue Custom-System auch so richtig schön ausreizen kann: nein, nicht Video-Rendering, sondern 3D-Games natürlich. Zahlreiche Downloads, ein umfangreiches, gut besuchtes Forum und praxisnahe Übertaktungs-Testberichte runden das Angebot ab.

Website Grader: datenschmutz hat 99 Punkte

Der Website Grader erstellt ähnlich wie Seitwert.de ein Ranking einer Internet-Adresse, das sich aus verschiedenen Faktoren zusammensetzt. Ich hab für meine Keywords Medienkultur und Web 2.0 gerade 99 von 100 möglichen Prozent bekommen - yeah!

A website grade of 99 for blog.datenschmutz.net means that of the thousands of websites that have previously been submitted to the tool, our algorithm has calculated that this site scores higher than 99% of them in terms of its marketing effectiveness. The algorithm uses a proprietary blend of over a dozen different variables, including search engine data, website structure, approximate traffic, site performance, and others.

Nix gefaked, hier geht's zum Online-Resultat. Außerdem bin ich bei Technorati unter den Top 10.000 Blogs weltweit gelandet - ein nettes Geschenk zum einjährigen Geburtstag von ds. So, liebe Werbetreibende - nun rennen Sie mir bitte die Bude ein. Ich hätte für Oktober je 20.000 Page-Impressions für einen Fullsize und einen Skyscraper Banner, die ich gerne loswerden würde, dazu gibt's je einen Perma-Backlink: Buchungsanfragen jederzeit an datenschmutz [at] gmail.com :mrgreen:

websitegrade

 

Publizistik Wien: Auswahlverfahren wegen hoher Anmeldezahlen

Universität WienIm kommenden Semester halte ich am IPK, wo ich selbst studiert habe, eine Lehrveranstaltung zum Thema Arbeitstechniken: Kommunikationsforschung ab. Ich war am Institut einige Jahre lang als Studienrichtungsvertreter tätig und habe bereits in dieser Zeit erste Diskussionen um einen "Numerus Clausus" erlebt.

Denn gerade die Publizistik gehört seit Jahren zu den "florierenden" Studienrichtungen. Auch wenn die Gebühren (die laut Experten gerade mal die Kosten ihrer Eintreibung herein spielen) StudentInnen zur Eile angetrieben habe, so stellt die EU Österreich in punkt Korrelation von Familieneinkommen und Bildungsniveau kein gutes Zeugnis aus: fast nirgends in Europas ist der Zusammenhang zwischen den beiden Faktoren so ausgeprägt.

Doch trotz alle monetären Hürden haben Kommunikationswissenschaft und Psychologie nichts von ihrer Attraktivität eingebüßt - zumindest im ersteren Fall scheinen die Gründe klar, denn der Mediensektor freut sich seit Jahren über steigende Wertschöpfung, Internet-Boom und Virtualisierung tun ihr übriges. Klar, dass viele MaturantInnen professionell in dieses Feld reinschnuppern wollen. Für einige von ihnen wird es dabei bleiben, denn es gibt zwar keine einzelne Aufnahmeprüfung, jedoch entscheidet der Notenschnitt einiger Einführungslehrveranstaltungen darüber, ob das Studium fortgesetzt werden darf - hier die Presseaussendung vom 18. September:

Wie schon in den vergangenen Jahren beobachtet die Universität Wien laufend die Zulassungen der nationalen und internationalen Studierenden. Im Vergleich zum vergangenen Studienjahr wird die Anzahl der AnfängerInnen in den Studien Psychologie sowie Publizistik- und Kommunikationswissenschaften wieder stark steigen. [...] Zwei Wochen vor Beginn des Wintersemesters gibt es an der Universität Wien für das kommende Studienjahr bereits 1500 Psychologie-StudieninteressentInnen und 1300 Publizistik-StudieninteressentInnen. [...] Die zu erwartende hohe Anzahl an StudienanfängerInnen überschreitet in den beiden Studien deutlich die Kapazitätsgrenzen der Universität Wien. "Die Universität braucht das Instrument der Auswahlverfahren in diesen Fällen, um den Studienbetrieb aufrecht erhalten zu können", so Vizerektor Arthur Mettinger. "Dies gilt auch für die kommenden Studienjahre."

Der Text erwähnt, dass ein besonders hoher Anteil aus EU-Ländern nach Österreich kommt, um zu studieren: speziell in Deutschland ist der Numerus Clausus für Publizistik sehr hoch (bzw. niedrig) - bei der wegfallenden "Sprachbarriere" bietet sich Österreich natürlich hervorragend an für deutsche GaststudentInnen, mal ganz abgesehen von hohen Lebensqualität, die Wien zu bieten hat. Bisher sah es allerdings trotzdem so aus, als könne man auf das ungeliebte Auswahlverfahren verzichten, doch das ändert sich im kommenden Studienjahr:

Die Überschreitung der durchschnittlichen Zulassungszahlen der letzten drei Jahre ist das Kriterium dafür, ob Auswahlverfahren durchgeführt werden müssen. Die studienspezifische Beurteilung erfolgt bei In-Kraft-Treten eines Auswahlverfahrens auf Basis mehrerer Prüfungen im Laufe des ersten Semesters. An der Universität Wien gibt es kein Auswahlverfahren vor der Zulassung.

Ich beneide die KollegInnen, welche die NC-relevanten Lehrveranstaltungen abhalten, ganz und gar nicht - das Wissen um den möglichen Rauswurf macht die Notenvergabe gewiss nicht einfacher. "Meine" AT-KFOR vermittelt in erster Linie Soft Skills und wird erst am Ende des ersten Abschnitts absolviert, ich bin ehrlich gesagt froh darüber, dass die Note "nur" über ein positives Zeugnis entscheidet.

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