| 4. April 2008 | ||
| 19:30 | bis | 22:30 |
Franz Xaver, ehemaliger Student von Grand Doyen Peter Weibel, wird beim morgigen Metaday die Wiener Nerd/Geek/Hackerszene mit seinen Erfahrungen aus dem weiten Feld Medienkunst schockieren, verwirren und vor allem inspirieren. Ort des Geschehens ist das Metalab in der Wiener Rathausstraße 6.
Franz Xaver, geb. 1956, ist bildender Künstler und gibt mit einem Überblick seiner umfangreichen Arbeiten im Spannungsfeld von Kunst & Technik ("Medienkunst") Inspirationen für die junge Hackerszene. Womöglich werden dabei auch Berührungsängste mit dem Kunstbegriff abgebaut.
Die Biographie des Gasts lässt einen ausgesprochen spannenden Spagat zwischen Hochkultur und Computerkreativen erwarten - Franz Xaver bewegt sich seit über 20 Jahren zwischen Kunsttheorie und Computerpraxis:
- 1987-1991 Hochschule für angewandte Kunst in Wien, Meisterklasse für visuelle Mediengestaltung (Prof. Weibel): Lehrtätigkeit: Computergrafik, Programmiersprachen, Audiovisuelle Produktion, Elektronik und Elektrotechnik.
- 1989-1992 Labor für visuelle Medien an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien.
- 1993-1996 Lehrauftrag an der Technischen Universtät Graz, Institut für Baukunst: Kommunikationstheorie
- 1997-2000 Silverserver: Aufbau autonomer Netze
- 2003-2006 Medienkunstlabor im Kunsthaus Graz - Kuratorische Tätigkeit
Im Anschluss gibt's die gewohnten 5-Minuten "Lightning Talks", bei denen aktuelle Works in Progress und/oder ad hoc Geistesblitze vorgestellt werden. Bis jetzt stehen ein Kurzvortrag von Chris Hager (Social Source Code Collaboration) und eine Präsentation über "Hacking Fonera for Fun & Profit" am Programm - Besucher mit gesteigertem Mitteilungsbedürfnis können sich natürlich auch vor Ort noch anmelden; der Eintritt ist wie immer gratis, im Anschluss gibt's Wein, Weib und Gesang Buffet, Wein und Ambient Music - mehr Infos gibt's auf der Metalab Seite. Wär sicher interessant, aber die puls4 Launchparty morgen Abend werd ich mit Sicherheit nicht auslassen.
| 6. Juli 2007 | ||
| 19:30 | bis | 23:30 |
Am kommenden Freitag lädt das Metalab zum fünften Mal in die Wiener Rathausstraße Numero 6 zum Metaday: monochrom-Gründer und Professor für Kunsttheorie und künstlerische Praxis an der FH Joanneum in Graz Johannes Grenzfurthner spricht über das hochassoziative Thema "Was im Innersten zusammenhält... Die Kultur der corporate anthems".
"Corporate Anthems" ist in diesem Zusammenhang selbstverständlich keine Metapher: es dreht sich in der Tat um Firmenlieder, und sowohl Mitsingen als auch Powernapping sind aus- und nachdrücklich erwünscht. Ich kenne den Vortragenden von diversen anderen Gelegenheiten - Johannes Vorträge gehören zu der seltenen Spezies von Veranstaltungen, der es gelingt, hohen Humorfaktor und die Vermittlung neuen nützen Wissens aufs Unterhaltsamste zu verbinden.
Die Entwicklung vom Frühkapitalismus (sprich: die Organisationsform der gesellschaftlichen Güterproduktion und ihres Verkehrs) zum Spätkapitalismus (sprich: die Organisationsform aller gesellschaftlicher Beziehungen auf der Basis einer bestimmten ökonomischen Ideologie) ist nirgendwo so gut greifbar wie im dominanten Organisationstyp spätkapitalistischen Wirtschaftstreibens: dem modernen Unternehmen. Das Unternehmen ist längst an die Stelle der Fabrik getreten. Die Fabrik basierte auf dem gelebten und durchgesetzten Gegenüber von ArbeiterInnen und FabriksbesitzerInnen. Das moderne Unternehmen jedoch ist um die Idee eines neuen post-antagonistischen Arbeitsbegriffs herum errichtet. In ihm sind die Arbeitenden zu Mit- oder Sub-UnternehmerInnen geworden. Das sind sie natürlich nicht, wenn man betrachtet wer real die Produktionsmittel besitzt, aber die Arbeitenden haben die illusorische Vorstellung aktiver, mitbestimmender Teil einer "großen Familie" zu sein. (I love this company!) Das moderne Unternehmen will hinter die Klassenkampfkrise frühkapitalistischer Verhältnisse zurück. Das bedeutet: innere Widersprüche und Interessenskonflikte treten zurück hinter das Fortbestehen als "Gemeinschaft". (Ein Besuch des Google Campus in Silicon Valley könnte hier nicht offenbarender sein.) Die Rückbesinnung auf die kulturhistorisch ältere Idee der Gemeinschaft führt auch zur Reaktualisierung bestimmter Ritualformen, etwa im Bereich "Musik". Die Firmenhymne erscheint auf der Firmenbühne.
Aber es gibt kein richtiges Feel-Good im falschen. Anhand verschiedener historischer und gegenwärtiger Beispiele (speziell auch aus dem Bereich der Hardware/Software-Industrie) wird Johannes Grenzfurthner einen theoretischen und praktischen - und keineswegs ununterhaltsamen - Überblick über das Genre der corporate anthems liefern.
Beim Metaday handelt es sich um eine monatliche Veranstaltungsreihe:
Einmal im Monat lädt das Metalab Vortragende aus aller Welt ein, bei uns von ihren Projekten und Ideen zu erzählen. Anschließend gibt es Platz für Lightning Talks, wo Besucher aktuelle Unternehmungen und Vorhaben vorstellen können, sowie ein Buffet und gemütliches Ambiente für Diskussion und Austausch.
Ja, was soll man da noch groß schreiben? Kein Eintritt, lässige Veranstaltung und: das ganze ist so interessant, social und gemütlich wie sich's anhört - und ich kann nur wiederholen, dass Lightning Talks ein sehr unterhaltsames Format darstellen, um sich schnell einen Überblick auch über exotische Themen zu erhalten. Hier haben sich bereits angemeldet:
and new social movements.
Anschließend an die Kurzvorträge klingt die Veranstaltung mit den üblichen Afterparty-Features Buffet, Wien und Musik sanft aus. Wer die Beats selektiert, bleibt vorerst allerdings noch ein Geheimnis - quasi die umgekehrte Gewichtung von Vortrag zu Musik wie im Club.
| 4. Mai 2007 | ||
| 19:30 | bis | 23:00 |
Zum dritten Mal lädt das Wiener Metalab zum Metaday: am Freitag spricht Dr. Peter Purgathofer vom TU-Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung über die Stärken und Schwächen elektronischer Wahlverfahren.
Im Anschluss an den Hauptvortrag folgen die bekannten Lightning Talks, bei denen verschiedene Vortragende dem Publikum ihr Thema in knappen fünf Minuten näherbringen. Bisher angemeldet:
Wer die Diskussion im c't und die Aussendungen des Chaos Computer Club verfolgt hat, kennt die aktuelle Debatte um die Sicherheit bzw. Manipulierbarkeit der verwendeten Wahlmaschinen. Einerseits birgt E-Voting großes Potential, andererseits gilt es, Systeme vor Mißbrauch zu schützen. Eine komplizierte Quertschnittsmaterie also, der sich Dr. Purgathofer annähern wird:
E-Voting ist momentan in jeder Hinsicht "heiß": auf der einen Seite drängen viele darauf, die längst überfällige technologische Umsetzung der "alt-modischen" Papierwahl anzugehen, auch mit Seitenblick auf die demokratie-politischen Möglichkeiten von billigen und schnellen Abstimmungsverfahren (Online-Abstimmungen); auf der anderen Seite häufen sich Misstrauensbekundungen, die z.B. aus der horrenden (Un)Sicherheit dieser Geräte in der Praxis (USA, NL, D) abgeleitet werden. Der Vortrag versucht, die Situation aus verschiedenen Perspektiven zu diskutieren, um zu einer allgemein gültigen Schlussfolgerung zu kommen.
Der Metaday ist eine fixe monatlich Einrichtung - und immer ein guter Vorwand, um das Metalab und seine Betreiber kennen zu lernen:
Einmal im Monat lädt das Metalab Vortragende aus aller Welt ein, bei uns von ihren Projekten und Ideen zu erzählen. Anschließend gibt es Platz für Lightning Talks, wo Besucher aktuelle Unternehmungen und Vorhaben vor stellen können, sowie ein Buffet und gemütliches Ambiente für Diskussion und Austausch.
Spannendes Konzept und wirklich empfehlenswerte Veranstaltung für alle NetzinteressiertInnen. Im Anschluss an die Vorträge startet die Afterparty mit Buffet, Wein und Downtempo Chillout Sounds.
Wie kürzlich berichtet, lud das Wiener Metalab gestern zum Auftakt einer monatlichen Serie von Metadays. Starbug vom CCC vermittelte in seinem Vortrag erstaunlich einfache und praxisnahe Methoden zur Umgehung diverser biometrischer Sensoren - mit Hausmitteln wie Kunststoff-Folie und Tintenpulver lassen sich brauchbare "Fingerkuppenschoner" basteln, mit deren Hilfe man beim Einkauf im Supermarkt um die Ecke ohne weiteres das Konto des Nachbarn belasten kann.
Das metalab versteht sich als offener Treffpunkt für überdurchschnittlich Medieninteressierte: die dort gepflegten Projekte sind keineswegs bloß im virtuellen Raum verortet, gestandene Lötkolbenpraktiker befassen sich ebenso mit der Hardware-Seite der Medaille. Organisiert als Verein wurden im Dezember vorigen Jahres eigene Räume in der Wiener Rathausstraße 6 angemietet: die Mischung aus Labor, Vortragsraum, Gemeinschaftsküche, Serverkammerl, Spielplatz und Real-World Chat wurde in den letzten Monaten mit viel Arbeitseinsatz renoviert. Für die Kosten der Infastruktur kommen die Vereinsmitglieder mit ihrem Beitrag von EUR 20,- / Monat selbst auf.
Wer das Metalab mal besuchen möchte, muss dazu nicht bis zum nächsten Metaday warten - neben diversen Arbeitsgruppen, Vorträgen etc. finden regelmäßig folgende Fixtermine statt, die auch einen guten Eindruck von den thematischen Neigungen der versammelten Afficionados vermitteln:
- Jede gerade Woche am Dienstag: Chaostreff - der CCC Wien trifft sich
- Jeden zweiten Mittwoch: gaming jour fix
- Jeden zweiten Mittwoch im Monat: Medientreffen
- Jeden dritten Mittwoch im Monat: Security bei Kerzenschein (aka Neigungsgruppe Security)
- Jeden dritten Freitag im Monat: FSFE Stammtisch (Bibliothek, FSFE und Interessierte)
- Jeden vierten Freitag im Monat: Netzwerk Jour Fixe (Mitarbeiter und Interessierte)
- Jeden zweiten Donnerstag: Jour Fixe (Wohnzimmer, Mithelfer)
- Sonntag: Gemeinschaftsabendessen & Filmabend
Den Anfang des Starbug-Vortrags hab ich verpasst, doch auch die zweite Hälfte vermittelte selbst dem technisch minder versierten Laien, wie überzogen die Sicherheitsversprechungen sind, mit denen der Einsatz biometrischer Systeme üblicherweise gerechtfertigt werden soll. Sicherheit stellt eben immer einen Kompromiss dar - näher betrachtet bieten bioemtrische Verfahren in erster Linie ganz neue Möglichkeiten der totalen Überwachung, während der Sicherheitsaspekt etwa beim Bezahlen kaum gewährleistet ist. Wenig Vorteil für den Konsumenten, leichte Manipulierbarkeit für gewiefte Bastler - so ungefähr lassen sich Starbugs Erkenntnisse zusammenfassen.
Als sehr unterhaltsames Format erwiesen sich die "Lightning Talks": einige Mitglieder sprachen nach dem Hauptact jeweils maximal fünf Minuten über Themen, die das Metalab bewegen. Marius Kintel empfahl allen Spätaufsteher-Kollegen seinen Tassimo-Kaffeemaschinen Hack: sein Digitalwecker steuert die Espressomaschine, sodass er direkt vom Duft frischen, starken Espressos (und den entsprechenden Begleitgeräuschen) geweckt wird. Weniger lustig, wenngleich ebenso unterhaltsam, gestalteten sich constis Ausführungen über eine gravierende Sicherheitslücke in einem österreichischen Online-Payment-System (die ihm immerhin ein neues HTC-Handy einbrachte) und über die Möglichkeiten, bei der Unibibliothek nicht nur Büchern, sondern auch Leihidentitäten auszuborgen. Enki erklärte die Vorzüge der Quantenkryptographie in Fast Forward, und Kewagi suchte Gleichgesinnte für den Ausbau des metalab Videoblogs.
Der 2. Metaday geht am Freitag den 6. März April über die Bühne - allen Techies, Geeks und Mediaheads kann ein Besuch der Veranstaltung nur dringend angeraten werden.
Die Proponenten der Netzszene treffen sich bekanntlich vorzugsweise virtuell. Doch auch wenn mittlerweile Videokonferenzen text-only BBS-Systeme abgelöst haben: ein Real-World Stütztpunkt eröffnet viele Optionen, und socialisen lässt sich's von Angesicht zu Angesicht allemal besser. Als sozialer Katalysator für kreative Mediennutzer versteht sich das Metalab in der Wiener Rathausstraße - und lädt am 2. März zum ersten Wiener Metaday.
Zeit: Freitag, 2. März 2007, 19:30
Ort: im Metalab, Rathausstrasse 6, 1010 Wien
Das Metalab ist ein gemeinnütziger Verein, der sich der Bereitstellung von Infrastruktur für technisch-kreative Projekte verpflichtet hat. In einer vielseitigen und offenen Community können Ideen gemeinsam diskutiert und verwirklicht sowie Veranstaltungen durchgeführt werden -- jede/r kann mitmachen!
Das Programm reicht von Vorträgen über Workshops bis zu Geburtstagsparties und Gaming Days - die bisher daraus hervorgegangen Projekte reichen von einem semantischen Wien-Wiki bis zu Tutorials zum Aufbau eines Linux-Powered Media Center PCs.
Der Metaday soll als monatlicher Fixtreffpunkt etabliert werden, ein Gastvortragender widmet sich einem Schwerpunkt aus dem digitalen Dunstkreis. Den Anfang macht am 2. März Starbug vom CCC Berlin, seines Zeichens Biometrie Experte:
Der Vortrag wird auf die Funktionsweise, Vor- und Nachteile biometrischer Systeme sowie ihre Sicherheit eingehen. Dabei wird ein Schwerpunkt auf der Moeglichkeit zur Ueberwindung solcher Systeme liegen. Schritt fuer Schritt wird erklaert, wie man von einem Bierglas einen Fingerandruck abnehmen kann um daraus eine Fingerabdruckattrappe zu erstellen, welche die meisten der gaengigen Sensoren als lebenden Finger erkennt.
Nach dem Hauptact wird mit einer Runde "Lightning Talks" fortgesetzt. Im Rahmen eines solche maximal 5minütigen Kurzvortrages hat jede/r Interessierte die Möglichkeit, eigenen Ideen und Ansätze vorzustellen - die Voranmeldung erfolgt online.
Diese Kurzpräsentationen dürften auf jeden Fall reichlich Gesprächsstoff für die Afterparty mit Buffet, Wein und Musik liefern, für Bioemtrie-Praktiker gibt's dann am Samstag noch einen Workshop mit Starbug. Metaday #2 wird am 6.4. stattfinden - ein Bericht von der ersten Auflage folgt am Wochenende.